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Full text of "Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich"

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ILLINOIS LIBRARY 
URBANA CHAMPAIGN 
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ACES LIBRARY 



Verhandlungen 

der kaiserlich-königlichen 

zoologisch-botanischen Gesellschaft 

in Wien. 

Herausgegeben yon der Gesellschaft. 



Jahrgang 1883. 



rime 



XXXIII. Band. 

(Mit 31 Tafeln.) 



Ausgegeben Ende März 1£^Q jr g JJ3f^p 



Wien, 1884. 

Im Inlande besorgt durch A. Hölder, k. k. Hof- und Universiiäts-ßuchhändler. 
Für das Aasland in Comtnission bei F. A. Brockhaus in Leipzig. 



Druck von Adolf Holzhausen, 
k. k. Hof- und Universitäts-Buchdrucker in Wien. 



U.33 



ACES LIBRARY 



Inhalt. 



Seite 

Stand der Gesellschaft VII 

Lehranstalten und Bibliotheken, welche die Gesellschaftsschriften beziehen XXXIX 
Wissenschaftliche Anstalten, mit welchen Schriftentausch stattfindet . XLI 
Periodische Schriften, welche von der Gesellschaft angekauft werden . XL VIII 

Sitzungsberichte. 



Versammlung am 3. Jänner 3 

„ „7. Februar 4 

„ »5. März 5 

Jahres -Versammlung am 4. April 7 

Versammlung am 2. Mai 15 

„ »6- Juni 17 

„ „ 4. Juli 18 

„ „3. October 20 

„ »7. November 25 

„ „5. December 27 

Anhang: Werke, im Jahre 1883 der Gesellschaft geschenkt 30 



Wissenschaftliche Abhandlungen. 

Zoologischen Inhaltes: 

Bergh Dr. ßud.: Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden III. (Mit 

Tafel VI-X.) Abh. 135 

Blasius Wilh.: Vögel von Borneo, im Südosten der Insel gesammelt von 

Herrn F. J. Grabowsky Abh. 1 

Brauer F. Z.: Entwicklungsgeschichte der Hirmoneura obscura Sitzb. 19 



v? 



IV 



Inhalt. 



Seite 

Brunner v. Wattenwyl C: Ueber hypertelische Nachahmungen bei den 

Orthopteren. (Mit Tafel XV.) Abh. 247 

Dräsche Dr. Eich. Freiherr v. : Nematoden aus Testudo graeca. (Mit 

Tafel XIX.) Abh. 325 

Dräsche Dr. Eich. Freiherr v.: Eevision der in der Nematoden- Sammlung 
des k. k. zoologischen Hofcabinetes befindlichen Original-Exemplare 
Diesing's und Molin 's. (Mit Tafel III— V.) Abh. 107 

— — Fortsetzung II. (Mit Tafel XI— XIV.) Abh. 193 

— Ueber eine neue Synascidie (Polyclinoides diaphanum) aus Mauritius. 
(Mit Tafel V.) Abh. 119 

DybowskiB.: Uebersiedlung von Renthieren nach der Beringsinsel Sitzb. 19 

Gangib auer Ludwig: Bestimmungs- Tabellen der europäischen Coleo- 

pteren VIII. Ceramoycidae (Schluss). (Mit 2 Holzschnitten.) . Abh. 437 

Handlirsch Adam: Beiträge zur Biologie der Dipteren. (Mit 4 Holz- 
schnitten.) Abh. 243 

Keyserling Eugen Graf: Neue Spinnen aus Amerika V. (Mit Tafel XXI.) Abh. 649 

Kohl Franz Friedrich: Neue Hymenopteren in den Sammlungen des k. k. 

zoologischen Hofcabinetes zu Wien. (Mit Tafel XVII a undXVIU.) Abh. 331 

Kraus Fr.: Beobachtung über das Zirpen der Höhlenheuschrecke Troglo- 

philus cavicola Kollar Sitzb. 15 

Krauss Dr. Herrn.: Neuer Beitrag zur Orthopteren-Fauna Tirols mit Be- 
schreibung zweier neuer Pezotettix- Arten. (Mit 2 Holzschnitten.) Abh. 219 

Latzel Prof. Dr. E. : Die Pauropoden Oesterreichs Abh. 123 

Low Dr. Fr.: Ein Beitrag zur Kenntniss der Milbengallen (Phytopto- 

Cecidien) Abh. 129 

Mik Josef: Dipterologische Bemerkungen Abh. 181 

— Fünf neue österreichische Dipteren. (Mit 4 Holzschnitten.) . Abh. 251 
Miller Ludwig: Neue Coleopteren aus Griechenland, gesammelt von E. v. 

Oertzen Abh. 263 

Möschler H. B. : Beiträge zur Schmetterlings-Fauna des Kafternlandes. 

(Mit Tafel XVI.) Abh. 267 

Nörner Dr. C: Beitrag zur Kenntniss der Milbenfamilie der Derma- 

leichiden. (Mit Tafel I und II.) Abh. 91 

— Einiges über Cheyletiden. (Mit 2 Holzschnitten.) .... Abh. 645 
Reitter Edmund: Beitrag zur Pselaphiden- und Scydmaeniden-Fauna von 

Java und Borneo. (Mit Tafel XX.) Abh. 387 

Rogenhofer A.: Beschreibung einer neuen Colias-kxt und einer neuen 

I. •pidoptßren-Gattung: Doratopteryx. (Mit 2 Holzschnitten.) Sitzb. 23 
Viertl Adalb.: Bastardzuchtversuche an den Spinnerarten Spilosoma luc- 

tuosa, lubricipeda und mendica Sitzb. 16 

Wajgel Prof. Leopold: Die Zusammenziehung der zwei Arten von Petro- 

myzon {P. Plancri und P. fluviaiilis) in Eine. (Mit 3 Holzschnitten 

und Tftfe] XVJI.) Abh. 311 



Inhalt. 



V 



Seite 

Botanischen Inhaltes: 
Arnhart Ludw.: Beobachtung über die Entdeckung des Aecidiums von 



Uromyces Genistete tinetoriae (Pers.) Sitzb. 6 

Beck Dr. Günth.: Neue Pflanzen Oesterreichs Abh. 225 

— Zur Pilzflora Niederösterreichs Abh. 229 

Fehlner C. : Brywm Ehvendicum n. sp Abh. 435 



Krasan Franz: Ueber die geothermischen Verhältnisse des Bodens und 

deren Einfluss auf die geographische Verbreitung der Pflanzen . Abh. 587 

Müllner M. F.: Drei für Nieder-Oesterreich neue Bastarde . . Sitzb. 27 

Keichardt Prof. Dr. H. W.: Vier neue Pflanzenarten aus Brasilien Abh. 321 

So IIa Dr. Eüdiger Felix: Der Testaccio in Born, eine botanische Skizze Abh. 429 



Berichtigungen. 



Seite 377, Zeile 15 ff. von unten setze : 

Paläarktische Region 37 Arten (16 europäische) statt 23 (18 europäische) 



Orientalische „ 15 „ »,30 

Australische „ 7 „ »6 

Nearktische „ 31 „ »28 

Neotropische „ 17 „ „ 20 



im Ganzen mit den 16 Arten der äthiopischen Kegion 133 Arten. Rechnet man hiezu die 
6 in diesem Aufsätze beschriebenen, ferner die 3 äthiopischen Arten von Parapsammophila, 
einer Gattung, die ebenfalls mit Ammophila zu vereinigen ist, und endlich die 8 jüngst von 
Mocsäry (Hym. nov. eur. et exot. in Magy. Akad. Term. Ertek. vol. XIII, p. 11, 1883) 
beschriebenen paläarktischen Arten, so ist die Gesammtzahl der bekaunten Ammophila- 
Arten 150. 

Seite 377, Zeile 8 von unten setze „bewegen sich nicht in" statt „bewegen sich in". 
Seite 377, Zeile 6 von unten setze „dolichodera" statt „macrocola u . 



vi 



Inhalt. 



Verzeichniss der Tafeln. 

Seite 

Tafel I— II. Nörner Dr. C: Beitrag zur Kenntniss der Milbenfamilie 

der Dernmleichiden 105 — 106 

„ III— V. Dräsche Dr. Richard v.: Revision der in der Nematoden- 
Sammlung des k. k. zoologischen Hofcabinetes befindlichen 
Original-Exemplare Diesing's und Mol in 's . . . 116—118 

„ V. Dräsche Dr. Richard v.: Ueber eine neue Synascidie (Pöly- 

clinoides diaphanum) aus Mauritius 122 

„ VI— X. Bergh Dr. Rudolph: Beiträge zu einer Monographie der 

Polyceraden III 176—180 

„ XI— XIV. Dräsche Dr. Richard v. : Revision der in der Nematoden- 
Sammlung des k. k. zoologischen Hofcabinetes befindlichen 
Original-Exemplare Die sing 's und Mo 1 in 's . . . 215—218 

„ XV. Brunner v. Wattenwyl C: Ueber hypertelische Nach- 
ahmungen bei den Orthopteren 250 

„ XVI. Möschler H. B.: Beiträge zur Schmetterlings - Fauna des 

Kaffernlandes 310 

„ XVII. Waj gel Prof. Leopold: Die Zusammenziehung der zwei Arten 

von Petromyzon (P. Pianeri und P. fluviatilis) in Eine . 320 

„ XVII a— XVIII. Kohl Franz Friedrich: Neue Hymenopteren in den 

Sammlungen des k. k. zoologischen Hofcabinetes in Wien 386 

„ XIX. Dräsche Dr. Richard v.: Nematoden aus Testudo graeca . 330 

„ XX. Reitter Edmund: Beitrag zur Pselaphiden- und Scydmaeniden- 

Fauna von Java und Borneo 428 

„ XXI. Keyserling Graf Eugen: Neue Spinnen aus Amerika V. . 684 



Stand der Gesellschaft 

am Ende des 

Jahres 1883. 



X 



Protector : 

Seine k. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog 

Rainer. 



Leitung der Gesellschaft. 

Im Jahre 1884. 

Präsident: (Gewählt bis Ende 1885.) 
Seine Durchlaucht Fürst Josef Colloredo-Mannsfeld. 

Yicepräsidenteu: (Gewählt bis Ende 1884.) 

P. T. Herr Pelikan v. Plauenwald Anton, Freiherr (Präsid.- Stellvertreter). 
„ „ Brauer Dr. Friedrich. 
„ „ Low Dr. Franz. 
„ „ Mik Josef. 
„ „ Pelzeln August v. 
„ „ Wiesner Dr. Julius. 

SecretUre: 

P. T. Herr Rogenhofe r Alois Friedr. (Gewählt bis Ende 1888.) 
„ „ Beck Dr. Günther. „ „ „ 

Kechnungsfükrer: (Gewählt bis Ende 1888.) 
P. T. Herr Kaufmann Josef. 



Ausscliussr'äthe: * 
P. T. Herr Braun Heinrich. (Gewählt bis Eude 1884.) 

„ „ Brauer Dr. Friedrich. „ „ 

„ „ Brunner v. Wattenwyl Karl. „ „ 

„ „ Burgerstein Dr. Alfred. „ „ 

„ Claus Dr. Karl. „ 

„ „ Csokor Dr. Johann. „ „ 

„ „ Dräsche Dr. Richard Freiherr v. » » 

Z. B. Ges. B. XXXIII. b 



X 



Mitglieder. 



P. T. Herr Hauer Franz Ritter v. 

„ „ Kern er Dr. Anton Ritter v. 

„ „ Kornhub er Dr. Andreas v. 

„ „ Latzel Dr. Robert. 

„ „ Low Dr. Franz. 

„ „ Low Paul. 

„ „ Mik Josef. 

„ „ Pokorny Dr. Alois. 

„ „ Stur Dionys. 

„ Türk Rudolf. 

„ „ Vogl Dr. August. 

„ „ Wiesner Dr. Julius. 

„ „ Bergenstamm Julius Edler v. 

„ „ Haimhoffen Gustav Ritter v. 

„ „ Mayr Dr. Gustav. 

„ „ Ostermeyer Dr. Franz. 

„ „ Pelz ein August v. 

„ .. Reichardt Dr. Heinrich. 

„ „ Reuss Dr. A. Ritter v. 

„ „ T hürnen Felix Freiherr v. 

„ „ Bartsch Franz. 

„ „ Fuchs Theodor. 

n „ Kolazy Josef. 

„ „ Künstler Gustav. 

„ „ Müllner Michael F. 

„ „ Pelikan v. Plauenwald Anton Freiherr 

„ „ Steindachner Dr. Franz. 

h Wachtl Friedrich. 



(Gewählt bis Ende 1884. 



(Gewählt bis Ende 1885.) 



(Gewählt bis Ende 1886). 



Mitglieder, welche die Sammlungen der Gesellschaft ordnen: 

Die zoologischen Sammlungen ordnen die Herren: Kaufmann Josef, Kolazy 

Josef, Kreithner Eduard. 
Die Pflanzensammlung ordnen die Herren: Braun Heinrich, Müllner Michael, 

Ostermayer Dr. Franz, Zukal Hugo. 
Die Betheilung von Lehranstalten mit Naturalien besorgt Herr Josef Kolazy. 
Die Bibliothek ordnet Herr Franz Bartsch. 
Das Archiv hält Herr Paul Low im Stande. 

Amttdiener: 

H«-rr Frank Cornelius, VUL, Florianigasse 31. III. 



Mitglieder. 



Die Druckschriften der Gesellschaft werden überreicht: 

Im Inland e. 

Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Joseph. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Kronprinzen und Erzherzoge Kudol 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Karl Ludwi 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Victo 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Alb recht. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Josef Karl. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Wilhelm. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Rainer. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Heinrich. 
Seiner k. u. k. Hoheit dem durchl. Herrn Erzherzoge Ludwig Salvato 

Im Auslande. 

Seiner Majestät dem Kaiser von Deutschland. 10 Exemplare. 
Ihrer Majestät der Königin von England. 
Seiner Majestät dem Könige von Baiern. 4 Exemplare, 
Seiner königl. Hoheit dem Prinzen zu Sachsen-Coburg. 
Dem souverainen Johanniter-Orden. 



Subventionen für 1884. 

Von dem hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht. 
Von dem hohen niederösterreichischen Landtage. 
Von dem löbl. Gemeinderathe der Stadt Wien. 



XII Mitglieder. 



Mitglieder im Auslande. 

Die P. T. Mitglieder, deren Name mit fetter Schrift gedruckt ist, haben 
den Betrag für Lebenszeit eingezahlt und erhalten die periodischen Schriften 
ohne ferner zu erlegenden Jahresbeitrag. 



P. T. Herr Adams Arthur London. 

„ „ Adams Henri, Hann. Villas, Notting Hill (W.) . London. 

„ „ Agassiz Dr. Alexander, Director d. Museums N. A. Cambridge. 

„ „ Albini Dr. Josef, Caval., Universitätsprofessor . Neapel. 

„ „ Allman Dr. George James, Prof., 21 Manor PI. Edinburgh. 

„ „ Alvarez Dr. Louis, Prof. u. Director d. Mus. . Bahia. 

„ „ Andre Ed., Ingen., 21 Boul. Bretonier, Cöte d'or Beaume. 

„ „ An gas Georg Fr London. 

„ „ Angelrodt Ernst v., Missouri St. Louis. 

10 „ „ Ardis sone Fr., Prof. d. Bot. d. höh. Agric- Schule Mailand. 

„ „ Arnold Dr. Ferd., k. Appellationsr., Sonnen str. 7 München. 

„ „ Artzt A., k. Vermess. -Ingenieur, Voigtland . . Plauen. 

„ „ AsbjörnsenP. Christian, k. Forstmeister . . Christiauia. 

p ff Aschers on Dr. Paul, Prof. d. Bot. a. d. Univ. Berlin (SW.). 

„ „ Baden Dr. Ferdinand, Zahnarzt Altona. 

ff Bail Dr. Th., Prof. u. Director der Realschule Danzig. 

„ Bai Hon Ernst, Prof. an d. k. Forst- Akademie . St. Petersburg. 

„ Baillon H., Prof. d. Naturg. a. d. med. Fac. . Paris. 

„ „ Bain Dr. Mac, Marine -Arzt Edinburgh. 

20 n " Baird Spencer, Prof., Secr. der Smitsh.-Instit. Washington. 

v „ Balfour Dr. Hutton, Prof., 27, Moorleith Row. Edinburgh. 

Uall Valentin, Geolog, Trinity College . . . Dublin. 

„ „ Bamberger Georg, Apotheker, Schweiz . . . Zug. 

Barbej William, Canton Vaud, Schweiz . . . Vallegres. 

f, BarbozaJ. Rodriguez Rio- Janeiro. 

„ „ Barboza du Bocage Jos., Dircct. d. naturh. Mus. Lissabon. 

f, ff Bark er Dr. John, Mus. Coli, of Surgeon . . . Dublin. 

„ „ Bary Dr. A. de, Prof. d. Bot. a. d. Universität Strassburg. 

„ Baten H. W., Esq., 11. Carleton-Road (N.) . . London. 

30 * » Beling Theodor, Forstmeister am Harz . . . Seesen. 

„ „ Bellftrdl Dr. Luigi, Professor Turin. 

, Be ne den Eduard v., Univ.-Prof., Rue Nysten 26 Lüttich. 



Mitglieder. 



XIII 



P. T. Herr Bennet Dr. G., Esq Sidney. 

n „ BerchonDr. Ernest, Director (Gironde) . . . Pouillac. 

9 „ Berdau Felix, Prof. am Polytech. G. Lublin . Pulawy. 

„ „ Berg Dr. Carl, Universitäts-Professor .... Buenos-Ayres. 

„ „ Berggren Sven, Professor an der Universität . Upsala. 

„ „ Bergh Dr. Rudolf, Oberarzt, Storegade 19 . . Kopenhagen. 

„ „ B etta Edoardo, Nobile de Verona. 

4Q v „ Beuthin Dr. Hein., Steindamm 144 III. St. Georg Hamburg. 

„ „ Bignone Felix, Apotheker Genna. 

„ „ Bigot Jacques, Kne Cambon 27 Paris. 

„ „ Blanchard Dr. Emil, Professor, Mus. -Director Paris. 

„ „ Blanchet Ch Lausanne. 

„ „ Blasius Dr. Wilhelm, Director am zool. Museum Braunschweig. 

„ „ Blasius Dr. Rud., Stabsarzt a.D., Petrithor-Pr. 25 Braunschweig. 

„ „ Boek Christ., Prof. an der Universität .... Christiania. 

„ „ Bolivar Don Urrutia Ignazio, C. de Atocha 22 Madrid. 

„ „ Bommer Dr. J. E., Prof. d. Bot. u. Custos . Brüssel. 

50 9 „ Bonizzi Dr. Paul, Prof. an der Univers. . . Modena. 

„ „ Bonorden Dr. H. F., Rgts.-Arzt, R.-B. Minden Herford. 

„ „ Bonvouloir Comte Henri, Rue de TUniversite 15 Paris. 

„ „ B oute lou D. Esteb., Berg-Ingen., PI. d. S.Anna 17 Madrid. 

„ „ Bo wring John j., Esq London. 

„ „ Brandt Dr. Eduard, Prof. d. med.-chir. Lehranst. St. Petersburg. 

„ „ Branzda Dr. D., Prof. d. Botanik a. d.Universität Bukarest. 

„ „ Brehm Dr. Alfred Berlin 

„ „ Brendegani Vinc, Beet. d. Kirche St. Rochus Verona. 

„ „ Boschniak Nik., Vicar d. serb. Klosters in . Grabovacz. 

50 „ „ Bretschneider Dr. Ed., Arzt d. k. russ. Ges. Peking. 

„ „ Brot Dr. A., Professor, Malagnou 6 Genf. 

„ „ Bruce Dr. Samuel, 43, Kensington Gard. Sq. . London. 

„ B ruh in P. Th., Rev. Ohio, U.-St Columbus. 

„ „ Bruyn Arie Johannes de, Regimentsthierarzt . Zütphen. 

„ „ Buchenau Dr. Fr., Director u. Prof. d. Realsch. Bremen. 

„ „ Buchinger Dr. F., Director des "Waisenhauses Strassburg. 

„ „ Burmeister Heinrich, Einsbüttel, Eichenstr. 22 Hamburg. 

„ „ Burmeister Dr. Herrn., Dir. d. naturh. Mus. . Buenos-Ayres. 

„ „ Buse L. H., bei Arnheim, Niederlande. . . . Renkom. 

70 » „ Busk Dr. George, Burlington-house .... London. 

„ „ CabanisDr. Joh. Lud., ersterCustos amk. Museum Berlin. 

„ „ Canestrini Dr. Johann, Prof. an d.Universität Padua. 

„ „ Carp enter Dr. Will., 8, Queens-Rd., Primrose hill. London. 

„ „ Cartier Robert, Hochw., Pfarrer, Cant. Solothurn Oberbuchsiten. 

„ Carte Dr. Alex., Dir. of the Mus. R. Society . Dublin. 

„ „ Caruel Theodor, Professor der Botanik . . . Florenz. 



XIV 



Mitglieder. 



P. T. Herr Carus Dr. Victor v., Professor a. d. Universität Leipzig. 

„ „ Castracane degli Antelminelli, Franc. Conte . Eom. 

„ Chiari Gerhard Patter v., k. u. k. General-Consul Trapezunt. 

80 „ „ Cohn Dr. Ferdinand, Prof. d. Bot. a. d. Univ. . Breslau. 

„ „ Cogniaux Dr. A., Prof. b. Brüssel Jodoigne. 

B „ Coldham James G., Dir. of Christch. school. . Cawnpore. 

„ „ Co 11 et Kobert, Dr. phil., bei Christiania . . . Homansby. 

„ „ Colosanti Dr. Josef, Assist, d. Pathologie . . Eom. 

„ „ Conrad Paul, Schiffseapitän a. D Bremen. 

„ Conwentz Dr. H., Dir. d. westpreuss. Prov.-Mus. Danzig. 

„ „ Cox C. James, Dir. d. naturhist. Museums . . Sidney. 

„ Crepin Francois, Director des botan. Gartens . Brüssel. 

9 „ Crosse H., Rue Tronchet 25 Paris. 

90 v „ Cunha da Dr. Gerson, Director of asiat. soc. . Bombay. 

Dana James, Connecticut, N.-Am New-Haven. 

„ „ Davidson Dr. George, W., 13. Union-Place . Edinburgh. 

„ „ Davidson Thomas London. 

„ „De Candolle Alphons, e. Professor der Botanik Genf. 

„ „ Degenkolb Herin., Rittergutsbesitzer bei Pirna Rottwegendorf. 

„ „ Deshayes Dr. G. Paul, Prof., Place royale 18 Paris. 

„ „ Desnoyers Johanu, Bibliothecaire du Musee . Paris. 

„ „ Deyl Johann, Apotheker, Bosnien Travnik. 

„ „ Dingler Dr. Herrn., Custos d. k. Herbars . . München. 

100 „ » Do der lein Dr. Pietro, Prof. an der Universität Palermo. 

„ „ Doenitz Dr. Wilh., Assist, am naturhist. Mus. Berlin. 

„ „ Dohm Dr. Anton, Prof., Vorstand d. zool. Station Neapel. 

„ „ Dohm Dr. Heinrich, Stadtrath Stettin. 

„ „ Dohm Dr. Carl A., Präs. des entom. Vereines Stettin. 

„ „ Douglas J.W., Esq., 8 Beaufort gard., Lewisham London (SE.) 

„ „ Douille August, Marine -Wundarzt, Martinique St. Pierre. 

„ „ Drude Dr. Oscar, Prof. u. Director d. bot. Gartens Dresden. 

„ „ Du Rieu W. N., Conserv. an d. Bibliothek . . Leyden. 

„ „ Eden F. W. van Harlem. 

110 „ „ Edwards Harry Win., West-Virginien .... Coalburgh. 

„ „ Eiohler Dr. A. W., Prof. d. Bot. a. d. Univers. Berlin. 

„ „ Eidam Dr. Eduard, Assist, a. d. Lehrkanzel f. Bot. Breslau. 

„ Eliot Karl W., Prof. Boston. 

„ Ellenriedel Dr. C. v., Off. d. Gezondheit, Java Buitenzorg. 

„ Elliot Walter, Ilawik N. Ii., Schottland . . Wolfelee. 

Ellis J. B M Es<j.. New Jersey, U.-St Newfield. 

., Kmery Med. Dr. Carl, Univ.-Prol'essor . . . Bologna. 

n En gel im au n Dr. Georg, Prof., Nordamerika. . St. Louis. 

., Bn gl er Dr. Adolf, Prof. der Bot. an der Univ. . Kiel. 

190 R , IvrHclioH'Nikol., Wassili Oitroff 12. Ein. 15. Haus St. Petersburg. 



Mitglieder. 



XV 



P. T. Herr Esmark Lauritz, Vorstand d. naturh. Museums Christiania. 

„ „ Eulenste in Dr. Theodor Dresden. 

„ „ Fahrer Dr. Johann, k. Stabsarzt München. 

„ „ Fairraaire Leon, Directeur de l'höpital St. Louis Paris. 

„ „ Falk Dr. Alfred, Professor an der Universität . Lund. 

„ „ Famintzin Dr. A.. Professor St. Petersburg. 

„ „ Fanzago Filipp, Prof. d. Zool. a. d. Universität Sassari. 

„ „ Farie James, Secr. geol, Soc. Andersonian Univ. Glasgow. 

„ „ Fatio Dr. Victor, Eue Massot 4 (N.) . . . . Genf. 

130 „ „ Fauvel Albert, Secr. Soc. franc. d'Entom. . . Caen. 

„ „ FerreiraMan.Lag., Vice-Präsesd.hist.-geog.Inst. Rio Janeiro. 

„ „ Finsch Dr. Otto, Director am naturh. Museum Bremen. 

„ „ Fischer v. "Waldheim Dr. Alex., Prof. d. Botan. Warschau. 

„ „ Fischer Dr. Karl. pr. Arzt Sidney. 

„ „ Flügel Dr. Felix Leipzig. 

„ „ Förster Dr. Arnold, Prof. a. d. höh. Bürgersch. Aachen. 

„ „ FolinF. Marquis de, Praes. soc. d. scienc. et artes Bayonne. 

„ „ Fontaine Cesar, Naturalist, Prov. Hainaut . . Papignies. 

„ „ Fontaine Julius de la, Cons. du Musee belg. Univ. Gent. 

140 „ „ Forei Dr. August, Dir. d. Irrenanst. Burghölzle b. Zürich. 

„ „ Forst Gr., Kaufmann Halberstadt. 

„ „ Fournier Dr. Eug., Ge'n. See. d. soc. bot. . . Paris. 

„ „ Frass Dr. Oskar Fr., Professor, Urbanstr. 13 . Stuttgart. 

„ „ Frey Dr. Heinrich. Prof. a. d. Universität . . Zürich. 

„ „ Frey-Gessner Emil, Mus.- Cust v RueDecandolle Genf. 

„ „ Fries Th. M., Professor a. d. Universität . . Upsala. 

„ „ Friestadt R. F., Adjunct an der Universität . Upsala. 

„ „ Frietze R., Apotheker, Reg.-Bez. Oppeln . . Rybnik. 

„ „ Garcke Dr. Aug., Prof. u. Cust. am k. Herbar Berlin. 

150 » » Gemminger Dr. Max, Adjunct am zool. Mus. München. 

„ „ Gerard W. K. Esq.. 4 Waverley Place U.-S. . New- York. 

„ „ Gernet Karl, R.v.,k.r. Geheimrath, Haus Lissitzin St. Petersburg. 

„ „ Gerstäcker Dr. Adolf, Prof. d. zool. Universität Greifswald. 

„ „ Goebel Dr. Carl Strassburg. 

» » Göppert Dr. Heinr. Rob., geh. Med.-Rath u. Prof. Breslau. 

„ „ Gobert Dr. Emil, Naturalist, Dep. Landes . . Mont-de-Marsan. 

„ „ GonzenbachJ. Guido, Professor Smyrna. 

„ „ Graells, D. Mariano de la Paz, Dir. d. z. Mus. Madrid. 

„ „ Grathwohl Wilhelm Fidelis, Grosshändier . . München. 

160 „ » Gray As a, Prof. a. Haward College, N.-Am. . Cambridge. 

„ „ Grönland Dr. J., b. Jüterbog, landw. Akademie Dahme. 

„ „ Grote Radcliffe A., Curat, of nat. sc, N.-Am. . Buffalo. 

„ „ Günther Dr. Albert, Direct. am brit. Museum London. 

„ „ Guillaud Dr. A., Prof. agrege ä la fac. de med. Montpellier. 



XVI 



Mitglieder. 



P. T. 



170 



180 



190 



Herr Guir ao D. Angel, y Navarro, Prof., C. del Prado 24 Madrid. 

„ Haast Dr. Julius, Director des Canterbury Mus. Christ Church. 

„ Haberhauer Josef, Naturalist Taschkend. 

„ Haeckel Dr. Ernst, Prof. d. Zool. a. d. Univ. . Jena. 

„ Hagen Dr. Hermann, Prof. am Mus. zu Boston Cambridge. 

„ Halfern Friedrich v., bei Aachen Burtscheid. 

„ Hance Dr. M. H. F., Esq., Vice-Consul . . . Whampoa. 

„ Hanley Syl., Hanley-Road 1. Hoarseway Bise . London. 

„ Hans Wilhelm, Lausitz Herrenhut. 

„ Harold Edgar Freiherr v., Barrerstrasse . . . München. 

„ Hart mann Karl, Schweden Oerebro. 

„ Harz Dr. Carl, Prof. d. Centr.-Thierarzneischule München. 

„ Haskins Dr. Alfred L., 98, Boylston Street . Boston. 

„ Hasskarl Dr. J. K., Rheinpreussen .... Cleve. 

„ H a u s e r F., k. Lieut. i. I. Fuss- Artill.-Reg. Bothmer Ingolstadt. 

„ Haussknecht Dr. Karl, Prof. der Botanik . . Weimar. 

„ Heaphy Ch. D., Ingenieur Auckland. 

„ Hedemann Wilhelm v., Galernaja 46, Kwoit 17 St. Petersburg. 

„ Hedenus Th., Apotheker bei Leipzig .... Neuraudnitz. 

„ Heldreich Dr. Theodor v., Dir. d. bot. Gartens Athen. 

„ Heller v. Hellwald Friedr., Red. d. „Ausland" Stuttgart. 

„ Herder Dr. F. v., Bibliothekar a. k. bot. Garten Petersburg. 

„ Heurck Henri v., Professor Antwerpen. 

„ Heuser Dr. P., Diakonissenhaus- Arzt, Westphal. Bielefeld. 

„ Heyden Dr. Luc. v., Schlossstr. 54, Bockenheim b. Frankfurt a. M. 

„ Heynemann F Frankfurt a. M. 

„ Hie n dlm ay r Ant., Kaufm., Schwanthalerstr. 10/3 München. 

, Hieronymus Georg E., Prof. der Univers. Arg. Cordova. 

„ Hildebrand Dr. F., Prof. d. Botanik, Breisgau Freiburg. 

„ Hille Dr. Louis, Hessen Marburg. 

„ Hoeme Alfons, Villa Elisabeth, bei Dresden . Ob.-Blasewitz. 

Hoffmann Dr. Hermann, Prof. d. Botanik . . Giessen. 

Holmgren Aug. Emil, Prof. der Forstschule . Stockholm. 

Holzner Dr. Georg, k. Prof., b. Freising. . . Weihenstephan. 

Homcyer Ferd. Eugen v., Pommern .... Stolp. 

Hopffgarten Georg Max Bar. v., b. Langensalza Mülverstedt. 

Humbert Alois v., 11 nie de THötel de Ville . Genf. 

Huxley Dr. Thom. Henry, Prof., Royal Institut London. 

lrigoya Don Simon, Director des Museums . Lima. 

„ Jablonski Max, Gutsbesitzer Berlin. 

„ Jäckel Johann, Pfarrer, Baiern Windsheim. 

„ Janisch Karl, Hüttendirect., bei Seesen, Harz . Wilhelmshtitte. 

„ .Inniii Josef, k. u. k. Consular- Agent .... Bombay. 

Jeffreys J. Gwyn, 25 Devonsh. Porti. Place . London. 



Mitglieder. 



XVII 



P. T. Herr Jessen Dr. Karl, Prof. d. Bot. an der Universität Berlin. 

210 „ » Jonsson Job., a. d. Universität Upsala. 

„ „ Joseph Dr. Gustav, Docent, Neue Antonienstr. 6 Breslau. 

„ „ Just Dr. Leopold, Prof. a. Polytechnicum . . Karlsruhe. 

„ „ Kahil Constantin, k. u. k. österr. Vice-Consul . Damiette. 

„ „ Keferstein Adolf, p. k. Gerichtsrath .... Erfurt. 

„ „ Keyserling Graf Eugen Gross- Glogau. 

„ „ Kinberg Job. Gustav, Prof. Stockholm. 

„ „ Kir chenp au er Dr., Senats-Präsident u. Bürgerin. Hamburg. 

„ „ Kirchner Dr. Oskar Hohenheim. 

„ „ Kirsch Th., entom. Custos d. zool. Museum . Dresden. 

220 » ,, Koch Dr. Ludwig, prakt. Arzt Nürnberg. 



„ „ Koch Dr. Ludwig, Professor d. Universität . . Heidelberg. 

„ „ Kock J. v., k. Major, Gelderland bei Nymwegen Hess. 

„ „ Koepert Otto, stud. rer. nat., grosse Wallstr. 9 Halle a/S. 

„ „ Koerber Dr. G. W., Prof. a. d. Universität . Breslau. 

„ „ Kölliker Dr. Albert v., Prof. an der Universität Würzburg. 

„ „ Kör nicke D. Friedr., Prof., bei Bonn .... Popelsdorf. 

„ Kraatz Dr. G., Vorst, d. ent. V., Linkotr. 28 (W.) Berlin. 

„ „ Krauss Dr. Ferd., Prof., Director d. k. z. Museums Stuttgart. 

„ „ Krauss Dr. Hermann, prakt. Arzt, Hafnerg. 3 . Tübingen. 

230 » » Kraus Dr. M. C, Baiern, b. Ansbach .... Triesdorf. 

„ „ Kriechbaum er Dr. Josef, Adj. a. k. zool. Mus. München. 

„ „ Krüper Dr. Theobald, Custos am Museum . . Athen. 



„ „ Kubary Johann C Hamburg. 

„ „ Kühn Dr. Julius, Dir. d. landw. Instituts, Geh. Rath Halle a/S. 

„ „ Kuhn Dr. Max, Louisenstrasse 67 (NW.) . . . Berlin. 

„ „ Kuntze Dr. Otto, Eutritsch 197 bei .... Leipzig. 

„ „ Laboulbene Alexander, Prof., Rue de Lille 11 Paris. 

„ „ Lan derer Fr. X., Apotheker Athen. 

„ „ Lange v., Hofr., Chef der Telegraphen- Station . Odessa. 

240 „ „ Lanzi Dr. Matteo, Primararzt Rom. 

„ „ Layard E., Secretär, Südamerika Para. 

„ „ Lea Isaac, Präsid. d. Acad. of nat. scienc. . . Philadelphia. 

„ „ Le Cointe Tlieophil, Belgien Lesines. 

„ „ Leder Hans, Naturalist, Elisabethpol, Caucasus . Helenendorf. 

„ „ Lefevre Theodor, Ingenieur, Rue de Pont neuf 10 Brüssel. 

„ „ Leibold Dr. Friedrich, Apotheker Santiago. 

„ „ Leidy Dr. Josef, Professor d. Universität . . . Philadelphia. 

„ „ Le Jolis Auguste, Präs. d. nat.-hist. Vereines . Cherbourg. 

„ „ L etzner K., Hauptlehrer, Nicolaistrasse . . . Breslau. 

250 » » Leuckart Dr. Rudolf, Hofr., Prof. d. Universität Leipzig. 

„ „ Leuthner Dr. Franz, Lehrer d. Naturwissenschft. Basel. 

„ „ Lichtenstein J., Boulv. jeu de Paume 243 . . Montpellier. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. C 



Mitglieder. 

Herr Lilljeborg Dr. Wilh., Professor d. Universität Upsala. 

„ Lindberg Dr. S. 0., Prof., Finnland .... Helsingfors. 

„ Lindeman Dr. Eduard R. v., Hofrath, Professor Odessa. 

„ L inhart Dr. Wenzel, Professor Würzburg. 

„ Lischke Dr. C. E., geh. Ob.-Regier.-Rath . . Elberfeld. 

„ Lob scheid Dr. W. S., b. Bunzlau, Pr.-Schlesien Gnadenberg. 

„ Log an M. Thomas, Esq., Californien .... Sacramento. 

„ Loscosy Bemal, Senor Don, Spanien . . . Castel Serao. 

„ Loven Dr. S., Professor Stockholm. 

„ Low Dr. Ernst, Dessauerstr. 5. Berlin. 

„ Lütken Dr. Chr. Friedr., Insp. d. zool. Museums Kopenhagen. 

Mac Lachlan Rob., Westview Clarendon K., 

Lewisham London (SE.). 

„ Magnus Dr. Paul, Professor, Bellevuestr. 8 . . Berlin. 

Malinovsky v., kais. türk. General .... Constantinopel. 

„ Malz ine F. de, Rue de Moulin 11 Brüssel. 

„ M a n d e r s t j e r n a Alex, v., k. General, b. Warschau Radom. 

„ Manzoni Dr. Angelo, bei Bologna Lugo. 

„ Marchai E., Conservator am botanischen Garten Brüssel. 

„ Marcusen Dr. Prof., k. Staatsrath, Lüttichaust. 10 Dresden. 

„ M a r i o n A. F., Prof. d. Zool., Allee des Capucines 4 Marseille. 

„ Marsson Dr. Th Greifswalde. 

„ Martens Dr. Ed. v., Custos a. k. Mus., Professor Berlin. 

„ Martins Charles, Prof. und Dir. d. bot. Gartens Montpellier. 

„ Mayer Heinrich, Grosshändler Trondhjem. 

„ May et Valery, Professor Montpellier. 

„ Maximowicz Carl, Collegien-Rath St. Petersburg. 

„ Mazarredo D. Carlo de, Bergingenieur . . . Manila. 

„ Medem Niki., Freih., k. r. Gen. d. Artillerie . St. Petersburg. 

„ Meneghini Dr. Jos. Com., Professor d. Botanik Pisa. 

„ Mengelbier Wilhelm, Kaufmann Aachen. 

„ Merk Carl München. 

„ Meves W., am künigl. Museum Stockholm. 

Meyer Dr. Adolf Bernh., Direct. d. k. zool. Mus. Dresden. 

ff Meyer Dr. Carl, Assistent am eidgen. Polyt. . Zürich. 

Milne- Edwards Alph., Prof. a. naturh. Mus. . Paris. 

„ Mrtbius Dr. Karl, Prof. an der Universität . . Kiel. 

„ Mo eschler Hcinr. B., Bes. d. Kronförstchen b. Bautzen. 

„ Mo es ta Dr. Friedr., an d. Sternwarte, Chile . Santiago. 

„ Mühl Dr. H. a. Verein f. Naturkunde .... Cassel. 

„ Mohnike Dr. 0. G., Gesundheitsoffic, Java . Surabaja. 

„ Moller J. I)., bei Hamburg . Wedel. 

ff More A. G. Esq., royal Dublin society (Stdch.) Dublin. 

„ Moore Thom. J., F. L. Ph. S. Cur. a. Derby Mus. Liverpool. 



Mitglieder. 



XIX 



P. T. Herr Moquin - Tandon Dr. G., Prof. a. d. faculte d. sc. Besangen. 

„ „ Morawitz Aug., Cust. d. ent. Abth. d. zool. Mus. St. Petersburg. 

Morawitz Dr. Ferd., Wosnessensky-Prosp. 33 . St. Petersburg. 

„ „ Morren Ed., Prof. und Director d. belg. hört. . Lüttich. 

300 „ Mosling Svend, Adjunct an der Realschule. . Trondhjem. 

„ „ Motta Dr. Maia, Prof. der med. Facultät . . . Rio Janeiro. 

s „ Mousson Alb., Professor, Zeltweg Zürich. 

„ „ Müller Ernst, Pr.-Schlesien, bei Namslau . . Mittel -Wilkau. 

„ „ Müller Baron Dr. Ferdinand, Direct. d. bot. Gart. Melbourne. 

„ ., Müller Dr. Karl, Barfüsserstr. 8 Halle a/S. 

„ „ Müller Karl, Rector a. d. lat. Schule .... Trondhjem. 

„ „ Müller Dr. N. J., Prof. d. Forst- Akademie . . Minden. 

„ Naegeli Dr. Heinrich, prakt. Arzt ..... Rio Janeiro. 

„ „ Nägeli Dr. Karl, Prof. d. Bot. a. d. Universität München. 

310 „ „ Naumann Alexander, Sachsen Zittau. 

„ „ Neubauer Joh., S. J. Nordwood, Australien . Adelaide. 

„ n Noerdlinger D.H.. p. Ob. -Forstrath, Professor Hohenheim. 

„ „ Nolcken Baron J. H. W., Halwichshof, Curld. b. Friedrichstadt. 

„ „ Nylander Dr. Wilhelm Paris. 

„ Oehl E., Dr. d. Med., am Collegium Ghislieri . Pavia. 

„ „ Oertzenv. Eberhard Athen. 

„ „ Ornstein Dr. 'Bernard, Chefarzt d. gr. Armee . Athen. 

„ „ Osteii-Saclieii Karl Robert, Freih. v., Wredeplatz Heidelberg. 

„ OnlianiniB., Soc. des amis d. nat. (p. H.L. Kittler) Moskau. 

320 „ „ Owen Richard, Esq., Professor London. 

„ „ Packard Dr. A. S., Prof., Rhode Island, N.-Am. Providence. 

„ „ Palmen Dr. Johann Axel, Prof. a. d. Univ. . . Helsingfors. 

„ „ Pancic Dr. Josef, Prof. d. Naturg. d. Hochschule Belgrad. 

„ „ Pardozy Sastron, Senor Don Castellote. 

„ „ Pasqual e Josef, Prof., Strada anticilia 13 . . Neapel. 

„ „ Passerini Dr. Giov., Prof. d. Bot. a. d. Univ. Parma. 

„ „ Patze C. A., Stadtrath und Apotheker. . . . Königsberg. 

„ „ Paulsen Don Ferd., Chile Santiago. 

„ „ Pavesi Dr. Peter, k. Professor an der Universität Pavia. 

330 „ „ PeckCh.H., Esq., State Botanist, New-York, U.-St. Albany. 

„ ., Pereira Dr. Jose, Secretär d. k. med. Akademie Rio Janeiro. 

„ „ PerezArcas, Don Laur., Prof. der Zoologie . Madrid. 

„ „ Perty Dr. Max, Professor Bern. 

„ „ Peters Wilhelm, b. A. Hirschwald, Buchh. . . Berlin. 

„ „ Pfeffer Dr. W., Prof. d. Botanik Tübingen. 

„ P fitz er Dr. Ernst, Prof. d. Botanik .... Heidelberg. 

„ „ Philippi Dr. R. A., Prof. und Direct. a. Museum Santiago. 

„ „ Pirazzoli Eduard, k. Major a. D Imola. 

„ „ Prantl Dr. Karl, Prof. d. Bot. a. d. Forstlehranst. Aschaffenburg. 

c* 



XX 



Mitglieder. 



340 P. T. Herr Prendhomme de Borre Alfred, Secr. soc. ent. Brüssel. 

„ „ Pringsheim Dr. N., Prof., Bendlestr. 13 (W.) . Berlin. 

„ „ Pul lieh Dr. Georg, Hochw Rom. 

„ „ Purchas Arth., G. Rever Auckland. 

„ „ Puton Dr. A., Departement Vosges Remiremont. 

„ „ Puxty W. C, Lehrer a. Erdington Orphanage . Birmingham. 

„ „ Rad de Dr. Gustav, Staatsrath, Direct. des k. Mus. Tiflis. 

„ „ Radlkofer D. Ludw., Prof. d. Bot. a. d. Univ. München. 

„ „ Ramsay Eduard Prirson, Esq., Curator of Mus. Sidney. 

„ „ Ransonnet Eug. Freih., k. k. Leg.- Secr. a. D. München. 

350 „ „ Raskovich Michael, Prof. an der Hochschule . Belgrad. 

„ „ RavenelH. W., Esq., Süd-Carolina .... Aiken. 

„ „ Reess Dr. Max, Prof. d. Botanik a. d. Univers. Erlangen. 

„ „ Regel Dr. Eduard, Direct. d. k. botan. Gartens Petersburg. 

Rehm Dr. H., k. Gerichtsarzt Regensburg. 

„ „ Reinh ard Dr. H., g.Ob.-Med.-Rath, Johannisg. 14 Dresden. 

„ „ Reinhardt Dr. Otto, Ob. -Lehr., Oranienstrasse 45 Berlin. 

„ Rein seh Dr. Paul Friedrich, Univ.-Docent . . Erlangen. 

„ ., Renard Dr. Carl v., Vicepräsidentd. nat.Gesellsch. Moskau. 

Reuter Dr. Otto Moranal, Univ.-Prof., Finnland . Helsingfors. 

|60 Rey Dr. E., Naturalist, Flossplatz 9 Leipzig. 

„ Ribbe Heinrich, Naturalist, bei Dresden . . . Blasewitz. 

„ „ Richiardi Dr. Sebast., Prof. d. Naturg. d. Univ. Bologna. 

v „ Roberts Dr. Alfred, Esq Sidney. 

„ ., Robertson David, 4, Regent Park terrace . . Glasgow. 

„ „ Roffiaen Francois, Vicepräs. d. malac. Gesellsch. Brüssel. 

Röder Victor von, Oekonom, Herzogth. Anhalt Hoym. 

v „ Römer Dr. Ferd., Prof. an der Universität . . Breslau. 

„ Röslei Dr. Carl Friedr. Herm rf Japan. 

, ., Ross D. Milton, AI. Esq., Canada Toronto. 

370 „ Rüppel Dr. M. Ed Frankfurt a/M. 

„ ., Iiiitimeyer-Frankhausen Karl L., Professor Basel. 

^ „ Rutot A., p. Staatsbahn-Ingenieur Brüssel. 

^ ., Sabatier Dr. Med. Armand, Prof. Zoolog. . . Montpellier. 

Saccardo Pierre Andrea, Prof. d. Botanik . . Padua. 

Sachsl Leopold, k. u. k. Vice-Consul .... Philippopel. 

„ Sadebeck Dr. Rieh., Prof., Ober-Bergfelde 16a Hamburg. 

„ Sand berger Dr. Fridolin, Prof. d. Mineralogie Würzburg. 

r Sander Dr. Julius, Arzt an der Charite . . . Berlin. 

Sars Dr. G. Ossian, Professor Christiania. 

380 h n San nders Sidney Smith Sir, Gatstone . . London (SB.). 

» Saussurc Henri de, City 24, Tertasse . . . Genf. 

„ S chäf fr; r Ignaz Ritter v., k. u. k. Gesandter . . Washington. 

„ Schenk Dr. A., p, Bofrath und Prof. d. Botanik Leipzig. 



Mitglieder. 



XXI 



P. T. Herr Schieferdecker, Dr. der Med., Sanitätsrath . Königsberg. 

„ „ Schierbrand Curt Wolf v., 2. I. Johannisplatz Dresden. 

r, „ Schiff Dr. Moriz, Prof. a. d. Hochschule . . Florenz. 

„ „ Schilling Hugo, Naturalist Hamburg. 

„ „ Schiödte J. C, Prof. u. Custos am k. Museum Kopenhagen. 

„ Schliephake Dr. K., Fab.-Dir., Thür. b. Osterfeld Waldau. 

390 r, n Schmeltz J. D. E., Conservator am ethn. Mus. Leyden. 

„ „ Schmid Anton, Privat Eegensburg. 

„ „ Schmid Dr. J. F. Julius, Dir. d. Sternwarte . Athen. 

„ „ Schmitz Dr. Friedrich, Docent d. Botanik, Univ. Halle a/S. 

„ „ Schnabl Dr. Johann, Krakauer Vorstadt 63. . Warschau. 

„ „ Schneider W. G., Dr. phil Breslau. 

„ „ Schnitzer Dr., Sanitätsarzt, Albanien .... Antivari. 

„ „ Schroeter Dr. J., k. Oberstabsarzt Rastatt. 

„ „ Sch übler Dr. Christ. Fried., Dir. d. bot. Gart. Christiania. 

„ v Schüch Dr. G. de Capanema, Professor, geh. Rath Rio Janeiro. 

400 „ „ Schwager Conrad, k. Geolog, Marsstrasse 37 . München. 

„ „ Schweinfurt Dr. Georg, Professor Cairo. 

„ „ Sclater Ph. Luttley, Secr. zool. Soc. Hannov. Sq. London. 

„ „ Scott John, 37, Manor Grove Lee London (SE.). 

„ „ Scott Robert Henry v., Scr. R. geol. S. of Irl. Dublin. 

„ „ Scudder Salomoii, Harvard College, U.-St. . . Cambridge. 

„ „ Seebold Th., Ingenieur b. Krupp Bilbao. 

„ „ Segeth Carl Dr., Arzt, Chile Santiago. 

„ „ Seidel C. F., Seminarstrasse 6 Dresden. 

„ „ Seidlitz Dr. Georg, Docent d. Anat. a. der Univ. Königsberg. 

410 „ » Selys Longchamps Bar. de, Sen., Mitgl. d. Akad. Liege. 

„ -„ Semper Dr. Carl, Prof. an der k. Universität . Würzburg. 

„ „ Semper Georg, van der Schmissen- Allee 5 . . Altona. 

„ „ Seoane de Lopez Dr. Vict., Advocat, Span. Galiz. Coruna. 

„ Sharp ey Will., 33 Woburn PI., Rüssel Sq. 80 London. 

„ Siebold Dr. Theod. v., k. Hofr., Prof., Karlstr. 1 München. 

„ „ Sign or et Dr. Victor, Rue de Rennes 46 . . . Paris. 

„ „ Simonsen Carl Ludw., Adj. an der Realsch. . Trondhjem. 

„ „ Skinner Maj., Grosvenor Place England . . . Bath. 

„ „ Smirnoff Michael, Schulrath, Hahnstr. 24 . . Tiflis. 

420 „ Frau Smith Anna Maria, Road Clifton Bristol. 

„ Herr Sodiro P. Alois S. J., Prof. d. Bot., Ecuador . Quito. 

„ „ Sohst C. G., Fabriksbes., grüner Deich 77 . . Hamburg. 

„ „ Solla Dr. Rüdiger Felix, d. Z. Assist, a. bot. Gart. Messina. 

„ „ Solms-Laubach Dr. Her. Graf, Prof. d. Bot. Göttingen. 

„ „ Sorauer Dr.Paul,Dirig.d.pflanz.-phys.Versuchsst. Proskau. 

„ n Sousa Jose Augusto de, am Museum zu . . . Lissabon. 

„ Frau Soutzo Marie Fürstin, Durchl., Moldau . . . Henzeschti. 



XXII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Spängberg Dr. Jacob, Lehrer am Gymnasium Sundsvall. 

„ Spegazzini Dr. Carlo, Assist, a. bot. Garten . Buenos- Aires. 

430 „ „ Speyer Dr. Adolf, Hofrath, Fürstenth. Waldeck Rhoden. 

„ „ Speyer August, Fürstenthum Waldeck . .. . Arolsen. 

„ Staes Cölestin D., Rue des deux dglises, 28 . Brüssel. 

,, „ Stainton Henry, Mountsfield Lewisham bei. . London (SE.). 

„ „ Stangenwald Dr. Hugo, Sandwichs-Ins. . . Honolulu. 

„ r Staudinger Dr. Otto, Villa Diana bei Dresden Blasewitz. 

„ „ Stearns Robert E. C S. Francisco. 

„ „ Steenstrup Dr. J. Japetus Sm., Museal-Director Kopenhagen. 

„ „ Steiner Leon v., Dr. d. Med Bukarest. 

„ „ Stierlin Gustav, Dr. d. Med SchafFhausen. 

440 n « Strassburger Dr., Prof. d. Bot. a. d. Univers. Bonn. 

„ „ Strobel Pelegrino v., Univers. -Professor . . . Parma. 

„ „ S tu der Dr. Bernhard, Professor, Inselg. 132 . Bern. 

„ „ Sullivant William S., Ohio, Nordamerika . . Columbus. 

„ Sur in gar Dr. W. F. R., Rector Leyden. 

„ M TaczanowskyL., Conservator am Museum . Warschau. 

„ „ Targioni-Tozzetti Cav. Adolf, Univ.-Prof. . Florenz. 

„ „ Teixeira Dr. Carlos, pr. Arzt Rio Janeiro. 

n ff TerraccianoDr. Nicolo, Dir. d. k. Gart, zu . Caserta. 

„ „ Thomas Dr. Friedr., herzogl. Professor, b. Gotha Ohrdruff. 

450 „ „ Thomas Richard, Fabr.-Dir., Haus Maluschin Moskau. 

T h o in s e n Allen, Prof., 3 College Court., High-Str. Glasgow. 

Thor eil Dr. Tamerlan, Prof. a. d. Universität . Upsala. 

„ „ Todaro Agostino, Prof., Dir. d. bot. Gartens . Palermo. 

n Trail Dr. Jam.H.W., Univ.-Prof. d. Bot, Schottld. Aberdeen. 

Turner Wil., M. B., Univ.-Prof. d. Anat. . . . Edinburgh. 

„ Tyermann John S., England Falmouth. 

„ „ Uechtritz R. v., Klostergasse le Breslau. 

„ „ Ungern-SternbergDr. Franz Freih. v., Prof. Dorpat. 

„ „ Urban Dr. J., 1. Assist, a.bot. Garten, Potsdstr. 750 Berlin (W.). 

Uricoechea D. Ezech., Präs. d. naturw. Ges. . St. Fe de Bogota. 

„ „ Verrall 0. H., Sussex Lodge, England . . . Newmarket. 

„ „ Veth Moriz, P'abriksbesitzer, Fürstenth. Reuss . Gera. 

„ „ Vincent G., Conservator a. naturhist. Museum Brüssel. 

Vitorchiano P. Angelico da, apost. Missionär. Tinos. 

„ r Vogt Karl, Professor Genf. 

Volger Dr. Otto, Professor Frankfurt a. M. 

Vallerfl Dr. D., Univ.-Prof. u. geh. Studienrath Giessen. 

Wallace Alfr., Kussel Esq., Frith Hill Godalrniog London. 

„ „ Waltl Dr., Professor Passau. 

470 n Warrning Dr. Eugen, Univernitäts-Professor . Kopenhagen. 

p n Weddel Hektor A Poitiers. 



Mitglieder. 



XXIII 



P. T. Herr Weinland Dr. Fr., Württemberg Esslingen. 

„ „ Weisbach Dr. August, k. k. Regimentsarzt und 

Director des österr.-ungar. National- Spitals . Constantinopel. 

„ „ Weissflog Eugen, Strehlener-Strasse 7 . . . Dresden. 

„ „ Wenzel Hugo, k. Schulinspect, Kröben, Posen. Rawitsch. 

„ „ West Tuffen London. 

„ „ Westerl und Dr. Karl Agardh, Schweden . . Ronneby. 

„ „ We s t wo od John Obadiah, Prof. a. d. Universität Oxford. 

„ „ Weyers Josef Leopold, Rue Laeken 51 . . . Brüssel. 

480 „ „ White Buchnan, Esq., Annat Lodge .... Perth. 

„ Wilde Sir Will., Vice-Präs. of the Irish Acad. Dublin. 

„ „ Winkler Moriz, bei Neisse Giesmaunsdorf. 

„ „ Winnertz Johann Crefeld. 

„ „ Wocke Dr. M. T., Klosterstrasse 87b . . . . Breslau. 

„ „ Wood-MasonJ., Esq., Curator Ind. Museum . Calcutta. 

„ „ Woronin Dr. M., Professor St. Petersburg. 

„ Wright Dr. Percival, Prof. d. Bot., Trinity Coli. Dublin. 

„ „ Wulp F. M. van der, Princes Marie straat 14 . Haag. 

„ „ Zabdo Alfons Graf Italien. 

490 „ „ Zickendrath Dr. Ernst, Haus Siegle, Butirki b. Moskau. 

„ n Zimmermann Dr. Her., Bürgerschul-Lehrer . Limburg a/L. 

n n Zirigovich Jakob, k. u. k. Vice-Consul . . . Adrianopel. 

493 „ „ Zwiedinek-Süde n hörst Jul. , Freiherr von, Constantinopel. 



XXIV 



Mitglieder. 



Mitglieder im Inlande. 



P. T. Herr Aberle Dr. Carl, k. k. Reg.-Rath, Bäckerstr. 8 . Wien. 

„ „ Adamovic Vincenz, Bürgerschul-Director . . Ragusa. 

„ „ AI scher Alois, städt. Lehrer, IL, Holzhauserg. 7 Wien. 

„ „ Altenberg Felic., Apoth., V., Margarethenstr. 75 Wien. 

„ „ Ambrosi Franz, Bibliothekar Trient. 

„ „ Anker Rudolf, bei Buda-Pest Mönor. 

„ „ Apfelbeck Victor, Slavonien Pakrac. 

„ „ Arenstein Dr. Josef, Gutsbesitzer Gloggnitz. 

„ n Arneth Alfr. v., k. k. Dir. d. geh. Staatsarch., Exc. Wien. 

10 „ „ Arnhart Ludwig, Volksschul-Lehrer, Steiermark Mürzsteg. 

„ „ Äusserer Dr. Antou, Prof. a. I. k. k. Staatsg3 r mn. Graz. 

„ „ Äusserer Carl, e. Professor, Steiermark . . . Lichtenwald. 

„ „ Aust Carl, k. k. Bezirksgerichts -Adjunct . . . Zell am See. 

„ „ Bachinger Aug., Prof. Land.-Real-Gymn., N.-Oe. Horn. 

„ „ Bachinger Isid., Prof., IX., Währingerstr. 66 . Wien. 

„ „ Bachofen Adolf von Echt, Bürgermeister, Nr. 68 Nussdorf. 

n „ Badini Graf Frz. Jos., k. k. Telegraphenbmt. . . Triest. 

„ „ Bau niler Johann A., Dürrmauththor 96 . . . Pressburg. 

„ „ Banowsky Raim., Cand. prof., IV., Louiseng. 14/11 Wien. 

20 n » B ann war thTheod. , Lithogr.,VIL, Schottenfeldg.78 Wien. 

„ „ Barbieux August, Fabriksbes., VI., Stumperg. 51 Wien. 

n „ Bartsch Franz, k.k.Fiu.-Ob.-Comm. ,111. Salmg. 14 Wien. 

„ „ Bartscht Ambros, k. k. Revid., Hauptstr. 40. II. Hernais. 

„ „ Beer Berthold, Stud. med., VIII., Lenaug. 2 . . Wien. 

„ „ Be ck Dr. Günther, Assist.a.bot.Hofcab.,Herreng.l4 Währing. 

„ n Benda Franz, Hochw., P. Provincial, VIII. . . Wien. 

„ d Bergenstamm Julius, Edl. von, IL, Tempelg. 8 Wien. 

n „ Be rm ann Josef, Kunsthändl., Gartenbauges. -Geb. Wien. 

n v Betzwar Dr. Anton, IV., Favoritenstrassel7.il. Wien. 

30 „ „ Bidsok Dr. Georg, k. k. Gymnas.-Prof., Mähren Strassnitz. 

„ „ Bilimek Dominik, Gustos des k. k. Museum . Miramare. 

„ „ Biro Ludwig, Eutomolog, k. Phylloxera-Iustitut Tasnäd. 

„ „ B i sc hi ii g Dr. Ant., Com.-Ob.-Realschul-Prof., IV. Wien, 

u Bittner Dr. Alex., III., Ob. Weissgärberstr. 14. IL Wien. 

y, „ Blasig Josef, Professor, III., Radetzkystr. . . Wien. 

„ Boehm Dr. Joief; k. k. Prof., VI1L, Skodag. 17 Wien. 

„ „ Bohatsch Albert, IL, Schreigasso 6 . . . . Wien. 



Mitglieder. 



XXV 



P. T. Herr Bohatsch Otto, V., Ziegelofengasse 3 . . . . Wien. 
„ „ Bonetta Ferdinand, suppl. Prof., St. Barbarag. 252 Finme. 
40 „ n Brauer Dr. Friedrich, Custos am k. k. zool. Hof- 

cab. u. Prof. d. Zool. an d. Univ., L, Wollzeile 23 Wien. 

„ „ Braun Heinrich, III., Hauptstrasse 8 . . . . Wien. 

d „ BreidlerJ., Architekt, Hubergasse 12 ... . Ottakring. 

„ „ Breitenlohner Dr. J., Prof. d.Hochsch. f. Bdcltr. Wien. 

„ „ Brosche Eduard, Sparcassebeamter Prag. 

„ „ Bruck Otto, Freih. v., b. österr.-ungar. Lloyd . Triest. 
*, „ Brunner v. Wattenwyl Carl, k. k. Minist.-Rath 

im Handelsminist., IV., Theresianumg. 25 . . Wien. 

„ „ Brunner Franz. Südbahn-Beamter Wien. 

„ „ Brusina Spiridion, Prof. u. Dir. d. zool. Museums Agram. 

„ „ Bubela Johann, Mähren (Lasky) Wsetin. 

50 „ „ Buchmüller Ferdinand, Privat, VII., Burgg. 108 Wien. 

„ „ Bunz Franz, Hochw., k. k. Feldcapl., p. Nabresina Comen. 

tt „ BurgersteinDr.Alfred,Gymn.-Prof.,IX.,Hörlg.l5 Wien. 

„ „ Car Dr. Lazar, Adjunct am zoolog. Museum . Agram. 

„ ri Cassian Joh. Ritt, v., Dir. d. Dampfschiff-Ges. Wien. 

„ „ Celerin Dominik, Mag. Pharm., IV., Hauptstr. Wien. 
„ „ Chimani Dr. Ernst v., k. k. Stabsarzt. HL, 

Metternichg. 9 Wien. 

„ „ Chimani Carl, Exped.-Dir. k. k. Obersthot'.-Amt Wien. 

„ „ Christen Severin, P. Hochw., Gym. -Prof., Kämt. St. Paul. 

„ „ Chy zer Dr. Cornel, k. Physikus, Zerapliner Com. S. a. Ujhely. 

60 „ „ Cidlinsky Carl, k. k. Postofficial, II., Valeriestr. 4 Wien. 

„ Claus Dr. Carl, k. k. Prof. d. Zool., Hofrath . Wien. 

„ d Colloredo-Mansfeld, Fürst Josef zu, Durchl. . Wien. 

„ „ Conrad Sigmund, Hochw., IV,, Technikerstrasse 9 Wien. 

„ „ Csato Joh. v., Gutsbes. u. Vicegespann, Siebenb. Nagy-Enyed. 

„ „ Cserey Lucas Adolf, Gymn.-Professor .... Stuhlweissenburg 

„ „ Cserni Adalb., Prof. a. kath. Ob.-Gymn., Siebenb. Karlsburg. 

„ „ C so kor Dr. Johann, Prof. a. k. k. Thierarznei-Inst. Wien. 

„ „ Cypers Victor Landrecv von, bei Hohenelbe . Böhm.-Harta. 

„ „ Czech Theod. v., Dr. d. M., Ungarn, Cm. Szolnok Tasnäd Szantö. 

70 „ „ Cz ermak Johann, Hochw., Gymn.-Director, VITT. Wien. 

„ ^ CzermakWenzel,techn.Offic.a.k.k.mil.-geog.Inst. Wien. 

„ ff Czoernig Carl, Freih. v., k. k. Ober- Finanz-Rath Triest. 

„ Daday Dr. Eugen v., Doc. f. Zoologie a. d. Univ. Klausenburg. 

„ DallaTorre Dr. Carl v., Prof., Meinhardtstr. 12 Innsbruck. 

ff ff Damianitsch Martin, p. k. k. Gen.- Auditor, 

I., Elisabethstr. 9 1 Wien. 

ff ff Dautwitz Friedrich, k. k. Hofbau -Verwalter . . Schönbrunn. 

Dedecek Josef, Prof. d. Realschule, Karolinenthal Prag. 
b. xxxiii. d 



Ges. 



XXVI 



Mitglieder. 



P. T. Herr Demi Arnold, Dr. med., Hauptstrasse 3 . . . Hietzing. 

„ „ Deschmann Carl v., Custos am Landes-Museum Laibach. 

80 „ „ Deschmann Dr. Georg, Gymn.-Prof., Böhmen Prachatitz. 

„ „ Dewoletzky Rudolf, Stud. phil., IX., Wasag. 26 Wien. 

„ „ Doli Eduard, Eealschul-Direct., L, Ballgasse 6 . Wien. 

„ „ Dörfler Ignaz, k. k. Revid. d. F.- u. Dom.-Direct. Gmunden. 

„ „ Dorfinger Johann, bei Wien Nr. 28 ... . Salmannsdorf. 

„ „ Dorfmeister Vincenz, IX., Nussdorferstr. 25 . Wien. 

„ „ Dräsche Dr. Rieh. Freih. v.Wartinberg, Giselastr. 13 Wien. 

„ „ Dürr Julius, Handelsgärtner Laibach, 

„ „ Dzieduszycki Graf Wladimir, Franziskanerpl. 45 Lemberg. 

„ „ Eberstaller Josef, g. Kaufmann Kremsmünster. 

90 „ „ Eckhel Georg v., Grosshändler, Via di Vienna2 Triest. 

„ „ Effenberger Dr. Josef, prakt. Arzt .... Hietzing. 

„ Egg er Ed., k. k. Finanzcomm., III., Jacquing. 5 Wien. 

„ „ Egger Graf Franz, Kärnten, am Längsee . . . Treibach. 

„ „ Egger Graf Gustav, Kärnten, P. Launsdorf . . St. Georgen. 

„ „ Eggerth Carl, Badeinhaber, Gumpendorferstr. . Wien. 

„ „ Eggerth Carl j., Stud. med., VI., Dürerg. 14 . Wien. 

„ „ Ehrenberg Herrn., Buchh., III., Apostelgasse 12 Wien. 

„ „ EichenfeldDr.Mich.R.v., VIII., Josefstadterstr.il Wien. 

„ „ Eichler Wilh. Ritter v. Eichkron, k. k. Hofrath Wien. 

100 „ „ EmichGust.Rit.v.Emöke,k.Truchs.,Sebastianipl.7 Buda-Pest. 

„ „ Engerth Wilh. Freiherr v., k. k. Hofrath . . . Wien. 

„ „ Entz Dr. Geza, Prof. d. Zool. a. d. Univers. . Klausenburg. 

„ „ Erdinger Carl, Hochw., Domherr und Canonicus St. Pölten. 

„ „ Ettingshausen Dr. Const., Freih., k. k. Prof. Graz. 

„ E y s a n k v., Marienfels M., Apoth., Rothenthurmstr. Wien. 

„ „ FarraadyP. Martinian, Hochw., Provincial . . Pressburg. 

„ Fehlner Carl, III., Schützeng. 7— III .... Wien. 

„ Feichtinger Alex., Dr. d. Med., Stadt-Physik.. Gran. 

r Feiller Franz v., Privat, VII., Sigmundsg. 13 III Wien. 

HO „ n Fekete Fidelis v., Kapuziner-Ordens-Quardian . Totis. 

„ „ Felder Dr. Cajetan Freih. v., I., Schottengassel Wien. 

„ n Feuer Dr. David, Waiznerstrasse Buda-Pest. 

„ Figdor Gustav, Grosshändler, IL, Praterstr. 8 Wien. 

a „ Fiedler Leo, Cand. phil Wien. 

„ „ Finger Dr. Josef, e. Professor, Vm., Laudong. 31 Wien. 

„ n Finger Julius, Sparcassebeamtor, Hptstr. Nr. 68 Unter-Meidling. 

h fl Fischbach er Alois, Cooperator, III.,Weissgärber Wien. 

„ „ Fitz n er, fürstl. Reuss'scher Obergärtner, N.-Oe. Ernstbrunn. 

„ F o r s t e r Dr. Leop., Prof. a. k. k. Thierarz.-Institute Wien. 

120 „ „ Förster J. B., Chemiker, X., Laaerstrasse 20 . Wien. 

„ •• Frank Dr. Johann, Advocat, I., Operngasse 8 . Wien. 



Mitglieder. 



XXVII 



P. T. Herr Franz Carl, Dr. d. Med., Mähr., Post Zastawka Rossitz. 

„ „ Freyn Josef, Civil-Ingenieur, III., Karmeliterg. 21 Prag. 

„ „ Friedrich Dr. Adolf, Apoth., Schönbrunnerstr. Fünfhaus. 

„ „ Friesach Dr. Carl von, k.k. Prof., Strassoldostr.900 Graz. 

„ „ Fritsch Dr. Anton, Prof. u. Cust. a. naturh. Mus. Prag. 

„ „ Fritsch Josef, Privatier, Eichwaldthorstr. 16 . Teplitz. 

„ „ Frivaldszky Johann v., 1. Custos am Nat.-Mus. Buda-Pest. 

„ „ Fruwirth August, Gutsbesitzer, P. Lilienfeld . Freiland. 

„ „ Fruwirth Carl, IV., Technikerst. 9 Wien. 

„ „ Fruwirth Eduard, Eisenb.-Ingenieur Linz. 

„ ,. Fuchs Franz, Lehrer, N.-Oe., an d. March . . Zwerndorf. 

„ „ Fuchs Josef, k. Rath, III., Hauptstrasse 67 . . Wien. 

„ „ Fuchs Theodor, 1. Cust. a. k. k. Hofmin.-Cab. Wien. 

„ „ Fugger Eberh., Professor d. Ob.-Realschule . . Salzburg. 

„ „ Fürstenberg Friedr., Landgraf zu, Cardinal, Em. Olmütz. 

„ „ Gall Eduard v., erzherzogl. Secr., Favoritenstr. 18 Wien. 

„ „ GanderHieronym., Hchw., Pfarrer, P.Sillian, Tirol Inner- Vielgraten. 

„ „ G an glbauer Ludwig, Assist, a. k. k. zool. Hofe. Wien. 

„ „ Gauners dorf er Johann, Prof. d. Franc-Joseph. Mödling. 

„ „ Gebauer Jul., k. k. Kriegscomm.i.P., Kircheng. 80 Breitensee. 

„ „ Gerlach Benjamin, Hochw., Dir. d. Gymn. . . Stuhlweissenburg. 

„ „ Gl owacki Julius, Prof. a. Land.-Real-Gymnasium Pettau. 

„ „ Gobanz Alois, k. k. Forstverwalt., Fleimthal, Tirol Cavalese. 

„ „ Godeffroy Dr. Richard, Chem. des Apoth.-Ver. Wien. 

„ „ Goldschmidt Moriz, Ritt, v., I., Opernring 6 . Wien. 

„ „ Görlich Cajetan, Ober-Lehrer d. Volksschule . Hainburg a/D. 

„ „ Göth Friedrich, Mag. Pharmac, I., Am Hof 5 Wien. 

„ „ Gr ab acher Dr. Anton, k. k. Bezirksarzt . . . Krems. 

„ „ Grave Heinr., Civil-Ingen., Fünfhaus, Blütheng. 7 Wien. 

„ „ GräffeDr. Eduard, Inspector d. k. k. zool. Station Triest. 

„ „ G redler Vincenz, Hochw., Gymn.-Prof. u. Direct. Bozen. 

„ „ Gremblich Julius, Hochw., Gymn.-Prof., Tirol Hall. 

„ „ Grimus Carl R. v. Grimburg, k. k. Real- Prof. Bozen. 

, „ Grobben Dr. Carl, Doc. d. Zool., VIII., Laudong. 10 Wien. 

„ „ Grunow Albert, Chemik. d. Metallwfab., N.-Oe. Berndorf. 

„ „ Grzegorzek Dr. Adalb., Hochw., Probst . . . Bochnia. 

„ „ Gsangler Ant., Hochw., Rect. d. Piaristen- Colleg. Krems. 

„ „ G u gier Josef, k. k. Gymn.-Prof., VIII., Ledererg. 8 Wien. 

„ „ Haberler Frz. Ritter v., Dr. jur., I. /Bauernmarkt 1 Wien. 

„ „ Hab ich Otto, Fabrikant, Stiftsgasse 64 . . . Hernais. 

„ „ Hackel Eduard, Gymnasial-Professor .... St. Pölten. 

„ „ Hacker P. Leopold, Hchw., Pfarrer, Post Kottes Purk, N.-Oe. 

„ „ Hack spiel Dr. Jos., k. k. Gym.-Dir., Altstadt . Prag. 

„ „ Hagenauer Franz, I., Bäckerstr. 4 Wien. 

d* 



XXVHI 



Mitglieder. 



Wien. 
Wien. 
Wien. 
Wien. 
Wien. 
St. Pölten. 



Buda-Pest. 

Graz. 

Baden. 

Wien. 

Eperies. 

Wien. 



P. T. Herr Haider Dr. Joh., k. k. Stabs-Arzt a.D. . . . Znaim. 

„ „ Haimhoffen Gustav Ritt. v. Haina, k. k. Reg.-Rath 
u. Dir. d. Minist.-Zahlamtes, VII., Breiteg. 4 . 

„ „ Haläcsy Eugen von, Dr. med., VII, Spindlerg. 1 

„ „ Haller Carl, Dr. med., k. k. Regierungsrath 

170 „ „ Hampe Dr. Clemens, I, Herrengasse 6 . . . 

„ „ Handlirsch Adam, III., Heugasse 1 . . . . 

„ „ Handtke Robert, Prof. des Landes-Proseminars 

„ „ Hanel Alois, Dechant, Böhmen Saaz. 

„ „ Hanf Blasius, Hchw., Pfarrer, P. Neumarkt, Ob.-St. Mariahof. 

„ „ Hantken Max Ritt. v. Prudnik, k. Prof., Univ. 

„ „ Hardegg Carl, p. k. k. Militär- Arzt, Neug. 169 

„ „ Harn er Dr. Ig., k. k. Stabsarzt i. P., Hildegardg. 5 

„ „ Hartinger Aug., Hof-Lithogr., Mariahilferstr. 49 

„ „ Haszlinski Friedr., Prof. d. Naturgeschichte . 

180 „ „ Hatschek Dr. Berthold, Docent a. d. Universität 

„ „ Hauer Franz R. v., k, k. Minist.-Rath, Dir. d. 

geolog. Reichsanstalt, III., Canovagasse 7 . . 

„ „ Hauck Dr. Ferdinand, k. k. Telegraphenbmt., 

Via Rosetti 229 Triest. 

„ „ Hayek Gustav v., Gym.-Prof., III., Marokkanerg. 3 Wien. 

„ „ Haynald Dr. Ludwig, Cardinal-Erzbischof, Excell. 

„ „ Heeg Moriz, Bankbeamter, IL, Circusg. 35a . . 

„ „ Heger Rudolf, Apotheker, Galizien, P. Przeworsk 

„ „ Heiden Leopold, Armenrath, VII., Kandelg. 30 . 

„ „ Heidmann Alberik, Hochw., Abt des Stiftes 

„ „ Heider Dr. Arthur Ritter v., Docent f. Zoologie 

a. d. Univ., Maiffredyg. 4 Graz. 

190 „ » Heider Dr. Karl, Assistent a. d. Universität . Wien. 

„ „ Heimerl Anton, Assistent a. d. techn. Hochschule Wien. 

„ „ HeinDr.Isid.,k.k.Prim.-Arzt,IX.,Nussdorferstr.39 

„ „ Heinze Hermann, k. k. Corvetten-Capitän . . 

r „ Heinzel Ludwig, Dr. d. Med., VII., Kircheng. 3 

r, „ Heiser Josef, Eisenwaaren-Fabriksbesitzer, N.-Oe. 

„ r Helfert Dr. Josef Alex. Freih. v., geh. Rath, Exc. 

„ r Heller Dr. Camill, k. k. Prof. d. Zoo!., Universität 

„ „ Helm Dr. Job. R. v., k. k. Hofrath, L, Schottenhof 13 

„ „ Helm Dr. Vincenz, Ritter v., k. k. Ministerialrath 

200 n „ Hepperger Dr. Carl v Bozen. 

„ „ Herman Otto v., Reichstags- Abgeordneter . . Buda-Pest. 

„ „ Hetachko Alfred, Prof. d. Lehrerbildungsanstalt Bielitz. 

„ „ Hibsch Josef E., Prof. d. h. landw. Lehranstalt Tetschen-Liebwerda. 

„ ■ Hinterwaldner J. M., k. k. Bez.-Schul-Insp. Hernais. 

„ „ Hirc Carl, Volksschullehrer, Croatien .... Buccari. 



Wien. 



Kalocsa. 

Wien. 

Kanczuga. 

Wien. 

Lilienfeld. 



Wien. 

Pola. 

Wien. 

Gaming. 

Wien. 

Innsbruck. 

Wien. 

Wien. 



Mitglieder. 



XXIX 



P. T. Herr Hirn er Josef, Kaufmann, VI., Nelkengasse 1 . Wien. 

„ „ Hitschmann Hugo, Redact., Dominik.-Bastei 4 Wien. 

„ „ Hizdeu B. v., Realitäten-Besitzer b. Wien . . Hacking. 

„ „ Hoefer Franz, Oberlehrer d. Bürgerschule . . Bruck a/L. 

210 „ „ Hoernes Dr. Rudolf, Prof. d. Geologie, Univers. Graz. 

n „ Hoffmann A. v.Vestenhof,k.k.Hauptm. 14.I.-Reg. Mähr. -Weisskirch. 

„ „ Ho ff mann Julius, Prof., L, Schottenbastei 7 . Wien. 

„ Hohenbühel Lud. Frh., p. k. k. Sect.-Chef, Tirol Hall. 

„ „ Holuby Jos. Ludw., ev. Pfarr., Post Väg-Ujhely Nemes-Podhragy. 

„ „ Holzhausen Adolf, Buchdr.-Bes., VII., Breiteg. 8 Wien. 

„ „ Holzinger Dr. jur. Josef B., Advocat, Realschlg. 6 Graz. 

„ „ Hormuzaki Constantin v., Untere Herrengasse Czernowitz. 

„ „ Hör nung Carl, Apotheker, Siebenbürgen, Marktpl. Kronstadt. 

„ „ Horväth Dr. Geyza v., Sövesz-ucza 18 .... Buda-Pest. 

220 „ „ Hub er Eduard, Dr. Med Wien. 

„ „ Huem er Dr. Ignaz, k. k. Reg.-Arzt, 10. Feldj.-Bat. Hainburg a/D. 

„ „ Hu ss Armin, Professor am evang. Lyceum . . Eperies. 

„ „ Huter Rupert, Hochw., Cooperator, Tirol . . Sterzing. 

„ „ Hütt en- Klingen stein, Moriz v., k. k. Ritt- 
meister a. D., P. Lassing b. Göstling . . . Glatzhof. 
„ Hyrtl Dr. Josef, k. k. Hofr., Prof. i. P., Kircheng. 2 Perchtoldsdorf. 

„ „ Jablonsky Vincenz, Gymnas. -Professor . . . Krakau. 

„ „ Jermy Gust., Prof. (Maurerhof) Kaschau. 

„ „ Junovicz Rudolf, k. k. Gymnasial-Professor . . Czernowitz. 

„ „ Juränyi Dr. Ludwig, Univ.-Professor d. Botanik Buda-Pest. 

230 „ „ Jurinac Adolf E., Prof. a. Gymn., Croatien . Warasdin. 

„ „ Just Benedict, L.-Gymn.-Professor Baden. 

„ „ Kalchbrenner Carl, Pastor, i. d. Zips . . . Wallendorf. 

„ „ Karny Hugo, k. k. Official, Josefstädterstr. 27 . Wien. 

„ „ Kasp ar Rudolf, Hochw. Dechant, b. Hullein, Mähr. Holeschau. 

„ „ Kaufmann Josef, IV., Neumanngasse 5 . . . Wien. 

„ „ Keller AI., Bürgerschullehrer, V., Pilgramg. 15 Wien. 

„ „ Kempny Peter, Cand. d. Med., VH., Burgg. 54 Wien. 

„ „ Kerry Richard, Dr. phil. I., Wallfischgasse 12 . Wien. 

„ „ Kerner Dr. Ant., Ritter v. Marilaun, Prof. der Bot. Wien. 

240 „ „ Kerner Josef, k. k. Kreisgerichts-Präsident . . Wiener-Neustadt. 

„ „ Kimakowicz Mauritius von, Siebenbürgen . . Hermannstadt. 

„ „ Kinsky Ferdinand Fürst, Durchlaucht .... Wien. 

„ „ Kissling P. Benedict, Hochw., Coop., N.-Oe. . Kottes. 

„ „ Kittel August, pr. Arzt, N.-Oe., Post Atzenbruck. Michelhausen. 

„ „ Kittel Dr. med. Franz, Königl. Weinberge 68 Prag. 

„ „ Klein Julius, Prof. d. Botanik, Josefs-Polytechn. Buda-Pest. 

„ „ KlemensiewiczDr. Stanislaus, Prof. a. Gymn. St. Anna, Krakau. 

„ „ Knapp Josef Arm., Custos d. Apothekervereines Wien. 



XXX 



Mitglieder. 



P. T. Herr Knau er Dr. Blasius, k. k. Gymn.-Prof., Albertg. 23 Wien. 

250 „ „ König Dr. Heinrich, k. Gerichtsarzt, Mühlgasse Hermannstadt. 

Koch Dr. Ad., Gym.-Prof., I., Johannesgasse 18 Wien. 

Kodermann Cölestin, Hochw., St. -Hofmeister . St. Lambrecht. 

Koelbel Carl, Assist, a. zool. Hofe, IX., Wasag.28 Wien. 

K o la zy Josef, k. k. Min.-Official, VI., Kaunitzg. 6/b Wien. 

Kolbe Carl, k. k. Auscult., IV., Margarethenstr. 31 Wien. 

„ „ Kollar A.J., Lehrer a.d. Acker- u.Weipbauschule in Znaim. 

„ „ Kolombatovic Georg, k.k. Prof. d. Ob. -Realschule Spalato. 

„ „ Körners Carl, Kastner, Ungv. Com., P. Csap . Salamon. 

„ „ Königswarter Moriz, Freiherr von .... Wien. 

260 „ „ Kopecky Josef, k. k. Gymnas. -Professor . . . Pisek. 

„ „ Korlewic Anton, Professor am croat. Ober-Gymn. Fiume. 

„ „ Kornhub er Dr. Andr. v., k.k. Prof. d. Technik Wien. 

„ „ Kotschy Dr. Eduard, Advocat, Gemein deg. 6 . Fünfhaus. 

„ „ Kowäcs Adalbert, Prof. d. Naturw. a. Gymnasium Marmaros Sziget. 

„ „ Kowa es Friedrich, Stud. med., VIII., Laudong. 41 Wien. 

„ „ Ko war z Ferd., k. k. Telegraphenbeamter, Böhmen Franzensbad. 

„ „ Krahulec Dr. Samuel, See, Kleingasse 7. . . Wien. 

ff KrafftDr.Guido,k.k.Prof.d.Techn.,III.,Seidelg.l2 Wien. 

„ „ Krasan Fr., k. k. Prof. II. Gymn., Kroisbachg. 12 Graz. 

270 „ „ Kraus-Elislago Rudolf v., Josefstädterstr. 21 Wien. 

„ „ Kreithner Eduard, Apoth., Sperrg. 16, b. Wien Fünfhaus. 
„ „ Kremer Hermann Ritter von Auenrode, Beamter 

am orientalischen Museum, I., Börsegasse 3 . Wien. 

„ „ Kr iesch Johann, Prof. am Josefs-Polytechnicurn Buda-Pest. 

„ „ Kr ist Dr. Josef, k. k. Cust. d. phys. Cab., Lagerg. 1 Wien. 

„ Krone Wilh., k. k. Prof. d. St.-Realsch., b. Wien Fünfhaus. 

„ „ Krueg Julius, Doct. d. Med., b. Wien .... Döbling. 

„ „ Kundrat Jos., Leibkammerdiener Sr. Maj. d. Kais. Wien. 

„ Künstler Gust. A., Realitätenbes., Sobieskig. 25 Wien. 

„ „ L a j e r Ferdinand, Prof. der Naturw. am Obergymn. Fünfkirchen. 

280 „ n Langer Dr. Carl, k. k. Hofrath, Prof. a. d. Univ. Wien. 

„ Latzel Dr. Robert, k. k. Gym.-Prof., Hegelg. 3 Wien. 

„ Lazar Matthäus, k. k. Gymn. -Professor . . . Görz. 

„ Leinkauf Dr. Johann, k. k. Prof., IV., Alleeg. 30 Wien. 

„ „ Leisser Johann, Lehrer, IV., Neumanng. 5 . . Wien. 

Leitenberger Heinr., k. k. Realschul-Professor Trautenau. 

„ „ Leitgeb Ludwig, P., Capitular des Stiftes . . Göttweih. 

„ „ LeithnerDr. Franz, Advocat Krems. 

ff n LenhossekDr. Josef v., Universitäts-Professor Buda-Pest. 
„ „ L e n k Dr. Joh., Arzt des österr.-ungar. Lloyd, Via 

carinthia 5 Triest. 

290 „ „ Leonhard! Adolf Freih., Gutsbes. bei Wittingau Platz. 



Mitglieder. 



XXXI 



P. T. Herr Lewandowsky Dr. Rudolf, e. k. k. Oberarzt u. 

Prof. am Milit.-Mädch. -Pensionat, Karlsg. 40 . Hernais. 

„ „ Liechtenstein Joh., reg. Fürst von und zu . Wien. 

„ „ Li echten stern Franz Frh., k.k.Hptm. a.D., Istr. Pirano. 

„ „ Lihotzky Moriz, Magistratsbeamter, Martinstr. 60 Währing. 

„ „ Lindpointner Anton, Hochw., regul. Chorherr St. Florian. 

„ „ Lipp ert Christ., Minist. -Rath i. k. k.Ackerb. -Min. Wien. 

„ „ Low Franz, Dr. d. Med., 43 bei Wien .... Heiligenstadt. 

„ Low Franz, Dr. d. Med., IV., Hauptstr. 47 II. . Wien. 

„ Löw Paul, IV., Hauptstr. 47 Wien. 

300 „ „ Lorenz Dr.Lud. v.Liburn au,ni.,LinkeBahng. 7. Wien. 

„ „ Lostorfer Adolf, Dr. med., I., Spiegeig. 4 . . Wien. 

„ „ Ludwig Dr. Ernst, Professor a. d. Universität . Wien. 

„ „ Lukätsy P. Thomas, Hochw., Franc. -Ord.-Pr. . Eisenstadt. 

„ „ Lutz Josef, k. k. Beamter, IV., Schleifmühlg. 1 Wien. 

„ r Madaräsz Dr. Julius v., Adjunct a. Nat.-Mus. Buda-Pest. 

„ „ Maj er Mauritius. Hochw., C. 0. Capit.. Veszp. Cm. Zire. 

„ „ Maly Franz, k. k. Hof-Gärtner, Belvedere . . Wien. 

„ „ Mandl Dr. Ferdinand, IL, Asperngasse 1 . . . Wien. 

„ „ Mann Jos., a. k. k. zool. Hofcab., HI., am Canal 17 Wien. 

310 „ „ Marchesetti Dr. Carl v., Dir. d. städt. Museums Triest. 

„ „ Mar enz eller Dr. Emil v., Custos am k. k. zoolog. 

Hofcabinete, L, Donnergasse 1 Wien. 

„ „ Margo Dr. Theodor, Prof. d. Zoologie a. d. Univ. Buda-Pest. 

„ ■ „ Marschall Gf. Aug., Schönbrunner Hauptstr. 152 Ob.-Meidling. 

„ „ Maschek Adalbert, fstl. Ronan. Gartendirector Sichrow. 

„ „ M assapu st Hugo, Prof. a. d. Hand. u. naut. Akad. Triest. 

„ „ Matz Maximilian, Hochw.. Pfarrer, N.-Oesterr. . Stammersdorf. 

„ „ Maupas Peter Doimus, Erzbischof, Excellenz . Zara. 

„ „ Mayerhof er Carl,k.k.Hof-Operns.,Friedrichstr.4 Wien. 

„ „ Mayr Dr. GustaT, Professor, in., Hauptstr. 75 . Wien. 

320 „ n Menghin Alois, städt. Volksschullehrer . . . Meran. 

„ „ Metzger Ant., Sparc-Beamt., HL, Geusaug. 9/11 Wien. 

„ „ Mich Dr. Josef, Dir. d. k. k. Lehrerbildungsanst. Troppau. 

„ „ Michl Anton, Realsch.-Prof., III., Rasumofskyg. Wien. 

„ „ Miebes Ernest, Hochw., Rector am Piar.-Colleg. Prag. 

„ „ Mihailovic Vict. Hochw., Professor am k. Gymn. Zengg. 

„ ., Mik Jos., Prof. a. akad. Gymn., Marokkanerg.3,II.50 Wien. 

„ MikoschDr.Carl,Real-Prof.,IX.,Währingerstr.66 Wien. 

b „ Miller Ludwig, Adjunct im k. k. Ackerbau-^Iinist. Wien. 

„ Mitis Heinr. v., k. k. Mil.-Offic, Poststrasse 94 Penzing. 

330 „ „ Mojsisovics Dr. August v. Mojsvar, k. k. Prof. 

d. Zool. a. d. techn. Hochschule, Alberstr. 25 . Graz. 

„ „ Möller Dr. M.Jos., Adjunct a. d. forstl.Vers.-Stat. Mariabrunn. 



XXXII 



Mitglieder. 



P. T. Herr Moser Dr. Carl, k. k. Professor d. Staats-Gymn. Triest. 

„ „ Much Dr. Matthäus, VIII., Josefsgasse 6 . . . Wien. 

„ „ Müller Florian, Hochw., Pfarrer, b. Marchegg . Groissenbrunn. 

„ „ Müller Hugo, Grünangergasse 1 Wien. 

„ „ Müller Jos., Smichov, Inselgasse 434 .... Prag. 

„ „ Müller Dr. Arnold Julius, prakt. Arzt .... Bregenz. 

„ „ Müllner Michael F., Neugasse 39 Eudolfsheim. 

„ „ Nader Dr. Josef, emer. Primararzt, Göthestr. 42 Graz. 

340 „ „ Nedwed Carl, Ingenieur Wien. 

„ „ NemethyL.v., Hochw., Caplan, IV., Schwurplatz 2 Buda-Pest. 

„ „ Netuschill Frz., k. k. Hauptm., mil.-geogr. Inst. Wien. 

„ „ Neufelln er Carl, k. k. Res.-Lieut., V., Rüdigerg. 6 Wien. 

n „ Neugebauer Leo, Prof. d. k. k. Mar.-Realsch. Pola. 

„ „ Neumann Dr. Philipp, prakt. Arzt Lugos. 

„ „ NeumayrDr. Melch., Univ.-Prof. d. Paläontologie Wien. 

„ „ Nickerl Ottokar, Dr. d. M., Wenzelsplatz 16 . Prag. 

„ „ NoernerDr. Carl, III., Hetzgasse 6 I. 5 . . Wien. 

„ „ NoestelbergerFrz.,Hochw.,Pfarrer,Nied.-Oest. Ober- Absdorf. 

350 ff „ Novak Giam Battista auf Lesina Verbagne. 

„ „ Novotny Dr. Steph., Herrschafts-Arzt, Neutr. Com. Komjath. 

„ „ Nowicki Dr. Max., Prof. d. Zool. a. d. Universität Krakau. 

„ „ Nürnberger Clemens, Heil. Geistgasse 12 . . Troppau. 

„ „ Nycklicek Expeditus P., Gymnasial-Professor . Trautenau. 

„ „ Oberleitner Frz., Pfarrer, Ob.-Oe., P. Dirnbach St. Pankraz. 

„ „ Obermann Dr. Johann, Prof., IL, Taborstr. 24 Wien. 

„ „ Ofenheim Victor Ritter v. Ponteuxin .... Wien. 

„ „ Ofenheimer Anton, Slavonien Nasice. 

„ „ OstermeyerDr.Frz.,Hof-u.Ger.-Adv.,Bräunerstr.ll Wien. 

360 „ „ Pacher David, Hochw., Dechant, Kärnten . . Obervellach. 

„ „ Palm Josef, Prof. am Gymnas., Ob.-Oe., Innkreis Ried. 

„ „ Palmai Emil, Stud. agr., IL, Roberthof . . . Wien. 

„ „ PantoczekDr. Jos.,P. Gr.-Tapolcsan, Neutr. Com. Tawornak. 

„ „ Papi-Balogh Peter v., Com. Csanad .... Mezöhegyes. 

„ „ Pauli n Alfons, Supplent a. k. k. Obergymn. . Laibach. 

„ „ Paulinyi Paulin, Hochw., Seelsorger, Siebenb. Maros- Väsärhely. 

„ „ Paszitzky Eduard, Dr. d. Med., Stadtarzt . . Fünfkirchen. 

„ Paszlavszky Jos., Real-Prof., II. Bez., Hauptg.4 Budapest. 

„ Peitler Anton Josef v., Hochw., Bischof, Exc. . Waitzen. 

370 „ „ Pelikan v. Plauenwald Anton Freiherr von, k. k. 

Vice-Präs. u. Fin.-Land.-Dir. i. P., Seilerstätte 12 Wien. 

„ Pelzein Aug. v., 1. Custos a. k. k. zool. Hofcab. Wien. 

„ „ Peata Aug., k. k. Finanz-Minist.- Vice-Secretär Wien. 

„ „ Petrino Otto, Freib. v., Gutsbesitzer .... Czernowitz. 

„ „ Pett er Dr. Aleiander, Custos d. städt. Museums Salzburg. 



Mitglieder. 



XXXIII 



P. T. Herr Peyritsch Dr. Joh., Prof. d. Botanik a. d. Univ. Innsbruck. 

„ „ Pfeiffer Anselm, Hochw., Prof. am Gymnasium Kremsmünster. 

„ Pfurtscheller Paul, Dr. phil., HL, Hetzg. 26 Wien. 

„ Pichle r Johann, Realschul-Professor, Mähren . Prossnitz. 

jj P il a i Dr. Georg, Prof. u. Dir. a. miner.-geolog. Mus. Agram. 

380 „ „ Pipitz Dr. F. E., Humboldtshof, Göthestrasse 7 Graz. 

„ „ Plason Dr. Adolf v., k. k. Sectionsrath . . . Wien. 

„ „ Platz Josef, Graf . . . . • Wien. 

„ „ Plenker GeorgFrh.v., k.k. Min. -Rath, L, Seilerst.l Wien. 

„ Poetsch Dr. Ignaz Sig., b. Gresten, N.-Oest. . Randegg. 

„ Pokorny Dr. Alois, k. k. Reg.-Rath, kl. Sperlg. 2 Wien. 

„ „ Pokorny Eman., Präfect a. k. k. Theresianum Wien. 

„ Polak Dr. J. E., I., Teinfaltstr. 6 Wien. 

„ „ Polifka Simon, Suppl., VII., Burggasse 44 . . Wien. 

„ „ Porm Dr. Adolf, Bürgerschuldirector, k. Rath . Zwittau. 

|90 „ „ Pospischill Joh., Hochw. Domh., Kleinseiterg. 29 Prag. 

„ „ Poszve'k Gustav, Gymnasial-Professor .... Oedenburg. 

„ „ Prandtstetter Franz v., Apotheker, K-Oe. . Pöchlarn. 

„ „ Preissmann Ernest, k.k. Aich-Insp., Burgring 16 Graz. 

„ „ Prinz 1 August, Oekonomiebesitzer Ottenschlag,N.-Oe. 

p PfihodaMor.,k.k.Mil.-Beamt.i.P.,Schikanederg.2 Wien. 

„ „ ProchaskaLeop.,grfl.Zichy.Schlossgtner.,N.-Oe. Hainburg a/D. 

„ „ Raimann Leopold, n.-ö. Ld.-Beamt., Johanng. 29 Währing. 

,. „ Rakovac Dr. Ladislav, Secretär d. k. Landes-Reg. Agram. 

„ Rath Paul, Hochw., III., Rennweg 27 ... . Wien. 

400 „ „ Rathay Emerich, Prof. d. ön.-pom. Lehranst. . Klosterneuburg. 

„ „ Rauscher Dr. Robert, p. k. k. Finanzrath . . Linz. 

„ „ Rebel Hans, Drd. jur., I., Helferstorferstrasse 9 Wien. 

„ „ Redte nb acher Josef, VI., Caserngasse 11 . . Wien. 

„ „ Re ich ardt Dr. Heinr. Wilh., Custos u.Leiter d. k.k. 

bot. Hofcab., Univ.-Professor, III., Trauug. 4 . Wien. 

„ Reiüisch Oscar, Fabrikant, Böhmen .... Warnsdorf. 

„ „ Reisinger Alexand., p. Director, Ottakringstr. 82 Hernais. 

„ „ Reiss Franz, prakt. Arzt Kierling. 

„ „ Reitter Edmund, Naturalist, Ungargasse 12 . Mödling. 

„ „ Ressmann Dr. juris F., Kärnten Malborgeth. 

410 „ „ Reu ss Dr. Aug. Leop.. Ritt, v., I., Wallfischg. 4 Wien. 

„ „ Reuth P. Emerich L., Hochw., Eisenburg. Com. Xemet-Ujvär. 

„ „ Rheindt Albert, Professor Kronstadt. 

„ Rieh terLudw. (Adr. L. Thiering), Mar. Valeriag. 1 Buda-Pest. 

„ „ Richter Dr. Vincenz, Gutsbesitz., Taborstr. 17 Wien. 

„ „ Richter Carl, Dr. phil., IL, Taborstrasse 17 . Wien. 

,, „ R immer Franz, Wienerstrasse 40 Währing. 

r „ Rinnböck Josef, Privat, Hauptstrasse 14 . . Simmering. 

Z. B. Geb. B. XXXIII. 6 



XXXIV 



Mitglieder. 



P. T. Herr Robert Franz v., L, Zedlitzgasse 4 Wien. 

„ „ Robic Sim., Hchw v Administr., Krain, P. Zirklach Ulrichsberg. 

420 „ „ Rock Dr. Wilhelm, III., Geologengasse 3 . . . Wien. 

„ „ RöslerDr. L., Prof. d. k. k. chem.-phys. Vers.-Stat. Klosterneuburg. 

„ „ Rogalski Dr. Anton Ritter von Wien. 

„ „ Rogenhofer Alois Friedrich, Custos am k. k. 

zool. Hofcabinete, VIII., Josefstädterstrasse 19 Wien. 

„ „ Rollet Emil, Dr. d. Med., L, Opernring 7 . . Wien. 

„ „ Römer Julius, Professor, Siebenbürgen . . . Kronstadt. 

„ ,. Ronniger Ferd., Buchhändler, Rothethurmstr. 17 Wien. 

„ „ Roretz Dr. Albert v., e. Director, Neugasse 14 Hietzing. 

„ „ Rosenthal Ludwig Ritter v., I., Bäckerstr. 14 . Wien. 

„ „ Rossi Ludwig, k. k. Landw.-Lieutenant . . . Agram. 

430 „ „ Rossmanit Dr. Theod. Ritt, v., k. k. Gen.-Secr. d. 

Börsekammer, I., Börseplatz 3 Wien. 

„ „ Rothschild Albert, Freiherr v Wien. 

„ „ Rotten steine r Franz, Wirtschfts. -Dir. ,P.Weitersf. Fronsburg. 

„ „ RupertsbergerMth.,Hw.,Pf.,P.Micheld.,N.-Oe. Nied.-Ranna. 

„ „ Saga Dr. Carl, Graben I. Nr. 13 Prag. 

„ „ Sajö Carl, Gymnasial-Professor, Ungarn . . . Unghvär. 

„ „ Saxinger Eduard, k. Rath Linz. 

„ „ Schaar schmidt Dr. Julius, am botan. Garten Klausenburg. 

n „ Schaitter Ignaz, Kaufmann Rzeszow. 

„ „ Schaub Robert Ritt, v., I., Fleischmarkt 6 . . Wien. 

440 „ n Schauer Ernst, Kr. Zloczow, Post Brody . . Pieniaki. 

„ „ Scheffler Carl, Sparcasse-Ob. -Beamter . . . Wien. 

„ „ Scherfei Aurel, Apotheker, Post Poprad . . . Felka. 

n n Scheuch Ed., Beamter der österr.-ung. Bank . Wien. 

„ „ SchiedermayrDr. Carl, k. k. Statth.-Rath . Linz. 

„ „ Schieferer Michael, Heinrichsg. 6 Graz. 

B „ Schiffner Rudolf, Gutsbes., II., Ferdinandstr. 29 Wien. 

„ ff Schleicher Wilhelm, Oekonomiebes., N.-Oe. . Gresten. 

„ „ Schlereth Max, Freih. v., ak. Maler, Kircheng. 39 Hernais. 

„ Frau Schloss Nathalie, IX., Peregringasse 1/3 . . Wien. 

450 „ Herr Schlotter G., k. k. Hauptm. i. 4. Mob. Bat. Dalm. Sutomore. 

„ „ Schmerling Anton Ritter v., geh. Rath, Excell. Wien. 

„ Fräul. Schrnid v. Schmidsfelden Caroline, Hagenau Braunau Ob.-Oe. 

„ Herr Schmölz Leopold, k. k. Forstmeister .... Mürzzuschlag. 

„ „ Schneider Josef, Cand. prof. Wien. 

„ „ Schreiber Dr. Egid, Director d. Staats-Realsch. Görz. 

a Schroff Dr. D.Carl Ritt, v., Carl-Ludwigs-Rg. 8, II Graz. 

„ „ Schuler Karl, Fabrikant, Mähren Weisskirchen. 

r „ Schuöcker Ed., k. k. Rechnungsofflcial, Josef- 

«tädterstr. 2G Wien. 



I 



Mitglieder. 



XXXV 



P. T. Herr Schulze Dr. Franz Eilh., Prof. d. Zool. Univers. Graz. 

460 „ n Schulzer v. Müggenburg Stet, p. k. k. Hptm. Vinkovce. 

„ „ Schuster Carl, Naturalist, VI., Gumpendorfstr. 62 Wien. 

„ „ Schütz Dr. Jak., Privat-Doc. an der Universität Prag. 

„ Schwab Adolf, g. Apotheker, Mähren .... Mistek. 

„ SchwaighoferAnt.,Doct.d.Phil.,III., Hetzg. 20 Wien. 

„ „ Schwarz Gust. E. v. Mohrenstern, Praterstr. 23 Wien. 

„ „ Schwarz-Senborn Wilh. Freih. v., Excellenz Wien. 

„ „ Schwarzel Felix, Oek. b. Böhm.-Deutschbrod . Bastin. 

„ „ Schwarzenberg Fürst Joh. Adolf, Durchlaucht Wien. 

„ „ Schwöder Adolf, Bürgerschuldirector, Mähren . Eibenschütz. 

470 „ „ Sebisanovic Georg, Dir. d. k. Oberrealschule . Semlin. 

„ „ Sedlitzky Dr. Weüzel, Apothek., Westbahnstr. 19 Wien. 

„ „ Seckendorf Arthur, Frh.v., k. k. Reg.-Rath, Prof. 

u.Vorst. d. k.k. forstl. Versuchst., VIII., Florianig. 1 Wien. 

„ „ Senoner Adolf, III., Marxergasse 14 ... . Wien. 

„ „ Setari Franz, Dr. d. Med Meran. 

„ „ Siegel Moriz, Civil-Ingen., V, Hundsthurmstr. 68 Wien. 

„ „ Siegrnund Wilhelm j., Böhmen Reicheüberg. 

„ „ Sigl Udiskalk, P. Hochw., Gymnas.-Director . . Seitenstetteu. 

„ „ Simkovics Dr. Ludwig, Professor Arad. 

„ „ Simony Dr. Friedr., k. k. Prof., Salesianerg. 13 Wien. 

480 „ „ S imony Dr. Oscar, a.Prof.d. Hochschule f. Bodenc. Wien. 

„ „ Sinei ch Joh., Hochw., Domh. a. d. Kathedrale Triest. 

„ „ SkofitzDr. Alexander, V, Mühig. 1 . . . . Wien. 

„ „ Stäche Dr. Guido, k.k. Bergr. d. geol. Reichsanst. Wien. 

„ „ St auf er Vinc, Hochw., Bibliothekar im Stifte Melk. 

„ „ Stänzl Vincenz, k. k. Bez. -Schulinspector, Mähren Zlabings. 

n „ SteindachnerDr. Fr., Dir. d. k. k. zool. Hofcab. Wien. 

„ „ Steiner Dr. Julius, Prof. am Staats- Gymnas. . Klagenfurt. 

„ „ Stellwag Dr. Carl v. Carion, k. k. Univ. -Prof. Wien. 

„ „ Stenzl Anton, Dr. Med., IX., Alsbachstr. 4 . . Wien. 

490 „ „ Sternbach Otto, Freiherr v., k. k. Obristlieut. Kremsier. 

„ „ Stieglitz Franz, Hochw., Dechant, Innkreis . Eberschwang. 

„ „ Stöger Wilh., erzh. Forstmeister bei Berndorf . Hernstein. 

„ „ Stöger Franz, Lehrer, b. Wien Mauer. 

5 , St öhr Dr. Adolf, phil., IX., Marianneng. 12. . Wien. 

„ n Stohl Dr. Lukas, fürstl. Schwarzenbg. Leibarzt Wien. 

„ „ Stoitzner Johann N., Oberlehrer, N.-Oe. . . Weikertschlag. 

„ „ Storch Dr. Franz, k. k. Bezirksarzt, Pongau . St. Johann. 

„ „ Stränsky P. Franz, Hochw., Post Polna, Böhmen Schlapenz. 

r „ Strauss Josef, städt. Marktcommiss., Waagg. 1 Wien. 

500 „ „ Streinsberg Christ. Edler v., niederöst. Landes- 

Revident, VIII., LaudoDgasse 12 Wien. 



XXXVI 



Mitglieder. 



P. T. Herr Strobl Gabriel, P., Hochw., Gymnasial-Professor Mölk. 

„ „ Ströbitzer Martin, Hochw., Pfarrer, N.-Oe. . . Frankenfels. 

„ „ StudnizkaCarl,k.k.Art.-Hptm. Z.-Dep., Kleinseite Prag. 

„ „ Stummer Jos. R. v., Präs. d. pr. K. Fd.-Ndbahn. Wien. 

„ „ Stur Dionys, k. k. Ob.-Bergrath d. geol. Reichsanst. Wien, 

u „ Stnssiner Josef, k. k. Postofficial, Neugasse 5 . Laibach. 

„ Suess Dr. Eduard, k. k. Univ.-Prof., Novarag. 49 Wien. 

„ „ S van da Stefan, Punzg.-Beamt, Gumpendstr. 63 Wien. 

„ „ Szyszyüowicz Ignaz Ritt, v., Assist, a. bot. Inst. Krakau. 

510 „ „ Tempsky Friedrich, Buchhändler Prag. 

„ „ Then Franz, Präfect a. d. k. k. Theres. Akademie Wien. 
„ „ Thümen Felix, Freiherr von, k. k. Adjunct der 

forstlichen Versuchs-Station, Schulgasse 1 . . Währing. 

„ „ Tief Wilhelm, Gymnasial-Professor Villach. 

„ „ Tobisch J.O.,Stud. med., VIII., Josefstädterstr. 53 Wien. 

„ „ TomekDr. Josef, fürstl. Leibarzt, b. Frohnsburg Riegersburg. 

„ „ Torri Bruno, Opaticka ulice 16 Agram. 

„ ToulaDr.Frz.,k.k.Prof.d.techn.Hochsch.,Kirchg.l9 Wien. 

„ „ Traxler Rudolf, Böhmen Josef stadt. 

n „ Treuinfels Leo, Hochw., Gymnas.-Prof., B. O.-P. Meran. 

520 n n Tromba Johann, Apotheker Rovigno. 

„ Troyer Dr. Alois, Advocat, Stadt Steyr. 

„ „ Trstenjak Davorin, Schul-Director, Croatien . Karlsstadt. 

„ d Tscherniki Carl, k. k. Hofgärtner ..... Innsbruck. 

Tschörch Franz, k. k. militär.-techn. Official . Wien. 

„ Tschusi Vict. R. zu Schmidhoffen, b. Hallein Tännenhof. 

- Türk Rudolf, k. k. Sect.-Rath i. P., Lagerg. 1 . Wien. 
^ Uhl Dr. Eduard, Hof- u. Gerichts-Advocat, VI., 

Mariahilferstr. lb Wien. 

Unterhuber Dr. Alois, Prof. am Real-Gymnas. Leoben 

Urban Em., e. k. k. Prof., Beckergasse 23 . . Troppau. 

530 „ „ ValentaDr. Alois, k. k. Prof. u. Spitalsdirector Laibach. 

Valle Antonio, Via d'Acquedotto 25 Triest. 

Vieh aus Claudius, Hochw., Stifts capitular . . Kremsmünster. 

„ „ Vielguth Dr. Ferdinand, Apotheker, Ob.-Oestr. Wels. 

„ Viertl Adalb, k. k. Hauptm. i. P., Franziskg. 18 Fünfkirchen. 

Vodopic Mathias, Bischof Eminenz, Dalmatien . Ragusa. 

„ „ Vogel Franz A., k. k. Hofgärtner Laxenburg. 

, Vogl Dr. Aug., k. k. Univ.-Prof., IX., Petrarcag. 1 Wien. 

„ n Vojtek Rieh., Apotheker, VI., Eszterhazyg. 18 B Wien. 

Voss Wilh., k. k. Professor d. Staats-Ob.-Realsch. Laibach. 

540 „ „ WagnerF.R.v.Kromsthal,C. phil.,Karmeliterpl.4 Graz. 

n Wachtl Friedr.,k. k. Oberförster, VIII., Tulpeng. 3 Wien. 

„ r Wajgel Leoj)., Prof. am k. k. Ober-Gymnasium Kolomea. 



Mitglieder. 



XXXVII 



P. T. Herr Walin er Dr. Ignaz. k. Professor Oedenburg. 

d Walter Julian, Hchw. P. 0. P., Gyni.-Prof , 892 II Prag. 

„ „ Walz Dr. Rudolf, IV., Carolineng. 19 ... . Wien. 

„ „ Watzel Dr. Cajetan, Director d. Ober-Realsch. . Böhm.-Leipa. 

„ „ WawraDr.Hein.R.v.Fernsee,e.k.k.Mar.-Stabsarzt Wien. 

n „ Weiglsperger Fr., Hchw., Pfarr.. P. Atzenbruck Michelhausen. 

„ „ Weinke Franz Carl, Dr. d. Med., Tuchlauben 7 Wien. 

550 * „ Weinzierl Dr. Theodor Ritt, v., I., Singerstr. 2 Wien. 

„ „ Weiser Franz, k. k. Raths-Secret.b. Handelsger. Wien. 

„ „ Weiss Dr. Adolf, Regier.-Rath, k. k. Univ.-Prof. Prag. 

„ „ Weszelovzky Dr. C, k. Sanitätsr.. Arvaer Com. Arra Värallja. 

s „ Wettstein E. v., St. ph., I., Helferstorf ersg. 18 Wien. 

„ „ Wierer Lud. v.Wierersberg, Bz.-Ger.-Adjunct Altensteig,X.-Oe. 

„ „ Wierzejski Dr. Ant., Prof. d. k. k. Ob.-Realsch. Krakau. 

„ „ Wiesbaur Joh., Hchw. S. J., Prof. a. Seminar Böh. -Mariaschein. 

„ „ Wiesner Dr. Jul., k. k. Univ.-Professor d. Bot. Wien. 

„ „ Wilczek Hans Graf, Excellenz, geh. Rath . . Wien. 

560 „ „ Wilhelm Dr. Gustav, Prof. a. d. tech. Hochschule Graz. 

„ Wittin g Eduard, VII., Zieglerg. 27 Wien. 

„ „ Woloszczak Dr. Eustach, Ass. d. Lehik. f. Bot. Wien. 

„ Wyplel Martin, Cand. prof. IV., Trappelg. 2 Wien. 

„ „ Zahlbruckner Dr. Alexander, VIH., Skodag. 5 Wien. 

„ „ Zapalowicz Dr. Hugo v., IV., Schikanederg. 6 Wien. 

„ „ Zareczny Dr. Stan., Prof. a. St. Hyacinth-Gymn. Krakau. 

3 „ Zebrawsky Theophil, Ingenieur, Grodgasse . . Krakau. 

„ „ Zelebor Josef, k. k. Beamter, Johannesg. 18 . Meidling. 

» „ Zivotsky Josef, ev. Katechet, I, Weihburggasse 9 Wien. 

570 „ „ Zukal H., Fachschullehrer, II., Lichtenauerg. 711 Wien. 

„ „ Zwiflhofer Frz., Buchhalter d. böhm. Sparcasse Prag. 

Irrthümer im Verzeichniss und Ädressänderungen wollen dem Secretariate 
zur Berücksichtigung gütigst bekannt gegeben werden. 



XXXVIII Mitglieder. 

Ausgeschiedene Mitglieder. 

1. Durch den Tod: 



P. T. Herr B rein dl Alfred. 

„ „ Cesati Baron Vincenz. 

„ Frau En de res Aglaja v. 

„ Herr Flor Dr. Gustav. 
„ „ Fuss Michael. 
„ „ Heer Dr. Oswald. 
„ „ Kapeller Ludwig. 
„ „ Knöpf ler Dr. Wilhelm. 
„ „ Krenberger Jos., Hochw. 
„ Kr öl Ignaz. 

„ „ Lancia Friedrich, Duca di 
Brölo. 

ff „ Lange J. Carl. 

„ „ LeConte Dr. John. 

„ „ Lencesch Johann. 

„ „ Marno Ernst. 

„ „ Mendel Gregor, Hochw. 



P. T. Herr Merian-Thurneisen Dr. 
Peter v. 

„ „ Müller Dr. Hermann. 
„ „ Mürle Carl v. 
„ „ Nietschke Dr. Theod. 
„ „ Peters Dr. Carl W. 
„ „ Rasch Halvor H. 
„ „ Schwab Michael, Hochw. 
„ „ Schlegel Dr. Hermann. 
„ „ Schlesinger Dr. Ed. 
„ „ Siguera Dr. M. de. 
„ „ Spreitzenhofer G. C. 
„ „ Tischbein G. 
„ „ Tomaschek Dr. Ignaz. 
„ „ Wüllersdorf - Urbair 
Bernh. Freih. v., Exc. 
„ Zeller P. C, Prof. 



P. T. Herr Antoine Franz. 
„ „ Barisani Alfred v 
„ „ Berg er Dr. Emil. 

„ Biasioli Dr. Carl. 
„ „Erb Leop. 



Durch Austritt: 

P. T. Herr Hodek Eduard. 
„ „ Hofmeister Wenz. 
„ „ Holl Dr. Moriz. 
„ „ Kempf Heinrich. 
„ „ Stapf Dr. Otto. 



3, Wegen Zurückweisung der Einhebung des Jahresbeitrages 
durch Postnachnahme: 



P. T. Herr Buriö Friedr., Curat. 

Lomnicki Marian. 



P. T. Herr Zinnern Joh. Edler v. 
Burgthal. 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



XXXIX 



Lehranstalten und Bibliotheken, 

welche die Gesellschaftsschriften beziehen. 

Gegen Jahresbeitrag. 

Bozen: K. k. Staats-Gymnasium. 

Brixen: Fürstb. Gymnasium Vincentinum. 

Brünn: K. k. 1. deutsches Ober-Gymnasium. (Nchn.) 

Burghausen (Baiern): Unterrichts- u. Erziehungs-Austalt der englischen Fräulein. 
Dorribirn (Vorarlberg) : Communal-Unter-Realschule. 
Görz: Landesmuseum. 
„ K. k. Ober-Realschule. 
„ K. k. Ober-Gymnasium. (Q.) 
Graz: K. k. 1. Staats- Gymnasium. 
10 „ K. k. Universitäts- Bibliothek. 
Güns: K. kath. Gymnasium. (P. f.) 
Kalksburg: Convict der P. P. Jesuiten. 
Klagenfurt: K. k. Ober- Gymnasium. 

Klausenburg: Landwirtschaftliche Lehranstalt (Monostor). 
Königgrätz (Böhmen): K. k. Staats-Gymnasium. (P. f.) 
Laibach: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 

„ k. k. Staats- Ober-Realschule. 
Lemberg: Zoolog. Museum der k. k. Universität. (Nchn.) 
Leoben: Landes-Mittelschule. 
20 Linz: Oeffentl. Bibliothek. 

„ Bischöfliches Knaben-Seminar am Freinberge. 
Marburg: K. k. Gymnasium. 

Mariaschein bei Teplitz: Bischöfliches Knaben-Seminar. 

Martinsberg bei Raab: Bibliothek d. e. Benedictiner-Erzstiftes. (Nchn.) 

Nassod: Griech.-kath. Ober- Gymnasium. 

Ober-Hollabrunn: Landes-Realgymnasium. 

Oedenburg: Evang. Lyceum. 

„ K. kath. Ober-Gymnasium. 
Olmütz: K. k. Studien-Bibliothek. 
30 „ K. k. Ober-Realschule. 
Pettau: Landes-Realgymnasium. 
Pilsen: K. k. deutsche Staats-Realschule. 

Prag: K. k. deutsches Gymnasium der Altstadt, Franzensquai 8. (Nchu.) 
„ K. k. deutsche Lehrerbildungsanstalt. 
„ K. k. deutsches Neustädter Gymnasium, Graben 20. 
„ K. k. deutsches Ober-Gymnasium der Kleinseite. (Nchn.) 



XL 



Lehranstalten und Bibliotheken. 



Przibram: K. k. Lehrerbildungsanstalt. 
Reichenberg (Böhmen): K. k. Ober-Realgymnasium. 
Ried (Ob.-Oesterr.) : K. k. Staats-Ober-Gymnasium. 
40 Eoveredo: Stadt. Museal-Bibliothek. (M. cittadino.) (P.) 
Bzeszow: K. k. Ober-Gymnasium. 
Salzburg: K. k. Gymnasium. 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Schässburg: Evang. Gymnasium. 
Stockerau: Landes-Realgjmnasium. 
Szepes-Iglo: K. Ober-Gymnasium. 

Tabor: Höh. landwirthsch.-industrielle Landes-Anstalt. (p. t.) 
Temesvar: K. Ober-Gymnasium. 
Teschen: K. k. Staats-Realschule. 
50 Troppau: Landes-Museum. (Nchn.) 

„ K. k. Staats-Gymnasium. (Buchh. Gollmann.) 

„ K. k. Ober-Realschule. 
Villach: K. k. Real-Obergymnasium. 

Wien: K. k. Akademisches Gymnasium, L, Christinengasse 1. 
„ Oesterr. Apotheker -Verein. 
„ Bibliothek der k. k. techn. Hochschule. 

Kaiser Franz Josefs-Gymnasium der innern Stadt, Hegelgasse. 
„ Leopoldstädter k. k. Staats- Ober-Realschule, IL, Vereinsgasse 21. 
„ Museum botan. der k. k. Universität, III., Rennweg 14. 
60 „ Staats-Unter-Realschule, V., Rampersdorferg. 20. 
„ Zool.-bot. Bibl. d. k. k. techn. Hochschule. 
Wiener-Neustadt : Landes-Lehrer- Pro-Seminar. 
„ K. k. Staats-Gymnasium. 



Unentgeltlich. 

Czernowitz: K. k. Universitäts-Bibliothek. 
Graz: Akademischer Leseverein. 
Prag: Akademischer Leseverein. 

„ Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. 
Waidhofen a. d. Thaya: Landes-Realgymnasium. 
Wien: K. k. Hof bibliothek. 
'0 n Communal-Gymnasium Gumpendorf. 
„ „ „ Leopoldstadt. 

n „ Ober-Realschule Gumpendorf, VI., March ettigasse. 

„ n « „ L, Schottenbastei 7. 

» „ » Wieden. 

„ Universitäts-Bibliothek. 
„ LandeHau8bchusH-Bibliothek. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLI 



Wissenschaftliche Anstalten, 

mit welchen Schriftentausch stattfindet. 

Oesterreich -Ungarn. 

Aussig ajElbe: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Bregens: Landes-Musenms -Verein. 
Brünn: Naturforschender Verein. 

„ Mähris ch-schles. Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues. 
Buda-Pest: K. ungar. Akademie der Wissenschaften. 
„ » » geologische Anstalt. 

„ » » geologische Gesellschaft. 

„ Ungar, naturwissenschaftlicher Verein. 
„ Redaction der naturhistorischen Hefte des Nat.-Museums. 
10 Czernowitz: Verein für Landescultur im Herzogthum Bukowina. 
Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 

„ K. k. steiermärkischer Gartenbau -Verein. 
Hermannstadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. 

„ Verein für siebenbürgische Landeskunde. 

Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. 
„ Ferdinandeum. 

„ Akademischer Verein der Naturhistoriker. 
Kesmark: Ungarischer Karpathen -Verein. 
Klagenfurt: Naturhistorisches Landes-Museum. 
20 „ K. k. Gesellschaft z. Beförderung d. Ackerb. und d. Industrie in Kärnten. 

Linz: Museum Francisco-Carolinum. 

„ Verein für Naturkunde. 
Prag: K. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Naturhistorischer Verein „Lotos". 
Pressburg: Verein für Naturkunde. 
Beichenberg: Verein der Naturfreunde. 
Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 

„ Deutscher und österreichischer Alpenverein. 
Trentschin: Naturwissenschaftlicher Verein des Trentschiner Comitats. 
30 Triest: Societa adriatica di scienze naturali. 
„ Societa d'orticultura del Littorale. 
Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. 

„ Naturwissenschaftlicher Verein an der Universität. 

„ K. k. Gartenbau-Gesellschaft. 

„ K. k. geographische Gesellschaft. 

„ K. k. geologische Reichsanstalt. 

„ K. k. Gesellschaft der Aerzte. 

» Oest. Reichs-Forstverein. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. f 



XL1I 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Wien: Redaction der österr. bot. Zeitschrift. 

40 „ Verein für Landeskunde von Niederösterreich. 

n Verein znr Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 

„ Naturw. Verein an der k. k. technischen Hochschule. 

Deutschland. 

Älteriburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. 
Annaberg-Buchholz: Verein für Naturkunde. 
Augsburg: Naturhistorischer Verein. 
Bamberg: Naturforschender Verein. 

Berlin: Königl. preussische Akademie der Wissenschaften. 
„ Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg. 
„ Berliner entomologischer Verein. 
50 „ Deutsche entomologische Gesellschaft. 

n Jahrbücher des k. botan. Gartens und Museums. 

„ Naturwissenschaftlicher Verein von Neu -Vorpommern und Rügen. 

„ Redaction des Archives f. Naturgeschichte. (Nicolai'sche Buchhandlung.) 

„ Redaction des Naturforscher. 

„ Verein zur Beförderung des Gartenbaues in den k. preuss. Staaten. 
Bonn: Naturhistorischer Verein d. preuss. Rheinlande und Westphalens. 
Braunschweig: Verein für Naturwissenschaft. 
Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Breslau: Verein für schlesische Insectenkunde. 
60 „ Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Cassel: Verein für Naturkunde. 
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Colmar i. Elsass: Socie'te' d'histoire naturelle. 
Danzig: Naturforschende Gesellschaft. . 
Barmstadt: Verein für Erdkunde. 

Donau- Eschingen: Verein für Geschichte und Naturgeschichte. 
Dresden: Gesellschaft Isis. 

„ Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 
Dürkheim: Pollichia (Naturw. Verein d. bairischen Pfalz). 
70 Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Verein von Elberfeld und Barmen. 
Emden: Naturforschende Gesellschaft. 
Erlangen: Biologisches Centralblatt. 

„ Physikalisch-medicimsche Societät. 
Frankfurt a. M.: Senkenbergische naturforschende Gesellschaft. 

jf Redaction des Zoologischen Gartens. 

Freiburg i. B.: Naturforschende Gesellschaft. 
Fulda: Verein für Naturkunde. 

Giemen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- u. Heilkunde. (Buchh. Richter.) 
Görlitz: Obcrlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. 
80 „ Naturforschende Gesellschaft. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLIII 



Göttingen: Königl. Gesellschaft der Wissenschaften. 

Halle a. d. S.: Naturwissenschaftlicher Verein für Sachsen und Thüringen. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 

„ Kedaction der Natur. 

„ Kaiserl. Leopold. Carolin, deutsch. Akad. d. Naturforscher. 

Hamburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 

„ Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 
Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. 
Hannover: Naturhistorische Gesellschaft. 
90 Heidelberg: Naturhistorisch-medicinischer Verein. 
Jena: Medicinisch-naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. 
Königsberg: Königl. physikalisch-ökonomische Gesellschaft. 
Landshut: Botanischer Verein. 

Leipzig: Eedaction der Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie. 

„ Königl. sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. 

„ Redaction d. Botan. Zeitung (Verlagsbuchh. Arth. Felix, Königsstr. 18,b). 

„ Eedaction d. zoologischen Anzeigers (W. Engelmann). 

„ Mittheilungen der zoologischen Station in Neapel (Dr. Dohm). 
100 Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstenthum Lüneburg. 
Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Mannheim: Verein für Naturkunde. 

München: Königl. bairische Akademie der Wissenschaften. 
Münster: Westfälischer Provinz.-Verein für Wissenschaft und Kunst. 
Neisse: Philomathie. 

Neu-Brandenburg : Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. 
Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. 
Offenbach: Verein für Naturkunde. 
Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein. 
110 Passau: Naturhistorischer Verein. 

Putbus: Redaction der entomologischen Nachrichten von Dr. Katter. 
Begensburg: Zoologisch-mineralogischer Verein. 

„ Königl. bairische botanische Gesellschaft. 

Sondershausen : Irmischia. 
Stettin: Entomologischer Verein. 

Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Würtemberg. 
Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde. 
Zicickau: Verein für Naturkunde. 

Schweiz. 

Aigle: Socie'te botanique Murithienne. 
120 Basel: Naturforschende Gesellschaft. 

Bern: Allgem. Schweiz, naturforschende Gesellschaft. 
„ Naturforschende Gesellschaft. 



XLIV 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Bern: Schweizerische entomologische Gesellschaft. 
Chur: Naturforschende Gesellschaft. 
Genf: Socie'te' de physique et d'histoire naturelle. 
Lausanne: Societe vaudoise des sciences naturelles. 
Neuchätel: Societe des sciences naturelles. 

„ Socie'te murithienne de Valais. 
St. Gallen: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
130 Zürich: Naturforschende Gesellschaft. 

Skandinavien. 

Bergen: Bibliothek des Museums. 
Christiania: Vedenskabs Sällskapet. 

„ Universitäts-Bibliothek. 
Gothenburg: K. Vetenskabs Sällskapet. 
Kopenhagen: Naturhistoriske forening. 

„ K. danske videnskabernes Selskab. 

Lund: K. Universität. 

Stockhohn: K. Vetenskaps Akademie. (Buchh. M. W. Samson & Wollern 
d. R. Hartmann in Leipzig.) 
„ Entomologiske Tijdskrift. 
140 Tromsö: Museum. 

Trondhjem: K. Norske videnskabers Selskabs. 
üpsala: Vetenskaps Societät. 
„ K. Universität. 

Holland. 

Amsterdam: Koninklijke Akademie van Wetenschappen. 
Gent: Natura, Mandschrift voor Naturwetenschappen. 
Haag: Nederlandsche Entomologische Vereeniging. 
Harlem: Muse'e Teyler. 

„ Hollandsche Maatschappij de Wetenschappen. 
Rotterdam: Nederlandsche Dierkundige Vereeniging. 
150 Utrecht: Provincial Utrechtsche Genootschap van Künsten en Wetenschappen. 

Belgien. 

Brüssel: Acade'mie Royale des sciences, des lettres et des beaux arts de Belgique. 
(Commission des echanges internationeaux.) 
„ Socie'te' Royale de Botanique de Belgique. 
„ „ entomologique de Belgique. 

„ „ rnalacologique de Belgique. 

^ „ Beige de Microscopie. 

Liege: liedaction de la Belgique Horticole. (Morren, ä la Boverie 1.) 
Socie'te' Royale des Sciences. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLV 



Luxembourg: Societe des Sciences naturelles du Grand-Duche de Luxerabourg. 
„ » de Botanique du Grand-Duche de Luxembourg. 

Grossbritannien. 

160 Belfast: Natural History philosophical Society. 
Dublin: Royal Irish Academy. 

„ Geological Society. (Trinity College.) 
„ Royal Society. 
Edinburgh: Royal Physical Society. 
„ Royal Society. 

„ Geological Society. 

Glasgow: Natural history society. 
London: Entomological Society. 
„ The Entomologist. 
170 „ Entomologist's Monthly Magazine. 
„ Geological Society. 
„ Linnean Society. 
„ Record of zoological Literature. 
„ Royal Society. 

„ Royal microscopical society. (Kings College.) 

„ Zoological Society. 
Manchester: Literary and philosophical Society. 
Newcastle upon Tyne: Tyneside Naturalist' s Field club. 
Verth: Scottish naturalist (Buchanan White, M. D. Annat Lodge). 

Russland. 

180 Charkoio: Gesellschaft der Naturforscher an der kaiserl. Universität. 
Dorpat : Naturforscher-Gesellschaft. 

Ekatherinenburg : Societe ouralienne d'amateurs des sciences naturelles. 
Heising fors : Finska Vetenskaps-Societeten. 

„ Societas pro Fauna et Flora fennica (Brockhaus). 
Moskau: Societe Imperiale des Naturalistes. 
Odessa: Neurussische Gesellschaft der Naturforscher. 
Petersburg: Academie Imperiale des sciences. 
„ Kaiserlicher botanischer Garten. 
„ Societas entomologica rossica. 
190 Riga: Naturforschender Verein. 

Italien. 

Bologna: Accademia delle scienze. 
Florenz: Societa entomologica italiana. 
Genua: Museo civico di storia naturale. 

„ Societa di letture e conversazioni scientifiche. 
Lucca: Accademia lucchese di scienze, lettere ed arti. 



XL VI 



Wissenschaftliche Anstalten. 



Mailand: Societä italiana di scienze naturali. 

„ Istituto loiubardo di scienze, lettere ed arti. 
„ Societä crittogamologica italiana. 
Modena: Societä dei naturalisti. 
200 „ Accademia di scienze, lettere ed arti. 
Neapel: Accademia delle scienze. 
Padua: Societä veneto-trentina di scienze naturali. 

Palermo: Real' Accademia palermitana delle scienze, lettere etc. (via Ruggiero). 

„ Giornale e Atti di Societä di Acclimazione. 
Pisa: Societä toscana di scienze naturali. 
„ Societä malacologica italiana. 
„ Redazione del nuovo Giornale botanico. 
Born: Real' Accademia dei Lincei. 
„ Societä italiana delle scienze (Piazza S. Pietro in Vincoli 5). 
210 Venedig: Istituto veneto di scienze, lettere ed arti. 
Verona: Accademia di Agricoltura, commercio ed arti. 

Frankreich. 

Amiens: Societe Linne'enne du Nord de la France. 
Bordeaux: Societe Linneenne (2 rue Jean Jacques bei.). 
Caen: Societe' Linneenne de Normandie. 

„ Annuaire du Muse'e d'histoire naturelle. 
Cherbourg: Societe' des sciences naturelles. 
Dijon: Academie des sciences, arts et belles-lettres. 
Lille: Societe des sciences de l'agriculture et des arts. 
Lyon: Academie des sciences, belles-lettres et arts. 
220 „ Societe d'agriculture. • 

„ Societe botanique de Lyon (palais des arts, place des terreaux). 

„ Societe Linneenne de Lyon. 
Nancy: Societe - des sciences. 

„ Academie de Stanislas. 
Paris: Journal de Conchiliologie. 

„ Nouvelles archives du Muse'e d'histoire naturelle. 

„ Societe" botanique de France. 

„ Societe' entomologique de France. 

„ Socidtd zoologique de France (7 rue des grauds Augustin). 
230 Rouen: Societe' des amis des sciences naturelles. 

Portugal. 

Lissabon: Academia real das sciencias. 

Spanien. 

Madrid: Socicdad ewpanola de historia natural. 



Wissenschaftliche Anstalten. 



XLVII 



Asien. 

Batavia: Bataviaasch Genotschap van Künsten en Wettenschappen. 

„ Nataurkundige Vereeniging in Nederlandisch-Indie. 
Calcutta: Asiatic Society of Bengal. 
Shanghai: Asiatic Society, north China branch. 

Afrika. 

Alexandrien: L'Institut Egyptien. 

Amerika. 

a) Nordamerika. 

Boston: Society of Natural History. 
„ American Academy. 
240 Buffalo: Society of Natural Sciences. 

Cambridge: American Association for the advancement of science. 
„ Museum of comparative Zoology. 

„ Entomological Club Psyche, Organ of the (p. G. Dimokin Paris). 

Columbus: Geological Survey of Ohio. 

„ Ohio State Board of Agriculture. 
St. Francisco: Californian Academy of Natural Sciences. 
New-Haven: American Journal of Science and Arts. 

„ Connecticut Academy. 

St. Louis: Academy of science. 
250 Madison: Wisconsin Academy of Sciences, Arts and Letters. 
Montreal: Maps to accompany report of progress. 
New- Orleans: Academy of Sciences. 
Newport: Orleans' County Society of Natural Sciences. 
New -York: Society of Natural History (olim Lyceum). 

„ Bulletin of the Torrey Botanical Club. 
Philadelphia: Academy of Natural Sciences. 
„ American Entomological Society. 

„ American Philosophical Society. 

„ Zoological Society of Philadelphia. 

260 Quebec b. London: Canadian Entomologist by W. M. Saunders (Ontario). 
Salem: American Naturalist. 

„ Essex Institute. 
Toronto: Canadian Institute. 

Washington: Departement of Agriculture of the Unit. Stat. of N. America. 
„ Smithsonian Institution. 

„ United States Geological Survey. 

b) Südamerika. 
Buenos-Ayres: Museo publico. 

„ Sociedad cientifica argentina. 



XL VIII 



Von der Gesellschaft angekaufte Schriften. 



Cordova: Academia nacional di ciencias exactas a la Universidad. 
270 Mexico: Sociedad mexicana de historia natural. 
Rio Janeiro: Museo nacional. 
„ „ Archivio de Museo nacional de (E. Mellier, rue Seguier 17, Paris). 

Australien. 

Adelaide: Philosophical society. (South austral. institute.) 
Sidney: Linnean society of New South Wales. 
„ Royal society of New South Wales. 



Periodische Schriften, 

welche von der Gesellschaft angekauft werden: 

Bibliotheca della Zoologia e Anatomia comparata da Italia per L. Came- 

rano e M. Lessona. 
Claus C. Arbeiten aus dem zoologischen Institute der k. k. Universität Wien 

und der zoologischen Station in Triest. 
Flora und Fauna des Golfes von Neapel. 

Zoologischer Jahresbericht. Herausgegeben von der zoologischen Station 
in Neapel. 



Wiener entomologische Zeitung. 

Botanischer Jahresbericht. Herausgegeben von Dr. L. Just. 
Botanisches Centraiblatt. Herausgegeben von Dr. Oscar Uhlworm. 
Botanische Jahrbücher für Systematik etc. Herausgegeben von A. Engler. 



Sitzungsberichte. 



Z. B. Ges. B. XXXIII. Sitz.-Ber. 



A 



I 



Versammlung am 3. Jänner 1883. 

Vorsitzender: Herr Custos August v. Pelzeln. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P - Herr P. T. Herten 

Gerard W. R. Esqr. New- York Den Ausschuss. 



Dr. C. Grobben, C. Rimmer 
Den Ausschuss. 



Kerry Eichard, Drd. phil. Wien . . . 
Ravenel H. W. Esqr. Aiken, Süd- Carolina 
Sc hu ler Carl, Fabrikant in Mährisch- Weiss- 
kirchen Oberlt. Netuschill, F. Tschörch. 

Wettstein E. v., stud. phil. Wien . . 



C. Eggerth, C. Rinimer. 



Eingesendete Gegenstände: 
Eine Partie Dipteren von Herrn L. Prochaska in Hainburg. 



Prof. Dr. H. W. Reichardt theilte mit, dass Tuber aestivum 
Vitt, in Niederösterreich um Stixenstein in lichten Laubwäldern 
vorkomme und von dort manchmal durch Hausirer auf den Markt 
von Baden gebracht werde. 

Ferner sprach derselbe über die Bildung von secundären, 
verkehrten Hüten bei Hymenomyceten und schilderte namentlich 
einen von ihm an Agaricus (Tricholoma) personatus Fr. beob- 
achteten Fall, wo aus dem secundären, umgekehrten Hut noch ein 
dritter, kleiner Fruchtkörper mit Strunk und Hut hervorsprosste, 
welcher aufrecht stand und die Lamellen des Hymeniums ganz 
normal an der Unterseite des Hutes trug. 



A* 



4 



Versammlung am 7. Februar 1883. 



Herr Dr. C. Nörner besprach seinen „Beitrag zur Kennt- 
niss der Milbenfamilie der Dermaleichiden". (Siehe Abhandlungen, 
Seite 91.) 



Versammlung am 7. Februar 1883. 

Vorsitzender: Präsident Se. Durchlaucht Fürst Josef 
Colloredo - Mannsfeld. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P ' T ' Herr P. T. Herren 

Egger Eduard, k.k. Finanz- Commissär. Wien J. Breddler, J. B. Förster. 

Handlirsch Adam. Wien A. Rogenhofer, J. Kaufmann. 

Lutz Josef, k. k. Beamter J. Kaufmann, K. Kolbe. 

Reinsen Paul Friedr., Algolog. Erlangen . A. Rogenhofer, Dr. G. Beck. 

Schneider Josef. Wien R. Wettstein, K. Eggerth. 



Prof. C. Claus sprach über die Stellung von Monophyes zu 
den Diphyiden, einer Gruppe der Hydroidpolypen. 



Custos E. v. Marenzell er besprach unter gleichzeitiger 
Vorlage eine weitere Arbeit des Herrn Ritter v. Dräsche über 
die Nematoden-Sammlung Diesing's und Molin's in dem k. k. 
zoologischen Hofcabinete (siehe Abhandlungen, Seite 107) und 
„Ueber eine aeue Syaascydie aus Mauritius". (Siehe Abhandlungen, 
S. 119.) 



Custos A. v. Pelze In erläuterte den ersten Theil seiner unter 
Grundlage der Sammlungen Natterer's ausgearbeiteten Säuge- 
thierf'auna Brasiliens. (Siehe Beiheft.) 



Brunner v. Wattenwyl. 



5 



Zum Schlüsse besprach Herr Custos A. Rogenhofer den 
Inhalt von „L. Walsingham's Pterophoridae of California and 
Oregon" im Vergleiche zu den in dem paläarktischen Faunen- 
gebiete vorkommenden Arten aus der Gruppe der Federmotten. 



Versammlung am 5. März 1883. 

Vorsitzender: Herr Präsident-Stellvertreter Brunner v. 

Wattenwyl. 



Neu eingetretene Mitglieder : 



P. T. Herr 



Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herren 
H. Braun, A. Heimerl. 



Prof. Claus, Dr. C. Grobben. 



Banowsky Raimund, cand. prof. Wien . . 
Heid er Dr. Carl, Assistent am zoolog. vergl. 

anatom. Institute der k. k. Universität . 

Koepert 0., stud. phil. Berlin Prof. C. Claus, Dr. C. Grobben. 

Tobisch, Julius 0., stud. med. Wien . . E. v. Wettstein, C. Eggerth. 
Uhl Dr. Eduard, k. k. Hof- und Gerichts- 

advocat. Wien Dr. Ostermeyer, E. Witting. 



Eingesendete Gegenstände: 

50 Stück Lepidopteren von Herrn W. Czermak. 
110 „ Fische von Herrn Director F. Steindachner. 
10 Centurien Käfer von Herrn J. Lutz. 



Herr Prof. Csokor sprach über parasitische Gregarinen 
und erläuterte deren Bau in zahlreichen Abbildungen. 



Herr Dr. Latzel übergab seine Arbeit über „Die Pauro- 
poden Oesterreichs". (Siehe Abhandlungen, Seite 123). 



6 



Versammlung am 5. März 1883. 



Herr Dr. F. Low legte einen Beitrag zur Kenntniss der 
Milbengallen vor. (Siehe Abhandlungen, Seite 129.) 



Dr. Marenzeller überreichte und erläuterte den von Dr. 
Rudolf Bergh verfassten dritten Beitrag zu einer Monographie 
der Polyceraden, (Siehe Abhandlungen, Seite 135.) 



Herr Ludwig Arnhart übersendet seine Beobachtung über 
die Entdeckung des Aecidiums von Uromyces Genistae tinc- 
toriae (Pers.): 

Die Eintheilung der Uromyces -Arten in Lepturomyces, Micruromyces, 
Hemiuromyces u. s. w. ist, wie auch Dr. G. Winter, in L. Rabenhorst's Krypto- 
gamenflora von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz, Bd. I, p. 140 hervor- 
hebt, nur eine provisorische. „So wird die Mehrzahl der Arten, die wir unter 
Hemiuromyces vereinigt haben, vermuthlich Aecidien besitzen" (ibid.) und des- 
halb zu Euuromyces gestellt werden müssen. Der Werth dieser Eintheilung 
ist offenbar nicht sehr hoch anzuschlagen, da sie auch praktisch, beim Bestimmen, 
keinerlei sichere Anhaltspunkte gibt, oder nur in Fällen, wo der Pilz autoecisch 
ist und die Pleomorphen gleichzeitig vorkommen. 

Dr. G. Winter fand das Aecidium von Uromyces Genistae tinctoriae 
(Pers.) gleichzeitig mit Uredo- und Teleutosporen auf Oxytropis campestris 
und will die auf dieser Nährpflanze vorkommende Form zu Euuromyces stellen 
(ibid. p. 147). 

Ich fand nun am 22. October 1882 das Aecidium des genannten Pilzes 
in einem Eichenwalde des Stadtberges bei Pettau auf Cytisus mit wenigen (wahr- 
scheinlich der vorgeschrittenen Jahreszeit wegen) Teleutosporen. 

Da nun Dr. Winter sein auf Oxytropis aufgefundenes Aecidium (wegen 
der noch schlechten Entwicklung desselben) nicht beschreiben konnte, geben 
wir in Folgendem eine Beschreibung des auf Cytisus gefundenen, wodurch dieser 
Pilz zu Euuromyces gestellt wird: 

Klein, mit unbewaffnetem Auge kaum und nur an der kreisförmigen Ge- 
stalt als diese pleomorphische Form erkennbar; bis 2 mm. im Durchmesser; 
in Häufchen bis zu zwölf dicht aneinander stehend; tief schalenförmig; sowohl 
auf der Ober- als auch Unterseite der Blätter. Scheibe mennigroth. Rand sehr 
licht, fast weiss, zerschlitzt. Sporen rundlich bis länglich, - 0184 mm. im Durch- 
messer, bis 0*0276 min. lang, orange. 



Brunner v. Wattenwyl 



7 



Jahres -Versammlung am 4. April 1883. 

Vorsitzender: Se. Durchlaucht der Präsident Fürst Josef 
Colloredo - Mannsfeld. 



Neu eingetretene Mitglieder: 



P. T. Herr 

Daday Dr. Eugen v., Docent für Zoologie an 
der k. Universität Klausenburg . . . 
Redtenbacher Josef, cand. prof. Wien 
Schlotter Gustav, k. k. Hauptmann im 
71. Inft.-Reg. Kruselyani (Herzegowina) . 



Als Mitglied bezeichnet durch 
P. T. Herren 

A. Rogenhofer, Dr. G. Beck. 
L. Gangibauer, Dr. G. Beck. 
Stabsart Dr. Chimani, A. Rogen- 
hofer. 



Wulp F. M. van der, Haag Prof. F. Brauer, A. Rogenhofer. 



Eingesendete Gegenstände : 

3 Packete Laubmoose von Herrn P. Reinsen in Erlangen. 
6 Centurien Pflanzen von Herrn Dr. F. Ostermeyer. 
1 Centurie Lepidopteren von Herrn Ed. Kreithner. 



Bericht des Präsidenten -Stellvertreters Brunner v. Wattenwyl. 

Hochgeehrte Herren! 

Nach alter Uebung habe ich die Ehre, Ihnen in der heutigen Jahres- 
versammlung unserer Gesellschaft den Bericht über deren Thätigkeit im Jahre 
1882 vorzulegen. 

Der in dem Berichtsjahre herausgegebene XXX IL Band unserer Gesell- 
schaftsschriften enthält 37 selbstständige Abhandlungen auf 630 Seiten mit 
23 Tafeln. 

Ausserdem publicirte die Gesellschaft das von unserem verdienstvollen 
Collegen Juratzka im Manuscripte nachgelassene Werk: Die Laubmoosflora 
von Oesterreich-Ungarn. 

Ferner erschienen auf Kosten der Gesellschaft die Nachträge zu Neil- 
reich 's Flora von Niederösterreich von Halacsy und Braun. 

In Folge des Beschlusses der Versammlung wurde eine Revision unserer 
Statuten vom Jahre 1861 vorgenommen, durch welche die Aufgabe des Aus- 
schusses, das Verhältniss der auswärtigen Mitglieder und die Entscheidung über 



8 



Jahres -Versammlung am 4. April 1883. 



den Jahresbeitrag den Bedürfnissen entsprechend geregelt wurden. Die neuen 
Statuten erhielten die hohe Genehmigung im Monate Mai des abgelaufenen 
Jahres. 

Die Gesellschaft bedauert das Hinscheiden von 27 ihrer Mitglieder, unter 
welchen ich hervorhebe den Freiherrn Julius Schröckinger von Neuden- 
berg, welcher seit dem Jahre 1861 abwechselnd die Stelle eines Präsidenten- 
Stellvertreters bekleidete und in Folge seiner Hingebung für die Interessen unserer 
Gesellschaft eine grosse Lücke in unserer Mitte und das aufrichtige Gefühl des 
Dankes und der Verehrung hinterlässt. Ferner habe ich zu nennen die Herren : 
Cornalia Dr. Emil in Mailand, Zoolog, Darwin Carl in Farnborough Hants, 
Erb er Josef in Wien, Javet Carl in Paris, Entomolog, Krefft Gerard in 
Sidney, Zoolog, Krempelhube r Dr. A. v. in München, Flechtenkenner, Malm 
Dr. A. W. in Götheborg, Zoolog, Reinhardt Joh. in Kopenhagen, Zoolog, 
Schlosser Dr. J. Ritter v. in Agram (Croatien), Botaniker, Schmidt-Göbel 
Dr. H. in Wien, Zoolog, Tr ose hei Dr. F. W. in Bonn, Zoolog, langjähriger 
Redacteur des Archivs für Naturgeschichte. 

Wir wollen unseren verstorbenen Collegen dadurch die ehrende An- 
erkennung ausdrücken, dass wir uns von unseren Sitzen erheben. 

Trotz des bedeutenden Verlustes hat sich die Zahl der Mitglieder nicht 
vermindert. Dieselbe beträgt im Inlande 594, im Auslande 500, somit im Ganzen 
1094, wozu noch 61 Schulen kommen. 

Ueber die Einzelnheiten der Verwaltung und Abrechnung werden Ihnen 
die Herren Functionäre abgesonderte Berichte erstatten, und ich erlaube mir 
denselben nur insoferne vorzugreifen, als ich das erfreuliche Gedeihen unserer 
Gesellschaft hiemit constatire. 

Sie werden mit mir in der Ueberzeugung übereinstimmen, dass wir das- 
selbe zum grossen Theile der eifrigen Hingebung unserer Functionäre und aller 
jener Collegen verdanken, welche für unsere Bibliothek und Sammlungen ihre 
Zeit und ihre Kenntnisse widmen. Ich erlaube mir denselben im Namen der 
Gesellschaft den wärmsten Dank auszusprechen und hoffe, dass die Erforschung 
der Thier- und Pflanzenwelt, welche das gemeinschaftliche Band unserer Ver- 
einigung bildet, auch in diesem Jahre reiche Früchte tragen werde. 



Berieht des Secretärs Herrn Alois Rogenhofer: 

Auch auf das verflossene Jahr kann in literarischer wie administrativer 
BeziehuDg mit allseitiger Befriedigung geblickt werden, und wie Sie, verehrte 
Anwesende, aus dem vorher Erwähnten entnommen haben, sind es namentlich 
zwei für die Flora unseres Vaterlandes wichtige Werke, die, mit bedeutendem 
Kosteuaufwande herausgegeben, an Umfang den Jaliresband übertreffen und das 
Gleichgewicht in den beiden Disciplinen herstellen. 



Günther Beck. 



9 



Der vorliegende XXXII. Band, mit 23 Tafeln geziert, enthält auf 40 Druck- 
bogen 37 selbstständige Abhandlungen von 27 Verfassern. Unter den Mit- 
arbeitern des Auslandes sind hervorzuheben die Herren F. Arnold, Rud. Bergh, 
Th. Beling, W. Blasius, A. Keferstein, E. Graf Keyserling, H. B. 
Möschler, A. Nehrkorn, R. Baron Osten-Sacken und H. Weyenbergh. 

Es erübrigt mir nur noch, allen jenen Herren Mitgliedern herzlichen Dank 
zu sagen, die unsere Publicationen auch materiell unterstützten, und da ist in 
erster Linie unser Ausschussrath Herr R. Ritter v. Dräsche hervorzuheben, 
der die sämmtlichen Tafeln (sechs) zu seinen Aufsätzen auf eigene Kosten an- 
fertigen Hess. Ferner ist noch der freundlichen Unterstützung der Reisen 
unserer Mitglieder von Seite der Verkehrsanstalten dankend zu gedenken. Die 
k. k. priv. Südbahn- Gesellschaft gewährte den Herren Dr. v. L. Lorenz, Dr. E. v. 
Mar enz eller und G. Spreitzenhofer Ermässigung auf der Strecke Wien— 
Triest und zurück, sowie der österr.-ungar. Lloyd dem letztgenannten Herrn 
Begünstigung zur Fahrt von Triest nach den griechischen Inseln und retour. 



Bericht des Secretärs Herrn Dr. Günther Beck: 

Indem ich zur Berichterstattung über den Stand unserer Sammlungen 
schreite, muss ich mit Freuden erwähnen, dass unserer Gesellschaft von einer 
sich stetig mehrenden Anzahl von Mitgliedern und Gönnern zum Theile sehr 
bemerkenswerthe Beiträge an naturhistorischen Objecten theils mit der Bestim- 
mung für unsere Sammlungen, theils zur Vertheilung an Schulen zugekommen 
sind. In der angenehmen Lage, im Namen der Gesellschaft allen Spendern den 
innigsten Dank hiefür zu entrichten, sei es mir erlaubt, die Bitte an dieselben 
zu stellen, auch weiterhin in der gütigen Fürsorge und Unterstützung unserer 
Gesellschaftszwecke thätig einzugreifen. Namentlich angeführt, sind es die P. T. 
Herren: v. Bergenstamm, V. Dorfmeister, C. Fruhwirth, Handlif, 
J. Kolazy, C. Kolbe, Dr. Lenk, J. Mann, A. Metzger, Fr. v. Pelikan, 
L. Prochaska, Dr. Ressmann, A. Rogenhof er, J. Stussin er, G. Spreitzen- 
hofer und meine Wenigkeit, welche zoologische Objecte, die P. T. Herren 
Dr. Arnold in München, H. Braun, Glatz, M. Müllner, Dr. Ostermeyer, 
M. Pfihoda, R. Rauscher, Dr. Ressmann, A. Scherfei, Fr. v. Thümen, 
E. Witting und das k. k. botanische Hofcabinet (Leiter Prof. Reichardt), 
welche der Gesellschaft botanische Objecte freundlichst zukommen Hessen. 

So wie im Vorjahre erfülle ich auch heuer die angenehme Pflicht, jenen 
Herren, die mit aufopfernder Mühe die Instandhaltung und Ordnung der Samm- 
lungen besorgten, den besten Dank der Gesellschaft auszusprechen, insbesondere 
aber denselben dem Herrn Ausschussrathe Kolazy zuzuwenden, der die Be- 
theilung der Schulen mit naturhistorischen Objecten mit seltenem Fleisse und 
in vorzüglichster Weise besorgte. Ich schliesse den mir von seiner Hand zu- 
sammengestellten Ausweis bei und kann mir nicht verhehlen, dass die Gesell- 
schaft mit besonderer Freude auf die in dieser Hinsicht entwickelte rührige 
Thätigkeit blicken kann. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Sitz.-Ber. B 



10 



Jahres -Versammlung am 4. April 1883. 



Ausweis 

über die Betheilung der Lehranstalten mit Naturalien. 

Im Jahre 1882 wurden zwanzig Lehranstalten mit 395 Wirbelthieren, 
4872 Insecten, 2966 Conchylien, 203 Krebsen, Strahlthieren und Würmern, 
3226 Pflanzen, im Ganzen mit 11.662 zoologischen und botanischen Objecten 
betheilt. 



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Name der Lehranstalt 


Ausges 
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Weing- 


Insecte 


onchyli 


Krebse 
rahlthii 
Würme 


Pflanze 


Ph 






£ -2 






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1 


Kuttönber * ; k. 1c Staats-Mittelschule . . 








Ooo 






2 


Nikolsburg * k k Gymnasium 






500 










\yien ; ]^ Lehrer-Bildungs- Anstalt .... 












OQA 




Gurkfeld' Bürgerschule 




Oft 
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353 


230 


19 


200 




"Wien : Communal-Bürgerschule für Mädchen, 
















TT r^7Ai'ni norn cqo 11 n 


4 


25 


158 




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D 


„ Communal-Bürgerschule für Mädchen, 
















II., Leopoldgasse 3 


11 


OQ 


313 


340 


10 




7 


Gr.itzeu ■ Volks- und Bürgerschule 






5 




1 




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W^en : Communal -Volksschule für Knaben 
















Vi Stumpergasse 10 


10 


24 


Ol (\ 


150 


18 


150 


9 


. Communal -Volksschule für Mädcheu, 
















VI., Magdalenenstrasse 1 . . 


10 


21 


287 


129 


11 


200 


10 


„ Communal -Volksschule für Mädchen, 


















9 


11 


259 


170 


11 


110 


11 


„ Communal -Volksschule für Knaben, 


















11 


16 


263 


170 


14 


200 


12 


Allenkowitz b. Napagedl: Volksschule . . . 




23 


229 


89 


20 


200 


13 


Angern a. d. March: Volksschule 




15 


153 


100 


11 


110 


14 


Burghausen : Lehr- und Erziehungs-Institut 


















20 




5 








15 


Pfaffstetten b. llavelsbach, Niederösterreich : 


















10 




301 


150 


5 


150 


16 


Puchberg am Schneeberge: Volksschule . . 




24 


263 


150 


18 


400 


17 


Rudolfsheim b. Wien, Neubergerstrasse 4: 


















7 


23 


270 


124 


20 


240 


18 


Ünter-St. Veit : Local-Direction des Knaben- 


















11 


1 


315 


225 


4 


150 


19 


Währing: Volksschule für Knaben, Kletten- 


















15 


21 


265 


129 


11 


250 


20 


n Volksschulo für Mädchen, Schul- 


















11 


6 


227 


97 


7 


170 




Summe . . 


134 


261 


4872 


2966 


203 


3226 



Ausserdem erhielten die genannten Lehranstalten 64 Bände Gesellschafts- 
sclwiften, 09 Separat -Abhandlungen und 336 Abbildungen zum Geschenke. 

I>icKelbe vollste und dankbarste Anerkennung gebührt auch unserem geehrten 
Herrn Bibliothekar Franz Bartsch für die mustcrgiltige Instandhaltung der 



J osef Kaufmann. 11 

Bibliothek, sowie jenen P. T. Herren und Verfassern, die die Vervollständigung 
der letzteren durch gütige Spenden an Werken und Separatabdrücken sehr 
beförderten. Die Anzahl der Geschenke erreicht mehr als 100, die der wohl- 
wollenden Spender 50 und 4 Anstalten. (Das Verzeichniss derselben befindet 
sich auf Seite 45 der Sitzungsberichte des XXXII. Bandes.) 

Die Anzahl der im Schriftentausche befindlichen Redactionen und Gesell- 
schaften vermehrte sich um zwei auf 272; neu sind das Bulletin of the Torrey 
botanical club, New- York, und Branden 's Revue coleopterologique, Brüssel. 

Acht periodische Zeitschriften (s. Seite XL VIII) werden von der Gesell- 
schaft angekauft. 



Bericht des Rechnungsf öhrers Herrn Josef Kaufmann. 



Einnahmen : 

Jahresbeiträge mit Einschluss der Eintrittstaxen und Mehrzah- 
lungen von zusammen fl. 286 . 64 fl. 2.846 . 64 

Subventionen „ 1.780 . — 

Verkauf von Druckschriften und Druckersätze „ 633 . 31 

Ersatz des Herrn Dr. Ritter v. Dräsche für Tafeln ..... 8 354.55 
Interessen von Werthpapieren und für die bei der Ersten öster- 
reichischen Sparcasse hinterlegten Beträge „ 316 . 83 

Porto-Ersätze „ 87 . 08 

Beiträge auf Lebensdauer ., 60 . — 

Legat von Herrn Paul v. Wagner in Budapest: 1 Notenrente 

vom 1. August 1868, Nr. 273.832, pr. . . fl. 100 . — 

Summa fl. 100 . — fl. 6.078 . 41 
und mit Hinzurechnung des am Schlüsse des Jahresl881 
verbliebenen Cassarestes sammt fl. 3.260 . — 

unantastbaren Vermögens von „ 5.335 . 15 

in Baarem und fl. 1.500 . — 

in Werthpapieren, im Ganzen fl. 1.600.— fl. 11.413.56 

Die Werthpapiere bestehen aus: 



2 siebenbürg. Grundentlastungs- Obligationen ä 100 fl., und 
1 Silberrente zu 50 fl. als Geschenk von Sr. Excellenz Herrn Cardinal- 
Erzbischof Dr. Ld. v. Haynald. 

1 Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Dr. Ludwig Ritter von Kochel. 
1 Silberrente zu 100 fl., Geschenk von Herrn Brandmayer. 
1 Notenrente zu 100 fl. von Herrn A. Rogenhofe r. 

4 Notenrenten ä 100 fl., Geschenk von Herrn Baron von Königswarter. 
1 Rudolfslos zu 10 fl., Geschenk von Herrn Martin v. Damian itsch zum 

Andenken an seinen verstorbenen Sohn Rudolf (3 sind bereits gezogen). 
1 Clarylos zu 40 fl. 

5 Silberrenten ä 100 fl., Legat nach Herrn Dr. Ludwig Ritter v. Koch el, und 
1 Notenrente zu 100 fl., Legat nach Herrn Paul v. Wagner. 

B* 



12 



Jahres -Versammlung am 4. April 1883. 



Ausgaben : 

Besoldungen und Kemunerationen fl. 735 . — 

Neujahrsgelder „ 80 . — 

Beheizung, Beleuchtung und Instandhaltung der Gesellschaf tslocali- 

täten, dann der dieshezügliche Beitrag für den Sitzungssaal „ 217 . 40 



Herausgahe von Druckschriften: 

a) für den Druck des XXXI. Bandes den Best 



b) für den Druck des XXXII. 

Bandes „ 1.880.— 

c) Illustrationen hiezu . . . . „ 1.022 . 75 fl. 2.902 . 75 

d) für den Druck der Moosflora von Juratzka „ 971.— 

e) für den Druck der Nachträge zur Flora 
Niederösterreichs von Dr. Halacsy und 

Braun „ 669 . — „ 5.002.35 

Bücherankauf „ 123.07 

Buchbinderarbeit für die Bibliothek „ 259 . 42 

Erfordernisse für das Museum „ 74 . 91 

Kanzlei-Erfordernisse, Diplome und Drucksorten „ 140 . 82 

Porto- und Stempelauslagen „ 172 . 18 

Für Kränze bei den Leichenbegängnissen der verstorbenen Herren 

Erber und Baron v. Schröckinger „ 27.31 



Zusammen . . fl. 6.832.46 

Hiernach verblieb am Schlüsse des abgelaufenen Jahres ein Cassarest von 
fl. 1.600 . — in Werthpapieren und fl. 4.581 . 10 in Baarem, welch' letzterer zum 
grössten Theil bei der Ersten österreichischen Sparcasse hinterlegt ist, und 
wovon der Theilbetrag von fl. 3.320 . — ein unantastbares, aus den für Lebens- 
dauer eingezahlten Beiträgen entstandenes Capital bildet. 

Verzeichniss 

jener der Gesellschaft gewährten Subventionen, sowie der höheren Beiträge von 
fünf Gulden aufwärts, welche von der Zeit vom 5. April 1882 bis heute in 
Empfang gestellt wurden. 

a) Subventionen : 

Von Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät dem Kaiser Franz Josef fl. 200. — 
., Sr. k. u. k. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge und 

Kronprinzen Rudolf „ 80. — 



Josef Kaufmann. 13 

Von Ihren k. u. k. Hoheiten den durchlauchtigsten Herren Erzherzogen : 

Carl Ludwig fl. 30 . — 

Ludwig Victor „ 20. — 

Albrecht „ 50.— 

Josef „ 50. — 

Wilhelm „ 50.— 

Rainer „ 50 . — 

Heinrich • » 50 . — 

Von Sr. Majestät dem Kaiser von Deutschland „ 60 . — 

„ Sr. Majestät dem König von Baiern „ 40 . — 

Vom hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht . . . . „ 300 . — 

„ „ niederösterreichischen Landtage „ 400 . — 

„ löblichen Gemeinderathe der Stadt Wien „ 200 . — 

b) Höhere Beiträge von 5 fl. aufwärts. 

Für das Jahr 1882: 

Von den P. T. Herren: 

Colloredo-Mannsf eld Fürst Josef zu, Durchlaucht fl. 100 . — 

Marschall Graf August „ 10.— 

Pey ritsch Dr. Johann, Professor „ 8.— 

Kittel August „ 6.— 

Schnabel Dr. Johann „ 5.82 



Barbieux Aug., Bergh Dr. Rud., Brunner v. Wattenwyl C, 
Damianitsch Mart., Dräsche Dr. Rieh, v., Drude Dr. Ose, 
Erding er Carl, Felder Dr. Caj. Freiherr v., Frivaldszky 
Joh. v., Krahulec Samuel, Leder Hans, Madarasz Jul., 
Majer Maur., Marenz eller Dr. E. v., Meyer Dr. A. B., 
Miebes Ernst, Mik Jos., Müller Flor., Rebel Hans, Schaub 
Rob. R. v., Stöger Franz, Stur Dionys., Tief Wilh., Wachtl 
Friedr., Wiesner Dr. Jul., Zickendrath Dr. Hermann, je „ 5.— 



Für das Jahr 1883: 

Liechtenstein Johann, reg. Fürst von und zu, Durchlaucht . . fl. 25 . — 

Schwarzenberg Johann Adolf Fürst zu, Durchlaucht „ 10 . 50 

Heidmann Alberik »10. — 

Kinsky Ferdinand Fürst, Durchlaucht „10.— 

Pelikan Freiherr v. Plauen wald Anton „10.— 

Röder Victor von „ 9.37 

Berg Dr. Carl „7.04 

Ströbitzer Martin „6- — 

Lehr- und Erziehungs-Anstalt der englischen Fräuleins in Burghausen „ 6 . — 

Arnold Fr „ 5 . 87 

Zickendrath Dr. H „5.75 



14 



Jahres -Versammlung am 4. April 1883. 



Bachinger Aug., Bartsch Franz, Beck Dr. Günth., Breidler 
Heinr., Brunner v. Wattenwyl C, Dräsche Dr. Rieh. 
Ritt, v., Egger Ed., Eggerth Carl jun., Fekete Fidel, v., 
Felder Dr. Caj. Freiherr v., Förster J. B., Gall J., 
Gsangler A., Halacsy Dr. Eugen, Haller Dr. Carl, Hanf 
Blasius, Hedemann Wilh., Hirner Josef, Hopffgarten Max 
Baron v., Kaufmann Jos., Kolazy Josef, Künstler G. A., 
Lindpointner Ant, Matz Max, Meyer Dr. A. B., More 
A. G., Müllner M. F., Pelzeln Aug. v., Pokorny Dr. AI., 
ReichardtDr. H. W., Rosenthal Ludw. Ritt, v., Ruperts- 
berger Math., Schiedermayer Dr. C, Schleicher Wilh., 
Schnabel Dr. Joh., Seoane Lopez Dr. Vict., SohstC. G., 
Schwab Adolf, Stauffer Vinc, Steindachner Dr. Franz, 
Tomek Dr. Jos., Türk Rud., Weissbach Dr. Aug., Weiss- 
flog Eugen, k. k. Gymnasium Königgrätz, je fl. 5 

Für das Jahr 1884: 
Hedemann W., Meyer Dr. A. B., je . . „ 5 

Für die Jahre 1885 und 1886: 
Meyer Dr. A. B., je „5 



Herr Präsident -Stellvertreter Brunner v. Wattenwyl be- 
sprach die bei Orthopteren vorkommenden Nachahmungen anderer 
Insecten und Blattformen und demonstrirte diese interessanten 
Thiere. (Siehe Abhandlungen, Seite 247.) 



Herr Dr. Paul Pfurtscheller erläuterte seine Untersuchungen 
über das Bestehen und die Gestalt offener, mit Plasma erfüllter 
Communicationen zwischen den Pflanzenzellen. 



Herr Prof. Mik Hess einige dipterologische Bemerkungen 
folgen. (Siehe Abhandlungen, Seite 181.) 



Herr Seoretär Rogenhofer übergab die Fortsetzung der von 
Dr. Kid), v. Dräsche durchgeführten Revision der Nematoden 
Diesing's und Molin's. (Siehe Abhandlungen, Seite 193.) 

Weiter» legte derselbe die Beschreibungen zweier neuer 
Heuschrecken aus Süd -Tirol von Dr. II. Kraus s in Tübingen 



Dr. Franz Kraus. 



15 



vor (siehe Abhandlungen, Seite 219), sowie die von Herrn Franz 
Kraus in Wien übermittelte Beobachtung über das Zirpen der 
Höhlenheuschrecke : 

Troglophilus cavicola Kollar. 

Gelegentlich einer Durchforschung der nach mir benannten Krausgrotte 
bei Garns (nächst der Bahnstation Landl der Rudolfsbahn) in Steiermark gelang 
es mir, eine grössere Anzahl von Höhlenheuschrecken und anderen Dunkelthieren 
zu fangen, nachdem die frühe Zeit (in der Woche nach Ostern) hierfür aus- 
nehmend günstig war, denn später werden durch die dort stattfindenden Grotten- 
feste diese Thiere in unzugängliche Klüfte verjagt. Die Heuschrecken befanden 
sich eben in der Begattungszeit und waren ausnehmend gut genährt. Als eine 
neue Beobachtung dürfte es gelten, dass es mir bei vorsichtiger Annäherung 
an den Standort, wo sich diese Thiere vorzugsweise aufhalten, gelungen ist, 
ein von denselben ausgehendes leises Zirpen zu vernehmen, welches in zwei 
rasch aufeinander folgenden Tönen bestand, welches mir durch ruckweise Be- 
wegungen erzeugt zu werden schien. Auch waren die gefangenen Exemplare 
durchaus nicht scheu und konnten mit der Hand an den Sprungbeinen leicht 
gefasst werden. Massenhafte zerrissene Leiber des sogenannten Weberknechtes, 
der in loco „Siebenschink" genannt wird, weil man meint, derselbe habe nur 
sieben Füsse, berechtigen zur Vermuthung, dass dieses wehrlose Thier die Haupt- 
nahrung der Höhlenheuschrecke bilde. Nachdem die Grotte seit Kurzem in mein 
Eigenthum übergegangen ist und unter der Obhut eines eigenen Grottencomite's 
in Garns steht, so dürfte es erspriesslich sein, wenn jene Fachmänner, die sich 
dahin begeben wollen, sich brieflich an mich wenden würden, damit denselben 
kein Anstand gemacht werde, wenn sie etwa eine entomologische Ausbeute in 
grösserem Masse dort zu machen wünschen. 



Zur Prüfung der Jahresrechnung werden die Herren Prihoda 
und Wittin g erwählt. 

Versammlung am 2. Mai 1883. 

Vorsitzender: Herr Prof. Dr. H. W. Reichardt. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

_ _ _ Als Mitglied bezeichnet durch 

P. T. Herr r» m tt 

P. T. Herren 

S chuöck er Eduard, k. k. Kechnungs-Official J. Zelebor, Dr. v. Lorenz. 
Simkovics Dr. Ludwig, Professor in Arad . Eggerth Carl, Dr. Ostermeyer. 
Walz Dr. Rudolf. Wien Prof. Reichardt, Prof. C. Claus. 



16 



Versammlung am 2. Mai 1883. 



Eingesendete Gegenstände: 

12 Centimen Käfer für Schulen von Herrn Oertzen. 
2 „ Pflanzen von Herrn Braun. 

6 „ Käfer von Herrn Pelikan Freiherrn v. Plauenwald. 



Herr Prof. Mik übergab einen von Herrn A. Handlirsch 
ausgeführten Beitrag zur Biologie der Dipteren. (Siehe Abhand- 
lungen, Seite 243.) 

Herr A. Heimerl besprach das Vorkommen von Draba 
lasiocarpa Rochel in der Mödlinger Klause und legte zwei Ar- 
beiten von Dr. G. Beck vor, betitelt: Neue Pflanzen Oesterreichs 
(Fortstezung) (siehe Abhandlungen, Seite 225), und: Zur Pilzflora 
Niederösterreichs II. (Siehe Abhandlungen, Seite 229.) 



Herr Custos Rogenhofer legte die Beobachtungen von Herrn 
Adalb. Viertl in Fünfkirchen vor, die derselbe mit Bastard- 
zuchtversuchen an den Spinnerarten Spilosoma luctuosa, lubricipeda 
und mendica gemacht hat. 

Er konnte, leider durch Krankheit verhindert, nicht die Thatsache con- 
statiren, zwischen welchen Arten die Paarung stattfand, da zu gleicher Zeit die 
Falter der drei oben genannten Arten auskrochen und die todten Thiere später 
im Zuchtbehältniss gefunden wurden. 

Die ausgeschlüpften Raupen hatten eine schmutziggrüne Färbung ohne 
röthlichen Seitenstreif auf den vorderen Ringen, ähnelten daher mehr jenen 
von mendica; luctuosa ist schwarz, mit röthlichem Seitenstreif. Die erzogenen 
Falter zeigen im männlichen Geschlechte wenig Verschiedenheit, ausser einem 
schwachen rostgelben Anfluge, namentlich am Vorderrande der Vorderflügel, 
die Weibchen sind etwas lebhafter rostgelblich überflogen, sonst stimmen sie 
im Habitus mit luctuosa Q überein und dürften diese Bastarde wohl aus einer 
Copula zwischen S. luctuosa 9 und mendica $ hervorgegangen sein und 
gleichen vorwiegend der Mutter. Herr A. Viertl wird weitere Beobachtungen 
zu machen bestrebt sein. 



Herr Prof. Reichardt sprach über Desmodium triquetrum, 
in dessen Blatthaaren sieb eine Fliege, Chloria demandata, fängt. 



Versammlung am 6. Juni 1883. 



Vorsitzender: Herr Ausschussrath Dr. Franz Low. 



Neu eingetretene Mitglieder : 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P - Herr P. T. Herren 
Palmen Dr. Joh. Axel, Professor an der Uni- 
versität Helsingfors A. v. Pelz ein. 0. M. Reuter. 

S c u d d e r Samuel, Cambridge, Haward- College, 

ü. St Prof. F. Brauer, A. Rogenhofer. 

K. k. Staats -Gymnasium Wiener-Neustadt. 



Eingesendete Gegenstände : 

12 Centurien Käfer von den Herren F. RupertsbergerundL. Hacker. 
North- American Fungi Cent. X. von Herrn J. B. El Iis in Newfield. 



Herr Dr. P. Pfur tscheller erläuterte seine Beobachtungen 
über Plasmaverbindungen in den Poren mancher Pflanzenzellen. 



Herr Prof. J. Mik sprach über neue österreichische Dipteren. 
(Siehe Abhandlungen, Seite 251). 



Secretär Custos Rogenhofer überreichte eine Arbeit von 
L. Miller: „Ueber sechs neue durch Herrn v. Oertzen in 
Griechenland gesammelte Käfer" (siehe Abhandlungen, Seite 263) 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Sitz.-Ber. C 



18 Versammlung am 6. Juni 1883. 

und einen von Herrn H. B. Mö schier eingesendeten „Beitrag" zur 
Schmetterlings - Fauna des Kaffernlandes" (siehe Abhandlungen, 
Seite 267). 

Secretär Dr. Beck demonstrirte einige von P. Wiesbaur 
in Kalksburg eingesendete Samen und Keimlinge von Viscum 
album L. und V. austriacum Wiesbaur (im Gener. -Doubl. -Verzeichn. 
des schles.-botan. Tauschver. 1882/83) und knüpfte hieran die Be- 
merkung, dass die von dem Einsender hervorgehobenen Ver- 
schiedenheiten in der Form der Beeren und des Samens der ge- 
nannten Pflanzen nicht das Merkmal eines Artunterschiedes an 
sich tragen, da die Gestalt des Samens von Viscum wesentlich 
von der Anzahl der entwickelten Embryonen beeinflusst werde 
und die im Umrisse mehr eiförmige Gestalt des Samens von 
V. austriacum auch bei V. album, wenn auch minder häufig, an- 
getroffen werde. Dr. Beck führte weiters aus, dass die auf der 
niederösterreichischen Schwarzfohre stellenweise ziemlich häufig 
auftretende Mistel von P. Wiesbaur anfangs fälschlich für 
V. laxum Boiss. et Reut, gehalten wurde und unter diesen Namen 
im Jahre 1881/82 an die Mitglieder des schlesisch-botanischen 
Tauschvereines versendet wurde 5 aber V. laxum habe gelbe 
Beeren, die Mistel der Schwarzföhre besitze aber nach eigener 
Ueberzeugung dieselbe weisse Beerenfarbe wie V. album L. In 
der Blattgestalt weise V. austriacum, welches durch seine Merk- 
male die Abtrennung als neue Art nicht rechtfertige, einen gleichen 
Formen Wechsel wie Viscum album auf. 



Versammlung am 4. Juli 1883. 

Vorsitzender: Herr Ausschussrath Dr. Franz Low. 



Neu eingetretene Mitglieder: 

,„ .. Als Mitglied bezeichnet durch 

P. I. Herr °_ m 

P. T. Herren 

Meughin Alois, Volknnchu]lolirer in Meran Prof. V. Gredler, L. Treuinfels. 
K k UnivfTHitütN-Bibliotliek in Graz. 



Dr. F. Brauer. 



19 



Herr Prof. Dr. F. Brauer erläuterte in ausführlicher Weise 
die Entwicklungsgeschichte der Fliege Hirmoneura obscura. 

Es wird bewiesen, dass die Larve derselben eine parasitische Lebensweise 
führt und hiermit die vom Entdecker derselben offen gelassene Frage, ob dieselbe 
ein Raubthier oder Parasit sei, erledigt. Da man bereits 11 mm. lange Larven 
in der Nymphe des Ehisotrogus solstitialis, u. z. in den ersten Tagen nach der 
Verpuppung findet, ohne eine äussere Verletzung der Käferpuppe entdecken zu 
können, so muss sich die noch sehr kleine Larve entweder, u. z. wahr- 
scheinlich in die Käferlarve oder in die Nymphe einbohren. Die 11mm. lange 
Larve ist an der Wachsthumgrenze des zweiten Stadiums angelangt und sieht 
der erwachsenen ähnlich, es fehlen die Pseudopodien der jungen Larve; die Mund- 
haken und Stigmen sind aber kleiner als bei der erwachsenen. Es muss daher 
eine Häutung stattfinden, um diese neu zu bilden. In zehn Tagen wächst die 
Larve von 11 — 22 mm. und bohrt sich nun durch Auseinanderdrängen der 
Metasternaltheile der Käfernymphe aus der leeren Nymphenhaut heraus, um 
sich neben derselben, wie bekannt, zu verpuppen. Die Hirmoneura-L&YYe lebt 
daher ganz so wie die Bombyliiden- und wie die Acroceriden-Larven. — Ebenso 
ist erwiesen, dass ein einziges Bhizotrogus-ln&ividuum für die Fliege 
zur Entwicklung ausreicht, und dass die Larve an Grösse erst rasch in 
der Nymphe des Käfers zunimmt und die meisten Stoffe aus dieser entnimmt. 
Trotzdem geht die Entwicklung des Käfers so weit, dass die Imago vollständig 
angelegt wird und eine eigene Cuticula zeigt. Alle diese Theile werden mit 
Ausnahme der Gliedmassen wieder gelöst und vom Parasiten aufgesogen. — Zu 
lösen bleibt die Frage, wann und unter welchen Umständen die junge Larve ihren 
Parasitismus beginnt, und wie lange das Stillstandsstadium des Wachsthums 
dauert. 



Herr J. Kolazy besprach den Inhalt eines Briefes *) von 
Dr. Benedict Dybowski, Bezirksarztes in Petropawlowsk auf 
Kamtschatka, dem im Vereine mit Herrn Schiffscapitän Nie baum 
das besondere Verdienst gebührt, nach dreijährigen Bemühungen 
Renthiere von obgenannter Halbinsel auf die Beringsinsel mit 
Erfolg verpflanzt zu haben. Nachdem sich nämlich Dr. D y b o w s k i 
überzeugt hatte, dass die Commandeur- oder Beringsinsein sämmt- 
liche Bedingungen für die Existenz grösserer Rennthierheerden dar- 
bieten, beschloss er eine Heerde von 15 Renthieren (10 Weibchen 

*) Ein Auszug aus diesem hier nur dem Inhalte nach wiedergegebenen Briefe des Herrn 
Dr. B. Dybowski, gerichtet an Herrn Lad. Taczanowski, Director des zoologischen Mnseums 
in Warschau, wurde in der Warschauer naturwissenschaftlichen Zeitschrift „Wszechswiai" 1882, 
Nr. 36, veröffentlicht. Eine deutsche Uebersetzung dieses Auszuges wurde der Gesellschaft durch 
Herrn Mich. Wierzbowski freundlichst übermittelt. 

C* 



20 



Versammluug am 3. October 1883. 



und 5 Männchen) auf die grössere der Inseln zu übersetzen. Be- 
sondere Schwierigkeiten, wie die Sonderung der Thiere von dem 
grösseren Schwarme, Heilung von Beschädigungen an Geweihen, 
die bei dem Rennthiere im Frühjahre und Sommer weich und 
mit Haut überzogen, verletzt aber zu Blutungen mit oft tödtlichem 
Ausgange für das Thier Anlass geben, weiters die Pflege und 
Fütterung der Thiere an Bord während der zweitägigen Ueber- 
fuhr, wurden glücklich überwunden und die Thiere auf der Insel 
ausgesetzt, auf welcher sie sich bald zerstreuten. 



Herr Knapp gab Nachricht über die Arbeiten botanischen 
und zoologischen Inhaltes, welche in den zwei ersten Bänden des 
Warschauer physiographischen Jahrbuches enthalten sind. 



Versammlung am 3. October 1883. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. Gustav Mayr. 



Neu eingetretene Mitglieder : 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P ' T ' Herr P. T. Herren 

Apfelbeck Victor. Pakrac, Slavonien . . Otto und Alb. Bohatsch. 

König Dr. Heinrich. Hermannstadt ... F. Göth, M. v. Kimakowicz. 

Novak Giam Battista, Lehrer. Verbagne . C. Schuster, Baron v. Schlereth. 

Pierson Eduard Esqu., Curator of Sydney Dir. F. Steindachner, A. Eogen- 

Museum. Sydney hofer. 

Thomas Richard, Fabriksdirector. Moskau . A. Knapp, Dr. E. Zickendraht. 



Anschluss zum Schriftentausche : 
Sucieta italiana dclle scienze, Roma. 



Eingesendete Gegenstände: 

100 Seidenspinner, 200 Cocons von Herrn Heinrich v. Mitis. 
0000 Intecten von Herrn J. Kolazy. 



A. Rogenhofe r. 



21 



Der Herr Vorsitzende gab dem Schmerze Ausdruck über den 
Verlust der Gresellschaftsmitglieder Frau A. En de res, der Herren 
L. Kapeller, E. Marno, Dr. Schlesinger und G. Spreitzen- 
hofer, welch' Letzterer seinen naturhistorischen Nachlass der 
Gesellschaft testirte. 



Custos v. Pelz ein überreichte den zweiten Theil seiner 
Arbeit über die „ Säugethiere Brasiliens" (siehe Beiheft) und be- 
sprach A. B. Meyer 's Abbildungen der Vogelskelete. 



Custos v. Ma renzeller besprach unter gleichzeitiger Vor- 
lage eine Arbeit des Herrn Dr. R. Freih. v. Drascher „Ueber 
die Nematoden der Testudo graeca". (Siehe Abhandlungen, Seite 325.) 



Prof. H. Reichardt besprach den Pflanzenatlas der Reise 
des Prinzen Coburg und legte die Beschreibung von vier neuen 
Pflanzenarten aus Brasilien vor (siehe Abhandlungen, Seite 321). 



Secretär A. Rogenhofer legte folgende Arbeiten vor : 

Ueber n Petromyzonfluviatilis und Pianeri" von Prof. L. W a j g e 1. 
(Siehe Abhandlungen, Seite 311.) 

„Neue Hymenopteren in den Sammlungen des k. k. zoo- 
logischen Hofcabinetes", beschrieben von F. F. Kohl. (Siehe 
Abhandlungen, Seite 331.) 

„Beiträge zur Pselaphiden- und Scydmaeniden-Fauna von 
Java und Borneo", II. Theil, von E. Reitter (siehe Abhand- 
lungen, Seite 387) und sprach über E. Marno 's entomologische 
Thätigkeit. 

Schliesslich machte er Mittheiluugen über die naturwissenschaftliche 
Thätigkeit des zu Chartum am 31. August d. J. mit Tod 1 ) abgegangenen 
Mitgliedes 

Ernest Marno, 

welcher seit zwanzig Jahren unserer Gesellschaft angehörte und stets ein reges 
und lebhaftes Interesse für dieselbe bekundete, in unseren Schriften auch seine 

J ) Eine ausführliche Nachricht darüber vom Consul Hansal brachte das „Fremdenblatt" 
vom 12. October 1883. 



22 



Versammlung am 3. October 1883. 



Erstlingsarbeiten über Dipteren, 1 ) namentlich durch Prof. Brauer angeregt und 
unterstützt, niederlegte. 

Im Jahre 1866 ging er nach Centrai-Afrika, ein zweites Mal, 1869, abermals 
dahin, von wo aus 1871 die erste Sendung, circa 300 Stücke enthaltend, meist aus 
Famaka und Beni-Shangol, nach Wien ans k. k. zoologische Hofcabinet gelangte. 

Briefliche Nachrichten über seine Reise im Sudan sind in unseren Ver- 
handlungen, Bd. XX, Sitzungsber. p. 30, und Bd. XXI, p. 5, aus Chartum, und 
ebenda p. 62 aus Launi mitgetheilt. 

Eine zweite Sendung mit 27a Centurien kam im Mai 1873 von Bahr-el-Seraf, 
viele Odonaten enthaltend, eine dritte kleine Sendung, die viele interessante Vogel- 
Parasiten (Mallophagen) enthielt, stammte vom weissen Nil, beiLado 1875 gesammelt. 

Inzwischen kehrte Marno nach Wien zurück und veröffentlichte seine „Reise 
in der ägyptischen Aequatorialprovinz und in Kordofan in den Jahren 1874—1876". 
Im Jahre 1878 begab er sich nach der Ostküste Afrikas, um von Zanzibar aus ins 
Innere zu dringen. Auf der Reise von Saadani nach Koakiora sammelte Marno 
fleissig Insecten, die er sorgfältig behandelte und einen grossen Werth durch die 
genaue Angabe der Zeit des Fanges und Ortes erhielten; die Ausbeute betrug 
trotz der ungünstigen Umstände über 300 Exemplare. Das interessanteste Stück 
darunter ist ein neuer Himantopteride, der weiter unten beschrieben wird. 

Die fünfte und letzte Sendung gelangte im März 1882 nach Wien und 
enthielt ausser Wasserkäfern, von Bahr-el-Ghazal eine Anzahl der interessanten 
Hydrocoriden (Limnogeton), die dort zuerst Kotschy entdeckte und von Dr. Mayr 
im II. Bande dieser Verhandlungen beschrieben wurden. 

Im Ganzen schickte Marno ausser einer ziemlichen Anzahl Fische und 
Vögel über 1000 Insecten, die eine werthvolle Bereicherung der kaiserlichen 
Sammlung bilden. 

F. Brauer widmete ihm eine Libellulide, Trithemis Marnois. Eine 
interessante von ihm entdeckte Pieridenform erlaube ich mir nach Marno zu 
benennen und hier zu beschreiben: 

Colias Mamoana m. 

Spannweite cT 40 mm., Q 44 mm. Gestalt und Färbung C. Hyale zu- 
nächst, Körpertheile zarter und schmächtiger. 

. Fühler rosenröthlich, Kolbe schwärzlich mit gelber Spitze, Behaarung 
des Kopfes und Leibes reiner gelblich, weniger roth gemischt als bei Hyale. 
Beine gelb, nach aussen schwach röthlich angeflogen. 

Oberseite: Vorderflügel hell citronengelb (fast wie bei G. Erate), an der 
Wurzel und längs der Hälfte der schwach rosenröthlichen Costa schwärzlich be- 
stäubt, Mittelpunkt mehr länglich, nur halb so gross wie bei Hyale, die gelben 
Flecken in der Randbinde ebenso. Saum deutlich gelb und rosa gescheckt. 
HinterflQgel gefärbt wie die vorderen, ohne alle Spur eines Mittelfleckens. 
Kandflocken schwärzlich, gekonnt, rundlich, Fransen in der vorderen Hälfte gelb- 
lich, gegen den Innenwinkel rosig. 



») Bd. XVIII, p. ü71,„Ueb«r Htxatoma- Larven« ; Bd. XIX, p. 319, „Typender Dipteren-Larren". 



A. Rogenhof er. 



23 



Unterseite: Vorderflügel gleichmässig gefärbt wie oben, Spitze etwas 
ockerfärbig überflogen, Innenrand wenig heller, Punktreihe schwach, schwärzlich. 
Hinterflügel etwas mehr ockergelb, mit röthlichem schmalen Vorderrandsfleck 
und kleinem, meist verdoppelten silbernen Discusfleck, röthlich umrandet, Rand- 
punkte klein, röthlich. 

9 • Zeichnung oben wie beim cf > Färbung einfarbig blässer, mehr grünlich - 
weiss als bei Hydle, Behaarung am Prothorax rosenröthlich, Thorax und Leib 
grünlichweiss, letzterer wie beim mehlig bestäubt. 

Unten : Oberflügel wie oben, Spitze gelblich. Hinterflügel eintönig gelblich- 
weiss. Punktreihe auf Vorder- und Hinterflügeln sehr schwach. Fransen einfarbig 
rosenröthlich. 

3 Pärchen im kaiserlichen Museum. Sudan, Marno leg. 

Trotzdem die Gattung Colias in neuerer Zeit eine mehrfache Bearbeitung 
zu erleiden hatte, so ist die Kenntniss der Arten und Formen nicht wesentlich 
gefördert worden, und ich glaube, dass eine so ausgeprägte Form wie die vor- 
liegende, wenn auch Hydle sehr nahestehend (ob nun mit Artberechtigung oder 
nicht, gilt mir gleich) doch fixirt werden muss, um den Kreis der Verwandt- 
schaften kennen zu lernen. Ob nicht nunmehr Angaben *) über das Vorkommen 
von C. Hydle in Afrika auf die vorliegende zu beziehen sind, lässt sich nicht 
sicherstellen. Hydle weicht in der asiatischen Form aus dem Himalaya, Ost- 
China und Japan viel weniger von der europäischen ab als obige. 

Eine zweite höchst interessante Entdeckung Marno 's ist: 

Doratopteryx nov. gen. 

Himantopteridarum m. 

Fühler schwach gesägt, etwas kürzer als der halbe Vorderrand, die drei 
Wurzelglieder breiter als lang. 

Kopf klein, Ocellen nicht sichtbar. Mundtheile verkümmert, keine Spiral- 
zunge. Beine dünn behaart, ohne Sporne. Aftersegment mit Wollquaste. Flügel 



b ehaart. Vorderflügel mit gegabelter Mediana. Mittelzelle mit kurzer Falte (vena 
spuria). Submediana mit vier gesonderten Aesten. Eine freie Innenrandsrippe 



Fig. i. 



Fig. 2. 




*) Spei er, Geograph. Verbreit, d. Schmett. I, 265. Cramer's Angabe (Cap) bezieht sich 
auf C. Electra Q und nach ihm auch die Trimen's. 



24 



Versammlung am 3. October 1883. 



(analis). Hinterflügel schmal, fadenförmig, mit zwei knapp neben einander her- 
laufenden Längsadern. 

Doratopteryx afra n. sp. 

Spannweite 17 mm. Hinterflügellänge 17 mm. Breite nahe der Wurzel 5 mm. 
Leib 7 mm. 

Kopf rundlich, Augen ziemlich gross, stark genetzt; Ocellen nicht 
sichtbar; Gesicht glänzend pechbraun, sparsam braun behaart, Scheitel mit 
goldgelben Haaren (zum Theile abgerieben) besetzt. Mundtheile verkümmert, 
keine Kollzunge. 

Clypeus gelbbraun, unten glänzend schwarz gerandet, Fühler einund- 
zwanziggliederig, Schaft und die drei Wurzelglieder gelb, breiter als lang, rundlich, 
borstig behaart, die übrigen Glieder länger als breit, schwach glänzend, gelb- 
braun, schwach gesägt, an der Wurzel jedes Glied schwarz geringelt und be- 
wimpert; Thorax glänzend braun, die (zum Theile abgeriebene) Behaarung 
goldgelb. 

Beine zart, braun, ziemlich dicht gelbbraun behaart, ohne Sporne, 
mit einfach gebogenen Endklauen. Hinterleib oben und unten dicht goldgelb 
behaart, letztes Segment mit graubrauner, wolliger Quaste; äussere Genitalien 
gequetscht und nicht gut erkennbar. 

Vorder flügel mit wenig geschwungenem Vorder- und Aussenrand, sehr 
kurzem Innenrand, durchscheinend rauchbraun, nur mit wirr aufliegenden, schwärz- 
lichen Haaren J ) bedeckt. Wurzel goldgelb behaart bis zum ersten Ast der Discoidal- 
ader. Fransen rauchbraun. 

Hinter flügel lang, fadenförmig, rauchbraun, nahe der gelblichen Wurzel 
auf circa 4 mm. gegen den Vorderrand ausgebaucht, dann schmäler werdend, 
erst im letzten Viertel wieder etwas verbreitert und in eine ziemlich scharfe 
Spitze endigend, Saum haarig. Keine Haft börste. Auf der Unterseite der 
Vorderflügel sind, namentlich längs der Mediana, die Haare goldgelb gefärbt. 

1 Stück, das ich für ein Männchen halte, im Mus. caes. Im Jänner 1878 
von E. Marno auf dem Wege von Sadani nach Koakiora (Ost- Afrika, Zanzibar 
gegenüber) entdeckt. 

Jlnnantopterus, vonWesmael 1836 errichtet, wurde von Hagen (Stettiner 
Zeitung 1860, p. 422) zu den Nemopteriden 2 ) gestellt, von Walker (List of 
ipec. lep. Ins. brit. Mus. II, p. 383, und XXXI, p. 277) mit der zweiten Gattung 
Thymara Doubld. 1843 zur Familie Thymaridae, angeblich zunächst den Psy- 
chidcn verwandt, erhoben, sie muss aber richtig Himantopteridae heissen. 
West wo od (Trans, ent. society, London 1877, p. 437) stellt die Gattung zu den 
Arctiiden, nach ihm Mac Lachlan (Ann. soc. entomolog. de Belgique XX, 1877; 



') Ebenno wio boi P/njrkoto'd, Hetcrogynia, Aglaopc und manchen Gruppen der Glaucopiden 
und Pnycliidon. 

') S'rmojiIrTn bat auf den Vordci Hügeln zahlreiche Queradern, auf den Hinterflügeln drei 
Langnadern and in den Kaud auslaul. ndo Queradorn. 



A. Rogenhof er, 



25 



Comptes rendus LXI) auch zu den Lepidopteren ; J. M o o r e beschreibt in den Proceed. 
of zoolog. soc, London 1879, p. 395 (Taf. XXXII, Fig. 3) eine neue Thymara 
caudata aus Birma und stellt selbe zu den Chalcosiden! 

Ich halte diese Gruppe zunächst verwandt mit den Syntomiden und Pro- 
criden, das Geäder zeigt auch mit diesen die meiste Aehnlichkeit. 

Das Geäder unserer Art weicht von den beiden bisher bekannten Gat- 
tungen ab ; bei Himantopterus geht die subcosta nie weiter in den Flügelrand, 
die untere Discoidalquerader steht schief, weit entfernt von der Gabelung der 
subdorsalis. 

Die Zinke in der Mittelzelle ist kurz und verläuft in eine schwach 
sichtbare concave Falte (vena spuria), die zwei oberen Aeste der subdorsalis 
(3 und 4 H. Sch.) entspringen gesondert aus dem unteren Zellenschluss und 
nicht auf gemeinschaftlichem Stiele. 

Thymara zeigt andere Abweichungen von beiden Gattungen, nach West- 
wood 's Figur in Trans, ent. soc. 1877, pl. X, f. 3, keine Zinke in der Mittel- 
zelle, die nach innen in eine scharfe Spitze vorspringt, vier Subdorsalrippen, 
drei und vier beinahe aus einem Punkte, und keine Analader. 

Himantopterus wurde bisher nur in Indien, Thymara (Th. Zaida Dbl. 
und Th. caudata Moore) in Indien und nach Walker (Th. papilionaria) in 
Ost -Afrika gefunden. 

Die Aehnlichkeit von Himantopterus bezieht sich mehr auf die Neuropteren- 
Gattung Halter (bacilaris Burm.) vom Cap als auf Nemoptera. 



Versammlung am 7. November 1883. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. H. W. Reichardt 



Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P - Herr P. T. Herren 

Hei der Dr. Arthur Ritter v., Docent für Zoo- Dr. E. v. Marenzeller, Dr. L. Ritt. 

logie an der Universität in Graz ... v. Lorenz. 

White Buchanan Esq. Perth, Schottland . A. Rogenhofer, Paul Low. 



Das Mitglied Herr Sam. Scudder hat für Lebenszeit den 
Beitrag erlegt. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Sitz.-Ber. D 



26 



Versammlung am 7. November 1883 



Eingesendete Gegenstände: 

5 Centimen Insecten von Herrn R. Türk. 

5 „ Dipteren von Herrn Prof. J. Mik. 
12 Fascikel Pilze von Herrn Freih. v. T hürnen. 
10 ausgestopfte Vögel von Herrn Dr. Franz Low. 
Eine Partie Coleopteren von Herrn Jos. Lutz. 



Secretär Rogenhofer legte vor die „Bestimmungs-Tabellen 
der europäischen Coleopteren VIII, Cerambycidae" (Schluss), von 
L. Gangibauer. (Siehe Abhandlungen, Seite 437.) 



Herr C. Fehlner sprach über ein neues Moos aus Persien, 
Bryum Eltcendicum. (Siehe Abhandlungen, Seite 435.) 



Herr Dr. E. Witlaczil erläuterte seine Beobachtungen über 
die Entwicklungsgeschichte der Aphiden. 

Herr Dr. C. Nörner machte den Bau der Milbengruppe 
der Cheyletiden zum Gegenstande seiner Auseinandersetzungen. 
(Siehe Abhandlungen, Seite 645.) 



Secretär Dr. G. Beck überreichte unter gleichzeitiger Be- 
sprechung zwei Arbeiten botanischen Inhaltes, betitelt: „lieber die 
geothermischen Verhältnisse des Bodens und deren Einfluss auf 
die geographische Verbreitung der Pflanzen" von Prof. F. K ras an 
(siehe Abhandlungen, Seite 587), und die Flora des Testaccio in 
Koni von Dr. Rüd. Solla. (Siehe Abhandlungen, Seite 429.) 



Das Scrutinium der Wahl von acht Ausschussräthen ergab 
für die nächsten drei Jahre die Herren: 

Bartsch F. Müllner M. 

Fach« Th. Pelikan A. Freih. v. Plauen wald. 

KoUzy Jon Steindachner Fr. 

Künstler Gust. Wachtl F. 



Mich. Ferd. Müllner. 



27 



In Folge Beschlusses der für den 21. September d. J. ein- 
berufenen ausserordentlichen Ausschusssitzung wurde die Annahme 
des letztwilligen Vermächtnisses des am 22. Juli d. J. verstor- 
benen Mitgliedes G. Spreitzenhofer entschieden. 



Versammlung am 5. December 1883. 

Vorsitzender: Herr Professor Dr. H. W. Reichardt. 

Neu eingetretene Mitglieder: 

Als Mitglied bezeichnet durch 
P - HerI P. T. Harren 

Fauvel Albert, Advocat. Caen L. Gangibauer, A. Rogenhofer. 

Zahlbruckner Dr. Alexander. Wien . . R. v. Wettstein, J. 0. Tobisch. 



Eingesendete Gegenstände: 

1 Centurie Phanerogamen für Schulen von Herrn M. Prihoda. 
1 Partie Lepidopteren von Herrn J. Mann. 



Prof. Reichardt sprach über die wissenschaftlichen Be- 
ziehungen des berühmten Naturforschers Alexander Braun zu 
Wien. Ferner legte er vor: Voss, Materialien zur Pilzkunde 
Krains IV. (Siehe Abhandlungen 1884, Seite 1.) 



Herr Mich. Ferd. Müllner legt drei für die niederöster- 
reichische Flora neue Bastarde saramt den gleichzeitig am Fund- 
orte gesammelten Stammeltern vor und knüpft hieran nachstehende 
Bemerkungen : 

Bei Lunz, wo auf Wiesen sehr häufig Carduus crispus L. und an Wald- 
rändern allenthalben Carduus defloratus L. vorkommt, fand ich heuer gegen 
Eude August, an zwei verschiedenen Stellen, den deutlich ausgesprochenen Bastard 
dieser beiden Distelarten: 

Carduus crispus X defloratus Holler 
= C. Moritzii Brügger. 

Die von mir daselbst gesammelten Exemplare stehen alle habituell dem 
C. defloratus näher, wegen der durchwegs einzeln, an langen, weit herab nackten 

D* 



28 



Verbamiuluiig ara 5. December 1883. 



Stielen befindlichen Köpfeben, doch sind selbe kleiner, deren Stiele kürzer als 
bei C. defloratus, ferner ist der Stengel mehr verzweigt, die Blätter sind auf 
der Unterseite mehr oder minder deutlich graufilzig und die obersten Blätter 
breiter. 

Diese Hybride finde ich bisher nur als in der Schweiz bei Chur (Brugg er) 
und ferner am Meringer Lechfelde bei Bergen (Holler) vorkommend angegeben. 

Ein weiterer für unsere Flora neuer Distelblendling ist: 

Carduus defloratus X Personata Michalet, 
C. Personata X defloratus Grenier, 
C. Naegelii Brügger, 

den ich heuer in zwei Formen fand. Am oberen Lunzer See sammelte ich unter 
den daselbst nicht selten gemischt vorkommenden Stammeltern die in der Tracht 
dem C. defloratus näher stehende Form, welche sich jedoch von demselben haupt- 
sächlich durch die etwas kleineren Köpfchen, die mehr verzweigten Stengel und 
die breiteren und in grösserer Anzahl vorhandenen obersten Blätter unterscheidet. 

Bei Mürzsteg und bei Wegscheid (unweit Mariazell) fand ich dagegen 
Exemplare, die dem C. Personata näher stehen, aber von selbem durch die breitere 
Flügelung des Stengels, die verlängerten, oben 3 bis 5 cm. herab ganz nackten, 
theils ein-, theils zwei- bis dreiköpfigen Pedunkeln und die viel schmäleren und 
kleineren obersten Stengelblätter abweichen. Es ist sonach nicht schwer, diese 
beiden Formen des Bastardes von den normalen Formen der Stammeltern zu 
unterscheiden. Schwieriger jedoch ist oft die Unterscheidung desselben von 
C. Personata forma putata, welche ich heuer auf Wiesen bei Wegscheid (und 
zwar, nebenbei bemerkt, auch rein weissblühend) antraf, und die, durch ihre 
kleineren, meist einzeln, oder zu zwei bis drei an der Spitze der Verzweigungen 
stehenden Köpfchen, der vorerwähnten zweiten Form des G. Naegelii sehr ähnlich 
sieht, doch sind bei C. Personata forma putata die obersten Blätter breiter und 
grösser und reichen, so wie die schwachdornige Flügelung, stets bis unmittelbar 
an die Köpfchen hinan. 

Da bei C. Moritzii und C. Naegelii einer der erzeugenden Factoren 
(C. defloratus) der gleiche ist und die beiden zweiten (C. crispus und C. Per- 
sonata) nur wenig von einander verschieden sind, ist es wohl erklärlich, dass 
diese beiden Bastarde sich sehr ähnlich sehen, doch ist letzterer von ersterem 
hauptsächlich durch die viel breiteren unteren Blätter und die auf der Unter- 
seite nicht grauiilzigen oberen Stengelblätter zu unterscheiden. 

Der in Tirol vorkommende Carduus Bambcrgeri Hausm. (0. Personata L. 
X C rhaeticus D. C.) ist durch seine tiefgezähnt-lappigen, mit langen, stechenden 
Dornen vnrnuhkmn Blätter und Stongelfliigel leicht von C. Naegelii zu trennen. 

Nach Focke PfL Mischl. kommt 0. Personata X defloratus: „zerstreut 
im Jura und in den Alpen vor, nach Michalet in zwei Formen. Angeblich 
auch in Thüringen". 



Mich. Ferd. Müllner. 



29 



C. Moritzii und C. Naegelii dürften nicht nur für Nieder -Oesterreich, 
sondern überhaupt für die Flora von Oesterreich-Ungarn neu sein. — Die Zahl 
der bisher aus Nieder-Oesterreich bekannten CanZwws-Bastarde (siehe Sitzungs- 
berichte d. k. k. zool.-botan. Gesellschaft vom 7. Docember 1881, Bd. XXXI) erhöht 
sich somit* von sechs auf acht 



Gegen Ende Juli vorigen Jahres fand ich, vom Wechsel über Mariensee 
herabsteigend, am Ausgange der Klause gegen Aspang, unter den Stammeltern : 

Verbascum Thapsus X nigrum 
— V. collinum Schräder. 

Die Blätter desselben sind lanzettlich , der grosste Querdurchmesser 
des Blattes schneidet nämlich dessen Längeuachse ungefähr in der Mitte und 
nicht wie bei V. Thapsus, oberhalb und bei V. nigrum, unterhalb derselben. 
Die oberen Blätter sind kurz herablaufend, die folgenden sitzend, die unteren 
in den nackten Blattstiel zugeschweift. Die Staubfäden sind ungleich lang, die 
zwei längeren schwach, die drei kürzeren stärker, wollig behaart, diese Haare 
lichtviolett, gegen die Spitze weisslich. 

An V. TJwpsus L. erinnert die nur wenig schwächere, filzige Behaarung 
der Blätter und Kelche, die kurzen Blüthenstiele (meist sind selbe nur so lang 
als die Kelche) und die ungleiche Länge der Staubfäden. 

An V. nigrum L. dagegen gemahnt die violette Färbung der Staubfäden- 
wolle und die ziemlich zahlreichen, in Büscheln zu 5 bis 10 vereinigten Blüthen. 

Verbascum collinum Schräder wurde bisher noch nicht in Nieder- Oester- 
reich, jedoch schon in den angrenzenden Kronländern Steiermark, Böhmen und 
Mähren, sowie an vielen Orten des übrigen Mittel-Europas beobachtet. 



Secretär A. Rogen hof er brachte zur Vorlage ein ein- 
gesendetes Manuscript von Graf E. Keyserling, „Neue Spinnen 
aus Amerika V". (Siehe Abhandlungen, Seite 649.) 

Ferner besprach derselbe den Inhalt von drei kürzlich er- 
schienenen lepidopterologischen Werken, die sämmtlich über Indien 
handeln, und zwar: W. L. Distant, Ehopalocera Malagana; Mar- 
schall und Niceville, Butterflies of India, und Moore F., Lepi- 
doptera of Ceylon; letzterer Autor gefällt sich in einer geradezu 
masslosen Zersplitterung althergebrachter Gattungen und vieler 
neu sein sollenden, die er mit den albernsten Namen belegt. 
(Naranisa, Chanapa) \ 



30 



Versammlung am 5. December 1883. 



Schliesslich gibt der Vorsitzende das Resultat des Scrutiniums 
bekannt. Es erscheinen als Vicepräsidenten für das Jahr 1884 
gewählt : 

P. T. Herr Brauer Dr. Friedrich. j P. T. Herr Pelikan A.Fr.v.Plauenwald. 
„ „ Low Dr. Franz. „ „ Pelzeln August v. 

Mik Josef. „ „ Wiesner Dr. Julius. 

Als Secretäre mit fünfjähriger Functionsdauer: 
P. T. Herr Rogenhofe r Alois. | P. T. Herr Beck Dr. Günther. 

Als Rechnungsführer: 
P. T. Herr Kaufmann Josef. 



Anhang. 

TV"e rke, 

welche der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft im Jahre 1883 
geschenkt wurden. 

1. Report on the scientific results of voyage of H. M. S. Challenger during the 

years 1873—1876. Zoology vol.I— V. Narrative vol. II. London 1880-82. 

Von H. Dr. Ritter v. Dräsche. 

2. Berg Carlos. Analecta lepidopterologica. (Contribuciones al Estudio de la 

Fauna de la Republica Argentina.) Buenos-Ayres 1882. Vom Verfasser. 

3. Andre Ed. Species des Hyrnenopteres d'Europe et d'Algerie. Beaune 

(Cöte d'or) 1883. Vom Verfasser. 

•1. Marchesetti C. Florula del Campo Marzio. Triest 1882. Vom Verfasser. 

5. Intomo alle opere scientifiche di Bonaventura Corti, discorso del prof. Paolo 

Bonizzi. Modena 1883. Vom Verfasser. 

6. Kolombatovic Giorgio. Mamrniferi anfibi e rettili della Dalmazia e pesci 

rari e nuovi per l'adriatico che furono gatturati nelle acque di Spalato. 
Spalato 1882. 8°. Vom Verfasser. 

7. Die Flora des Bernsteins und ihre Beziehungen zur Flora der Tertiärfor- 

mation und der Gegenwart von H. R. Goeppert und A. Menge. 
Dauzig 1883. Geschenk der uaturforschenden Gesellschaft in Danzig. 



"haue 



31 



8. Descriptions of New Iadian Lepidopterous Insects from the collection of 

the late Mr. W. S. Atkinson. Heterocero (continued) (Cymato- 
phoridae — Herminidae). By Fr. Moore. Calcntta 1882. 

Geschenk von der Asiatic Society of Bengal 1882. 

9. Stearns Rob. E. C. On the history and distribution of the Fresh Water 

Musseis and the identity of certain allegred species. 1882 (Berkeley. 
Californien). 

10. — Verification of the habitat of Conrad's Mytilus bifurcatus. Phila- 
delphia 1882. Vom Verfasser. 

11 Wachtl Fritz A. Kritische Bemerkungen zu Prof. Dr. Friedr. Brauer's 
Artikel über Hirmoneura obscura Meig. (im 2. Jahrgange der Wiener 
entomolog. Zeitung). Wien 1883. Vom Verfasser. 

12. Klemensiewicz Stanisl. Lepidopteren von Neu-Sandez. Krakau 1883. 

Vom Verfasser. 

13. Blasius Wilh. Ueber neue und zweifelhafte Vögel von Celebes. Braun- 

schweig 1883. Vom Verfasser. 

14. Pancic J. Orthopteren in Serbien. Belgrad 1883 (serbisch). Vom Verfasser. 

15. Ernst A. Resumen del curso de Zoologia leido en la J. universidad central. 

Caracas 1882. Vom Verfasser. 

16. Barbosa Rodrigues. Passifloreacae Meisner. — Tetrastylis nov. gen. 1882. 

Vom Verfasser. 

17. Dalla Torre Dr. K. W. v. Atlas der Alpenflora. Wien 1882. 

Geschenk von Dr. G. Beck. 

18. Barbosa Rodrigues J. Genera et species Orchidearum novarum. Seba- 

stopol 1882. Vom Verfasser. 

19. Regel E. Descriptiones plantarum novarum et minus cognitarum. Fase. VIII. 

Petropolis 1883. Vom Verfasser. 

20. Cobelli Ruggero. Gli ortotteri genuini del Trentino, notizie präliminar! 

del — . Rovereto 1883. Vom Verfasser. 

21. Barbosa Rodrigues J. Les Palmiers. Observations sur la monographie de 

cette famille dans la flora brasiliensis. Rio de Janeiro 1882. 

Vom Verfasser. 

22. Fitzinger Leop. Jos. Die Arten und Racen der Hühner. Wien 1878. 

Geschenk von Herrn General -Auditor Damianitsch. 

23. VI. Jahresbericht (1881) des Ausschusses für Beobachtungsstationen der Vögel 

Deutschlands. Naumburg a/S. 1883. Geschenk von Herrn R. Blasius. 

24. Lanzi Matteo. Le diatomee rinvenute nelle fonti Urbane delP acqua Pia- 

marcia. Rom 1881. Vom Verfasser. 

25. Berg Carlos. Doce Heteromeros nuevos de la Fauna argentina. Buenos- 

Ayres. 8°. 1883. Vom Verfasser. 

26. Jäger Gustav. Zoologische Briefe. Wien 1864. 

Geschenk von Herrn General- Auditor Damianitsch. 

27. Brusina Spiridion. Anomalien der Ornis croatica. Wien 1883. 

Vom Verfasser. 



32 



Anhang 



28. Räthay E. und Haas B. Ueber Phallus impudicus und einige Coprinus- 

Arten. Wien 1883. Vom Verfasser. 

29. Räthay E. Untersuchungen über die Sperniogonien der Rostpilze. Wien 1882. 

Vom Verfasser. 

30. Stevenson W. C. Ellis, North- American Pungi, alphabetical Index. Cen- 

turies I, vol. X. 

31. Martin. Some new species of Sphaeriaceous Fungi. 

32. — New species of North -American Fungi. Diplodia Pyri E. and M. 

33. — Id. Lophiostoma minus. 

34. — Id. Mitrula luteola. 

35. Blasius Wilhelm. On a collection of Birds from the Isle of Ceram made 

by Dr. Platen in Novemb. and Decemb. 1881. London 1882. 

Vom Verfasser. 

36. Palmen Joh. Axel. Om Foglarnes flyttningsväger. Helsingfors 1874. 

37. — Ueber die Zugstrassen der Vögel. Leipzig. 1876. 8°. 

38. — Finlands Foglar. Helsingfors 1873. 

39. — Zur Morphologie des Tracheensystems. Helsingfors 1877. 

40. — Antwort an E. F. v. Homeyer bezüglich der „Zugstrassen der Vögel". 

Helsingfors 1882. Vom Verfasser. 

41. Preudhomme de Borre A. Liste des Mantides du musee royal d'hist. 

nat. de Belgique. Brüssel 1883. Vom Verfasser. 

42. Pro sslin er K. Das Bad Ratzes in Süd-Tirol. Bilin (Böhmen) 1883. 

Vom Verfasser. 

43. Drude Oscar. Bericht über die Fortschritte in der Geographie der Pflanzen 

(1880—1881). Dresden. Vom Verfasser. 

44. Tschusi zu Schmidhoffen Victor R. v. Nachruf an Ludw. Heinr. 

Jeitteles. Wien 1883. Vom Verfasser. 

45. Berg Carlos. Miscellanea Lepidopterologica. Buenos- Ayres 1883. 

Vom Verfasser. 

46. Voss VVilh. Zwei unbeschriebene Pilze der Flora Krains aus den Gattungen 

Phyllosticta und JRamularia. Laibach 1883. Vom Verfasser. 

47. Farsky Franz. Bericht der landwirthschaftl. chemischen Versuchsstation 

in Tabor. Tabor 1883. Vom Verfasser. 

48. Birö Lajos. Contributiones ad faunam comitatus Zempleniensis in Hungaria 

superiore. Budapest 1883. Vom Verfasser. 

V). Palmdn J. A. Finnische Vogeleier (mit Abbildungen von G. Sund man). 

Helsingfors 1881. Vom Verfasser. 

50. Pancic Josef. Elementa ad floram principatus Bulgariae. Belgrad 1883. 

Vom Verfasser. 

51. Ignatius K. E. F. Le grand-duchd de Finlande. Notice statistique. Hel- 

singfors 1878. Vom Verfasser. 

52. Lichtenstein J. De Revolution biologique des pucerons en ge'ne'ral et du 

' Phylloxera en particulier. Paria-Bordeaux 1883. Vom Verfasser. 



Aiihang. 



33 



53. Nynian C. F. Synopsis plantaruni bicornium europaearuni. 1851. 

Vom Verfasser. 

54. Saint-Lager. Quel est Pinventeur de la nomenclature binaire (remarques 

historiqnes). Paris 1883. Vom Verfasser. 

55. Räthay Emerich. Ueber die in Nieder- Oesterreich als „Gabler" oder „Zwie- 

wipfler" bekannten Reben. Klosterneuburg 1883. Vom Verfasser. 

56. Pokorny AI. Zur Flora subterranea der Karsthöhlen. Vom Verfasser. 

57. Braithwaite R. The british Moss-Flora. Part. VII. Juli 1883. London. 

Vom Verfasser. 

58. Rütimeyer L. Rathsherr Peter Merian. Basel 1883. Vom Verfasser. 

59. Lanzi ATatteo. I funghi della Provincia di Roma. Roma 1883. 

60. — Le diatomee raccolte nel Lago di Bracciano. Roma 1883. 

Vom Verfasser. 

61. Metrai J. Amelioration de la Vegetation des arbres d'alignement en general 

et principalement des marronniers de la place Bellecour ä Lyon. 
Lyon 1883. Vom Verfasser. 

62. Palacky Joh. Ueber die geologische Entwicklung der Coniferen. Prag 1883. 

Vom Verfasser. 

63. Hof mann J. Flora des Isargebietes von Wolfratshausen bis Deggendorf. 

Landshut 1883. Vom Verfasser- 

64. Blasius Wilh. Ueber eine kleine Sendung von Vögeln aus Java. 

65. — Ueber Spermophilus rufescens Keys., den Orenburger Ziesel, und dessen 

fossile Vorkommnisse. Vom Verfasser. 

66. Bretschneider E. Botanicon sinicum. Notes on Chinese botany from 

native and western sources. London 1882. 

67. — Earli european researches into the flora of China. London 1881. 

68. Vukotinovic L. Neue Pflanzen und andere Addenda zur Flora Croatiens. 

Agram 1876. 

69. — Novae formae quercuum croaticarum et alia addenda ad floram croa- 

ticam. Agram 1880. 

70. Trautvetter E. R. Ueber den Krzemieniecer botanischen Garten. 

71. Weddell H. A. Notes sur les Quinquinas. Paris 1870. 

Nr. 66 — 71 Geschenke von Herrn Knapp. 

72. Müller Baron Ferd. v. Select extra - tropical plants readily eligible for 

industrial cultur or naturalisation. Sydney 1881. 

Geschenk von Dr. Steind achner. 

73. Dimmock G. The writings of Samuel Hubbard Scudder. Cambridge 1879. 

74. — The anatomy of the mouthparts and of the sucking apparatus of 

some diptera. Boston 1881. Vom Verfasser. 

75. White Buchanan. Report of the Pelagic hemiptera of the voyage of 

H. M. S. Challenger. Geschenk von Herrn Rogenhofe r. 

76. Palacky Joh. Ueber die Flora von Neu-Caledonien. — Ueber die Fauna 

von Madagascar. — Ueber die Flora von Oregon. Prag 1882. 

77. — Ueber die Flora und Fauna der Oase Kufra. Prag 1882. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Sitz.-Ber. E 



34 



Anhang. 



78. Palacky Job. Ueber die Fische Indiens und Nord- Amerikas in geologischer 

Hinsicht. Prag 1883. 

79. — Ueber die Remanenzen früherer geologischer Perioden in der Jetztzeit. 

Prag 1875. 

80. — Ueber die Gesetze des Endemismus. Prag 1881. 

81. — Ueber die Entstehung der australischen Flora. Prag 1882. 

82. — Ueber die Wechselseitigkeit der fossilen Flora Amerikas und Europas. 

Prag 1882. 

83. — Zur Fauna Palästinas. Prag 1881. 

84. — Neue Beiträge zur Flora von Australien. Prag 1883. 

85. Blasius Wilh. Ueber die letzten Vorkommnisse des Riesen -Alks (Alca 

impennis) und die in Braunschweig und an anderen Orten befindlichen 
Exemplare dieser Art. Brauuschweig 1881 — 83. 

86. Dräsche Rieh. v. Beiträge zur Entwicklung der Polychäten. I. Heft. 

Wien 1884. 

87. Müller Baron Ferd. v. The plants indigenous around sharks bay and its 

vicinity. Perth 1883. 

Nr. 76—87 sämmtlich von den Verfassern geschenkt. 



Abhandlungen. 



I 



Vögel von Borneo, 

im Südosten der Insel gesammelt von Herrn F. J. Grabowsky. 

Verzeichnet und mit Bezugnahme auf die gesammte Vogelfauna 
der Insel besprochen 

von 

Wilhelm Blasius in Braunschweig. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 6. December 1882.) 

Dem Ornithologen, welcher sich mit der Bestimmung, Untersuchung und 
wissenschaftlichen Beurtheilung von Borneo -Vögeln beschäftigen will, dient seit 
dem Jahre 1874 bis jetzt und vermuthlich noch auf längere Zeit als haupt- 
sächlichste Quelle der Belehrung das in jenem Jahre in den „Annali del Museo 
Civico di Storia Naturale di Genova" als Vol. V. dieser Annalen herausgegebene 
umfangreiche, gründliche und nach den damaligen Kenntnissen erschöpfende 
Werk: Catalogo sist. degli Uccelli di Borneo diTommaso Salvadori con note 
ed osservazioni diG. Doriaed 0. Beccari intorno alle specie da essi raccolte 
nel Eagiato di Sarawak. 

Die nächste Veranlassung zu diesem Werke waren die zahlreichen Samm- 
lungen, welche G. Doria und 0. Beccari im Jahre 1865 in Nordwest-Borneo, 
und zwar im Kegentschaftsbezirk Sarawak und hauptsächlich in der Umgegend 
der Hauptstadt Kutchin, und später 0. Beccari allein bis Ende Januar 1868 
an derselben Stelle und auf näheren und ferneren von dort aus unternommenen 
Excursionen in dem nach Nordwesten gerichteten Küstengebiete der Insel zu- 
sammengebracht hatten. Dieselben umfassten in etwa 800 Individuen 226 Arten, 
von denen 42 (darunter 19 noch unbeschriebene und von Salvadori zuerst in die 
Wissenschaft eingeführte) Species bis dahin auf Borneo noch nicht gefunden waren. 
Nicht nur dieses bedeutende, im Museum zu Genua aufbewahrte Material, sondern 
auch die gründlichen, zusammenfassenden Studien über die bisherige ornitho- 
logische Erforschung von Borneo, hauptsächlich über die Sammlungen, welche 
Croockewit, Hombron, Jacquinot, Mottley, Müller, Schierbrand, 
Schwaner, Semmelink und Andere in Süd-Borneo, besonders in der Gegend 
von Banjermassing und im Gebiete des Baritostromes, Diard, v. Kessel und 
Schwaner in West-Borneo bei Pontianak, Brooks, Everett, v. Kessel, Low, 

Z. B. Ges. ß. XXXIII. Abb. 1 



2 



Wilhelm Blasius. 



Wallace und Andere in Nordwest-Borneo, in Sambas und dem Regentschafts- 
bezirke Sarawak, und endlich Dillwyn und Mottley auf der Insel Labuan und 
an der benachbarten Küste von Borneo zusammengebracht hatten, und über die 
jene Sammlungen betreffenden Veröffentlichungen von de la Berge, Blyth, 
Bonaparte, Dillwyn, Dresser, Elliot, Gould, Gray, Gurney, Hartlaub, 
Hombron, Jacquinot, Lesson, Low, Malherbe, Marshall, Mottley, 
Müller, v. Pelzeln, Reichenbach, Schlegel, Sclater, Strickland, 
Swinhoe, Temminck, Waiden, Wallace und anderen Forschern machen 
das genannte Werk Salvadori's zu einem grundlegenden. 

Seit dem Erscheinen dieser Arbeit hat nun übrigens die ornithologische 
Erforschung von Borneo nicht geruht. Vielleicht sogar in Folge der dadurch 
gegebenen Anregung ist seitdem kein Jahr vergangen, in welchem nicht Arbeiten 
über die Vogelfauna von Borneo oder faunistische Reisewerke erschienen wären, 
welche bei einer weiteren ornithologischen Erforschung dieser Insel nicht ver- 
nachlässigt werden dürfen. — Bevor ich daher zu einer Besprechung der von 
Grabowsky eingesandten Sammlungen übergehe, dürfte es mir wohl gestattet 
sein, zur Ergänzung der genauen Angaben Salvadori's über die frühere Literatur 
die spätere Literatur seit 1874 an dieser Stelle in chronologischer Reihenfolge 
sorgfältig zu verzeichnen und dabei auf die wichtigsten Ergebnisse der ein- 
zelnen Publicationen in Bezug auf die Vergrösserung unserer Kenntnisse von 
der Vogelfauna von Borneo und der geographisch und faunistisch zu Borneo 
gehörenden Insel Labuan, besonders auf die Entdeckung neuer Vogelarten im 
dortigen Gebiete hinzuweisen. Es sind in chronologischer Reihenfolge erschienen : 

1. 1874. Catalogue of the Birds in the British Museum. Vol. L: Catalogue 
of the Accipitres or Diurnal Birds of Prey, in the Collection of the British 
Museum. By R. Bowdler Sharpe. London 1874. 8° (June 1, 1874). — Ausser 
zahlreichen wichtigen kritischen Bemerkungen, besonders über die Spizaetus- 
Arten, ist erwähnenswerth der Nachweis des schon von Salvado ri vermutheten 
Vorkommens von Butastur indicus (Gm.) in Borneo durch ein gestopftes junges 
Exemplar des Britischen Museums. Abbildungen sind gegeben von Astur soloensis 
(Taf. 4), Spilornis pallidus (= bacha Salvad.) (Taf. 9) und verschiedenen Baza- 
Arten (Taf. 10 und 11). 

2. 1875. On a Collection of Birds from Labuan. By R. Bowdler Sharpe. 
[Received February 2, 1875.] (Plate XXII.) Proc. Zool. Soc. 1875, p. 99—111. - 
Von 02 Vogelarten hat der durch sein 1848 erschienenes Werk „Sarawak, its 
inhabitants and productions u bekannte englische Colonialsecretär Hugh Low 
von der Insel Labuan Exemplare übersandt. Genauere Angaben über den Fundort 
fehlen dabei leider. So ist es gekommen, dass mehrere Arten, die, wie sich 
nachher herausgestellt hat, von der Labuan gegenüberliegenden Küste Borneos 
selbst stammten, fälschlich für Labuan angegeben sind, und dass Sharpe in 
seiner späteren, 1879 erschienenen Arbeit über Labuan etc. eine wesentliche 
Reduction der Liste vornehmen musste. Die bei dieser Gelegenheit für Labuan 
widerrufenen Arten gehören übrigens auf alle Fälle der Gesammtfauna von 
Borneo an, und deshalb bleibt das faunistische Resultat im Allgemeinen und 



Vögel von Borneo. 



3 



besonders die Entdeckung einiger für Borneo neuen Arten richtig. Da die eine 
der beiden neubeschriebenen Species (Caprimülgus Salvadorii) später als mit 
einer schon bekannten verwandten Art (Caprimülgus macrurus Horsf.) identisch 
erkannt worden ist, hat Sharpe durch seine Arbeit Caprimülgus macrurus Horsf., 
Batrachostomus auritus (Temm.) und Caloenas nicobarica zuerst in die Gesammt- 
fauna von Borneo eingeführt. Erstere, deren Vorkommen Salvado ri schon 
vermuthete, und die zweite Art stammten, wie sich später herausgestellt hat, 
von der Nordküste von Borneo und nicht von Labuan, ja sie fehlen sogar nach 
den bisherigen Forschungen auf Labuan; die letzte stammte von Labuan seihst 
und ist bisher auf Borneo nicht beobachtet. Unter den anderen später nicht 
widerrufenen Arten, die alle auf Borneo selbst schon beobachtet waren, sind 
mehrere neu für die Insel Labuan. Die bis dahin als Megapodius Cumingii Dillw. 
bezeichnete Species Labuans hat Sharpe als neu mit dem Namen Lowi be- 
schrieben. Die Artberechtigung ist später vom Autor selbst bezweifelt, neuerdings 
von Schlegel aber wieder für möglich gehalten worden. — Ueber einzelne Arten, 
besonders Carpophaga bicolor (Scop.), fügt Sharpe wichtige kritische Notizen 
hinzu. — Die Tafel gibt Abbildungen von Caprimülgus Salvadorii und concretus. 

3. 1875. Catalogue of the Birds in the British Museum. Vol. IL: Catalogue 
of the Strigides or Nocturnal Birds of Prey in the Collection of the British 
Museum. By R. Bowdler Sharpe. London 1875. 8°. (Dec. 1875.) — Wichtig 
die Bemerkungen zu Scops und Ninox, nebst Abbildungen zahlreicher Arten 
dieser Gattungen. 

4. 1876. Contributions to the Ornithology of Borneo. Part I. By 
R. Bowdler Sharpe. (Plate II.) Ibis 1876 (January), p. 29—52. — Der Arbeit 
liegt eine Sendung zu Grunde, welche A. Everett, der bereits von Sarawak 
aus Material für die 1872 erschienene Arbeit Lord Walden's geliefert und früher 
die von Gould beschriebene Pitta arcuata entdeckt hatte, zum Theile aus der- 
selben Gegend, zum Theile von der Insel Sibu und dem Matuflusse, welcher 
weiter nordöstlich unweit des Rejang-Delta fliesst, gesandt hatte. Die Exemplare 
tragen genaue Etiquetten. Es sind 72 zum Theile zahlreich vertretene Arten, 
die Sharpe aufzählt. Zwei der von dem Autor als neu beschriebenen Arten 
( Copsychus problematicus und Brachypodius immaculatus) haben sich später 
als identisch mit schon bekannten und bereits von Salvadori für Borneo an- 
geführten Arten: Copsychus musicus (Raffl ) = mindanensis Salv. und Brachy- 
podius melanocephalus (Gm.) herausgestellt. Als wirklich neue Art gilt bis jetzt 
die von Sharpe beschriebene Species Herpornis brunnescens (p. 41), die erste 
bekannt gewordene Vertreterin dieser Gattung auf Borneo. Ausserdem führt 
Sharpe neu in die Fauna von Borneo ein: Circus spilonotus Kaup. und Heni- 
curus ruficapillus Temm., sowie endlich Lanius lucionensis L., zu welcher Art 
Sharpe Salvadori's fraglichen Lanius Schwaneri Bp. zu ziehen geneigt ist. 
— Die Tafel gibt die Bilder von zwei durch Salvadori beschriebenen neuen 
Arten: Orthotomus borneensis und Calamodyta Doriae, von denen die erstere 
Art Sharpe später mit Orthotomus einer aceus Blyth. und die letztere Seebohm 
mit LocusteJla certhiola (Pall.) identificirt hat. — Sharpe gibt eine Beschreibung 

1* 



4 



Wilhelm Blasius. 



des juv. und Q von Dicaeum trigonostigma und werthvolle kritische Bemer- 
kungen über mehrere Arten, besonders über Irena cyanea Begbie., die der Autor 
später als crinigera unterscheidet, Calornis chalybea (Horsf.) und Cymbirhynchus 
macrorhynchus (Gm.). 

5. 1876. Beiträge zur Ornithologie von Celebes und Sangir. Von Dr. Fried- 
rich Brüggemann. (Mit Taf. III und IV.) Abhandl. des naturwissenschaftl. 
Vereines zu Bremen, Bd. V, Februar— März 1876, p. 35—120. — Beiläufig wird 
erwähnt, dass sich in dem Museum zu Darmstadt ein dunenjunges Individuum 
von Porphyrio indicus Horsf. befindet, welches von Semmelink auf Borneo 
gesammelt ist, wodurch diese von Salvadori schon als wahrscheinlich vor- 
kommend angegebene Art nun in die Fauna von Borneo eingeführt ist, ohne aller- 
dings nachher von irgend einem Forscher wieder aufgefunden zu sein. Ausserdem 
begründet Brüggemann die Ansicht, dass die von Sclater als „Porzana sp. (?)" 
angeführte Art (Proc. Zool. Soc. 1863, p. 223) wahrscheinlich Gallinula phoe- 
nicura (Forst.) var. leucomelaena Müll, sei, bildet für die auf Borneo vorkom- 
mende Baza-Art, die von Salvadori als Jerdoni Blyth aufgeführt wird und 
für welche Schlegel erst den Namen Beimvardti und später magnirostris 
gebrauchte, einen neuen Namen, „borneensis" , und unterscheidet endlich von 
Centrococcyx javanensis (Dum.) die Borneo-Form als var. pusillus. 

6. 1877. Contributions to the Ornithology of Borneo. Part II. By 
R. Bowdler Sharp e. Ibis 1877 (January), p. 1 — 25. — Bei seiner Rückkehr 
nach England hat A. Everett eine grosse Anzahl von Vogelbälgen mitgebracht, 
welche zum geringen Theile wieder an den früheren Stellen (in dem Gebiete 
von Sarawak), zum grössten Theile aber an einer ganz neuen Stelle, bei Bintulu 
(etwa in der Mitte der langen, nach Nordwesten sehenden Küste Borneos), mit gleich 
sorgfältiger Etiquettirung wie früher, gesammelt worden sind. Es werden von 
Sharpe 111 Arten aufgezählt, darunter zwei neue Arten, nämlich Prionochilus 
Everetti, ähnlich obsoletus von Timor, und Phyllornis viridinucha, ähnlich und 
vielleicht nur eine Varietät von ictcr acephala, unter welchem Namen Salvadori 
die Borneo -Vögel schon eingeführt hatte. Von Caprimulgus macrurus Horsf. 
(noch als Salvadorii Sharpe bezeichnet, aber schon mit Betonung der grossen 
Aehnlichkeit mit macrurus) wird das erste sichere Vorkommen auf Borneo selbst 
festgestellt. Als weitere Bereicherungen der Fauna von Borneo werden Cun- 
cuma leucogaster (Gm.), schon von Salvadori als wahrscheinlich vorkommend 
angegeben, Pericrocotus cinereus Lafr., Monticola (pandoo =) solitarius S. Müll., 
Porzana pygmaea (Naum.), Mareca penelope (L.) und Dafila acuta (L.) genannt. 
— Zahlreiche interessante biologische Notizen sind von A. Everett den ein- 
zelnen Arten hinzugefügt. 

7. 1877. Descriptiou of a New Species of LobiopJiasis and a New Species 
olPitta froru the Lawas River, N. W. Borneo. By R. Bowdler Sharpe. [Received 
February 6, 1877.] Proc. Zool. Soc. 1877, p. 93. 94. — Beschreibung von zwei 
neuen Arten: Lobiophanü castaneicaudatus, später, 1879, vom Autor selbst als 
daH .Tugendkleid von L. Kulweri Sharpe (Ann. Nat. Hist. 1874, XIV, p. 73) erkannt, 



Vögel von Borneo. 



5 



und Pitta Ussheri, aus einer grösseren Sammlung, welche der damalige Gou- 
verneur von Labuan, Ussher, am Lawasflusse hatte machen lassen (s. u.). 

8. 1877. Notiz über Polyplectron Schleiermacheri nov. sp. Von Dr. F. 
Brüggemann, d. d. 12. März 1877. Zoolog. Garten 1877 (März), p. 213. — 
Erste Notiz über diese P. bicalcaratum verwandte neue Art aus Borneo, auf- 
gefunden von Dr. G. Fischer bei MoearaTeweh in Central-Borneo am Baritoflusse. 

9. 1877. Ueber eine Vogelsammlung aus Südost-Borneo. VonDr.F. Brügge- 
mann. (Hierzu Taf. IX.) Abhandl. des naturwissenschaftl. Vereines in Bremen, 
Bd. V, Mai 1877, p. 453—464. — Dr. G. Fischer, von dem vorher gleichfalls 
durch Brüggemann bearbeitete Sammlungen auf Celebes zusammengebracht 
waren, hat, nach Borneo übergesiedelt, bei Moeara Teweh, einem Orte am Oberlaufe 
des Baritoflusses, ziemlich genau unter dem Aequator und auf dem 115. Grade ö. L. 
von Greenwich, zugleich an dem in den Barito mündenden Tewehflusse gelegen, 
also etwa im Centrum von Borneo und nicht, wie die Ueberschrift fälschlich 
sagt, in Südost-Borneo, zahlreiche Vogelbälge gesammelt, die Brüggemann 
auf 93 Arten vertheilt. Die Exemplare sind alle von Dr. Fischer selbst erlegt, 
präparirt und meist sexuell bestimmt, viele auch mit Angaben über die Farbe 
der Iris versehen. Durch diese Arbeit werden als neue Arten in die Wissen- 
schaft eingeführt: Cyornis turcosa, verwandt mit Beccariana, Hemilophus 
Fischeri (vielleicht ist hierauf Salvadori's r pulverulentus u zu beziehen) und 
eine Batrachostomus-Art, die anfangs als stellatus aufgeführt und später als neue 
Form, adspersus, vom Autor beschrieben wurde (s. u.). Ausser diesen drei Arten 
kommt als neu für die Fauna von Borneo hinzu: Hypotriorchis Severus (Horsf.), 
eine Art, welche schon Salvadori als wahrscheinlich vorkommend in seine Liste 
aufgenommen hatte. Für Spizaetus Kienerii (Gerv.), eine Art, die auf Gurney's 
und Wallace's Autorität zur Fauna Borneos gerechnet wurde, wird die erste 
specielle Fundstelle in Central-Borneo und überhaupt auf Borneo in der Literatur 
nachgewiesen. — Brüggemann's Material war geeignet, bei mehreren Arten 
die Kenntniss der Geschlechtsunterschiede wesentlich zu fördern, wie z. B. bei 
Bhinortha chlorophaea (RaffL). Von mehreren Arten, z. B. Bhamphococcyx 
erythrognathus (Harth) und Cyornis elegans (Temm.) werden die Nestkleider 
beschrieben und über viele Species wichtige kritische Bemerkungen gemacht (z. B. 
über Ixus simplex und den später von Sh arp e zu Pinarocichla euptilosa J. et S. 
gezogenen Criniger tristis Blyth.). Auf der Tafel wird die im „Zoologischen 
Garten" schon vorläufig und jetzt wieder ausführlich beschriebene neue Art: 
Polyplectron Schleiermacheri abgebildet. — Von Seiten des Sammlers Dr. G. 
Fischer sind werthvolle biologische Notizen und Angaben über die von den 
Eingebornen gebrauchten Localnamen bei vielen Arten beigefügt. (Die Ortho- 
graphie der Namen ist später mehrfach corrigirt.) 

10. 1877. Notes on the Species of the Genus Batrachostomus inhabiting 
the Indian Region. ByArthurMarquisofTweeddale. [Received Mai 15,1877.] 
(Plates XLV— XLIX.) Proc. Zool. Soc. 1877, p. 420—445. — Genaue Beschreibung 
der für Borneo angegebenen Arten. Da Tweeddale den nach Schlegel auf 



6 



Wilhelm Blasius. 



Borneo vorkommenden B. parvulus Schleg. als Synonym zu affmis Blyth. 
zieht, wird das Vorkommen auch dieser Art auf Borneo wahrscheinlich. Die 
Tafeln 45, 46 und 47 geben Bilder von B. affinis, cornutus und stellatus. 

11. 1877. Description of a new Species of Batrachostomus from Central Borneo. 
By Dr. F. Brüggemann. Ann. Nat. Hist, 4 ser., XX (September 1877), p. 178—179. 

— Batrachostomus adspersus n. sp. — Zugleich wird Batrachostomus stellatus Salv. 
für stictopterus Cab. et Hein, erklärt. 

12. 1877. On a Collection of Birds made by Mr. E. C. Buxton in the 
District of Lampong, S. E. Sumatra. By Arthur Marquis of Tweeddale. 
(Plate V et VI.) Ibis 1877 (July), p. 283 ff. — Wichtig für viele Borneo- Vogel. 
Tafel V gibt Abbildungen von Aegithina viridissima (Bp.) und „Q u . Letztere 
Abbildung halte ich jedoch nicht für das Q von viridissima. — Corone tenuirostris 
Moore wird von Corone enca unterschieden und (vielleicht richtiger validus [Bp.] 
zu nennen) als neue Art neben enca für Borneo eingeführt. 

13. 1877. Catalogue of the Birds in the British Museum. Vol. III. : Catalogue of 
the Passeriformes or Perching Birds in the Collection of the British Museum. Colio- 
morphae, containing the families Corvidae, Paradiseidae, Oriolidae, Dicruridae 
and Prionopidae. By E. Bowdler Sharpe. London 1877. 8°. (June 1877.) 

— Oriolus maculatus Vieill. nach einem von Hugh Low aus Borneo gesandten 
Balge als neu für Borneo eingeführt. Wichtige Bemerkungen über die Gattungen 
Oriolus, Irena und Bissemurus. 

14. 1878. Weitere Mittheilungen über die Ornithologie von Central-Borneo. 
Von Dr. F. Brüggemann. Abhandl. des naturwissenschaftl. Vereines zu Bremen, 
Bd. V, p. 525—537. 1878, Januar. — Der Arbeit liegt eine neue, die letzte Borneo- 
Sendung des Dr. G. Fischer zu Grunde. Die Vögel sind an derselben Stelle 
wie die anderen gesammelt, die jetzt als fast vollständig im Centrum Borneos 
liegend (s. oben) festgestellt wird. Zunächst werden über 45 der schon früher 
erwähnten 93 Arten verbessernde und ergänzende Bemerkungen gemacht, be- 
sonders in Betreff der Localnamen. Ausserdem sind 60 neue Arten vertreten. 
Für alle 153 Arten ist durch diese und die vorigen Arbeiten des Autors zuerst 
das Vorkommen in Central-Borneo an einem bis dahin noch unerforschten Platze 
nachgewiesen. Neu für die Gesammtfauna von Borneo ist ausser den schon 
oben erwähnten keine Art. Der Sammler hat interessante biologische Notizen 
und Bemerkungen über die Localnamen hinzugefügt. — Bei einigen Arten finden 
sich wichtige kritische Bemerkungen, wie z. B. bei Ceyx Dillwyni Sharpe (unter 
welchem Namen die vier Arten C. innominata, Sharpei, Dillwyni und „sp." Sal- 
vadori's vereinigt werden) und Erythra leucomelaena (Schleg.) (= phoenicura 
[Temm.] var. leucomelaena). — 11 Arten sind etwas nördlicher als Teweh bei 
Lahei, also noch mehr im Centrum von Borneo gesammelt. 

15. 1878. Contributions to the Ornithology of Borneo. By R. Bowdler 
Sharpe. Part III. On two Collections of Birds from Sarawak. Ibis 1878 (October), 
p. 414—419. — Die erste 24 kurz erwähnte Arten umfassende Sammlung ist 
während eine« dreitägigen, durch die Flucht vor den Dajaks unterbrochenen 



Vögel von Borneo. 



7 



Aufenthaltes durch den von dem Gouverneur Ussher aus Labuan nach Sarawak 
gesandten Jäger Buak gemacht. Zwei Arten (Dicrurus annectens Hodgs. und 
Anous leucocapillus Gould.) werden dadurch als neu für die Fauna von Borneo 
nachgewiesen; Halcyon concreto, (Temm.), die bisher nur bei Pontianak, in Süd- 
und Central-Borneo gefunden war, zuerst für Sarawak. Ausserdem wird eine 
noch unbestimmt gebliebene Criniger-Art erwähnt, die übrigens vernachlässigt 
werden darf, da der Autor dieselbe später bei seiner monographischen Bearbeitung 
der Gattung Griniger im Cat. B., Vol. VI, p. 74 ff. nicht weiter speciell berück- 
sichtigt. — Die zweite Sammlung ist in Sarawak von Henry Everett, dem 
Bruder A. Everett's, gemacht. Aus der grossen Zahl erwähnt Sharpe nur 
die 16 interessantesten Arten: eine ganz neue Art (Ixidia paroticalis n. sp., 
ähnlich cyaniventris) und zwei andere Arten, Timelia leucotis Strickl. und 
Aethopyga Temmincki Müll., werden zuerst für Borneo nachgewiesen; ebenso 
die schon von Salvado ri als wahrscheinlich vorkommend angeführte Limosa 
Baueri Naum. Für Cyornis cyanopolia Boie (= unicölor Blyth) wird der erste 
specielle Fundplatz auf Borneo bekannt. Mehrere Arten: Chrysococcyx basalis 
(Horsf.), Carpococcyx radiatus (Temm.) und Excalfactoria chinensis (L.) waren 
vorher in Sarawak noch nicht gefunden. — Bei mehreren Arten finden sich 
wichtige kritische Bemerkungen, wie z. B. bei „Cyornis rufifrons Wall.", die hier 
fälschlich Beccariana Salvad. genannt wird, während sich später die Identität 
von rufifrons Wall, mit Schwaneria coerulata (Temm.) herausgestellt hat. 

16. 1879. Pseudogerygone rubra. ByB. Bowdler Sharpe. (Notes from 
the Leyden Museum, Vol. I, 1879. Note X, p. 29. 6. November 1878.) — Sharpe 
führt, ohne eine Erklärung darüber zu geben, dass er die von Finsch für 
Gerygone sulfurea Wall, gehaltenen Exemplare des Leydener Museums als 
flaveola Cab. erkannt hat, letztere Art als in Borneo vorkommend zum ersten 
Male an, während er sulfurea als auf Solor beschränkt verzeichnet, obgleich 
Finsch auf Grund der Leydener Exemplare auch Borneo angegeben hatte. 

17. 1879. On collections of Birds from Kina Balu Mountain, in North- 
western Borneo. By E. Bowdler Sharpe. [Received February 14, 1879.] 
(Plate XXIII.) Proc. Zool. Soc. 1879, p. 245—249. — Der Botaniker F. W. Bur- 
bidge und einige Jäger des Gouverneurs Treacher haben zu verschiedenen 
Zeiten den im äussersten Norden (oder Nordosten, nicht Nordwesten, wie die 
Ueberschrift fälschlich sagt) von Borneo gelegenen höchsten Berg der Insel 
bestiegen, der sich 13680 Fuss über das Niveau des Meeres erhebt, und haben 
dabei einige wenige Vögel erbeutet, die von grossem Interesse sind, da manche 
derselben grosse Aehnlichkeit mit den Vögeln, welche die höchsten Gebirge 
Javas und Sumatras bewohnen, ja selbst mit den Himalaya -Vögeln bieten. Da 
der Berg bis dahin noch nicht erforscht war, so ist für alle angeführten 17 Arten 
die Fundstelle neu. Durch Burbidge's kleine Sammlung ist zuerst Butastur 
indicus (Gm.), schon von Salvadori als wahrscheinlich vorkommend angegeben 
und nach einem Exemplare des Britischen Museums bereits 1874 als Borneo- 
Vogel nachgewiesen, mit einem sicheren Fundorte versehen; noch im selben 
Jahre, 1879, ist die Art übrigens von verschiedenen Seiten in Brunei, Lumbidan 



8 



Wilhelm Blasius. 



und Labuan beobachtet worden. Die von Treacher's Jägern gemachten Samm- 
lungen enthielten nicht weniger als fünf vollständig neue vom Autor beschriebene 
Arten: Chibia bomeensis, ähnlich pectoralis, Buchanga stigmatops, ähnlich 
leucophaea, Bubigula (später Otocompsa) montis, ähnlich flaviventris, Criniger 
ruficrissus, ähnlich gutturalis, und Janthocincla Treacheri, ähnlich mitrata. 
Auch ist durch die Sammlungen Turdus pallens Pall. = Merula obscura [Gm.], 
bisher nur auf Labuan beobachtet, aber noch im selben Jahre, 1879, auch am 
Lawasflusse und auf der Insel Moara nachgewiesen, zuerst auf dem Festlande 
von Bomeo constatirt. 

18. 1879. A List of the Birds of Labuan Island and its Dependencies. 
By K Bowdler Sharpe. [Received March 28, 1879.] (Plate XXX.) Proc. Zool. 
Soc. p. 317—354. — Die Liste, in welcher die schon oben erwähnten Correc- 
turen des im Jahre 1875 publicirten Verzeichnisses gegeben werden, gründet 
sich auf eine kritische Benützung des Werkes von Mottley und Dillwyn über 
die Vogelfauna von Labuan aus dem Jahre 1855 und ausserdem auf folgende 
Sammlungen: 1. Zwei grosse Vogelsammlungen, welche ohne genaue Fundort- 
angabe neuerdings der Colonialsecretär Hu gh Low, der schon die 1875 benützte 
Sammlung geschickt hatte, nach London gesandt und bei seiner Anwesenheit 
in London aus der Erinnerung einigermassen nach dem Vorkommen auf Labuan 
und der gegenüberliegenden Küste von Borneo sortirt hatte. (Es wird dabei 
erwähnt, dass die früher von Low gesendeten Vogelbälge zahlreich in die ver- 
schiedensten Museen durch ein Versehen mit der arglosen Bezeichnung „Labuan" 
gelangt sind, obgleich sie, wie sich nachher herausgestellt hat, von Lum- 
bidau und den angrenzenden Theilen der Nordwestküste von Borneo herstammen, 
so dass also derartige Bezeichnungen in Zukunft stets nur mit der sorgfältigsten 
Kritik zu benützen sind.) 2. Genau etiquettirte Sammlungen, welche der damalige 
Gouverneur Ussher von Labuan und den benachbarten kleinen Inseln an das 
Britische Museum gesandt hat und welche zuerst eine ganz correcte Beurtheilung 
der speciellen Fundstellen der einzelnen Arten in diesen Gebieten von Borneo 
zulassen. 3. Eine grosse und werthvolle Sammlung von Vogelbälgen, welche 
der jetzige Gouverneur von Labuan, Treacher, dem Oxford-Museum geschenkt 
hat. 4. Wenige Bälge und Beobachtungen, die von dem genannten Botaniker Bur- 
bidge herrühren. — Durch diese Arbeit werden nicht weniger als 18 Arten 
der Gesammtfauna von Borneo hinzugefügt, darunter eine neubeschriebene Art: 
Cypselus Lowi, ähnlich infumatus, welche bis heute nur auf Labuan, und zwar 
durch Ussher 's Sammlungen constatirt ist. Von den übrigen 17 Arten sind 
6 schon von Salvadori als wahrscheinlich der Borueo-Fauna angehörend in 
seinen Katalog mit aufgenommen. Dies sind die bis heute nur auf Labuan con- 
statirteu Arten: Cypselus subfurcatus Blyth., Hirundinapus giganieus (Hasselt), 
Gallinago mcgala Swinh. (ich nehme an, dass in dem Text ein Druckfehler 
stattgefunden hat und dass neben slenura [Kühl] als zweite von Salvadori 
schon angeführte Art diese geraeint ist), Fregata Aquila (L.), Fregata minor (Gm.) 
und Hula yiscalrix (L.), erstere drei Arten von Ussher, letztere drei von 
Treacher eingesandt. (In einer anderen Abhandlung hat Sharpe die am 



Vögel von Borneo. 



9 



Lawasflusse und in Sandakan erbeuteten, anfangs als Sula piseatrix [L.] auf- 
geführten jungen Vögel später corrigirend zu Sula fiber [L.] gezogen; es bleibt 
noch zweifelhaft, ob Sharpe auch die Sula piseatrix [L.] von Labuan später 
für Sula ßber angesehen hat, in welchem Falle jene Art wieder zu streichen 
sein würde.) Durch Ussher und Low gleichzeitig von Labuan eingesandt und 
zur selben Zeit auch in Lumbidan beobachtet ist Xanthopygia cyanomelaena 
(Temm.). Von Treacher stammen Phylloscopus xanthodryas (Swinh.), eine Art, 
die später auch in Nordwest-Borneo als Wintervogel gefunden ist, und der gleich- 
zeitig auch in Lumbidan zur Beobachtung gelangte Anthus Gustavi Swinh., 
sowie die bisher wie alle folgenden nur in Labuan und nicht auch auf dem 
Festlande von Borneo gefundenen Arten: Hierococcyx strenuus Gould, Upupa 
Epops L., Cissa minor Cab. und Anous melanogenys Gray. Treacher und 
Ussher zugleich sandten von Labuan ein: Cerchneis tinnunculus (L.), Ussher: 
Cuculus himalayanus Vig., Low: Locustella ochotensis (Middend.), und endlich 
ist auch noch eine neue Form: Ninox japonica (T. et S.) von Sharpe erwähnt, 
welche der oben genannte Botaniker Burbidge auf Lumbidan erbeutet und 
damit der Gesammtfauna von Borneo hinzugefügt hat. Sharpe lässt es unent- 
schieden, ob man die Form als Art oder nur als grössere Rasse von scutulata 
bezeichnen will. — Eine grosse Anzahl anderer Arten, die zwar der Fauna von 
Borneo schon seit längerer oder kürzerer Zeit zugerechnet wurden, sind durch 
die Bemühungen der Sammler zuerst für Labuan constatirt, so dass die Liste 
der Vögel von Labuan trotz der zahlreichen Streichungen in der früheren Liste 
jetzt auf 137 angewachsen ist. Bei vielen Arten werden wichtige kritische und 
oologische Bemerkungen von Sharpe, biologische Notizen, besonders von 
Treacher, Burbidge, Ussher etc., und endlich Angaben über Localnamen, 
hauptsächlich von Treacher, hinzugefügt. Auf Tafel XXX findet sich eine 
Abbildung des 1877 neubeschriebenen Prionochilus Everetti neben dem nahe 
verwandten P. öbsoletus. 

19. 1879. Contributions to the Ornithology of Borneo. By R. Bowdler 
Sharpe. Part IV. On the Birds of the Province of Lumbidan, North-western 
Borneo. Plates VII— VIII. Ibis 1879 (July), p. 233—272. — Die Arbeit stützt 
sich auf zahlreiche Sammlungen, welche aus denselben Quellen herrühren wie die 
in der letzterwähnten Arbeit besprochenen Labuan -Vögel : 1. Hugh Low, jetzt 
englischer Resident in Perak, sandte viele Bälge und viele Eier, begleitet von 
den am Neste erlegten alten Q. 2. Gouverneur Ussher übermittelte zahlreiche, 
schnell aufeinander folgende, meist im Mai 1876 und im März 1877 gemachte 
Collectionen von Vogelbälgen; die grosse Mehrzahl derselben stammt von dem 
Kadyan Settlement von Lumbidan und aus der Umgebung der Provinzialhaupt- 
stadt Brunei, einige auch vom Lawasflusse, wenige von Sandakan im äussersten 
Nordosten von Borneo, von der Moara-Insel und der Mündung des Bruneiflusses, 
eine einzelne Art auch von Sarawak. 3. Gouverneur W. H. Treacher (von 
Labuan) schenkte dem Oxford University Museum eine sehr grosse Anzahl von 
genau etiquettirten Vogelbälgen, die vom Lawasflusse, von Lumbidan und Brunei 
stammten und Sharpe zur Disposition gestellt wurden. 4. Burbidge hatte einige 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 2 



10 



Wilhelm Blasius. 



Vögel am Lawasflusse gesammelt. Auf diese Weise sind nicht weniger als 203 Arten 
vereinigt worden, welche Sharpe, meist unter Angabe der wichtigsten Synonyme 
und einzelner hauptsächlich von Treacher gesammelter Localnamen aufzählt. 
Darunter befinden sich vier oder fünf neubeschriebene Arten : Dendrocitta cine- 
rascens, ähnlich occipitalis, und Bambusicola hyperythra, ähnlich sonorivox, für 
welche beiden Arten seitens des Autors leider weder ein besonderer Fundplatz, 
noch der specielle Sammler angeführt wird, ferner Haematortyx sanguiniceps n. sp. 
et gen., ähnlich Bollulus, und Microhierax latifrons, ähnlich fringillarius (auch 
Henicurus rufidorsalis, ähnlich ruftcapillus, nach Salvadori aber wahrscheinlich 
mit dieser Art identisch), letztere Arten sämmtlich durch Treacher vom Lawas- 
flusse, die neue Microhierax -Art zugleich auch, von Ussher sowohl als auch 
von Treacher. aus Lumbidan gesandt. Ausser diesen fünf Arten treten zum 
ersten Male in der Fauna von Borneo auf : Ardetta eurhythma Swinh., Anthreptes 
rhodolaema Shelley und Megälaema Henrici (Boie), alle drei Arten durch 
Treacher am Lawasflusse erbeutet, ferner Macropygia tenuirostris Waiden, 
von demselben bei Brunei gesammelt, und Bhytidoceros subruficollis (Blyth.), 
meiner auch von A. Müller getheilten Meinung nach vielleicht mit undulatus 
(Shaw.) zu identificiren, vom Lawasflusse gleichzeitig durch Treacher und 
Ussher geschickt. Ein von Low aus Lumbidan eingesandtes Exemplar einer 
Sasia-Art wird beschrieben, ohne dass entschieden werden kann, ob eine neue 
Art oder nur ein unvollendetes Kleid von Sasia abnormis vorliegt. Ausser diesen 
für die Fauna von Borneo ganz neuen und unerwarteten Funden wird das Vor- 
kommen von fünf Arten constatirt, deren Vorkommen schon Salvadori ver- 
muthet hatte: Sturnia daurica (Pall.) und Gorsachius melanolophus (Raffl.) 
beide von Treacher bei Brunei, letztere von demselben auch am Lawasflusse 
gesammelt. Ebenfalls durch Treacher vom Lawasflusse, zugleich aber auch durch 
Ussher aus Sandakan eingesandt, wird eine Sula-Art erwähnt, die anfangs als 
piscatrix angeführt und erst in einer späteren Arbeit von Sharpe für fiber (L.) 
erklärt ist. Ussher sandte aus Lumbidan: Numenius australis Gould und 
Ardea sumatrana Raffl. — Ferner ist für drei Arten, deren Vorkommen auf 
der Insel Labuan bereits feststand, das Vorkommen in Lumbidan, also zuerst 
auf dem Festlande von Borneo, bewiesen: für Phylloscopus xanthodryas (Swinh.) 
durch Low, für Anthus Gustavi Swinh. durch Treacher, und für Xantho- 
pygia cyanomelaena (Temm.) durch denselben und zugleich auch durch Ussher. 
Für Alcedo euryzona Temm., deren Vorkommen in Borneo sich allein auf ein 
im Museum zu Philadelphia aufbewahrtes Exemplar stützte und in der letzten 
Zeit stark, auch von Salvadori, angezweifelt war, da kein neuer Sammler die 
Art wieder aufgefunden hatte, ist durch Treacher am Lawasflusse eine spe- 
cielle Fundstelle nachgewiesen. — Endlich ist zu bemerken, dass die Sammler 
werthvolle biologische Notizen (besonders Low und Burbidge) und Angaben 
über Localnamen (besonders Treacher) einzelnen Arten hinzufügen, und dass 
wichtige kritische Bemerkungen vom Autor, besonders in Betreff der Gattung 
Hemicercus, gemacht werden. — Taf. VII gibt das Bild von Microhierax latifrons, 
Tal'. VIII das von Dendrocitta cinerascens. 



Vögel von Borneo. 



11 



20. 1879. Catalogue of the Birds in the British Museum. Vol. IV : Cata- 
logue of the Passeriformes or Perching Birds in the Collection of the British 
Museum. Cichlomorphae : Part I. Containing the families Campophagiäae and 
Muscicapidae. By R. Bowdler Sharpe. London 1879. 8°. (March 1879.) — Neu 
für Borneo ist nach einem Exemplare aus der Elwes'schen Sammlung Bhipidura 
phoenicwra Müll, et Schleg. angeführt. Für Muscicapa (Erythromyias) Midier i 
Temm. und Leucocerca (Neomyias) euryura (Müll.), zwei Arten, die Salvadori 
als etwas zweifelhaft angeführt hatte, werden neue Beweise des Vorkommens in 
Borneo gebracht. Wichtig die Bemerkungen zu den zum Theil neuen Gattungen 
Siphia (Cyornis), Rhipidura, Terpsiphone, Pericrocotus, Ldlage, JRhinomyias etc. 
Abbildungen sind gegeben von Edoliisoma timoriense (Taf. 1), Erythromyias 
Mülleri (Taf. 4) und Gerygone flaveola (Taf. 5). 

21. 1879. Ueber eine von Herrn Dr. Breitenstein gemachte Sammlung 
von Säugethieren und Vögeln aus Borneo. Von August von Pelzeln. (Vorgelegt 
in der Versammlung am 5. November 1879.) Verhandl. der kaiserl.-königl. zoolog.- 
botan. Gesellschaft in Wien. Jahrgang 1879. XXIX. Bd., p. 527—532. — Die 
Sammelstelle ist, wie bei Gelegenheit einer späteren Mittheilung ausführlich 
vom Autor erörtert wird, Teweh in Central-Borneo, derselbe Punkt, wo Dr. G. 
Fischer sammelte. Es werden 42 Arten aufgeführt, die meist Fischer dort 
bereits aufgefunden hatte. Neu für Central-Borneo sind: Cranorrhinus cor- 
rugatus (Temm.), Buceros rhinoceroides Temm., Hydrocissa malayana Kaffl. 
(da Brüggemann's anfängliche Bestimmung von ihm später widerrufen ist), 
Graucalus (Artamides) sumatrensis (S. Müll.), Orthotomus borneensis Salvad., 
Corvus macrorhynchus Temm., Ortygometra cinerea (Vieill.), Butorides ma- 
crorhyncha (Gould) und Sternida minuta (L.). Collocalia fuciphaga (Thunb.), 
die v. Pelzeln nach einem eingesandten Neste in die Liste aufnimmt, war bis 
dahin auch noch nicht mit Sicherheit in Central-Borneo nachgewiesen. Sollte 
sich die Bestimmung der mit einem Fragezeichen angeführten Art: Hemicercus 
concretus (Reinw.) bestätigt haben, so würde damit von den neueren Sammlern 
der letzten zwanzig Jahre der erste specielle Fundplatz dieser von Mal herbe 
und Sundevall als Einwohner Borneos angegebenen und im Mus. Hein, (durch 
zwei 9)> sowie im Mus. Brit. nach H. R. Gray aus Borneo vertretenen Art 
festgestellt sein. Vollständig neu für die Fauna von Borneo ist keine einzige 
der angeführten Arten. Wichtig sind die Bemerkungen des Autors zu den Gat- 
tungen Terpsiphone, Platysmurus und Euplocomus, die sich allerdings zumeist 
auf ausserhalb Borneo vorkommende, zum Theile neubeschriebene Arten beziehen. 

22. 1879. Description of a new Oriole from Borneo. By R. G. Wardlay 
Ramsay. [Received October 30, 1879.] Proc. Zool. Soc, p. 709. — Oriolus con- 
sobrinus n. sp., ähnlich xahithonotus, allein nach einem weiblichen Exemplare 
beschrieben, das mit anderen Bälgen von dem verstorbenen Lord Tweeddale 
aus Sandakan erworben war (möglicherweise nur eine Varietät von xanthonotus). 

23. 1880. The Gardens of the Sun; a Naturalists Journey on the Moun- 
tains and in the Forests and Swamps of Borneo and the Sulu Archipel. By 
F. W. Burbidge. London 1880. 8°. — Naturschilderungen des Botanikers, 

2* 



12 



Wilhelm Blasius. 



welcher zu wiederholten Malen vom Kina Balu, von Labuan und Lumbidan 
einzelne interessante Vogelbälge für die Arbeiten Sharpe's geliefert hatte. 

24. 1880. Notes on a Catalogue of Accipitres in the British Museum pp. 
By J. H. Gurney. Ibis 1880 (October), p. 462—471. — In einer Bemerkung 
auf p. 465 wird erwähnt, dass sich im Norwich Museum zwei vom Maison Ver- 
reaux gekaufte Exemplare von Baza Beinwar dti mit der Heimatsbezeichnung 
„Borneo" befinden. Gurney zweifelt selbst die Richtigkeit dieser Bezeichnung 
an; doch ist es wohl zweckmässig, die Art vorläufig als fraglich in die Liste 
aufzunehmen. 

25. 1880. Herr Custos A. v. Pelzein berichtet über Dr. B r e i t e n s t e i n's 
zweite Sendung von Säugethieren und Vögeln aus Borneo am 7. April 1880 in 
diesen Verhandlungen, XXX. Bd., Sitzungsber., p. 26—28, ausführlich über 
Polyplectron Schleiermacheri Brüggem., von welchem das Q beschrieben wird. 

26. 1881. Catalogue of the Birds in the British Museum. Vol. V: Catalogue 
of the Passeriformes or Perching Birds in the British Museum. Cichlomorphae : 
Part II. Containing the family Turdidae (Warbiers and Thrushes.) By Henry 
Seebohm. London 1881. 8°. (14. Januar 1881.) — Wichtig für die Borneo-Fauna 
sind die Bemerkungen über die Gattungen Phylloscopus und Merula (Turdus). 

27. 1881. Beiträge zur Kenntniss der Vogelfauna von Borneo (nach den 
Sammlungen des Herrn Dr. Platen) von W. Blasius und A. Nehrkorn. 
Jahresber. des Vereines f. Naturwissenschaft zu Braunschweig für 1880/81. 
Altenburg 1881, p. 107—166. (Sonderdruck, Braunschweig, Herzogl. Naturhist. 
Museum, 1881, p. 1—60.) — Dr. Platen hat etwa 300 sehr genau und aus- 
führlich etiquettirte Vogelbälge, die 83 verschiedenen Arten angehören, und 
eine Anzahl von Eiern unter Beifügung der am Neste erlegten alten Q ein- 
gesandt, die im Regentschaftsbezirke Sarawak (bei Paku und Jambusan) im 
Sommer und Herbste 1880 gesammelt sind. — Unter- den von A. Nehrkorn 
beschriebenen Eiern befanden sich einige noch unbekannte. — Für die Fauna 
von Borneo vollständig neu werden Berenicornis comatus Rafft, (vielleicht 
wegen der GrössendifFerenzen als eine von comatus abweichende neue Art an- 
zusehen) und Spilomis rufipectus Gould erwähnt. (Letztere Art ist nur als 
fraglich angegeben, da vielleicht eine Färbungs Variation von Sp. pallidus Wald, 
vorliegt.) Salvadori hat, wie hier mitgetheilt wird, nach den Platen'schen 
Bälgen die Verschiedenheit von Malacopteron rostratum Blyth und Sctaria 
affinis Blyth. die er vorher zusammengezogen hatte, erkannt und damit Mala- 
copt eron rostratum Hlyth wieder in die Fauna eingeführt. Es wird auf die 
Möglichkeit hingewiesen, dass Pyrotrogon orrophaeus Cab. et Hein, und Cho- 
torea Humei Marsh, sich doch vielleicht noch als gute, auch in Borneo vertretene 
Arten erweisen. Die Artselbstständigkeit von Hydrocissa nigrirostris (Blyth.) 
neben malayana wird von Neuem wahrscheinlicher gemacht. Für Turdinus 
atrigularis (Bp.), eine Art, die in neuerer Zeit von keinem Sammler wieder- 
gefunden und für welche somit ein specieller Fundplatz auf Borneo nicht 
bekannt war, ist durch Platen ein solcher nachgewiesen. Bei Pyrotrogon 



Vögel von Borneo. 



13 



Diardi (Teinm.) und Bhamphococcyx erythrognathus (Hartl.) konnte auf con- 
stante und für Borneo charakteristische Varietäten hingewiesen werden. Die 
absolute Uebereinstimmung eines gepaarten 9 von Jora viridissima Bp. mit 
dem 9 von „Jora scapularis" in der Grösse und Färbung des Gefieders wurde 
festgestellt. Bei mehreren Arten (z. B. Pyrotrogon Duvaucelii, Terpsiphone 
affinis, Cälyptomena viridis, Anorrhinus galeritus) konnten Bemerkungen über 
das Jugendkleid, bei anderen über die Geschlechtsunterschiede gemacht werden. 
Endlich ergab sich bei Bearbeitung des Platen'schen Materials mit Wahr- 
scheinlichkeit die zum Theile schon von Anderen constatirte Identität von Nyc- 
tiornis malaccensis Cab. et Hein, mit amicta (Temm.), Buceros lunatus mit 
rhinoceroides, Bhytidoceros subruficollis mit undulatus, Kittacincla suavis mit 
macroura, Platylophus coronatus mit histrionicus, JExcalfactoria chinensis mit 
minima, und auf Grund von Salvadori's Autorität diejenige von Henicurus 
rufidorsalis Sharp e mit ruficapillus Temm. — Criniger rufierissus Sharpe und 
Caprimulgus concretus waren bis dahin in Sarawak noch nicht constatirt. Bei 
Vergleichung der Exemplare des Museum Heineanum konnte festgestellt werden, 
dass Micropternus badiosus Temm., den man für einen ausschliesslichen Borneo- 
vogel hielt, auch auf Sumatra angetroffen ist. 

28. 1881. Lanius Schalowi n. sp. Sharpe (Nature, 7. Juli, Nr. 610, p. 232 
ex Sandakan, North-Eastern Borneo) ist später von Schalow (teste H. Gadow) 
für cephdlomelas Bp. erklärt, was auch Sharpe anzuerkennen scheint. 

29. 1881. On some Flycatchers lately added to the Collection of the 
British Museum. By R. Bowdler Sharpe. [Received June 17, 1881'.] Proc. Zool. 
Soc. 1881, p. 788—790. — Siphia obscura n. sp. von Borneo aus der Gould 'sehen 
Sammlung. 

30. 1881. On the Birds of Sandakan, North-Eastern Borneo. By R. Bowdler 
Sharpe. [Received June 21, 1881.] Proc. Zool. Soc. 1881, p. 790—800. — 
W. B. Pryer hat vor längerer Zeit drei grosse Sendungen von Vogelbälgen aus 
dem bis dahin noch wenig erforschten, im äussersten Nordosten von Borneo 
gelegenen Sandakan geschickt. Es waren 134 Arten, für welche damit zumeist 
das Vorkommen in diesem nordöstlichsten Theile von Borneo zuerst nachgewiesen 
wird, da bis dahin wenig Vögel von dort in die Hände der Ornithologen ge- 
kommen und diese wenigen nur zum kleinsten Theile in der Literatur ver- 
zeichnet waren. Eine ganz neue Art : Dicaeum Pryeri, ähnlich nigrimentum, wird 
beschrieben. Ausserdem werden Pitta caerulea (RaffL), Lanius cephalomelas Bp. 
(s. oben Nr. 28) und Puffinus leucomelas T. et S. neu in die Fauna von Borneo 
eingeführt. Dass Sula Fiber (L.) in Borneo vorkommt, wie Salvadori schon 
vermuthete, wird in dieser Arbeit zuerst richtig angegeben, da die in einer 
früheren Arbeit aufgeführten Exemplare von „Sula piscatrix (L.)" erst jetzt 
als S. Fiber erkannt worden sind. Das schon von Bon aparte im Conspectus 
erwähnte und später von Salvadori bezweifelte Vorkommen von Turtur Dussu- 
mieri (Temm.) wird wiederum bestätigt. Für Gerygone sulphurea Wall., deren 
Vorkommen ohne Kenntniss specieller Vorkommnisse bisher nur nach Exemplaren 



14 



Wilhelm Blasius. 



des Museum Lugd. auf Autorität von Finsch (Neu-Guinea, p. 166) angenommen 
wurde, hat Pryer die erste Fundstelle nachgewiesen. Sharpe fügt die Be- 
merkung hinzu, dass die 1873 von Cabanis aus Celebes beschriebene Art 
flaveola auch in Borneo vorkommen soll; ich habe jedoch mit Ausnahme der 
eigenen Angaben Sharpe 's in den Notes from the Leyden Museum und im 
Catalogue Birds Brit. Museum nirgends eine diesbezügliche beweisende Angabe 
in der Literatur auffinden können. Es wäre übrigens möglich, dass die Exem- 
plare des Leydener Museums inzwischen wirklich als flaveola Cab. erkannt sind. 

— Pitta Baudii ist durch Pryer zuerst im Norden der Insel constatirt. — Von 
einigen Arten werden interessante Jugendkleider beschrieben. 

31. 1881. On three apparently New Species of Jyngipicus. By Edward 
Hargitt. Ibis 1881 (October), p. 598—599. — Jyngipicus Bamsayi n. sp. von 
Nordost-Borneo aus dem Museum R. G. Wardlaw Ramsay. 

32. 1881. The Head-Hunters of Borneo, by Carl Bock. London 1881. 4°. 

— Reiseschilderungen von Borneo (hauptsächlich Ostseite) und Sumatra. Ueber 
Borneo ist wenig Ornithologisches zu finden, während eine grössere Liste von 
Sumatra -Vögeln gegeben wird. 

33. 1881. Animal Life in Borneo. By W. B. Pryer. The Zoologist. Vol. V. 
Octobre 1881, p. 393 — 398. — Biologische Schilderungen, welche der Einsender 
des in der letzten Arbeit von Sharpe verwertheten Materials auf Grund eigener 
Beobachtungen liefert. 

34. 1881. Catalogue of the Birds in the British Museum. Vol. VI: Cata- 
logue of the Passeriformes or Perching Birds in the Collection of the British 
Museum. Cichlomorphae : Part III. Containing the first portion of the family 
Timeliidae (Babbling-Thrushes). By R. Bowdler Sharpe. London 1881. 8°. — 
Der Band enthält viele für die Vogelfauna von Borneo wichtige Auseinander- 
setzungen. Aus der Gattung Jora (Aegithina) nimmt der Autor als auf Borneo 
vorkommend nur viridissima Bp. und viridis Bp. an, erstere als gute Art, 
letztere als Varietät von tiphia (L.), zu welcher er auch zeilonica in zwei Rassen 
(einer dunklen und einer hellen) und scapidaris als einfache Varietäten (erstere 
in Indien etc., letztere in Java vorkommend) rechnet. In der Gattung Pycnonotus 
werden ausser dem mit gourdinii G. R. Gray zu vereinigenden analis (Horsf.) 
noch drei Arten aus der Gruppe simplex für Borneo unterschieden, während 
Salvador i nur zwei Arten: plumosus Blyth und pusillus Salvad. annahm. 
Sharpe führt für die letztere Art den Namen Salvadorii ein und unterscheidet 
ausserdem als dritte Art: simplex Less., womit denn eine neue Art für Borneo 
gewonnen ist. — Wichtig sind ausserdem die Bemerkungen zu den Gattungen 
Criniger, ChloropHs (Pkyllornis), Hubigula (Ixidia), Otocompsa und Pinaro- 
cicfdu (eine neue Gattung für euptilosa J. et S. = Criniger Susanii [Müll.] = 
Criniger tristis Blyth = Pycnonotus euptilotis etc.). — Mehrere auf Borneo 
vorkommende Arten werden abgebildet: Chloropsis viridinucha (Taf. 1), Criniger 
Finschi (Taf. 6), Pycnonotus simplex (Taf. 9) und Pycnonotus pusillus Salvad. 

Salvadorii Sharpe (Taf. 10). 



Vögel von Borneo. 



15 



35. 1882. Notes on Woodpeckers. Nr. II. The Genus Jyngipicus. By Edward 
Hargitt. Ibis 1882 (Januar), p. 19—51. — Jyngipicus picatus n. sp. von 
Nordwest-Borneo aus den durch Hugh Low gesandten Sammlungen des British 
Museum. 

36. 1882. Notes on a „Catalogue of the Accipitres in the British Museum". 
By J. H. Gurney (Contin.). Ibis 1882 (April), p. 290 ff. — Neu Falco communis 
und melanogenys von Borneo. (Die Artberechtigung der letzteren Form dürfte 
jedoch noch zweifelhaft bleiben.) 

37. 1882. Neuer Beitrag zur Kenntniss der Vogelfauna von Borneo (nach 
den Sammlungen des Herrn Dr. Platen von Wilh. Blasius. Cab.-Journ. für 
Ornithologie, XXX. Jahrgang, (Juli) 1882, p. 241—255. (Sonderdruck, Braun- 
schweig 1882. Herzogl. Naturhist. Museum.) D. d. 29. März. — Dr. Platen hat 
wiederum in Sarawak (bei Gunong Gilly und Jambusan) gesammelte, sehr sorgfältig 
etiquettirte Vogelbälge eingesandt, von denen 57 zu 30 verschiedenen Arten 
gehörende Bälge dem Autor vorgelegen haben. Bei mehreren Arten konnte auf 
constante Geschlechtsunterschiede, bei Centrococcyx eurycercus auf eine den 
Borneo-Exemplaren eigene Färbung hingewiesen werden. Mehrere Arten waren 
in Sarawak vorher noch nicht gefunden, z. B. Herodias nigripes (Temm.), bisher 
nur von Süd-Borneo und Labuan bekannt, Melanopelargus Episcopus (Bodd.), 
bisher vor einigen Jahren nur ganz im Allgemeinen durch ein im Leydener Museum 
befindliches, 1863 angekauftes Exemplar unbekannter Herkunft als Einwohner 
Borneos bekannt und erst kürzlich 1879 von Treacher am Lawasflusse con- 
statirt, etc. — Kritische Bemerkungen bei Jora viridissima Bp., bez. scapularis 
Horsf. und einigen anderen Arten. 

38. 1882. Unter den Kannibalen auf Borneo. Eine Reise auf dieser Insel 
und auf Sumatra. Von Carl Bock. Aus dem Englischen von Robert Springer. 
Mit einleitendem Vorwort von Alfred Kirchhoff. Mit 30 Tafeln in Farbendruck, 
7 Holzschnitt -Illustrationen und einer Karte von Borneo. — Jena, Hermann 
Costenoble, 1882. — Dies ist die deutsche Uebersetzung des unter Nr. 32 
aufgeführten Werkes. 

39. 1882. Ueber eine Sendung von Vögeln aus Borneo. Von August v. 
Pelz ein. (Vorgelegt in der Versammlung am 3. Mai 1882.) Verhandl. der kaiserl.- 
königl. zoolog.-botan. Gesellschaft in Wien. Jahrgang 1882. XXXII. Bd. Sitzungs- 
berichte, p. 265—270. — Aufzählung eines Theiles der von dem Verfasser 
(W. Blasius) im Journ. f. Ornith. 1882, p. 241 (s. oben Nr. 37), und in der 
vorliegenden Abhandlung besprochenen Vögel, nämlich derjenigen, welche in 
das Wiener Museum gelangt sind. 

40. 1882. Die Ornis der Insel Salanga, sowie Beiträge zur Ornithologie 
der Halbinsel Malakka. Inaugural-Dissertation, Erlangen. Von August Müller. 
1882. 8°. (Cabanis, Journ. f. Ornith. 1882, Octoberheft p. 353—448.) — Berührt sehr 
viel die Vogelfauna von Borneo und ist als ein werthvoller Beitrag zur Kenntniss 
der malayischen Ornis zu betrachten. 



16 



Wilhelm Blasius. 



Dies sind die mir bekannt gewordenen, seit Salvadori's grundlegendem 
Werke erschienenen einzelnen Abhandlungen und Publicationen, welche die 
Vogelfauna von Borneo specieller berühren und zur Bereicherung der Fauna 
beigetragen haben. Es ist möglich, dass mir Publicationen entgangen sind, 1 ) die 
sich gleichfalls mit demselben Thema beschäftigen. Selbstverständlich ist es, 
dass auch aus zahlreichen anderen ornithologischen Publicationen systematischen 
oder faunistischen Inhaltes, und besonders aus den gedruckten Katalogen be- 
deutender Vogelsammlungen (ich habe in dieser Beziehung nur den Katalog 
B. Brit. Mus. berücksichtigt) sich eine wesentliche Ergänzung unserer bisherigen 
Kenntnisse über die Vogelfauna von Borneo ergibt. Es würde zu weit führen, 
diese Schriften, welche durch die gelegentliche Erwähnung und Besprechung 
der einen oder anderen auf Borneo vorkommenden Art für das vorliegende 
Untersuchungsgebiet wichtig geworden sind, hier einzeln zu citiren. Bei der 
von mir beabsichtigten Zusammenstellung einer dem heutigen Stande unserer 
Kenntnisse entsprechenden Liste der Vögel von Borneo werde ich natürlich auch 
diese Publicationen nach Möglichkeit zu verwerthen suchen. — Zur Beurtheilung 
meiner obigen Literatur-Zusammenstellung muss ich noch hervorheben, dass ich 
vorzugsweise die positiven Ergebnisse der faunistischen Arbeiten, d. h. den Zu- 
wachs an Arten und die Vervollständigung des Verbreitungsgebietes der ein- 
zelnen Arten erwähnt habe, dass ich aber absichtlich die oft noch viel wichtigeren 
negativen Resultate, d. h. die Streichung einzelner Arten, die sich als nicht 
genügend begründet herausgestellt haben, sowie die Namensänderung früher falsch 
bestimmter Arten nur ausnahmsweise erwähnt habe, da die Berücksichtigung der 
hierauf Bezug habenden Erörterungen hier zu weit geführt haben würde und sich 
am besten bei der Aufstellung einer Gesammtliste der Vögel von Borneo bewerk- 
stelligen lässt. Ein ungefähres Bild von den Fortschritten in unserer Kenntniss 
von der Vogelfauna von Borneo im Laufe der letzten acht Jahre und von dem, 
was die einzelnen Sammler und Autoren dazu beigetragen haben, dürfte auch 
bei dieser lückenhaften Darstellung die obige Erörterung geben. Ich gehe nun 
zur neuesten ornithologischen Erforschung Borneos über. 

F. J. Grabowsky, dessen kürzlich begonnene und noch fortdauernde 
Sammelthätigkeit auf Borneo mir die Veranlassung zu der vorliegenden Ab- 
handlung gegeben hat, war im Mai 1881, nach einem kurzen Aufenthalte auf 

') Noch vor dem Drucke bin ich auf die folgenden Aufsätze aufmerksam geworden: 
(14. b.) 1878. On the Young of Pityriasis. By Dr. F. Brüggemann. Ann. Nat. Hist. 5. Ser. 
!, p. 37. (1878.) 

(2(5. b.) 1881. Die Papageien von Sarawak. Von Frau Dr. Platen. „Gefied. Welt", 1881, 
p. 148 und 160. (7. und 14. April.) 

(80. c.) 1881. lieber das Vorkommen der lauchgrünen Papagei-Amandino auf Borneo. Von 
Dr. Platen. „Gefled. Welt", 1881, p. 1G2. (14. April.) — Vorstehende drei kleine Aufsätze haben 
der Vogelfauna von Borneo keine neuen Arten hinzugefügt. 

(41.) 1883. On a Collection of Birds from Borneo. By Francis Nicholson. Ibis 1883 (January), 
p. 85— 90. — Die in dieser Abhandlung niedergelegten interessanten Ergebnisse der Sammlungen, 
welche B. 0. Lempriero 1. auf l.abuan, 2. am Segilindflusso (Nordost-Bornoo) uud 3. bei Silam 
(Nordont-Kühte von Bornen) gemacht hat, konnten liier (während des Druckes) nicht mehr borück- 
»icbtigt werden. 



Vögel von Borneo. 



11 



Java, nach Banjermassing im Südosten von Borneo gekommen und hatte damit 
speciell dasjenige Gebiet betreten, das vorher schon durch Schwaner's, 
Croockewit's, S. Müller's, Semmelink's, Mottley's u. A. Bemühungen 
und durch Schierbrand 's Ankäufe bei Gelegenheit der Novara-Expedition im 
Ganzen gut durchforscht war. Am 1. Juni 1881 trat derselbe seine Keise ins 
Innere von Borneo an, und zwar zu Schiff, stromaufwärts, anfangs den Barito- 
fluss hinauf, der bei Banjermassing wohl eine Viertelmeile breit ist. Nach einer 
Fahrt von einigen Stunden wurde das Schiff in den Anjir hineingelenkt, einen 
Canal, welcher den westlich vom Baritostrome fliessenden und in den Kapuas 
mündenden Poeloepetakfluss mit jenem Flusse verbindet. An der Einflussstelle 
des Poeloepetak in den Kapuas, nordnordwestlich von Banjermassing, liegt Kwala 
Kapuas, die erste Station unseres Beisenden, welche er durch den Anjircanal am 
Morgen des zweiten Tages erreichte. In seinen brieflichen und Tagebuchschil- 
derungen ddo. 2. Juni 1881, denen ich hier folge, erzählt der Reisende den 
Anfang seiner Arbeit : „Um 9 Uhr begann ich meine Sammelthätigkeit und habe 
gute Ausbeute an Schmetterlingen, Wespen, Vogelnestern und Eiern gehabt." 
3. Juni: „Vormittags Regen, trotzdem gute Jagdbeute an Vögeln. Nachmittags 
Insecten gefangen ; ein Dajake brachte mir 14 lebende, colossale, schwarze Scor- 
pione." 4. Juni: Auf einem Jagdausfluge am Vormittage bis 11 Uhr habe ich 
10 verschiedene Vögel geschossen, sowie eine Marderart. Von Insecten habe ich 
heute ausser vielen schönen Schmetterlingen eine Cicade von 10 cm. Länge und 
4 cm. Breite bekommen u. s. w." So wird Tag für Tag eifrig gesammelt. Eine 
Jagdexcursion flussabwärts auf dem Kapuas schildert Grabowsky ddo. 8. Juni 1881 
folgendermassen : „Der Morgen begann heute eben zu dämmern, als ich mit zwei 
getauften Dajaken, Josua und Jacob, und meinem Burschen Gandja abfuhr, und zwar 
flussabwärts. Am linken Ufer entlang kamen wir nach zwei Stunden zum Soengei 
Pontai, wo ich den ersten Affen eigenhändig schoss, und zwar mit der Kugel 
von einem hohen Baume herab; die Dajaken nennen ihn Bakai, die Malayen 
Monjet; es ist Cercocebus cynomolgus, ein ausgewachsenes Männchen; dann 
fuhren wir noch bis zum Soengei Kopang, vor dem zwei Inseln, Poeloe Kopong, 
liegen, wo ich mehrere Vögel schoss, unter anderen einen sehr kleinen Falken, kleiner 
wie eine Drossel, wie ich vermuthe der sehr seltene Micronisus soloensis, von 
den Dajaken Alang kalap genannt. Die Art des Jagens ist folgende: man fährt 
langsam dem Ufer entlang, und sowie man den Schrei von einem Affen oder 
anderen Thiere hört, lässt man die Hunde, die mit nach vorne gerichteten Ohren 
vorne im Boote, die Vorderfüsse auf den Rand gesetzt, stehen, an das Land, und 
sowie sie den Baum gefunden, auf dem das Thier sitzt, blaffen sie; man springt 
in den Sumpf, bahnt sich mit dem Messer einen Weg dorthin, während man 
selbst von den unerträglichen Mosquitos gestochen wird. Dass man nicht länger 
wie nöthig am Platze verweilt, ist selbstverständlich. Als ich Mittags 11 Uhr 
nach Kwala Kapuas zurückkehrte, war die Hitze so arg, dass selbst die Hunde 
vor Wärme winselten; meine Hände, namentlich die rechte, die den Kolben hält, 
waren roth aufgebrannt; das Gesicht schütze ich durch einen grossen, sehr leichten 
Hut aus Pandanusblättern. Nachmittags habe ich die Sachen präparirt u. s. w." — 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 3 



18 



Wilhelm Blasius. 



Diese Proben aus den ersten Briefen des Reisenden werden genügen, um einen 
Begriff von der Art und Weise des Sammeins in jener Gegend zu geben. — 
Leider ist die erste Sendung von Borneo, welche Grabowsky etwa Mitte Juli 
abgesandt haben muss, mit dem holländischen Dampfer „Koning der Nederlanden u 
bei Ceylon untergegangen, darunter natürlich alle die Stücke, welche in den 
obigen Briefauszügen genannt sind. Diejenigen Vogelbälge, welche Grabowsky 
in einer zweiten und dritten Sendung nach Königsberg geschickt hat und welche 
dort im Winter 1881/82 und im Sommer 1882 angelangt sind und durch die Güte 
des Herrn E. F. von Horn eye r in Stolp, dem ich dafür hiermit auch öffentlich 
meinen verbindlichsten Dank ausspreche, mir zur Bearbeitung übermittelt wurden, 
zeigen als frühestes Datum den 15. Juli 1881. Zu dieser Zeit war noch das oben 
geschilderte Kwala Kapuas das Standquartier des Reisenden. Zu Ende Juli und 
in der ersten und letzten Woche August, sowie später bis zum 11. September 
ist Tumbang Hiang, sechs Tagereisen weiter aufwärts am Kapuas, die Sammel- 
station gewesen. Zwischendurch sind am 2. August einige Vögel am Soengei 
Hiang, einem von der linken Seite bei Tumbang Hiang in den Kapuas sich 
ergiessenden Nebenflusse, und am 2. August bei Kotta Baru am Kapuas, etwa 
13 Stunden oberhalb Tumbang Hiang, erlegt. 

Von etwa Mitte September bis zur zweiten Woche October hat sich Gra- 
bowsky auf der Rückreise von dem oberen Laufe des Kapuas 1 ) noch einmal in 
Kwala Kapuas aufgehalten und seine zweite, die erste wirklich angelangte, Sendung 
von dort nach Europa expedirt. Die letzten bei Kwala Kapuas erlegten Vögel 
(zwei Calornis chalybaea vom 30. September und ein Microhierax fringillarius 
vom 8. October) sind erst mit der dritten Sendung expedirt worden, die haupt- 
sächlich Stücke aus einem anderen, mehr nordöstlich und central am Barito- 
strome gelegenen Sammelgebiete enthalten hat. Auf dem Wege in dieses neue 
Gebiet sind am 11. October in Mengkatip eine Hydrochelidon nigra L. und am 
folgenden Tage bei Sungei Kramas (im Districte Sihong) eine Ardea purpurea 
erlegt. Am 13. October kam der Sammler im Kampong Telang am Baritoflusse 
(im Districte Sihong, später brieflich vielleicht richtiger als im Districte Duson 
Timor gelegen bezeichnet) an und sammelte dort nach Ausweis der Etiquetten 
bis zum 25. October und später wieder, nachdem er in den ersten November- 
tagen eine Excursion nach Tameanglajang (im Districte Patai) unternommen, auf 
welcher Platysmurus aterrimus und Ehinortha chlorophaea erlegt wurden, min- 
destens vom 22. November 1881 bis zum 7. Januar 1882. Die Excursionen wurden 
nach den brieflichen Mittheilungen des Sammlers von Telang aus nördlich bis 
Buntok am Barito, östlich bis in die Nähe des Menatus-Gebirges bei Bentut aus- 
gedehnt. Am 22. December ist z. B. Tampa (District Duson Timor) als Beute- 
stelle für Xantholaema Duvaucelii bezeichnet. Eine sehr interessante Sammel- 
stelle war, nachdem vom Sammler am 10. Januar oberhalb Kampong Mengkatip 
am Baritoflusse zwei Merops phüippinm erlegt waren, das östlich vom genannten 

•) Einr: ausführliche .Schilderung dieses Aufenthaltes und dieser Heise am Kapuasflusse 
wird Um Vernehmen nach Herr F. J. Grabowsky demnächst selbst publiciren. 



Vögel von Borneo. 



19 



Flusse etwa unter 1° 20' südlicher Breite gelegene hügelige Terrain, vom Sammler 
„Busch", von den Eingebornen „Lihong Bahaja" genannt, wo gleich am ersten 
Jagdtage, am 13. Januar, Carpococcyx radiatus, am 15. Zanclostomus javanicus, 
am 19. Thriponax javensis, am 20. Xylolepes validus, am 22. Irena cyanea und 
Lyncomis Temminckii^xAl., am 24. drei Exemplare des schönen Euplocomus pyro- 
notus, am 25. zwei Melanoperdix nigra und ein zweites Exemplar von Thriponax, 
am 26. Pityriasis gymnocephala und am 27. noch ein Euplocomus pyronotus, 
also im Laufe von 14 Tagen eine ganze Keine zum Theile seltener und inter- 
essanter Arten, von denen nur Irena, Thriponax und Xylolepes von Grabowsky 
bereits im ersten Sammelgebiete am Kapuas und letztere auch schon bei Telang 
angetroffen waren. Es ist anzunehmen, dass Grabowsky, der nach Ausweis der 
brieflichen Nachrichten noch über den 27. Januar hinaus bis in die erste Woche 
des Februar seinen Aufenthalt in jenem Busche Lihong Bahaja ausgedehnt hat 
und erst in der zweiten Hälfte des Februar von Telang aus wieder in Banjer- 
massing angelangt ist, noch weitere Ausbeute aus jener Gegend übersenden wird. 
— Da Grabowsky bei seinen Sammelreisen stets mit gleicher Sorgfalt die ver- 
schiedensten naturgeschichtlichen Gebiete cultivirt und z. B. von seinem Auf- 
enthalte am Baritostrome auch 53 Säugethiere, zum Theile als Balg, zum Theile 
als Skelet präparirt, 12 Schachteln getrockneter Insecten und eine Masse Spiritus- 
insecten, etwa 100 Schmetterlinge in Papierdüten, Schlangen, Eidechsen, Schild- 
kröten u. s. w., sowie eine nicht unansehnliche Sammlung botanischen Materials 
zusammengebracht hat, welches Alles er Anfangs März d. J. in fünf Kisten ver- 
packt aus Banjermassing nach Königsberg abzusenden vermochte, so kann es 
nicht Wunder nehmen, dass die ornithologische Ausbeute nicht so reichlich aus- 
gefallen ist, wie dies bei einem Sammler der Fall gewesen wäre, welcher ganz 
allein sich nur der Erlegung und Präparirung von Vögeln gewidmet hätte. — 
Die bisher nach Europa gelangte Ausbeute Grabowsky's an Vogelbälgen, die 
zwischen dem 15. Juli 1881 und dem 27. Januar 1882 erlegt und präparirt worden 
sind, beziffert sich auf 115 Exemplare, die 69 verschiedenen Arten angehören. 
Darunter befindet sich ein nicht etiquettirter Balg von Jyngipicus auritus, den 
der Sammler zusammen mit einer Reihe von Spiritusvögeln, die er in Java 
gesammelt hatte, gleich nach der Landung auf Borneo von Banjermassing aus 
nach Europa gesandt hatte. Es muss vorläufig noch zweifelhaft bleiben, ob 
dieser Balg von Banjermassing (Borneo) oder von Java stammt. Ich habe ihn 
in die Liste mit aufgenommen, weil Herr E. F. v. Homeyer, welcher mir gütigst 
die Bälge zur Bestimmung und Bearbeitung übermittelte, die Herkunft von Ban- 
jermassing für wahrscheinlich hielt. 

Obgleich die von Grabowsky in Südost-Borneo besuchten Punkte grössten- 
teils früher bereits durch andere Sammler durchforscht worden sind, hat sich 
doch auch wieder einiges Neue für die Fauna von Borneo gefunden, und besonders 
mehrere Arten, welche, obgleich in Nord- und Central-Borneo bereits bekannt, 
für Süd-Borneo noch neu sind. Die wichtigsten dieser Resultate will ich am 
Schlüsse dieser Abhandlung recapitulirend zusammenfassen. Wichtiger als diese 
im Ganzen doch nur wenigen Bereicherungen der Fauna von Süd-Borneo erscheinen 

3* 



20 



Wilhelm Blasius. 



mir die genauen Notizen, welche der Sammler den von ihm gesammelten Stücken 
hinzugefügt hat. Grabowsky hat nicht nur meistens die Farbe der Iris und 
der nackten Theile verzeichnet, sondern auch sehr häufig den Mageninhalt notirt 
und die Grösse der Augen im frischen Zustande, sowie die Breite der Iris ge- 
messen. Die Entfernung zwischen Flügel und Schwanzspitze in der Ruhelage 
ist fast überall bestimmt; ich habe die Notiz im Folgenden regelmässig abgekürzt 
mit den Zeichen <. und >• für „kleiner" und „grösser" wiedergegeben, so dass 
z. B. Fl. 2 cm. <. Schw. bedeutet: „Der Flügel ragt 2 cm. weniger weit nach 
hinten als der Schwanz w u. s. f. Bei sehr vielen Individuen hat der Sammler die 
Maasse des abgebalgten Cadavers genommen. Diese Maasse, obgleich weniger für 
die ornithologische Wissenschaft als für die spätere Präparation von Wichtigkeit, 
glaubte ich im Folgenden doch nicht unerwähnt lassen zu sollen: es ist dabei 
K. = Körper oder Cadaver ohne Kopf und Extremitäten, L. = Länge, B. = Breite, 
H. = Höhe und Hals == Halslänge zu lesen. Eine sehr grosse Aufmerksamkeit 
hat der Sammler den Localnamen geschenkt und Benennungen der Eingebornen 
bei manchen Arten verzeichnet, von denen bisher noch keine oder doch nicht 
die notirten Vulgärnamen in der Literatur erwähnt waren. Ich bemerke noch, 
dass ich, um die ganzen bisherigen ornithologischen Resultate Grabows ky's 
hier zu vereinigen, auch diejenigen Notizen des Sammlers hier wieder anführen 
zu sollen glaube, welche v. Pelz ein (1. c. s. oben p. 15, Nr. 39) bereits gegeben 
hat, zumal in jener Liste manche Druckfehler untergelaufen sind. 

Nach diesen Vorbemerkungen lasse ich das Verzeichniss der von Gra- 
bowsky aus Südost-Borneo eingesandten Vögel folgen und füge da, wo es mir 
nützlich erscheint, einige Bemerkungen hinzu. Die Arten, welche nur an der 
ersten Sammelstelle (am Kapuas) gefunden sind, erhalten eine einfache Nummer, 
während ich den an der späteren Sammelstelle (am Barito, besonders bei Telang) 
allein erlegten einen Stern (*) und den an beiden Stellen gesammelten ein 
Kreuz (f) hinzufüge; von den am Baritoflusse gesammelten stammen die meisten 
von Telang, die an anderen Punkten erlegten Arten sind oben (p. 18) bereits 
namentlich angeführt: 

1 . Micr ohier axfringillarius (Drap.) =Hierax coerulescens Salvad. p. 3. 

„Nr. 194. cf . Name: ,Antang Kalap'. Augen 6 mm. Iris braun. Beine dunkel- 
grau. Fl. 25 cm. <: Schw. K. L. 5*5 cm., B. 3 cm., H. 2 5 cm., Hals 2 cm. 
Kwala Kapuas, Borneo. 8. October 1881." 

Der Vogel ähnelt besonders in Bezug auf Färbung von Kopf und Nacken 
vollständig drei Exemplaren des Braunschweiger Museums, von denen zwei Bälge 
nach der Art der Präparation höchst wahrscheinlich aus Malakka stammen. 
Jedenfalls entspricht der Vogel durchaus der Diagnose von M. fringiUarius (Drap.) 
und ist von M. latifrom Sharpe durch die nur etwa 2 mm. breite weissliche 
Stirnbinde ebenso scharf getrennt wie von coerulescens L. durch den Mangel 
eines weissen Nackenbandes. Schon Sharpe macht bei Gelegenheit der Be- 
schreibung von M. latifrom (Ibis 1879, p. 237) ausdrücklich darauf aufmerksam, 
dass ihm neben Exemplaren von dieser neuen Art ohne allen Zweifel echte Bälge 



Vögel von Borneo. 



21 



von M. fringiUarius aus Borneo vorlägen. Es ist deshalb die Angabe Aug. 
Müller's („Die Ornis der Insel Salanga", sp. 124, p. 77, Journ. f. Ornith. p. 429), 
dass M. fringiUarius auf Borneo durch M. latifrons vertreten würde, zu cor- 
rigiren. Beide Arten kommen neben einander auf Borneo vor, ein analoges Ver- 
halten wie bei Prionochilus percussus und xanthopygius (s. u. sp ). 

Das Exemplar trägt zum Theile noch die Spuren der Jugend. Der Schnabel 
ist zwar mit Ausnahme des hinteren Theiles des unteren Eandes des Ober- 
schnabels schon dunkel gefärbt, doch tragen die Rücken- und Flügeldeckfedern 
ganz zarte, die oberen Schwanzdecken breitere helle Ränder und die Schwanz- 
federn 7 2 bis 1 .mm. breite weisse Spitzenflecken. Auch ist die Färbung an der 
Stirne gelblich weiss. 

Als Localname für diese Art hatte Mottley (Proc. Zool. Soc. 1863, p. 206) 
„ Alang lulalang" notirt. 

Der Balg bleibt in der Collection Honieyer (Stolp). 

*2. Spilornis pallidus Wald. == bacha Salvad. p. 7. 

„Nr. 227. cT. Name: ,Mangamet urera'. Augen 12 mm. Iris gelb. Beine 
gelb. FL 7 cm. < Schw. Wachshaut gelb. K. L. 14'5 cm., B. 9 : 6 cm., H. 7 : 5 cm., 
Hals 7 cm. Telang, Borneo. 29. December 1881." 

Das Individuum ist noch jung und entspricht in der Färbung und Zeich- 
nung fast vollständig Sharpe's Beschreibung und Abbildung von einem jungen 9 
(Cat. Birds Brit. Mus. L: Accipitres, p. 290, Plate IX, fig. sinistra). Nur sind 
die Kopf- und Nackenfedern jenseits der schwarzen Endflecken noch hell um- 
randet, etwa 2 — 3 mm. breit. — Das früher von mir erwähnte, im Museum 
Heineanum aufbewahrte fragliche Exemplar von Spilornis rufipectus Gould von 
Sarawak (Blasius und Nehrkorn, Beiträge, sp. 2) kann ich nicht direct mit 
dem vorliegenden Balge vergleichen. Soweit ich den Vogel noch in der Er- 
innerung habe, werde ich in der damaligen Annahme, dass wirklich die Celebes-Art 
rufipectus bei Sarawak vorgekommen ist, bestärkt. — Die Maasse des jungen 
Spilornis pallidus $ (Flügel 315— 32 cm., Schwanz 2Vh cm.) sind zwar kleiner 
als die (1. c.) für den fraglichen rufipectus angegebenen. 

Als Localname hatte Mottley bei Banjermassing für die Spilornis-Art 
„Rajah wali-laut" verzeichnet. 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

*3. Ast uv trivirgatus (Temm.). — Salvad. p. 17. 

„Nr. 199. 9- Name: ,Mangamet'. Augen 12 mm. Iris gelb. Beine gelb. 
Fl. 9 5 cm. <; Schw. Schnabelwachshaut gelb. K. L. 11 cm., B. 7 : 5 5 cm., 
H. 4'5:4cm., Hals 5 cm. Telang, District Sihong, Borneo. 17. October 1881." 

Ein junges Individuum im Uebergangskleide mit brauner Oberseite und 
breiten, rothbraunen Flecken auf der Brust, dabei aber mit vier dunkelbraunen 
Schwanzbinden, wie sie für das vollendete Kleid charakteristisch sind. — Die 
Artist, seitdem S. Müller ein in Süd-Borneo gesammeltes 9 (Schlegel, Mus. 
Pays-Bas, Astures, p. 23) dem Leydener Museum einverleibt hatte, nicht wieder 
aus Süd-Borneo erwähnt worden, und es dürfte Telang auf Grund von Gra- 
bowsky's Sammlung als erster in der Literatur verzeichneter speciellef Fundort 



22 



Wilhelm Blasius. 



in Süd-Borneo zu bezeichnen sein, während die Art aus Brunei und Sarawak 
in Nord-Borneo in den letzten Jahren, 1876 und 1879, zweimal Sharpe vor- 
gelegen hat. 

Als Localname war bis dahin von Treacher nur „Alang" verzeichnet. 
Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

*4. Ninooc scutulata (Raffl.) = borneensis (Bp.). — Salvad. p. 18. 

Zwei Exemplare (cT und 9)- Bei beiden auf den Etiquetten: „Name: 
,Mangkonglomo'. Augen 15 mm. Iris gelb. Beine gelb. Fl. 2'5 cm. <; Schw. K. L. 9 cm., 
B. 6:4 cm., Hals 4 cm. Telang, District Sihong, Borneo. 21. October 1881." 

„Nr. 205. ö\ Beine gelb. K. H. 4'5 : 3 cm." 

„Nr. 204. $. Beine hellgelb. K. H. 5 : 4 cm." 

Beide Individuen haben fünf dunkle Querbinden im Schwänze. Das Q 
ist wahrscheinlich jünger und deshalb auch wohl kleiner als das (Alal7*3 : 18 3 cm.). 
Dasselbe besitzt zahlreichere weisse Flecken auf den Schulterfedern und eine etwas 
hellere Unterseite des Körpers. Von einem Malakka-Balge des Braunschweiger 
Museums, der auch nur vier dunkle Querbinden im Schwänze besitzt, unter- 
scheiden sich beide Exemplare ausserdem durch eine mehr reinweisse und 
schmalere Endbinde an den Schwanzfedern (3: 11mm.). An der Zusammen- 
gehörigkeit beider Formen ist aber (besonders nach Sharpe's gründlichen 
Untersuchungen im Cat. Birds Brit. Mus. II. Striges p. 156 ff.) nicht zu zweifeln. 

Als Localnamen hatte Fischer in Teweh „Kaut", E. Everett in Sarawak 
„Pongok", Treacher auf Labuan „Pungok" gehört. 

Der südlichste Punkt, wo die Art bis jetzt in Borneo gefunden wurde, 
ist Teweh im Centrum der Insel. Durch Grabowsky's Funde ist das Ver- 
breitungsgebiet nach Süden ausgedehnt. 

Das c? Nr. 205 bleibt in der Collection Homeyer; Q Nr. 204 im Museum 
Viennense. 

f 5. Ketupa Javanerisis Less. — Salvad. p. 20. 

Zwei Exemplare, beide mit dem Localnamen „BurongMangkong" bezeichnet. 

„Nr. 229. cf 1 . Augen 2 2 cm. Iris gelb. Beine fleischfarben. Schnabel dunkel- 
grau. Fl. 2 5 cm. < Schw. K. L. 14 cm., B. 9 : 6 cm., H. 7 : 6 cm., Hals 6 cm. 
Telang, Borneo. 7. Januar 1882." 

„Nr. 123. 9- Augen 16 mm. Iris gelb, schmal (2 mm.). Beine hellgrau. 
Fl. 2 cm. <: Schw. K. L. 13 cm., B. 6 cm., H. 7*5 cm., Hals 6 cm. Tumbang 
Hiang, Borneo. 7. August 1881." 

Das cf Nr. 229 ist ausgewachsen und hat dunkelbraune, weissgefleckte 
Rücken- und Flügeldeckfedern. Das 9 Nr. 123 dagegen ist jung und bleibt 
noch beträchtlich hinter den Grössenverhältnissen des ausgewachsenen <jf zurück. 
Die Masse sind folgende bei dem jungen Vogel: Long. tot. 37 cm., Ala 24*8 cm., 
Caud. 12'5 cm., Rostr. (Culm.) 3 4 cm., Tarsus c. 4*3 cm. Ohrfedern 4*8 cm. — Die 
Zeichnung des jungen 9 ist im Allgemeinen wie bei dem alten Individuum, 
nur fehlen die dunkelbraunen und weissgefleckten Federn in den oberen Flügel- 
decken und auf dem Rücken; die Färbung ist oben und unten rostbraun mit 



Vögel von Borneo. 



23 



schwarzbraunen Schaftstrichen, ohne Querbänder; Schwungfedern und Schwanz 
abwechselnd mit braunschwarzen und weisslichen oder rostfarbenen Querbändern. 
Diese letzteren zeigen sich bereits auf den äusseren Schwanzfedern an deren 
Schaft unterbrochen und an der einzelnen Feder derartig verschoben, dass ein 
helles Halbband der einen in ein dunkeles der andern Seite übergeht, ein 
Verhalten, das bei dem alten an allen Schwanzfedern zu beobachten ist. — Der 
von Grabowsky notirte Localname, in welchem Burong einfach „Vogel" bedeutet, 
ist bisher noch nicht verzeichnet. Mottley hat bei Banjermassing „Katatupi", 
Treacher in Labuan „Bugang" gehört. Die Art ist bisher in Süd-, Mittel- 
und Nord -Borneo gefunden und scheint daher über die ganze Insel verbreitet. 

Beide Exemplare bleiben im Museum Brunsvicense. 

6. Palaeornis longicauda (Bodd.). — Salvad. p. 22. 

Zwei Exemplare. Bei beiden: „Name: ,Betet' oder ,Burong betet'. Augen 
6 mm. Beine hellbraun. Am Soengei Hiang, Borneo. 2. August 1881." 

„Nr. 112. Fl. 20 cm. <. Schw. Oberschnabel roth. Unterschnabel grau- 
braun. K. L. 8 cm., B. 4 cm... H. 4*5 cm., Hals 5 cm." 

„Nr. 113. 9. Fl. 5 cm. < Schw. K. L. 75 cm., B. 3'5 cm., H. 4 cm." 

Beide Individuen, die an demselben Tage und Orte mit aufeinander- 
folgenden Sammelnummern erlegt sind, gehören offenbar zu einander. Das 
ist schön ausgefärbt und alt; das Q dagegen, da die mittleren Schwanzfedern 
nur etwa um 1 cm. die benachbarten überragen, offenbar jünger, wenngleich es 
mir nach der Abnützung des Gefieders und der Ausbildung des Schnabels wahr- 
scheinlich erscheint, dass dasselbe bereits geschlechtsreif und mit dem zu- 
sammen gepaart war. — Einige Autoren, wie z. B. Mottley (Sclater, Proc. 
Zool. Soc. 1863, p. 207, wo, wie beiläufig bemerkt werden mag, von Buff. PI. Eni. 
fälschlich 287 statt der richtigen Nummer 887 citirt ist), sprechen überhaupt dem 
9 die langen Schwanzfedern des cT aD - Dagegen erwähnt Salvador i ein von 
Doria gesammeltes 9 mit langen Schwanzfedern, genau so entwickelt wie bei 
den cf, und Reichen ow gibt in seinem Conspectus Psittacoriim (Journ. f. 
Ornith. 1881, p. 243) die Diagnose des 9 mit den Worten: „A mare non diversa" 
an. Die von demselben Autor gegebene Diagnose des: „Juv.: Viridis, capitis 
lateribus pallide vinaceis, rectricibus duabus mediis et remigibus coerulescentibus; 
rostro fuscescente" stimmt vollständig mit dem vorliegenden, aller Wahrscheinlich- 
keit nach schon geschlechtsreif gewesenen 9 überein. Es würde darnach von 
Interesse sein, festzustellen, in welchem Alter sich das 9 vollständig ausfärbt und 
die langen Schwanzfedern erhält. Sehr zu beachten sind bei Entscheidung dieser 
Frage die von Frau Dr. Platen gemachten Beobachtungen an lebenden Thieren 
(„Gefied. Welt" 1881, p. 149). — Das $ gleicht vollständig einem von Dr. Platen 
aus Malakka eingesandten Exemplare der Collection Nehrkorn, dessen Ver- 
gleichung der Besitzer mir gütigst gestattete. Die Etiquette dieses Exemplars 
lautet: „Name ,Burong baycon'. (j\ L. (Totallänge) 42 cm. D. (Differenz zwischen 
Schwanz und Flügelspitzen) 22 cm. Iris hellgelb. Oberschnabel roth. Unter- 
schnabel schwarz. Wachshaut grüngelb. Füsse graugrün. Jafferiah, Johore. 
19. December 1879." — Während der Grabowsky'sche Localname schon von 



24 



Wilhelm Blasius. 



Mottley aus Banjermassing erwähnt wird, habe ich den Plate naschen noch 
nicht notirt gefunden. Aehnlich klingt der von Treacher in Labuan gehörte 
Name „Beian" und die von Dr. Fischer in Teweh (Central-Borneo) notirte 
Benennung „Bayani" (Brüggemann, p. 527). Baian heisst auch nach Mottley 
in Banjermassing die verwandte Art P. javanica (Osbeck). Die Art scheint, 
wie die vorige, über die ganze Insel verbreitet. 

Beide Exemplare bleiben im Museum Brunsvicense. 

7. Loriculus Galgulus (Linn.). — Salvad. p. 26. 

Zwei Exemplare. Bei beiden auf den Etiquetten: „Name: ,Talisuk* (oder 
,Talisoek'). Augen 4 mm. Iris schwarz. Beine hellbraun. Fl. = Schw. — Kwala 
Kapuas, Borneo. 17. Juli 1881." 

„Kr. 99. cT." „Nr. 100. Q. K. L. 4 5 cm., B. 2'1 cm., H. 2*5 cm., Hals 3 cm." 

Der Name stimmt mit der von S. Müller angegebenen Benennung der 
Bejadjoe-Dajaks („Talisok") überein. Am Dusonflusse ist der Name nach demselben 
Autor „Sarendet". Denselben Namen führt Brügge mann nach Dr. Fischer 
aus Teweh in Central-Borneo an: „Boerong Sarindiet", und diese Benennung 
verändert sich zu Banjermassing nach Mottley in „Seringit" (Proc. Zool. Soc. 
1863, p. 208) und in Malakka nach Dr. Platen in „Serindit" (Blasius, Neuer 
Beitr., Journ. f. Ornith. 1882, Juliheft, sp. 2, p. 243). — Da alle anderen Beob- 
achter (z. B. Doria in Salvadori's Werke bei drei cT, Dr. Platen bei sechs cf, 
Everett in Sharpe's Liste (Ibis 1876, p. 36) bei und Q und Dr. Fischer 
in Brüggemann 's Liste ganz im Allgemeinen) die Irisfarbe als braun angeben, 
so dürfte vielleicht die schwarze Färbung der Iris bei beiden Grabow sky'schen 
Exemplaren, die ganz jung sind, durch die Jugend zu erklären sein. Das junge <j" 
(Nr. 99) hat keine Spur von Blau auf dem Kopfe oder von Roth an der Gurgel. 
Der ganze Schnabel, der im Alter schwarz wird, ist noch mit Ausnahme der 
grauen Spitze und unteren Ränder des Oberschnabels weisslichgelb. Das junge 9 
(Nr. 100) hat zwar auch keine Spur von Blau auf dem Kopfe, zeigt dagegen 
schon Spuren rother Federn an der Gurgel. Der Schnabel ist dunkelgrau, die 
Mitte des Unterschnabels noch weisslich. — Bei beiden Exemplaren ist der gold- 
gelbe Rückenfleck nur wenig angedeutet (im Braunschweiger Museum befindet 
sich ein junges aus der Gefangenschaft, dem der gelbe Rückenfleck fehlt und 
das doch schon Spuren der Blaufärbung auf dem Kopfe zeigt) und die vordere 
Einfassung des rothen Bürzels, die bei den alten cf (z. B. sechs kürzlich von 
Dr. Platen aus Borneo eingesandten) eine schwefelgelbe Farbe annimmt, zeigt 
sich noch in der goldgelben Färbung des Rückenfleckes; ferner bleiben die rothen 
oberen Schwanzdeckfedern, die beim alten die Schwanzspitze erreichen, bei 
beiden Individuen noch etwa 1 cm. von der Schwanzspitze entfernt. — Auch 
diese Art scheint in Borneo weit verbreitet zu sein. 

Das cT (Nr. 99) bleibt im Museum Viennense, das Q (Nr. 100) im Museum 
Brunsvicense. 

Pyrotrogon Kaswmba (R&ffl.). — Salvad. p. 29, 
„Nr. 101. (f, Name: ,Salehai'. Augen 8 mm. Iris schwarz. Beine blau. 
Fl. 12 cm. — Schw. H;tut um die Augen und Schnabel an der Wurzel blau. 



Vögel toii Borpep, | y" n 



25 



Mageninhalt meist Raupen. K. L. 6*5 cm., B. 4'5 cm., H. 4 cm. Tumbang Hiang, 
Borneo. 29. Jnli 1881.« 

Auffallenderweise sind bisher von den Sammlern für die grossen Pyrotrogon- 
Arten noch keine Localnamen verzeichnet gewesen. Der Name „Salehai" hat wohl 
jedenfalls dieselbe Abstammung, wie der von Mottley für die kleinere Art P.Du- 
vaucelii bei Banjermassing gehörte Name „Santalehai". — In Ueber ein Stimmung 
mit Dor ia's Beobachtungen an 7 Exemplaren, aber im Gegensatze zu Dr. Platen's 
Beobachtungen, der an 16 Exemplaren die Iris braun bezeichnet, hat Grabow sky 
eine schwarze Iris notirt. — Das Exemplar ist alt und stimmt vollständig mit 
den von Dr. Platen eingesandten alten cT überein. — Die Art ist in Nordwest-, 
Central- und Süd-Borneo gefunden und wird von Waiden als einzige dort vor- 
kommende Art dieser Gattung auch für Labuan angegeben, von wo Sharp e 
allerdings keine Exemplare in Händen gehabt hat. 

Das Exemplar bleibt im Museum Regiomontanum. 

9. Pyrotrogon Duvaucelii (Temm.). — Salvad. p. 29. 

„Nr. 116. cf 1 . Name: ,Salehai'. Augen 6mm. Beine blau. Fl. 8*5 cm. <. Schw. 
Haut um die Augen tief blau. Mageninhalt mehlreiche Früchte. K. L. 5 cm., 
B. 3"5 cm., H. 3 cm. — Tumbang Hiang, Borneo. 5. August 1881." 

Grabow sky gibt dieser kleineren Art denselben Localnamen wie der 
grösseren vorigen Species. — Mottley hat bei Banjermassing den Namen 
„Santalehai" gehört (p. 213), Treacher nach Sharpe (Ibis 1879, p. 239) in 
Nordwest -Borneo „Angie Kuchik". (Kuchik heisst „klein".) Grabowsky's 
Beobachtungen über den verschiedenen Mageninhalt der beiden Pyrotrogon- Arten 
sind interessant, zumal darüber bis jetzt wenig Notizen vorliegen. — Die Art 
hat etwa dieselbe Verbreitung wie die vorige, ist aber bis jetzt auf Labuan 
nicht beobachtet. 

Das Exemplar bleibt im Museum Viennense. 

10. Chotorea versicolor (Raffl.) v. n. bomeensis. — Salvad. p. 33. 
Vier Exemplare (Q), welche sämmtlich zu „Tumbang Hiang, Borneo" 

erlegt und als Q, sowie mit dem Localnamen „Burong Kukuh" bezeichnet sind. 

„Nr. 103. Augen 8 mm. Iris braun. Beine hellgrau. Fl. 4 cm. <; Schw. 
K. L. 9 cm., B. 4*5 cm., H. 3"5 cm. Mageninhalt Kernfrüchte wilder Bäume. 
29. Juli 1881." 

„Nr. 114. Augen 7 mm. Beine braun. Fl. 5*5 cm. <. Schw. K. L. 8*5 cm., 
B. 4 5 cm., H. 3*5 cm.. Hals 35 cm. 2. August 1881." 

„Nr. 126. Augen 7 mm. Iris braun. Beine grau. Fl. 5 cm. < Schw. 
K. L. 8-5 cm., B. 4*5 cm., H. 3"5 cm. 23. August 1881." 

„Nr. 156. Augen 8 mm. Iris braun. Beine grau. Fl. 5 cm. <C Schw. 
K. L. 9 cm., B. 4"5 cm., H. 4 cm , Hals 3'5 cm. 29. August 1881." 

Was die Nahrung anbetrifft, so hat schon Mottley festgestellt, dass 
dieselbe zwar hauptsächlich aus Insecten besteht, dass die Vögel aber zur Zeit 
der Fruchtreife mit grosser Liebe die Früchte einiger Ficus -Arten verzehren. 
Das Letztere hat auch Doria beobachtet. — Als Localnamen waren bisher 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 4 



26 



Wilhelm Blasius. 



„Tukang Kagu" von Mottley in Banjermassing, „Panggil Panggil" von Mottley 
und Dillwyn auf Labuan, „Luntugoh" von Treacher in Nordwest -Borneo 
notirt, so dass eine grosse Mannigfaltigkeit in der Benennung zu herrschen scheint. 

Die beiden erstgesammelten Exemplare haben einen kürzeren Schnabel, 
eine hellere, mehr gelblich - grüne Unterseite, eine geringere Intensität und 
Breitenausdehnung der blauen Färbung an der Kehle (Nr. 114 auch eine 
schwächere Ausbildung des blauen Superciliarstreifen) und sind daher wohl als 
jünger zu bezeichnen. Zur Vergleichung stehen mir aus dem Braunschweiger 
Museum drei Exemplare zur Verfügung: ein aus Malakka („Singapore") stam- 
mendes älteres Individuum ohne Geschlechtsangabe und zwei von Dr. Platen 
aus Jambusan eingesandte Exemplare (9 ad. und juv.), welche von mir bereits 
bei einer anderen Gelegenheit (Blasius und Nehrkorn, Beiträge, sp. 6) erwähnt 
worden sind. Die Schnabellänge, auf der Firste gemessen, beträgt bei 1. ad. 
Malakka 3 9 cm., 2. 9 ad. Jambusan 4*25 cm., 3. juv. Jambusan 3*85 cm., 
während an den Grabows ky 'sehen Exemplaren dieselben Masse betragen bei 4., 
Nr. 103, 3-85 cm., 5., Nr. 114, 3'8 cm., 6., Nr. 126, 41 cm., und 7., Nr. 156, 
4*1 cm. Früher erwähnte ich schon eine scheinbar unwesentliche Verschieden- 
heit in der Vertheilung der Farben am Kopfe, die zwischen dem Malakka- und 
den Borneo-Bälgen sich beobachten Hess. Nach Vergleichung der neuen Gra- 
bow sky'schen Bälge scheint mir ein bestimmtes Gesetz in der Färbung der 
Borneo-Exemplare, für welche ich den Namen var. bomeensis vorschlage, zu 
bestehen, auf welches ich glaube, aufmerksam machen zu dürfen: während bei 
dem Malakka -Vogel sich die an den Seiten des Halses stehenden rothen Flecken 
beinahe in der Mittellinie vereinigen und auf diese Weise hinter der blauen 
Kehle ein beinahe geschlossenes rothes Halsband bilden, bleiben diese rothen 
Flecken in Folge der weiteren Ausbreitung der blauen Färbung nach unten 
isolirt und etwa 1*5 — 2 cm. von einander getrennt; und während bei dem 
Malakka-Vogel sich das Roth des Kopfes im Nacken zu einem queren Nacken- 
bande bedeutend erweitert, schliesst bei allen Borneo-Bälgen die rothe Kopf- 
färbung, im Ganzen ein Oval bildend, nach hinten ohne Erweiterung mit stumpfer 
Spitze ab. Die Art scheint über die ganze Insel verbreitet und kommt als 
einzige bisher dort beobachtete Capitonidae-Art auch auf Labuan vor. 

Nr. 114 und 126 bleiben im Museum Viennense, Nr. 103 und 156 in der 
Collection Homeyer. 

•11. Xantholacma Duvaucelii (Less.). — Salvad. p. 38. 

„Nr. 224. tf. Name ,Tarang'. Augen 5 mm. Iris braun. Beine hell- 
grün. Fl. 2*5 cm. < Schw. K. L. 5'5 cm., B. 2 5 cm., H. 2 5 cm., Hals 2 5 cm. 
Tampa, Dusson Timor, Borneo. 22. December 1881." 

Ein altes das die charakteristische, zarte, azurblaue und darauf rothe 
Einrahmung der schwarzen Brust nach hinten wieder deutlich zeigt (cf. Blasius, 
Neuer Beitrag, Journ. f. Ornith. 1882, p. 244, sp. 6). Ein Localname war früher 
noch nicht verzeichnet. 

Dm Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 



Vögel von Borneo. 



27 



12. Jyngipicus anritiis (Eyton). — E. Hargitt. Ibis 1882, p. 42. 

[= /. fusco-albidus Salvad. — Salvad. p. 42. 

= Picus sondaicus (Wall.). — Salvad. p. 43, Anmerk.] 

Durch Grabowsky ist von Banjermassing aus zusammen mit einer 
früheren Sendung aus Java stammender Vögel in Spiritus ein einzelnes junges 
Individuum dieser Art ohne Etiquette im Balge übersandt. Dasselbe kann nach 
der gründlichen Monographie Hargitt 's (Ibis 1882, p. 42), welcher auch das 
Zusammenfallen der oben genannten, von Salvadori und Wallace eingeführten 
Namen, sowie von moluecensis Gm. (nec Wall.), von Baeopipo variegata und 
aurita Cab. et Hein, mit dem von Eyton eingeführten Namen ausführlich 
motivirt, nur zu dieser Art gehören, die nach der Hereinziehung von auritus 
den von Salvadori nur zur Vermeidung von Verwechslungen gegebenen Namen 
entbehren kann. 

Das Exemplar ist auf dem Rücken braun und weiss quergebändert, auf 
der Unterseite auf schmutzigweissem Grunde braun längsgestreift. Die Schwanz- 
federn haben drei Paare, einige auch vier Paare weisser Flecken. Ein schmaler 
Malarstreifen (jederseits die weisse Kehle einrahmend) und die Parotisgegend 
sind braun, ebenso auch die Oberseite des Kopfes, die im Nacken schwarz- 
braun eingefasst wird. Die Masse stimmen mit Hargitt's Angaben, sowie mit 
denen, welche Wallace für sondaicus (Salvad. p. 43, Anmerk.) macht. Nur 
ist die Totallänge, wahrscheinlich in Folge der Präparation, geringer. Als spe- 
cieller Fundort dieses Exemplars ist wahrscheinlich, wenn dasselbe nicht wider 
Erwarten aus Java stammen sollte, Banjermassing anzugeben, und dann würde 
zum ersten Male das Vorkommen dieser Art im Süden von Borneo bewiesen sein, 
während sie bisher auf den Norden beschränkt zu sein schien. Es würde überhaupt 
die erste in Süd-Borneo beobachtete Jyngipicus-Art sein (s. übrigens oben p. 19). 

Der Balg bleibt im Museum Brunsvicense. 

f 13. Xylolepes validus (Reinw.). — Salvad. p. 43. 

Drei Exemplare aus verschiedenen Gegenden mit verschiedenen Localnamen. 

„Nr. 162. Q. Name ,Blatok sowang'. Augen 6 mm. Iris braun. Beine 
grau. Fl. 6 cm. < Schw. K. L. 10 cm., B. 5 5 : 3*5 cm., H. 4 cm., Hals 35 cm. 
Tumbang Hiang, Borneo. 6. August 1881." 

„Nr. 215. (j\ Name ,Blatok (towo?)'. Augen 65 mm. Iris hellbraun. Beine 
braun. Fl. 5 cm. < Schw. K. L. 10 cm., B. 5 cm., H. 4 cm. Telang, Borneo. 
22. November 1881." 

„Nr. 239. 9 . Name ,Blatok tantowo'. Augen 6 mm. Iris hellbraun. Beine 
schmutziggrau. Fl. 6 cm. < Schw. K, L. 9 cm., B. 5 5 : 4 cm., H. 4*5 : 3*5 cm., 
Hals 4 cm. Lihong Bahaija, Borneo. 20. Jänner 1882." 

Während schon lange feststeht, dass „Blatock" (Treacher, Ibis 1879, 
p. 242 ff.), „Balatok" (Fischer-Brüggemann), „Balatak" (Mottley) oder 
„Batatok" (Treacher, Proc. Zool. Soc. 1879, p. 326) oder ein ähnlicher Name 
von den Eingebornen für Spechte im Allgemeinen gebraucht wird, waren die 
Specialnamen „sowang" und „tantowo" für diese Art noch nicht bekannt. Bei 
der Angabe des Specialnamens „Ouit Tuit" für diese Art von Seiten Treacher 's 

4* 



28 



Wilhelm Blasius. 



in Nord-Borneo (Ibis 1879, p. 240) vermuthe ich einen Irrthum, da dieser oder 
ein ähnlicher Name allgemein den Cinnyriden beigelegt wird. „Ouit Souit" soll 
übrigens auch nach Treacher Tiga javanensis (Ljungh) auf Labuan heissen 
(Proc. Zool. Soc. 1879, p. 326). 

Das 9 Nr. 239 bleibt im Museum Brunsvicense ; Nr. 162 und 215 im 
Museum Viennense. 

*14. Callolophus puniceus (Horsf.). — Salvad. p. 49. 

„Nr. 219. 9- Name ,Blatok'. Augen 7 mm. Iris braun. Beine hell- 
braun. Fl. 4 5 cm. < Schw. K. L. 7*5 cm., B. 4 cm., H. 3 cm., Hals 4 cm. 
Telang, Borneo. 9. December 1881/ 

Ein offenbar altes 9> ähnlich einem von Dr. Platen bei Gunong Gilly 
gesammelten Exemplare (Blasius, Neuer Beitrag, Journ. f. Ornith. 1882, p. 245, 
sp. 8), welches als Geschenk des Kronprinzen Erzherzogs Rudolf später in das 
Wiener Hof-Naturalien cabin et gelangt ist (A. v. Pelz ein: Ueber eine Sendung 
von Vögeln aus Borneo. Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellschaft in Wien 1882, 
p. 269). Die Unterseite trägt wie bei jenem auch bei dem vorliegenden Exem- 
plare zahlreiche weisse Flecken. 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

fl5. Thriponaoc javensis (Horsf.). — Salvad. p. 52. 

Drei Exemplare, alle mit dem Localnamen „Blatok gahak" bezeichnet. 

„Nr. 171. 9- (?) Augen 8 mm. Iris bläulich. Beine grau. Fl. 8 cm. 

< Schw. K. L. 13 5 cm., B. 7 : 5 5 cm., H. 6 : 5 cm., Hals 7 cm. Tumbang 
Hiang, Borneo. 9. September 1881." 

„Nr. 237. cf. Name auch ,Blatok Kakarak*. Augen 8 mm. Iris gelb, 
Beine blaugrau. Fl. 8 cm. < Schw. K. L. 12 cm., B. 6"5 : 5 cm., H. 5 : 4 cm., 
Hals 7 cm. Lihong Bahaija, Borneo. 19. Jänner 1882." 

„Nr. 249. Q. Augen 9 mm. Iris gelb. Beine schmutziggrau. Fl. 9 cm. 

< Schw. K. L. 12 cm., B. 6*5 cm., H. 5 cm., Hals 7 cm. Lihong Bahaija, 
Borneo. 25. Januar 1882." 

Als Localname war bisher von Mottley in Banjermassing „Balatak 
kigang", von Treacher auf Labuan „Batatok turkubuk" notirt. — Das „^ 
Nr. 237" zeigt ein weibliches Jugendkleid und dürfte vielleicht richtiger als 9 
zu bezeichnen sein. Wie beim 9 (Nr. 249) ist nur der Hinterkopf roth gefärbt ; 
an der schwarzen Brust finden sich einige weisse Federränder und an den Kopf- 
seiten, sowie an Kinn und Kehle weisse Streifen; von den einfarbig schwarzen 
S< hwungfedern hat nur die dritte dicht an der Spitze, und zwar auf der Aussen- 
fahne ein kleines helles Fleckchen. — Das Exemplar Nr. 171, „9 (?)" bezeichnet, 
ist nach der Färbung jedenfalls ein cT, und zwar ein junges, das fast voll- 
ständig mit einem jungen des Braunschweiger Museums von Malakka, das 
ich Herrn G. Schneider in Basel verdanke, übereinstimmt. Bei beiden ist der 
rothe Malarstreif bereits, allerdings erst auf einer, der linken Seite, und zwar 
durch eine einzelne rothe Feder angedeutet. Das etwas ältere Malakka-Exemplar 
zeigt die rothe Befiederung des Kopfes bis fast zu den Nasenlöchern vorgeschritten, 



Vögel von Borneo. 



29 



nur wenige weisse Streifen am Kinn, an der Kehle und an den Kopfseiten, und 
die Schwingenspitzen ganz unmerklich und allmälig heller (braun) werdend, 
während das jüngere Borneo-Exemplar an der Stirn und Schnabelbasis nur ver- 
einzelte rothe Federn, an Kinn, Kehle und Kopfseiten eine bedeutende Anzahl 
weisser Streifen und an der ersten bis fünften oder sechsten Schwinge deutlich 
abgegrenzte, bis zu 1 f 2 cm. breite, schmutzigweissliche Spitzen besitzt. Alle 
bisherigen Beobachter haben eine hellgelbe oder gelbgraue Färbung der Iris 
beobachtet, so dass bei Grabowsky in dem einen Falle (Nr. 171) ein Irrthum 
untergelaufen zu sein scheint. 

Die Exemplare Nr. 171 und Nr. 237 bleiben im Museum Viennense, Nr. 249 
im Museum Brunsvicense. 

*16. Meiglyptes tristis (Horsf.). — Salvad. p. 56. 

„Nr. 216. Q. Name ,Blatok kakieik'. Augen 6 mm. Iris braun. Beine 
fleischfarben. Fl. 2'5 cm. < Schw. K. L. 5'5 cm., B. 3 cm., H. 25 cm. Telang, 
Borneo. 22. November 1881." 

Als Benennung der Eingebornen war in Lumbidan von Treacher „Burong 
Anie" verzeichnet. — Der Balg hat rothe Malarstreifen, was auf einen Irrthum 
in der Geschlechtsbezeichnung von Seiten des Sammlers schliessen lässt, da der 
rothe Streifen für das charakteristisch sein soll. Die Unterseite ist ziemlich 
dunkel, viel dunkler als bei einem sonst ähnlichen Malakka-Exemplare des Braun- 
schweiger Museums, bei welchem auch die Querlinien an Kinn und Kehle, sowie 
an den Kopfseiten nicht so scharf und deutlich hervortreten. 

Bleibt im Museum Brunsvicense. 

17. Meiglyptes Tukki (Less.). — Salvad. p. 57. 

„Nr. 164. Q juv. Name ,Blatok bunjer'. Augen 5 mm. Iris aschgrau. 
Beine fleischfarben. Fl. 3 cm. < Schw. K. L. 6 cm., B. 3 cm., H. 3 cm. Tum- 
bang Hiang, Borneo. 6. September 1881." 

Als Localname war bisher von Fischer in Teweh (Central-Borneo) 
schlechtweg „Balatok" und von Treacher in Lumbidan „Blatock Kuchik", d. h. 
kleiner Specht notirt. — Es scheint mit Berücksichtigung der früher von 
Dr. Platen aus Borneo gesandten Exemplare (Blasius und Nehrkorn, Beiträge, 
sp. 14) eine mehr graue Färbung der Iris und eine mehr röthliche (statt der 
grünlichen) Färbung der Beine und Füsse für den Jugendzustand charakteristisch 
zu sein. Das Grabowsky 'sehe Exemplar ist noch jünger als t das früher von 
mir erwähnte Platen'sche Individuum, das ich für ein junges cT hielt wegen 
der grünlichen Färbung des Kopfes und der schmäleren helleren Querbinden 
des Leibes (die Schnabelfirste misst - 15 cm. weniger und der Schwanz ist 
0'5 cm. kürzer), ähnelt aber im Uebrigen diesem Exemplare fast vollständig, 
höchstens dass bei dem Grabowsky 'sehen vermeintlichen Q die schwarz- 
braune Färbung der Brust nach Art der $ noch dunkler als bei dem andern 
ist. — Ich möchte daher bis auf Weiteres auch dieses Exemplar lieber für ein 
c? juv. ansehen. 

Das Exemplar bleibt im Museum Viennense. 



30 



Wilhelm Blasius. 



*18. Microptemus badiosus (Temm.). — Salvad. p. 58. 

„Nr. 210. 9. Name ,Blatok towo*. Augen 6 mm. Iris braun. Beine 
schmutziggrau. Fl. 3 cm. < Schw. K. L. 7 cm., B. 3*5 cm., H. 3 cm., Hals 4 cm. 
Telang, District Sihong. 25. October 1881." 

Als Localname hatte Mottley in Banjermassing „Balatak busuh" und 
Treacher in Lumbidan „Blatock Peraug" verzeichnet. — Der Balg hat keine 
Spur eines rothen Augenringes, was mit Salvadori's Angaben über die Fär- 
bung des 9 übereinstimmt. Auffallenderweise ist dabei die Färbung des Rückens 
in Uebereinstimmung mit derjenigen der beiden männlichen, von Platen ge- 
sammelten Exemplare, welche ich früher (Blasius und Nehrkorn, Beiträge, 
sp. 15) besprochen habe, so dass die Verschiedenheit in der Rückenzeichnung 
kein Geschlechts-, sondern höchstens ein Alterscharakter sein kann. — Die 
Firste ist 2 2 cm. lang, also etwa ebenso klein wie diejenige des früher (1. c.) 
gemessenen weiblichen Exemplars. Die erste Schwungfeder zeigt sich, wie bei 
den anderen Bälgen, auch hier nicht einfarbig, sondern gebändert. 

Bleibt im Museum Brunsvicense. 

19. Sumiculus lugubris (Horsf.). — Salvad. p. 63. 

„Nr. 127. cT. Augen 6 mm. Iris braun. Beine dunkelgrau. Fl. 5 5 cm. 
<: Schw. K. L. 4*5 cm., B. 3 cm., H. 2*5 cm., Hals 2*5 cm. Tumbang Hiang, 
Borneo. 23. August 1881." 

Das Exemplar ist jung und in einem interessanten Uebergangskleide : der 
Schwanz ist noch nicht gabelförmig getheilt, die vier mittelsten Federn etwa 
gleich lang, die nächstfolgenden 1 / 2 cm. kürzer u. s. w. Kinn, Kehle, Brust und 
Bauch haben noch die fast glanzlosen, braunschwarzen, weiss gefleckten Federn. 
Auf der Oberseite, Kopf, Nacken und Bürzel, sowie an den Flügeldecken finden 
sich gleichfalls noch viele dieser matten, braunschwarzen, weiss gesprenkelten 
Federn; dazwischen sind aber schon viele einfarbig schwarze, metallglänzende 
Federn zur Entwicklung gekommen; am Hinterkopfe oder Nacken zeigt sich die 
bekannte isolirte, rein weisse Feder zwischen den dunklen, welche sich bei dieser 
und der von Meyer beschriebenen verwandten, nur etwas grösseren Art „Mus- 
schenbroeki" von Batchan und den Molukken auffallenderweise sehr häufig ent- 
wickelt (vergl. Rowley, Ornithological Miscellany, Vol. III, p. 165, in Part XIII, 
Febr. 1878). Die Grössenverhältnisse von Sumiculus lugubris schwanken sehr: 
Salvadori gibt die Flügellänge zu 12 cm., die Schwanzlänge zu 11 cm. an. 
Waiden hat acht Exemplare gemessen (Ibis 1872, p. 368) und die Flügel von 
4 62 bis 5'75 inch., den Schwanz von 5 bis 6 inch., Schlegel (Museum Pays-Bas, 
Cuculi, p. 28) dagegen bei zahlreichen Messungen die Flügel von 4" 4"' (die 
geringste Grösse bei Borneo-Exemplaren) bis 5" 2'" und den Schwanz von 4" 3'" 
bis 4" 8'" schwanken sehen. Zur weiteren Veranschaulichung dieser Thatsache 
mögen die Masse des von Grabowsky gesandten Borneo-Exemplares und 
daneben die gleichen Masse eines früher von Dr. Platen gesammelten, der 
Collection Nehrkorn angehörenden und von dem Besitzer mir freundlichst zur 
Vergleichung zugestellten alten Malakka-Exemplares (Q) folgen: 



I 

Vögel von Borneo. 31 
cf juv. Borneo 9 ad Malakka 



Long, tot 212 cm. 24*4 cm. 

Cauda 11*3 „ 12 4 „ 

Ala 11-4 „ 12-9 „ 

Eictus 2-35,, 2-55 „ 

Culmen 21 „ 2 5 „ 

Tarsus 1"5 „ 1*6 „ 



Die Etiquette zu dem alten Malakka-Exemplare lautet: „ Q. L. 24 cm. 
D. 55 cm. Iris dunkelbraun. Schnabel und Füsse schwarz. Jafferiah, Johore. 
17. Januar 1880." Bei diesem Individuum ist der Schwanz deutlich gegabelt, 
d. h. die zweitäusserste Schwanzfeder ist länger als die mittlere. Das Gefieder 
ist einfarbig schwarz, metallisch glänzend, nur an den unteren Schwanzdecken 
und Steiss weiss gefleckt, die Hosenfedern zur Hälfte reinweiss. Die erste 
Schwungfeder hat einen weissen Fleck etwa in der Mitte der Innenfahne. Die 
dritte und folgenden Schwungfedern zeigen ähnliche weisse Flecken, die zusammen 
eine weisse Binde bilden. Die unteren Flügeldecken sind fein weiss gesprenkelt. 
Die jederseits äussersten kürzesten Schwanzfedern sind weiss gebändert, die 
zweitäussersten längsten haben, etwa 2 cm. von der dunklen Spitze beginnend, 
in Entfernungen von etwa 1 cm. fünf weisse Schaftpunkte. Die Schwungfedern 
sind ziemlich spitz, die dritte deutlich die längste, etwa 5 mm. länger als die 
vierte und 11 mm. länger als die zweite. — Im Gegensatze zu diesem alten 
Malakka -Exemplare hat das junge Borneo-Exemplar (mit weissgeflecktem 
Gefieder und ohne Gabelschwanz) auch auf der zweiten Schwungfeder einen wenig 
entwickelten verwaschenen weissen Fleck. Alle Schwanzfedern, von denen die 
äussersten wie beim alten Individuum weiss gebändert sind, haben dicht vor 
der Spitze weisse Tropfenflecken, und die zweitäussersten in einer Entfernung 
von 2, bez. 3 cm. von der Spitze noch je zwei kleine weisse Schaftflecken. Die 
Schwungfedern endigen stumpfer und haben dicht vor der Spitze von der ersten 
bis zur vierten sandkorngrosse weisse Schaftflecken. Die dritte ist zwar die 
längste, überragt aber die vierte nur um 1 mm., die zweite um 9 mm. Die 
Schwanzdecken, Steiss- und Hosenfedern, sowie die unteren Flügeldecken sind 
wie beim alten Individuum. — Ein Exemplar aus Sumatra, das ich noch 
vergleichen konnte, steht in der Entwicklung zwischen den beiden bisher be- 
sprochenen. Die Gabel ist noch nicht vollständig ausgebildet, die zweitäussersten 
Schwanzfedern bleiben noch etwa um 1 mm. hinter den mittleren an Grösse 
zurück. Die Zeichnung ist fast ganz wie bei dem alten Malakka-Balge. Nur 
haben die erste und dritte Schwungfeder und ein Theil der Schwanzfedern die 
beim Jugendkleide beschriebenen weissen Spitzenflecken. Dabei ist von den 
ziemlich spitzen Schwungfedern die vierte etwas länger als die dritte. 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

20. Cuculus cmicretus S. Müll. — Salvad. p. 66. 

„Nr. 170. tf. Name ,Tanta udjan'. Augen 10 mm. Iris braun. Beine 
gelb. Fl. 4'5 cm. <: Schw. Nackte Augenränder gelb. K. L. 7 cm., B. 35 cm., 
H. 3*5 cm., Hals 4 cm. Tumbang Hiang, Borneo. 9. September 1881.* 



32 



Wilhelm Blasiu 



Bisher waren aus verschiedenen Theilen von Süd-Borneo durch S. Müller 
nur die Localnamen „Burong ranggangtutup" (nach dem Rufe des Vogels), 
„Tampaboea" und „Kangkapoet" (Bejadjoe) bekannt geworden. Die Art war bis 
1879 nur aus Süd-Borneo bekannt. Erst vor wenigen Jahren wurde sie einmal 
von Treacher aus Lumbidan (Nordwest-Borneo) eingesandt. 

Das Exemplar bleibt in der Collection Homeyer. 

*21. Jthinortha chlorophaea (Raffl.). — Salvad. p. 69. 

Zwei Exemplare (cf und 9). Bei beiden wiederholt sich auf der Etiquette: 
„Name ,Burong endu'. Augen 6 mm. Iris braun. Beine grau. K. L. 6 cm., 
B. 3 cm., H. 3 cm., Hals 3 cm." 

„Nr. 213. cf. Fl. 12 cm. < Schw. Mageninhalt Orthopteren. Tameanglajang, 
District Patai, Borneo. 3. November 1881." 

„Nr. 214. 9- Name auch ,Anapa'. Fl. 10 cm. < Schw. Haut um die Augen 
und der Schnabel grünlich. Telang, Borneo. 22. November 1881." 

Beide Vögel sind alt und stimmen genau mit der jetzt wohl meist accep- 
tirten Meinung über die Färbung der Geschlechter überein (cf. Blasius und 
Nehrkorn, Beiträge, sp. 19). — Der von Fischer bei Teweh gehörte Name 
der Eingebornen „Indoh" ist offenbar auf denselben Ursprung wie Grabowsky's 
„Endu" zurückzuführen. Ausserdem hatte Fischer noch „Gomado" verzeichnet, 
Treacher in Nord-Borneo „Tagamoo". 

Beide Exemplare bleiben im Museum Viennense. 

22. Mhopodytes bomeensis (Bp.). — Salvad. p. 72. 

„Nr. 168. 9- Name ,Talatak bahrang'. Augen 7 mm. Iris dunkelblau. 
Beine schmutziggrau. Fl. 12 cm. <L Schw. Nackte Haut um die Augen dunkel- 
roth. K. L. 7 cm., B. 3'5 cm., H. 3*5 cm., Hals 35 cm. Tumbang Hiang, Borneo. 
8. September 1881." 

Das Exemplar stimmt vollständig mit dem von Dr. Platen gesammelten 
9 des Braunschweiger Museums überein, auch in Bezug auf die sehr geringe 
Entwicklung des weissen Federstreifens über den Augen, welche vielleicht, wie 
ich früher schon andeutete, als Geschlechtscharakter anzusehen ist. — Die 
Schwanzlänge (18'2 cm.) ist bei Grabowsky's Exemplar etwa lern, kürzer als 
bei den übrigen von mir gemessenen Exemplaren dieser Art. — Ein Localname 
war für diese Species bisher nicht verzeichnet. 

Das Exemplar bleibt im Museum Viennense. 

f23. Rhopodytes sumatranus (Raffl.). — Salvad. p. 73. 

Drei Exemplare. Bei allen wiederholt sich: „Name ,Talatok bahuang'. 
Augen 8 mm." 

„Nr. L09. r{. Iris Ii ollblau. Beine hellblau. Fl. 16 cm. < Schw. Nackte Haut 
um die Augen dunkelziegelroth. Schnabel hell aschgrau. K. L. 6*5 cm., B. 3 - 5 cm., 
H. 3 cm. Mageninhalt Coleopteren. Tumbang Hiang, Borneo. 1. August 1881." 

„Nr. 208. cj • W> blau. Beine dunkelgrün. Schnabel hellgrün. Fl. 16 cm. 
^ Schw. Haut um die Augen roth. K. L. 8 cm., B. 4:35 cm., H. 4:3 cm., 
Hals 8*5 cm. Telang, District Sihong, Borneo. 29. October 1881." 



Vögel von Borneo. 



33 



„Nr. 211. 9- Name auch .Henro' (der andere Name bei den Oto Ngadga 
angewendet). Iris bläulich. Beine schwärzlich. Fl. 15 cm. <; Schw. Haut um die 
Augen roth. Schnabel hellgrün. K. L. 7 cm., B. 3 cm., H. 3*5 cm., Hals 4 cm. 
Telang, District Sihong, Borneo. 22. November 1881." 

Die kastanienbraune Färbung des Hinterleibes ist bei diesen Exemplaren 
nicht so lebhaft als bei einem von Dr. Platen gesendeten 9 von Sarawak. 
Sharpe (Proc. Zool. Soc. 1875, p. 104) führt an, dass die Exemplare von Labuan 
nicht so intensiv gefärbt seien als solche von Malakka und Sumatra. Ein von 
mir verglichenes Sumatra-Exemplar (cf) hat in der That eine lebhafter roth- 
braune Färbung des Leibes und dabei einen längeren, etwa 235 cm. langen 
Schwanz (der bei den vorliegenden Individuen von Borneo 22*5 [109], 20*5 [211] 
und 22 - 3 cm. [208] misst) und eine tiefsammtschwarze ' Färbung des bei den 
Borneo-Bälgen roth gefärbten kleinen Gefieders vor dem nackten Augenringe. 
Alle drei verglichenen cf haben einen deutlichen weissen Superciliarstreifen, 
welcher dem von Grabowsky gesammelten Q und einem von Dr. Platen 
gesandten 9 m & em wenig längerem Schnabel fehlt. Ich vermuthe hierin, wie 
bei den verwandten Arten, einen Geschlechtsunterschied. Ob die dunkel ziegel- 
rothe Färbung des nackten Augenringes und die hellblaue oder grüne Färbung 
der Beine, wie sie Grabowsky für die cT angibt, allen cT, und ferner ein 
orangefarbener Augenring nach Platen 's Beobachtung an einem 9 und blau- 
graue oder schwärzliche Füsse, wie Dr. Platen und Grabowsky diese bei je 
einem 9 geschildert haben, allen 9 , wenigstens in einem gewissen Entwicklungs- 
stadium, zukommen, müssen spätere Beobachtungen lehren, da bisher nicht viele 
präcise Beobachtungen darüber in der Literatur zu finden sind. Salvado ri 
theilt eine Beobachtung Doria's von Singapore mit, wonach cT und 9 die 
gleiche rothe Färbung des Augenringes besitzen sollen, wie dies auch Gra- 
bowsky verzeichnet. Doria gibt bei diesen gleichzeitig die Iris weiss an, 
während alle anderen Beobachter, besonders Dr. Fischer (bei Brüggemann, 
1. c. p. 527), Dr. Platen, Grabowsky die Iris bläulich weiss, bläulich, blau oder 
hellblau bezeichnen. — Was den Localnamen anbetrifft, so scheint der Name 
„Talatok" oder „Talatak" im Allgemeinen Kukuk zu bedeuten und für mehrere 
verwandte Arten gemeinsam gebraucht zu werden, in der geringen Veränderung 
„Telutok'* z. B. nach Mottley auch für Gentropus affinis (Horsf.). Wenn 
Mottley bei Rh. sumatranus den Namen „Talatak Bahohong" angibt, so ist 
dies offenbar nur eine andere Schreibeweise. Ganz verschieden ist der von 
Dr. Fischer in Teweh (Central-Borneo) gehörte Name „Tapeh" und die von 
Treacher in Lumbidan vermerkte Benennung „Nampak Kuchik". Kuchik 
bedeutet hiebei, wie schon oben bemerkt, „klein". 

Nr. 109 und 211 (^ und 9) bleiben im Museum Vieuneuse, das Nr. 208 
im Museum Brunsvicense. 

*24. Zanclostomus javanicus (Horsf.). — Salvad. p. 75. 
„Nr. 233. 9- Name ,Talatak bahuang' (,Enro'). Augen 10 mm. Iris 
braun. Beine blaugrau. Fl. 18 cm. < Schw. Schnabel roth, Haut um die 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 5 



34 



Wilhelm Blasiu 



Augen blau. K. L. 8 cm., B. 4 cm., H. 4 cm., Hals 4 cm. Lihong Bahaja, 
Borneo. 15. Januar 1882." 

Das Exemplar zeigt ähnlich wie ein früher von Dr. Platen eingesandtes Q 
(Blasius und Nehrkorn, Beiträge, sp. 22) ein viel helleres Rostroth an der 
Brust und dem Kinn und der Kehle, als am Hinterleib und ähnelt diesem auch 
im Uebrigen vollständig. Der von Grabowsky verzeichnete Name „Talatak 
bahuang" wird auch für andere Kukuke angegeben, z. B. für Mhopodytes suma- 
tranus von Mottley. Für unsere Art speciell haben Ussher und Treacher 
in Nord-Borneo „Nampak" verzeichnet. Auf Java heisst der Vogel nach Hors- 
field „Bubut kembang". 

Die Art war bisher mit sicherer Fundortangabe auf Borneo nur im Norden 
gefunden, in Sarawak, Brunei, Lumbidan, am Lawasflusse etc. Die Angaben 
S. Müller 's beziehen sich wahrscheinlich auf Süd-Borneo; doch enthält z. B. 
das Leydener Museum (Schlegel, Mus. Pays-Bas, Cuculi, p. 53) überhaupt kein 
Exemplar aus Borneo. Grabowsky dürfte daher unsere Kenntniss von der 
Verbreitung dieser Art wesentlich erweitert haben. 

Bleibt im Museum Viennense. 

*25. Carpococcyx radiatus (Temm.). — Salvad. p. 76. 

„Nr. 232. 9 . Name ,Bubut lai'. Augen 13 mm. Iris braun. Beine hell- 
grau. (!) Fl. 18 cm. <C Schw. Schnabel und Haut um die Augen hellgrau. (!) 
K. L. 14 cm., B. 6 cm., H. 8 : 5 cm. Lihong Bahaja, Borneo. 13. Januar 1882." 

Die Art ist auf Borneo zuerst von Diard bei Pontianak gefunden; Sal- 
vadori lagen keine Exemplare von Borneo vor. Später ist die Art von Fischer 
bei Teweh, von A. Everett bei Bintulu, von H. Everett bei Sarawak und von 
Ussher bei Brunei gefunden. Von Herrn G. Schneider in Basel habe ich 
erfahren, dass ein von Dr. Platen bei Sarawak gesammelter Balg in das Museum 
zu Basel gelangt ist. Durch Grabowsky wird der Verbreitungsbezirk etwas 
nach dem Süden ausgedehnt. Nach Fischer 's Angabe ist bei Teweh der Local- 
name „Boemboek tjehong". Grabowsky 's Bezeichnung ist neu. — Aulfallend 
ist Grabowsky 's Angabe, dass die Beine, der Schnabel und die nackte Haut 
in der Umgebung des Auges hellgrau sind, während am Balge diese Theile zum 
Theile intensiv grün gefärbt erscheinen und selbst die nackte Umgebung des Auges 
eine grüne oder ledergelbe Färbung zeigt. Alle anderen Beschreibungen der nackten 
eigentlichen Horntheile, d. h. der Beine und des Schnabels (Temminck, PI. 
color. 538. Vol. V. 1S38. — Ibis 1877, p. 7; 1879, p. 245), stimmen darin überein, 
dass dieselben grün sind. Beccari hat nur die Basis des Schnabels blau, die 
oberen Theile schwärzlich, übrigens Schnabel und Beine gleichfalls grün angegeben. 
Ob im ganz frischen Zustande diese Theile, wie Grabowsky sagt, grau sind 
und die grüne Farbe erst später erscheint, muss bei neuen Beobachtungen frischer 
Thiere entschieden werden. — Die nackte Haut um die Augen soll nach Gra- 
bowsky hellgrau, nach Ussher cobaltblau mit hellgrünem Schein, nach 
B. Kverett mehr grün und nach Temminck roth, nach Beccari's Beob- 
achtungen an Sumatra - Exemplaren von verschiedener Farbe, grün, blau und 
hell weinroth Mio, Verschiedenheiten, die eich vielleicht später auf verschiedenes 



Vögel von Borneo. 



35 



Alter und Geschlecht zurückführen lassen. Vielleicht auch wechselt die Farbe 
nach der Nahrung, dem Wohlbefinden und psychischen Affecten. 

Da die mir in der Literatur zugänglichen Beschreibungen der Art nicht 
vollständig mit dem vorliegenden Exemplare übereinstimmten und besonders die 
von Sharpe (Proc. Zool. Soc. 1873, p. 607) gegebene Abbildung des Kopfes ein 
ganz abweichendes Verhalten des Nasenloches zeigte, schickte ich eine Skizze 
nebst Beschreibung unseres Vogels an Herrn Professor Schlegel in Leyden mit 
der Bitte, das dort aufbewahrte typische Exemplar Temminck's zu vergleichen. 
Wie ich an dieser Stelle mit dem verbindlichsten Danke anerkennen muss, erhielt 
ich im Namen des genannten Forschers umgehend von Herrn Dr. Jentink 
die folgende bestätigende Nachricht : „Eine genaue Vergleichung Ihrer Skizze 
mit unserem typischen Exemplare lässt keinen Zweifel übrig, dass Sie wirklich 
einen echten Neomorphus radiatus haben. Die Zeichnung von Sharpe in den 
.Proceedings' ist nicht genau; die Nasenlöcher bilden keine Längsritze, sondern 
haben die von Ihnen angegebene gekrümmte Form. Die Farben stimmen in 
allen Theilen mit unserem typischen Exemplare von Pontianak überein. Wie 
Sie aus dem .Muse'e des Pays-Bas' von Prof. Schlegel wissen, ist unser Exemplar 
von Sumatra etwas kleiner als das Borneo-Individuum. Prof. Schlegel meint 
jetzt, dass der Sumatra- Vogel eine Varietät ist, und wirklich gibt es kleine Diffe- 
renzen in den Farben und Schattirungen. Vor ein paar Jahren haben wir ein zweites 
Exemplar von Sumatra bekommen, das in allen Farben und auch in der Grösse 
genau mit dem andern Sumatra -Exemplare übereinstimmt. Prof. Schlegel 
macht hier also eine Varietät unter dem Namen X. radiatus var. sumatranus" . 
— Schon Salvado ri hat übrigens in seinen „Uccelli di Sumatra 1 *' (Ann. Mus. 
Civ. Gen. XIV. 1879, p. 187, Separat, p. 23) nach von Beccari gesammelten 
Exemplaren auf die Wahrscheinlichkeit sogar einer Artberechtigung der Sumatra- 
Vögel hingewiesen und den Speciesnamen Carpococcyx viridis vorgeschlagen. 
Temminck nennt das im Leydener Museum befindliche Original- Exemplar 
auf Grund von Diard 's Angaben ein Q, während Schlegel dasselbe später 
(im Mus. des Pays-Bas, Cuculi, p. 60) als cf aufführt. Dadurch, dass unser 
mit dem typischen Exemplare nach Angabe des Herrn Dr. Jentink vollständig 
übereinstimmender Balg von Grabowsky auch als 9 etiquettirt ist, wird es 
wohl wiederum wahrscheinlicher, dass in D i a r d 7 s und Teraminck's Geschlechts- 
bezeichnung doch kein Irrthum vorgefallen ist. Nach Temminck's Worten: 
„Mr. Diard indique, dans la courte note qui accompagne Findividu femelle, 
que le male est pare de couleurs plus vives et plus brillantes, et que sa queue 
est du double plus longue. Notre femelle porte en longueur totale vingt et un 
pouces, dont la queue prend douze pouces. Le sujet male, dont Mr. Diard 
fait mention, ne nous est pas parvenu", ist gerade die Geschlechtsbezeichnung 
einer eingehenden Erörterung von Seiten des Sammlers unterworfen, wodurch 
ein zufälliger Irrthum bei der Geschlechtsbezeichnung noch mehr ausgeschlossen 
erscheint. Alle anderen bis jetzt in der Literatur erwähnten Exemplare dieser 
Art sind entweder als 9 bezeichnet oder ohne Geschlechtsangabe aufgezählt. 
Es dürfte daher vielleicht das wirkliche cT bis jetzt überhaupt noch nicht in 

5* 



36 



Wilhelm Blasius. 



die europäischen Museen gelangt sein. 1 ) Die Te mm in ck 'sehe Beschreibung des 
in den Planches coloriees (1. c.) abgebildeten Original-Exemplars, welche Cabanis 
im Museum Heineanum (IV, 1. Cueulidae, p. 71) abgekürzt citirt, gibt die 
eigenthümliche Zeichnung des Gefieders im Allgemeinen sehr charakteristisch 
an; doch dürften einige Ergänzungen gerechtfertigt erscheinen, zumal auch die 
in den „Genera of Birds" von Gray und Mitchell (Vol. II, 1849) gegebene 
(und von Giebel im Thesaurus Ornithologiae I, p. 580 nur mit Auslassung 
des Charakters „Bill strong" reproducirte) Gattungscharakteristik correctur- 
bedürftig erscheint und die von Sharpe (1. c.) gegebene Abbildung des Kopfes 
in Bezug auf die Bildung des Nasenloches entschieden fehlerhaft ist. Es wird 
mir dabei möglich sein, ein wahrscheinliches Jugend- oder Uebergangskleid der 
Art zu beschreiben, welches in vielen Beziehungen von Salvado ri's Beschreibung 
solcher Kleider von Sumatra abweicht. Als ich nämlich im September d. J. 
unter freundlicher Führung des Herrn Dr. Katz die durch die Einverleibung 
der Kirchhoff'schen Vogelsammlung sehr bedeutend vervollkommnete ornitho- 
logische Abtheilung des Göttinger Museums besichtigte, fiel mir unter den 
Kukuken ein unbezeichneter, aus der Kirchhoff'schen Sammlung stammender 
Vogel unbekannter Heimat auf, den ich für ein junges Individuum von Carpo- 
coecyx radiatus halten muss und dessen Färbung und Maasse ich mit freund- 
licher Unterstützung des Herrn Dr. Katz, dem ich dafür auch an dieser Stelle 
bestens danke, im Folgenden ebenfalls anzugeben vermag. 

Charakter der Gattung: Schnabel stark, von der Länge des Kopfes; 
Firste gleichmässig abwärts gekrümmt; Dille geradlinig. An der Spitze des 
Oberschnabels eine kleine Zahneinbuchtung. Die Nasenlöcher liegen ungefähr 
in der Mitte zwischen Firste und Oberschnabelrand und in der Mitte zwischen 
den Augen und der Schnabelspitze, bilden (in Folge des Vorspringens einer 
bedeckenden Hornplatte von oben und hinten) eine schmale Ritze, welche hinten 
horizontal beginnt und sich nach vorne allmälig aufwärts krümmt, so dass sie 
sichelförmig mit der Convexität nach vorne und unten erscheint. Die nackte 
Haut in der Umgebung der Augen ist sehr ausgedehnt und wird nach vorne 
und unten nur durch eine einfache Reihe kurzer, borstenartiger Federn von der 
nackten Schnabelbasis getrennt. Die Mittelschwingen überragen an Länge die 
Handschwingen um etwa 1 cm. Flügel abgerundet, vierte Mittelschwinge und 
von den Handschwingen die sechste, siebente oder achte am längsten. Lauf stark, 
lang, doppelt so lang als die vordere Innenzehe mit Kralle, fast doppelt so 
lang als die Firste, vorne mit 8—9 weitumgreifenden grossen Tafeln bekleidet, 
von denen die mittleren eine Höhe von mehr als 1*5 cm. erreichen. Zehen 

'j Wie mir Herr Prof. Rütimeyer freundlichst mittheilt, ist das ohon erwähnt* Individuum 
im MuBcum zu Basel zwar jetzt als ^ etiquettirt. Da aber Dr. Platen's Original-Htiquette ver- 
loren ist und jenes Exemplar nach Kiitimoyer's Angaben in Färbung und Grösse ziemlich voll- 
ständig mit unserem Balge übereinstimmt, und besonders der Schwanz eine geringere Länge besitzt 
(Cauda 2* cm , Cnlmen ohne Krümmung 4 7 cm., Rictus f>-8 cm.), so glaube ich, dass dasselbe rich- 
tiger alH Q zu bezeichnen sei. Di« ('.«Zeichnung als ^ rührt vielleicht gar nicht von Dr. PI aton'B 
anatomischer Untersuchung her, Hondorn ist möglicherweise nach Schlegol's Angaben nachträglich 
gemacht. 



Vögel von Borneo. 



37 



klein, dünn, verschieden lang, ungefähr höchstens von halber Länge des Laufes. 
Schwanz abgerundet, lang, übertrifft die Flügellänge mindestens um den vierten 
Theil derselben und bleibt bei ruhiger Flügellage mindestens zur Hälfte von 
den Flügeln unbedeckt. 

(Ob die Charaktere der amerikanischen, die Gattung Neomorphus bildenden 
Arten, die in der Ausbildung des Schnabels und Laufes etc. entschieden unserem 
Vogel sehr nahe kommen, sich so vollständig mit den angeführten Gattungs- 
charakteren decken, dass eine Vereinigung aller unter der Gattung Neomorphus. 
wie Schlegel dies thut, gerechtfertigt ist, vermag ich nicht zu entscheiden. 
Ich will noch bemerken, dass die Ausbildung des Nasenloches bei Carpococcyx 
am meisten Annäherung an die Bildung desselben bei Leptosomus finden dürfte, 
und dass die Stärke des Schnabels zunächst auch an Scythrops erinnert.) 

Charakter der Species: Mantel, Oberrücken und Flügeldeckfedern grün, 
purpurviolett schillernd. Schwingen, Schwanzfedern und das Gefieder oberseits 
am Kopfe stahlblau oder purpurroth metallisch schillernd. Unterseits und am 
Unterrücken gebändert (es bleibt zweifelhaft, ob nicht von den Gattungs- 
charakteren beim Auffinden einer neuen Art oder bei Vereinigung mit den 
amerikanischen Arten einige fernerhin als Speciescharaktere gelten müssen, und 
ob von den folgenden Charakteren gleichfalls einige sich bei allen Alterszuständen 
und beiden Geschlechtern wiederholen, so dass sie hier im Allgemeinen an- 
geführt werden dürften). 

Altes Weibchen: Stirn, Kopf und Nackenfedern schwarz, stahlblau 
schillernd, am Nacken mehr ins Purpurrothe übergehend. Kinn, Kehle und 
Seiten des Kopfes, soweit befiedert, schwarz, ohne Metallglanz. Die dunklen 
Nackenfedern werden nach hinten von einem hellgrünen, etwas bläulichviolett 
schillernden Mantel mit scharfer Grenze begrenzt, während das schwarze Ge- 
fieder der Kehle und Kopfseiten durch ein silberweisses. nach unten und hinten 
mehr hellsilberblau erscheinendes Halsband eingerahmt wird, das allmälig an 
den Halsseiten in den grünen Mantel und in der Mitte in die weisslichgrüne 
Brust übergeht. Die grünen Federn der Unterbrust tragen schmale, 1 — 2 mm. 
breite helle Bänder. Nach dem Vorderleibe zu nehmen diese hellen Bänder 
allmälig an Breite zu (bis zu 5 mm.), so dass die Unterseite im Allgemeinen 
hell, mit schmalen, in der Mitte 1 — 2 mm. breiten, an den Seiten breiteren 
grünen Bändern erscheint. Die helle Grundfarbe der Unterseite ist nur an 
einigen Stellen reinweiss, meist schmutzigweiss bis isabellfarben, in der Mitte 
der Seiten rostroth. Die unteren Schwanzdeck- und Tibialfedern zeigen dieselbe 
Bänderung und denselben Ton der Grundfarbe wie die Leibesmitte. Die grüne, 
bläulichviolett schillernde Farbe des Mantels umfasst den Vorderrücken, die oberen 
Flügeldeckfedern, die Basalhälfte der Mittelschwingen und einen Theil der Aussen- 
fahne der Handschwingen; der Hinterrücken, die Bürzelfedern und kleineren 
oberen Schwanzdeckfedern sind rothbraun mit undeutlichen, dunklen, grünlichen 
QuerbänderD. Die grossen oberen Schwanzdeckfedern, die Schwanzfedern selbst 
und die Schwungfedern, soweit letztere nicht die hellgrüne Färbung des Mantels 
besitzen, erscheinen von oben schön metallisch purpurn und stahlblau schillernd ; 



38 



Wilhelm Blasius. 



die Purpurfärbung ist am meisten an den Endhälften der Mittelschwingen, 
an den beiden mittelsten Schwanzfedern und an den freiliegenden äusseren 
Rändern der äusseren Schwanzfedern ausgesprochen. Die Schwungfedern sind 
unterwärts einfarbig graubraun gefärbt, ebenso die Schwanzfedern, die jedoch 
auch auf der Unterseite etwas Metallglanz besitzen. Die unteren Flügeldeck- 
federn sind wie die Mitte der Weichen rothbraun mit undeutlichen grünlichen 
Querbinden. — Ala 25*5 cm., Cauda 31'5 cm., Tarsus 8 2 cm., Culmen 4*8 cm., 
Rictus 5'6 cm., Dig. ant. med. c. 5 cm., Dig. ant. int. c. 3 8 cm. 

Altes Männchen: Nach Diard's Beschreibung (s. oben) soll dasselbe 
mit lebhafteren und brillanteren Farben geschmückt und mit einem um das 
Doppelte längeren Schwänze versehen sein. 

Uebergangskleid (vielleicht junges $ dervon Salvadori und Schlegel 
unterschiedenen kleineren Sumatra-Varietät) in dem Göttinger Museum, aus der 
Erinnerung und nach kurzen eigenen Notizen, sowie nach brieflichen Angaben des 
Herrn Dr. Katz folgendermassen zu beschreiben; Aehnlich dem alten Weibchen, 
nur sind die Federn des Kopfes und Halses rostgelblich mit schwärzlichen Spitzen 
und ebensolchen Querbinden. Der Scheitel mit etwas hollenartig verlängerten 
Federn, die in schwarze, bläulich schillernde Spitzen auslaufen. Auf der Unterseite 
vorne an der Kehle hellgelblichgraue Federn mit schwärzlichbraunen Bändern, 
ein dunkleres Brustband, endlich Bauch und Hinterleib mit brauner Grundfarbe. 
Die Schwanzfedern zeigen sich auch von unten gesehen metallisch stahlblau 
schillernd. — Ala 17 2 cm., Cauda 28 cm., Tarsus 7 8 cm., Culmen 4'55 cm., 
Rictus 5'3 cm., Dig. ant. med. c. 4*4 cm. — Salvadori hat einen vielleicht 
bedeutend jüngeren Zustand (1. c.) beschrieben: „Im Ganzen schwärzlichbraun 
mit kastanienbraunen Querbändern; Kopf dunkler, schwärzlich. Schwingen und 
Schwanzfedern schwarzgrün, kastanienroth berandet." 

Die Maasse des vorliegenden 9 stimmen, von kleinen, in der Methode der 
Messung sich leicht erklärenden Differenzen abgesehen, genau mit Schlegel's 
Maassen des typischen Borneo -Exemplars überein. Das fragliche Göttinger 
Exemplar ist kleiner und bleibt in der Flügelgrösse sogar noch hinter den von 
Schlegel gegebenen Maassen des kleineren Sumatra- Exemplars zurück und zeigt 
auch in der Länge des Schnabels, des Laufes und der Mittelzehe eine verhält- 
□issmässige Reduction derjenigen Zahlen, welche das Borneo- 9 liefert. Dabei 
aber ist der Schwanz unverhältnissmässig lang; dies ist der Grund, weshalb ich 
auf Grund von Diard's Notizen in diesem Exemplare ein junges Männchen, 
und zwar der kleineren Sumatra-Rasse, zu erblicken geneigt bin. Die Angaben 
über das relative Grössenverhältniss der Schwungfedern sind bis jetzt dem Ver- 
halten der beiden von mir untersuchten Exemplare widersprechend gemacht: 
nach Gray und Mitchell'» „Genera of Birds" soll die sechste Schwinge die 
längste sein, bei dem Göttinger Exemplare ist es jedoch nach Angabe des 
Herrn Dr. Katz die achte und bei unserem Balge die siebente. Der linke 
Flügel dieses letzteren Exemplars scheint vollständig zu sein; er besitzt zehn 
Hand schwingen und neun Armschwingen, die sich bei zusammengelegtem 
Flügel in der Grösse folgendermassen verhalten: am längsten ist die vierte 



Vögel von Borneo. 



39 



Mittelschwinge; die dritte ist 0'5cm., die zweite 1 cm., die erste und fünfte 1*5 cm., 
die sechste 3 3 cm., die siebente 5 cm., die achte 8 cm. und die neunte 12 cm. 
kürzer als die vierte (die längste) Mittelschwinge. — Hinter dieser bleibt die 
längste (siebente) Handschwinge um 1*2 cm. an Länge zurück. Die fünfte bis 
zehnte Handschwingen unterscheiden sich nur sehr wenig in der Länge von 
einander und erreichen fast alle die Flügelspitze; die fünfte und zehnte sind 
ungefähr gleich lang und nur etwa 6 mm. kürzer als die siebente (längste); die 
sechste einerseits und die achte und neunte andererseits stehen in etwa gleichen 
Abständen dazwischen. Bedeutend ist dagegen die Abstufung und Grössen- 
difFerenz bei den ersten vier Schwungfedern: die vierte ist - 7 cm., die dritte 
2'5 cm., die zweite 4*8 cm., die erste 9 cm. kürzer als die fünfte Handschwinge. 
Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

*26. Centrococcyx eurycercus (Hay). — Salvad. p. 78. 

Zwei Exemplare (Q). Bei beiden auf den Etiquetten: „9« Augen 1cm. 
Iris braun. Beine schwarz. K. H. 6 : 4 cm., Hals 5 cm. Telang, District 
Siong, Borneo." 

„Nr. 206. Name ,Burong bubut'. Fl. 18*5 cm. < Schw. K. L. 12 cm., 
B. 6 cm. 24. October 1881." 

„Nr. 226. Name ,Wuwut'. Fl. 15 cm. < Schw. K. L. 11 cm., B. 6 : 5 cm. 
28. December 1881." 

Das Exemplar Nr. 206 verräth durch einzelne weisse Flecken an den 
Stirn federn und Kopf- und Halsseiten seine grössere Jugend, während das später 
erlegte andere Exemplar keine weissen Flecken mehr besitzt. Beide Individuen 
zeigen wiederum, wie alle bisher von mir untersuchten Borneo-Exemplare, die 
dunkelgraue Färbung der Schwungfederspitzen, einen Charakter, an welchem 
man, wie es scheint, constant die Borneo-Bälge von denen aus anderer Gegend 
unterscheiden kann. — Der Name Bubut oder Wuwut (auch Booboot geschrieben) 
ist schon bekannt. Er ist nach dem einförmigen Rufe des Vogels gebildet. 

Nr. 226 bleibt im Museum Brunsvicense; Nr. 206 im Museum Viennense. 

27. Anorrhinus galer itus (Temm.). — Salvad. p. 79. 

„Nr. 165. cf. Name ,Beliong ahas'. Augen 12 mm. Iris röthlichbrauu. 
Beine schmutziggrau. Fl. 20 cm. <: Schw. Nackte Haut um die Augen und 
um den Schnabel weiss. K. L. 19 cm., B. 11 : 7 cm., H. 8 cm., Hals 12 cm. 
Tumbang Hiang, Borneo. 6. September 1881." 

Das Exemplar hat die Charaktere des alten Ein junges $ ^ es Braun- 
schweiger Museums, von Dr. Platen in Jambusan gesammelt, habe ich bei 
Gelegenheit der ersten Besprechung von Dr. Platen 's Sammlungen (Blasius 
und Nehrkorn, Beiträge, sp. 24) ziemlich ausführlich beschrieben. Im Gegen- 
satze zu diesem Jugendkleide hat das vorliegende alte Individuum einen fast 
vollständig schwarzen Schnabel und ist dunkler und mehr metallglänzend an 
Hals, Nacken, Flügeln und Hinterleib. Es ist auch etwas grösser, wie die fol- 
genden Masse im Vergleich zu den früher (1. c.) gegebenen beweisen: 

Cauda 29'5 cm.. Ala 34 cm., Rostr. ab or. 14 cm., Tars. c. 5'5 cm. 



40 



Vögel von Borneo. 



Die weisse Färbung der nackten Haut am Kopfe, speciell an der Kehle, 
scheint für das c? charakteristisch zusein, da auch Plate n dies im Gegensatze 
zu den blaukehligen 9 angeführt hat. — Wenn Platen früher bei dem jungen cT 
eine hellgraue Iris verzeichnete, so scheint dies in der Jugend, nicht im Geschlecht 
begründet zu sein, da Grabowsky beim alten die Iris, wie Platen früher 
bei den alten 9' ^ s röthlichbraun beschreibt. 

Was den Localnamen anbetrifft, so bedeutet offenbar der Name „Beliong" 
der „Beliang 14 im Allgemeinen Nashornvogel, und „ahas" ist die Specialbezeichnung 
dieser Art. .Bisher war nur der Name „Moek" in Teweh (Central-Borneo) von 
Dr. Fischer für diese Art festgestellt. 

NB. Bei Besprechung dieser Art in der oben citirten Abhandlung ist in 
dem Citate von Salvador i 's Arbeit über die Vögel von Sumatra ein Druck- 
fehler untergelaufen und stehen geblieben. Dieselbe befindet sich in den An- 
nali etc. Vol. XIV (nicht IV), und die citirte Notiz steht p. 189. 

Das Exemplar bleibt im Museum Viennense. 

28. Hydvocissa albirostris (Shaw). — Salvad. p. 82. 

„Nr. 172. cT- Name ,Beliang harä'. Augen 12 mm. Iris braun. Beine 
schmutziggrau. Fl. 22 cm. <. Schw. Nackte Haut um Augen und Schnabel 
weiss, Schnabel gelblichweiss mit schwarzbrauner Wurzel, Spitze des Höckers 
ebenso. K. L. 19 cm., B. 10*5 : 8 cm., H. 7 cm., Hals 14 cm. Tumbang Hiang, 
Borneo. 11. September 1881." 

Ich habe das Exemplar mit einem aus Malabar stammenden Individuum 
des Braunschweiger Museums und mit einem von Dr. Platen aus Sarawak, 
Borneo, gesendeten vergleichen können und fand dasselbe ungefähr an Grösse 
mit dem Malabar-Exemplare übereinstimmend, dabei aber mit grösserem Schnabel 
und sehr viel kleinerem Horn. Das Platen 'sehe Borneo-Exemplar ist au Körper 
etwas grösser und in der Schnabellänge gleich, zeigt aber eine bedeutend stärkere 
Hornentwicklung. — Aus diesem Grunde wird wohl das Grabowsk y'sche In- 
dividuum mit schmutziggrauen Beinen als jünger, das Platen'sche mit schwarzen 
Füssen als älter anzusehen sein. Bei dem vorliegenden jüngeren Exemplare fehlt 
eine weitere Ausdehnung der sch warzen Farbe des Horns auf der Schnabeltirste, wie sie 
das ältere Platen'sche Individuum zeigt. Die jederseits vier äussersten Schwanz- 
federn sind wie bei dem Platen 'sehen Exemplare reinweiss, die mittelsten schwarz 
mit hellen Spitzen. Die Mittelschwingen, die bei dem Platen 'sehen Exemplare 
au Länge den Primärschwingen gleichen, überragen hier die letzteren etwa 
um 1 cm. 

Was den Localnamen anbetrifft, so wurde von Dr. Fischer in Brügge- 
ina nn 's Liste aus Teweh (Central-Borneo) „Baliang" und von S. Müller aus 
Banjer „Belieang" angegeben, also nur die allgemeine Bezeichnung für Nashorn- 
vögel überhaupt. 

Zum Schlüsse möge die Zusammenstellung einiger Maasse von den drei 
verglichenen Individuen folgen: 



Vogel von Borneo. 



41 





Nr. 1 


Nr. 2 


Nr. 3 




(Dr. Platen) 


(Malabar) 


(Grabowsky) 




30*5 cm. 


29-8 cm. 


29-6 cm. 


Flügel 


30-8 „ 


30*0 „ 


30-5 „ 




15*3 „ 


15-0 „ 


153 „ 




6-0 , 


5-5 „ 


5-8 „ 


Grösste Länge des Hornes von vorne 










15-5 „ 


15-8 , 


13-8 „ 


Entfernung der Hornspitze vom Ober- 










3-8 „ 


3-4 „ 


2-4 „ 


Länge des schwarzen Streifens am Horn 


7-75 „ 


8-3 „ 





Das Exemplar bleibt im Museum Viennense. 



29. Hydrocissa malayana (Raffl.). — Salvad. p. 83. 

„Nr. 161. Geschlecht fraglich. Name ,Beliang'. Augen 11 mm. Iris 
braun. Beine schwarz. Fl. 24*5 cm. <. Schw. Haut um die Augen schwarz. 
K. L. 18 5 cm., B. 9 : 6 cm., H. 7 cm., Hals 14 cm. Mageninhalt Früchte. 
Tumbang Hiang, Borneo. 5. September 1881." 

Das Exemplar repräsentirt ein interessantes Jugendstadium. Das Horn 
hebt sich kaum von der Firste ab und bildet mit derselben nur eine ganz flache 
Ausbuchtung, so dass im Profil eine gewisse Aehnlichkeit mit der definitiven 
Schnabelbildung von Anorrhinus galeritus (Temm.) entsteht, während das von 
Dr. Platen gesammelte alte cf des Braunschweiger Museums (Blasius und 
Nehrkorn, Beiträge, sp. 25) zwischen Horn und Firste einen spitzen Winkel 
zeigt. Abgesehen von dieser verschiedenen Ausbildung des Hornes, das auch bei 
dem jungen Individuum noch keine schwarze hintere Basis besitzt, ähnelt das- 
selbe dem alten Vogel sehr in der Färbung des Schnabels und des Gefieders. 
Der Schnabel ist hellgelb; die grauen Superciliarstreifen sind deutlich vorhanden, 
ohne sich jedoch im Nacken zu vereinigen. Die vier äussersten Schwanzfedern 
jederseits haben isabellfarbene Spitzen und werden von den mittelsten verlän- 
gerten ganz schwarzen Schwanzfedern nur um 3V2 °i s 6V2 cm - überragt. — 
Während bei dem alten c? die gesammte Höhe des Schnabels zusammen mit 
dem Hörne 8'9 cm. beträgt, ist dieselbe hier nur mit 6*9 cm. anzusetzen. Zur 
Vergleichung mit den anderen früher gegebenen Maassen füge ich hinzu, dass 
der Schnabel vom Mundwinkel bis zur Spitze 11 cm. misst, das Horn vom hin- 
teren stumpfen Ende bis zu dem durch die flache Bucht bezeichneten vorderen 
Ende 8'6 cm., die Entfernung vom hinteren Ende des Hornes bis zur Schnabel- 
spitze 136 cm., die Flügel 28 5 cm., der Schwanz 29'5 cm. 

Der von Grabowsky angeführte Localname bedeutet nur im Allgemeinen 
„Nashornvogel". Ein anderer, und zwar ein Specialname von Borneo, ist für 
diese Art noch nirgends verzeichnet. 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abb. 6 



42 



Wilhelm Blasiu 



30. Buceros rhinoceroides Temm. — Salvad. p. 87. 

„Nr. 118. Q juv. Name .Tingang'. Augen 15 mm. Beine fleischfarben. 
Fl. 24 cm. < Schw. K. L. 24 cm., B. ob. 14 cm., unt. 10 cm., H. 9 cm., Hals 
24 cm. lang und 3— 3'5 cm. dick. Tumbang Hiang, Borneo. 6. August 1881. u 

Das Exemplar ist noch sehr jung, mit wenig entwickeltem Hörne, das 
sich kaum stärker von der Firste abhebt als das Horn eines alten Cranor- 
rhinus corrugatus (Temm.). Die Färbung des Schnabels ist übereinstimmend 
mit derjenigen des alten 9> nur dass die Schnabelbasis nirgends schwarz, 
sondern höchstens am Unterkiefer braunroth gefärbt ist. In der Farbe des 
Gefieders unterscheidet sich das junge 9 nicht von dem alten 9- Die Schwanz- 
federn sind weisslich isabellfarben mit handbreiter schwarzer Binde, ganz ähnlich 
wie bei den alten Individuen. In der Abhandlung über die Platen 'sehen 
Sammlungen (Blasius und N ehrkor n, Beiträge, sp. 29) sind zwei sinnent- 
stellende Druckfehler zu berichtigen: nicht die ganzen Schwanzfedern, sondern 
nur die Schwanzfeder spitzen haben als reinweiss dort bezeichnet werden sollen; 
und statt Nr. 6 ist Nr. 7 im Museum Brunsvicense verblieben. — Zur Ver- 
gleichung mit den in jener Abhandlung gegebenen Maassen theile ich die fol- 
genden mit: Totallänge 100*5 cm., Differenz (s. oben) 24 cm. Grösste Länge des 
Hornes von vorne nach hinten 8 6 cm. Erhebung der vorderen Hornspitze über 
den Oberschnabel 1-4 cm. Ferner: Cauda 38'0 cm, Ala 44*5 cm., Rostr. ab or. 
17*0 cm., Tarsus 6 5 cm. 

Der Localname „Tingang" ist schon von S. Müller in Süd-Borneo gehört. 
Derselbe Gewährsmann führt von Banjer „Anggang", D ori a dagegen von Sarawak 
„Ngam" (nach dem Rufe des Vogels) an. 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

*31. Merops philippinus L. — Salvad. p. 89. 

Zwei Exemplare (cT). Nr. 230 und 231, vollständig gleich etiquettirt : „ Name 
,Taturau* oder ,Tirok Bamban'. Augen 6 mm. Iris blutroth. Beine fleischfarben. 
Fl. 8 5 cm. < Schw. Schnabel schwarz. K. L. 6 cm., B. 3 : 2 5 cm., H. 3 : 2"5 cm., 
Hals 3-5 cm. Am Barito, oberhalb Kampong Mengkatip. 10. Januar 1882." 

Die Art war von Croockewit, Schwaner und zuletzt Anfangs der sech- 
üiger Jahre dieses Jahrhunderts von Mottley in Süd-Borneo gefunden. Trotz 
der zahlreichen Sammlungen, welche später auf Borneo gemacht worden sind, 
ist vielleicht zufällig später kein neues Vorkommniss der Species in Süd-Borneo 
erwähnt, obgleich Mottley den Vogel für „a very common bird in open places" 
erklärt. Nur einmal zählt Sharpe (Ibis 1879, p. 248) zwei von Treacher in 
Lumbidan gesammelte Bälge dieser Art auf, mit denen das Vorkommen der- 
selben in Nord-Borneo zuerst bewiesen wurde. — Bei dieser Seltenheit dürfte 
es nicht überflüssig sein, zu erwähnen, dass die beiden von Grabowsky ge- 
sammelten, ausgefärbten Männchen von Borneo vollständig einem aus Java stam- 
menden derselben Art des Braunschweiger Museums gleichen, während vier 
Celebes-Bälge unserer Sammlung im Farbenton nicht unwesentlich abweichen, 
worauf ich demnächst bei einer von mir beabsichtigten Besprechung der Celebes- 



Vögel von Borneo. 



43 



Vögel näher einzugehen gedenke. — Als Benennung von Seiten der Eingebornen 
hatte Mottley bei Banjermassing „Pink-Pink", Treacherin Lumbidan ..Tampak 
kwio" verzeichnet. Beide von Grabowsky erwähnten Namen sind neu. 

Nr. 231 bleibt in der Collection Homeyer; Nr. 230 im Museum Viennense. 

32. Pelargopsis leucocephala (Gm.). — Salvad. p. 95. 

Zwei Exemplare (Q). Bei beiden wiederholt sich auf den Etiquetten: 
„9- Name ,Bakaka'. Augen 10mm. Iris dunkelbraun (oder braun). Schnabel 
zinnoberroth mit einer dunklen (bräunlichen) Spitze des Oberschnabels. Tum- 
bang Hiang, Borneo." 

„Nr. 104. Beine zinnoberroth. Fl. 7 cm. «< Schw. K. L. 9 cm., B. 4*5 cm., 
H. 4 cm., Hals 4*5 cm. 30. Juli 1881. " 

„Nr. 173. Fl. 6*5 cm. < Schw. K. L. 9'5 cm., B. 5 : 4 cm.. H. 5 : 4 cm., 
Hals 5-5 cm. 11. September 1881." 

Beide Exemplare ähneln im Allgemeinen Buffon's PI. Eni. 757; nur 
fehlen denselben die schwärzlichen Striche auf dem Kopfe. Die Farbe des 
Kopfes ist nur sehr wenig, kaum merklich dunkler als diejenige der Unterseite, 
noch heller als auf der von Sharpe in seiner Monographie (Monogr. Alced. 
pl. 31) gegebenen Abbildung. Ob es gerechtfertigt ist, nach der so sehr 
variirenden Färbung des Kopfes die nahe verwandten Formen als Arten abzu- 
trennen, was Tweeddale (Ibis 1877, p. 296) bezweifelt, mag dahingestellt 
bleiben. — Von den beiden Grabowsky 'sehen Individuen ist das später erlegte 
(Nr. 173) entschieden älter als das früher gesammelte (Nr. 104), da es einen um 
6 mm. längeren Schnabel besitzt (Schnabel vom Mundwinkel bei Nr. 173 9 cm., 
bei Nr. 104 8*4 cm., vom Nasenloch bei ersterem 6*6 cm., bei letzterem 6 cm.). 
Auch in der Färbung zeigen sich einige bemerkenswerthe Unterschiede: das 
ältere Exemplar (Nr. 173) hat auf Nacken und Brust und an den Halsseiten 
sehr viele feine dunkle Querwellen auf dem gelben Grunde, die von einem schmalen 
dunklen Rande der einzelnen Federn herrühren. In der Umgebung der Augen 
und an den Zügeln ist eine deutlich graue schuppenartige Befiederung zu sehen. 
Oben auf dem Kopfe und an den Seiten desselben ist die Färbung, wenn auch 
wenig, so doch entschieden dunkler als auf der Unterseite. Die blaue Färbung 
des Rückens und der Flügel geht deutlich ins Grünliche über. Die Flügel- 
deckfedern haben keine gelblichen Ränder. Die hellblaue Färbung des Bürzels 
ist etwas dunkler. Andererseits hat das jüngere Exemplar (Nr. 104) nur an den 
Seiten des Halses einige duukle Querwellen. Die graue Färbung in der Um- 
gebung der Augen ist nur sehr wenig angedeutet, der Kopf kaum dunkler als 
die Unterseite. Die blaue Färbung des Rückens und der Flügel geht kaum ins 
Grünliche über. Die Flügeldeckfedern haben gelbliche Ränder und Flecken an 
der Spitze. Die hellblaue Färbung des Bürzels ist weniger dunkel als bei dem 
älteren Exemplare. — Ich glaubte diesen Vergleich hier geben zu sollen, weil 
bei den beiden Exemplaren die Daten der Erlegung genau verzeichnet sind. 

Was den Localnamen anbetrifft, so ist der schon von Mottley in Ban- 
jermassing verzeichnete Name „Bakaka" von dem Rufe des Vogels, der ähnlich 

6* 



44 



Wilhelm Blasiu 



lautet, hergenommen. Fischer notirt in Central-Borneo „Bakakkah", Treacher 
in Labuan „Bukaka". Ganz anders lautet der in Lumbidan von Treacher 
verzeichnete Name „Sakak busar" und der in Banjermassing durch Umschreibung 
gebildete, von Mottley erwähnte Name „Rajah udong", der wörtlich „König 
der Krabben" bedeutet. 

Nr. 173 bleibt im Museum Viennense und Nr. 104 im Museum Bruns- 
vicense. 

33. Eurylaimus ochromelas Raffl. — Salvad. p. 108. 

Zwei Exemplare. Bei beiden auf den Etiquetten : „Name , Tagali'. Augen 
6 mm. Iris gelb. Beine fleischfarben. Fl. 3 cm. <. Schw. Tumbang Hiang, 
Borneo." 

„Nr. 133. cf. Schnabelwurzel blau. Oberschnabelspitze grün mit schwarzer 
Randeinfassung. K. L. 5 cm., B. 3 cm., H. 2*5 cm., Hals 3 cm. Mageninhalt 
Insecten. 26. August 1881." 

„Nr. 149. 9 • Schnabelwurzel dunkelblau. Oberschnabelspitze grün. Nagel 
und Schnabelrand schwarz. K. L. 4'5 cm., B. 2'5 cm., H. 2*5 cm., Hals 2 cm. 
27. August 1881." 

Beide Exemplare bestätigen den bekannten Geschlechtsunterschied in 
Betreff des schwarzen Halsbandes. Als Mageninhalt waren bereits früher von 
Sliarpe (Ibis 1876, p. 48) Coleopteren und besonders Kornwürmer angegeben. 
Als Localnamen hat Treacher (Sharp e, Ibis 1879, p. 263) abweichend von 
Grabowsky's Benennung in Lumbidan „Tapaw" gehört. Auf einen Unterschied 
in der Färbung des Schnabels will ich noch aufmerksam machen: das cT hat 
auf der Firste einen gelben Streifen, und von dem vorderen Ende desselben 
gehen zwei andere gelbe Streifen in einem Bogen jederseits dicht über dem 
schwarzen Oberkieferrande nach hinten auf die Nasenlöcher zu, so dass ein 
Dreizack von gelber Farbe entsteht; das Q dagegen hat nur an der Firste des 
Schnabels wenig gelbe Färbung. — Von zwei Exemplaren, die das Braunschweiger 
Museum früher von Dr. Platen aus Borneo erhielt, zeigt das c? gleichfalls 
einen gelben Dreizack, dessen beide Seitenäste sich vor den Nasenöffnungen 
noch einmal theilen, derart, dass der eine Zweig dem Schnabelrande folgt, der 
andere gegen das Nasenloch ansteigt; bei dem 9 ist nur dieser zum Nasenloch 
ansteigende Seitenzweig und der gelbe Streifen an der Firste vertreten, während 
die gelbe Begrenzung des schwarzen Schnabelrandes fehlt. 

Beide Exemplare bleiben im Museum Viennense. 

34. Corydon sumatranus (Raffl.). — Salvad. p. 111. 

„Nr. 166. <?. Name ,Tankabaju'. Augen 6 mm. Iris braun. Beine fleisch- 
farben. Fl. 6 cm. <: Schw. Nackte Haut um die Augen rosafarben. K. L. 7 5 cm., 
B. 4 5 : 3*5 cm., H. 4 cm., Hals 3 5 cm. Tumbang Hiang, Borneo. 6. September 1881." 

Der ziemlich verborgene Rückenfleck ist intensiv roth, in Uebereinstim- 
mung mit Sclater's, Sharpe's und Anderer Angaben. Bei einem Exemplare 
des Braunschweiger Museums aus Singapore geht die Färbung dieses Fleckes 



Vögel von Borneo. 



45 



mehr ins Orangerothe über, wie auch schon Sclater bei Malakka- Exemplaren 
beobachtet hat Der Rückenfleck der Sumatra-Exemplare soll nach Temminck 
roth sein, doch sammelte Wallace auf Sumatra zwei Exemplare mit blassgelber 
Färbung desselben (Sharpe, Ibis 1876, p. 48), und Salvadori (Ann. Mus. Civ. 
Gen. XIV. 1879, p. 200) erwähnt von Sumatra acht Exemplare, von denen ohne 
Unterschied des Geschlechts zwei alte Individuen eine rothe Färbung, drei andere 
alte Stücke eine weisslichrothe oder weisslichcitronengelbe Färbung jenes Fleckes 
besitzen und drei junge Individuen nur einen sehr kleinen weissen Fleck zeigen. 
— Diese drei jungen Exemplare hatten nach Salvadori's Angabe zugleich eine 
nur sehr beschränkte helle Partie an den vorderen Theilen des Halses. Da diese 
auch bei dem von Grabowsky gesandten Borneo-Exemplare sehr viel kleiner 
sich zeigt als bei dem im Braunschweiger Museum befindlichen Exemplare aus 
Singapore, so bin ich geneigt, jenes für ein jüngeres Individuum zu halten. 

Bisher war für diese Art nur der von Mottleybei Banjermassing notirte 
Localname ,Tiong Pujong' bekannt. 

Das Exemplar bleibt im Museum Viennense. 

35. Batrachostomus cornutus (Temm ). 
[B. java?iensis (Horsf.). — Salvad. p. 112.] 

„Nr. 108. juv. Name ,Burong kaut*. Augen 6 mm. Iris braun, schmal. 
Beine fleischfarben. Fl. 2 cm. <; Schw. K. L. 4*5 cm., B. 2 5 cm., H. 2 5 cm., 
Hals 2-5 cm. Tumbang Hiang, Borneo. 31. Juli 1881." 

Ein interessantes Nestkleid, das auf den Schwanz- und Flügeldeck- 
federn, sowie an den Federn der Unterseite meist noch die Dunenspitzen trägt. 
Die Bestimmung der Gattung ist der Schnabelform nach leicht und zweifellos, 
diejenige der Art aber natürlich sehr schwer, weil alte Individuen nicht gleich- 
zeitig erlegt sind. Da die Schwanzfedern jedoch keine deutliche Querbänderung 
zeigen, die Ohrfedern etwas verlängert erscheinen, an den Seiten des Halses, 
an den Flügeldeckfedern und an Kinn, Kehle und Brust einzelne, zum grössten 
Theile weisse Federn auftreten, womit gewissermassen die beim alten Batra- 
chostomus cornutus weiss gefleckten Partien vorgezeichnet sind, so glaube ich, 
zumal dies die einzige mit Sicherheit bisher in Süd-Borneo (bei Banjermassing 
durch Mottley und Schierbrand) gesammelte Art ist, den Vogel unter obigem 
Namen aufführen zu dürfen. — Derselbe ähnelt bei flüchtiger Betrachtung, und 
wenn man von der ganz anderen Schnabelform absieht, ausserordentlich einigen 
mir vorliegenden Nestjungen von Caprimulgus europaeus. Beide haben eine 
sehr ähnliche Grundfärbung und eine sehr ähnliche Zeichnung der einzelnen 
hervorbrechenden Federn, ein Umstand, der gewiss auch auf die grosse Ver- 
wandtschaft der Familien der Podargidae und Caprimulgidae hindeutet. Einen 
Unterschied machen natürlich die einzelnen bereits hervorbrechenden, ihrer Lage 
nach oben geschilderten, zum grössten Theile weissen Federn bei dem jungen 
Batrachostomus, wozu noch eine auffallende weisse Befiederung in der Umgebung 
des Auges kommt. Der Schnabel hat schon vollständig die Gestalt des alten; 
die Ränder sind stark convex gebogen, ungefähr rechtwinkelig zu einander 



46 Wilhelm Blasius. 

gestellt und vereinigen sich vorne nach einer kurzen concaven Ausschweifung 
plötzlich in einer kurzen Spitze. Der Schädel (am Hinterkopfe durch die Haut 
gemessen) ist 2'7cm. lang und an dem Mundwinkel 2'lcm. breit, vom Mundwinkel 
bis zur Schnabelspitze beträgt die Schnabellänge 1*85 cm. Die entsprechenden 
Zahlen bei einem alten Batrachostomus stellatus Gould des Braunschweiger Museums 
von Sumatra sind folgende: 4*8, 3*55, 3*6, deuten also im Allgemeinen auf eine 
ähnliche Gestalt; nur ist der junge Schnabel relativ noch breiter und kürzer. 
— Andere Maasse des Dnnenjungen stelle ich in Ermangelung von Maassen alter 
Exemplare von B. cornutus selbst in Vergleich zu den entsprechenden Maassen 
desselben Exemplars von B. stellatus, sowie zu den von Salvadori an drei 
Exemplaren derselben Art genommenen Maassen: 

B. cornutus pull. B. stellatus ad. 



Mus. Brunsv. Salvadori, Borneo 

Borneo Sumatra Nr. 758 g Nr. 760 Nr. 584 

Long, tot 12-7 cm. 22*5 cm. 24 cm. 23'0 cm. 22 cm. 

Ala 81 „ 12-8 „ 13-0 „ 12 5 „ 120 „ 

Cauda 4-3, 11'7 „ 12-0 „ 11'5 „ 10'5 „ 

Tarsus ro „ 135 „ T4 „ 1-3 „ T3 „ 



Ausser B. cornutus führt Tweeddalein seiner Monographie der Gattung 
Batrachostomus (Proc. Zool. Soc. 1877, p. 420) noch den grösseren B. auritus 
und den mit deutlicherer Schwanzbänderung versehenen B. stellatus als sicher 
in Borneo vorkommend an, als fraglich S chlegel's B. parvulus, den Tweed- 
dalezu affinis zieht. Brüggemann hat noch eine neue, mit B. stellatus ver- 
wandte Art, B. adspersus, von Borneo beschrieben. B. stictopterus Cab. et Heine 
scheint unbedenklich mit stellatus vereinigt werden zu können. 

Ein Localname scheint vor Grabows ky 's Mittheilung für diese Art noch 
nicht, ja für keine der Batrachostomus -Arten bekannt gewesen zu sein. 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

*36. Lyncomis TemmincJcii Gould. — Salvad. p. 115. 

„Nr. 244. cT juv. Name ,Taktahau'. Augen 9 mm. Iris schwarz. Beine 
grau. FI. 1 cm. > Schw. K. L. 5 5 cm., B. 3 cm., H. 3 cm. Lihong Bahaja, 
Borneo. 22. Januar 1882." 

Ein Nestkleid, ungefähr in demselben Entwicklungsstadium als das 
soeben beschriebene Kleid einer Batrachostomus-Art. Selbstverständlich ist auch 
hier die Bestimmung nur eine auf Wahrscheinlichkeit gestützte. — Dass eine 
junge Capriraulgiden-Art vorliegt, ist ohne Schwierigkeit zu erkennen. Bis jetzt 
sind nun von Caprimulgiden mehrere noch nicht ganz genau gesichtete Capri- 
mulgas-Arten und ausserdem nur Lyncomis Temminckii auf Borneo gefunden. 
Von den europäischen, australischen und amerikanischen Arten abgesehen, kann 
ich von ausgewachsenen Bälgen zwei Caprimulgus macrurus, einen C. con- 
creto und einen Lyncomis macropterus des Braunschweiger Museums ver- 
gleichen, von Nestjungen leider nur mehrere verschiedene Entwicklungsstadien 



Vögel von Borneo. 



47 



von Caprimulgus europaeus. Von den letzteren unterscheidet sich der vor- 
liegende Balg hauptsächlich durch die dunklere und mehr rothhraune Gesammt- 
färhung, durch die dunkel schwärzlichhraunen, nur mit wenigen kleinen rech- 
lichen Flecken gezeichneten Schwung- und Schwanzfedern, sowie durch eine 
relativ längere Mittelzehe, welche (ohne Nagel gemessen) bei der übrigens so 
geringen Grössenentwicklung des vorliegenden Dunenjungen die Länge der 
Mittelzehe der von mir verglichenen ausgewachsenen Caprimulgus-Bälge bereits 
erreicht oder gar übertrifft. Da nun der mir vorliegende Balg von Lyncornis 
macropterus, mit welcher Art L. Temminckii eine grosse Aehnlichkeit besitzt, 
eine auffallend längere Bildung der Mittelzehe zeigt, ferner auch in der Schnabel- 
bildung, besonders in der Lage und Form der Nasenlöcher, und endlich in 
einigen Färbungseigenthümlichkeiten eine deutlich in die Augen springende 
Aehnlichkeit mit dem vorliegenden Dunenjungen zeigt, glaube ich das Recht zu 
haben, den obigen Namen anzuwenden. Das Nestkleid dieser Art würde dann 
folgendermassen zu beschreiben sein: Gesammtfärbung oberseits röthlichbraun 
mit zum Theile grossen, schwarzbraunen Flecken, unterseits graubraun. Stirn 
und Scheitelfedern rothbraun, dicht vor der Spitze jede mit einem kleinen rundlich- 
viereckigen, schwarzbraunen Tropfenflecken. Hinter den Nasenlöchern beginnend 
ziehen sich über den Augen fort nach hinten zwei im Nacken fast zusammen- 
treffende und somit eine Krone bildende, etwa 5 mm. breite Streifen von gelb- 
braunen Dunenfedern. Die Augen selbst sind von einem schmalen Streifen 
dunkelbrauner Federn eingefasst; unter und hinter den Augen zeigt sich ein 
grosser Flecken, nur von dunkelrothbraunen Dunen bekleidet. Der Hinternacken 
und Vorderrücken trägt schon stark entwickelte schwarzbraune Federn mit 
kleinen hellen, röthlichbraunen, meist zu unregelmässigen Bändern angeordneten 
Flecken. Dieselbe Zeichnung besitzen die im Ganzen etwas helleren Bürzel- 
und oberen Schwanzdeckfedern. Die Schwanzfedern selbst sind ebenso gefärbt 
und gezeichnet wie die Federn des Vorderrückens. Der mittlere Theil des 
Rückens zeigt noch ein röthliches Dunenkleid. — Die Schulterfedern und oberen 
Flügeldecken sind rothbraun mit schwarzbraunen Flecken, die sich meist zu 
wurmförmigen Bändern vereinigen, an den Spitzen der Schulterfedern aber grosse, 
etwa 6 mm. Durchmesser besitzende dreieckige, schwarzbraune Spitzenflecken 
bilden. An den Flügeldeckfedern, welche aussen nach dem Flügelbug zu liegen, 
wird wie an den Nacken- und Schwanzfedern Schwarzbraun allmälig zur Grund- 
farbe, welche dann nur durch rothbraune Bänder unterbrochen erscheint. Die 
Schwungfedern sind dunkelbraun mit hellen röthlichbraunen Flecken. Letztere 
treten in mittlerer Anzahl an den Handschwingen, sehr wenig an den ersten 
Armschwingen und in grosser Menge an den letzten Armschwingen auf. — Auf 
der im Allgemeinen graubraunen Unterseite tragen die noch wenig entwickelten 
Federn an Kinn und Kehle zum Theile rothbraune Spitzen, am Halse grosse, 
gelbbraune Spitzeuflecken, die mit einem schmalen, dunklen Saume eingefasst sind 
und zusammen eine Art gelbbraunen Halsbandes zu bilden scheinen, und am Leibe 
zum Theile gelblichweisse oder weissliche Spitzenflecken. Die Schienbeine und 
oberen Theile des Laufes sind noch mit röthlichbraunen Dunen bekleidet. 



48 



Wilhelm Blasiu 



Zu den oben angeführten Unterschieden des vorliegenden Balges von den 
ungefähr im gleichen Entwicklungszustande stehenden Bälgen von Caprimulgus 
europaeus will ich noch hinzufügen, dass der gänzliche Mangel heller Spitzen- 
flecken an den Schwanzfedern, die schwarzbraunen Spitzenflecken an den Schulter- 
federn und die kleineren, dunklen Augenflecken an den Stirn- und Scheitelfedern, 
das gelbbraune Halsband und endlich die eigenthümlich gefärbten Dunenstellen 
am Kopfe, am Rücken und an den Beinen dem vermeintlichen Lyncornis-Balge 
ein ganz anderes Aussehen gewähren. Der ungefähr in demselben Entwicklungs- 
zustande befindliche eben beschriebene junge Batrachostomus-Balg ist, von der 
Schnabelform abgesehen, den nestjungen Caprimulgus-Bälgen auffallend viel 
ähnlicher als der vorliegende. Der Vollständigkeit wegen muss ich noch hinzu- 
fügen, dass die für die Caprimulgus-, Lyncornis- etc. Arten charakteristische 
kammartige Zerklüftung des Innenrandes der Kralle der Mittelzehe noch fehlt 
oder doch höchstens erst sehr wenig angedeutet ist. Es kann dies nicht Wunder 
nehmen, da dieselbe erst später beginnt. Z. B. ein mir vorliegendes Nestjunges 
unseres einheimischen Ziegenmelkers mit einer Flügellänge von nur 7 5 cm. 
besitzt die Zerklüftung noch nicht; bei einem etwas älteren mit einer Flügel- 
länge von 10*7 cm. hat sie gerade begonnen; bei einem wenig älteren Individuum 
mit 12*8 cm. langen Flügeln ist sie dagegen schon stark ausgeprägt. 

Die Maasse des nestjungen Lyncornis Temminckii sind folgende: Long, 
tot. 11*5 cm. Ala 10*5 cm. Cauda 3*5 cm. Tibia 3*1 cm. Tarsus 1*4 cm. Dig. ant. 
med. sine ung. 1*4 cm. (ung. 0*45 cm.). Culm 0*5 cm. Rictus 1*9 cm. Latit. 
Rostr. 1*4 cm. 

Die Richtigkeit der Bestimmung vorausgesetzt, würde Grabowsky seit 
langer Zeit zuerst hiermit diese Art wieder in Borneo aufgefunden haben, da 
dieselbe seit den älteren Arbeiten von Bonaparte, Cassin und Gould, aus 
denen sich noch nicht einmal bestimmte Fundstellen auf Borneo ergeben, nur 
ein einziges Mal, Anfangs der siebziger Jahre in Marup, Nord-Borneo, in einem 
einzigen weiblichen Exemplare von A. E verett erlegt worden ist (Ibis 1872, p. 369). 

Der von Grabowsky vermerkte Localname „Taktahau" scheint neu zu sein. 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

37. Cyornis elegans (Temm.). — Salvad. p. 130. 
= Siphia elegans Sharpe, Cat. B. IV, p. 447. 

„Nr. 115. tf. Name ,Burong Bamban'. Augen 5 mm. Iris braun. Beine 
stahlblau. Fl. 3*5 cm. < Schw. K. L. 4 cm., B. 2'5 cm., H. 2 5 cm., Hals 2 5 cm. 
Mageninhalt Insecten. Tumbang Hiang, Borneo. 4. August 1881." 

Das Exemplar gleicht im Wesentlichen dem von Dr. Platen gesammelten 
Balge des Braunschweiger Museums (Blasius und Nehrkorn, Beiträge, sp. 40). 
— Als Localnamen waren bisher von Dr. Fischer in Central-Borneo „Behiedjau" 
und von Treacher in Lumbidan „Parrack buru" notirt. Das südlichste bis jetzt 
bekannte Vorkommen dieser Art auf Borneo war bei Teweh (Central-Borneo). 
Durch Grabowsky 's Fund ist die Grenze nach Süden erweitert. 

Das Exemplar bleibt in der Collection Homeyer. 



Vögel von Borneo. 



49 



38. Hypothymis azurea (Bodd.). — Salvad. p. 133. 
Hypothymis occipitalis Sharpe. Cat. B. IV, 275 (von azurea getrennt). 
Zwei Exemplare. Bei beiden wiederholt sich auf den Etiquetten: „tf. Name 

.Burong Bamban'. K. L. 35 cm., B. 2 cm.. H. 2 cm. Tumbang Hiang, Borneo. " 

..Nr. 129. Augen 5 mm. Iris braun. Beine stahlblau. Fl. 5 cm. <C Schw. 
Hals 2 cm. 24. August 1881.« 

„Nr. 136. Augen 4 mm. Beine schwarz. Fl. 4 cm. <: Schw. 26. August 1881." 

Beide Exemplare gleichen dem früher von Dr. Platen eingesandten Balge 
des Braunschweiger Museums. Das schwarze Brustband liegt sehr versteckt und 
hat sich auch bei diesem Individuum, bei dem ich es fälschlich als fehlend 
angegeben hatte (Blasius und Nehrkorn. Beiträge, sp. 41). nachträglich auf- 
finden lassen. Ob die malayische Form (occipitalis Sharpe) von der indischen 
(azurea Sharpe) specifisch verschieden ist, erscheint mir sehr fraglich. 

Der von Grab owsky verzeichnete Localname wird offenbar für die kleinen, 
zum Theile blau gezeichneten Fliegenschnäpper gemeinsam angewandt. Auf 
Labuan heisst der Vogel nach Treacher r Burong umbun". 

Nr. 136 bleibt im Museum Viennense. Nr. 129 in der Collection Homeyer. 

39. Terpsiphone affinis (Hay.). — Salvad. p. 137. 

„Nr. 121. cf - Name ,Burong buluh". Augen 6 mm. Iris schwarz. Fl. 27 cm. 
<; Schw. Nackter Hautrand um die Augen blau; ebenso der Schnabel mit 
schwarzem Nagel. K. L. 4*5 cm.; B. 2 - 5 cm.. H. 2 5 cm., Hals 3 cm. Mageninhalt 
Insecten. Tumbang Hiang, Borneo. 6. August 1881." 

Ein schönes, altes cT im weissen Gefieder, mit langem Schwanz (Long, 
tot. 40 cm.), der nur wenig kürzer ist als bei den Exemplaren 3 und 9 der von 
Dr. Platen eingesandten Pieihe (Blasius und Nehrkorn, Beiträge, sp. 42), 
mit diesen vollständig übereinstimmend. Sharpe unterscheidet (Cat. B. IV, 
p. 344) drei indisch-malayisch-chinesische Arten mit weissem oder braunem 
Schwänze: 1. paradisi (Ceylon, Indien bis Turkestan), 2. affinis (indischer 
Archipel, Malakka. Burmah bis in den östlichen Himalaya), 3. incii (China bis 
Malakka und Sumatra). 

Von Mottley ist in Banjermassing der Name „Tabulu" verzeichnet, der 
offenbar denselben Stamm wie der von Grabowsky notirte besitzt. In Teweh 
in Central-Borneo hat Dr. Fischer dagegen nach Brüggemann drei ver- 
schiedene Namen für den Vogel gehört: „Petting niayat", „Hantoh" und 
„Simbaggan". 

Das Exemplar bleibt im Museum Viennense. 

f4Ö. Irena cyanea (Begbie). — Salvad. p. 151. 
= crinigera Sharpe. Cat. B. VI, 176 (1881). 

Zwei Exemplare. Bei beiden wiederholt sich auf den Etiquetten : „tf. Name 
,Burong embas'. Augen 6 mm. Iris ziegelroth. Beine schwarz." 

r Nr. 124. Iris hellziegelroth. klein. Fl. 4 cm. < Schw. K. L. 6'5cm., B.3'5 cm.. 
H. 3 25 cm., Hals 3 cm. Kotta Baru am Kapuas, Borneo. 20. August 1881." 

Z. B. Gea. Bd. XIXIU. Abb. 7 



50 



Wilhelm Blasius. 



„Nr. 243. Fl. 4*5 cm. < Schw. K. L. 6'5 cm., B. 4 cm., H. 3 5 cm., Hals 4 cm. 
Lihong Bahaja, Borneo. 22. Januar 1882." 

Beide Exemplare sind alte, ausgefärbte tf, die keinen wesentlichen Unter- 
schied von den zahlreichen durch Dr. Platen eingesandten Borneo-Individuen 
darbieten und von den Malakka- Vögeln sich nicht wesentlich unterscheiden. 
Auch in dem VI. Bd. der Cat. Birds Brit. Mus. (1881) hält Sharpe die (mir 
nach wie vor durchaus unbegründet erscheinende) Trennung von cyanea (Malakka) 
und crinigera (Borneo, Sumatra) aufrecht. — Der von Grabowsky notirte 
Localname ist noch nicht bekannt und weicht von den anderen verzeichneten 
Benennungen, z. B. „Burong biru" (wörtlich übersetzt „Blauvogel") nach 
Mottley in Banjermassing und „Lalu" nach Treacher in Lumbidan und auf 
Labuan wesentlich ab. 

Nr. 124 bleibt im Museum Regiomontanum, Nr. 243 in der Collection 
Homeyer. 

41. Chaptia malayensis (Hay). — Salvad. p. 153. 

„Nr. 158. cf . Augen 6 mm. Beine schwarz. Fl. 3*5 cm. Schw. (innere 
Federn). K. L. 5 cm., B. 3 - 3 cm., H. 27 cm., Hals 3 cm. Tumbang Hiang, 
Borneo (Südost). 31. August 1881." 

Die Aehnlichkeit im Habitus mit der systematisch entfernt stehenden 
Cuculiden-Art Surniculus lugubris, auf welche Brügge mann bei Erwähnung 
der letzteren Species (Abhandl. d. Naturwiss. Vereines zu Bremen V, p. 531) 
hinweist, ist in der That auffallend. 

Die inneren Schwanzfedern sind etwa 2 cm. kürzer als die äusseren, so 
dass der Schwanz viel tiefer gegabelt erscheint als bei dem Surniculus. Das 
Gefieder des Vogels ist einfarbig schwarz, metallisch glänzend. Die Kopffedern 
nur wenig aufgerichtet; die die Nasenlöcher bedeckenden Borstenfedern lassen 
auf 1cm. die Schnabelspitze frei. Long. tot. 19'6cm. Ala 11'2 cm. Cauda 11 cm. 
Rostr. ab or. 2'5 cm. Culm. 2*17 cm. 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

1 42. Dissemurus brachyphorus (Temm.). — Salvad. p. 154. 
= paradiseus Sharpe. Cat. B. III, 258 (part.). 

Drei Exemplare. Bei allen wiederholt sich auf den Etiquetten: „Name 
, Burong taukasiang'. Beine schwarz." 

„Nr. 102. cf. Augen 8 mm. Iris schwarz. Fl. 8 5 cm. <. Schw. (kürzere 
Federn). K. L. 7 cm., B. 4 cm., H. 3*5 cm., Hals 4 cm. Mangeninhalt Insecten. 
Tumbang Hiang, Borneo. 29. Juli 1881." 

„Nr. 221. cj, Augen 7 mm. Iris schwarz. Fl. 7 cm. < Schw. K. L. 7 cm., 
B. 4 : 3 cm., H. 85 : 3 cm. Telang, Borneo. 10. December 1881." 

„Nr. 207. V- Augen 7 mm. Iris braun. Fl. Gern. <: Schw. K. L. 6 cm., 
B. 4 :8cm., EL 3 5 cm., Hals 4 cm. Telang, District Sihong, Borneo. 24. October 1881." 

Das Exemplar Nr. 102 stimmt fast vollständig, besonders in Bezug auf 
die wenig verlängerten Stirn federn, mit einem von Dr. Platen gesammelten cT 



Vö^el von Borneo, 



51 



des Braunschweiger Museums überein, ist aber wahrscheinlich, da die unteren 
Schwanzdeckfedern, die bei letzterem ganz schwarz erscheinen, noch wie die 
unteren Flügeldeckfedern weisse Flecken besitzen, als etwas jünger zu bezeichnen. 
Das vollständig ausgewachsene und keine Spur der Jugend zeigende ganz schwarze 
Nr. 221 ist sehr ähnlich. Ebenfalls in den wesentlichen Charakteren damit über- 
einstimmend zeigt sich ein noch jugendlicheres, ausser an den unteren Flügel- 
und Schwanzdecken auch noch am ganzen Leibe weiss geflecktes Exemplar des 
Braunschweiger Museums, das als „tf. Borneo" bezeichnet ist, das aber durch 
die Art der Präparation auf Malakka als Heimat hinweist; mit ziemlicher Sicher- 
heit kann ich die von Salvadori schon durch Exemplare des Turin er Museums 
bewiesene Identität des Malakka -Vogels mit der Borneo -Art bestätigen durch 
die Vergleichung eines von Dr. Platen in Malakka gesammelten Exemplars der Col- 
lection Nehrkorn, das zwar einen bedeutend längeren Schwanz mit etwas längerer 
Endfahne der verlängerten Schwanzfedern und wenig längere Stirnfedern besitzt, 
das aber sonst, besonders in den kurzen Stirnfedern, vollständig mit dem Borneo- 
Exemplare übereinstimmt. Dieses Malakka - Exemplar hat folgende Aufschrift: 
„cT- Name ,Tschutschawi'. L. 50 cm. D. 29*5 cm. Iris blutroth. Schnabel und 
Füsse schwarz. Jafferiah, Johore. 12. Januar 1880." Das Q Nr. 207 zeigt ziemlich 
viele weisse Flecken an den unteren Flügeldeckfedern und wenige Andeutungen 
weisser Eänder an den unteren Schwanzdeckfedern. Im Uebrigen macht es den 
Eindruck des Alters; dabei sind die verlängerten Schwanzfedern gerade in der 
Mauser, und zwar in einem ungleichmässigen Nachwachsen begriffen, so dass 
diejenige der linken Seite die Länge von 20 cm. erreicht hat, diejenige der 
rechten Seite aber sogar noch hinter den kurzen Schwanzfedern an Länge um 
mehrere Centimeter zurückbleibt. — Wie sehr übrigens die Grössen Verhältnisse 
bei verschiedenen Individuen schwanken, mag folgende Tabelle der wichtigsten 
Maasse der sechs genannten Exemplare, verglichen mit einem „D. maldbaricus" 
des Braunschweiger Museums, der etwa IV2 cm. lange Stirnfedern besitzt, beweisen: 

rf Borneo Q Borneo r? Borneo Borneo? rf Malakka „ . , 

* yj \j jß Dialabar 

Grabowsky Grabowsky Platen (Malakka?) Platen 



M. Brunsv. 



Nr. 221 Nr. 102 Nr. 207 M. Brunsv. Coll.Nehrk. 

Totallänge. . 48 cm. 54 cm. 31 '5 cm. 43 cm. 44*5 cm. 55 cm. 44*5 cm. 

Flügel .... 14-2 „ 14-2 „ 13*6 „ 14*8 „ 14'3 „ 14"5 „ 15*2 „ 
Schwanz: 

(verläng. F.) 32'9 „ 32 „ 20 '0 „ 29 „ 31 „ 39 „ 30*5 „ 

(noch im 
Wachsen) 



(kurze F.) . 


14-2 „ 


13-5 „ 


12-5 


, 14'2 „ 


151 „ 


14-8, 


16-5 „ 


Endfahne der 
















verläng. F. . 


5'5„ 


5-0 „ 


5-0 


„6*3— 6*6 „ 


7-9 „ 


7-5 „ 


8'4 „ 


Schnabel v. d. 
















Mundspalte . 


3-4 „ 


3-35 „ 


32 


» 3 "3 „ 


333 „ 


3-6, 


3-7 „ 


Firste .... 


2-8, 


2-9 , 


27 


» 2*85 „ 


2-8 „ 


2-9 „ 


2'9 „ 


Lauf 


22 „ 


2-2 „ 


2-2 


» 2.2 „ 


2-2 „ 


2-3 „ 


225 , 



52 



Wilhelm Blasius. 



Bei einem von mir verglichenen Sumatra-Exemplare, das nach der Heimat 
als Dissemurus platurus (Vieill.) bezeichnet werden müsste, sind die aus- 
gewachsenen verlängerten Schwanzfedern nur 26 cm. lang. Die Verkürzung 
derselben liegt in der fahnenfreien Partie, da die Endfahne zwar 6'5 cm. misst, 
die ganze schmale Endhälfte von dem Winkeleinschnitte an aber nur 14 cm. 
lang ist, während dieselbe Partie bei dem D. brachyphorus etwa 20 cm. misst 
(bei Borneo-Grabowsky 16 cm. [221], bezw. 20 cm. [102], $ Borneo-Platen 21 cm., 
Borneo? [Malakka?] 20*6 cm.). Dieselbe Strecke der verlängerten Schwanz- 
federn ist bei dem „D. malabaricus" wie bei platurus kurz, und zwar nur 14*7 cm. 
lang, und es findet ohne deutlichen Winkeleinschnitt hier eine allmälige Ver- 
schmälerung der Fahne statt. Bei dem (Nr. 207) mit noch nachwachsenden 
verlängerten Schwanzfedern ist die verengte Partie nur 8*5 cm. lang. — Sharp e 
(Cat. B. III, 258) geht in der Vereinigung der Formen noch weiter, indem er 
von der starkgehäubten Form malabaroides des östlichen Himalayas bis zu der 
Borneo-Form brachyphorus mit ganz kurzen Haubenfedern nur eine einzige Art, 
„paradiseus", annimmt. Sharpe gibt (1. c.) hübsche Bilder von den Köpfen 
und den Schwanzendfahnen der verschiedenen Formen (malabaroides, paradiseus, 
platurus, formosus, brachyphorus, affinis und ceylonensis). 

Nach Mottley verzehrt der Vogel ausser den von Grabowsky im Magen 
beobachteten Insecten auch kleine Vögel. — Als Localname war von Mottley 
in Banjermassing „Damak-Damak" notirt, von Dr. Fischer in Central-Borneo 
„Binsiang", von Treacher in Lumbidan „Blackie". Grabowsky's Local- 
name ist neu. 

Die Nr. 102 und Nr. 221 bleiben im Museum Viennense, das 9 Nr. 207 
im Museum Brunsvicense. 

43. Myiolestes obscurus (Horsf.). — Salvad. p. 156. 
Hemipus obscurus Sharpe. Cat. B. III, 305. 

„Nr. 131. 9- Augen 5 mm. Iris braun. Beine dunkelbraun. Fl. 2'5 cm. 
<; Schw. K. L. 3*5 cm., B. 2 cm., H. 2 cm., Hals 25 cm. Mageninhalt Insecten. 
Tumbang Hiang, Borneo. 24. August 1881." 

Die für das 9 charakteristische mattbraune Färbung der Oberseite wird 
allein durch die halbkreisförmige weisse Steissbinde unterbrochen; Kopf und 
Flügeldeckfedern zeigen einen gewissen grünen Metallglanz. — Herr Oberamt- 
mum Heine hatte die Güte, den Vogel in seinem Museum zu vergleichen und 
die Bestimmung festzustellen. Die mir erst nachträglich bekannt gewordene 
Beschreibung Sharpe's (in dem Cat. B. III, 305) stimmt vollständig mit dem 
vorliegenden Exemplare überein. 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

1 1 1. Laiuus magni lostrisLona. — L.crassirostris Kühl [V = Laniussp. 
Salvad. p. 159]. 

„Nr. 220. c/\ Augen 7 mm. Iris braun. Beine blaugrau. Fl. 5 cm. < Schw. 
K. L. 5 cm., B. 2 5 : 2 cm., H. 2 5 cm., Hals 3 cm. Telang, Borneo. 9. December 1881." 



Vögel von Borneo. 



53 



An der Richtigkeit der Bestimmung kann kein Zweifel herrschen. Herr 
E. F. v. Home y er, der mir freundlichst die Grab owsky 'sehen Bälge zur Bear- 
beitung anvertraute, hatte schon vor der Uebermittlung die Bestimmung in obigem 
Sinne ausgeführt. Ausserdem stimmt der Vogel fast genau mit einem Java-Exemplare 
von magnirostris in unserem Museum, sowie mit einem von Dr. Plate n in Johore 
(Malakka) gesammelten Exemplare derselben Art (c? Nr. 6146) überein, das das 
Braunschweiger Museum der Güte des Herrn Oberamtmanns Nehrkorn ver- 
dankt, und welches von der Hand des Dr. Platen folgendermassen bezeichnet 
ist: „cT. Name ,Sayidin'. L. 17 cm. D. 5 cm. Iris dunkelbraun. Schnabel horn- 
grau. Füsse bleigrau. Jafferiah, Johore, 18. December 1879." Es ist mit Gra- 
bowsky's Exemplare zum ersten Male das schon vermuthete Vorkommen dieser 
Art auf Borneo sicher constatirt. Wie ich am Schlüsse dieser Arbeit noch aus- 
führlich darlegen will, ist die Kenntniss der auf Borneo vorkommenden Lanius- 
Arten erst in neuester Zeit einigermassen aufgeklärt. Salvadori führte beutet 
Horsf., Schwanerii Bp.(?) und auf Grund von Blyth's Autorität eine noch 
unbestimmte, aber wahrscheinlich zur Gruppe cristatus, superciliosus und magni- 
rostris gehörende Art an. 1876 konnte S h arp e lucionensis L. auf Borneo con- 
statiren und die Identität dieser Art mit Schwanerii Bp., d. h. das Nichtexistiren 
der letzteren Art, wahrscheinlich machen, und 1881 vermochte derselbe Forscher 
nach Bälgen von Sandakan cephalomelas Bp. als Borneo-Vogel zu constatiren, 
auf welche Art nun wahrscheinlich die Borneo -Vorkommnisse von „bentet u zu 
beziehen sind. Mit Grabowsky's Exemplare dürfte auch die dritte bisher 
noch zweifelhaft gebliebene Lanius-Art als magnirostris festgestellt sein. 

Der Balg bleibt in der Collection Homeyer. 

*45. Pityriasis gymnoeephala (Temm.). — Salvad. p. 159. 

„Nr. 253. (j\ Name ,Tiongkoang'. Augen 8 mm. Iris braun. Beine fleisch- 
farben. Fl. 2 cm. < Schw. Nackte Hautstellen um die Augen blutroth. K. L. 7*5 cm., 
B. 5 : 4 cm., H. 4 : 3 cm., Hals 4 cm. Mageninhalt meist grosse Spinnen. Lihong 
Bahaja, Borneo. 26. Januar 1882." 

In Bestätigung der früher von mir gemachten Angaben über diese inter- 
essante Species (Blasius und Nehrkorn, Beiträge sp. 47) kann ich anführen, 
dass auch bei diesem männlichen Exemplare sich kein Roth an den Seiten des 
Körpers findet, dass die weisse Binde auf der Unterseite der Flügel T5 — 2 cm. 
breit ist, und dass die fünfte Schwungfeder als die längste die beiden benach- 
barten, unter sich etwa gleichen Schwingen nur etwa 1 mm. überragt, während 
die dritte 4 cm., die zweite 1*8 cm. und die erste 5*5 cm. von der Flügelspitze 
entfernt bleibt. 

Grabowsky's Bezeichnung der einheimischen Benennung wird neu sein; 
wenigstens habe ich in den neueren Arbeiten nichts darüber gefunden. 

Die Art scheint die ganze Insel zu bewohnen, aber überall selten zu sein. 
Im Süden war dieselbe bereits von Schwaner am Kapuas gefunden. Später 
erbeutete Fischer in Teweh zwei Exemplare. Das Vorkommen in dem südlich 
von Teweh und östlich vom Barito gelegenen Lihong Bahaja ist neu. 

Bleibt im Museum Viennense. 



54 



Wilhelm Blasius. 



46. JPrionochilus percussus Bp. 

Drei Exemplare, alle nach Ausweis der Etiquetten an zwei aufeinander 
folgenden Tagen Ende August 1881 erlegt zu „Tumbang Hiang, Borneo", und 
mit dem gleichen Localnamen „Uhit sarunting" benannt. 

„Nr. 147. (f. Augen 3 mm. Beine schwarzgrau. Fl. 1 cm. < Schw. 
K. L. 2-6 cm., B. 1*6 cm., H. 1*6 cm., Hals 2 cm. 27. August 1881." 

„Nr. 137. tf. Augen 3 mm. Beine grau. Fl. 1 cm. <; Schw. K. L. 3 cm., 
B. 1-7 cm., H. 1*5 cm., Hals 1*5 cm. 26. August 1881." 

„Nr. 138. 9- K. L. 2'6 cm., B. VI cm., H. 1'5 cm., Hals 2 cm. 
26. August 1881." 

Die Art ist neu für die Fauna von Borneo! Man nahm bisher nach 
Salvador i allgemein an, dass diese auf Malakka, Sumatra und Java vorkom- 
mende Art in Borneo, wo ausserdem noch die drei fernerstehenden Arten Everetti 
(Sharpe), maculatus (Temm.) und thoracicus (Temm.) sich finden, durch die 
naheverwandte, bisher nur in Nordwest-Borneo, und zwar an der ganzen Nord- 
westküste von Sarawak bis Sandakan im Nordosten (nicht, wie ich früher fälschlich 
sagte, nur in Sarawak) beobachtete Species xanthopygius Salvad. vertreten würde. 
Grabowsky's Sammlung beweist zuerst, dass percussus Bp. auch bis in die 
südlichen Theile von Borneo vordringt und wahrscheinlich nur in dem nord- 
westlichen und nördlichen Theile der verwandten Form xanthopygius weicht. 
— Herr Oberamtmann Heine in St. Burchard bei Halberstadt war so gütig, 
die beiden, keine Spur von Gelb auf dem Bürzel zeigenden Exemplare Nr. 137 
und 138 mit den Stücken des Museum Heineanum zu vergleichen und die Be- 
stimmung durchaus zu bestätigen. Alle drei Individuen ähneln bei oberfläch- 
licher Beobachtung sehr dem Pr. xanthopygius, von welcher Art das Braun- 
schweiger Museum zwei kürzlich von Dr. Platen aus Sarawak gesandte Stücke 
(cT und Q) besitzt (Blasius, Neuer Beitrag, sp. 18, p. 249), sind aber durch 
die mit dem Rücken vollständig gleichfarbigen Bürzelfedern und durch deutliche 
Entwicklung eines weisslichen Malarstreifens verschieden. Die beiden sind 
jung und im Uebergangskleide. Zwischen den olivengelbgrünen Federn der Ober- 
seite brechen bei Nr. 137 an den verschiedensten Stellen vom Kopfe bis zu 
den Bürzelfedern und Schwanzdecken und seitlich bis zu den Flügeldecken die 
blaugrauen Federn des Alters hervor, und bei Nr. 147 sind die blaugrauen Federn 
wenigstens schon an Kopf und Schultern bemerkbar. Der rothe Kopfstreifen 
ist bereits schön orangeroth gefärbt, besteht aber im Gegensatze zu alten 
Männchen von xanthopygius und percussus nur aus wenigen Federn und ist 
schmal, etwa nur 1mm. breit, in der Länge verschieden: bei Nr. 137 7 mm., 
bei Nr. 147 nur 2— 3 mm. lang. Die rothe Brustfärbung, die sich bei den 
alten von xanthopygius und percussus auf einen Kreis von mindestens 10 mm. 
Durchmesser ausdehnt, hat bei Nr. 137 erst wenige Federn berührt und fehlt 
bei Nr. 147 gänzlich. Der weissliche Malarstreif ist bei beiden jungen (f nur 
wenig, aber doch bemerkbar angedeutet. — Das Q ist auf der Oberseite ein- 
farbig olivengelbgrün ohne Andeutung der grauen Färbung am Kopfe, welche 
das Q von xanthopygius auszeichnet. Die rothe Färbung am Kopfe ist bedeutend 



Vögel von Borneo. 



55 



breiter (6 mm. breit und 7 mm. lang) und matter als beim und höchstens 
mit der rothgelben Farbe des Goldes zu vergleichen, andererseits aber bedeutend 
intensiver als beim 9 von ocanthopygius. — Später sah auch Salvadori die 
Bälge und hat sich von der Eichtigkeit der Bestimmung überzeugt. 

In Betreff des Localnamens ist zu bemerken, dass der Name „Uhit" (oder 
auch „Suit u ) für die meisten kleinen Dicaeidae und Nectariniidae angewendet 
wird. So heisst z. B. Prionochilus xanthopygius und Dicaeum trigonostigma 
nach Treacher in Lumbidan „Suit benaroi"; und Grabowsky hat den Namen 
„Unit" (oder holländisch „Oehit" geschrieben) auch für Anthreptes- und Chalco- 
paria-Arten notirt (s. unten). Meyer sagt, dass auf Celebes alle Nectariniidae 
ähnlich „Burong-tjui" heissen. 

Die beiden an einem und demselben Tage mit aufeinanderfolgenden 
Präparationsnummern erlegten Exemplare Nr. 137 und 138 bleiben im Museum 
Brunsvicense,Nr. 147 in der Collection Homeyer (später dem Verfasser geschenkt). 

47. Anthreptes malaccensis (Scop.). — Salvad. p. 178. 

Zwei Exemplare, bei beiden auf den Etiquetten: r Name ,UhhV (oder 
,Oehit'). Beine hellbraun. Tumbang Hiang, Borneo." 

„Nr. 159. cT- Augen 4 mm. Iris braun. Fl. 2*5 cm. < Schw. K. L. 35 cm., 
B. 2 cm., H. 2 cm., Hals 2 cm. 29. August 1881." 

„Nr. 132. 9- Augen 3 mm. Iris rothbraun. Fl. 2 cm. < Schw. K. L. 3 cm., 
B. 2 cm., H. 1-5 cm. 24. August 1881." 

Das cT ist alt und schön ausgefärbt und stimmt vollständig mit einem 
Malakka - Exemplare überein, welches Herr Oberamtmann A. Nehrkorn von 
Dr. Platen erhielt und mir gütigst zur Vergleichung darbot. Dasselbe hat 
folgende Aufschrift: „cf. Name ,Pariedgid'. L. 12 cm. D. 2 cm. Iris bräunlich- 
roth. Schnabel schwarz. Füsse grünlich. Ping-Rang, Johore. 4. März 1880." 

Die Wangen sind olivengelbgrün, wie dies die Regel ist. Salvadori er- 
wähnt eines bei Ajer mantcior auf Sumatra erlegten cf mit rostfarbenen Kopf- 
seiten (Uccelli di Sumatra, Ann. Mus. Civ. Gen. XIV. 1879, p. 213). Wenn 
Sharpe meint, dass junge Vögel eine braune Iris, alte eine ziegelrothe besitzen, 
so widerspricht dem Grabowsky's Beobachtung; denn das 9 (Nr. 132) ist 
augenscheinlich noch ein sehr junger Vogel. Dasselbe hat einen beträchtlich 
kürzeren Flügel als das $ (5'8 cm. : 6*6 cm.), und einen breiteren und dabei 
kürzeren Schnabel (1*85 cm. lang vom Mundwinkel, gegen 1*95 cm). Uebrigens 
bietet dasselbe in der Färbung nur sehr unwesentliche Abweichungen von vier 
alten und einem jüngeren 9 ^ er verwandten Form, welche das Braunschweiger 
Museum aus Celebes besitzt. Ebenda befinden sich auch drei alte, ausgefärbte $ 
aus Celebes, welche von den Borneo- und Malakka-Exemplaren sich nur so wenig 
in der Färbung unterscheiden, dass ich die von Shelley (Mon. Cinnyr. Pt. VI, 
PI. 10) vorgeschlagene speci fische Abtrennung der Celebes-Form unter dem 
Namen celebensis für unbegründet halten möchte, wenngleich sie wohl den Werth 
einer Varietät beanspruchen darf. 

Treacher hat nach Sharpe (Proc. Zool. Soc. 1879, p. 342) den speciellen 
Namen „Suit besar" auf Labuan notirt. 



56 



Wilhelm BlasiuB. 



Das (Nr. 159) bleibt im Museum Viennense, das junge 9 (Nr. 132) 
im Museum Brunsvicense. 

48. Chalcoparia singalensis (Gm.). — Salvad. p. 180. 
[= Ch. phoenicotis (Temm.).] 

Zwei Exemplare, „Nr. 150 (j 71 " und „Nr. 151 9"» im Uebrigen ganz gleich 
etiquettirt : „Name ,Uhit'. Augen 3 mm. Beine hellbraun. Fl. 22 cm. < Schw. 
K. L. 3 cm., B. 1*8 cm., H. 1*8 cm., Hals 2 cm. Tumbang Hiang, Borneo. 
28. August 1881." 

Die beiden Individuen haben offenbar ein Paar gebildet. Sie stimmen 
mit der Abbildung von phoenicotis in Shelley's Monogr. der Cinnyridae voll- 
ständig überein. — Treacher hat in Lumbidan den specielleren Localnamen 
„Suit toonjang" notirt. Einen ähnlichen Namen, „Suit tonjong", führt nach 
Treacher auf Labuan die verwandte Art Chalcostetha insignis (Jard.). 

Beide Exemplare bleiben im Museum Brunsvicense. 

49. Jova viridissima Bp. — Salvad. p. 192. 

Vier Exemplare vereinige ich hier unter diesem Namen, die nach Ausweis 
der Etiquetten alle binnen wenigen Tagen zu „Tumbang Hiang, Borneo" erlegt 
und mit dem gleichen Localnamen „Punei-hara" versehen sind. 

„Nr. 158. Augen 35 mm. Beine hellblau. Fl. 2*5 cm. < Schw. K. L. 
3-5 cm., B. 2 cm., H. 2 cm., Hals 2 cm. 29. August 1881." 

„Nr. 145. cf- Augen 3 mm. Beine stahlblau. Fl. 3 cm. < Schw. K. L. 
3-5 cm., B. 2 cm., H. 2 cm., Hals 2*3 cm. 27. August 1881." 

„Nr. 144. cT- Augen 4 mm. Beine hellblau. Fl. 3*5 cm. <. Schw. K. L. 
3 5 cm., B. 2'2 cm., H. 2 cm., Hals 2 3cm. Mageninhalt Insecten. 27. August 1881." 

„Nr. 146. 9 • Augen 3 mm. Beine stahlblau. Fl. 3 cm. < Schw. K. L. 
3-5 cm., B. 2 cm., H. 2 cm., Hals 2 cm. 27. August 1881." 

Der von Grabowsky verzeichnete Localname ist neu. Treacher hatte 
in Lumbidan den Namen „Parak- markpakutan" für J. viridissima (Sharpe, 
Ibis 1879, p. 256) und in Labuan die Benennung „Parak-merapok" für die nahe- 
verwandte J. scapularis festgestellt (Sharpe, Proc. Zool. Soc. 1879, p. 339). — 
Von den vier durch Grabowsky eingesandten Exemplaren sind Nr. 158 und 
145 ganz unzweifelhafte ausgefärbte viridissima cf, die mit der Abbildung, 
welche Tweeddale (Ibis 1877, pl. V, fig. 1) gegeben hat, vollständig überein- 
stimmen. Das 9 (Nr. 146) dagegen gleicht vollständig dem von Dr. Platen aus 
Paku eingesandten, am Neste zusammen mit dem erlegten gepaarten 9 von 
viridissima, das ich früher beschrieben habe (Blasius und Nehrkorn, Beiträge, 
Ip. 52) und das im Braunschweiger Museum auf bewahrt wird. Das $ (Nr. 144) 
ist ein interessanter Vogel im Ueber gangskleide: neben eilf schmutzig- 
grünen Schwanzfedern, zum Theile mit unregelmässigen schwarzen Flecken, findet 
lieb eine ganz schwarze Feder im Schwänze; der Rücken hat im Allgemeinen 
noch die hellergrüne Färbung des 9> d° cn brechen besonders am Kopfe schon 
einige dunkelgrüne, und zwischen den grünlichen oberen Schwanzdeckfedern 



VOerel von Borneo. 



57 



einige schwarze Federn hervor, und die Kopfseiten sind etwas dunkler gelbgriin, 
so dass der hellgelbe Augenring sich schon deutlicher abhebt, während bei 
dem Q (Nr. 146) die Kopfseiten und Zügelfedern schmutziggelb sind und der 
Augenring sich deshalb nur wenig unterscheidet. Dabei ist dies junge Individuum 
unterseits fast vollständig so gelb wie das genannte 9 > das seinerseits von sca- 
pularis 9 sich nicht unterscheidet. Es bildet dies Uebergangskleid also gewisser- 
inassen die Brücke zwischen dem als grünschwänzig und mit gelber Unterseite 
beschriebenen scapularis <j* und dem schwarzschwänzigen und dunkler grünen 
viridissima Berücksichtigt man ferner, dass die drei letztaufgezählten In- 
dividuen an einem und demselben Tage am selben Orte mit aufeinanderfolgenden 
Präparationsnummern erlegt sind, so wird es höchst wahrscheinlich, dass die- 
selben zu einer und derselben Art gehören, die man dann nach dem ausgefärbten 
Kleide des $ als viridissima Bp. bezeichnen müsste, eine Bestätigung der von 
Dr. Platen entdeckten, von mir früher erwähnten Thatsache, dass ein zweifel- 
loses von viridissima mit einem scheinbaren 9 von scapularis gepaart war. 
— Zur Erklärung aller dieser Thatsachen gibt es nur zwei Hypothesen: ent- 
weder, und dieser Ansicht möchte ich mich mit Bücksicht auf das beschriebene 
Uebergangskleid zuwenden, viridissima und scapularis sind identisch und nur 
verschiedene Entwicklungsstadien und Kleider derselben Art, oder die 9 beider 
Arten unterscheiden sich nur, wie dies ja auch bei anderen verwandten Arten 
der Fall ist, z. B. bei Hhytidoceros ruficollis Vieill. und undulatus Shaw, sowie 
bei Cyrtostomus zenobia (Less.) und frenatue (S. Müll.), durch sehr geringfügige 
Unterschiede, in welcher Beziehung ich z. B. bei Gelegenheit der Besprechung 
der Platen'schen Sendung (Blasius, Neuer Beitrag, p. 250) auf die verschiedene 
Färbung der Iris hingewiesen habe, eine Differenz, die auch durch Sharpe (Cat. 
B. VI, p. 6 ff.) zum Theile bestätigt wird. Leider hat Grabowsky es unterlassen, 
die Farbe der Iris bei den vorliegenden Individuen zu notiren. — Salvadori führt 
als in Borneo vorkommend, zum Theile auf Grund von B ly th 's Autorität, vier Jora- 
Arten an : l. tiphia (Linn.), 2. scapularis Horsf., 3. sp. (?) {chloroptera Salvad. n. sp. [?]), 
4. viridissima Bp. Sharpe zieht chloroptera Salvad. zu viridissima Bp. und ver- 
einigt in Bestätigung von Hume's Anschauungen (Stray-Feathers 1877, p. 423), 
mit Ausnahme der durch den weissgefleckten Schwanz unterschiedenen, im west- 
lichen Vorderindien verbreiteten nigrolutea Marsh., alle anderen Formen der 
Gattung zu einer Art: tiphia Linn., welche mit den „Rassen" zeilonica (dunkle 
und helle Form) von Ceylon durch Vorderindien, Burmah, Siam, Cambodgia, 
Cochinchina und Hinterindien bis Malakka verbreitet ist und sich mit der Sub- 
species viridis Bp. (= scapularis Raffl., Salvad. etc.) auf Sumatra, Borneo und 
Palawan, und mit einer anderen Subspecies scapularis Horsf. auf Java vertreten 
findet (Cat. B. VI, p. 4 ff). Ich glaube mit Sharpe, dass die in den letzten Jahr- 
zehnten nicht wiedergefundene eigentliche tiphia (Linn.), sowie zeilonica (Gm.), 
mag man sie nun specifisch trennen oder nur als Varietät betrachten, nicht zu 
den Bewohnern von Borneo gehört, neige aber ferner der Ansicht zu, dass sca- 
pularis Horsf. mit viridissima Bp. zu vereinigen ist, und dass der Werth der 
fraglichen chloroptera Salvad., die, nach der Beschreibung zu urtheilen, unter dem 

Z. B. Gea. B. XXXIII. Abh. 8 



58 



Wilhelm Blasius. 



falschen Namen viridissima Q von Tweeddale (Ibis 1877, pl. V, fig. 2) abgebildet 
zu sein scheint und die vielleicht mit viridis (Temm.) zusammenfällt (ein Exemplar 
des Museum Heineanum unter dem Namen viridis Bp. zeigt ebenfalls grünliche 
Flügelbinden), erst noch festzustellen bleibt. — Diese Vermuthung, die vorläufig 
noch auf etwas schwachen Füssen steht, hoffe ich bei Vergrösserung des Ver- 
gleichsmaterials bestätigt zu sehen. 

Nr. 158 und 146 bleiben im Museum Viennense, Nr. 145 in der Collection 
Homeyer, das cf im Uebergangskleide (Nr. 144) im Museum Brunsvicense. 

50. Phyllomis Sonneratii (Jard. et Selb.). — Salvad. p. 193. 
Chloropsis zosterops Sharpe. Cat. B. VI, p. 24. 

Zwei Exemplare (cT und 9, die auffallender Weise mit verschiedenen 
Localnamen versehen sind). 

„Nr. 163. 9 • Name ,Burong Bakung'. Augen 6 mm. Iris kaffeebraun. Beine 
hellgrau. Fl. 4 cm. <. Schw. K. L. 5'5 cm., B. 3 cm., H. 3 cm., Hals 3 cm. 
Tumbang Hiang, Borneo. 6. September 1881." 

„Nr. 140. Q. Name ,Takontä'. Augen 7 mm. Iris braun. Beine grau. 
Fl. 4 cm. < Schw. K. L. 5*5 cm., B. 3 3 cm., H. 2*5 cm., Hals 3 cm. An den 
Augenhöhlen kleine gelbliche Würmer, ,Giar' genannt. Mageninhalt Früchte. 
Tumbang Hiang, Borneo. 26. August 1881." 

Sharpe scheidet die verwandte Form von Java als viridis ab; ob mit 
Recht, mag dahingestellt bleiben. Die Vögel nähren sich hauptsächlich von 
Feigen- (Doria) und Loranthaceenfrüchten (Mottley), Als Localnamen hat 
Treacher in Lumbidan noch einen dritten gehört: „Parak jow". Die von 
Grabowsky vermerkten Localnamen sind bisher nicht bekannt und bedürfen 
gewiss noch bei der verschiedenen Benennung beider Geschlechter der Bestätigung, 
zumal der männliche Name auch bei der folgenden kleineren Art wiederkehrt. — 
Das 9 zeigt die Spuren eines blauen Bartstreifens. 

Beide Exemplare bleiben in der Collection Homeyer. 

51. Phyllomis cyanopogon (Temm.). — Salvad. p. 194. 

,.Nr. 155. tf. Name ,Bakung'. Augen 5 mm. Beine grau. Fl. 4 cm. < 
Schw. K. L. 4-5 cm., B. 2 2 cm., H. 2 2 cm., Hals 3*0 cm. Tumbang Hiang, 
Borneo. 29. August 1881." 

Das Exemplar ist alt und hat einen vollständig entwickelten und dunkel 
gefärbten Schnabel. Dabei ist das Kleid durchaus das weibliche. Ich vermuthe 
daher, dass bei der Geschlechtsbezeichnung ein Irrthum vorgefallen ist und hier 
ein 9 vorliegt. Die blauen Bartstreifen sind auf grünem Grunde angedeutet. 
— Ein Localname von Borneo war bisher nicht verzeichnet. Als südlichste 
Fandstelle auf Borneo war bisher nur Teweh im Centrum der Insel bekannt. 
Das Exemplar bleibt in der Collection Homeyer. 



Vögel von Borneo. 



59 



52. Pycnonotus Simplex (Less.). — Sharpe, Cat. B. VI, p. 135. 
[plumosus part. Salvad. p. 198.] 

Zwei Exemplare, beide auf den Etiquetten mit dem Namen „Burong 
Pampulu" bezeichnet und zu „Tumbang Hiang, Borneo" erlegt. 

„Nr. 139. cf. Augen 4 mm. Iris gelblichweiss. Beine hellgrau. Fl. 4 cm. 
<. Schw. K. L. 5*5 cm., B. 3 cm., H. 2 5 cm., Hals 3 cm. 26. August 1881." 

.,Xr. 153. 9- Augen 5 mm. Iris fast weiss. Beine fleischfarben. Fl. 5 cm. 
< Schw. K. L. 4-5 cm., B. 2 6 cm., H. 2'6 cm., Hals 3 cm. 28. August 1881. « 

Ausser Pycnonotus analis (Horsf.), mit welchem gourdinii Gray zu ver- 
einigen ist, nahm Salvadori zwei einander sehr ähnliche Py cnonotus- Arten : 
plumosus Blyth und pusillus Salvad., von Sharpe später wegen vorheriger 
Vergebung des Namens pusillus für eine andere Pycnonotus -Art Salvadorii 
genannt, die sich vorzugsweise durch die verschiedene Grösse unterscheiden, als 
auf Borneo vorkommend an. Später hat A. 0. Hume in einigen mir nur durch 
Sharpe's (1. c.) und A. Müller's (Ornis von Salanga p. 27) Mittheilungen 
bekannt gewordenen Abhandlungen in den Stray-Feathers (1878, p. 309 und 
1879, pp. 62 und 98) herausgefunden, dass an der geringeren (zwischen plumosus 
und pasiUus mittleren) Grösse und an dem Mangel auffallender weisser Schaft- 
striche der Ohrendeckfedern sich eine dritte Art (brunneus Blyth) unterscheiden 
lässt, die offenbar der in der Deutung etwas unsicher gewordenen Species 
simplex Less. entspricht. Brüggemann dagegen hatte alle diese verwandten 
Formen, d ,- e in ihren extremen Maassen allerdings ziemlich ineinander über- 
gehen, zu einer einzigen Art unter dem Namen Pycnonotus simplex (Less.) 
vereinigt. Sowohl die für Brüggemann 's Ansicht sprechenden Uebergänge 
der extremen Grössen ineinander, als auch die bedeutende Differenz der mitt- 
leren Maasse von einander, welche für Hume's und Sharpe's Ansicht spricht, 
dürfte sich aus der folgenden Tabelle ergeben, in welcher die von Sharpe 
citirten zahlreichen eigenen Messungen und diejenigen Hume's verwerthet sind 
(bei pusillus ausser Sharpe's Einzelmessung auch noch die von Salvadori 
angegebenen Maasse, letztere der Einfachheit wegen diesmal in englische Zoll 
übersetzt) : 

Long. tot. Ala Cauda Culmen Tars. 

I. Pycnonotus pusillus Salvad. 

(nach Salvadori) 5'9 inch. 2 - 9 inch. 25 inch. 43 inch. 0'63 inch. 

P. pusillus Salvad., recte Sal- 
vadorii Sharpe (n. Sharpe) 6*5 „ 2"85 „ 2*9 „ 055 „ 0"6 „ 
H. Pycnonotus simplex Minim. 6'5 „ 2'8 „ 2*65 „ 0*6 „ 065 „ 
„ „ Maxim. 7-5 „ 3'4 „ 3'27 „ 0*73 „ 0"75 „ 

III. „ plumosus Minim. 6'8 „ 3 „ 2 8 „ 07 „ 0'6 „ 
„ Maxim. 8 „ 3'35 „ 3'35 „ 0'8 „ 0'8 „ 

Obgleich fast überall in dieser Tabelle Uebergänge zu finden sind, so ist 
es doch gewiss nicht gestattet, die kleinsten mit den grössten Formen zu einer 
und derselben Art zu vereinigen. Ob auch die Abscheidung der mittleren Form 
(simplex) von der kleineren und grösseren gerechtfertigt ist und damit Hume, 

8* 



60 



Wilhelm Blasius, 



Sharpe und Müller Kecht behalten, muss erst die Zukunft lehren. Es dürfte 
aber doch erlaubt sein, die vorliegenden Exemplare vorläufig als Pycnonotus 
simplex (Less.) im engeren (Sharpe's) Sinne des Wortes (also = brunneus 
Blyth.) zu bezeichnen, da dieselbe eine mittlere Grösse und dabei keine stark 
in die Augen fallenden weisslichen Schaftstriche an den Ohrfedern besitzen und 
zudem mit der von Sharpe im Cat.B. VI, PI. IX gegebenen Abbildung in der übrigen 
Färbung des Körpers vollständig übereinstimmen, Umstände, auf welche mich Herr 
Henry Seebohm aus London bei Gelegenheit eines Besuches desselben in Braun- 
schweig, Biddagshausen und Halberstadt zuerst freundlichst aufmerksam machte. 
— Mit den vorliegenden Bälgen kann ich einen Malakka-Balg von P. plumosus 
Blyth des Braunschweiger Museums vergleichen, der nach der Vergleichung 
im Museum Heineanum sich als übereinstimmend mit den von Hartlaub im 
Verzeichnisse des Bremer Museums als Ixos malaccensis bezeichneten Individuen 
herausgestellt hat, eine Identificirung, aufweiche schon Brüggemann (Verhandl. 
d. Naturwiss. Vereines zu Bremen V, p. 458) hingewiesen hat, die aber von 
Sharpe bei der Zusammenstellung der Synonymie von P. plumosus unerwähnt 
geblieben ist. Es dürfte vielleicht nicht überflüssig sein, die Maasse dieses 
Balges und diejenigen von einem der beiden ziemlich gleich grossen eingesandten 
Bälge von simplex (Less.) vergleichsweise mit Salvadori's Maassen von pusillus 
= Salvadorii Sharpe (in Centimetern) zusammenzustellen: 

Long. tot. 

I. Pycnonotus pusillus Salvad. 

= Salvadorii Sharpe ... 15 cm. 
II. Pycnonotus simplex Less. 9 

(Grabowsky) 17*2 „ 

III. Pycnonotus plumosus Blyth, 

Malakka (Mus. Brunsv.) . . 20 „ 

Nach Sharpe sollen c? und 9 von Pycnonotus simplex (Less.) in der 
Färbung einander gleich sein. Zwischen den beiden vorliegenden Individuen 
(ö* und 9) ist gleichfalls kein Unterschied zu bemerken. — Die Irisfarbe 
ist, wie Sharpe hervorhebt, von verschiedenen Beobachtern sehr verschieden 
(mit rother, gelber und weisser Farbe) notirt. Eine milchweisse Farbe, wie sie 
Grabowsky für das Q angibt, hat Wallace schon beobachtet. — Der Local- 
name „Pampulu" wird für eine grosse Anzahl in ihrer äusseren Erscheinung 
ähnlicher Vogelarten aus den Gattungen Pycnonotus, Criniger, Timelia, 
Mncronus, Philentoma etc. gemeinsam gebraucht, worauf Brüggemann auf 
Grund von Fischer's Angaben hingewiesen hat. Denselben Namen trägt nach 
Grabowsky auch die folgende, äusserlich in der Färbung so ähnliche Art Jole 
olivacea. Der südlichste Punkt, an dem auf Borneo Pycnonotus simplex Less. 
bisher gefunden war, ist, wenn B rü gge man n's Exemplare wirklich auf diese 
Art zu beziehen sind, Teweh (Central-Borneo). Sonst würden nur Fundstellen 
in Nord-Borneo bekannt gewesen sein. An der Sammelstelle Grabowsky's 
und. überhaupt im äussersten Süd-Borneo war bisher von allen Pycnonotus-Arten 
nur der ganz abweichende analis (Horsf.) gefunden, 



Ala 


Cauda 


Culmen 


Tars. 


7'4 cm. 


6*4 cm. 


1"1 cm. 


1-6 cm. 


81 „ 


67 „ 


13 „ 


P85„ 


8-5 „ 


81 „ 


1-45 „ 


1-9 „ 



Vögel von Borneo. 



61 



Nr. 139 bleibt im Museum Viennense (.,Jole olivacea" von Pelz ein, 
Abhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellschaft 1882, p. 266), Nr. 153 im Museum 
Brunsvicense. 

53. Jole olivacea Blyth. — Salvad. p. 210. 

„Nr. 125. cT- Name ,Pampulu'. Augen 4 mm. Iris fast weiss. Beine hell- 
braun. Fl. 4 cm. <C Schw. K. L. 4 5 cm., B. 2 5 cm., H. 2"5 cm., Hals 3 cm. 
Tumbang Hiang, Borneo. 23. August 1881." 

Mit dem Exemplare, das im Gefieder eine merkwürdige Aehnlichkeit mit 
der vorigen Art zeigt, schien mir die Beschreibung von Criniger Charlottae 
Finsch (Journ. f. Ornith. 1867, p. 19), die mir leicht zugänglich war, am besten 
zu stimmen, einer Art, welche nach Sundevall später der Autor selbst als mit 
Jole olivacea übereinstimmend anerkannt hat. Allerdings konnte ich die von 
Finsch angegebenen Maasse zum Theile nicht vollständig bestätigt finden. — 
Aus der Verlegenheit, ob mit dieser Art das Individuum wirklich zu identificiren 
sei, half mir die Vergleichung, welche Herr Oberamtmann Heine zu Halberstadt 
im Museum Heineanum gütigst vornahm, und durch welche die vollständige 
Uebereinstimmung des Grabowsky 'sehen Exemplars mit zwei Stücken jener 
Sammlung aus Java und Malakka festgestellt wurde, die nach dem Berliner 
Museum als Criniger Charlottae Finsch bezeichnet sind. — Später hatte auch 
Herr Henry Seebohm aus London, welcher gerade zum Besuche sich in Braun- 
schweig aufhielt und bei einer Besichtigung des Museum Heineanum in Halber- 
stadt eine neue Vergleichung des fraglichen Balges vornahm, Gelegenheit, die 
Bestimmung als Jole olivacea zu bestätigen. Die mir erst kürzlich zugekommene 
Beschreibung der Art durch Sharp e im Cat. B. VI, p. 55 stimmt ebenfalls damit 
überein. Das vorliegende Exemplar zeigt ein Uebergangskleid: Flügel und 
Schwanz sind stark in der Mauser und enthalten noch einzelne hell röthlich- 
braune Federn des Jugendkleides, den neuen, dunkelbraunen Federn beigemischt. 
In Folge der Mauser ist der Schwanz gegabelt statt abgerundet: Long. tot. 17*2 cm., 
Ala 8"3 cm., die fünfte, längste Schwungfeder in der Mauser, Cauda 7*5 cm., Culm. 
1-9 cm., Tars. 1*85 cm. Kürzlich hat A. Müller („Die Ornis der Insel Salanga", 
1882, sp. 54, p. 32) eine, wie er sagt, dem Criniger Charlottae in der Färbung 
sehr nahe stehende neue Art: Cr. Cabanisi von Salanga beschrieben und dabei 
erwähnt, dass das im Senckenbergischen Museum in Frankfurt a/M. aufbewahrte 
Originalexemplar von Criniger Charlottae mit Jole olivacea nicht identisch sei. 
Darnach würde denn die vorliegende Art richtiger Criniger Charlottae be- 
zeichnet werden müssen. Für Jole olivacea waren bisher nur Sarawak und San- 
dakan als Fundstellen auf der Insel angegeben und aus ganz Süd-Borneo noch 
kein Fundort bekannt. Was v. Pelzeln (Abhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellschaft 
1882, p. 266) als ein Grabowsky'sches, ins Wiener Museum gelangtes Exemplar 
von Jole olivacea anführt, ist richtiger als Pycnonotus simplex zu bezeichnen, wie 
der Autor auf meine diesbezügliche Anfrage gütigst bestätigt hat (s. oben). 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 



62 



Wilhelm Blasius. 



54. Mixomis borneensis Bp. — Salvad. p. 215. 

„Nr. 128. tf. Name ,Sakutau k . Augen 4 mm. Iris gelblichweiss. Beine 
hellbraun. Fl. 3*5 cm. <: Schw. Nackte Haut um die Augen blau. K. L. 3 5 cm., 
B. 2 cm., H. 2 cm., Hals 2 5 cm. Tumbang Hiang, Borneo. 23. August 1881." 

Das cf 1 unterscheidet sich nicht in der Färbung, wohl aber durch die 
bedeutende Grösse von einem durch Dr. Platen dem Braunschweiger Museum 
zugekommenen 9 (Blasius und Nehrkorn, Beiträge, sp. 63). Der Schnabel 
ist bei dem 18 cm. lang, bei dem 9 1*6 cm., der Schwanz beim 6 cm., 
beim 9 5'2 cm. 

Ein Localname aus Borneo war bisher für diese Art nicht notirt. 
Das Exemplar bleibt im Museum Viennense. 

55. Macronus ptilosws Jard. et Selb. — Salvad. p. 216. 

Vier Exemplare. Bei allen wiederholt sich auf den Etiquetten: „Name 
.Sangkowok*. Beine schwarz. Nackte Haut um die Augen blau. Tumbang Hiang, 
Borneo." 

„Nr. 141. cT. Augen 6 mm. Iris braun. Fl. 4'5 cm. <; Schw. K. L. 4 cm., 
B. 2*5 cm., H. 2*3 cm., Hals 3 cm. Mageninhalt Insecten. 26. August 1881." 

„Nr. 143. cT« Augen 5 mm. Iris braun. Fl. 5 cm. <. Schw. K. L. 4*5 cm., 
B. 2-3 cm., H. 2*2 cm., Hals 3 cm. 26. August 1881." 

„Nr. 142. 9- Augen 6 mm. Iris braun. Fl. 3'5 cm. < Schw. K. L. 4 cm., 
B. 2-4 cm., H. 2-2 cm. Mageninhalt Insecten. 26. August 1881." 

„Nr. 152. 9. Augen 5 mm. Fl. 4*5 cm. < Schw. K. L. 4'2 cm., B. 2'5 cm., 
H. 2-2 cm., Hals 2*5 cm. 28. August 1881." 

Eine Geschlechtsdifferenz ist nicht zu beobachten. In Bezug auf die 
Schnabelform zeigen die vier Exemplare ziemlich bedeutende, scheinbar weder 
vom Geschlechte, noch von dem Alter abhängige Differenzen, die einigermassen 
zu denken geben, wenn man berücksichtigt, dass manche andere Timeliiden- 
Gattungen hauptsächlich nach der Schnabelform unterschieden werden, wie 
Mälacopteron und Setaria. Die Lage und Ausdehnung der Nasenlöcher, die 
relative Breite, sowie die Länge des Schnabels, der Grad der seitlichen Zu- 
sammendrückung und der Schärfe der Firste, alles dieses zeigt sich bei den 
vorliegenden Bälgen variabel. Ohne Zeichnungen ist dies schwer zu beschreiben. 
Nur einen geringen Maassstab zur Beurtheilung der Veränderlichkeit geben die 
folgenden Zahlen: 

cT cf 9 9 

Nr. 141 Nr. 143 Nr. 142 Nr. 152 

Schnabellänge vom Mundwinkel 1*85 cm. 1*85 cm. 2 cm. 1*95 cm. 
, „ Nasenloch 1 „ 0*85 „ 0-85 „ 0*9 „ 

Im Braunschweiger Museum befinden sich zwei Bälge von Singapore und 
Malakka, die in Uebereinstimmung mit Waiden 's Angaben (Ibis 1872, p. 375) 
kleiner als die Borneo -Vögel erscheinen. Wenn aber von demselben Forscher 
(ebenda) die auch von Salvadori reproducirte Vermuthung ausgesprochen wird, 
dass sich die Vögel von Borneo durch eine hellere Färbung von den Malakka- 



Vögel von Borneo. 



63 



Vögeln unterscheiden, so widerspricht dem entschieden das vorliegende Material. 
! Alle vier von Grabowsky eingesandten Individuen sind bedeutend dunkler als 
] die verglichenen Malakka-Exemplare. Bei jenen sind die Beine, die Schwanz- 
! federn, die unteren und oberen Schwanzdeckfedern und die hintere Hälfte der 
mit langen, weissen, haarartigen Schäften versehenen Rückenfedern entschieden 
schwärzlich, bei den letzteren nur dunkelbraun, wenig dunkler als die Rücken- 
und Bauchfarbe. — Die Irisfarbe ist vor Grabowsky von anderen Beobachtern 
eben so oft als braun und rothbraun (z. B. Salvadori), als cormoisinroth (z. B. 
Sharp e, Ibis 1876, p. 40; 1877, p. 11) geschildert. Der von Grabowsky ver- 
zeichnete Localname war noch nicht bekannt. Fischer hat in Central-Borneo 
nur den allgemeinen Namen „Pampoeloe" notirt, Mottley bei Banjermassing 
„Burong chamara", Treacherim Bezirke Sarawak „Kung kut laudak". — Dass 
dieser Vogel zu den stärksten und eifrigsten Insectenvertilgern von Borneo gehört, 
hat schon Doria angegeben. 

Nr. 141 und 142 bleiben im Museum Viennense, Nr. 143 im Museum 
Brunsvicense, Nr. 152 in der Collection Homeyer. 

56. MaZacopteron rostratum Blyth. — (Salvadori in „Blasius und 
Nehrkorn, Beiträge", sp. 66.) [= Setaria affinis part. Salvad. p. 231.] 

Vier Exemplare. Alle sind auf den Etiquetten mit dem Localnamen „Asun 
bakai" bezeichnet und an drei aufeinander folgenden Tagen bei „Tumbang Hiang, 
Borneo" erlegt. 

„Nr. 134. cT. Augen 5 mm. Iris braun. Fl. 4 cm. < Schw. K. L. 4 cm., 
B. 2 5 cm., H. 2 cm., Hals 2 cm. Mageninhalt Insecten. 26. August 1881." 

„Nr. 135. cf 1 . Augen 5 mm. Iris braun. Fl. 4 cm. < Schw. K. L. 4 cm., 
B. 2-5 cm., H. 2 cm., Hals 2 cm. 26. August 1881." 

„Nr. 141. cf. Augen 6 mm. Iris braun. Fl. 4 cm. <. Schw. K. L. 4*5 cm., 
B. 2'3 cm., H. 2 cm. 27. August 1881." 

„Nr. 154. 9 . Augen 4 mm. Fl. 3 5 cm. <; Schw. K. L. 4 cm., B. 2 3 cm., 
H. 2 cm. 28. August 1881." 

Alle vier an demselben Orte und binnen wenigen Tagen erlegten Exem- 
plare ähneln sich und dem von Dr. Platen gesammelten, im Braunschweiger 
Museum aufbewahrten Balge (9) (Blasius und Nehrkorn, Beiträge, sp. 66) 
in der Zeichnung und Grösse vollständig. Dabei zeigt der Schnabel wie bei der 
letztbesprochenen Timeliiden-Art eine beträchtliche Veränderlichkeit. Bei einigen 
ist der Schnabel breiter und weniger seitlich zusammengedrückt (am Auffallend- 
sten bei dem gleichzeitig mit dem kürzesten Schnabel versehenen 9 Nr. 154) 
bei anderen schlanker und mehr seitlich zusammengedrückt, wie bei dem er- 
wähnten Platen'schen 9 un( i mehreren der neuen Sendung. Dem ent- 
sprechend zeigt der Schnabel von oben betrachtet bei den ersteren Exemplaren 
eine fast gleichmässige Verjüngung bis zur Spitze ohne bedeutende Ausschweifung, 
bei den anderen dagegen anfangs eine stärkere, später eine geringere Verjün- 
gung, so dass die Seiten stark ausgeschweift erscheinen. — Unter diesen Um- 
ständen ist die Verwechslung mit Setaria affinis Blyth und die Zusammenziehung 



64 



Wilhelm Blasiu 



dieser beiden sogar verschiedenen Gattungen angehörenden Arten, die sich 
wesentlich bei gleicher Färbung nur durch die Schnabelform unterscheiden, gar 
zu leicht erklärlich. — Leider fehlt mir die Gelegenheit, die Exemplare mit 
breiterem und weniger seitlich zusammengedrücktem Schnabel mit sicheren 
Exemplaren von Setaria affinis Blyth zu vergleichen. Vielleicht würde sich 
dabei doch eine Brücke von der einen zur anderen Art hinüberbauen lassen und 
Salvadori mit seiner anfänglichen Identificirung beider Arten (Salvad. p. 231) 
Recht behalten. Die Schnabellänge, vom Mundwinkel ab gemessen, beträgt bei 
den drei g (Nr. 134, 135 und 148) 2*05 cm., bei dem Q des Dr. Plate n im 
Braunschweiger Museum 2*03 cm. und endlich bei dem 9 (Nr. 154) 1*9 cm. 

Da die Art bisher noch nicht genügend von den verwandten Formen unter- 
schieden und überhaupt von den Reisenden seltener nach Europa gesandt zu 
sein scheint, sind Grabowsky's mit den Platen 'sehen Angaben („Iris hell- 
braun") ziemlich übereinstimmenden Notizen über die Irisfarbe von Interesse. 
— Ein Localname war bisher nicht verzeichnet. 

Durch die vorliegenden Exemplare wird die Art zuerst für Süd-Borneo 
nachgewiesen. Auch die mit derselben verwechselte und leicht zu verwechselnde 
Setaria affinis ist bisher nur in Nord- und Nordwest-Borneo beobachtet. 

Nr. 134 und 154 bleiben im Museum Viennense, Nr. 135 in der Collection 
Homeyer und Nr. 148 im Museum Brunsvicense. 

57. Copsychus amoenus (Horsf.). — Salvad. p. 255. 

Zwei Exemplare. Bei beiden wiederholt sich auf den Etiquetten: „<j". Name 
,Kadjadjan'. Augen 4 mm. Iris braun. Beine schwarz. Mageninhalt nur Käfer. 
Tumbang Hiang, Borneo. 30. Juli 1881." 

„Nr. 105. Fl. 5 cm. < Schw. K. L. 6 cm., B. 3 cm., H. 3 cm., Hals 3 cm." 

„Nr. 106. Fl. 7 cm. < Schw. K. L. 5*5 cm., B. 3*5 cm., H. 3 cm., Hals 3*5 cm." 

Beide sind jüngere cT, die im Allgemeinen mit Hartlaub's Beschreibung 
von einem Exemplare des Bremer Museums (Journ. f. Ornith. 1853, p. 34) über- 
einstimmen. Zwischen den aschgrauen Federn des Leibes befinden sich, besonders 
in der Mittellinie, noch einzelne weisse oder weiss und schwarz gescheckte Federn; 
ebenso zwischen den dunklen Schenkelfedern. Die weissen Flügelbinden erstrecken 
sich nur auf die Aussenfahnen von zwei, nicht von drei Mittelschwingen. Die 
unteren Flügeldecken sind schwarz und nur zum Theile mit schmalen weissen 
Rändern versehen. Die sechs mittleren Schwanzfedern , deren es im Ganzen 
zwölf gibt, sind grösstentheils oder ganz schwarz und jederseits die drei äusser- 
ten grösstenteils weiss, nur die dritte hat einen braunschwarzen Innenraud, 
der (bei Nr. 105) 1 cm. oder (bei Nr. 106) iy 2 cm. von der Spitze endigt. Die 
vierte und fünfte Schwungfeder sind fast gleich lang (die vierte etwas länger) 
und bilden die Flügelspitze. — Beide Individuen unterscheiden sich dadurch 
von einander, dass das Grau des Leibes bei Nr. 105 etwas dunkler ist als bei 
Nr. 106, und dass Nr. 105 ziemlich grosse (rechts bis zu IV2CI11. lange) weisse 
Flecken an den Spitzen der sonst ganz schwarzen und bei Nr. 106 gänzlich 
ungefleckteu vierten Schwanzfedern besitzt. 



Vögel von Borneo. 



65 



Der von Grabowsky verzeichnete Localname ist neu. Mottley hatte 
bei Banjermassing für Copsychus- und Kittacincla -Arten den gleichen Namen 
„Tingon" gehört. Fischer notirte in Central-Borneo für unsere Art den ähn- 
lichen Namen „Tiendjau", der dort mit dem Zusätze „octang" auch für Kitta- 
cincla suavis gebraucht wird. Ausserdem nennt man dort nach Fischer Copsychus 
amoenus auch „Boerong-ruoerrhey" und auf Labuan nach Treacher „Katajio". 

Nr. 106 bleibt im Museum Viennense und Nr. 105 im Museum Bruus- 
vicense. 

58. Calomis chalybaea (Horsf.). — Salvad. p. 271. 

Zwei Exemplare (cf und 9)- Beide Etiquetten lauten gleichmässig : 
..Name ,Kalialing'. Iris zinnoberroth. Beine schwarz. K. L. 6 cm., B. 3 cm., 
H. 3 cm. Kwala Kapuas, Borneo. 30. September 1881." 

..Nr. 193. cf. Augen 6 mm. Fl. 4'5 cm. < Schw. Hals 4 cm." 

„Nr. 192. 9- Augen 5 mm. Fl. 4 cm. < Schw. Hals 3 5 cm." 

Beides sind alte, ausgewachsene und ausgefärbte Exemplare, welche deutlich 
die geringere Grösse des 9 im Verhältniss zum cf vor Augen führen, die z. B. 
durch die genauen Messungen A. Müller 's („Die Ornis der Insel Salauga", 
p. 35, sp. 63) erst kürzlich noch auffallend bewiesen ist. Der Flügel misst beim 
c 9 5 cm., beim 9 9 cm., der Schwanz bei beiden 6'7 cm., die Firste beim cf 
1*7 cm., beim 9 1'6 cm. — Als Localnamen hatte Treacher für Lumbidan 
„Langkiak", für Labuan „Langkir", Motlley und Dillwyn ebenda „Salankir" 
angegeben. Grabowsky 's Name ist neu. 

Das cf Nr. 193 bleibt im Museum Brunsvicense; Nr. 192 (9) im Museum 
Viennense. 

*59. Platysmurus aterrimus (Temm.). — Salvad. p. 279. 

„Nr. 212. cT. Name ,Burong talaung'. Augen 1 cm. Iris dunkelbraun. 
Beine schwarz. Fl. 11 cm. <. Schw. K L. 11 cm., B. 5 : 4 cm.. H. ebenso, Hals 
5 cm. Tameanglajang, District Patai, Borneo. 4. November 1881." 

Das Exemplar stimmt in der Grösse und Schnabelform mit den von 
Dr. Platen bei Jambusan gesammelten Exemplaren überein (Blasius und 
Nehrkorn, Beiträge, sp. 75), unter denen ein 9 nur ganz wenig grösser als 
die cf sich zeigte. Dadurch dürfte die specifische Selbstständigkeit der von 
Pelz ein unterschiedenen viel kleineren Sumatra -Art mit kurzem und dabei doch 
verhältnissmässig hohem Schnabel, Platysmurus Schlegeli, einigermassen bestätigt 
werden (cf. Pelzeln, Breitenstein 's Sammlung, Verhandl. d. k. k. zool.-bot. 
Gesellschaft, Wien 1879, p. 529). Mottley hatte bei Banjermassing den Namen 
„Tiung hautu" verzeichnet. Grabowsky's Name scheint neu zu sein. 

Bleibt im Museum Viennense. 

*60. Corvus validus Temm. Bp. — Salvad. p. 281. 

„Nr. 21'7. cf . Name ,Burong ekok'. Augen 10 mm. Iris braun. Beine 
schwarz. Fl. 4 cm. < Schw. K. L. 14 5 cm., B. 7 : 5 5 cm., H. 6 : 4 cm., Hals 
7 cm. Telang, Borneo. 27. November 1881." 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abb.. 9 



66 



Wilhelm Blasiu 



Ob man mit Sharpe (Cat. Birds Brit. Mus. III, p. 43) validus, tenui- 
rostris Moore, fallax Brügg. und Enca (Horsf.) unter dem letzteren Namen 
vereinigen, also auch nur eine einzige mit diesem Namen zu bezeichnende Art 
neben macrorhynchus Temm. für Borneo zulassen soll, oder ob für Bomeo zwei 
Arten aus der Enca- Gruppe mit Purpurglanz und ohne grünen Schein im Ge- 
fieder nach Tweeddale unterschieden werden dürfen, bei denen es nur noch 
zweifelhaft sein würde, ob der Name Enca für „validus 11 oder für „tenuirostris" 
acceptirt werden soll, wage ich nicht zu entscheiden. Das vorliegende Exemplar 
gehört, nach der Schnabellänge zu urtheilen, entschieden zu derselben Form, 
welche Sharpe (1. c.) unter Nr. 6 und 7 aus Borneo gemessen hat und als 
Enca anführt; der Schnabel ist kürzer als bei dem unter Nr. 3 gemessenen 
Typus von tenuirostris Moore und misst an der Firste nur 5'7 cm. Das Braun- 
schweiger Museum besitzt ein von Dr. Platen in Sarawak gesammeltes Exemplar 
(9) derselben Art (Blasius und Nehrkorn, Beiträge, sp. 77). Das vorliegende 
Exemplar ist etwas kleiner und besitzt ein durchaus tiefschwarzes, noch nicht 
abgebleichtes, purpur und blau schillerndes Gefieder, stimmt aber in der Schnabel- 
form ganz mit jenem überein. Zur Vergleichung der (1. c.) gegebenen Maasse 
lasse ich noch einige weitere Maasse folgen: Schwanz 17 2 cm., Flügel 29'5 cm., 
Schnabelhöhe an der Basis 1'9 cm. Die grössere Schwanz- und Flügellänge 
erklärt sich wohl durch den Mangel jeder Abnützung. Während die beiden mir 
vorliegenden Borneo-Exemplare eine Firstenlänge von 62, bezw. 5*7 cm. besitzen, 
habe ich bei Vergleichung einer grösseren Menge von offenbar zu Enca ge- 
hörenden Celebes-Bälgen als Maximum nur 5'1 cm. und dabei ein Minimum von 
4*7 cm. beobachten können. Dazu kommt, dass die ganze Form des Schnabels 
bei den Celebes-Bälgen von derjenigen der Borneo-Vögel abweicht. Ich möchte 
deshalb vorläufig die letzteren nicht als Enca bezeichnen. Brüggemann 's 
fallax mag aber trotz der angegebenen Schnabellänge von 6 5 cm., die vielleicht 
durch Messung der Schnabelspalte erhalten ist, nach der von Brüggemann 
gegebenen Zeichnung wohl mit Enca zusammenfallen. — Obige Bemerkungen 
erschienen mir deshalb nicht überflüssig, weil ausser den von Sharpe und 
Tweeddale (I.e.) discutirten Exemplaren englischer Museen und ausser einem 
nur dem Namen nach erwähnten Exemplare von Sandakan (Proc. Zool. Soc. 
1881, p. 790) seit dem Erscheinen von Salvado ri's Werke keine anderen neuen 
Bälge von Corvus-Arten aus Borneo als die mir vorliegenden nach Europa ge- 
kommen, wenigstens in der Literatur erwähnt zu sein scheinen. 

Der von Mottley bei Banjermassing notirte Localname „Kak" scheint 
nur eine andere Schreibweise von Grabows ky 's „ekok" zu sein. 

Der Balg bleibt in der Collection Homeyer. 

►61. Treran fulwlcolUs (Wagl.j. — Salvad. p. 288. 

„Nr. 218. juv. Name ,Punei'. Augen 6 mm. Beine rosafarben. Fl. 35 cm. 
Scbw. K. L. 7 5 cm., H. i : 3 cm., H. 4 5 : 3 5 cm., Hals 5 cm. Telang, Borneo. 
9. December 1881.* 



Vögel von Borneo. 



67 



Ein interessantes Uebergangskleid, dessen Bestimmung einige 
Schwierigkeiten verursacht hat. Durch eine grosse Aehnlichkeit mit unseren Exem- 
plaren von Treron Olax, besonders in der Färbung von Flügeln und Schwanz, von 
welcher Art sich der vorliegende Balg hauptsächlich durch die etwas bedeu- 
tendere Grösse, durch einen längeren und schlankeren Schnabel, durch Spuren 
von braunrother Färbung an Kopf und Nacken und durch gelbe Tibialfedern 
unterscheidet, lauter Charaktere, die nach Bonaparte 's und Schlegel's 
Diagnose für fulvicollis im Gegensatz zur nahe verwandten Olax charakteristisch 
sein sollen, bin ich zur obigen Bestimmung geführt, ohne dass mir allerdings 
Exemplare der fraglichen Art selbst zur Vergleichung vorliegen. 

Die Färbung ist im Allgemeinen olivengrün oder in den vorderen Partien 
rein grün und an den Flügeln oben mehr graubraun, unten und an den Seiten 
des Leibes bleigrau. Dabei haben die Flügeldeckfedern und Mittelschwingen 
die charakteristischen gelben Ränder, und die seitlichen schwarzgrauen Schwanz- 
federn unterseits weissgraue Spitzen ganz wie Olax. Dabei sind die vor- 
deren Theile des Flügels und einzelne Schulterfedern kastanienbraunroth gefärbt; 
an der Brust, am Hinterkopfe und Nacken, an den Kopfseiten, der Stirn und 
der Schnabelbasis wird das grüne Gefieder durch vereinzelte oder dichter stehende 
hellrothbraune Federn durchbrochen. Die Tibialfedern sind intensiv gelb; die 
unteren Schwanzdeckfedern wie beim 9 g run m & gelblichen oder weissen Rän- 
dern, ohne Spur von Zimmtfarbe So vereinigen sich hier offenbar die ersten 
Spuren des männlichen Kleides mit dem weiblichen Jugendkleide. Dabei ist 
die Schnabelspitze noch nicht hellgefärbt, sondern hornfarbig, die ganze Schnabel- 
form offenbar noch schlanker, die vordere Schnabelkuppe weniger ausgebildet als 
im Alter. Die Benennung, welche Grabowsky verzeichnet, wird oft auch 
„Punie" geschrieben, vielleicht in der englischen Schreibweise mit gleicher Aus- 
sprache, und bedeutet offenbar im Allgemeinen „Fruchttaube" (Treron). 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

62. Carpophaga aenea (Linn.). — Salvad. p. 290. 

„Nr. 157. Name ,Pragam'. Augen 9 mm. Iris braun. Beine rosa- 
farben. Fl. 6 cm. <. Schw. K. L. 12 cm., B. 65 cm (oben) bis 4*5 cm. (unten), 
H. 7 cm. (hoch oben) bis 5'5 cm. (unten), Hals 7 cm. Tumbang Hiang, Borneo. 
29. August 1881." 

Die Färbung von Kinn und Kehle ist weiss, die der übrigen Unterseite, 
sowie von Kopf und Nacken mit Rosaanflug. Der Vorderrücken ist reingrau, 
der Rücken stark kupferfarbig, metallisch glänzend. 

Abweichend von den anderen Beobachtern (z. B. Doria, Plate n, Gra- 
bowsky) hat Forbes (Nicholson, Ibis 1882, p. 65) bei zwei Sumatra-Exemplaren 
{tf und Q) die Iris blau und die Augenlider roth verzeichnet. 

Der Name „Pragam" ist schon von Mottley bei Banjermassing gehört. 

Das Exemplar bleibt im Museum Viennense. 

9* 



68 



Wilhelm Rlasins 



*63. Euplocomus pyronotus (G. R. Gr.). — Salvad, p. 307. 

Vier Exemplare (zwei und zwei 9)- Auf allen Etiquetten wiederholt 
sich: „Name ,Tanriau mato'. Iris braun. Nackte Hautstellen um die Augen 
blutroth. Lihong Bahaija, Borneo." 

„Nr. 248. cf. Augen 1 cm. Beine hellgrau. Fl. 11 5 cm. < Schw. K. L. 
17 5 cm., B. 8 cm., H. 10*5 cm., Hals 11 cm. 24. Januar 1882." 

„Nr. 255. cf. Augen 1*1 cm. Beine hellblau. Fl. 10 cm. < Schw. K. L. 
17 5 cm., B. 8-5 cm., H. 11cm., Hals 12 cm. 24. Januar 1882." 

„Nr. 247. 9- Augen lern. Beine grau. Fl. 9 cm. < Schw. K. L. 17 cm., 
B. 7 5 cm., H. 9 : 6 cm., Hals 10'5 cm. 24. Januar 1882." 

„Nr. 256. 9. Augen lern. Beine hellblau. Fl. 9-5 cm. < Schw. K. L. 
16 cm., B. 7'5 cm., H. 9:6 cm., Hals 11cm. 27. Januar 1882." 

Sclater hat (Proc. Zool. Soc. 1863, p. 120) die Diagnose dieser Art von 
Borneo und zugleich der nahe verwandten, anfangs damit verwechselten Art 
erythrophthalmus von Sumatra und Malakka kurz und bündig wiedergegeben 
mit den Worten: „9- Purpureo niger, unicolor. Niger, dorso imo igneo, 
cauda fulva." Die weiter nur für erythrophthalmus angegebenen Charaktere: 
„alis griseo undulatis, oculorum ambitu nudo rubro" sind nach den beiden mir 
vorliegenden männlichen Exemplaren ebensosehr auch für pyronotus charak- 
teristisch, während sich das für pyronotus angegebene Kennzeichen: „corpore 
subtus albo lo ngitudinaliter lineato" für die Erkennung dieser Species 
als, wie es scheint, vollständig maassgebend beweist. Im Vergleich zu einem 
männlichen Exemplare von erythrophthalmus des Braunschweiger Museums lassen 
sich übrigens noch einige andere Unterschiede hervorheben. Die graue, wurm- 
förmige Wellenbildung auf der schwarzen, stahlblau schillernden Grundfarbe des 
Vorderrückens, der Flügel und der Seiten des Leibes ist bei erythrophthalmus 
weitläufiger, meist mehrere Millimeter entfernt, bei pyronotus dichter und in 
den vorderen Theilen des Rückens so dicht, dass dadurch fast ein grauer 
Grundton erzeugt wird, eine Färbung, die vorne am Halse, Nacken und Vorder- 
brust in eine silbergraublaue Färbung übergeht, welche erythrophthalmus fehlt. Die 
Befiederung an Kehle, Kinn, Kopfseiten, Stirn und Scheitel ist bei pyronotus 
graubraun mit wenig stahlblauen oder schwarzen Federn, während die Färbung 
dieser Theile bei erythrophthalmus viel dunkler und besonders auf dem Scheitel 
fast rein stahlblau und schwarz erscheint. Während erythrophthalmus auf der 
Brust und dem Vorderrücken ganz vereinzelte helle, schmutzigbräunliche, dünne 
Sohaftstriche besitzt, ist pyronotus an dem Halse, der Brust und den Seiten 
des Leibes durch zahlreiche breite, reinweisse Schaftstriche und auf dem Rücken 
und den Klügeldeckfedern durch ebensolche, nur etwas schmälere Schaftstriche 
ausgezeichnet. Bei erythrophthalmus erstreckt sich die rothe Feuerfarbe der 
Bürzeifedern bis fast zu den letzten oberen Schwanzdeckfedern hin, so dass nur 
ein schmaler, nur etwa 1 cm. breiter Streifen von stahlblauer Farbe zwischen 
der rothen Farbe des Unterrückens und der gelbbraunen der Schwanzfedern 
übrigbleibt; bei pyronotus reicht die rothe Farbe nicht so weit nach hinten 
über die Schwanzdeckfedern hinüber, so dass die blaue Zwischenfärbung, die 



Vögel von Borneo. 



69 



nach vorne allmälig aufhört, etwa 4 — 5 cm. von vorne nach hinten sich aus- 
dehnt. — Im Uebrigen scheinen beide Arten sich sehr ähnlich zu sein und 
besonders die $ derselben sich fast vollständig in ihrem schwarzen Gefieder 
zu gleichen. Beide mir vorliegenden weiblichen Bälge zeigen übrigens am Kopfe 
und Halse statt der schwarzen, wie die cf , nur eine graubraune Färbung, wodurch 
sich vielleicht auch beim weiblichen Geschlechte diese Art von erythrophthalmus 
unterscheiden lässt. — Als weitere Geschlechtsdifferenz ist zu erwähnen, dass 
der Schnabel beim 9 auch an der Spitze hornbraun, beim $ hier weisslich- 
gelb gefärbt ist. — Im Alter sind die vier vorliegenden Bälge, wie es scheint, 
verschieden. Von den Männchen bin ich geneigt, wegen der bedeutend stärkeren 
Entwicklung der rothen Hautpapillen in der Umgebung des Auges und wegen 
der etwa um 1 cm. längeren Entwicklung der Sporen Nr. 248 für älter zu halten, 
obgleich im Uebrigen die Maasse nicht bedeutend differiren. Es ist nun vielleicht 
interessant, darauf hinzuweisen, dass bei diesem vermeintlich älteren Individuum 
die Färbung des Unterrückens vor der rein rothen Farbe des Bürzels rothbraun 
mit ganz wenig Goldschein erscheint, während bei Nr. 255, dem wahrscheinlich 
jüngeren Individuum, diese Farbe als rein goldgelb zu bezeichnen ist. Das ältere 
Individuum hat auch einen etwas mehr dunkelbraunen Kopf mit zahlreicheren, 
stahlblau schillernden schwarzen Federn am Hinterkopfe als das jüngere; dazu 
kommt die vom Sammler gemachte verschiedene Notirung der Beinfarbe, die 
in der Jugend blau, im Alter mehr grau zu sein scheint, eiDe Differenz, die 
auch beim weiblichen Geschlechte zutreffen wird, da sich Nr. 256 ohne ZwaDg 
gleichfalls als jünger im Vergleich zu Nr. 247 deuten lässt. wenngleich die 
übrigen Differenzen nur verschwindend klein sind. — Grabowsky's Local- 
name ist neu. 

Ich füge die wichtigsten Maasse der vier Bälge im Vergleich zu dem 
einen verglichenen Balge von erythrophthalmus hinzu: 

erythrophthalmus cf 
pyronotus 248 . 

cf 255 . 
9 247 . 
9 256 . 

Das jüngere Paar (Nr. 255 und 256) bleibt in der Collection Homeyer, 
das ältere (Nr. 248 und 247) im Museum Brunsvicense. 

64. BolluZus rouloul (Scop.). — Salvad. p. 308. 

„Ist. 169. Q. Name .Burong siau'. Augen 8 mm. Iris braun. Beine 
zinnoberroth. Fl. 3 5 cm. <; Schw. Nackter Augenrand zinnoberroth; ebenso der 
nackte Fleck hinter den Augen. K. L. 10 cm.. B. 5 cm.. H. 6-5 cm.. Hals 6 cm. 
Tumbang Hiang. Borneo. 8. September 1881." 

Ich konnte dies alte Q mit drei Malakka-Exemplaren (einem 2 und zwei <3% 
von denen eines im Uebergangskleide dem Braunschweiger Museum angehört) 
vergleichen. Die Totallänge der 9 ist hauptsächlich des kürzeren Schwanzes wegen 



Flügel 


Schwanz 


Mundspalte 


Lauf 


Sporn 


24 cm. 


155 cm. 


3-45 cm. 


8'0 cm. 


2 6 cm. 


23-8 „ 


15-7 „ 


3 45 „ 


8-0 „ 


2-6 „ 


23 4 , 


14-8 , 


37 „ 


8-0 „ 


2-0 „ 


22 5 „ 


13-7 , 


32 , 


7-5 „ 


io ; 


217 „ 


14-8 „ 


31 


'•4 * 


1-0 n 



70 



Wilhelm Blasius. 



geringer als diejenige der tf, wie auch Brüggemann (Verhandl. d. Naturwiss. 
Vereines zu Bremen, p. 530) nach Fisch er 's Angaben in Central-Borneo eine 
Differenz von 2 cm. constatirt hat. — Waiden (Ibis 1872, p. 383) erwähnt, dass 
Exemplare von Nord-Borneo keinen Unterschied von Malakka-Bälgen darbieten. 
Mir scheint das von Grabowsky in Süd-Borneo gesammelte Individuum sich 
durch bedeutendere Grösse, besonders der Flügel, des Schnabels und des Laufes 
von den verglichenen Malakka-Bälgen zu unterscheiden, wie folgende Tabelle 
veranschaulichen mag: 

Malakka Malakka 9 Malakka Q Borneo 

ad. Uebergangskleid jun. ad. 

Mus. Brunsv. 

Flügel 13 5 cm. 13'5 cm. 13'5 cm. 14'0 cm. 

Schwanz 6*8 „ 6"9 „ 6*2 „ 6'3 „ 

Schnabellänge v. den Nasenlöchern 0*9 „ 0*9 „ 0*92 „ 10 „ 

Lauf 4-0 „ 4-0 „ 4'0 „ 4'4 | 

Für alte 9 scheint ein vollständig schwarzer Schnabel charakteristisch 
zu sein, während bei dem jüngeren 9 Kiel und Schnabelspitze noch etwas 
hellere Färbung zeigen. Im Gegensatze dazu haben die beiden verglichenen 
einen mehr bräunlichen Schnabel, der am Kiel, an der Basalhälfte des Unter- 
schnabels und des Oberschnabelrandes hellgelb erscheint. Die Farbe dieser 
helleren Theile scheint im Leben nach Wal den 's Angaben (Ibis 1872, p. 383) 
roth zu sein. 

Der von Grabowsky verzeichnete Localname ist von anderen Beob- 
achtern in etwas anderer Schreibweise mehrfach constatirt; so sprechen nach 
S. Müller die Dajaks am Dousonflusse „Sieau", die Malayen nach Doria 
„Burun Sioul", was „pfeifender Vogel" bedeutet, die Bewohner des Tewehthales 
in Central-Borneo nach Fischer „Siaauw". Nach Treacher wird diese Art 
und die nahe verwandte Form Haematortyx sanguiniceps Sharpe am Lawasflusse 
in Sarawak „Serookan" bezeichnet (Ibis 1879, p. 266). 

Das Exemplar bleibt im Museum Brunsvicense. 

*65. Melanoperdix nigra (Vig.). — Salvad. p. 309. 

Zwei Exemplare (9 und ein offenbares cT). Bei beiden wiederholt sich 
auf den Etiquetten: „Name ,Korokotok'. Augen 8 mm. Iris braun. Beine sehr 
hellblau. K. B. 5 cm., Hals 6 cm. Lihong Bahaija, Borneo. 25. Januar 1882." 

„Nr. 250. Fl. 4 cm. < Schw. K. L. 10 cm, H. 5-5:4cm. ft (tf) 

„Nr. 252. 9. Fl. 3*5 cm. <: Schw. K. L. 9 cm., H. 5'5 cm.« 

Bei dieser Art ist umgekehrt als bei Euplocomus pyronotus und erythro- 
phthalmus und manchen anderen Vögeln, wie z. B. vielen Nashornvögeln, das Q 
bunt gefärbt, das einfarbig schwarz. Nr. 250 ist einfarbig schwarz und 
daher ohne Zweifel als zu bezeichnen. Das 9 trägt das von Eyton unter 
dem Namen aeruginosus beschriebene (Proc. Zool. Soc. 1839, p. 106) rostrothe 
Kleid mit schwarzen Binden auf den Flügeln. Grabowsky's Localname ist 
noch nicht bekannt. Das Vorkommen in Südost-Borneo dürfte einiges Interesse 



Vögel von Borneo. 



71 



in Anspruch nehmen, da specielle Fundorte der Art auf Borneo bis jetzt nur 
im Norden, und zwar in Sarawak von Doria und Beccari und in Bintulu von 
Everett nachgewiesen sind. 

Das cT kann ich mit zwei Exemplaren des Braunschweiger Museums aus 
Malakka vergleichen. Das Borneo-Exemplar zeichnet sich durch die dunklere 
Färbung des Schnabels und der Federn an Kinn, Kehle und Kopfseiten aus. 

Das 9 Nr. 252 bleibt im Museum Brunsvicense; Nr. 250 im Museum 
Viennense. 

f66. Tringoides hypoleucus (Linn.). — Salvad. p. 326. 

Drei Exemplare. Bei allen wiederholt sich auf den Etiquetten: „Name 
.Sansulit'. Augen 5 mm. Iris braun." 

„Nr. 209. cf . Beine fleischfarben. Fl. 2 cm. < Schw. K. L. 6 cm., B. 3 cm., 
H. 3-5 : 2-5 cm., Hals 3*5 cm. Telang, District Sihong, Borneo. 29. October 1881." 

„Nr. 130. 9. Beine sehr hellgrau. Fl. 15 cm. < Schw. K. L. 5*5 cm., 
B. 2*5 cm., H. 3 cm., Hals 4 cm. Tumbang Hiang, Borneo. 24. August 1881." 

„Nr. 160. 9. Beine fleischfarben. Fl. 1 cm. < Schw. K. L. 6 cm., B. 3 cm., 
H. 3 5 cm. Tumbang Hiang, Borneo. 5. September 1881." 

Als Trivialnamen von Borneo waren bisher nur andere verzeichnet, so 
„Junggit-junggit" von Mottley bei Banjermassing, ..Pimping", wie auch die 
anderen kleinen Sumpfvögel bezeichnet werden, von Treacher auf Labuan. 

Nr. 160 und 209 bleiben im Museum Viennense und Nr. 130 in der 
Collection Homeyer. 

*67. Ardea purpurea L. — Salvad. p. 345. 

„Nr. 198. Augen 11mm. Iris gelb. Beine gelb, nur Oberseite der 
Unterschenkel und der Zehen schwarzbraun. [Fl. = Schw.?] Haut um die 
Augen und Unterschnabel gelb. K. L. 21 cm., H. 11 : 8 cm., B. 9 : 7 cm., Hals 
32 cm. Sungei Kramas, District Sihong, Borneo. 12. October 1881." 

Ich muss das stattliche Exemplar als Ardea purpurea bezeichnen, obgleich 
dasselbe alle mir vorliegenden zahlreichen Exemplare dieser Art im Braun- 
schweiger Museum nicht unbedeutend an Schnabellänge übertrifft, fast so sehr 
wie Butorides macrorhynchus die naheverwandte Form javanica in der Schnabel- 
länge überragt. In der Färbung entspricht der Balg übrigens ziemlich genau 
der Beschreibung des unvollendeten Kleides, wie dasselbe z. B. von Naumann 
u. A. gegeben wird. Das Braunschweiger Museum besitzt unter zahlreichen 
Vertretern derselben Art zwei ausgestopfte Exemplare aus Chamounix und einen 
Balg, der vermuthlich aus China oder Japan stammt, die sämmtlich in der 
Zeichnung dem vorliegenden Borneo-Balge sehr ähnlich sind. 

Die Maasse des letzteren sind folgende: Ala 39 cm. Cauda 13 3 cm. Tibia 
213 cm. Tarsus 14*8 cm. Dig. med. 15'0 cm. Culmen 14 7 cm. Rictus 18 cm. 
Die von Reichenow (Journ. f. Ornith. 1877, p. 267) gegebenen Maximal- 
maasse von purpurea werden in Bezug auf das Gefieder von dem Borneo- 
Balge nicht übertroffen, dagegen die Mundspalte um 2 cm., der Tarsus um 
beinahe 1 cm. 



72 



Wilhelm P. lasiuB. 



Das Exemplar bleibt in der Collection des Herrn E. F. v. Homeyer in 
Stolp, der darin eine neue Art vermuthet und sicherlich noch weitere Mit- 
theilungen über diesen auffallenden Biesen-Purpurreiher machen wird. 

68. Melanopelargus Episcopus (Bodd.). — Salvad. p. 356. 

Zwei Exemplare (Dunen junge). Bei beiden wiederholt sich auf den 
Etiquetten: „cf. juv. Name ,Burong Binti'. Augen 12 mm. Iris braun. Beine 
schmutziggrau. Nackte Haut am Unterschnabel gelblich (bei Nr. 167 gelb). 
Tumbang Hiang, Borneo." 

„Nr. 159. Fl. == Schw. Schnabel und Haut um die Augen grünlichgrau. 
K. L. 16 cm., B. 7 cm., H. 8 cm., Hals 18 cm. 31. August 1881." 

„Nr. 167. Fl. 15 cm. < Schw. K. L. 17 5 cm., B. 7 cm., H. 8: 6 cm., 
Hals 17 cm. 8. September 1881." 

Ein Localname von Borneo war bisher für diese Art noch nicht notirt. 
— Bei Gelegenheit der Aufzählung einer kleinen, von Dr. Platen eingesandten 
Collection von Borneo-Vögeln konnte ich das Uebergangskleid eines ausgewach- 
senen Individuums beschreiben (Blasius, Neuer Beitrag, Journ. f. Ornith. 1882, 
p. 254). Hier liegen zwei Dunen- oder Halbdunenj unge in einem inter- 
essanten Kleide vor, dessen Beschreibung von Interesse sein dürfte: Zwischen 
den bereits entwickelten dunklen, metallisch schillernden, definitiven Federn der 
Flügel ragen noch zahlreiche Dunen vor, besonders zwischen den Flügeldeck- 
federn. Die hintere Seite des Halses, besonders oben in einer Länge von 10 cm. 
und in einer Breite von etwa 7 cm., sowie der Hinterrücken und Bürzel sind 
noch vollständig im weissen Dunengefieder. An den Weichen und der Brust 
werden die weissen Dunen nur durch wenige schwarze Federn durchbrochen, 
während die Mitte des Leibes schon eine grössere Partie dunkler Federn trägt. 
Die Schwanzdeckfedern und einzelne andere Federn zeigen noch Duuenspitzen. 
Die Kopfplatte ist bis zur Stirn und seitlich bis zu den Augen einfarbig braun- 
schwarz mit nur sehr wenig Metallglanz. Ein Streifen braun und weiss gemischter 
Federn umgreift, von der Stirn ausgehend, von vorne und unten die Augen. Am 
Halse befinden sich, zum Theile zwischen den Dunen hervorbrechend, die später 
ausfallenden dunklen, stark metallisch schillernden, weiss berandeten Federn des 
Uebergangskleides. Dieselben steigen vorne in der Mittellinie beinahe bis zum 
Kinn aufwärts, während die Rückseite des Halses nur in den unteren Theilen 
damit besetzt ist. Die merkwürdige Bildung des Schwanzes, die bekanntlich 
sogar Veranlassung zur Aufstellung einer „leierschwäuzigen" Storchart geworden 
ist, prägt sich schon in diesem Jugendzustande auffallend aus. Am meisten von 
der ganzen Befiederung des Schwanzes fallen die weissen unteren Deckfedern 
auf. Sie haben so steife, starke, dicke Schäfte und bilden schon in diesem Eut- 
wicklungszustande so auffallend die Schwanzspitze selbst (sind wenigstens ebenso 
lang als die gabelförmig nach der Seite auseinander weichenden und ziemlich 
verdeckten schwarzen Schwanzfedern), dass man auf den ersten Blick geneigt 
ist, die weissen Federn für die eigentlichen Schwanzfedern und die schwarzen 
Federn nur für Deckfedern zu halten. Von den schwarzen Schwanzfedern 



Vögel von Borneo. 



73 



sind die beiden mittelsten, die schon von der Basis an stark divergiren, die bei 
Weitem kürzesten. Die folgende Schwanzfeder jederseits ist etwas länger, und 
etwa ebensoviel länger ist jederseits die nächstfolgende. Diese dagegen ist mit 
den beiden äussersten jederseits etwa gleich lang. — Im Alter überragen die 
weissen unteren Deckfedern, die auch zu dieser Zeit ganz den Eindruck der 
eigentlichen Schwanzfedern beim ersten Betrachten hervorrufen, die eigentlichen 
schwarzen Schwanzfedern nicht unbeträchtlich. — Vor Kurzem gab ich zur Ver- 
gleichung mit einem alten, von Dr. Platen aus Borneo eingesendeten Exem- 
plare auch die Maasse zweier im Museum zu Braunschweig aufbewahrten aus- 
gewachsenen Individuen aus Celebes und Afrika (Blasius, Neuer Beitrag, sp. 30, 
p. 255). Zur Ergänzung dieser Maasstabelle kann ich noch hinzufügen, dass bei 
dem Celebes-Exemplare die 21 cm. langen Tectrices albae den eigentlichen Schwanz 
um 55 cm., an dem Individuum aus Afrika vom Blauen Fluss bei einer Länge 
von 245 cm. um 4*5 cm. überragen. — Der Schnabel ist bei den beiden Dunen- 
jungen-Bälgen schmutziggrüngelb, an der Spitze mehr hornbraun gefärbt. — 
Nr. 159 ist etwas grösser als Nr. 167 und hat an den entwickelten Halsfedern 
mehr Metallschimmer und breitere weisse Eänder. Die Maasse beider Individuen 
sind folgende: 

Ala Cauda Tars. Kostr. ab or. Culm. 

Nr. 159 29'5 cm. 112 cm. 10 2 cm. 8*7 cm. 8'4 cm. 

Nr. 167 27*0 „ 10'0 „ 10 „ 8*6 „ 8*3 „ 

Für die Art waren erst seit 1879 bestimmte Fundstellen in Borneo bekannt 
geworden, und zwar der Lawasfluss durch Treacher und Gunong Gilly (Sarawak) 
durch Platen, beide Punkte in Nordwest-Bor neo. In Südost-Borneo und über- 
haupt im Süden der Insel hat Grabowsky die Species zuerst durch die vor- 
liegenden Exemplare nachgewiesen. 

Nr. 167 bleibt im Museum Viennense, Nr. 159 im Museum Brunsvicense. 

*69. Hydrochelidon nigra (L.) = leucoptera Temm. — Salvad. p. 372. 

„Nr. 197. juv. Name ,Burong Towaijang'. Augen 5 mm. Iris braun. 
Beine fleischfarben. Fl. 6 cm. > Schw. K. L. 6 - 5 cm., B. 3 5 cm., H. 3 - 5 cm., 
Hals 3*5 cm. In Mengkatip, Südost-Borneo. 11. October 1881." 

Das Vorkommen dieser Art auf Borneo ist von Salvadori nur ver- 
muthet worden. Grabow sky's Exemplar ist also der erste sichere Beweis 
desselben, wenn meine Bestimmung richtig ist. — Zufällig hatte ich vor Kurzem 
Gelegenheit, ein etwas zweifelhaftes Exemplar derselben Art aus Amboina zu 
erhalten, das in dem Braunschweiger Museum aufbewahrt wird und das ich an 
einer anderen Stelle einer ausführlichen Discussion unterworfen habe (Blasius 
und Nehrkorn: .,Dr. Platen's ornithologische Sammlungen aus Amboina." 
Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellschaft in Wien 1882, p. 432). Das vorliegende 
Exemplar schliesst sich in der Färbung eng an jenes an und entspricht in der 
Schwanz- und Flügellänge, die etwas kleiner ist, noch besser den zahlreichen 
von mir verglichenen Exemplaren von nigra L. Es dürfte dieses gewissermassen 
den Uebergang bildende Individuum die Frage, welche ich früher offen Hess, in 
dem Sinne entscheiden, dass die Amboina- Art nicht specifisch abgetrennt werden 

Z. B. Ges. B. XXXIII. AMi. 10 



74 



Wilhelm Blasius. 



darf. ') — Die wichtigsten Maasse sind die folgenden : Flügel 21 cm. Schwanz 7'6 cm. 
Füsse 24 cm. Muudspalte 3 2 cm. Unterschnabelspitze vom Winkel an TO cm. Von 
der vorderen Spitze der Unterkieferbefiederung bis zum Winkel 0*6 cm. Höhe 
des Schnabels in der Mitte der Nasenlöcher 0'6 cm. Desgleichen an der Stirn- 
befiederung 0*7 cm. Lauf 19 cm. Mittelzehe ohne Kralle 1*6 cm. Kralle 6 cm. 
Im Vergleich zum Amboina-Balge ist der Schnabel etwas plumper, und sind die 
Läufe kürzer und nebst den Zehen und Krallen schlanker. Die Färbung der 
Beine im trockenen Balge ist hellbraun, viel dunkler als bei drei in ungefähr 
gleichem Entwicklungsstadium stehenden Bälgen derselben Art im Braun- 
schweiger Museum. Der Schnabel ist dunkelbraun. — Ein Localname war für 
eine Hydrochelidon-Art aus Borneo noch nicht bekannt. 

Das Exemplar bleibt in der Collection Homeyer und wird sicherlich 
von dem Besitzer später noch einer eingehenden Prüfung unterworfen. 

Hiermit schliesst die Liste der von Grabowsky gesammelten, dieser 
Arbeit zu Grande gelegten Reihe von Vogelbälgen ab. Fragt man nach den 
eigentlich faunistischen Resultaten von Grabowsky's Sendungen, so sind dies 
in kurzer Recapitulation die folgenden: Eine noch unbeschriebene Art befand 
sich nicht in denselben. Wohl aber geben die eingesendeten Exemplare von 
Chotorea versicolor Veranlassung, auf eine, wie es scheint, constante und für 
Borneo charakteristische Varietät aufmerksam zu machen. Für die Fauna von 
Borneo neue Arten sind Prionochilus percussus, Lanius magnirostris und Hy- 
drochelidon nigra (leueoptera) , von denen die letztere Art bereits dort vermuthet 
wurde. Von den bisher nur im Norden Borneos beobachteten Arten hat Gra- 
bowsky Zanclostomus javanicus, Lyncornis Temminckii, Jole olivacea, Mala- 
copteron rostratum, Euplocomus pyronotus, Mtlanoperdix nigra und Melano- 
pelargus Episcopus für den Süden nachgewiesen, und von denjenigen nördlichen 
Species, deren Vordringen nach Süden bis in das Baritothai bei Teweh in Central- 
Bomeo bereits bekannt war, ist durch Grabowsky's Forschungen für Ninox 
scutulata, Carpococcyx radiatus, Cyomis elegans, Phyllornis cyanopogon und 
Pycnonotus Simplex die Südgrenze bedeutend vorgerückt. Seit den alten hol- 
ländischen Sammlern hat Grabowsky zuerst wieder Astur trivirgatus, Mer ups 
philippinus und Corvus validus in Süd-Borneo nachgewiesen. Wenn sich aus 
späteren Nachrichten des Reisenden ergibt, dass der von Banjerinassing über- 
sandte unetiquettirte Balg von Jyngipicus auritus (Eyt.) (= fusco-albidus 
Sulvad. = soudaicus Wall.) wirklich aus der Gegend von Banjermassing und 
nicht aus Java stammt, so ist damit auch für diese Art, die bisher nur in 
Nordwest-Borneo (Sarawak, Lumbidan, Labuan) beobachtet war, das Vorkommen 
im Süden bewiesen. Bisher war überhaupt noch keine einzige Jyngipicus-Art 
in Süd-Borneo beobachtet. — Von besonderem Interesse dürften noch die Nest- 
und Dunen kh ider von Batrachostomus cornutus, Lyncornis Temminckii und 
Melunupelargus Episcopus, sowie die Jugend- und Uebergangskleider von Ketupa 

l ) Salvador! hat Iniwlsobtn das Ainboinu-Exemplar für Hydrochelidon hyln ida (Pall.) juv. 
erklärt (Ormtologia dclla l'apuasia III, p. 5GG, 1882). 



Vögel von Borneo. 



75 



javanensis, Palaeornis longicauda, Loriculus Galguhis, Surniculus lugubris, 
Hydrocissa malayana, Buceros rhinoceroides, Treron fulvicollis und anderen 
Arten sein, welche Grabow sky gesammelt hat. Die eingesendeten Exemplare 
von Carpococcyx radiatus, Dissemurus brachyphorus, Jora viridissima u. s. w. 
gaben zu eingehenden Besprechungen über die Charaktere dieser Arten und das 
Verhältniss derselben zu nahe verwandten Formen Veranlassung. Von Ardea 
purpurea war ein auffallend grosses Exemplar gesammelt. Bei den Individuen 
der beiden Timeliiden-Arten Macronus ptilosus und Malacopteron rostratum 
konnte auf eine sehr bedeutende Veränderlichkeit der Schnabelform, bei vielen 
anderen Arten auf Geschlechtsunterschiede hingewiesen werden. 

Ich möchte die Gelegenheit dieser Abhandlung benützen, um auf eine 
weitere Bereicherung der Vogelfauna von Borneo hinzuweisen: Unter 
den von meinem Vater J. H. Blasius hinterlassenen Vogelbälgen, welche dem 
Braunschweiger Museum zur Aufbewahrung übergeben sind, befinden sich zwei 
Bälge von Pratincola caprata (L.), cf und Q , welche, mit indischen Exemplaren 
des Braunschweiger Museums fast vollständig übereinstimmend, von der Hand 
meines Vaters auf Grund von Verreaux' Autorität als aus Borneo stammend 
bezeichnet sind. Durch diese Exemplare, die Richtigkeit der Heimatbezeichnung 
vorausgesetzt, würde das Vorkommen jener Art in Borneo, welches Salvadori 
bereits vermuthete, zuerst bewiesen sein. 

Seit dem Werke Salvadori 's sind nun, wie aus der literarischen Ein- 
leitung und aus der Aufzählung von Grabow sky 's Vögeln u. s. w. hervorgeht, 
bis heute nicht weniger als 89 Arten (einschliesslich Turtur Dussumieri [Temm.], 
einer Art, deren Vorkommen in Borneo von Bon aparte bereits erwähnt, von 
Salvadori dagegen bezweifelt und ignorirt war) als neu für die Fauna der 
Insel constatirt. Es dürfte nicht uninteressant sein, dieselben im Folgenden 
mit möglichster Beibehaltung der von Salvadori gebrauchten Gattungsnamen 
und in der systematischen Reihenfolge des Sal vad ori'schen Werkes mit 
Angabe der Nummer desselben, hinter welcher dieselben eingeschoben werden 
müssten, und mit Angabe des ersten entdeckenden Sammlers oder der beweisenden 
Sammlung, sowie des die Entdeckung zuerst publicirenden Autors zusammen- 
zuheilen, wobei den ganz neuen Arten ein Kreuz (f) und denjenigen Arten ein 
Stern (*) vorgesetzt ist, welche von Salvadori bereits als wahrscheinlich vor- 
kommend in seine Liste aufgenommen und mit Synonymie etc. sorgfältig ab- 
gehandelt sind, während alle anderen Arten durch einen Punkt (.) bezeichnet werden : 

Seit 1874 (Salvadori) für Borneo neu nachgewiesene Arten: 

Falconidae Sammler, Sammlung etc. Autor 

* 1. Eypotriorchis Severus (Horsf.) . . . Fischer Brüggemann 
. 2. Tinnunculus älaudarius (Gm.) . . . Treacher, Ussher Sharpe 

|3. Hierax latifrons (Sharpe) Treacher, Ussher Sharpe 

* 4. Cuncuma leucogaster (Gm.) A. Everett Sharpe 

. 7. Spilomis rufipectus Gould [?] ... Platen Blasius u.Nehrk. 

* 8. Poliornis indica (Gm.) M. Brit. u. Burbidge Sharpe 



10' 



76 



Wilhelm Blasiu 



. 10. Baza Beinivardti (Müll, et Schlg.)[?] 

. 19. Circus spilonotus Kaup 

Strigidae 

. 20. Ninox jaiionica (Temm. et Schleg.) 
Capitonidae 

. 39. Chotorea Henrici (Boie) 

Picidae 

f 42. Jyngipicus Ramsayi E. Hargitt . 
f 43. „ picatus E. Hargitt . . 
f 55. Älophonerpes Fischeri (Brüggem.) 
Cuculidae 

. 71. Hieracoccyx strenuus (Gould) . . 

. 73. Cuculus himalayanus Vig 

Bucerotidae 

. 90. Rhytidoceros subruficollis (Blyth) 
. 93. Berenicornis comatus (Raffl.) . . . 
Vpupidae 

. 96. Uupupa Epops L 

Podargidae 

. 117. Batrachostomus auritus (Temm.) . 
.117. „ afßnis Blyth 

(=parvulus Schlg.)[?] 
f 118. „ adspersus Brüggem. . 

Caprimulgidae 

* 121. Caprimulgus macrurus Horsf. . . 
Cypselidae 

* 123. Cypselus subfurcatus Blyth . . . . 
fl24. „ Loivi Sharpe 

* 128. Hirundinapus giganteus (Hasselt) 
Mmcicapidae 

f 137. Cyornis obscura (Sharpe) = Siphia 

obseura Sharpe 

1 139. Cyornis turcosa Brüggem 

. 141. Xanthopygia cyanomelaenaTemm. 

. 146. Ithipiduraphoenicura Müll, et Schi. 

Campephagidae 

. 153. Pericrocotm einer eus Lafr 

Dicruridae 

| 162. Chibia borneensis Sharpe 

. 163. Dicrurus annectens (Hodgs.) . . . 
f 103. Buchunga utigmutups Sharpe . . . 



Sammler, Sammlung etc. 


Autor 


Museum Norwich 


Gurney (mit 


^ludiöuu v ürrtJduÄj 


Li W eil öl J 


A. Everett 


Sharpe 


Burbidge 


Sharpe 


Treacher 


Sharpe 


Mus. Ramsay 


E. Hargitt 


Mus.Brit.(HughLow) 


E. Hargitt 


Fischer 


Brüersremann 

■*■ m qq v ***wi**** 


Treacher 


Sharpe 


Ussher 


Sharpe 


Treacher, Ussher 


Sharpe 


Platen 


Blasius u.Nehrk. 


Treacher 


Sharpe 


Low 


Sharnfl 


Mus. Lugd. 


Tweed. (Schleg.) 


Fischer 


Brüggemann 


Low 


Sharpe 


Ussher 


Sharpe 


Ussher 


Sharpe 


Ussher 


Sharpe 


Ms. Brit. (Coli. Gould) Sharpe 


Fischer 


Brüggemann 


Ussher, Low 


Sharpe 


Coli. Elwes 


Sharpe 


A. Everett 


Sharpe 


Treacher 


Sharpe 


Ussher (Buak) 


Sharpe 


Treacher 


Sharpe 



Vögel von Borneo. 



TT 





Sammler, Sammlung etc. 


Autor 


Laniidae 






. 168. Lantus cephalomelas Bp 


Pryer 


Sharpe 


* 169. „ lucioniensis L 


Ä. Everett 


Sharpe 


.170. „ magnirostris Less 


Grabe- wsky 


Blasius 


Nectariniidae 






. 173. Prionochüus percussus Bp 


Grabowsky 


Blasius 


f 174. „ Everetti Sharpe . . . 


A. Everett 


Sharpe 




Pryer 


Sharpe 


. 184. Aethopyga Temminckii Müll. . . . 


H. Everett 


Sharpe 


. 187. Anthreptes rhodolaema Shelley . . 


Treacher 


Sharpe 


Brachypodidae 






. 208. Pycnonotus simplex Less 


Mus. Brit. (Wallace; 


Sharpe 




H. u. A. Everett) 




f209. Rubigula montis Sharpe = Oto- 








Treacher 


Sharpe 


1 210. Ixidia paroticalis Sharpe 


H. Ererett 


Sharpe 


f 216. Criniger ruficrissus Sharpe .... 


Treacher 


Sharpe 


Timeliidae 






t 221. Janthocincla Treacheri Sharpe . . 


Treacher 


Sharpe 




H. Everett 


Sharpe 


1 227. Herpornis brunnescens Sharpe . . 


A. Everett 


Sharpe 


. 239. Mdlacopteron rostrat um Blyth . . 


Platen 


Salvadori (in Bl. 


Pittidae 




und Xehrkorn) 


f252. Pitta Ussheri Sharpe 


Ussher 


Sharpe 




Pryer 


Sharpe 


Sylviidae 






. 257. Phyttopneustexa?ithodryas(Sv>'m]i.) 


Treacher 


Sharpe 




Mus. Lugd.[?]) 


Sharpe (err.[?]) 


. 266. Locustella ochotensis (Alidd.) . . . 


Low 


Sharpe 


Saxicolidae 






*267. Pratincola caprata (L.) 


Coli. Blas. (M.Bmsv.) 


Blasius 


Turdidae 






. 274. Monticola solitarius (Müll.) . . . 


A. Everett 


Sharpe 


Motacillidae 




. 275. Henicurus ruficapillus Temiii. . . 


A. Everett 


Sharpe 


. 280. Corydalla Gustavi (Swinh.) .... 


Treacher 


Sharpe 


Sturnidae 




*291. Sturnia daurica (Pall.) 


Treacher 


Sharpe 


Oriolidae 




. 294. Oriolus maculatus Vieill 


Ms. Brit. (Hugh Low) 


Sharpe 


1 295. „ consobrinus Raoisay . . . 


Mus. Tweeddale 


ßauisay 


Corvidae 




. 296. Cissa minor Cab 


Treacher 


Sharpe 



78 



Wilhelm Blasius. 





Sammler, Sammlung etc. 


Autor 


1 297. Dendrocitta cinerascens Sharpe . 


Treacher(?),Ussher(?) Sharpe 


. 300. Corvus tenuirostris Moore 


Mus. Britan. 


Waiden *) 


Cölumbidae 






. 313. Turtur ( Streptopelia) Dussumieri 








Pryer 


Sharpe 


.313. Macropygia tenuirostris Wall. . . 


Treacher 


Sharpe 


Gouridae 






. 315. Caloenas nicobarica (L.) 


Low 


Sharpe 


Phasianidae 






f 317. PolypleetronSchleiermacheriBiüg. 


Fischer 


Brüggemann 


t320. Lobiophasis Buhveri Sharpe . . . 


Ussher 


Sharpe 


Bollulidae 






t 321. Haematortyx sanguiniceps Sharpe 


Treacher 


Sharpe 


Perdicidae 






f 323. Bambusicola hyperythra Sharpe . 


Treacher(?),Ussher(?) Sharpe 


Scolopacidae 








H. Everett 


Sharpe 


* 351. Numenius australis Gould .... 


Ussher 


Sharpe 


* 352. Gallinago megala Swinh. [?] ... 


Ussher 


Sharpe 


Ballidae 






. 359. Ortygometra pygmaea (Naum.) . 


A. Everett 


Sharpe 


* 362. Porphyrio indicus Horsf 


Semmelink (Mus. 


Brüggemann 


Ardeidae 


Darmstadt) 






Ussher 


Sharpe 


. 374. Ardetta eurythma Swinhoe .... 


Treacher 


Sharpe 


* 374. Gorsachius melanolophus (Raffl.) . 


Treacher 


Sharpe 


Anatidae 








A. Everett 


Sharpe 




A. Everett 


Sharpe 


Pelecanidae 






*380. Fregata Aquila (L.) 


Treacher 


Sharpe 


*380. „ minor (Gm.) 


Treacher 


Sharpe 


* 383. Sula piscatrix (L.) 


Treacher 


Sharpe 


* 383. „ fiber (L.) 


Treacher, Ussher 


Sharpe 


Procellaridae 






. 383. PuffinusleucomelasTemm.etSchlg. 


Pryer 


Sharpe 


Laridae 








Grabowsky 


Blasius 




Treacher 


Sharpe 


. 391. „ leucocapillus Gould . . . . 


Ussher (Buak) 


Sharpe 



') Jedenfalls ncbeint durch Walden'ft Untersuchung die Zahl der Corvus-Arten von Borneo 
▼on zwei auf dr»>i gontipRcn zu sein, wahrend Sharpe allerdings nur zwei annimmt. Die Nomen- 
clatur nun noch zweitelhaft bleiben (s. oben |, 66). 



V5gel von Borneo. 



79 



In diese Liste sind alle diejenigen Arten nicht mit aufgenommen, welche 
Salvadori, wenn auch mit einem später als unrichtig erkannten oder an- 
gezweifelten Namen, schon in seinem Werke erkennbar angeführt und berück- 
sichtigt hat, bei denen es sich also nur um eine Aenderung des Namens handelt, 
wie z. B. Pandion leucocephahis Gould, ein Name, der später statt Salvadori 's 
P. Haliaetus (L.) gebraucht ist; Spilornis pdllidus Wald, statt bacha (Daud.); 
Baza borneensis Brüggem. statt Jerdonii (Blyth) ; Haliastur intermedius Gurney 
statt indus (Bodd.); Ninox scutuluta (Raffl.) statt borneensis (Bp.); Bubo Orien- 
talin (Hoi\>>f.) statt sumatranus (Raffl.); Ketupa Ketupa (Horsf.) statt javanensis 
Less.; Jyngipicus auritus (Eyton) statt fusco-albidus Salvad.; Hieracoccyx 
flaviventris Scop. statt fugax (Horsf.); Bhytidoceros undulatus Shaw, statt ob- 
scurus (Gm.); Bhinoplax vigil (Forst.) statt scutatus (Bodd.); Merops suma- 
tranus (Raffl.) statt bicolor Bodd.; Batrachostomus cornutus Temra. statt java- 
nensis (Horsf.); Puliomyias luteola (Pall.) statt Erythrosterna erijthaca (Blyth); 
Cyornis unicolor Blyth statt cyanopolia (Boie); Hypothymis occipitalis Vig. 
statt azurea (Bodd.); Artamus leucogaster (Valenc.) statt leucorhynchus (L.); 
Volvocivora culminata (A. Hay) statt Schierbrandi v. Pelz.; Irena crinigera 
Sharpe statt cyanea (Begbie); Anthreptes hypogrammica (Müll.) statt Hypo- 
gramma nuchalis (Blyth) ; Aethopyga siparaja (Raffl.) statt eupogon Cab. ; An- 
threptes phoenicotis (Temm.) statt Chalcoparia singalensis (Gm.); Arachnothera 
flavigastra (Eyt.) statt Eytoni Salvad.; Phyllornis viridinucha Sharpe statt 
icterocephala Less.; Chloropsis Zosterops Vig. statt Phyllornis Sonneratii 
(J. et S.);' Tricholestes Criniger (Blyth) statt minutus (Hartl.); Cyanoderma 
bicolor (Blyth) statt erythropterum (Blyth); Pitta moluccemis Müll, statt cyano- 
noptera Temm.; Pitta Oreas Swinhoe statt Bertae Salvad.; Phyllopneuste borealis 
Blasius statt javanica Bp.; Locustella certhiola (Pall.) statt Calamodyta Doriae 
Salvad. ; Copsychus musicus (Raffl.) statt mindanensis (Gm.); Motacilla melanope 
Pall. statt Calobates bistrigata (Raffl.); Euplocomus ignitus Lath. statt nobilis 
Sclat ; Numenius uropygialis Gould statt phaeopus (L.); Erythra leucomelaena 
(Bp.) statt phoenicura (Penn.); Onychoprion melanauchen Temm. statt suma- 
tranus (Raffl.); Sterna Bergii Licht statt cristata Steph. u. a. m. — Zum grossen 
Theile handelt es sich hierbei um einfache und durchaus noch nicht immer 
entschiedene Fragen der Nomenclatur, besonders der Priorität, zum Theile auch 
um die Frage, ob man die von Salvadori und den bisherigen Beobachtern für 
Borneo angeführten Arten für specifisch verschieden halten soll von den ver- 
wandten Formen der übrigen Sunda- Inseln und Malakkas oder nicht. Auch diese 
Frage ist in den wenigsten Fällen schon durch allgemeine Uebereinstimmung der 
Ornithologen gelöst. Jedenfalls, glaube ich, handelt es sich überall da, wo feststeht, 
dass neue Namen, sei es mit, sei es ohne Grund, nur für Vögel eingeführt sind, welche 
nachweislich unter einem anderen Namen specifisch getrennt inSalvadori's Werke 
bereits genannt sind, nicht um eine eigentliche Bereicherung der Fauna, wenn 
auch oft um eine wesentliche Erweiterung unserer Kenntnisse von derselben. 

Es ist wohl möglich, dass von den 89 seit Salvadori's Publication der 
Fauna von Borneo zugeführten Arten, welche ich oben angeführt habe, manche 



80 



Wilhelm Blasius. 



wieder gestrichen werden müssen, indem man später die Grundlosigkeit der 
specifischen Abtrennung oder die Identität mit bereits bekannten, in der Liste 
erwähnten Arten erkennt, wie ich z. B., da diese Erkenntniss für einige Arten 
schon allgemein angenommen ist oder doch allgemein angenommen werden dürfte, 
gar nicht erst Caprimulgus Salvadorii, Megapodius Lowii (diesen Namen hat 
Schlegel allerdings neuerlich im Mus. Pays-Bas wieder zugelassen, indem 
er den Namen Cumingii für die vielleicht verschiedene Art der Philippinen reser- 
virt), Copsychus problematicus, Brachypodius immaculatus, Henicurus rufidor- 
salis, Lobiophasis castaneicaudatus, Lanius Schalowi u. a. verzeichnet habe. 
Als solche einigermassen unsichere Arten der obigen Liste möchte ich, soviel 
ich dies zu beurtheilen vermag, schon jetzt die folgenden bezeichnen: 

Spilornis rufipectus Gould: Nur ein in der Bestimmung noch zweifelhaftes 
Exemplar des Dr. Platen im Museum Heineanum. 

Baza Beinivardti (Müll, et Schleg.): Zwei der Heimat nach zweifelhafte Exem- 
plare des Norwich Museum; die Bestimmung richtig nach Gurney. 

Älophonerpes Fischeri (Brüggem.) : Es bleibt zu constatiren, ob diese Art wirklich 
von Salvadori's pulverulentus verschieden ist oder nicht. 

Bhytidoceros subrufieollis (Blyth): Wahrscheinlich, auch nach A.Müller („Die 
Ornis der Insel Salanga", p. 48, sp. 88), mit obscurus (Gm.) = undu- 
latus (Shaw) specifisch zu vereinigen, entweder überhaupt oder doch 
die von Sharp e verzeichneten Exemplare von Borneo. 

Batrachosiomii.r, affinis Blyth: Es bleibt noch immer zweifelhaft, ob die Exem- 
plare aus Borneo, auf Grund deren Schlegel für parvulus Schleg. 
Borneo als Heimat angab, wirklich mit affinis Blyth zu identificiren sind. 

Criniger ruficrissus Sharpe: Sharpe selbst gibt im Cat. B. VI, p. 81, an, dass 
die Unterschiede von gutturalis nur sehr gering sind. 

Gerygone flaveola Cab. : Es bleibt zu constatiren, ob die von Finsch als sul- 
pliurea angeführten Borneo-Exemplare des Leydener Museums wirklich 
zu flaveola Cab. gehören. 

Oriölus consobrinus Rams. : Die Art beruht bis jetzt nur auf der Beschreibung 
eines 9> das geringe Farbenunterschiede von xanthonotus Q zeigt. 

(iallinago megala Swinh.: Die Art habe ich nur in Folge einer etwas zweifel- 
haften Deutung eines sinnentstellenden Druckfehlers bei Sharpe in 
die Liste aufgenommen. 

Porphyrio indicus Horsf. : Im Museum zu Darmstadt existirt nur ein von S em- 
melink angeblich in Borneo gesammeltes, von Brüggemann con-! 
statirtos Dunenjunges. 

Sula piscalrix (L.): Sharpe lagen auf Labuan gesammelte, vielleicht richtiger 
zu fiber (L.) zu ziehende, junge Vögel vor. 

Auch von den durch Salvadori aufgeführten (theils nummerirten und 
mitgezählten, theils nur mit Fragezeichen und als vermuthlich vorkommend 
verzeichneten) Arten bedürfen noch viele einer weiteren Bestätigung, während 
einige (10) derselben auf Grund der Fortschritte in der ornithologischen 



Vögel von Borneo. 



81 



Erkenntniss bereits füglich gänzlich gestrichen werden können, wie Cacomantis 
sepulcralis (S. Müll.), Ceyx innorninata Salvad. und Sharpei Salvad., Capri- 
mulgus borneensis Wall., Schwaneria coei-ulata Temm., Lälage nycthemera 
(Temm.), Jora tiphia (L.), Pycnonotus gourdinii G. R. Gray, Orthotomus sp. 
von Labuan und Turdus hypopyrrhus Hartl. 

Es dürfte vielleicht für die weitere Klarstellung des Bestandes der Vogel- 
fauna von Borneo von Vortheil sein, hier auch noch ein specielles Verzeichniss 
der einer Bestätigung mehr oder weniger dringend bedürfenden Arten der Sal- 
vadori 'sehen Liste folgen zu lassen. Ich thue dies und schliesse in diese Liste 
zugleich alle diejenigen von Salvadori mit Fragezeichen angeführten Arten 
ein, deren Verbreitungsbezirk Borneo berührt oder gar umfasst, und deren Vor- 
kommen daher zu vermuthen ist, insofern sie inzwischen nicht wirklich auf- 
gefunden sind. Dieselben sind auch hier mit einem Fragezeichen (? — ) bezeichnet 
und mit einer Angabe über das ganze Verbreitungsgebiet oder doch über die 
Borneo nächstgelegenen Verbreitungsbezirke versehen. Mit den Nummern des 
Salvadori'schen Verzeichnisses bezeichnet sind sodann diejenigen für Borneo 
bereits angegebenen Arten angeführt, deren systematische Feststellung noch einem 
gewissen Zweifel unterliegt, oder die von Mottley oder älteren Sammlern 
(besonders auch den berühmten holländischen und im holländischen Auftrage 
reisenden deutschen Forschern) auf Borneo gefunden, aber seit jener Zeit, be- 
sonders im Laufe der letzten zwanzig Jahre, trotz der intensiven Durchforschung 
der Insel nicht wieder entdeckt worden sind, oder die nur auf Grund einer 
anderen älteren Angabe als Borneo -Vögel betrachtet werden. (Die Erklärung 
der übrigen Zeichen siehe am Schluss der Liste.) 



Zweifelhafte Vögel von Borneo: 

Falconidae 

* 2. Tinnunculus ( Cerchneis) moluccensis Bp. : Ein von Schwaner gesammeltes 
Individuum befindet sich im Mus. Pays-Bas (Falcones p. 28). 

o 8. Poliornis (Butastur) liventer (Temm.): Autorität „Mus. Lugd." Nach 
Schlegel, Mus. Pays-Bas, befinden sich daselbst aber keine Exem- 
plare aus Borneo (Buteones p. 21; Accipitres p. 111). 

? — Müvus affinis Gould. Hab.: Sumatra, Celebes, Sulla, Timor, Batchian, 
Australien. 

o 13. Spizaetas caligatus (RaffL): Es bedarf weiterer Prüfung, ob Sharpe's Ver- 
einigung dieser Form mit Limnaetus zu einer Art gerechtfertigt ist. 

1 18. Accipiter virgatus (Reinw.): Von Mottley bei Banjermassing gefunden 
(Sclater, Proc. Zool. Soc. 1863, p. 207). 

Strtgidae 

? — Ciccaba seloputo (Horsf.) = Syrnium sinense Lath. Hab.: Java, nordwärts 

durch Malakka bis Burmah und Cochinchina. 
? — Strixjavanica Gin. Hab.: Indisch- chinesisches Gebiet, Java, Lombock,Flores. 

Z. B. Ges. B XXXIII. Abh. 11 



82 Wilhelm Blasius. 

Trogonidae 

o 81. Pyrotrogon erythrocephälus (Gould): Low (nach ihm G. R. Gray, Handl., 

sp. 995). 

o 35. Orescius Gouldii (Sw.): Mus. Brit. nach Gray, List Spec. B. Brit. Mus.; 

angeblich zwei Exemplare aus der Coli. Bar. Laugier; in Gray, 
Handl., sp. 998, sind aber keine Exemplare von Borneo erwähnt. 

Capitonidae 

o 36. Chotorea corvina (Reinw.): Low und Temminck; die Angaben sind im 
Mus. Pays-Bas von Goffin stark bezweifelt (Buccones p. 30). 
Picidae 

? — Dendrotypes analis (Horsf.) Hab.: Sumatra, Java, Lombock. 

o 47. Hemicercus Hartlaubii (Malh.): Ein Exemplar im Mus. Turati; vielleicht 

auch ist die Art mit sordidus zu vereinigen, 
o 50. Chrysocölaptes strictus (Horsf.): Malherbe, Bonaparte, Consp. I, 121. 

Von Salvado ri bezweifelt, 
o 54. Gecinus vittatus (Vieill.): Malherbe. Von Salvadori bezweifelt. 
Cuculidae 

* 64. Heterococcyx neglectus (Schleg.): Im Mus. Lugd. befindet sieb ein von 

S. Müller gesammeltes Exemplar aus Borneo (Cuculi p. 35). 
f 77. jRhopodytes elongatus (Müll.) = tristis Bp. Sclat. Von Mottley bei 
Banjermassing gefunden (Sclat er, Proc. Zool. Soc. 1863, p. 208). 
Alcedidae 

o 104. Ceyx sp. : Es bedarf weiterer Prüfung, ob neben Ceyx Dülwyni noch eine 
andere Ceyx -Art auf Borneo vorkommt. 
Caprimulgidae 

f 120. Caprimulgus affinis Horsf.: Von Mottley bei Banjermassing gefunden 

(Sclater, Proc. Zool. Soc. 1863, p. 212). 
o 1 2 1 . Caprimulgus arundinaceus Jac. et Puch. : Von Hombron und Jacquinot 

bei Banjermassing angegeben. Die Artberechtigung ist zweifelhaft. 

Cypselidae 

? — Cypselus paeißcus (Lath.) Hab. : Chinesisches Gebiet, Malakka, Australien, 
t 124. Cypselus infumatus Sclat.: Nur ein von Mottley bei Banjermassing 

gesammeltes Exemplar des Museum Wallace (Proc. Zool. Soc. 1865, 

p. 602). 

Iiirun dinidae 

* 132. Chelidon dasypus (Temm.): Nach dem Mus. Lugd.: Bonaparte, Consp. I, 

343; Gray, Handl., sp. 883. 

Muscicapidae 

* 131. Muscicajia ( Krylliromyias) Mülleri Temm.: Exemplare des Mus. Lugd., 

von den älteren holländischen Reisenden gesammelt, sind von Blyth 
(Ibu 1870, p. 166) und Sharp« (Cat. B. JV, p. 200) identificirt. 
Davon erhielt später das Mus. Brit. ein Exemplar. 



Vögel von Borneo. 



83 



. 147. Leucocerca (Xeomyias) euryura (Müll.): Das Mus. Brit. besitzt ein an- 
gekauftes Exemplar aus unbestimmter Quelle (Gray, Handl., sp. 4987 ; 
Sharpe, Cat. B. IV, 342). 
Artamidae 

o 152. Anais dementiae Less.: Lesson (Rev. Zool. 1840, p. 211; Gray, Handl., 
sp. 4290). Die Art beruht nach Waiden wahrscheinlich auf einem 
Artefact. 
Campophagidae 

o 155. Pericrocotus peregrinus (L.): Bonaparte (Consp. I, 356). Von Sal- 
vadori bezweifelt. Hab.: Indien bis Java. 

o 157. Lalage timoriensis (S. Müll.): Nach dem Mus. Lugd. Finsch (Neu-Guinea, 
p. 172). Das Vorkommen ist so zweifelhaft, dass es von Sharpe 
(Cat. B. IV, 94) bereits vernachlässigt wird. 

* 160. Volvocivora plumbea (S. Müll.) = Edöliisoma tenmrostre Jard. : Nach 
dem Mus. Lugd. Finsch (Neu-Guinea, p. 171.) und Hartlaub 
(Journ. f. Ornith. 1865, p. 155). Salvadori glaubt, dass hier viel- 
leicht eine Verwechslung mit einer nahestehenden anderen Art 
vorliegt. 
Laniidae 

o 168. Lantus beutet Horsf.: Bonaparte (Rev. et Mag. de Zool. 1853, p. 435). 

Swinhoe (Proc. Zool. Soc. 1863, p. 286), Finsch (Neu-Guinea, 
p. 171), Gray (Handl, sp. 5953). — Es fragt sich, ob zu dem in 
Borneo neu gefundenen cephalomelas Bp. nicht auch die bisher als 
bentet bezeichneten Exemplare gehören (s. oben p. 13). 

o 169. Lantus Schicaneri Bp.: Nach dem Mus. Lugd. Bonaparte (Consp. I, 363); 

von Schierbrand bei Banjermassing angekauft. Es fragt sich, ob 
die so bezeichneten Individuen nicht zu dem neu aufgefundenen 
lucionensis (L.) zu ziehen sind, wie dies Sharpe thut (s. oben p. 3). 

o 170. Lantus sp. indet. (? cristatus L.): Nach dem Mus. Lugd. Blyth (Ibis 1870, 
p. 164); wahrscheinlich gleichfalls mit lucionensis (L.) oder viel- 
leicht mit magnirostris Less. zu vereinigen (s. oben sp. 44). 

Xectariniidae 

o 179. Dicaeum flammeum (Sparm.) == rubrocanum Temin.: Auf Autorität von 
Bonaparte (Consp. I, 403) in Gray, Handl., sp. 1423, angeführt. 
Finsch (Neu-Guinea, p. 163) hatte wahrscheinlich auch keine neuen 
Beweise. Mottley hat bei Banjermassing (Sclater, Proc. Zool. 
Soc. 1863, p. 219) wahrscheinlich nigrimentum Salvad. und nicht 
diese Art gefunden. 

o 184. Aethopyga chalcopogon Rchb.: Reichenbach beschrieb nach einem ein- 
zigen, inzwischen verloren gegangenen Exemplare v. Kes sei's diese 
Art (abgebildet Fig. 3982/83); nachher ist die Art nie wieder- 
gefunden; wahrscheinlich mit eupogon Cab. = siparoja (Raffl.) 
zu identificiren. 

11* 



84 



Wilhelm Blasius. 



Meliphagidae 

o 196. Zosterops melanura Temm. : Von Diard bei Pontianak gefunden (Mus. 

Lugd.); nach Hartlaub (Journ. f. Ornith. 1865, p. 15) vielleicht 
identisch mit der anderen Borneo-Art parvula Jacq. et Puch. 

o 198. Jora scapularis Horsf. : Ob diese Art unter diesem Namen oder unter 
dem einer Varietät oder Subspecies: viridis von tiphia (L.), wie 
Sharpe will, beizubehalten oder mit viridissima Bp., wie ich 
glaube, zu vereinigen ist, bleibt noch zu prüfen. Wenn eine Ver- 
einigung sich bestätigt, so wird ausser viridissima immerhin noch 
eine zweite Borneo-Art (chloroptera Salvad. = viridissima Q 
Tweeddale = ? viridis Bp.) zu unterscheiden sein (s. oben sp. 49). 

o204. Phyllornis cochinchinensis (Gm.) = nigricollis Vieill. : Temminck und 
nach ihm Gray, Handl., sp. 4080. Das Vorkommen ist so zweifelhaft, 
dass es von Sharpe (Cat. B. VI, 27) gänzlich vernachlässigt wird. 

Timeliidae 

o 225. Timelia poliocephala Temm.: Temminck, Low. Neuerdings nicht gef. 
o227. Cyanoderma melanothorax Temm.: Verreaux hat ein Exemplar dieser 

Art aus Borneo dem Mus. Taurin. gesandt. 
. 234. Brachypteryx pyrrhogenys (Temm.): Nach dem Mus. Brit. Gray, Handl., 

sp. 4757 (einzige Autorität), 
o 240. Malacopteronrufifrons Ca,b.:VonRom\)i'o ii und Jacquinot auf Pulo-laut 

gefunden, wenn Salvadori's Identificirung richtig ist. 
o247. Älcippe pyrrhoptera (Boie): Das Mus. Taurin. besitzt ein von Verreaux 

erhaltenes Exemplar aus Borneo. Bonaparte (Consp. I, 217). 

Pittidae 

o 252. Pitta venusta S. Müll.: Elliot (Pittidae) erwähnt das Vorkommen dieser 
Art auf Borneo in der Einleitung, aber nicht im Text. Hab. : Sumatra. 

Sylviidae 

o257. Phyllopneuste magnirostris (Blyth): Nach dem Mus. Lugd. Blyth (Ibis 
1870, p. 168). Nach Salvado ri wahrscheinlich mit einer anderen 
Phyllopneuste-Art verwechselt. Das Vorkommen ist so zweifelhaft, 
dass es von Seebohm (Cat. B. V, 47) ignorirt wird. 

*258. Äbrornis (Cryptolopha) Schiuaneri (Blyth): Nach Banjermassing-Exem- 
plaren des Mus. Lugd. Blyth (Ibis 1870, p. 169) und Sharpe 
(Cat. B. IV, 403). 

i ) 261. Orthotomus borneoensis Salvad.: Es bleibt fraglich, ob die Art, wie Sharpe 
will, mit cineraceus zu vereinigen ist. 

Motacillidae 

f 278. Jlwlytes einer eocapillus (Savi): Von Mottley und Dillwyn auf Labuan 
angegeben, wahrscheinlich mit viridis (Gm.) zu identificiren. 

o279. Limonidromus indicus (Gm.): Bonaparte (Consp. I, 251), nach ihm 
Gray, Handl., ip. 3504. 



Vögel von Borneo. 



85 



. 280. Corydalla Hasseltii (Temm.): Nach dem Mus. Brit. Gray, Handl., sp. 3655 
Waiden (in Salvadori, Uecelli di Borneo p. 262). 

Alaudidae 

f 281. Mirafra javanica Horsf. : Von Mottley bei Banjermassing gefunden 
(Sclater, Proc. Zool. Soc. 1863, p. 214). 

o282. Mirafra borneensis Swinh.: Nach Coli. Tristram: Swinhoe, Gray 
Handl. (Nachtrag), sp. 7796 b. Wahrscheinlich unter diesem oder 
jenem Namen mit der vorigen Art zu vereinigen. 

Fringülidae 

0284. Padda fuseata (Vieill.): Bonaparte, Consp. I, 451 (einzige Autorität). 

0285. Munia maja (L.): Reichenbach (einzige Autorität). 

f287. Munia malacca (L.): Mottley hat die Art bei Banjermassing gefunden 
(Sclater, Proc. Zool. Soc. 1863, p. 219). Salvadori meint, dass 
vielleicht atricapüla vorgelegen hat. 

Sturnidae 

o 291. Sturnia dominicana (Bodd.): Schlegel, Faun. jap. Av. (einzige Autorität), 
Bonaparte, Consp. I, 418. Vielleicht mit der inzwischen auf- 
gefundenen St. daurica (Pall.) zu identificiren. 

Oriölidae 

*294. Oriolus indicus Briss. : Von Croockewit in Süd -Borneo gesammelte 
Exemplare im Mus. Lugd. = chinensis Blyth (Ibis 1870, p. 171) = 
diffusus Sharpe (Cat. B. III, 197). 

*296. Analcipus cruentus (Wagl.): Mus. Lugd. fide Temminck; G. R. Gray, 
sp. 4293; Low(?). Sonst auf Java, Sumatra. 

Corvidae 

*298. Crypsirhina varians (Lath.): Im Museum Lugd. befinden sich zwei von 
Croockewit in Süd-Borneo gesammelte alte Individuen (Schlegel, 
Mus. Pays-Bas, Coraces p. 73). Dies Vorkommen ist von Sharpe 
(Cat. B. III, 83) vernachlässigt. 

Treronidae 

*304. Treron oxyura (Reinw.): Nach Schwaneys Fund: Bonaparte, G. R. 

Gray, Handl., sp. 9107. Im Mus. Lugd. befindet sich nur ein von 
Schwaner in Borneo gesammeltes Skelet (Colitmbae p. 62). 

? — Treron pulverulenta Wall. : Hab. : Sumatra, Java etc. 

? — Carpophaga badia (Raffl.): Hab.: Sumatra, Java etc. 

*310. Carpophaga grisea G. R. Gray: Im Mus. Lugd. ist ein von Diard bei 
Pontianak gesammeltes junges Individuum {Colitmbae p. 103). 

Columbidae 

. 313. Streptopelia bitorquata (Temm.): Im Mus. Brit. nach G. R. Gray, Handl., 

sp. 9330. Von Salvadori und Schlegel bezweifelt. 
? — Macropygia rußceps (Temm.): Hab.: Sumatra, Java. 



86 



Wilhelm Blasius. 



Phasianidae 

o317. Polyplectron emphanum Temm.: ? Sclater, ? Elliot etc. G. R. Gray, 
Handl., sp. 9570; sehr unsicher; Heimat unbekannt. 

Rollulidae 

? — Caloperdix oculea (Temm.): Hab.: Chinesisches Gebiet, Malakka, Sumatra. 
Charadriidae 

? — Orthorhamphus magnirostris (Geoffr.): Hab.: Sumatra, Java, Celebes, Sulla, 
Gilolo, Morty, Aru, Waigiou, Neu- Guinea, Australien etc. 

? — Eadromias veredus (Gould): Hab.: China, Java, Celebes, Ternate, Amboina, 
Aru, Neu- Guinea, Australien. 

? — Lobivanellus tricolor (Horsf.): Hab.: Sumatra, Java, Timor. 
Glareolidae 

*332. Glareola isabella Vieill. : Im Mus. Lugd. befinden sich zwei von Schwaner 
gesammelte Individuen (Mus. Pays-Bas, Cursores p. 18). 
Haematopodidae 
? — Haematopus osculans Swin.: Hab.: Chinesisches Gebiet. 

Scolopacidae 

* 334. Himantopus leucocephalus : Im Mus. Lugd. ein altes, von Schwaner 

gesammeltes Individuum (Mus. Pays-Bas, Scolopaces p. 106). 
? — Lobipes hyperboreus (L.): Hab.: China, Nord-Asien, Amerika, Europa, 

Celebes, Morty, Amboina, Aru-Insel. 
? — Calidris arenaria (L.): Hab.: Europa, Afrika, Amerika, China, Java. 
? — Limicola platyrhyncha (Temm.) : Hab. : Europa, Afrika, Nord- Asien, Indien, 

China, Java. 

* 336. Pelidna alpina (L.): Im Mus. Lugd. befindet sich ein von S. Müller 

gesammeltes Individuum aus Süd-Borneo (Scolopaces p. 32). 
? — Pelidna acuminata (Horsf.): Hab.: China, Java, Ternate, Amboina, 
Australien. 

*338. Actodromas Temminckii (Leisl): Im Mus. Lugd. ein von Schwaner bei 
Pagattan gesammeltes Individuum {Scolopaces p. 47). 

* 340. Tringa crassiroslris Temm. et Schleg.: Im Mus. Lugd. ein von Diard 

bei Pontianak gesammeltes Individuum {Scolopaces p. 28). 

* 344. Totanus stagnatilis Bechst. : Im Mus. Lugd. ein Individuum von Schwaner 

bei Tabanco, 8. Juni 1844, und ein Individuum, von Diard bei 
Pontianak gesammelt (Scolopaces p. 68). 

* 348. Limösa melanuroides Gould: Im Mus. Lugd. ein Individuum, von Diard 

bei Pontianak gesammelt (Scolopaces p. 21). 

* 349. Pseudoscolopax semipalmatus (Jerd ): Im Mus. Lugd. zwei Individuen, 

von Diard bei Pontianak gesammelt (Scolopaces p. 26). 
*350. Numenius arquata (L.): Im Mus. Lugd. ein Individuum aus Süd-Borneo, 
von Croockewit gesammelt (Scolopaces p. 85). 

* 351. Numenius major Temm. et Schleg.: Im Mus. Lugd. ein Individuum aus 

»Siid-Borneo, von Croockewit gesammelt (Scolopaces p. 89). 



Vögel von Borneo. 



87 



9 — Numeniiis minutus Gould : Hab. : China, Celebes, Amboina, Aru, Australien. 

* 354 . Rhynchaea bengalensis (L.) : ImMus. Lugd. ein Individuum, von Croockewit 

in Borneo gesammelt (Scolopaces p. 16). 
Rallidae 

* 357. Railina fusca (L.): Im Mus. Lugd. ein von Schwaner in Borneo ge- 

sammeltes Individuum (Ralli p. 20). 

* 362. Gallinula orientalis Horsf. : Im Mus. Lugd. befinden sich zwei von 

Croockewit und Schwaner in Borneo gesammelte Exemplare 
(Mus. Pays-Bas, Ralli p. 48). 
Parridae 

'? — Parva indica Lath.: Hab.: Indien, Java. 

'? — Hydrophasianus chirurgus (Scop.): Hab.: Indien, China, Java, Philippinen. 
Ardeidae 

? — Ardea cinerea L.: Hab.: Afrika, Europa, Indien, China, Sumatra, Australien. 

* 365. Herodias torra (Buch. Hamilt.) : Im Mus. Lugd. ein Individuum, von Diard 

bei Pontianak gesammelt (Ardeae p. 17). 
*372. Ardeiralla flavicollis (Lath.): Im Mus. Lugd. ein Individuum, September 

1836 von S. Müller in Borneo gesammelt (Ardeae p. 45). 
? — Botaurus Umnophylax (Temm.): Hab.: Java, Philippinen, Bangka. 
Ciconiidae 

? — Leptoptilus dubius (Gm.): Hab.: Indien, China, Malakka, Sumatra, Java. 
Tantalidae 

? — Tantalus lacteus Temm.: Hab.: Sumatra, Java. 

? — Ibis melanocephala (Lath.): Hab.: Indien, China, Sumatra, Java. 

* 378. Inocotis papillosa (Temm.): Im Mus. Lugd. ein Individuum, von S. Müller 

am Dousonflusse gesammelt (Mus. Pays-Bas, Ibis p. 11). 

* 379. Falcinellus igneus (Gm.): Im Mus. Lugd. ein von Croockewit in Borneo 

gesammeltes Individuum (Mus. Pays-Bas, Ibis p. 2). 
Anatidae 

? — Querquedula Circia (L.): Hab.: Europa, Afrika, Indien, China, Java, 

Philippinen, Celebes. 
t 380. Bendrocygna arcuata (Cuv.): Von Mottley bei Banjerniassing (Sclater, 

Proc. Zool. Soc. 1863, p. 224) gefunden. Hab. : Java, Indien etc. 
Pelecanidae 

? — Pelecanus roseus Gm.: Hab.: Indien, China, Java, Philippinen. 

? — Pelecanus javanicus Horsf.: Hab. -.Indien, China, Sumatra, Java, Philippinen. 

? — Graculus carbo (L.): Hab.: Europa, Afrika, Indien, China, Sumatra, Phi- 
lippinen, Nord-Amerika. 

* 381. Microcarbo sulcirostris (Brandt): Vier von Croockewit in Süd-Borneo 
gesammelte Exemplare im Mus. Lugd. (Pelecani p. 13). 

? — Sula cyanops Sund.: Hab.: Küsten des atlantischen und stillen Oceans, 
Australien, Cocosinsel. 

? — Phaeton rubricauäa Bodd.: Hab.: Indien, Java, Australien, stiller Ocean. 



88 



Wilhelm Blasius. 



Laridae 

? — Larus Fritzei (Bruch.): Hab.: Java etc. 

f384. Gelochelidon anglica (Moni): Von Mo ttley bei Banjermassing gefunden 

(Sclater, Proc. Zool. Soc. 1863, p. 224). 
* 387. Onyclwprion anaethetus (Scop.) = Sterna panayensis Gmel. : Zwei von 

Diard bei Pontianak gesammelte Exemplare im Mus. Lugd. 

(Stemae p. 26). 

? — Gygis alba (Sparm.) : Hab. : Indien, China, Java, Australien, atlantischer, 

indischer und stiller Ocean. 
? — Sterna media Horsf.: Hab.: Afrika, Indien, Malakka, Sumatra, Java, 

Celebes, Australien, Nicobaren. 
? — Sterna melanogastra Temm. : Hab.: Indien, Java. 

Es sind somit 112 Arten (77 von Salvado ri mitgezählte und 35 von 
demselben nur vermuthete), deren systematische oder faunistische Feststellung 
für Borneo noch einer gewissen Bestätigung zu bedürfen scheinen. Der Grad 
der Bestätigungsbedürftigkeit ist selbstverständlich ein sehr verschiedener. Von 
den nur vermutheten Arten abgesehen, welche mit einem Fragezeichen versehen 
sind, dürften aus systematischen oder faunistischen Gründen die 34 in der Liste 
mit einem Ringe (o) bezeichneten Species die unsicherste Position einnehmen. 
Dann folgt ein grosser Theil der nur auf Mo ttley 's Autorität in die Liste auf- 
genommenen 9 mit einem Kreuz (f) bezeichneten Arten. Die sicherste Stellung haben 
natürlich die durch Belegstücke grosser Museen aus Borneo repräsentirten 34 Arten, 
von denen 4 durch Exemplare des Britischen Museums mit einem Punkte ( . ), und 
30 durch die älteren holländischen Sammler dem Leydener Museum zugeführte 
mit einem Stern (*) bezeichnet sind. Ich bin geneigt, zu glauben, dass man zum 
Zwecke der ungefähren Feststellung der Zahl der bis jetzt auf Borneo wirklich 
beobachteten Arten die drei letzten Kategorien (zusammen 43 Nummern) voll 
mitzählen kann, während man die 34 Nummern der ersten Kategorie bis auf 
Weiteres am besten ausfallen lassen dürfte. Vermuthlich sind dann von den 
43 gezählten Nummern später ungefähr eben so viele zu streichen, als von den 
34 zweifelhaften und nicht mitgezählten Arten später sich doch noch als Be- 
wohner von Borneo beweisen, so dass ein ungefährer Ausgleich wahrscheinlich 
ist. In dieser Weise ergibt sich nun folgende Berechnung: Salvadori zählte 1874 
392 Arten. Von denselben werden vorläufig gestrichen die 10 auf Seite 81 an- 
geführten und die 34 in obiger Liste mit einem Ringe (o) bezeichneten Arten, 
so dass 348 Nummern bleiben, denen die oben angeführten, zum Theile noch 
etwas unsicheren 89 neuen Arten hinzuzufügen sind, woraus sich eine annähernde 
Gesammtsummc von 437 Arten ergibt. Unter Ausschluss der in der letzten Liste 
namentlich angeführten und in dieser Zahl (437) mitgezählten 43 Species, die ja 
ein Jeder, der sich mit diesen Fragen beschäftigen will, leicht hinzurechnen kann, 
vertheilen sich nach meiner Liste die übrigbleibenden 394 Arten in der von Sal- 
vadori acceptirten Reihenfolge mit den beigesetzten Zahlen auf die folgenden 
in der Abgrenzung und Zusammensetzung Salvadori 's gefassten Familien: 



Vögel von Borneo. 



89 



Uuter Aassohluss der in vorstehender Liste angeführten zweifelhaften 
Arten finden sich in Borneo: 



Ordo: Accipitres 

Falconidae 24 Species 

Strigidae 8 „ 

Ordo: Psittaci 

Psittacidae 4 „ 

Ordo: Picariae 

Trogonidae 3 „ 

Capitonidae 6 „ 

Picidae 21 „ 

Indicatoridae .... 1 » 

Cuculidae 20 „ 

Bucerotidae 11 „ 

Meropidae 3 „ 

Upupidae 1 „ 

Alcedinidae 11 » 

Coraciidae 1 » 

Eurylaimidae .... 5 „ 

Podargidae 5 „ 

Caprimulgidae ... 3 „ 

Cypselidae 8 „ 

Ordo: Passeres 

Hirundinidae .... 2 „ 

Muscicapidae .... 21 „ 

Artamidae 1 „ 

Campophagidae ... 7 „ 

Dicruridae 5 „ 

Laniidae 7 „ 

Paridae 1 „ 

Nectariidae 25 „ 

Meliphagidae .... 6 „ 

Brachypodidae ... 20 „ 

Timeliidae 24 „ 

Pittidae 9 „ 

Sylviidae 11 „ 

Saxicolidae 5 „ 

Turdidae 3 „ 



Uebertrag 282 Species 

Motacülidae 4 „ 

Alaudidae (s. o. p. 85) „ 

Fringillidae 5 „ 

Sturnidae 3 „ 

Oriolidae 3 „ 

Cwvidae 7 „ 

Ordo: Columbae 

Treronidae 8 „ 

Columbidae 4 „ 

Gouridae 2 „ 

Ordo: Gdllinae 

3Iegapodidae .... 1 „ 

Phasianidae 5 „ 

Bollulidae 3 „ 

Perdicidae 3 „ 

Ordo: Graüae 

Charadriidae .... 6 „ 

Glareolidae 1 „ 

Haematopodidae . . 1 „ 

Scolopacidae .... 14 „ 

BaUidae 8 „ 

Parridae (s. o. p. 87) „ 

Ardeidae 14 „ 

Ciconiidae 2 „ 

Tantalidae (s.o. p.87) „ 

Ordo: Natatores 

Anatidae 2 „ 

Pelecanidae 6 „ 

ProceUariidae .... 1 „ 

Laridae 9 _ 



Fürtrag 282 Species 



Summa 394 
und mit den 43 
noch etwas zweifelhaften, 
aber zu zählenden Arten 



Summa 437 Species. 



Es liegt in meiner Absicht, demnächst eine dem jetzigen Stande unserer 
Kenntnisse entsprechende Liste der sämmtlichen Vögel von Borneo, womöglich 
mit Bezugnahme auf die Specialverbreitung über die Insel, zu geben. Ich hoffe, 

Z, B. Ge 8 . B. XXXIII. Abh. 12 



90 



Wilhelm Blasius. Vögel von Borneo. 



dass die obige Darlegung der zweifelhaften und noch der Bestätigung bedür- 
fenden Thatsachen recht viele Fachgenossen anregen wird, mir (sei es öffentlich, 
sri es privatim) weitere Aufklärung über die zweifelhaften Punkte, entweder 
Inf Grand von sicheren Samnilungsexeniplaren oder von meiner Aufmerksamkeit 
entgangenen literarischen Nachweisen, zukommen zu lassen. Für jede dies- 
bezügliche Mittheilung, die gewissenhaft mit Angabe der Quelle benützt werden 
Boll, besonders auch für die leihweise Zusendung neuer oder älterer aus Borneo 
stammender , noch nicht bestimmter oder doch unsicher bestimmter Vogel- 
sammlungen würde ich sehr dankbar sein. 

Zum Schlüsse habe ich mit dem Ausdrucke des Dankes des anregenden, 
theils persönlichen und theils brieflichen wissenschaftlichen Verkehres zu ge- 
denken, welchen ich mit den Herren H. Seebohm (London), H. Schlegel 
(Leyden), G. Schneider (Basel), Ph. L. Sclater (London), T. Salvadori 
(Turin). A. v. Pelzeln (Wien). A. Nehrkorn (Riddagshausen), F. A. Jentink 
I Li yden), E. F. v. Homeyer (Stolp), W. Hollandt (Braunschweig), F. Heine sen. 
(Halherstadt), F. Heine jun. (Emersleben), A. Dubois (Brüssel), J. Cabanis 
(Berlin) und meinem Bruder R. Blasius (Braunschweig) unterhalten konnte 
und welcher vielfach direct oder indirect fördernd auf die vorliegende Arbeit, 
wie aut iiiulere mich gleichzeitig beschäftigende ornithologische Arbeiten ein- 
gewirkt hat. 



Brauuschweig, Herzogl. Naturhist. Museum, November 1882. 



91 



Beitrag 

zur 

Kenntniss der Milbenfamilie der Dermaleichiden. 

Von 

Dr. C. Körner. 

(Mit Tafel I und TL) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 3. Jänner 1883.) 

I. Dimoi*phus TJrogalli n. sp. 

Zu den bis jetzt noch nicht bekannten Federmilben dürften diejenigen 
des Auerhahnes gehören. Sie finden sich in zahlreicher Menge sowohl an den 
Schwanz- und Flügelfedern, als auch an den weicheren Brustfedern, von denen 
sie am liebsten mittelgrosse aufzusuchen scheinen. Auffallend ist bei ihnen die 
vorherrschende Neigung, welche sie mit anderen Dermaleichen theilen, sich zu 
Colonien zu vereinigen, um den Häutungsprocess in Gemeinschaft durchzumachen. 
Man findet die Ehachis einiger Federn an ihren Seitenrändern, da, wo die Eadii 
sich derselben anheften, oft geradezu mit Milben besäet, welche dicht aneinander 
hocken. Am liebsten sitzen die Dermaleichen auf der Unterseite der Feder, und 
zwar in den Zwischenräumen, welche die Fiederchen mit einander bilden. An 
Federn, die neben solchen mit Milbennestern behafteten stehen, gewahrt man nur 
einige zufällig dort umherkriechende Dermaleichen. Diese halten sich am meisten 
in der Mitte der Feder auf, seltener am oberen oder unteren Ende. 

Um Milben zu erhalten, empfiehlt sich folgende von mir eingeschlagene 
Methode: Die Federn wurden entweder lebenden Vögeln entnommen und alsdann 
an ihrem Basalende abgeschnitten, oder Cadavern. in letzterem Falle wurden 
sie einfach ausgerissen. Hierauf wurden dieselben einzeln auf eine grössere 
Glasplatte gelegt und sorgfältig unter dem Präparirmikroskope durchgemustert. 
Die leicht kenntlichen Milben wurden mit der Xadel aufgegriffen und gesammelt. 

Die Hauptbedingung, um sich eine genaue Kenntniss des inneren anato- 
mischen Baues der Milben zu verschaffen, bleibt immer eine Untersuchung von 
lebendem Material. Dies geschieht am besten in der Weise, dass man die zu 
beobachtende Milbe entweder in einen Tropfen Oel, Glycerin oder "Wasser, oder 

12* 



92 Dr. C. Nörner. 

allein auf einen Objectträger legt, ihr zur Seite zwei kleine Deckglassplitterchen 
gibt und hierauf erst das Deckgläschen aufbringt. Dies geschieht, damit die 
Milbe nicht durch den Druck des letzteren getödtet werde. Diese Methode eignet 
sich namentlich für Anwendung starker Systeme. 1 ) 

Die in Rede stehende Milbe gehört zu den Dimorphen Haller, deren 
Hauptcharakteristika sind : „Drittes Beinpaar des Männchens stets ohne Kralle, 
dagegen mit Haftscheibe. Hinterleib stets mit tiefem mittleren Ausschnitte." 
Benannt habe ich dieselbe wegen ihres Vorkommens auf dem Auerhahne (Tetrao 
urogaUus) Dimorphus Urogalli. 

Der Körper der Weibchen bildet ein Oval; auf der Rückenseite ist er 
convex, auf der Bauchseite flach. Die grösste Breite erreicht der Körperumfang 
oberhalb des dritten Fusspaares, um sich sodann nach abwärts zu verschmälern. 
Das untere Ende des Abdomens ist abgerundet, mit mehreren Borsten von wech- 
selnder Länge besetzt. Beim Männchen finden wir den für die Dimorphen cha- 
rakteristischen Ausschnitt. Die Thoracalgliedmassen stehen dicht an dem kleinen 
Kopfe, jederseits einen kleinen Raum zwischen sich lassend. Ihre Lage ist rand- 
ständig. Unterhalb des zweiten Fusspaares erblicken wir auf der Rückenseite 
die Furchungslinie, welche den Thorax von dem Abdomen gliedert. Dieselbe tritt 
in seitlicher Lage der Milbe als kleine Einschnürung der convexen Rückenseite 
zu Tage. Die Abdominalfusspaare liegen in der Mitte des Leibes, mehr oder 
weniger dem Bauche untergestellt. Die kleineren Männchen sind in geringerer 
Zahl als die Weibchen vorhanden. Letztere sind ovipare. Aus dem Ei schlüpft 
zuerst eine kleine sechsbeinige Larve, die mehrere Häutungsprocesse durch- 
zumachen hat und sich, nachdem sie eine gewisse Grösse erreicht hat, in die 
Nymphenform umwandelt, aus welcher die geschlechtlich differenzirten Thiere 
hervorgehen. 

Die Grössenverhältnisse von Dimorphus Urogalli sind folgende: 



Weibchen Länge 0-390— 0480 mm., Breite 168—0-224 mm. 

Männchen „ 0'360— 0'420 „ „ 0-150— 0218 „ 

Nymphe „ 0340-0-390 „ „ 0156— 0'216 „ 

Larve „ 0-160—0-318 „ „ 0060— 0'140 „ 

Ei(mitBefestigungsapparat) „ 0'189— 0-216 „ „ 0046—0063 „ 



Die Eier (Fig. 5 und 6) sind verhältnissmässig klein, länglich, von heller 
Farbe; ihre Membran ist doppelt contourirt. Die beiden abgerundeten Pole 
sind bisweilen wenig gegeneinander geneigt. Eier findet man häufig im Innern 
trächtiger Weibchen, jedoch habe ich solche nur in der Einzahl beobachtet 
(Fig. 1). Die Eier sind mit einem Befestigungsapparate 2 ) versehen. Dieser 



') liiHtrumente ton C ZfliHH in Jona lausen eine Trockenvergrösserung von 1 : 1390 zu 
fSyBtom F; Ocular V). 

') H. Hai ler, Weitere Hcitrago zur Kenntnis der Dermaleichiden K o h 'e. In der Zeitschr. 
f. wim. Zool.. XIX. Bd. 1878, p. .VW, Howin Taf. XXXIII, Fig. 5. — Ferner Haller, Zur Kenntnisi 
d*r TjroglTphfn und Verwandten. In der Zeit.Hchr. f. wiun. Zool., XXXIV. Bd. 1880, p. 291; sowie 
T»f. Xf. Fig. und |, 



Beitrag zur Kenntniss der Milbenfamilie der Dermaleichiden. 



93 



erscheint in Form einer häutigen Membran, welche aus kleinen polygonalen 
Zellen, die regelmässig aneinander geordnet sind, besteht (Fig. 7 ; dieselbe stellt 
das mittlere Stück des Befestigungsapparates eines Eies bei 750facher Ver- 
grösserung dar. — Ferner Fig. 6, Ei mit Befestigungsapparat daneben; Grösse 
1 : 145). Diese zellige Hülle umgibt das Ei nur auf einer der beiden Längs- 
seiten (Fig. 5 und 1). Häufig findet man sie in Falten gelegt. Vermittelst dieser 
Membran werden die Eier an den Kadien der Federn befestigt. Von der eigent- 
lichen Eihülle lässt sie sich, namentlich bei frischen Eiern, leicht isoliren (Fig. 6). 

Aus dem Ei schlüpft eine kleine, sechsbeinige Larve, die völlig mit der- 
jenigen anderer Dimorphen 1 ) übereinstimmt. Nachdem diese mehrere Häutungen 
durchgemacht und bedeutend an Grösse zugenommen hat, wandelt sie sich in 
die Nymphenform um. Diese erreicht bereits annähernd die Grösse der geschlechts- 
reifen Thiere. Bimorphus Urogalli charakterisirt sich dadurch, dass sich die 
Geschlechter erst in einem ziemlich weit vorgerückten Alter differenziren. Man 
sieht dieselben vielfach im Innern der Nymphen liegen. Was das Erkennen des 
zukünftigen Geschlechtes in der Nymphe betrifft, so lässt sich darüber nicht 
viel vorherbestimmen. Im Allgemeinen ist der Satz richtig, dass aus grossen 
Nymphen Weibchen, aus kleinen dagegen Männchen hervorgehen. Dies ist jedoch 
keineswegs immer zutreffend. Beifolgende Tabelle gibt Aufschluss über die 
Grössenunterschiede zwischen einer in der Häutung begriffenen Nymphe und 
dem aus derselben herauspräparirten geschlechtlich differenzirten Thiere. Bei 
Anwendung einiger Vorsicht gelingt diese Operation sehr leicht, ohne die heraus- 
zuschälende Milbe zu verletzen. Ausserdem geben die Zahlen noch den Beweis, 
wie stark die Differenz in der Grösse vor und nach der Häutung ist. 



Grösse der Nymphe 

1. Länge 0-340 mm., Breite 0*206 mm, 



2- „ 


0-348 


n 


» 


0-156 


» 


3- , 


0-354 






0-204 




4- „ 


0-360 




» 


0207 




5. „ 


0-366 




V 


0166 




6- * 


0-384 


» 


» 


0-210 


» 


7- „ 


0-390 






0-198 


» 


1. Dicke 


0052 


» 








3- „ 


0051 











Grösse des Geschlechtsthieres 

cT Länge 0-300 mm., Breite - 150 mm 



9 




0-309 






0-144 


» 


d 1 




0-330 






0151 




ef 




0-324 






0-168 


9 


c? 




0-280 






0-162 


» 


9 




0324 




» 


0-168 




9 


» 


0-309 


» 




0154 





Man sieht hieraus, dass die Zahlen ausserordentlich wechselnd sind und 
einen genauen Schluss auf die Vorherbestimmung der Geschlechter in den 
Nymphen nicht zulassen. 

Der Körper der Nymphen bildet ein regelmässiges Oval, dessen Form 
durch nichts gestört wird (Fig. 4, Dorsalseite; Grösse 1 : 145). Eine Furchungs- 
linie zwischen Thorax und Abdomen fehlt denselben. Die Rückenseite ist convex, 



x ) Haller, Weitere Beiträge, a. a. 0., Fig. E, Taf. XXXV. 



94 



Dr. C. Nörner. 



die Bauchseite flach; erstere erhält durch zwei Chitinschilder eine grosse Wider- 
standsfähigkeit gegen äussere Einflüsse. Von diesen beginnt das eine an der 
Basis des Kopfes, setzt sich nach den Seiten fort und endet nach abwärts in 
der Höhe des unteren Coxarandes des zweiten Beinpaares. Das andere, das 
Abdominalschildchen, nimmt die ganze hintere Leibesfläche ein. Es beginnt 
unterhalb der Körpermitte, ungefähr da, wo auf der Bauchseite das dritte Fuss- 
paar entspringt. Die oberen Seitenränder stossen unter einem stumpfen Winkel 
aneinander; nach abwärts ist dasselbe abgerundet. Das Schild reicht nicht ganz 
bis zu den Seitenrändern des Körpers; es bleibt ein kleiner Raum übrig. Beide 
Schilder lassen kleine, porenförmige Vertiefungen erkennen. 

Am oberen Rande des Abdominalschildchens bemerkt man eine feine 
weisse Linie, welche sich nach aufwärts in der Richtung der Schildspitze ver- 
längert. Es hat den Anschein, als ob wir es hier mit einer Körpernaht zu 
thnn hätten. Hierfür spricht auch, dass der alte Hautbalg stets an dieser Stelle, 
als an der schwächsten gesprengt wird. Man findet demnach nur solche Balg- 
fetzen, die entweder das Abdominalschildchen mit dem Abdomen, oder solche, 
die die übrigen Leibestheile enthalten. Bei den Larven fehlen diese Schilder. 

Die Nymphen erinnern bereits an den Habitus der Geschlechtsthiere. Die 
Rückenfläche überzieht in Form eines Epistom den kleinen Kopf, welcher analog 
dem der ausgebildeten Thiere ist. Der Körper, sowie die Füsse sind mit ver- 
schiedenen Borsten besetzt. Auf der Rückenseite (Fig. 4) haben wir folgende: 
Auf dem Epistom zwei kleine Haare; am unteren Rande des Cephalothoracal- 
schildes vier Borsten; von diesen sind die beiden äussersten die längsten. Unter- 
halb diesen finden sich noch verschiedene kleine Härchen, welche in unserer 
Fig. 4 genau wiedergegeben sind. Auf der Bauchseite liegen zwei Haare zwischen 
der Basis der Epimeren des zweiten Fusspaares, ferner mehrere Seitenhaare, 
sowie zwei längere Analborsten. 

Der langen Analspalte zur Seite bemerken wir dicht am hinteren Leibes- 
rande die beiden Excretionstaschen. Dieselben sind von ovaler bis kugeliger 
Gestalt. 

Das Männchen durchbricht nach vollendeter Häutung mit seinem aus- 
gebuchteten Abdomen voran die hintere Wand des alten Nymphenbalges. Man 
sieht alsdann die beiden noch weichen Fortsätze des Männchens schwanzartig 
ins Freie ragen. 

Die aus dem Nymphen stadium schlüpfenden Männchen und Weibchen 
lehmoen nicht sofort dem Geschäfte der Zeugung obzuliegen; wenigstens habe 
ich bei allen Paaren, die ich in Copulation gefunden habe, beobachtet, dass die 
Grösse der Thiere eine viel bedeutendere war als die derjenigen, welche sich 
soeben geschlechtlich differenzirt hatten. Ich habe kein Männchen, welches bei 
d*m Geschlecht sactc begriffen war, constatiren können, dessen Grösse nicht über 
(W Mm. betrag. I)ie Vermehrung der Milben scheint demnach keine sehr rapide 
zu nein Hierfür spricht auch noch weiter der Umstand mit, dass die Weibchen 
stets nur ein El auf einmal ausbilden und legen. Man findet die Milben viel- 
fach in r,,j.ulation. Das Weibchen liegt hierbei auf dem Bauche, das Männchen 



Beitrag zur Kenntnis*; der Milbenfamilie der Dermaleichiden. 



95 



auf dem Rücken; beide kehren sich ihr Leibesende zu. Das Abdomen des 
Weibchens ist eng in den Ausschnitt des Männchens eingepresst. 

Die entwickelten Geschlechter sind mit zwei Rückenschildern versehen. 
Das Cephalothoracalschild (Fig. 1) beginnt am Kopfe und endet nach abwärts 
in der Höhe des unteren Coxarandes des zweiten Fusspaares. Seitwärts besitzt 
es vier ringförmige Ausbuchtungen, welche mit starken epimeronähnlichen Chitin- 
leisten eingefasst sind; sie dienen behufs Aufnahme der vier randständigen Vorder- 
füsse. Unterhalb dieses Schildes wird die Rückenseite von der deutlich markirten 
Furchungslinie getheilt. Wenig unterhalb derselben treffen wir das Abdominal- 
schild, dessen länglich-eckige Gestalt an die Form eines Rechteckes erinnert. 
Seitwärts geht dasselbe in die allgemeine Körperdecke über. Am hinteren 
Leibesende gliedert sich das Schild in ein halbkugelförmiges mittleres Stück 
und zwei Chitinäste, welche längs des Randes des Abdomens verlaufen. Beide 
stossen in der Mitte des Leibesendes wieder zusammen. Beim Männchen endet 
das Abdominalschild am unteren Saume der beiden schwanzartigen Fortsätze. 

Unterhalb des Abdominalschildes liegt nach dem Leibesinnern eine dünne 
Schicht grosser, regelmässiger, polygonaler Zellen. 

Die Excretionstaschen, welche sich durch die concentrische Schichtung 
ihres Inhaltes auszeichnen, sind rundlich, kugelig. Im Innern derselben sind 
häufig Vacuolen von runder oder länglicher Gestalt. Die Ausführungsöffnungen 
befinden sich am oberen seitlichen Rande; sie münden an den Seitenrändern 
des Abdominalschildes. 

Die Rückenfläche überragt den unteren Theil des Kopfes. Auf diesem 
so gebildeten Epistom (Fig. 14 Ep) stehen zwei kleine Haare. Beim Weibchen 
finden sich ausserdem auf der Dorsalseite noch folgende Anhänge: Vier Borsten 
am unteren Rande des Cephalothoracalschildes ; von diesen sind die zwei mitt- 
leren die kürzesten. Ferner an der Furchungslinie je ein Haar randständig, 
sowie je ein Haar an der äusseren Seite der Chitinausläufer des Abdominal- 
schildes. Die übrigen kleinen Härchen siehe Figur 1. Auf der Ventralseite 
begegnen wir zuerst zwei Borsten am basalen Ende der Epimeren der Cephalo- 
thoracalgliedmassen. Oberhalb der Coxa des dritten Fusspaares jederseits am 
Körperrande eine längere und eine kürzere Borste. Ausserdem vier lange und 
sechs kürzere Analborsten. Die übrigen Haare siehe Figur 2. Beim Männchen 
sind die Borsten denen des Weibchens analog angeordnet, nur wenig länger. 
Jeder Seitentheil des Abdomens trägt verschiedene grosse Borsten; von diesen 
zeichnen sich zwei durch ihre Länge aus (vergl. auch Fig. 3, Ventralseite des 
Männchens). 

In der Mitte des dritten Beinpaares sehen wir die weibliche Geburts- 
öffnung 1 ) (Fig. 2). Als Skelet dafür dient ein starkes, hufeisenförmig gebogenes 
Chitingerüst, sowie zwei innerhalb der Schenkel desselben liegende lyraförmig 



J ) Geburt6öfr'nung zum Unterschiede von der Empfängnissspalte so genannt. Vergl. hierüber 
p. 20, ßowie Körner, Analgts minor. In den Verhandl. d. zool.-bot. Gesellschaft, Jahrgang 1882, p. 387. 



96 



Dr. C. Nörner. 



gebogene Chitinstäbe, welchen zahlreiche Hautfalten ansetzen. Zwischen diesen 
liegt die Geburtsöffnung in Form einer Querspalte. Dieselbe ist verhältniss- 
mässig klein, da der Durchmesser der Eier nicht allzu gross ist. Die Ränder dieser 
Querfurche sind in viele Falten zusammengelegt (Fig. 8. Hier ist die Geburts- 
öffnung G eines Weibchens bei starker Vergrößerung wiedergegeben [1 : 550]). 

Der Geschlechtsapparat des Männchens befindet sich oberhalb des Ab- 
dominalausschnittes (Fig. 3). Das Skelet bilden zwei nach aufwärts conver- 
girende kleine Chitinstäbe (Fig. 9. Grösse 1 : 550). 

Am inneren seitlichen Rande des Abdominalausschnittes liegen die beiden 
braunen Copulationsnäpfe. Dieselben hat man sich als richtige Näpfe vorzu- 
stellen. Bei einigen Milben kann man diese Napfform sehr schön beobachten; 
namentlich ist dies der Fall, wenn man den Copulationsnapf von seiner Basis 
lostrennt und isolirt. Es gilt dies besonders für Dermatodectes bovis, bei 
welcher Milbe die Tiefe dieser Gebilde eine sehr beträchtliche ist. Ich habe 
der besseren Uebersicht halber einen Copulationsnapf von Dermatodectes bovis 
in seitlicher Lage in Figur ll a (Grösse 1 : 550) wiedergegeben. Der Boden des 
Napfes (Fig. ll b und 10 b ) besteht aus einem kreisrunden, braunen, geränderten 
Chitinstück, in dessen Mitte sich ein kleiner Kreis abhebt. Was die inneren 
Structurverhältnisse eines Copulationsnapfes ') betrifft, so gibt hierüber Figur 10 a 
am besten Aufschluss. In derselben ist ein Stück der Seitenwand eines zer- 
brochenen Napfes abgebildet; daneben das runde Basalstück (10 b ). Die Grösse 
beträgt 1 : 600. 

Bei dem Männchen ragt die randständige Analspalte als kleine, faltige 
Anschwellung in den Abdominalausschnitt hinein. 

Die langen Füsse sind fünfgliedrig, stark chitinisirt, borstentragend. Die 
Coxa ist das kleiuste Glied, Trochanter und Tarsus sind die grössten. Alle 
l le sind bei beiden Geschlechtern gleich geformt, ohne Kralle. Jeder Tarsus 
ist abgerundet und trägt an seiner Spitze eine sehr grosse, runde, kurz gestielte, 
fl&chtellerformige Haftscheibe. Diese dient zum Tasten. Da den Milben Augen 
fehlen, so ist dieser Tastsinn bei ihnen sehr stark ausgebildet. Die Haftscheiben 
können nach allen Richtungen lebhalt gedreht werden. Die Seitenränder dieses 
Tellers können ausserdem nach aufwärts gerichtet werden, so dass sich das 
Lumen derselben verringert; sie vermögen sich in Folge der Thätigkeit ver- 
schiedener kleiner Muskelbündel zu contrahiren (siehe auch Fig. 12, den Tarsus 
des zweiten Vorderfusses eines Weibchens, mit Haftscheibe. Grösse 1 : 550. Von 
der Ventralseite gezeichnet). Von dem äusseren Rande des Tarsus geht ein 
kleiner, rechtwinkelig gebogener Chitinfortsatz an den Stiel der Haftscheibe. 
An der Basis derselben finden sich auf der Ventralseite zwei minimale dorn- 
artige FortHütze (Fig. 12). 

') V>rjrl. auch Figur ?0: < o|>ulatiunHniipl von J'terocolua corvinua, bei mittlerer EinitallUQl 
K«iiMclin< l Or6»»M 1 : 10*0. 



Beitrag zur Kenntniss der Milbenfamilie der Dermaleichiden. 



97 



Der Tarsus ist mit mehreren Borsten besetzt, desgleichen die übrigen 
Glieder der Füsse. Einzelne dieser Borsten geben sich dadurch als Tasthaare 1 ) 
zu erkennen, dass sie nicht zu einer feinen Spitze ausgezogen sind, sondern 
dass sie mit einem kleinen Knöpfchen enden (Fig. 12). Im Innern sind sie hohl 
und mit Luft gefüllt. Der Trochanter kann um ein Beträchtliches in die Hüfte 
ein- und wieder zurückgeschoben werden, wodurch eine Verkürzung, respective 
Verlängerung der Gliedmassen stattfindet. Dasselbe gilt von den übrigen Fuss- 
gliedern. 

Die Bewegung des Hüftgelenkes ist eine ungemein lebhafte. Dasselbe ist 
ein vollkommenes Drehgelenk. Die Füsse können nach allen Richtungen gleich- 
mässig bewegt werden. 

Alle Füsse haben Epimeren aus sehr starkem, braunem Chitin. Die 
Epimeren der ersten beiden Fusspaare, erst schwach beginnend, dann allmälig 
breiter werdend, verlaufen bogenförmig, jederseits parallel mit einander, nach 
dem mächtig entwickelten Gelenkfortsatze der Coxa zu. Sie stehen in einem 
directen Zusammenhange mit den auf der Dorsalseite an der Basis der Vorder - 
füsse befindlichen, halbkreisförmig gebogenen Chitinstäben. Die Epimeren der 
Abdominalfusspaare sind gerade Chitinstücke. Sie beginnen knopfförmig, ent- 
senden aber vorher, ehe sie nach abwärts zur Coxa verlaufen, noch einen Ast 
zum Körperrande (Fig. 13), welcher sich bei den Epimeren des letzten Bein- 
paares an den unteren Rand der Coxa des dritten Fusspaares setzt. 

Betrachten wir den Kopf von der Dorsalseite, so erhalten wir eine an- 
nähernd gleiche Figur, wie sie Megnin 2 ) für Symbiotes spatiferus abgebildet 
hat. Der untere Theil des Kopfes wird von einer Verlängerung der allgemeinen 
Körperdecke (dem Epistom, Fig. 14 Ep) überragt. Diese Duplicatur der Leibes- 
decke ist bei Dimorphus Urogalli besonders stark entwickelt. Die ganze Rücken- 
fläche nehmen die beiden mächtigen Mandibeln ein (Fig. 14 Md). Das Basalende 
derselben ist unter dem Epistom verborgen. An ihrem unteren Theile lassen 
sie jene von Hall er 3 ) als Deckstück beschriebene Falte erkennen (Fig. 14 bei D). 

Jede Mandibel setzt sich aus Ober- und Unterkiefer zusammen. Letzterer 
hat bei der in Rede stehenden Milbe eine bedeutende Grössenzunahme erfahren; 
er übertrifft — ein Umstand, der sonst bei den Milben nicht der Fall zu sein 
pflegt — sogar den Oberkiefer an Grösse. 4 ) Die Zähne der Kiefer sind gebogen, 
gross und scharf. Im Oberkiefer haben wir drei Zähne, von diesen steht einer 
an der Spitze, die übrigen beiden befinden sich wenig tiefer, einander gegenüber; 
in der Seitenlage der Mandibel ist daher nur einer von ihnen sichtbar, da der 

*) Haller, Zur Kenntniss der Dermaleichiden. In Troschel, Archiv f. Naturgesch. 
48. Jahrg., 1882, Taf. V, Fig. 7, 8, 10 und 15. 

*) Megnin, Memoire sur un nouvel Acarien psorique du Genre Symbiote. In dem Journal 
de TAnatomie et de la Physiologie 1872, PI. XII, fig. 2. 

') Hai ler, TJeber den Bau der vögelbewohnenden Sarcoptiden (Dermaltichidae). In der 
Zeitschr. f. wiss. Zool., XXXVI. Bd. 1881, p. 367. — Ferner Hai ler, Die Mundtheile und syste- 
matische Stellung der Milben. Im Zool. Anzeiger 1881, Nr. 88, p. 382. 

4 ) Eine weitere AusDahme sehen wir in Figur 21, die isolirte Mandibel von Pterocolus 
corvinus betreffend. S. auch p. 104. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 13 



98 



Dr. C. Nörner. 



darunter gelegene von diesem völlig verdeckt wird; nur bei Anwendung von 
sehr starkem Drucke gelingt es, sich von dem Dasein zweier Seitenzähne zu 
überzeugen. Im Unterkiefer haben wir nur zwei Zähne: einen an der Spitze, 
an der gleichen Stelle wie beim Oberkiefer, den anderen weiter einwärts, der 
Lage der zwei Oberkieferzähne entsprechend, in deren Zwischenraum er genau 
einpasst. Siehe auch Figur 15, welche eine isolirte Mandibel eines Weibchens, 
von der Seite betrachtet, darstellt; Vergrösserung 1 : 550. Die Kieferzangen 
enden, von der Rückenseite gesehen, in einer scharfen, etwas nach innen ge- 
bogenen Spitze. Die Rückenseite der Mandibeln ist convex, desgleichen die 
äussere Fläche. 

Unterhalb der Mandibeln liegen auf der Bauchseite, ein wenig seitwärts, 
die Mandibularpalpen. Diese sitzen dem Occiput (Vorderhaupt) dicht auf. Letzteres 
bildet die Grundlage der Mundtheile. Auf der Bauchseite erreicht dasselbe seine 
grösste Ausdehnung. Hier grenzt es die Mundtheile nach aussen ab. (Fig. 14. 
Kopf eines Weibchens, von der Dorsalseite. = Occiput, Md == Mandibeln, 
D — Deckstück derselben, E = Epistom. Grösse 1 : 550. Sowie Fig. 16. Kopf 
eines Weibchens, von der Ventralseite. Grösse 1 : 550.) Nach aufwärts, nach 
der Rückenseite, schlägt sich das Vorderhaupt 1 ) an seinen Seitenrändern um 
und bildet ein derbes Chitinstück, welches an das Basalende der Mandibeln 
stösst. Es ist dieses Stück keineswegs als eine Verlängerung der Palpen nach 
abwärts aufzufassen, sondern lediglich ein Theil des Occiput. Nach unten setzt 
sich dasselbe an das Epistom. 

Die Palpen bestehen aus zwei kleinen, kurzen Gliedern, von denen das 
oberste den Mundtheilen meistens ein wenig zugeneigt ist. Sie sind mit mehreren 
Borsten besetzt (Fig. 14 und 10). Die Palpen sitzen auf einem langen, braunen 
Chitinstück, welches nichts Anderes darstellt als einen Theil des Occiput. Am 
besten sieht man dies an zergliederten Köpfen solcher Milben, die sich in 
Häutung befanden und aus dem alten Hautbalge herauspräparirt waren. Die 
Palpen umragen den oberen Theil der Mandibeln halbkreisförmig. 

Zwischen den beiden Mandibularpalpen, und zwar an deren inneren Seite, 
finden wir auf der Bauchseite zwei grosse, fächerartige Gebilde, welche aus 
öiner dünnen, hellen Membran bestehen. Ihre Gestalt ist halbkreisförmig, nach 
oben >ind sie abgerundet. Haller 2 ) hält dieselben für Lippentaster, mit welchem 
Namen ich dieselben gleichfalls belegen will. Sie sind ebenso wie die Mandibular- 
palpen als Auswüchse des Vorderhauptes zu betrachten. In einem gewissen Sinne 
erinnern sie an die Pedipalpen der Syringophilen. Ihre innere einander ent- 
gegengewandte Seite ist scharf abgegrenzt; sie steigt ein Stück nach abwärts 
(Fig. 10), biegt sodann wieder nach aufwärts, um jederseits in ein dreieckiges, 
mit der Spitze nach oben gerichtetes Gebilde überzugehen. Dieses halte ich 

1 l>;i» Nahcrc über da* Occiput hieb»! N h r n e r, Syrinyopltilus biptctinatu». In der Vierteljabrea- 
■ cbnft für VatfTii.Ärkiu..]*, LTIL H«l., 2. Heft, Wien 1HH2, p. 112. 

' > Maller, Zur Kenntnin« der Derrnaleichen. TroHcbol, Archiv 1'. Naturgeuch., 48. Jabrg., 
1HH2, p. 76 und Tat. VII, Vtg. 7. 



Beitrag zur Kenntnis« der Milbenfamilie der Dermal eichiden. 



99 



für das Kinn {menton nach Megnin 1 ). Siehe auch Fig. 16 bei K. Oberhalb 
desselben bemerken wir eine kleine, dünne Zunge (bei Z). 

Nach abwärts geht das Occiput in eine Chitinplatte über, welche die 
sogenannte Unterlippe (bei U) repräsentirt. Nach aufwärts ist dieselbe durch 

eine klammerförmige Linie ( ) begrenzt, nach unten steigt die Unterlippe bis 

zur Mitte der Epimeren des ersten Fusspaares herab und endet abgerundet. Unter- 
halb derselben liegt nach dem Körperinnern die kleine, ovale Mundklappe, deren 
klappenförmige Bewegungen man sehr gut an lebenden Objecten studiren kann- 

Die beiden Kieferzangen können wechselseitig und stossweise hervor- und 
zurückgeschoben werden. Sie greifen mit ihren Spitzen wechselweise über- 
einander, indem dieselben dicht aneinander liegen. Dies geschieht in der Weise, 
dass einmal die linke Mandibel ein wenig über die Spitze der rechten greift, 
dann wieder letztere über die Spitze der linken Mandibel. Mit ihren scharfen 
Enden reiben beide beständig aneinander. Dies ist natürlich nur am lebenden 
Thiere zu beobachten; nach dem Tode und nach dem Präpariren sind die Man- 
dibeln etwas auseinandergedrängt. Eine Mandibel kann demnach nur vor- 
gestossen werden, wenn die andere etwas zur Seite geschoben wird und ihr so 
Platz macht. Die Bewegung ist mithin keine geradlinige. Nehmen wir z. B. 
an, dass die rechte Mandibel (von der Rückenseite betrachtet) augenblicklich 
vorstünde und mithin über die Spitze der linken Mandibel griffe, so muss dieselbe 
nothwendigerweise beim Zurückziehen eine Bewegung nach rechts, seitwärts und 
unten vollführen. Sie beschreibt also einen kleinen kreisförmigen Bogen nach 
aussen, während umgekehrt die linke Mandibel, indem sie nach vorn geschoben 
wird, eine Bewegung nach links seitlich und oben vollführen muss. Die Basis 
der Mandibeln ist mithin in einer steten Rotation, wenn man den Ausdruck 
gebrauchen darf, begriffen. Und dass dem wirklich so ist, darüber kann man sich 
leicht und schön an lebenden Thieren überzeugen. Die Bewegung der Man- 
dibeln lässt sich besonders gut bei Pterocolus corvinus verfolgen. 

Die Palpen sind als kleine halbkreisförmig gebogene Platten aufzufassen 
(selbstredend nur das obere Stück derselben). Sie sitzen den Mandibeln zur 
Seite. Da letztere jedoch auf der Dorsalseite convex gebogen sind, so neigen 
ihre Spitzen sich ein wenig nach der Bauchseite. An dieser Stelle werden sie 
von den Palpen, die in der Höhe der grössten Convexität beginnen, halbkreis- 
förmig umragt. Das grösste Stück dieses Halbkreises befindet sich jedoch auf 
der Ventralseite. 

Die Palpen und besonders das Endglied derselben sind beständig in einer 
wedeiförmigen Bewegung gegen die Mandibeln begriffen. Dieselbe steht in einem 
innigen Zusammenhange mit dem Vorstossen und Zurückziehen der Mandibeln. 
Wie wir bereits an anderen Orten 2 ) gezeigt haben, ist dieselbe eine streng 
wechselseitige. Die Bewegung der Mandibeln findet ununterbrochen statt, mögen 

*) Megnin, Memoire sur l'Organisation et la Distribution zoologique des Acariens de la 
Familie des Gamaeides. Im Journal de l'Anatomie et de la Physiologie 1876, PI. VII, fig. 5; heimt. 

*) C. Körner, Anaiges minor. In den Verhandl. d. zool.-bot. Gesellschaft in Wien, 
XXXII. Bd., p. 400. 

13* 



100 



Dr. C. Nörner. 



die zu untersuchenden Milben in einer Flüssigkeit oder in trockenem Zustande 
beobachtet werden. Dieselbe ist also unabhängig von den äusseren Verhält- 
nissen. Einen ganz regelmässigen Verlauf nimmt dieselbe jedoch nicht, denn 
man kann wiederholt bemerken, dass die Bewegung der Mundtheile von der 
Milbe zeitweilig sistirt wird, um jedoch bald darauf von Neuem und mit ver- 
mehrter Heftigkeit wieder zu beginnen. Das wechselseitige Spiel der Mandibeln 
erinnert lebhaft an ein Pumpwerk im Kleinen. 

An die Mundklappe setzt sich ein breiter Oesophagus, welcher in den 
Magen führt. Das Lumen desselben ist ein bedeutendes. Dies geht daraus 
hervor, dass bisweilen ziemlich grosse Fremdkörper mit in denselben ein- 
gesogen werden. 

Bei Beobachtung der Milben unter Wasser sieht man, dass die beiden 
ersten Beinpaare häufig mit ihren Endgliedern den Mundtheilen zugeführt werden, 
worauf sich die Zangen, die Mandibeln öffnen. Es ist dies eine analoge Be- 
wegung, als wollten sie ungefähr einen Bissen zum Munde führen. Es gewährt 
fast den Anschein, als zögen sie dabei die Haftscheiben durch die Kieferzangen. 
Aus diesem geht hervor, dass das erste Fusspaar in einer gewissen Beziehung 
die Rolle wahrer Lippenpalpen zu spielen hat, wie dies ja noch bei den Gama- 
siden, bei denen sie zu wahren Palpen umgewandelt sind, der Fall ist. 

Die Füsse, besonders das erste Paar, werden äusserst lebhaft bewegt, fast 
fortgeschleudert. Die Haftscheiben sind in einer steten Drehung und Contraction 
begriffen. Diese unruhigen und schnellen Bewegungen erschweren eine genaue 
Beobachtung sehr. 

Durch die wechselseitige Bewegung der Mandibeln, sowie durch die leb- 
hafte Bewegung der Füsse, in welche Blindsäcke des Magens führen, ist das 
molekulare Gleichgewicht des Speisebreies einer steten Schwankung ausgesetzt. 
Hierdurch wird eine fortwährende Bewegung des Chymus erzielt. Durch die 
beständige Bewegung der Füsse werden einmal Speisetheilchen aus dem Blind- 
sacke heraus und in den Magen zurückgepresst, dann strömen aber auch wieder 
neue Partikelchen hinein. Zugleich bemerkt man, wie einzelne Speisereste aus 
dem Magen in den Oesophagus zurückgelangen und wieder hinunterspedirt 
werden. Die Moleküle steigen und fallen fortwährend. Die Circulationsströmungen 
d*»s Speisebreies erinnern an die Plasniabewegungen in den Zellen gewisser Algen ; 
wie dort die Zellen mit einem wandständigen, in Bewegung begriffenen Proto- 
plasma versehen sind, so finden wir auch hier etwas Aehnliches, indem der 
Magen und die Blindsäcke mit einer Schicht von waudständigem Chymus um- 
kleidet sind; von diesem bemerkt man lebhafte Strömungen nach dem Leibes- 
Inmrn und wieder zurück nach den Wänden. Ausserdem sieht es so aus, als 
ittegS ein Theil desselben am äusseren convexen Rande der Mandibeln aufwärts 
und wieder zurück. 

Die perintaltische Bewegung des Chymus lässt sich mithin auf zwei Haupt- 
urHachen zurückführen : einmal wird dieselbe durch dio wechselseitige und stoss- 
weine Bewegung der Miiudibeln hervorgerufen; dann zwoitens durch die fort- 



Beitrag zur Kenntniss der Milbenfamilie der Dermaleichiden. 



101 



währende heftige Bewegung der Füsse. Drittens wird wohl noch eine gewisse 
Contraction der Muskeln des Magens und des Darmrohres hierbei mitsprechen. 

II. Crameria lunulata Haller. 

Von befreundeter Seite erhielt ich im Anfange dieses Sommers ein junges 
Käuzchen (Athene noctua), an dessen Federn sich die zuerst von Hall er be- 
schriebene Crameria lunulata in zahlreicher Menge vorfand. Das Thier ging 
später in Folge einer zufälligen Infection an der Hühnercholera zu Grunde. An 
den Federn des Cadavers bemerkte ich ein auffallend grosses männliches Exem- 
plar, welches sich wesentlich von den anderen Milben unterschied und das in 
Figur 17 dargestellt ist. 

Hall er 1 ) entdeckte die Crameria lunulata auf dem Käuzchen. Von 
solchen grossen männlichen Exemplaren, wie sie Figur 17 aufweist, erwähnt er 
jedoch nichts. Buchholz 2 ) hat dagegen diese Form bereits gekannt und in 
seiner Abhandlung: „Bemerkungen über die Arten der Gattung Dermaleichus 
Koch" p. 38 kurz beschrieben. Bei Vergleichung seiner Abbildung (Taf. IV, Fig. 25) 
mit unserer Abbildung fällt sofort die Uebereinstimmung beider auf. Buch holz 
gab der Milbe den Namen Dermaleichus Äluconis wegen ihres Vorkommens 
auf Strix aluco. Die von ihm geschilderten Weibchen gleichen mit Ausnahme 
ihrer beträchtlichen Grösse ganz denen der Crameria lunulata Haller. 

Das in Rede stehende grosse Männchen fand sich zwischen den übrigen 
kleinen Milben, die, einige nebensächliche Unterschiede abgerechnet, genau den 
von Haller wiedergegebenen Figuren der Crameria lunulata entsprachen. Dieser 
Forscher führt ausserdem noch eine zweite Milbe dieser Gattung an, deren 
Beinamen major 5 ) ist. Dieselbe ist etwas grösser als die lunulata. Die Weibchen 
gleichen denen der letzteren Art, nur die Männchen lassen einige allerdings 
geringe Unterschiede erkennen. Es fragt sich nun, haben wir es mit drei ver- 
schiedenen Arten zu thun, oder nur mit drei verschiedenen männlichen Formen, 
von denen die grösste einer höheren Entwicklungsstufe entspräche, während die 
Weibchen überall gleich geformt sind. 

a) Die Grössenverhältnisse der von mir beobachteten Crameria lunulata 
waren folgende: 



Weibchen Länge 0*360— 456 mm., Breite 204— 225 mm. 

Männchen „ 0*260— 0*282 „ „ 0*189— 0*198 „ 

Nymphen „ 0*250 „ „ 0153 „ 

Larven „ 0*178—0*192 „ „ 0-096—0*120 „ 

Ei „ 0150 „ „ 0*066 „ 



Die Körperdecke zeichnete sich durch ungewöhnliche Dicke aus. Dies 
tritt namentlich in der Seitenlage der Milben hervor. Die Dicke der Hauptschicht 

l ) Hall er, Weitere Beiträge zur Kenntniss der Dernialeichen Koch 's. Zeitschr. f. wiss. 
Zool., Bd. XXX, 1878, p. 522 ff., Taf. XXXIV, Fig. A, B, C. 

») Buch holz, Verhandlungen der Leopoldina-Carolina, XXXV. Bd., 1870. 
') Hai ler, a. a. O., p. 5a5. 



102 



Dr. C. Nörner. 



betrug, nach dem Leben gemessen, 096 mm. Die Borsten sitzen auf einem 
kleinen Walle; an ihrer Basis verschmälern sie sich und laufen als ein dünner, 
fadenförmiger Fortsatz durch die Epidermis hindurch bis zur Cutis, woselbst sie 
endigen. 

b) Die Grösse von Crameria vel Dermaleichus Äluconis Buchholz betrug 
bei dem einen Männchen, welches ich aufgefunden habe, an Länge 360 mm., 
an Breite 228 mm. 

Da die äussere Gestalt desselben durch die Abbildung, sowie durch die 
Beschreibung Buchholz' zur Genüge bekannt ist, so will ich mich darauf 
beschränken, nur einige wenige Punkte anzuführen. 

Das dritte Fusspaar (Fig. 17) ist auffallend lang und verhältnissmässig 
schmal. Das vierte Fusspaar ist dagegen sehr kurz, breit. Es besteht, abweichend 
von den übrigen Dermaleichen, nur aus vier Gliedern. An der Spitze des Tarsus 
trägt es wie die übrigen Füsse eine herzförmige, kurzgestielte Haftscheibe. 

Die Copulationsnäpfe sitzen in Taschen, die durch eine Y-förmige Oeff- 
nung, deren ein Dreieck bildende Seitenränder stark emporgewölbt sind, ins 
Freie führen. Aehnliches hat Hai ler bereits bei Crameria major (p. 526) 
beobachtet. 

Der Geschlechtsapparat liegt in der Nähe der Abdominalfusspaare. Er 
erfreut sich einer ganz besonderen Entwicklung. Sämmtliche Füsse sind stark 
chitinisirt. 



III. Pterocolus corvinus. 



Dermaleichus corvinus Koch. Crust. Myr. und Arachn. Buchholz, Ver- 
handlungen der Leopoldina-Carolina, XXXV. Bd., 1870, p. 24 und Fig. 10 ^,11 Q. 

Pterocolus corvinus Koch. Hall er, Weitere Beiträge zur Kenntniss der 
Dermaleichen Koch's. In der Zeitschr. f. wiss. Zool. XXX. Bd., 1878, p. 538. 

Pterolichus corvinus Koch. Canestrini, Intorno ad alcuni acari parassiti 
in Atti della societä veneto-trentina. In di scienze naturali, vol. VI, fac. I, p. 9. 

Pterocolus corvinus Koch. Ha 11 er, Zur Kenntniss der Derraaleichen. 
Troschel, Archiv f. Naturgesch. 1882, 48. Jahrg., Heft I, p. 72. 

Die Grössenverhältnisse von Pterocolus corvinus*) sind folgende: 

Weibchen . . . Länge 516— 546 mm., Breite 0' 180-0-21 6 mm. 
Männchen ... „ 0528— 0543 „ „ 0-201— 0'228 „ 
Nymphen ... „ 0270— 0450 „ „ 0-006— 0" 182 „ 
Larven „ 0"228 -02D0 „ „ 0'075— 0i02 



Eier „ 0-204— 0221 „ 0048—0*058 



') Da- Folgend r- befand sich nur mit, der Beschreibung solcher Kfirpertbeile von Pterocolu* 
torwi die nid jttzt noch nicht bekannt nein dürften; für ftll«! Unbrige verweis« ich auf die 
eingangs r.Jtirte Literatur. Der Verf. 



Beitrag zur Kenntniss der Milbenfamilie der Dermaleichiden. 



103 



Die Eier sind länglich, an ihren beiden Polen kahnförmig gebogen. An 
der einen Längsseite bemerken wir gleichfalls einen Befestigungsapparat. Die 
hierzu dienende Membran liegt der Eihülle fest an. Jene deutlich zellenförmige 
Structur wie bei den Eiern von Dimorphus Urogalli fehlt hier. 

Die aus dem Ei schlüpfende Larve wandelt sich sehr bald in eine Nymphe 
um. In diesem Entwicklungszustande verharrt dieselbe längere Zeit. Erst 
nachdem die Nymphe mehrere Häutungsprocesse durchgemacht hat, fängt sie an, 
sich geschlechtlich zu differenziren. 

Die ausgebildeten Thiere erreichen ihren grössten Leibesumfang dicht 
oberhalb des dritten Fusspaares. Die Männchen sind im Allgemeinen wenig 
breiter als die Weibchen. Beide Geschlechter sind ungefähr in gleicher Zahl 
vorhanden. 

Die stark chitinisirten fünfgliedrigen Füsse tragen an der Spitze ihrer 
Tarsen kurz gestielte Haftscheiben, die bei beiden Beingruppen verschieden geformt 
sind. Bei den Cephalothoracalgliedmassen sind sie kleiner und von rundlicher Gestalt. 
Bei den Abdominalgliedmassen sind sie bedeutend grösser und länglicher. 

An die beiden mächtig entwickelten Rückenschilder setzen sich jederseits 
zwei kleine Seitenschilder, welche halbkreisförmig nach der Bauchseite umbiegen 
und als Schutz für den Körper nach den Seiten dienen. Ihre Lage ist zwischen 
den beiden Beingruppen. Die Furchungslinie theilt sie in vier gleich grosse 
Chitinstücke. 

An der Uebergangs stelle zwischen den Bückenschildern und den Seiten- 
schildern ist die allgemeine Decke in zahlreiche, miteinander parallel verlaufende 
Längsfalten gelegt. Aehnliche Faltenbildung finden wir an der FurchuDgslinie 
da, wo das Cephalothoracalschild und das Abdominalschild aneinander stossen. 
Am schönsten ist diese wellenförmige Schichtung zwischen dem Abdominalschilde 
und den letzten beiden Beiupaaren zu beobachten. Dieses Faltensystem scheint 
dem Körper die Möglichkeit zu geben, sich an diesen verhältnissmässig weicheren 
Stellen ein wenig zu dehnen. 

Betrachten wir ein Weibchen von der Bauchseite, so fällt uns links neben 
dem Anfangspunkte der langen Epimeren des vierten Beinpaares ein chitinöses 
rundliches Gebilde auf, welches nach der Geburtsspalte weist und welches sich 
nur beim Weibchen findet. Dasselbe ist mit mehreren längeren fadenförmigen 
Fortsätzen versehen, an welche sich Muskeln setzen, die dieses Organ in seiner 
Lage zu halten haben. Dieses Gebilde steht mit einem engen, häutigen Kanäle 
in Verbindung, welcher am hinteren Leibesende seinen Anfang nimmt. 

Die Empfängnissspalte des Weibchens befindet sich unterhalb der Anal- 
öffnung auf der Bauchseite. Ihre Gestalt ist die eines kleinen Bulbus, welcher ein 
wenig nach abwärts ins Freie ragt. Die Epidermis umkleidet diese häutige Scheide 
(vergl. Fig. 18, welche das hintere Leibesende eines Weibchens bei einer 550fachen 
Vergrösserung darstellt; bei E ist die Empfängnissspalte). Die Empfängnissspalte 
ist die Ausmündestelle jenes eben erwähnten, deutlich sichtbaren häutigen Kanales, 
welcher an dem rundlichen Chitingebilde beginnt. Von der Empfängnissspalte 
biegt er nach der Rückenseite und steigt, dicht unter dem Abdominalschilde 



104 



Dr. C. Nörner. 



fortlaufend, erst ein Stück in gerader Richtung, dann in einem Bogen bis zur 
mittleren Höhe des Epimeron des linken vierten Beinpaares, bildet vorher eine 
kleine Anschwellung (Fig. 19 bei x), worauf sich sein Lumen ein wenig verengt, 
wendet hierauf nach rechts aufwärts, erweitert sich und geht in das rundliche 
Chitingebilde über (Fig. 19. Dieselbe zeigt den oberen Verlauf des Kanales, 
dessen unteres Stück wir in der vorigen Figur sahen). An dieses setzt sich ein 
längliches, breites, sackförmiges, membranöses Organ, das in der Richtung nach 
der Geburtsöffnung weist. Im Innern desselben finden sich verschiedene kleine, 
rundliche Zellen. 

Dieser Kanal repräsentirt den Leitungsapparat für den männlichen Samen, 
welcher in demselben nach aufwärts steigt, um in jenes längliche, häutige Organ 
zu gelangen und dort nach Bedürfniss zu verharren. Dieses sackförmige Gebilde 
ist nichts Anderes als die Samentasche (das Receptaculum seminis 1 ). Vergl. 
auch unsere Figur 19 bei R. 

Der Kanal steht nur an seinen Enden in einem innigen Zusammenhange 
mit dem Gewebe des Körpers. Der übrige Theil desselben hängt lose im Leibes- 
innern. Seine Länge beträgt zwischen 0*25 mm. bis 0'3 mm., der Durchmesser 
der Röhre im Mittel 0*002 mm. 

Die Copulationsnäpfe der Männchen lassen die Napfform recht schön und 
deutlich erkennen. Ich habe daher in Figur 20 einen solchen beigefügt. Der- 
selbe ist im medianen Durchschnitt gezeichnet. Die Tiefe eines Napfes beträgt 
0*0144 mm., der Durchmesser desselben 0096 mm. 

Die Fresswerkzeuge haben grosse Aehnlichkeit mit Dimorphus Urogalli. 
Der Kopf ist vom Rumpfe deutlich abgesetzt, nach den Seiten hin beweglich. 
Die Palpen sind ein wenig nach aussen gerichtet, wodurch der Kopf ein lyra- 
förmiges Aussehen erhält. Auf der Dorsalseite liegen die mächtigen Mandibeln 
(Fig. 21, isolirte Mandibel eines Weibchens). Bei ihnen ist der Unterkiefer 
(Fig. bei U) sehr stark auf Kosten des Oberkiefers O entwickelt; an ihrem 
Basalende liegt das Deckstück D. Die Kiefer haben nur je zwei Zähne, die sich 
aber durch Grösse und Schärfe auszeichnen. Unterhalb der Mandibeln bemerken 
wir die Labialpalpen, jene cigenthümlichen häutigen Gebilde. Ihre Gestalt ist 
keine abgerundete wie bei denen von Dimorphus Urogalli, sondern eine blatt- 
förmige (siehe auch Fig. 22 bei Lp). Sie sitzen an der inneren Seite der Man- 
dibularpalpen, deren Basis sie inseriren (unsere Fig. bei P die Mandibularpalpen). 

1'aljiHii in<] zweigliedrig. Sir sowohl, als die Labialpalpen sitzen dem 
Occiput auf. Dasjenige Stück des Vorderhauptes, welches den Mandibularpalpen 
•zur Insertion dient, ist keineswegs als letztes Palpenglied aufzufassen. An das 
Banalende der Palpen setzt sich kein Kieferpaar, wie Haller für einige Milben- 
arton angibt. 



•) Ich Terwpixo hiermit auf <i in «ohf.nnn UntcrMidmnpon Haller'H fibor die Geschlechts- 
apparat«, in «h-r Ahhurirllunir, betitelt! Ueber den Bu der vf)({elbewohnondon Harcopfciden (I)crma- 
■• I, p. :'.m:j ff. nowie Tut. XXIV, flf, s, welche khihho UehereinHtiminunff mit Pterocolwt corvinui 
•"rk.-iirirn lax«! Der Verf. 



Beitrag zur Kenntniss der Milbenfamilie der Dermaleichiden. 



105 



Unterhalb der Labialpalpen liegen in der Medianebene des Occipnt zwei 
kleine braune Chitinleisten, die nach aufwärts unter einem spitzen Winkel 
zusammenstossen und deren Schenkel nach abwärts divergiren. Dieses Gebilde 
ist als das zweite Kieferpaar 1 ) aufzufassen (Fig. 23). Neben demselben findet 
sich auf der Ventralseite jederseits eine Borste. 



Erklärung der Abbildungen. 



Die Zeichnungen wurden genau nach mikroskopischen Präparaten bei 
Anwendung einer Camera lucida von Zeiss in Jena angefertigt. Die Grössen- 
angaben. sowie die Combination von Ocular und System sind in Klammern bei- 
gefügt ; dieselben beziehen sich auf ein grosses Zeiss 'sches Instrument (Stativ III). 

Tafel I— II. 
I. Dimorphus TJrogalli. 

Fig. 1. (System C, Ocular II, Grösse 1 : 145). Dimorphus TJrogalli, Weibchen, 

Dorsalseite; mit Ei im Innern. 
„ 2. (C. II, 1 : 145). Weibchen, Ventralseite. 
„ 3. (C. II, 1 : 145). Männchen, Ventralseite. 
„ 4. (C. II, 1 : 145). Nymphe, Dorsalseite. 
„ 5. (C. II, 1 : 145). Ei E mit Befestigungsapparat B. 
„ 6. (C. II, 1 : 145). Ei E; Befestigungsapparat daneben B. 
„ 7. Taf. II. (F. III, 1 : 750). Mittleres Stück des Befestigungsapparates 

eines Eies, die Lage der Zellen veranschaulichend. 
„ 8. Taf. I. (F. II, 1 : 550). Geburtsöffnung G eines Weibchens mit Chitin- 

skelet. 

„ 9. (F. II, 1 : 550). Männlicher Geschlechtsapparat. Die unterhalb des- 
selben befindlichen rundlichen Gebilde sind Insertionsstellen zweier 
Borsten. 

„ 10. (D. V, 1 : 600). a Seitenstück eines Copulationsnapfes des Männchens, die 
innere Structur zeigend. 10 b Das runde Basalstück desselben. 

„ 11. Taf. II. (F. II, 1 : 550). a Copulationsnapf von Dermatodectes bovis 
(Bukowina), isolirt, von der Seite gezeichnet. Das runde Basalstück (IIb) 
ist herausgefallen und liegt daneben. 



*) Vergl. Haller, Zur Kenntniss der Dermaleichen. In Troschel, 48. Jahrg., p. 75 ff., 
sowie Taf. VII, Fig. 7 bei XIII. 

Z. B. Ges. B. XXXIH. Abb.. 14 



Dr. C. Nörner. Beitrag zur Kenntuiss der Milbenfamilie der Dermaleichiden. 



. 12. Taf. II. (F. II, 1 : 550). Tarsus des zweiten Vorderfusses mit Haft- 
scheibe und Sinnesborsten. 

13. (F. II, 1 : 550). Epimeron des vierten linken Fusses mit Coxaring, vom 
Weibchen. 

14. (F. II, 1 : 550). Kopf eines Weibchens, Dorsalseite. Ep = Epistom, 
E = Epimeron der Rückenseite, Md = Mandibeln, D = Deckstück 
derselben, — Occiput, P = Mandibularpalpen. 

15. (F. II, 1 : 550). Isolirte Mandibel eines Weibchens, Seitenansicht. = 
Oberkiefer, U = Unterkiefer. 

16. Taf. I. (F. II, 1 : 550). Kopf eines Weibchens, Ventralseite. K = Kinn 
{menton Megnin), Md — Mandibeln, O = Occiput, U = Unterlippe, 
Ult = Lippentaster, P = Mandibularpalpen, Z = Zunge. 

II. Crameria. 

17. Taf. II. (C. II, 1 : 145). Männchen, Ventralseite. Von Dermaleichus 
Äluconis Buchholz seu Crameria Haller. 

III. Pterocolus corvinus. 

18. (F. II, 1 : 550). Hinteres Leibesende eines Weibchens mit Empfängniss- 
spalte E und Samenleiter K. Von der Dorsalseite betrachtet. 

19. (F. H, 1 : 550). Dasselbe Weibchen. Samenleiter, bei x kleine An- 
schwellung desselben ; das obere Ende mündet in ein sackförmiges Organ 
(das Receptaculum seminis). 

20. (F. IV, 1 : 1020). Copulationsnapf eines Männchens, von der Seite 
betrachtet, bei mittlerer Einstellung. 

21. (F. II, 1 : 550). Eine isolirte Mandibel. U = Unterkiefer, O = Ober- 
kiefer, D = Deckstück derselben. 

22. (F. II, 1 : 550). Mandibularpalpe P mit Labialpalpe Lp. 

23. (F. II, 1 : 550). Zweites Kieferpaar. 



107 



Eevision der in der Nematoden-Sammlung des k. k. 
zoologischen Hofcabinetes befindlichen Original- 
Exemplare Diesing ? s und Molin's. 

Von 

Dr. Richard v. Dräsche. 

(Mit Tafel III-V. Fig. 1—4.) 

Fortsetzung. *) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Februar 1883.) 

Lecanocephalidea. 

Lecanocephalus spinulosus Diesing (Annal. des Wien. Museums, 
Bd. II, 1840, p. 227, Taf. XIV, Fig. 12-20; Syst. heim, Bd. II, p. 250). 

„Caput subrectum, extremitatibus incrassatum, antice obtusatum, postice 
acuminatum. extremitate caudali maris inflexa; feminae rotundata mucrone 
terminali. Long. mar. 6—8"', fem. 10—12"', crassit 1"'." 

Im hiesigen Museum finden sich aus Vastres Cuvieri Exemplare eines 
Wurmes, welche mit „Lecanocephalus denticulatus D. Sndis gigantis" etiquettirt 
sind. Da nun in Vastres Cuvieri keine andere beschriebene Lecanocephalus- Art 
als spinulosus vorkommt, so vermuthe ich, dass Diesing diese Art zuerst den- 
ticulatus genannt hat. Vollkommen stimmt allerdings nicht die Beschreibung 
Die sing 's mit dem vorliegenden Wurme überein. 

Er erreicht eine Länge bis 25 mm. und zeichnet sich durch seine vordere 
keulenförmige Anschwellung aus (Taf. III, Fig. 10). Sein ganzer Körper ist 
von Stacheln besetzt, welche Auszackungen der Cuticularringel entsprechen 
(Taf. III, Fig. 16). Die Entfernung der einzelnen Stachelringe von einander, 
sowie die Länge der Stacheln selbst ist jedoch an den einzelnen Körpertheilen 
des Wurmes sehr verschieden. Die Stachelkränze beginnen gleich hinter der 
Einkerbung, welche den später zu beschreibenden Mund vom Körper trennen, 
sind zuerst sehr eng und dort, wo die Halsanschwellung ist, am weitesten von 
einander entfernt und am grössten. Bei einem 9 von 25 mm. Länge und einer 



*) Siehe diese Abhandlungen Bd. XXXII, p. 117. 

14* 



108 



Richard v. Dräsche. 



grössten Halsdicke von 56 mm. waren die Ringe hier 06 mm. von einander 
entfernt und die Stacheln 0*023 mm. lang. Von da an werden die Ringe immer 
enger, die Stacheln immer kürzer und verschwinden letztere fast vollständig am 
Hinterende. In der Mitte des oben erwähnten Wurmes war die Entfernung der 
Stachelkränze nur mehr 01 mm. Diesing zeichnet nun allerdings (1. c. Taf. XIV, 
Fig. 14 und 15) die Oberfläche des Wurmes gleichmässig bestachelt. Sollte dies 
blos ein Fehler in der Zeichnung sein? Bei Lee. Köllari Molin (Prodom. Faunae 
helminth. Venetae p. 127, Taf. XIV, Fig. 3, 5, 6) nimmt die Länge der Stacheln 
und die Breite der Ringeln gegen hinten zu. 

Der Kopf des Wurmes ist durch eine Einschnürung vom Halse abgesetzt 
und vorne senkrecht abgestutzt, ja das Vorderende ist sogar etwas beckenartig 
vertieft (daher der Name, von Xey.avrj, Becken). Die drei dünnen häutigen, platt 
am Vorderrande liegenden Lippen (Taf. III, Fig. 14 und 15) mit nach aufwärts 
umgeschlagenem Saum erinnern in ihrer Stellung an Ascaris oder Heteracis; 
sie sind untereinander fast gleich, wenn auch eine Sonderuug in Bauch- und 
Rückenlippen unverkennbar ist. Jede der drei Lippen besitzt zwei flache und 
bei guter Beleuchtung sichtbare Papillen. Der Eingang in den Oesophagus ist 
dreieckig. Der Oesophagus mündet in den Darm fast unter rechtem Winkel. 
In der Verlängerung des Oesophagus findet sich ein dünner, stabartiger, gerade 
nach hinten verlaufender Blinddarm, dessen Länge fast ein Vierttheil des ganzen 
Wurmes beträgt. Ein anderer kurzer Anhang findet sich dort, wo der Darm 
sich rechtwinkelig nach hinten umbiegt (Taf. III, Fig. 11), und wird durch zahl- 
reiche Fasern an der Muskulatur befestigt. Der in seinem Anfangstheile etwas 
schraubenförmig gedrehte Darm zeigt in seiner Mitte Wülste, wie ich sie bei 
Peritractielius (diese Zeitschrift, XXXI. Bd., 1881, p. 187-193, Taf. XII) be- 
schrieben habe und wie sie auch bei Ancyracanthus und Cheiracanthus vorkommen. 
Das cT zeigt zwei ungleiche Spicula. Ueber etwa vorhandene Papillen kann ich 
nichts berichten, da das einzige vorhandene rf sehr schlecht erhalten war. 
Die 9 zeigen stets eine sehr deutliche Spitze am Schwanzende. Bald ist dieselbe 
um hinteren Ende und etwas einziehbar (Taf. III, Fig. 12), bald in Art eines 
Hornes an die Dorsalseite des Wurmes gerückt (Taf. III, Fig. 13). 

Die Stellung der Lccanocephalidea im Systeme gleich hinter den Ascaridca 
ist vollkommen gerechtfertigt. Am liebsten möchte ich jedoch die dreilippigen 
Lecanoccphalidea, Jleterocheilidea und Conocephalidca als Unterfamilien gleich- 
werthig mit den Peritrachclidea in die grosse Familie der Ascaridea stellen. 

Heterocheilidea. 

Heteroohettus tunicatus Diesing (Bericht in der L5. Versammlung 
deutscher Naturforscher und Aerzte, p. 189; Annal. des Wien. Museums, II. Bd., 
p. 280, Taf. XV, Fig. 1-8; Taf. I, Fig. 18; Syst. Helm., p. 209). 

„(,'orpwi rectum, collum tunica novemplicata, plicis 3 lonyioribus vali- 
Maribut arUrortwn düaktiü, räiquis intertnediie binis brevioribus, limbo postico 

undulafo. Long. mar. I- /\V', fem. 7- i'/j", crassü 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin's. 



109 



Diese von Diesing äusserst genau und richtig beschriebene und ab- 
gebildete Art zeichnet sich durch ihre höchst complicirt gebauten drei Lippen 
aus. Sie zerfallen in eine in sich symmetrische Rücken- und zwei unter sich 
symmetrische Bauchlippen. Die Lippen sind im Ganzen von sehr durchsichtiger 
membranöser Beschaffenheit. Ihre Structur ist folgende : Die Rückenlippe (Taf. IV, 
Fig. 2 und 4) hat einen schief nach hinten und innen abgestutzten Vorderrand. Zwei 
säbelförmige Lobi gehen convergirend nach vorne, zwei andere schief von innen 
nach aussen führende Lobi gehen zu zwei grossen, flachen, äusseren Papillen. 
An der Innenseite der Rückenlippe bemerkt man noch einen grossen, kolbigen, 
unpaaren Lobus. Die beiden symmetrischen Bauchlippen (Taf. IV, Fig. 1 und 3) 
sind vorne schräg nach innen abgestutzt. Sie besitzen auf der von der Symmetrie- 
ebene abgewendeten Seite einen schmalen Lobus, einen kurz abgestutzten breiten 
Lobus an ihrem Vorderende und einen kolbenförmigen Lobus nach hinten zu. 
Am Rücken dieser Lippen befindet sich in der Gegend des schmalen Lobus eine 
grosse, sehr flache Papille. An den Seiten gehen alle drei Lippen in flügelartige 
Fortsätze aus, in welche sich ein sichelförmiger Pulpafortsatz erstreckt. Nach 
unten und aussen verlängert sich die Lippe in einen membranösen zungenartigen 
Fortsatz. Zwischen je zwei zungenartigen Fortsätzen befindet sich eine oben 
bogenförmig (mit der Concavität nach hinten), unten wellig begrenzte Membran, 
welche in ihrer Mitte zwei grössere mittlere und zwei kleinere seitliche Falten 
aufweist (Diesing hat die zwei kleineren übersehen, daher er bei Zuzählung 
der drei zungenförmigen Fortsätze nur neun Falten anführt). Die Rückenlippe 
überragt bei der Profilansicht des Wurmes etwas die beiden anderen Lippen. 

Am Ende des Oesophagus befindet sich ein langer, gerade nach vorne 
bis kurz vor die Mundhöhle sich erstreckender Blinddarm (Annal. des Wien. 
Museums, 1. c. Taf. XIX, Fig. 4). Der Darm selbst zeigt keine wulstige Ober- 
fläche. Es sind zwei gleich grosse Spicula vorhanden (Taf. IV, Fig. 5), welche 
grosse, seitliche, flügelartige Fortsätze haben. Der Schwanz des cf ist hinten 
kaum gekrümmt. Er zeigt fünf postanale und drei präanale Papillen (Taf. IV, 
Fig. 5). Eins, zwei und drei stehen nahe bei einander und sind klein, vier und 
fünf sind gross und unterhalb des Afters. 

Conocephalidea. 

ConocepJialus typicus Diesing (Revis. d. Nemat., p. 669 sammt Tafel). 

„Corpus elongatum teretiusculum. Caput conicum, limbo suo postico 
cremdato a corpore distante, retractile. Os in apice capitis. Extremitas 
caudalis maris semispiralis, subtus excavata, papilla duplici subterminali, 

feminae subrecta. Penis Apertura genitalis feminea infra corporis 

medium sita; uterus simplex, ovariis et oviductibus duobus. Ovipara. — Corpus 
subaequale transverse striatum, os minimum. Long. mar. ad 2", crassit ad 
3 /*'" feminae ultra 2", crassit 1"' , longit. capitis ad z l^". u 

Unter den im Museum befindlichen Würmern, welche von Diesing mit diesem 
Namen bezeichnet sind, befindet sich ein mit dem merkwürdigen schirmartigen 



110 



Richard v. Drasch 



Kopfe, wie ihn Die sing abbildet, von den drei übrigen Exemplaren hingegen 
war eines kopflos, die anderen zeigten aber einen deutlichen dreilippigen Mund. 
Was nun das Exemplar mit dem schirmförmigen Vordertheile betrifft, auf welches 
die Gattung begründet ist, so suchte ich vergebens nach einer Mundöffnung. 
Di es in g erwähnt in seiner Gattungsdiagnose, dass der Kopf retractil sei, bildet 
aber Fig. 8 mit der Erläuterung „caput magna ex parte retractum" den Vorder- 
theil eines Wörmes mit Lippen ab. Bei näherer Untersuchung stellt sich übrigens 
heraus, dass der schirmförmige Theil weiter nichts als ein losgerissenes Stück 
der Darmschleimhaut des Wirthes ist, in welche der Kopf des Wurmes ein- 
gesenkt war. Nach Entfernung derselben kam der Mund mit den drei Lippen 
zum Vorschein. Die Lippen zerfallen in eine Eücken- und zwei Bauchlippen. 
Nicht allein jedoch dass die erstere von den letzteren sehr verschieden ist, ja 
selbst die Bauchlippen sind nicht ganz symmetrisch zu nennen. Die Dorsallippe 
(Taf. III, Fig. 6 und 7) besitzt eine schräg nach aussen geneigte Basis und zer- 
fällt in zwei halbkreisförmige Seitenlappen und einen zweigetheilten Mittellappen. 
In letzteren gehen zwei Lobi ein; an seiner Innenseite bemerkt man eine fein 
zerschlitzte Zahnplatte, ebenso trägt der Vorderrand der beiden Seitenlappen 
eine Zahnreihe. Die beiden Bauchlippen haben einen halbkreisförmigen Vorder- 
rand. An ihrer Innenseite sind zwei Zahnplatten zu sehen, welche eine vielfach 
zerschlitzte Lamelle tragen. Der bogenförmige Vorderrand der Lippe ist mit 
feinen Zähnen versehen. Wie die 280fache Vergrösserung (Taf. III, Fig. 1 und 2) 
zeigt, sind diese Bauchlippen keineswegs symmetrisch. Ich muss hier ausdrücklich 
bemerken, dass die Lippen, ohne durch ein Deckgläschen beschwert zu sein, mit 
der Camera lucida gezeichnet wurden, dass also die verschiedene Gestalt der- 
selben nicht etwa die Folge einer ungleichen Compression sein kann; übrigens 
constatirte ich die Asymmetrie der Bauchlippen an zwei Exemplaren. Hinter den 
Lippen zeigen die Cuticularringe einen schneidenden Rand. 

Oeffnet man den Wurm der Länge nach, so bemerkt man ein Gefässband 
ganz in derselben Weise, wie ich es von Peritrachelius (1. c. p. 5—6, Taf. XII, 
Fig. 3, 8, 9, 12, 13) beschrieben habe. Alles was dort über seine Structur und 
die Ausmündung desselben gesagt wurde, gilt auch hier (Taf. III, Fig. 8). Das 
Band beginnt bei einem Q von 40 mm. Länge knapp hinter den Lippen und 
reicht bis 20 mm. hinter denselben. Es hat eine grösste Breite von 1 mm., 
erstreckt sich von der rechten Seitenlinie bis zur Bauchlinie und umgibt bogen- 
förmig einen Theil des Darmes. Die Oberfläche des Darmes ist hauptsächlich 
im Mitteitheile stark gewulstet und quergefaltet. Die Vulva findet sich in der 
Mitte des Q, bei dem vorerwähnten Exemplar 23 mm. vom Vorderende. Die 
karze Vagina geht in einen zweitheiligen Uterus über, der ein Lumen von 1 mm. 
besitzt. Der Uterus wird von grossen sechseckigen Zellen gebildet, welchen 
aussen eine schwache Quermuskellage aufliegt. Von den beiden Eierschläuchen 
erstreckt sich der eine nur bis zum After, der andere kehrt dort angelangt nach 
vorne um und reicht bis zum Hinterende des Gefässbandes. 

Der gekrümmte Schwanz des $ trägt eine Bursa. Ich konnte zehn 
postanale Papillcm zählen (Taf. III, Fig. 9), von denen 1, 2 und 3 mit 



Revision der Original-Exemplare Diesing's and Molin's. 



III 



kegelförmiger Pulpa. Präanale Papillen sind über siebzig vorhanden, sie sind 
in mehreren Längsreihen beiderseits der Bauchlinie angeordnet. Die Spicula 
konnte ich nicht beobachten, doch sah ich bei einem Exemplare eine sackförmige 
Vorragung am After, welche mich das Vorkommen einer vorstülpbaren Penisscheide 
vermuthen lässt. (Auf Fig. 9 seiner Abhandlung gibt Die sing etwas Aehnliches.) 

Der eben beschriebene Wurm gehört zur Die sing 'sehen Unterfamilie 
der Peritracheliden. Mundwerkzeuge, Gefässband, Bursa, Art der Papillen- 
anordnung und die Gegenwart einer vorstülpbaren Penisscheide weisen darauf 
zweifellos hin. Da die Gattung Conocephalus Diesing, als auf falsche Merkmale 
gegründet, aufzulassen ist, so ist der Wurm von nun an als Peritrachelius typicus 
zu bezeichnen. 

Acanthocladea. 

Ancyracanthus pinnatifidus Diesing (Annal. des Wien. Museums, 
Bd. II, p. 227, Taf. XVIII, Fig. 1-20; Taf. XIX, Fig. 21—27; Syst. heim., 
p. 207-208). 

„Corpus subeylindricum utrinque aequdliter attenuatum. Caput corpore 
continuum spinulis 4 cruciatim dispositis pinnatifidis retroflexis armatum. 
Os terminale orbieülare. Extremitas caudalis maris spiraliter involuta, pene 
filiformi vaginae bipartitae auribus linearibus excepto; feminae oblique conica, 
apertura genitali retrorsum sita. — Corpus parum flexuosum. Pinnuli apice 
erosi. Long. mar. l^l^—ä", fem. 2 — 2 1 f 2 ", crassit l'". u 

Die Anatomie dieses Wurmes wurde von Diesing so ausführlich be- 
schrieben und abgebildet, dass ich mich auf einzelne Richtigstellungen beschränken 
kann. Der Mund besteht aus zwei schildförmigen, aussen kuppeiförmig gewölbten 
(Taf. IV, Fig. 9) Lippen. Dieselben sind nicht dorsoventral, wie Diesing meint, 
sondern lateral wie bei Physaloptera. Die Innenfläche der Lippe zeigt eine 
eigenthümliche löffeiförmige Zeichnung. Jede der beiden Lippen besitzt zwei 
seitliche Anhänge. Dieselben bestehen aus einem spindelförmigen Stamm mit 
zwei seitlichen, vielfach zerschlitzten, gegen ersteren gekrümmten Flügeln. Die 
Stellung derselben an dem Wurme hat Diesing auf Taf. XVIII, Fig. 3 und 4 
verkehrt gezeichnet. Die Concavität der beiden Flügeln ist nach vorne gerichtet. 
Die Zeichnungen, welche durch die Anordnung der Pulpa in den Anhängen 
hervorgebracht werden (Taf. IV, Fig. 8) sind äusserst complicirt. Die in die 
Seitenäste vom Hauptstamm eindringende Pulpa sendet zahlreiche baumartige 
Verzweigungen an die Oberflächenmembran. Der Stamm selbst ist nicht 
durchgehends hohl, wie Diesing meint, sondern es wird seine Mitte von einer 
Keine grosser, blasiger Hohlräume eingenommen, die aber untereinander in 
keinem sichtbaren Zusammenhange stehen. Bei einem Querschnitt durch einen 
Anhang, welcher durch einen dieser Hohlräume geführt wurde, sieht man den 
Stamm von einigen chitinösen (?) Scheidewänden durchzogen. Schneidet man 
den Wurm vorne der Länge nach auf, so bemerkt man vier kolbenförmige 
Körper, deren jeder der an Ursprungsstelle eines Anhanges befestigt ist. Bei 



112 Richard v. Dräsche. 

aufmerksamerer Betrachtung bemerkt man, dass jeder dieser Körper an seiner 
Aussenseite noch einen Strang besitzt, der seitlich an die Muskulatur befestigt 
wird. Weiters sieht man noch einen oder zwei Stränge ganz untergeordneter 
Art. Diesing hat die Verbindung des kolbenförmigen Körpers mit den An- 
hängen gezeichnet (1. c. Taf. XVIII, Fig. 4). Ich selbst konnte eine solche nicht 
beobachten. Da er von der Ansicht ausgeht, dass beide Organe hohl sind, ver- 
muthet er, dass die kolbenförmigen Körper als Tie dem an n 'sehe Bläschen func- 
tioniren. Wie wir jedoch gesehen haben, besitzen die Anhänge keinen continuir- 
lichen Hohlraum. Ebensowenig konnten mich Querschnitte der kolbenförmigen 
Organe (Taf. IV, Fig. 6 und 7) von einem solchen überzeugen ; zahlreiche blasen- 
förmige Hohlräume sind allerdings vorhanden. Die spiral gewundene chitinöse 
Schichte, wie sie bei Cheiracanthus an ähnlichen Organen vorkommt, fehlt hier 
vollständig. Das Innere besteht aus einer structurlosen Masse, in welcher sich 
eine der Oberfläche parallele, im Querschnitt ellipsoidsche, dünne, durch Carmin 
stark gefärbte Schichte erkennen lässt, welche gegen hinten und nach aussen 
zu stark verdickt ist (Taf. IV, Fig. 7) und hier einen Hohlraum zeigt. Die 
weiblichen Geschlechtsorgane bestehen aus einer etwa 2 mm. langen recht- 
winkelig gebogenen Vagina, die sich in zwei Uterusäste spaltet, die beide eine 
mittlere starke Anschwellung zeigen. Der eine Ast geht direct nach hinten, 
der andere schlägt zuerst eine Richtung gerade nach vorne ein, wendet sich 
dann aber ebenso nach hinten (Taf. IV, Fig. 10). Die Zeichnungen, die Diesing 
gibt, sind unrichtig. Der Schwanz des trägt sehr starke Dorsoventral- 
Muskeln, zwei gleiche lange Spicula und eine sehr kleine postanale und zwei 
grössere präanale Papillen. 

Ancyracanthns bilabiatus Molin (Sitzber. d. k. Akad. d. Wissensch., 
Bd. XL, p. 343). 

„Corpus capillare, densissime transversim striatum, caput corpore con- 
tinuum, spinulis 4 cruciatim dispositis pinnatifidis, retroflexis, maris majoribus, 
feminae minoribus armatian; os terminale bilabiatum, labiis papillaefor- 
mibus minimis; extremitas anterior sensim attenuata; caudalis maris bis 
spiraliter torta, utrinque alata alis latis, singula papillis brevibus apice incras- 
satis exoruata; vagina penis monopetalabrevis, crassa, navicularis ; penis longus 
ßliformis; extremitas caudalis feminae subito obtuse conica, semel spiraliter 
torta, apice obtusissimo, centro depresso; anus ab apice caudali haud remotus; 
apertura vulvae in posteriore corporis parle, prominula bilabiata, labio superiori 
tumido. Long. mar. 007, fem. 0W9." 

Mir stand von diesem seltenen Wurme nur ein kleines, schlecht erhaltenes 
et zur Untersuchung zu Gebote. Jede Lippe ist mit einem grösseren Aussen- und 
einem kleinen Innenzahne versehen. Von den vier Anhängen, welche die Lippen 
zieren (Taf. III, Fig. 21), ist jede wieder in vicr(?) gleiche Lappen zerschlitzt. 
Die Mund Werkzeuge sind so klein, dass alles dies nur bei den stärksten Ver- 
^rÖHHerungen zu beobachten ist. Der Oesophagus zerfällt in einen vorderen 
düniHMi und einen hinteren dickern Theil. lieide Theile messen bei dem 7 nun. 



Revision der Original-Exemplare Diesiug's und Moliti's. 



113 



langen Wurme 2 mm. Der Schwanz des ^T, dessen Aufrollung nicht gelang, 
trägt 6—7 Papillen. 

Diesing hat für diese Art die Gattung Ancyracanthopsis (Revis. d. 
Nemat , p. 670) errichtet. 

Elap7iocepha?usoctocomutusM.olm (Sitzber. d. k. Akad. d. Wissensch., 
Bd. XL, p. 344). 

„Caput discretum, utrinque aculeis maximis quatuor armatum, recurvis, 
quorum centrales majores apice serrato, laterales minores apice bicuspidato; 
os papillis duabus mamillatis; corpus latum spinulosum, spinulis brevibus 
acutissimis, in circulos crebros transversale dispositis; extremitas anterior 
sensim attenuata; posterior aequalis, apice obtusissimo; apertura vulvae ad 
os. Long. fem. 00012, crassit 0'004." 

Das einzige vorhandene Exemplar ist ein 9- Der Mund wird von zwei 
seitlichen kleinen Lippen gebildet, welche einen grossen Aussenzahn tragen und 
inwendig eine eigenthümliche Figur zeigen (Taf. III, Fig. 21). An den Seiten 
der Lippen hängen zwei, also im Ganzen vier bandförmige, platte, zweiarmige 
Anhänge (Taf. III, Fig. 21 und 23). Der der Symmetrie-Ebene des Wurmes 
zugekehrte längere Arm ist an der einen Seite geradlinig begrenzt, die andere 
Seite, sowie das hintere Ende sind unregelmässig gezähnt. Der kleinere Arm 
ist nur an seinem Hinterende ausgezackt. Macht man den Wurm durch Reagentien 
durchsichtig, so gewahrt man vier kolbenförmige Organe, wie sie bei Ancyr. pinna- 
tifidus vorkommen. 

Cosmocephalus papillosiis Molin (Sitzber. d. k. Akad. d. Wissensch., 
Bd. XXXVIII , p. 24). 

„Caput a corpore distinctum, scutellis quatuor ovatis, capiti adnatis, 
antice conjunctis, spinulisque 2 lateralibus infra scutella et alas, acuminatum, 
subtriquetrum ; os terminale bilabiatum labiis papillaeformibus , papillis que 
quatuor adscutellorum originem cruciatim oppositis; corpus subcylindricum . 
irregulariter inflexum, retrorsum attenuatum, alis duabus linearibus, minutissime 
transversim striatis; extremitas caudalis maris apice rotundato, limbis late- 
ralibus angustis utrinque papillis 9 fungiformibus ornatis; vagina penis bre- 
vissima, navicularis; penis longus, retrorsum increscens. Long. mar. 0W8." 

In einem Fläschchen mit der Aufschrift „Spiroptera obvellata Lari marini 
— Histiocephalus spiralis D." fanden sich zwei und zwei Q, welche mit der 
oben genannten Art übereinstimmen, obwohl der in dieser Möve vorkommende 
Cosmocephalus die Art alatus Molin wäre; die Länge der cf ist 10mm., die 
der 9 20 mm. Der Mund besteht aus zwei lateralen Lippen, welche einen 
kleinen Aussenzahn und zwei grosse kolbige Papillen besitzen (Taf. III, Fig. 20). 
Ausserdem bemerkt man noch zwei kleine, nach hinten gerückte Zwischenlippen, 
die eine dorsoventrale Lage haben. Die vier grossen membranösen Anhänge 
sind schildartig. Die zwei Stacheln stehen an den Seiten zwischen den An- 
hängen und den schmalen Halsflügeln (Taf. III, Fig, 17). Der Oesophagus besteht 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abb. 15 



114 



Richard v. Drasch 



aus einem vorderen dünnen nnd einem hinteren dicken Theile. Bei einem 18 mm # 
langen 9 mass der erstere Theil 1*2 mm., der andere 4*5 mm. (Taf. III, Fig. 19). 
Der Schwanz des trägt zehn Papillen, davon sechs postanale und vier präanale. 
Papille 1 ist äusserst klein. Die anderen Papillen haben eine kegelförmige 
Pulpa. Die Gattung Cosmoceyhalus wird vielleicht am besten mit Dispharagus 
zu vereinen sein; Mundbildung und Zahl der präanalen Papillen stimmen voll- 
ständig überein. 

Tetrameridea. 

Tropidocerca paradoxa Diesing (Medic. Jahrb. d. k. k. österr. Staates, 
neueste Folge, Bd. VII, p. 94, Tab. I und II; Syst. heim., Bd. II, p. 207). 

„Corpus maris subcylindricum, gracile; feminae subglobosum fasciis 4 
longitudinalibus oppositis aequidistantibus signatum. Caput breve conicum 
corpore continuum. Os terminale orbiculare. Extremitas caudalis maris recta 
acuta subtus excavata, pene ßiformi in vagina tubulosa; feminae conica brevis, 
apertura genitali antrorsum sita. — Corpus maris antrorsum magis attenuatum, 
arcuatum dlbum; feminae subglobosum utrinque acute conicum, zonis transversis 
numerosissimis, sanguineo-rubrum. Long. mar. 5—6"', crassit Va"'; fem. 3—4'", 
crassit 3"'. u 

Diese Art, welche sich wie alle Tropidocerca-Species durch die auffallende 
Verschiedenheit der cf und Q in Gestalt, Grösse und Muskulatur auszeichnet, 
wurde von Diesing schon im Jahre 1835 sehr ausführlich beschrieben und ab- 
gebildet. Der runde, lippenlose Mund trägt vier kleine Papillen und erweitert 
sich zu einem kurzen Vestibulum (Taf. X, Fig. 13), auf welchen ein aus einem 
engeren vorderen und einem weiteren hinteren Theile bestehender Oesophagus 
folgt. Dieser mündet in einen langen Magen, der vom Enddarm durch eine 
Einschnürung getrennt ist. Die männliche Geschlechtsröhre beginnt am hinteren 
Oesophagusende mit einer kleinen Anschwellung und verläuft ohne Windungen 
zum After. Sowohl der Enddarm als das Vas deferens zeigen an ihrem hinteren 
Ende eine birnförmige Anschwellung; Tropidocerca ginecophila Molin zeigt 
dieselbe Eigenthümlichkeit. Das besitzt stets zwei Spicula. Dieselben sind 
jedoch in ihrer Länge äusserst verschieden. Bei allen von mir untersuchten 
Exemplaren war das rechte Spiculum das kürzere und mass 0'48 mm., während 
das linke 8 mm. und darüber lang war. Das kurze stabförmige Organ ist stets 
ausserhalb des Afters zu sehen, das lange ist weit in seine Scheide zurückgezogen. 
Diesing hat nur ein Spiculum beobachtet und lässt dieses durch eine 
Oeflhung oberhalb des Afters ausmünden. Unter dieser Oeffnung zeichnet er 
(1. c. Taf. 1, Fig. fj) eine tiefe, halbmondförmige Grube, welche er fälschlich für 
den After hält. In Wirklichkeit fällt knapp hinter dem After die Schwanz- 
Mpitze steil nach hinten ab und erzeugt dort eine kleine Einsenkung, welche 
Die in;; unrichtig dentote. Lieberkühn (Müller's Archiv, 1855, p. 330, 
Taf XIII, Fig. '.)) beschreibt eine aus Anas boschas stammende Tropidocerca 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin'e. 



115 



(von Diesing in seiner Revision Trop. fissispina genannt) mit zwei Spicula- 
mündungen oberhalb des Afters. Von dieser Art erwähnt auch Li eberkühn 
die grosse Ungleichheit der Spicula, welche ein gutes Gattungsmerkmal zu sein 
scheint. Wenn Molin (Prodrom, faunae heim, venetae p. 109 — 111, Taf. X, 
Fig. 15) bei Trop. ginocephüa die Abwesenheit von Spicula hervorhebt, so 
möchte ich dies doch nur für einen Beobachtungsfehler halten. Ebenso hat 
v. Linstow bei Tropidocerca paradoxa (später von ihm als Trop. inflata 
Diesing berichtigt, Archiv, f. Naturgesch., 42. Jahrg., Bd. I, p. 5, und 45. Jahrg., 
Bd. IV, p. 177) nur ein Spiculum beobachtet und hält darum Trop. ßssispina mit 
Unrecht nicht zu dieser Gattung gehörig. Der Schwanz des cT war von sehr 
kleinen, fast punktförmigen Papillen besetzt, von denen fünf postanale und 
mehrere präanale (Taf. III, Fig. 25). 

Was die Anatomie der merkwürdigen, tonnenförmig gestalteten 9 betrifft, 
so waren die im Museum befindlichen Exemplare so schlecht erhalten, dass ich 
mich nur auf einige Worte über den Hautmuskelschlauch beschränken muss. 
Der kugelige Leib der Q , welcher vorne und hinten in einen konischen Zapfen, 
den Mund und der Schwanzspitze, endigt, wird durch vier meridionale Furchen, 
welche den Seitenfeldern und der Bauch- und Rückenlinie entsprechen, getheilt. 
Die Oberfläche wird von einer structurlosen Cuticula gebildet. Betrachtet man 
den Hautmuskelschlauch von innen, so ergibt sich, dass die vier meridionalen 
Felder von kräftigen Längsmuskeln bedeckt werden (Taf. HI, Fig. 26, und 
Taf. IV, Fig. 12). Nur in der Mitte der beiden Seitenfelder weichen dieselben 
auseinander, um dem Seitengefäss mit seiner Matrix Platz zu machen. Die 
meridionalen Felder werden in regelmässiger Anordnung durch sehr dünne, quere 
Muskelbündel mit einander verbunden, welche bei ihrem Eintritt in die Längs- 
felder sich verbreitern und auf der Cuticula aufliegen. Derartige Quermuskeln 
sind 90 — 100 vorhanden. Gegen die beiden Enden des 9 nehmen ihre Ent- 
fernungen von einander ab. Die einzelnen Quermuskeln selbst werden durch 
zahlreiche Muskel-Protoplasmafäden von grosser Feinheit mit einander ver- 
bunden. Lieberkühn hat in seiner Arbeit (1. c. p. 115—118) die Muskulatur 
des 9 von Trop. fissispina ganz ähnlich beschrieben. Soweit mir bekannt, 
bietet Tropidocerca das einzige Beispiel einer Ringmuskulatur unter den Nema- 
toden, und es wäre nur zu wünschen, dass dieselbe an wohl conservirten Exem- 
plaren näher untersucht würde. 



Nachtrag. 

In demselben Fläschchen, in welchem sich die aus Vastres Cuvieri stam- 
menden Exemplare von Lecanocephalus befanden, waren noch eine neue Ascaris- 
Art (cD und ein Cucullanus (9), deren Beschreibung hier kurz folgen soll. 

15* 



116 



Richard v. Dräsche. 



Ascaris serrata n. sp. Taf. V, Fig. 3 und 4. Männchen, 14 mm. lang, 
Lippen sehr klein, halbkreisförmig, mit zwei Zahnplatten, welche an ihrer Innen- 
seite eine Zahnreihe tragen. Der Schwanz ist ohne Saugnapf, mit einer kleinen 
Bursa. Es existiren sieben postanale und circa vierzig kegelförmige, eng aneinander 
gereihte präanale Papillen. Die Papille 5 ist gross und kolbig angeschwollen. 
Zwischen den Papillen 5, 6 und 7 befindet sich eine sägeförmig ausgezackte 
Cuticularleiste. Diese Art zeigt eine merkwürdige Aehnlichkeit der Lippen mit 
Heteracis; die Abwesenheit eines Saugnapfes bestimmte mich jedoch, sie zu 
Ascaris zu stellen. 

Cucullanus tridentatus n. sp. Taf. V, Fig. 1 und 2. Weibchen, 
10 mm. lang. Mundkapsel mit zwei kreisförmigen Platten aus Chitinsubstanz 
(„Papillen" Schneider's) jederseits. Die Gabel besteht aus drei gleichen stab- 
förmigen Armen. Die Basis des Dreizacks ist mit einer schildförmigen Zeichnung 
versehen. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel III. 

Fig. 1. Peritrachelius typicus Dies., linke Bäuchlippe von innen (Vergr. 280). 

„2. „ „ rechte Bauchlippe von innen (Vergr. 280). 

„3. „ „ rechte Bauchlippe von aussen (Vergr. 125). 

„ 4. „ „ linke Bauchlippe von aussen (Vergr. 125). 

„ 5. „ „ Mund von vorne (Vergr. 125). 

„ 6. „ „ Rückenlippe von innen (Vergr. 125). 

„ 7. „ „ Rückenlippe von aussen (Vergr. 125). 

„ 8. „ „9, ganzer Wurm der Länge nach aufgeschnitten, 

um die Eingeweide, Geschlechtsorgane und das 
Gefässband zu zeigen (Vergr. 3). 

„ „ „ Schwanz des (Vergr. 60). 

„ L0. Lecanocepluüus spinulosus Diesing, ganzer Wurm Q (Vergr. 3). 

9 11. „ „ Oesophagus mit den beiden Blindsäcken 

(Vergr. 40). 

„ 12. 9 n | Vorschiedene Formen vom Schwanzende 

p 13. | ff j des 9. 



Revision der Original-Exemplare Diesing"s und Molin's. 



117 



Fig. 14. Lecanocephalus spinulosus Diesing, Mund von vorne (Vergr. 125). 
„15. „ „ Vordertheil des Wurmes, vom Bauche ge- 

sehen (Vergr. 60). 
„ 16. „ „ Zwei Stachelkränze (Vergr. 280). 

„ 17. Cosmocephalus papillosus Molin, Vordertheil des Wurmes, vom Bauche 

gesehen (Vergr. 60). 
„18. „ „ Schwanz des <j\ 

„19. „ „ Oesophagus (Vergr. 8). 

„20. „ „ Lippe von aussen (Vergr. 80). 

„ 21. Elaphocephalus octocornutus Molin, Vordertheil des Wurmes, vom Bauche 

gesehen (Vergr. 140). 
„22. „ „ Lippe von innen (Vergr. 300). 

„ 23. „ „ Anhang (Vergr. 280). 

„ 24. Ancyracanthus bildbiatus Molin, Vordertheil des Wurmes, von der Seite 

gesehen (Vergr. 140). 
„ 25. Tropidocerca paradoxa Diesing, Schwanz des c? (Vergr. 53). 
„26. „ „ Stück des Bauchmuskelfeldes mit Quermuskeln 

(Vergr. 40). 



Tafel IV. 

Fig. 1. Heterocheilus tunicatus Diesing, zwei Bauchlippen von aussen (Vergr. 120). 
„ 2. „ „ Eückenlippe von innen (Vergr. 120). 

„ 3. „ „ Bauchlippe von innen (Vergr. 120). 

„ 4. „ „ Eückenlippe von aussen (Vergr. 120). 

„ 5. „ „ Schwanz des cf (Vergr. 50). 

„ 6. Ancyracanthus pinnatifidus Diesing, Querschnitt durch den Wurm, 

hinter den Lippen (Vergr. 125). 
„7. „ „ Querschnitt, 1 mm. hinter dem vorigen 

(Vergr. 125). 

„ 8. „ „ Mundanhang (Vergr. 106). 

„ 9. „ „ Seitenhälfte des Vordertheiles, von innen 

gesehen, um die Lippe und die kolben- 
förmigen Organe zu zeigen (Vergr. 106). 

»10. „ „ Weibliche Geschlechtsorgane (Vergr. 15). 

»11. „ „ Schwanz des cf (Vergr. 25). 



118 Richard v. Dräsche, Revision der Original Exemplare Diesing's und Molin's. 

Fig. 12. Tropidocerca paradoxa Diesing, Hautmuskelschlauch des Vordertheiles 

eines £, von innen gesehen (Vergr. 10). 
„ IS. „ „ Vordertheil (Vergr. 120). 

Tafel V. 

Fig. 1 und 2. Cucullanus tridentatus n. sp., Kopf von zwei Seiten (Vergr. 120). 
„ 3. Ascaris serrata n. sp., Kückenlippe, von innen (Vergr. 120). 
„ 4. „ „ Schwanz des (Vergr. 120). 



119 



Ueber eine neue Synascidie (Polyclinoides diaphanum) 
aus Mauritius. 

Von 

Dr. Richard v. Dräsche. 

(Mit Tafel V, Fig. 5—10.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 7. Februar 1883.) 

Gelegentlich der Bestimmung der im hiesigen Hof-Museum befindlichen 
zusammengesetzten Ascidien fiel mir eine mit der Aufschrift „Amaroucium 
proliferum M. E. Mauritius"' befindliche Synascidie auf, welche sich, durch 
verschiedene Eigenthümlichkeit ausgezeichnet, schwer einem der bisher bekannten 
Genera oder Subgenera einreihen lässt. Der verhältnissmässig recht günstige 
Erhaltungszustand setzte mich in den Stand, diese Art näher zu untersuchen. Der 
Cornaus bildet knollige Massen bis zu 2 cm. Durchmesser, die von einer seltenen 
Durchsichtigkeit sind, so dass man die Einzelthiere deutlich durch die gem. 
Tunica wahrnehmen kann. Die Systeme scheinen unregelmässig zu sein, hie 
und da gelang es mir, noch einzelne Kloakenmündungen an der Oberfläche des 
Cormus zu entdecken. Die Thiere haben eine Länge bis 8 mm., davon entfallen 
circa 3 mm. auf den Kiemensack, 2 mm. auf das Abdomen und 3 mm. auf 
das Postabdomen. Der kelchförmige Branchialtrichter ist mit sechs stumpfen 
Zähnen versehen. Es sind zwölf abwechselnd längere und kürzere Tentakeln 
vorhanden. Die Kloakenöffnung wird von einem kurzen, weit nach unten ge- 
rückten Tubus mit glattem Rande gebildet. Der Tubus trägt eine sehr starke, 
aus 6—8 Bündeln bestehende Ringmuskulatur. Oberhalb des Kloakenrohres, 
von demselben durch einen ziemlichen Zwischenraum getrennt, befindet sich 
eine nicht allzugrosse Analzunge. Ein Muskelbündel (Taf. V, Fig. 7) verbindet 
den Tubus mit der Analzunge und reicht fast bis zur Spitze derselben. Der 



120 



Richard v. Dräsche. 



Kiemensack (Taf. V, Fig. 5 und 6) besteht aus acht Kiemenreihen, welche durch 
die durchsichtigen Ectoderm- uud Peribranchialblätter gut ersichtlich sind. Form 
des Kiemensackes und Endostyls erinnern ausserordentlich an Polyclinum. Der 
Oesophagus mündet in einen ellipsoiden Magen mit zahlreichen, sehr flachen 
Längswülsten. Bei ganz jungen Individuen ist der Magen kugelig und zeigt 
eine muskatnussähnliche Oberfläche. Die Eingeweide bilden meist keine Schlinge, 
oder eine solche, bei der der Magen rechts vor dem Enddarm zu liegen kommt. 
Die Oeffnung des Enddarmes in die Kloake wird von zwei Klappen begrenzt. 
Ich habe dieselben bei den Didemnidae in einer früheren Arbeit erwähnt („Die 
Synascidien der Bucht von Rovigno") und sie als „löffeiförmige Körper" be- 
zeichnet, als welche sie in der Seitenansicht allerdings erscheinen. Wie ich 
mich später überzeugte, kamen diese Klappen auch bei der Familie der Poly- 
dinidae vor und sind zwei eigentümlich gewundene Lappen, welche die von 
rechts nach links sich erstreckende spaltförmige Afteröffnung begrenzen. Die 
beiden Klappen gehen an den Enden des Afterspaltes bogenförmig nach unten 
umgeschlagen in einander über (Taf. V, Fig. 8 und 9), und zwar so, dass die 
beiden Säume ungleich gross sind. Ganz ähnlich geformt sind die Analklappen 
von Polycl. aurantium und Didemuum tortuosum. 

Das die Geschlechtsorgane bergende Postabdomen ist gestielt und sehr 
durchsichtig, in seiner Gestalt an das von Polyclinum erinnernd, wenn auch 
nicht auf die Seite geworfen. Das Ovarium befindet sich knapp unterhalb der 
Eingeweide. Die grossen Hodenfollikel münden in ein Vas deferens, welches 
links vom Enddarm verläuft. Die reifen Eier entwickeln sich im Peribranchial- 
raume, in welchem meist 3 — 5 in allen Entwicklungsstadien anzutreffen sind. 
Die ausgebildete geschwänzte Larve misst 8 mm. im Durchmesser und zeichnet 
sich durch drei grosse, nicht becherförmige, sondern schüsselartige Haftpillen 
und circa dreizehn Embryonalknospen aus. Die letzteren entspringen aus der 
Gegend des hinteren Endostylendes und sind oft noch durch einen feinen, 
aus aneinander gereihten Zellen bestehenden Stiel mit denselben verbunden 
(Taf. V, Fig. 10). 

Eine andere Synascidie, welche aber vollkommen der eben beschriebenen 
gleicht, wurde von meinem Reisebegleiter Dr. Körbl bei der Insel Cebu, eine 
ta Philippinen, gefunden und befindet sich jetzt im hiesigen Museum. Die 
kleinen keulenförmigen Oorrni sind jedoch bei dieser Art ziemlich undurchsichtig. 

Di« weit nach hinten gelegene Kloakenöffnung der eben beschriebenen 
Art bildet eil wichtigen Merkmal von ApUdtUtn s. str. Andererseits erinnert 



Ueber eine neue Synascidie (Polyclinoides diaphanum) ans Mauritius. 



121 



wieder der ganze Habitus des Thieres, die Form des Kiemensackes und des 
Postabdomens sehr an Pölyclinum. Die von der Kloakenöffnung weit ent- 
fernte Analzunge bildet ein so eigentümliches Merkmal, dass ich mich für 
berechtigt halte, auf die beiden Arten von Mauritius und Cebu eine neue 
Untergattung zu gründen, welche ich gleichwerthig mit Amaroucium Apli- 
dium s. str., Fragarium etc. der Gattung Aplidium Sav. (siehe „Zur Classi- 
fication der Synascidien" von R. v. Dräsche, Zool. Anzeiger, 1882, Nr. 128) 
unterordnen und, um ihre Aehnlichkeit mit Pölyclinum hervorzuheben, Poly- 
clinoides nennen will. 



/.. B Ges. B. XXXIII. Abb.. 



16 



Richard v. Dräsche, üeber eine neue Synascidie (Polyclinoides diaphanum). 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel V. 

Fig. 5. Polyclinoides diaphanum n. sp., ganzes Thier (Vergr. 15). 
„ 6. Dorsalhälfte der Branchialöffnung und eines Theiles des Kiemensack' 

von innen (Vergr. 30). 
„ 7. Kloakenöffnung mit Analzunge (Vergr. 60). 
„ 8 und 9. Analklappen, von zwei Seiten (Vergr. 30). 
„ 10. Geschwänzte Larve (Vergr. 60). 



123 



Die Pauropoden Oesterreichs. 

Von 

Prof. Dr. ß. Latzel. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 7. März 1883.) 

Im Jahre 1866 entdeckte der rühmlichst bekannte englische Naturforscher 
Sir John Lubbock gelegentlich seiner Studien über Thysanuren etc. in der 
Umgebung von London einen sehr kleinen, nur circa. 1 mm. langen, schnell- 
füssigen, hochbeinigen und zartleibigen Arthropoden von schneeweisser Farbe 
und kegelförmiger oder verkehrt spindelförmiger Gestalt, welcher weder Insect, 
noch Spinnenthier, noch Krustenthier war und auch zu den damals bekannten 
Myriopoden, den Chilopoden und Diplopoden (resp. Chilognathen) nicht passte. 
Doch schien derselbe den Tausendfüsslern am nächsten verwandt, da (oder 
obwohl) derselbe neun gut gegliederte Beinpaare besass. Dass es Myriopoden 
mit fünfzehn Beinpaaren (Scutigeriden, Lithobiiden), dreizehn Beinpaaren (Poly- 
xeniden), ja sogar mit zwölf Beinpaaren (Scolopendrelliden) gibt, war auch Lub- 
bock bekannt. Der Körper des Thierchens, das der genannte Forscher in einer 
erklecklichen Zahl von Individuen erhaschte, setzt sich zusammen aus zwei Kopf- 
segmenten und zehn Kumpfsegmenten, obwohl nur sieben sculpturlose Rücken- 
schilde den Rumpf bedecken. Die vordersten neun Rumpfsegmente tragen je 
ein Beinpaar, das Endsegment ist fusslos. Die Beine sind lang, von vorne nach 
hinten an Länge zunehmend, stehen in gleichen Abständen hinter einander wie 
bei Chilopoden und überragen die mit fünf Paaren von langen, dünnen Tast- 
borsten versehenen Körperseiten. Stigmen sind nirgends zu bemerken, des- 
gleichen auch keine Tracheen, obwohl das Thierchen in hohem Grade durch- 
scheinend ist. Dagegen findet sich im Innern ein grosser Fettkörper vor, der 
reich ist an Luftbläschen und es verhindert, dass das Thier in Weingeist oder 
Glycerin sofort untersinkt. Auch von Kiemenbildung ist nirgends eine Spur 

16* 



124 



Prof Dr. R. Latzel. 



wahrzunehmen, obwohl das kleine Geschöpf durch seine Fühler stark an ähnliche 
Bildungen der Krebse erinnert. Diese bestehen nämlich aus einer viergliederigen 
Basis (Schaft) und aus drei Geiseln, von denen zwei auf einem breiteren, die 
dritte auf einem schmäleren Griffel aufsitzen. Diese beiden Griffel sind recht 
lang, wenn auch ungleich, und entspringen neben einander auf der Spitze des 
vierten Fühlergliedes, während sie selbst an ihrer Spitze die erwähnten sehr 
dünnen, langen und ungemein feingegliederten Geiseln tragen. Zwischen den 
speichenförmigen Grundgliedern der beiden neben einander entspringenden 
Geiseln sitzt eine kleine hyaline, wie es scheint von Halbmeridianen umfasste 
Kugel (Globulus) von räthselhafter Bedeutung. Aehnliche Fühlerverhältnisse 
finden sich im ganzen Reiche der Arthropoden nicht wieder, doch erinnern, wie 
erwähnt, die der Krebse, noch am meisten daran. Zu beiden Seiten des Kopfes, 
hinter den Fühlern, findet sich ein heller und glänzender, stärker gewölbter (nach 
Lubbock vertiefter) Fleck, der als Auge gedeutet werden könnte, wenn der bei 
den Arthropoden so allgemeine dunkle Farbstoff wenigstens der Spur nach vor- 
handen wäre. Vielleicht ist es ein pho'oskopisches Auge, wie es bei den Scolo- 
pendrellen ja auch vorzukommen scheint. Von Mnndgliedniassen ist ein Paar 
länglicher, plattenförmiger, vorne gezähnter Oberkiefer deutlich wahrzunehmen, 
während von Unterkiefern nur Rudimente auftreten. Zwischen den Oberkiefern 
liegt ein zierliches, chitinöses Schlundgerüst. Von Oberlippe und Unterlippe 
ist schwer zu reden, da man keine Abgrenzung wahrnimmt. Sicher ist es, dass 
ein Gnathochilarium, wie es die Chilognathen auszeichnet und bei den Sym- 
phylen ( Scolopendrella) vorgebildet ist, nicht zur Entwicklung kommt. 

Lubbock legte sich die Frage vor, ob diese Thierchen nicht vielleicht 
die Larvenzusiäude einer anderen bereits bekannten Arthropoden-, resp. Myrio- 
podeji-Form seien. Bei genauer Untersuchung entdeckte er an vielen Individuen 
BWiiCheti dem zweiten und diitten Beinpaare, und zwar an der Basis des zweiten, 
kegelförmige, an der Spitze durchbohrte Vorragungen, welche sich als Geschl^chts- 
öffiiungen ML fd längen mussten, da sie genau an der gleichen Stelle sich finden 
wie die Sexualnittndungen der Diplopoden. Sunderbares Geschöpf! Der Körper- 
beschiiflVnheit nach und durch seine Kusse und Behendigkeit ein Chilupud, durch 
sein.- 1- übler ein Krebs, durch die Lage der GeschlechtsöfTnungen ein Diplopod 
unu durch den Mangel dez Tracheen doch kein Tracheat, durch den Mangel der 
Knmen doch kein Krebs. Für die Selbstständigkeit dieser Thierform spricht 
nicht bloi das Vorhandensein von Geschlechtsproducten (Samenkörperchen) in 
den eben erwähnten Individuen (cT), sondern auch das Vorhandensein von In- 
dividuen mit weniger als neun Beiupaaren, nämlich von Larven, von denen 



Die Pauropoden Oesterreichs. 



125 



L üb bock unter anderen die erste nachembryonale Entwicklungsform, nämlich 
die sechsbeinige, also insectenähnliche. speciell thysanurenähnliche Larve fand 
und abgebildet hat. Bekanntlich haben die ersten postembryonalen Entwicklungs- 
zustände der diplopoden Myriopoden ebenfalls drei Beinpaare. 

Lubbock berichtet über diesen hochinteressanten Fund in den „Trans- 
actions of the Linnean Society of London", vol. XXVI (1867), p. 181—190, und 
bildet das Thierchen im Ganzen, wie in seinen Theilen ab (Fig. 1 — 20 der Tafel X). 
Er nennt diese Thierform ganz treffend Paur opus, d. h. Wenigfuss, und be- 
schreibt davon als häufigste Form den Pauropus Huxleyi. als seltene Art den 
Paur. pedunculatus, der sich von jenem lediglich dadurch unterscheidet, dass 
der Globulus seiner Fühler auf einem Stielchen sitzt. Dem scharfsichtigen Auge 
Lubbock 's entging es nicht, dass das von ihm entdeckte G°nus den Typus 
einer neuen Arthopoden-Ordnuug repräsentire, die er Pauropoda nennt. Die 
Pauropoden sind somit die an Füssen ärmste Abtheilung der bis nun bekannten 
Tausendfüssler und stellen sich als Bindeglied zwischen die Cnilopodeu und 
Diplopoden einerseits, und zwischen diese und die Crustaceen andererseits, ab- 
gesehen von diversen Anklängen an die ni-drigsten Insectenformen, ja sogar 
an gewisse Arachniden (Milben?). Sie sind also eine recht auffallende syn- 
thetische Thierform (Ancestry) unter den Arthropoden, wie ja auch in neuerer 
Zeit die mit zwölf Beinpaareu begabten SympLylen von Ryder und mir als 
solche erkannt wurden, nachdem sie zuerst von ihrem Entdecker Gervais und 
von Newpo rt für Chilopoden gehalten, von dem nordamerikanischen Gelehrten 
A. S. Packard zu den Thy.-anuren gestellt wurden (Insecten mit vierundzwanzig 
Beinen!), von wo ich sie als selbstständige Myriopoden-Ordnung reclamiren muss. 
Die Classe der Myriopoden, zu denen neuestens auch die so lang verkannten, 
von Guilding al» Mollusca entdeckten, dann als Würmer aufgenommenen, von 
anderen Forschern, z. B. Prof. Dr. Claus in Wien, als Typus einer eigenen 
Arthropoden-Classe angesehenen Peripatiden gestellt werden, zerfällt demnach bei 
dem heutigen Stande der Wissenschaft in fünf verschiedene Ordnungen, nämlich: 
Chilopoda, Sy mphyla, Pauropoda, Diplopodaxmd ILdacopoda (== Onychophora). 

Dreizehn Jahre nach Lubbock's Entdeckung (1879) fand J. Ryder, ein 
nordamerikanischer Forscher, in der Umgebung von Philadelphia eine zweite 
Gattung der neuen Myriopoden-Ordnung. Auch diese umfasst nur kleine Thierchen, 
die l omui Länge nicht erreichen und in den meisten Punkten, so insbesondere 
auch in der Zahl der Körpersegmente, Beinpaare und in der Fühlerform mit Pau- 
ropus übereinstimmen. Doch ist der Körper stark verbreitert, länglichrund, ziemlich 
hoch gewölbt, braun, gut chitinisirt, daher harthäutig und wie die Diplopoden 



126 



Prof. Dr. ß. Latzel. 



krebsartig; eine zierliche, ofb complicirte Sculptur bedeckt die sieben Rücken- 
schilde, deren vorderster gross ist und den kleinen Kopf bis auf die Fühler 
kaputzenartig ganz verdeckt. Ihre Seitenränder zeigen zierliche Fransung und 
fünf Paare kurzer Tastborsten. Die Beine sind kurz, überragen die Seiten des 
Körpers nicht oder nur wenig und heben diesen beim Gehen nur wenig vom 
Boden ab. Eine Stellung der Beine zu je zwei Paaren hinter einander ist 
bereits vorgebildet. Ferner ist die Ryder'sche Pauropoden-Gattung gegenüber 
dem behenden und lebhaften Pauropus sehr träge, wie die meisten Diplopoden. 
Ryder, dem es auch glückte, die sethsbeinige Larvenform zu finden, nannte 
diese Thierform ob des verbreiterten Körpers (es verhält sich die Länge zur 
Breite ungefähr wie 1:0*50, bei Pauropus wie 1 : - 28) Eury pauropus und 
beschreibt die einzige Species Eur. spinosus, dessen Rücken mit zahlreichen, 
zerstreuten, durch feine erhabene Linien mitsammen verbundenen Wärzchen 
und Dörnchen besetzt ist (cf. „American Naturalist" XIII, 1879, p. 603—612, 
Fig. I-VIII auf p. 605). 

Allen Naturforschern des europäischen Continents sind diese Pauropoden 
genannten Thierchen entgangen, was freilich nicht zu verwundern ist bei der 
geringen Grösse und versteckten Lebensweise (sie leben unter feuchten Steinen, 
faulenden Vegetabilien, wie Holz, Blättern u. s. w., in der Ebene, wie auf den 
bewaldeten Bergen, in Thälern und Schluchten). Auch mir ist es erst in jüngster 
Zeit, nämlich im letzten Sommer, geglückt, zunächst die Anwesenheit der Gat- 
tung Pauropus in Oesterreich, speciell in Niederösterreich, nachzuweisen, nachdem 
ich von Dr. Erich Haase in Breslau erfahren hatte, dass sie in Preussisch- 
Schlesien vorkomme. Nun, an der Existenz des Pauropus auf dem europäischen 
Festlande hatte ich nicht gezweifelt, ist es ja doch bekannt, dass die terrestrische 
Fauna Grossbritanniens sich von der des Continents nicht wesentlich unter- 
scheidet. Beim Suchen nach Pauropus -Arten aber kam mir auch der bisher 
nur aus Nord- Amerika bekannte Eurypauropus in die Hände, und zwar in zwei 
bedeutend verschiedenen Arten, von denen die eine gar nicht selten, die zweite 
jedoch sehr selten sein muss. Ich fand dieselben (nämlich die häufigere Art) 
öfter in kleinen Gesellschaften zu 3—8 Individuen, meistens aber nur einzeln, auf 
der Unterseite von feuchtliegenden Steinen in den Schluchten des Pittenthaies 
(Niederösterreich); freilich muss man oft 20—30 und mehr Steine auf der Unter- 
seite mit scharfem Augn und womöglich mit der Loope und bei guter Beleuchtung 
untersuchen, bis man so glücklich ist, einen solchen Nordamerikaner zu erbeuten. 
Von Ryder'« Euryp. spinosus sind meine Thierchen sicher der Species nach ver- 
ichitdeil, dl dil Smlptur der Rückenschilde eine ganz andere ist (fliehe unten). 



Die Pauropodeu Oesterreichs. 



127 



Ryder nimmt Pauropus zum Typus der Familie Pauropodidae (nach Lub- 
bock) und Eurypauropus zum Typus der von ihm aufgestellten Familie Eury- 
pauropodidae. Der letztere Name ist entsetzlich hals-, resp. zungenbrecherisch, 
was mich veranlasst, diese Familiennamen zu verlassen und die mehr sach- 
gemässen Bezeichnungen Pauropoda agüia (für Pauropus) und Pauropoda tardi- 
grada (für Eurypauropus) einzuführen, von denen jene den Chilopoden, diese 
den Diplopoden näher zu stellen ist, so dass sich Polyxenus anschliessen kann. 

Die mir bisher bekannten österreichischen Arten der 

Ordnung Pauropoda Lubbock 

sind: 

Farn. Pauropoda agilia mihi: 
Pauropus Huxleyi Lubbock. Niederösterreich. Nicht selten. 

Farn. Pauropoda tardigrada mihi: 
Eurypauropus ornatus n. sp. 
Eurypauropus cycliger n. sp. 

Indem ich hier noch die lateinischen Diagnosen der beiden neuen Arten 
beifüge, verweise ich im Uebrigen, insbesondere was die Abbildungen anbelangt, 
auf den Ende 1883 oder Anfang 1884 erscheinenden zweiten Band meines Werkes: 
,Die Myriopoden der österreichisch-ungarischen Monarchie", Wien, Holder. 

Eurypauropus ornatus n. sp. 

Oblongus, valde convexus, brunneus, infra pallidus. Antennarum glo- 
bulus distincte pedunculatus. Scuta dorsalia granulis ex parte in series dispo- 
sitis densissime vestita costulisque quaternis granigeris longitudinalibus , in 
scuto primo inter se junctis, in scuto postremo minimo ad unam solam (costulam) 
deminutis ornata; margines laterales omnes integri, fimbriati, fimbriis subtrian- 
gulis, subpedunculatis, supra quas fimbrias grana obliqua sedent; margo posterior 
scutorum dorsal, fimbriis squamatis obsessus. Setae laterales sat breves Pedes 
in articulis duobus basalibus appendiculis singulis furcillatis, ultimo ungue 
trifido armati. Longit. corp. 0'9—1'Smm, lat. max. 45—0'6 mm. 

Patria: Austria inferior; sub lapidibus silvarum, haud infrequens. 

Eurypauropus cycliger n. sp. 
Ab Euryp. ornato et spinoso (Byder), quibus subsimüis, hoc modo 
diver sus est: 



128 



Prof. Dr. R. Latzel. Die Pauropoden Oesterreichs. 



Minus convexus, pallide brunneus. Scuta dorsalia granulis ex parte maxima 
in circulos permultos dispositis densissime vestita ; margines laterales scuti 3., 
4., 5. et 6. lacunis binis incisi, ceterorum integri. Setae laterales plwrimae in 
lacunis scutorum obviae; setae scuti quarti breviores, clavatae et subtiliter plu- 
mosae. Scutorum margines laterales omnes duplici serie fimbriarum obsessi, 
fnnbriis series super toris uncinatis, apice retro directis, inferioris rectis, lon- 
gioribus, aculeatis, distantibus; scutor. margo posterior crenulatus. Long. corp. 
8 mm, lat. max. 4 mm. 

Patria: Austria inferior: sub lapidibus silvarum, rarissimus. 



129 



Bin Beitrag* 

znr 

Kenntniss der Milbengallen (Phytopto-Cecidien). 

Von 

Dr. Franz Low in Wien. 

(Vorgelegt in der Versammlung am 7. März 1883.) 

• Durch eigene Beobachtung sowohl, als durch die Bemühungen einiger 
der Herren Wiener Botaniker, welchen ich hiermit für ihr freundliches Entgegen- 
kommen meinen verbindlichsten Dank ausspreche, sowie auch dadurch, dass ich 
Gelegenheit hatte, das von dem verstorbenen Leopold Kirchner in Kaplitz 
(Böhmen) hinterlassene Cecidien -Herbar durchzusehen, sind mir nicht allein 
neue Fundorte von bereits beschriebenen, sondern auch einige neue Phytopto- 
Cecidien bekannt geworden, welche ich in den folgenden Zeilen zur Kenntniss 
der Fachgenossen bringe. 

Unter diesen Cecidien befinden sich auch die zwei von Kirchner auf 
Betonica officinalis L. und TormentilJa erecta L. (= Potentifla Tormentüla 
Scop.) gefundenen und im „Lotos" 1863, p. 43, als von Milben (Calycophthora 
betonicae Kirch, und C. tormentülae Kirch.) herrührend beschriebenen, welche 
aber seither nicht wieder beobachtet wurden, und deren Erzeuger daher noch 
zweifelhaft waren. 

Die Phytopto-Cecidien, über welche ich Mittheilungen zu machen habe, 
sind folgende: 1 ) 

Auf Acer neapolitanum Ten. var. aetnense Tineo. 

Cephaloneon myriadeum. — Die von Bremi mit diesem Namen bezeich- 
neten und bisher auf der Oberseite der Blätter von Acer campesire L. und Acer 
monspessulanum L. beobachteten Milbengallen wurden von Citarda auch auf 
Acer aetnense Tineo in einem Walde am Aetna gefunden. Die mir vorliegenden 
Exemplare zeichnen sich durch ihre besondere Kleinheit und durch die sehr filzige 
Behaarung des Galleneinganges aus. 



J ) Die neuen Cecidien sind mit einem * bezeichnet. 
Z. B. Ges. B. XXXIII. Abb. 



17 



130 



Dr. Franz Löw. 



Auf Acer campestre L. 

Rindengallen. — Die von F. Thomas (Giebel's Zeitschr. f. d. ges. 
Naturwiss., 52. Bd., 1879, p. 740 — 745) beschriebenen Rindengallen, welche den 
an den Zweigen von Prunus und Cotoneaster vorkommenden ähnlich sind, habe 
ich auch in der Umgebung von Wien an mehreren Orten angetroffen. 

Auf JBetonica ofjicinalis L. 

*Erineuin. — Das von Kirchner („Lotos" 1863, p. 43) von dieser Pflanze 
aufgeführte und dem Einflüsse einer Milbe (Calycophthora betonicae Kirch.) 
zugeschriebene Cecidium ist, wie ein in Kirchner 's Herbar befindliches Stengel - 
blatt zeigt, eine durch Phytoptus erzeugte Erineumbildung, ähnlich der auf 
Salvia pratensis L. vorkommenden. Da Kirchner (1. c.) auch von einer Defor- 
mation des Blütbenstandes spricht, so scheint dieses Erineum auch auf den 
Blüthenkelchen aufzutreten. Es wurde bei Kaplitz in Böhmen gefunden. 

Auf Chrysanthemum Leucanthemum L. var. coronopifolium Vill. 

Fleischige Auswüchse auf den Blättern. — Auf der oberen Fläche der 
grundständigen Blätter bilden sich in Folge des Einflusses zahlreicher, schmutzig- 
blassgelber Gallmilben fleischige, stark höckerige Warzen oder kleine, gerade 
oder gebogene, meist spitzige, fleischige Hörnchen und Blättchen, welche in 
grösseren oder kleineren Gruppen beisammenstehen, anfangs grün sind, später 
aber gelb oder roth werden. Diese Gebilde entstehen in der Regel nur an einer 
Stelle des Blattes, zumeist in der Mitte desselben, und es ist die Stelle, aus der 
sie entspringen, selbst fleischig verdickt. Reichen sie bis au den Blattrand, so 
rollt sich dieser etwas nach oben ein. wird fleischig, fast knorpelig, und färbt 
sich gelb oder roth. Sind beide Seitenränder eines Blattes in ihrer Mitte derart 
eingerollt, so sieht ein solches Blatt wie eingeschnürt aus. Au der Unterseite 
zeigt sich die Stelle, auf welcher obeu diese Auswüchse sitzen, höckerig — selbst 
grubig — uneben und meist auch etwas verfärbt. — Ich verdanke dieses äusserst 
interessante Phytopto- Cecidium dem Herrn Dr. G. Beck, welcher es im Juli 1882 
auf der Raxalpe in Niederösterreich fand. 

Unter der Bezeichnung „Ausfransung des Blattrandes und Bildung zahl- 
reicher ähnlicher, kleiner Auswüchse auf der Lamina selbst" hat F. Thomas 
(Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss., 51. Bd., 1878, p. 707) ein von ihm in Graubünden 
gesammeltes Phytopto-Cecidium von Chrysanthemum Leucanthemum L. auf- 
geführt, welches ich für identisch mit dem vorstehend beschriebenen halte, ob- 
gleich an den mir vorliegenden Exemplaren des letzteren keine Ausfransung der 
Blattraudnr zu bemerken ist. 

Aul Euphrasia salisburgensia Pnk« 

Triebhpitzcn-Dfformation mit Phyllomanie und vermehrter Behaarung. — 
K- PbjtoptO-Caddium, w<'l«-h«H F. Thomas im Rhöngebirge auf Euphrasia 



Ein Beitrag zur Kenntniss der Mübengallen (Phytopto-Cpcidien,. 



131 



ofßcinaHs L. beobachtet und in Giebel's Zeitschr. f. d. ges. Naturwiss., 49. Bd., 
1877, p. 379— 380, beschrieben bat, wurde von Herrn Prof. A. Kerner in Tirol 
bei Trins im Gschnitzthale auf Euphr. salisburgensis Fnk. gefunden. 

Auf Evonymus verrucosus Scop. 

*Erineum auf der Unterseite der Blätter. — Dieses Erineum besteht aus 
sehr kurzen, butpilz-, phiolen- oder retortenförmigen Haaren, ist anfangs gelblich- 
weiss, später bräunlich, und dem auf den Blättern von Betnla alba L. vor- 
kommenden sehr ähnlich. Es entstehen durch dasselbe keine Ausbauchungen 
der Blattfläche, aber die Stelle, auf welcher es sitzt, ist oberseits gelblich ge- 
färbt. — Dieses Phytopto-Cecidium wurde von Herrn F. v. T h ümen bei Baden 
in Niederösterreich aufgefunden. 

Auf Galium anisophyllum Vill. und Gal. lucidum All. 

Vergrünung. — Die schon an vielen anderen Galium -Arten beobachtete, 
durch Phytoptus hervorgerufene Vergrünung der Blüthen wurde von Herrn 
Dr. G. Beck auch auf den beiden obgenannten Arten angetroffen. An ersterer 
fand er sie auf der Raxalpe, an letzterer auf dem Schneeberge in Nieder- 
österreich. 

Auf Hieracium praealtum W. et G. 

*Vergrünung. — Die Hüllblätter der Blüthenköpfe sowohl, als die sämmt- 
lichen Blüthentheile sind zu wurmförmägen, grünen Gebilden umgewandelt, welche 
ineinander verschlungen sind und einen ziemlich festen Knäuel bilden. Dabei 
ist der gemeinschaftliche Blüthenboden kegelförmrg verlängert, wodurch die de- 
formirten Blüthenköpfchen mehr länglich als die normalen aussehen. Ausserdem 
sind die Drüsenhaare der deformirten Hüllblätter verlängert, etwas verdickt und 
wurmförmig gekrümmt, und meist auch die Blüthenköpfchenstiele mehr oder 
weniger verkürzt. Diese Deformation ist nicht an allen Blüthenköpfen gleich 
intensiv. In einigen sind alle Blüthen und Hüllblätter, in anderen dagegen 
nur eine grössere oder geringere Anzahl derselben missbildet. — Ich erhielt 
dieses ganz eigenartige Phytopto-Cecidium von Herrn M. F. Müllner, welcher 
es auf wüsten Plätzen an der Donau bei Wien fand. 

Auf Hippophae rhamnoules L. 

Ausstülpung und Verrunzelung der Blätter. — Dieses von F. Thomas 
(Giebel's Zeitschr., f. d. ges. Naturwiss. 33. Bd., 1869, p. 339) nach Exemplaren 
von der Insel Rügen beschriebene Phytopto-Cecidium fand ich im Stubaithale 
in Tirol. 

Auf Lonicera Caprifolium L. 

Blattrandrollung. — Diese Rollung ist nach oben gerichtet, ziemlich schmal, 
etwas locker, nicht verfärbt und auch nicht verdickt. Sie nimmt entweder nur 

17* 



132 



Dr. Franz L5w. 



einen Theil des Blattrandes ein, oder erstreckt sich auch, was nicht selten ist, 
um das ganze Blatt herum und kommt an den an der Basis sowohl, als an der 
Spitze der Zweige befindlichen, vorwiegend aber an den unmittelbar unter den 
Bliithen sitzenden, mit einander verwachsenen Blättern vor. — Ich fand dieses 
Phytopto-Cecidium auf Exemplaren von Lonicera Caprifolium L., welche im 
Walde von Schönbrunn (Niederösterreich) wild zwischen Gesträuch wachsen. Es 
scheint demjenigen ähnlich zu sein, welches F. Thomas in den Sudeten auf 
Lonicera nigra L. fand und in den Nova Acta d. Akad. d. Naturforsch. Dresden, 
T. XXXVIII, 1876, p. 274, tab. XI, Fig. 21—22, beschrieb und abbildete. 

Auf JPimpinella Saxifraga L. 

Fransung der Blattränder und Rollung der Fransen. — Dieses von G. v. 
Frauenfeld (Verhandl. d. zool.-bot. Gesellschaft in Wien 1870, p. 660) be- 
schriebene und bereits aus mehreren Gegenden Deutschlands bekannte Phytopto- 
Cecidium wurde von Kirchner schon vordem in Böhmen gefunden. In seinem 
Herbar ist aber die Pflanze unrichtig — einmal als Silaus pratensis Bss. und 
ein zweites Mal als Sanguisorba officinalis L. — determinirt. 

Auf JPöpulus nigra L. 

*Erineumrasen auf den Blättern. — Diese Rasen bestehen aus sehr kurzen, 
hutpilz-, phiolen- oder retortenförmigen Haaren und sind von einer lebhaft dotter- 
gelben Farbe. Sie haben verschiedene Grösse und Form, stehen sowohl auf der 
Ober- als Unterseite der Blätter und sind zumeist ziemlich tief eingesenkt, so 
dass die Blattlamina au der diesen Rasen entgegengesetzten Seite blasig auf- 
getrieben erscheint. — Ich fand dieses Phytopto-Cecidium, welches nur an den 
unteren 2— G Blättern der Triebe auftritt, in der Umgebung von Wien (Weidling- 
bach) auf alten Pappelbäumen. In Kirchner 's Herbar befindet sich dasselbe 
Erinenm ohne Angabe des Fundortes, aber wahrscheinlich in Böhmen gesammelt. 

Auf Potentllla Tormentilla Scop. 

Warzenförmige, behaarte Auswüchse auf den Stengeln und Blättern. — 
Duell den Eiüflu88 von äusserst kleinen Gallmilben entstehen auf den Stengeln, 
Blatt- und Blüthenstielen, Laub- und Kelchblättern kleine, fleischige, höckerige, 
purpurrot)!« Wärzchen von 1 / 3 — V 2 Mm. Durchmesser, welche mit 1—2 Mm. 
laugen, sein steilen, zugespitzten, röthlichgelbeu Haaren dicht besetzt sind, 
zwischen welchen sich die l'hytoptw aufhalten. Dieses Cecidium ist an einigen 
der mir vorliegenden Pflanzen so zahlreich, dass einzelne Stengel- und Blätter- 
partien denselben au allun Seiten damit dicht bedeckt sind und in Folge dessen 
«o aussehen, als waren sie mit. einem gleichmässig dichten Erinenm überzogen. 



Ein Beitrag zur Keuntniss der Milbengallen (Phytopto-Cecidien). 



133 



Wenn es weniger zahlreich auftritt, dann steht es auf den genannten Pflanzen- 
theilen zerstreut, auf den Blättern sowohl oberseits als unterseits, häufig un- 
mittelbar am Blattrande. Die auf den Blättern sitzenden Cecidien dieser Art 
sind auf der entgegengesetzten Blattfläche durch einen dunkleren, meist röth- 
lichen, entweder etwas convexen oder concaven Flecken angedeutet. — Ich sah 
dieses ganz eigenartige Phytopto-Cecidium in Kirchner's Cecidien-Herbar. Es 
wurde von Kirchner in Böhmen in der Umgebung von Kaplitz gefunden und 
in der Zeitschrift „Lotos" 1863, p. 43, beschrieben. Nach Kirchner's Be- 
schreibung erhält man jedoch keine richtige Vorstellung von demselben. Auch 
ist die Ansicht dieses Autors, dass es durch eine achtbeinige Milbe (Calyco- 
phthora tormentillae Kirch.) hervorgerufen wird, eine irrige. 



Iu Kirchner's Cecidien-Herbar befinden sich ausser den vier im Vor- 
stehenden erwähnten noch folgende Phytopto-Cecidien: 

Auf Acer platanoides L. — Erineum auf Blättern. 
„ „ Pseudoplatanus L. — Blattgallen (Cephaloneon). 
„ Ächillea Mille folium L. — Erineum auf Stengeln und Blättern. 
.. Aesculus Hippocastanum L. — Haarschöpfchen in den Blattnervenwinkeln. 
„ Alnus incana DC. — Erineum und beuteiförmige Gallen auf Blättern. 
„ Artemisia vulgaris L. — Blattgallen (Cephaloneon). 
„ Betula alba L. — Erineum und Knötchen auf Blättern. 
„ Corylus Avellana L. — Deforinirte Blattknospen. 
„ Cotoneaster vulgaris Lindl. — Rindengallen auf Zweigen. 
„ Crataegus oxyacantha L. — Umbiegung der Blattränder. 

Fagus silvatica L. — Erineum längs der Blattnerven. 
„ Galium verum L. — Vergrünung und Blattquirlgallen. 
„ Geum urbanum L. — Erineum auf Blättern. 
„ Juglans regia L. — Erineum auf Blättern. 
„ Lotus corniculatus L. — Triebspitzen-Deformation. 
„ Lysimachia vulgaris L. — Blätterrollung. 

„ Populus tremula L. — Blattdrüsengallen, Knospen-Deformation und Erineum 

auf Blättern. 
Potentilla verna L. — Erineum auf Blättern. 
„ Prunus domestica L. und spinosa L. — Das Cephaloneon hypocrateriforme 

und molle. 

„ „ Padus L. — Hörnchenförmige Blattgallen. 

„ Pyrus communis L. — Blattpusteln. 

„ „ Malus L. — Erineum auf Blättern. 



134 Dr.FranzLöw. Ein Beitrag zur Kenntniss der Milbengallon fPhytopto-Cecidien). 

Auf Salix aurita L. — Beuteiförmige, behaarte Blattgallen. 

Sambucus nigra L. — Blattrandrollung. 
.. Sorbus aucuparia L. — Blattpusteln und Erineum. 
„ „ torminalis Crtz. — Blattpusteln. 

Thymus Serpyllum L. — Triebspitzen-Deformation. 

Veronica officinalis L. — Vergrünung. 

Vitts vinifera L. — Erineum auf Blättern. 

Alle diese Cecidien wurden von Kirchner in Böhmen, hauptsächlich 
der Umgebung von Kaplitz, gefunden. 



135 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 

Iii. i) 

Von Dr. Rudolph Bergh 

(Kopenhagen). 
Mit Tafel VI— X. 

(Vorgelegt in der Versammlung am 7. März 1883.) 
I. 

Aegires Loven. — R. Bergh, Beitr. II, 1880, p. 649—658. 
A e. Leu cJcartii Verr. 
Taf. X. Fig. 11-13. 

Einer Nachuntersuchung der Mundtheile wegen habe ich später ein 8 mm. 
langes, von der Station von Triest stammendes Individuum secirt. 

Die Mundröhre 1 mm. lang. Der Schlundkopf 125 mm. lang. Die, wie 
es schien, in einer einzelnen (Fig. llbb) Reihe gestellten Stäbchen desLippen- 
gtirt eis schwach gelblich, bis 0*1 mm. hoch bei einem Durchmesser von 004 
bis 005 mm. (Fig. 12), mit kleiner, rundlicher Grundfläche, nur den unteren 
Theil der Mundspalte einfassend. Die Bewaffnung geht in die Cuticula der 
Lippenscheibe über und die Cuticula oben wieder in die (obere) Mandibel- 
platte, die mit ihrem freien Rande oben in der (Fig. llaa) Mundspalte hervor- 
ragt, während ihre Fortsetzung nach hinten die breite obere Wand der Mund- 
höhle deckt. — Die Zunge mit zehn Zahnplattenreihen, weiter nach hinten 
fünf entwickelte und zwei nicht entwickelte Reihen; die Gesammtzahl derselben 
somit siebzehn. In der dritten Reihe der Zunge fünfzehn, in der neunten sech- 
zehn Zahnplatten (jederseits), und die Anzahl weiter nach hinten nicht steigend. 
Es fanden sich an diesem Individuum mehrere monströse Zahnplatten (Fig. 13). 

EL 

Polycera Cuv. — R. Bergh, Beitr. I, 1879, p. 599 — 623. 

P. quadrUineata (O. F. Müller). 1. c. p. 602 T 613 (606!). 

Die Untersuchung der Mundtheile an noch einem Individuum zeigte 
die Lippenscheibe von einer Cuticula überzogen, die sich am Rande der 



») S. diese Verhandlungen Bd. XXIX, 1879, p. 599—652; XXX. 1880, p. 629-668. 



136 



Rudolph Rergh. 



Mundspalte unmittelbar in den Vorderrand der Mandibelplatte fortsetzte. 
Diese deckt also mit ihrem Körper (dem senkrechten Theile) die Seitenwände 
(Backen) der Mundhöhle, während die flügeiförmigen (queren) Fortsätze den 
oberen abgeplatteten Rand der Backenmassen bekleiden. 

An der Zunge kamen bei diesem Individuum fünf Zahnplatten vor, in 
der Raspelscheide fünf entwickelte und eine unentwickelte Platte, die Gesammt- 
zahl derselben somit eilf. ') Es fanden sich, wie gewöhnlich, nur vier äussere 
Platten. 

III. 

Ohola Bgh. nov. gen. 

Diese neue Gattung stimmt in den äusseren Formverhältnissen so 
ziemlich mit den echten Polyceren. Der Stirnrand ist aber ohne Fort- 
sätze; die Kieme enthält nur ganz wenige (drei) Blätter. Am Rückenrande 
(jederseits) zwei colossale Papillen. Die Rhinophorien zeigen eine sehr aus- 
geprägte Scheide, die Keule ist stark durchblättert; Tentakel fehlen. — Die 
mächtigen Mandibelplatten wie in den echten Polyceren (P. quadri- 
lineata), so auch die Zunge, die dieselben zwei mächtigen Seitenplatten und 
nur ganz wenige (zwei) äussere Platten zeigt. — Die Bewaffnung des Penis wie 
in den Polyceren. 

Die Oholen stehen also den Polyceren am nächsten, unterscheiden sich 
aber durch die starke Scheide der Rhinophorien, durch den geraden Stirnrand, 
durch das Fehlen der Tentakeln und durch die colossale Entwicklung der Rücken- 
papillen, die dem Thiere ein etwas monströses Aussehen verleihen. 

Von der Gattung ist bisher nur die untenstehende Art aus der Südsee 
bekanut, welche, während der Challenger-Expedition gefischt, in den Mittheilungen 
derselben genauer beschrieben werden wird. 

O. pacifica Bgh. n. sp. 

Hab. Oc. pacif. (Arapura). 

Das einzelne vorliegende Individuum hatte eine Länge von 13 mm., die 
Höhe der vordersten Papillen 4, der hintersten 8— 9mm. — Die Kieme aus 
drei starken Blättern gebildet. Von den zwei colossalen Papillen paaren war das 
hintere von der doppelten Höhe des vorderen. Der Schwanz kräftig. 

Der Schlundkopf beiläufig 2 min. lang. Die grossen Mandibelplatten 
wie in den echten Polyceren aus einem längsgehenden und einem quergestellten 
Theile bestehend. Die Zunge wie in der Gattung Völycera; in der Raspel acht 
Zahnplattenn-iben, die Gesammt/ahl derselben zwölf. Die kleinere innere und 
die grÖHsere äussere Seiten platte wie in Polycera; von den zwei äusseren Platten 

') An den acht früher von mir unterMiohten Individuen fanden Hich in Allem 12 lß Reihen. 



Beitrage zu einer Monographie der Polyceraden. 



137 



war die innere viel grösser als die äussere. Die Verdauungsorgane mitsammt 
der Leber und der Gallenblase übrigens fast wie in den Polyceren. 

Die Zwitterdrüse schien von der Leber isolirt, ohne reife Geschlechts- 
elemente. Die Prostata war nicht stark entwickelt. Die Bewaffnung des Penis 
wie in den typischen Polyceren. Die Samenblasen auch wie sonst bei diesen 
letzteren. 

IV. 

Polycerella Verrill. 

A. E. Verrill, Notice of recent additions to the mar. invert. of the 
northeastern coast of America; part. II. Proc. of Un. Stat. Nat. 
Mus. III, 1881, p. 386—388. 
— Catalogue of marine moll. Trans, of the Connecticut ac. V, 2, 1882, 
p. 548. 

Polycerella Emertoni Verrill. 
Verrill. 1. c. 1880, p. 387; 3. c. 1882, p. 548. 

Color supra e luteo vel olivario viridis, citreo variegatus et obscure viridi 
et nirjro punctatus; rhinophoria, branchia, papülae dorsales et podarium clarius 
viridia, obscure viridi parce punctata. 
Hab. Oc. atlant. occid. 

Taf. VIII. Fig. 8-19; Taf. IX. Fig. 1—6. 

Durch die Freundlichkeit von Prof. V er rill habe ich sieben von den in 
letzterer Zeit (vgl. 1. c. p. 548) zahlreicher gefischten Exemplaren dieses Thieres 
zu genauerer Untersuchung gehabt. Die stark contrahirten Individuen (am 
25. Juli 1881 bei Vineyard Sound, Mass., und bei Wood's Holl gefischt) waren 
sonst (in Alkohol) ganz gut bewahrt. 

Dieselben waren meistens von fast derselben Grösse, hatten eine Länge 
von 2 5 mm. bei einer Höhe von 1*5 und einer Breite von 0'5 mm., die Höhe 
der Khinophorien und der (extrabranchialen) Papillen des Eückens etwa 0*5 mm., 
die der Kieme kaum ein wenig geringer. Die Farbe der Thiere weisslich, oft 
mit grünlichem Anfluge, besonders an den Rhinophorien; am Körper schim- 
merten die Eingeweide hell ockergelb hindurch. 

Die Form Verhältnisse schienen die der typischen Polyceren. Der Kopf 
hoch; der Stirnrand (Taf. IX. Fig. la) glatt (übrigens im Leben sehr variabel; 
vgl. Verrill, 1. c. p. 387). Die Rhinophorien (Fig. Ibb) nicht zurückziehbar; die 
Keule schien leicht geringelt, fast glatt (nicht perfoliirt), fast cylindrisch. Der 
Stirnrand setzt sich in einer unbedeutend vortretenden, ein wenig zackigen 
Linie, die den Rücken gegen die Seiten begrenzt, fort; die Linie schien hinter 
der Kiemengegend in ein cylindrisch-keulenförmiges (extrabranchiales) Rücken- 
anhängsel zu endigen. Innerhalb der Rückenlinie mehrere ganz kleine, theil weise, 
wie es schien, in Reihen geordnete Höcker; hinten, vor dem Schwänze, jederseits 

Z. B. Ges. B. XXXITT. Abh. 18 



138 



Hudo lp Ii Rergli. 



ein grösserer. Etwa an der Mitte des Rückens (Taf. IX. Fig. 2) drei einfach 
gefiederte, starke Kiemenblätter, die Anzahl ihrer Fiedern nur gering. Hinter 
der Kieme die wenig vortretende Analpapilie (Fig. 2 a). Vor der Kiemengegend 
ragte das Pericardium mitunter stark hervor. Die Seiten des Körpers nicht 
niedrig; die Genitalöffnung an gewöhnlicher Stelle. Der Fuss ziemlich schmal, 
nach hinten zugespitzt; der Vorderrand mit Furche und mit vortretenden Ecken. 

Das Central nervensystem (Taf. VIII. Fig. 9) wesentlich mit dem der 
typischen Polyceren übereinstimmend, die cerebro-pleuralen Ganglien meistens 
ziemlich kurz, undeutlich in zwei Abtheilungen geschieden (Fig. 9a); die pedalen 
kaum kleiner als die vorigen, rundlich (Fig. 9bb); von der gemeinschaftlichen, 
an Länge etwas variablen Commissur (Fig. 9 c, 3) hat sich die viscerale gelöst. 
Die unteren Riechknoten kleiner als die oberen (Fig. 9d); es kommen Sehhügel 
etwa von der Grösse der Augen vor; die buccalen Ganglien fast unmittelbar 
mit einander verbunden, fast so gross wie die oberen Riechknoten (Fig. 9e); 
gastro-ösophagale Ganglien fehlen. — An der Wurzel des Penis fand sich ein 
rundliches Ganglion, fast von der Grösse des buccalen Ganglions. An dem 
Magen kamen mehrere etwas kleinere Ganglien vor. 

Die Augen mit grosser, gelber Linse (Fig. 9) und mit pechschwarzem 
Pigmente. Die Oto Cysten schienen viele Otokonien zu enthalten. In der Haut 
fanden sich im Ganzen nur wenige Spikel vor; dagegen kamen solche in Menge, 
unregelmässig geordnet, durch die ganze Höhe der Axe der Rhinophorien vor, 
ebenso, aber in geringerer Menge, in den extrabranchialen Rückenanhängseln 
und noch sparsamer im Inneren der Kiemenblätter. Die Spikel (Taf. VIII. Fig. 16) 
waren ziemlich cylindrisch, ein wenig knotig, besonders an den Enden und in 
der Mitte, gerade oder mehr oder weniger gebogen, an Länge bis 0*1 mm. mes- 
send, bei einem selten 0'007 mm. übersteigenden Durchmesser, meistens stark 
erhärtet. Auch in der interstitiellen Bindesubstanz kamen ähnliche Spikel ganz 
allgemein vor. 

Die Mundröhre wie gewöhnlich; um den Aussenmund ein (Taf. VIII. Fig. 10) 
BehT starkes Drüsenlager. Die Form des Schlundkopfes (Taf. IX. Fig. 4) schien 
v. ie in den typischen Polyceren ; die Raspelscheide am Hinterende kaum oder nur 
ganz wenig vortretend. Es scheinen Mandibelplatten von der Art der echten 
Polyceren vorzukommen mit einem quergehenden und einem längslaufenden 
Stücke; sie sind aber farblos (Fig. 4). 

Die Zunge von gewöhnlicher Form (Fig. 4) mit 12—19 Reihen von Zahn- 
platten; weiter nach hinten kamen deren 17—28 entwickelte und zwei unent- 
wickelt.' Keinen vor; die Gesammtzahl derselben in sieben Individuen somit 31, 
88, .'57. 40 und 4i\. Die nicht ganz schmale Rhachis nackt (Fig. 5). An den 
kcIi malen Pleurae (Fig. 5) (jederseits) drei fast farblose Zahnplatten; die grösseren 
Seitenzahnplfttten im Ganzen von der hei den Polyceren gewöhnlichen Grund- 
form, mit starkem Haken, und unterhalb desselben am Körper zwei kurze, starke, 
logespitste Dentikel oder kurze Flügel (Tat VIII. Fig. 11-11 ; Taf. IX. Fig. 5-G). 
Die Lange dieser Platten bis 0*08 mm. Die zwei äusseren Platten kleiner als 
die vorigen, aufrecht, hakenförmig, fast gleich gross (Fig. 15; Fig. 5 — (i). — Die 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceradeu. 



139 



Speicheldrüsen schienen ziemlich klein (Fig. 4a). — Die Speiseröhre (Fig. 4 a) 
kurz, gleich in den grossen Magen übergehend, dessen hinterster Theil allein 
von der Leber umfasst wurde. Der Darm wie gewöhnlich. Die Leber höhle 
weit; es schien eine kleine, rundliche Gallenblase vorzukommen. 

In den durch ihre mehr gelbe Farbe gegen die Leber contrastirenden 
Läppchen der Zwitter drüse entwickelte Geschlechtselemente. — Die vordere 
Geuitalmasse gross. Die Ampulla des Zwitterdrüsenganges wurstförmig. Die 
Prostata stark entwickelt. Der Samenleiter fast doppelt so lang wie die 
Prostata, kräftig; jener unten (Fig. 17a) mit (etwa vierzehn) Reihen von den 
gewöhnlichen, hier fast farblosen Häkchen (Fig. 19) von einer Höhe bis beiläufig 
Ö"0035 mm.; mitunter war dieser hakenbesetzte Theil als eine Glans hervorgestülpt 
(Fig. 18a). Die Sp ermatotheke von ovaler Form, die Spermatocyste birn- 
förmig; { ) der vaginale Ausführungsgang kaum länger als die Spermatotheke. 

V. 

Trevelyana Kelaart. 

Vgl. E. Bergh, Beiträge zur Kenntniss der japanischen Nudibranchien. I, 
diese Verhandlungen XXX, 1880, p. 185-190. 2 ) 

Die von Kelaart (1858) aufgestellten Trevelyanen sind erst durch meine 
Untersuchungen (1877, 1880) genauer bekannt geworden. Vielleicht sind die 
von Stimpson formulirten Gymnodoriden (1856), sowie die Stenodoriden 
von Pease (1866) mit den Trevelyanen identisch, was sich aber ohne Unter- 
suchung der originalen Exemplare dieser Verfasser nie bestimmen lassen wird. 

Die Trevelyanen haben ganz dieselbe Körperform wie die Nembrothen, 
die Zahl ihrer Kiemenblätter ist aber grösser. Viel stärker unterscheiden 
sich die Trevelyanen aber von den Nembrothen durch den inneren Bau. 
Es fehlt ihnen eine Lippenbewaffnung. Die Rhachis der Raspel ist 
nackt; die erste Seitenzahnplatte ist von den anderen ganz ab- 
weichend, plumper, und der vorderste Theil ihrer Grundfläche geht in den 
Haken über; die anderen sind schlanker, und der pfriemenförmige Haken erhebt 
sich (wie gewöhnlich) aus dem hinteren Theile der Grundfläche. Die (2—3 isolirten) 
Zwitter drüsen sind von der Leber gesondert. Die Bewaffnung des Penis 
und des Samenleiters ist wie in den nahestehenden Formen. 

Tr, alba Bgh. var. pallicla. 

Trevelyana alba. R. Bergh, Malacolog. Unters. (Semper, Philipp. II, n), 
Heft XI, 1877, p. 443-446, Taf. LVII, Fig. 1-12. 
Hab. M. indicum (Amboina). 

1 ) Eine mehr eingehende anatomische Untersuchung war mir bei dem dürftigen Materiale, 
noch dazu von so winziger Grösse (vgl. Taf. VIII. Fig. 11 [750 mal J) unmöglich. 

l J Ich benutze die Gelegenheit, um ein paar sinnstörende Druckfehler in meiner oben- 
erwähnten Arbeit zu corrigiren: 

p. 185, Z. 36: starke, lese: schwache, 
p. 187, Z. 16: nirgends, lese: nur hinten. 

18* 



140 



Rudolph Bergh. 



Taf. VI. Fig. 11-12; Taf. VII. Fig. 9-10; Taf. VIII. Fig. 2-8; Taf. IX. Fig. 12-13. 

Im k. k. Hof- Cabinete von Wien fand ich (Mai 1882) eine von Dr. D ole- 
schal herrührende, in der Nähe von Amboina gefischte „Doriprismatica sp. a 

Das in Alkohol bewahrte schlaffe 1 ) Individuum hatte eine Länge von 
2 8 cm. bei einer Höhe bis 9 und einer Breite bis 0'8 cm.; die Höhe der Rhino- 
phorien war 3, die der Kiemenblätter 8 mm. ; die Breite des Fusses 7'5 mm. — 
Die Farbe war durchgehends weisslich (mit sehr schwach gelblichem Schimmer); 
die Eingeweide schimmerten überall undeutlich hindurch. 

Die Form Verhältnisse die gewöhnlichen. Der Kopf von mittelmässiger 
Grösse; das Vorderende etwas gewölbt, von gerundet-dreieckigem Umrisse, die 
unteren Winkel kaum tentakelartig vortretend, mit dem Vorderrande des Fusses 
verbunden. Die Rhinophorlöcher klein; die Rhinophorien ziemlich kurzstielig, 
die Keule schlank, mit kaum zwanzig schmalen, schrägen, dünnen Blättern. Die 
Kiemen aus zwölf meistens bipinnaten, laugen, dünnen Federn gebildet (von 
denen die rechte hinterste tief gabelig), in einem nur hinten nicht ganz ge- 
schlossenen Kreise gestellt. Fast in der Mitte des Kiemenkreises die wenig vor- 
springende Analpapille, vorne und rechts neben derselben die weite, spalten- 
artige Nierenpore. Ein Rückenrand ist angedeutet und setzt sich eine 
Strecke hinter der Kieme auf den Schwanz fort, hier sich jederseits in einen 
kleinen Höcker erhebend. Dicht am Rückenrande die Genitalpapille mit 
(T75 inm.) vorspringendem Penis. Der Fuss vorne gerundet, mit Andeutung 
einer Randfurche; der Schwanz nach hinten zugespitzt. Die Fussränder etwa 
1 mm. vortretend. 

Das ganz blasse, weissliche Centrainervensystem (Taf. VI, Fig. 11) 
zeigte die cerebralen und pleuralen Ganglien deutlich durch eine Furche von 
einander geschieden (Fig. IIa b), die ersten unbedeutend grösser als die letzteren; 
die ausserhalb der Auskerbung der cerebro-pleuralen Ganglien liegenden pedalen 
(Fig. 11 cc) ein wenig kleiner als die Gehirnknoten; die proximalen Riechknoten 
nicht (Fig. 11 dd) gross, die distalen noch kleiner. Die buccalen Ganglien (Fig. 11 e) 
grösser als die unteren Riechknoten, rundlich, durch eine Commissur verbunden, 
die etwas kürzer als der Durchmesser des Ganglions war; keine gastro-ösopha- 
galen Ganglien. 

Die Augen (Fig. 11) mit stark gelber Linse (von 008mm. Diana.) und 
hell brännlicbgelbem Pigmente. Die dicht hinter dem Auge liegende Ohr- 
blase etwas kleiner als jenes, wie es schien eine nicht recht grosse Anzahl von 
Otokonien enthaltend, unter denen eine grössere (embryonale). In den Rhino- 
phonien keine Spikel, sowie auch in der Haut fast keine. 

Die Mund röhre blass, weiss, gross, etwa 2 5 mm. lang, weit. — Der 
Behlandkopf etwa 3 nun. lang, blass, weiss; die Raspelscheide unten an der 
Hinterleite unbedeutend vortretend; die Lippenscheibe unbewaffnet. Diu Zunge 
mit vierzehn Xahnplattenrcihon der fast farblosen Raspol; weiter nach hinten 



'» Au. )i <ii<) Bingtwtidt wuw (wagen Binwirlcang von ■ohleohtem Alkohol) Hohr weich 

un«l lAlif 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



141 



kamen deren acht entwickelte und drei noch nicht ganz entwickelte Reihen vor, 
die Gesammtzahl derselben somit fünfundzwanzig. Die vordersten sieben Reihen 
mehr oder weniger incomplet. In den Reihen hinten an der Zunge kamen bis 
sechsundzwanzig Platten vor. Die Platten fast farblos. Die Höhe der Platten 
von den vordersten Reihen ab nach hinten ziemlich schnell zunehmend; die 
innerste Platte der ersten Reihe 08, der fünften 0*1, der dreizehnten 0'14 und 
der achtzehnten 0"16 mm. messend. Hinten an der Zunge, in der dreizehnten 
Reihe, mass die erste Zahnplatte an Höhe 0"14, aber die Höhe der folgenden 
war nur 0*12 mm., nahm weiter nach aussen ab, um an den drei äussersten bis 
zu 0-06 — 0-05 — (0 04 — ) 0*03 mm. zu sinken. Die schmale (Taf. VIII. Fig. 2) 
Rhachis nackt, mit einer engen Falte (Fig. 2a). Die Zahnplatten zeigten ein kurzes, 
breites, etwas ausgehöhltes Grundstück, von dem sich der pfriemenförmige Haken 
fast rechtwinkelig erhob (Taf. VIII. Fig. 3—4); die erste Platte von den anderen 
in Form etwas abweichend (Taf. VIII. Fig. 2&&), die äusserste viel schmächtiger 
als die anderen (Fig. 2 d, 6 a). Doppelzahnplatten (Fig. 5) fehlten nicht. — 
Die abgeplatteten weissen Speicheldrüsen ziemlich (Fig. 86) gross, aus- 
gestreckt etwa 5 mm. lang; die Ausführungsgänge ziemlich kurz, aber stark 
(Fig. 8 a). 

Die Speiseröhre weit. Der Darm an seinem Grunde mit einem Ringe 
von (etwa zwölf) einfachen und zusammengesetzten Höckern (Taf. VIII. Fig. 7a) 
umgeben, die sich als kleine, mit der Höhle des Darmes communicirende Lo- 
culamente erwiesen; die erste Strecke des Darmes weiter (Fig. Iii), die (Fig. 7c) 
übrige nur von einem Durchmesser von etwa 75 mm.; die Länge des Darmes 
im Ganzen fast 16 mm. Die Innenseite des Darmes mit vielen feinen Längs- 
falten. — Die hellgelbliche Leber fast 8mm. lang bei einer Breite vorne bis 
6 mm.; hinten gerundet, vorne schief ausgehöhlt; ihre Höhle weit. Die weiss- 
liche, kurze, sackförmige Gallenblase fast 2*5 mm. lang. — In der Eingeweide- 
höhle eine geringe Menge von unbestimmbarer thierischer Masse, in der Gallen- 
blase Aehnliches mitsammt mehreren Zahnplatten des Thieres. 

Das ovale Pericardium von 7mm. (grösstem) Längsdurchmesser; das 
Herz wie gewöhnlich. Die (hintere) Blutdrüse gross, kurz herzförmig, von etwa 
4'5 mm. grösstem Durchmesser und an der Mitte von etwa 0*6 mm. Dicke, weiss. 

Die drei durch Bindesubstanz mit einander verbundenen Zwitterdrüsen 
vor der Leber, auf und hinter der vorderen Genitalmasse ruhend, von weisslich- 
gelber Farbe, durch gegenseitigen Druck etwas unregelmässig zusammengedrückt; 
die zwei kleineren von etwa 6*5, die dritte (hinterste- oberste) von 7*5 mm. grösstem 
Durchmesser; die Oberfläche der Drüsen mit meistens länglichen, mitunter gy- 
rösen, seltener rundlichen, wenig vorspringenden Höckern von der erwähnten 
Farbe; die grosse Hilus-Partie mehr weisslich, viel blässer; in den Drüschen grosse 
oogene Zellen und Zoospermien. — Die vordere Genitalmasse von ovaler 
Form, von etwa 7 mm. Länge bei einer Höhe bis 5 mm. und einer Breite bis 
4mm., von weisslicher Farbe. Die Ampulle des Zwitterdrüsenganges wie in 
der Tr. inornata. Die Prostata zusammengebogen, ausgestreckt beiläufig 7 mm. 
lang bei einem Durchmesser bis 4 mm., sich wie in der eben erwähnten Art 



142 



Rudolph Bergh. 



verhaltend; ihre Höhle ziemlich weit, mit starken, blattartigen Falten der Innen- 
seite. Die ziemlich dünnwandige Fortsetzung der Prostata, der Samenstrang, 
1*5 cm. lang bei einem Durchmesser von 5 mm. Der Penis in diesem In- 
dividuum ausgestülpt, der hervorgestülpte Theil des Samenleiters etwa 175 inm. 
lang, unbedeutend gebogen (Taf. IX. Fig. 13a), mit etwa dreissig Reihen von 
Dornen ; die dornenbesetzte Strecke des Samenleiters im Ganzen etwa 4 mm. 
lang. Die Dornen bis 0'05 mm. hoch, ganz wie in der Tr. inornata. Die 
Spermatotheke (Taf. IX. Fig. 12a) stundenglasförmig, der obere Theil viel 
grösser als der untere, der Längsdurchmesser etwa 4 5 mm.; der vaginale Gang 
(Fig. 12 b) ziemlich weit, etwa 6 mm. lang; der uterine Gang (Fig. 12 de) dünner, 
etwa an seiner Mitte etwas erweitert und hier die ziemlich kurzstielige, kleine, 
kurz birnförmige Sperinatocyste aufnehmend (Fig. 12/"). Die Schleimdrüse 
fast so gross wie die Prostata, weiss; die Eiweissdrüse gelblichweiss. 

Ob diese Form eine besondere Art repräsentirt, oder nur eine Varietät 
der Tr. inornata, oder der jedenfalls nahestehenden Tr. alba, muss vorläufig 
dahingestellt werden. In vielen Beziehungen steht sie der Tr. alba sehr 
nahe, scheint sich aber durch eine andere Form der Penishaken zu unter- 
scheiden. Von der Tr. inornata differirt diese Form ausser durch den mehr 
ausgeprägten Kückenrand durch eine geringere Anzahl von Kiemenblättern, durch 
die helle Farbe der Raspel und durch Fehlen eines Höckers an der ersten (in- 
nersten) Zahnplatte, durch die eigenthümlichen Loculamente am Pylorus, durch 
die helle und kleine Leber mit grosser Gallenblase und durch Fehlen von dunklem 
Pigmente in dem Auge. Um nicht die Nomenclatur zu belästigen, habe ich 
dieselbe als eine Varietät der Tr. alba hingestellt. 

VI. 

Euplocamus Phil. — R. Bergh, Bcitr. L c. I, p. 623—630. 
II. croceus Phil. — R. Bergh, 1. c. I, p. 625—636. 
Taf. VI. Fig. 10; Taf. X. Fig. 8-0. 

Di«; erneuerte Untersuchung der Mundthcile noch eines Individuums aus 
dein Meerbusen von Marseille ergab wieder dicht innerhalb der J_- förmigen 
Iftndipalte den schräg hinabsteigenden Vorderrand der Mandibelplatten, 
deren Breite oben 1*4 nun. betrug, nach unten bis 25 mm. abnahm; der vordere, 
dicke, unbedeutend leistenartig vortretende Rand braungelb, die übrige Strecke 
weii-Mlicli. In der Kaspel der Zunge neunzehn Zahnplattenreihen, weiter nach 
hinten kamen deren fünf entwickelte und zwei unentwickelte vor, die Gesammtzahl 
derselben lomit lechsundz wanzig; ') um Vorderrande der Lingula (der Raspelpulpe) 

In ton Hertthii PrftbM ron mir nntorrochten Individuen fanden sieb moiHten« üö— 27, 

r> 1|C|.<T J u '■'•'< K«Mh«-H 



Beiträge zn einer Monographie der Polyceraden . 



143 



ziemlich zahlreiche, geschlängelte Furcheu der Cuticula. Von äusseren Zahu- 
platten kamen hier dreiunddreissig vor. 1 ) — Eine Gallenblase konnte auch hier 
nicht nachgewiesen werden. 

Der gelbliche Zwitterdrüsengang mit zwei Hauptstämmen entsprin- 
gend, die sich in der Nähe des oberen Randes der Leber vereinigten; der rechte 
Stamm mehrere Aeste von der oberen Fläche der hinteren Eingeweide masse 
aufnehmend. 

Später habe ich zwei im Golfe von Napoli gefischte Individuen dieser Art 
von der Station daselbst bekommen. Dieselben waren 2"6 — 3 cm. lang bei einer 
Höhe von etwa 9 und einer Breite bis 10 mm.; die Höhe der Rhinophorien 
3 — 3*5 mm., von denen die Hälfte auf die Keule kam; die Länge der Stirn- 
anhänge 3 — 3'5, der Rückenanhänge 6 — 6*5, der Kiemenblätter 3*5 -4 mm.; die 
Breite des Fusses bis 5 — 7, die Länge des Schwanzes bis 6 — 8 mm. Die Farbe 
heller, mehr weisslich. — Von Stirnanhängen kamen an der rechten Seite nur 
einer und an der linken nur zwei vor (und der Stirnrand schien doch ganz 
unbeschädigt); von Rückenanhängen fanden sich jederseits fünf; die fünf (drei) 
Kiemenblätter wie gewöhnlich, ebenso die Analpapille. — Das eine Individuum 
wurde genauer untersucht. 

Das Centrainervensystem (Taf. X. Fig. 8) wie gewöhnlich; am Grunde 
des Penis ein kleinzelliges, rundliches Ganglion von etwa 0'35 mm. Durchmesser 
(Taf. VI. Fig. 10): die Sinnesorgane wie gewöhnlich (Taf. X. Fig. 9). — Die Mund- 
röhre 4 mm. lang. Der Schlundkopf von gewöhnlicher Form, 4mm. lang bei 
einer Breite bis 4 25 und einer Höhe von 3*5 mm.; die Raspelscheide noch am 
hinteren Ende der Unterseite 1 mm. nach unten vortretend ; die gelben Lippen- 
platten 2mm. hoch bei einer Breite bis T2mm. In der Raspel siebzehn Zahn- 
plattenreihen, weiter nach hinten deren vier entwickelte und zwei jüngere, die 
Gesammtzahl derselben somit nur dreiundzwanzig; in den hinteren Reihen kamen 
nur bis siebzehn äussere Platten vor. Die Zahnplatten wie gewöhnlich. Die 
Speiseröhre 6 mm. lang, in einen kurzen, fast kugelförmigen Magen von 
6— 7 mm. Durchmesser übergehend. Der Darm wie gewöhnlich, 3'5 cm. lang 
bei einem Durchmesser von 2— 2*5 mm. Die Leber 13*5 mm. lang bei einem 
Durchmesser bis 8 mm., durch ihre bräunlichgraue Farbe gegen die gelblich- 
weisse Zwitterdrüse contrastirend; keine Gallenblase. — Die Lumina des Darmes 
(sowie die der Leber) mit Stücken und Stückchen von harten Bryozoenstämmen 
strotzend angefüllt. 

Die vordere Genitalmasse etwa 9 mm. lang bei einer Höhe von 7 und 
einer Breite von 5 mm. Die gelbliche Ampulla des Zwitterdrüsenganges etwa 
15 mm. lang bei einem Durchmesser bis 0'75mm.; die Prostata wie gewöhnlich; 
der muskulöse Theil des Samenstranges etwa 12 mm. lang, an dem (zurück- 
gezogenen), fast 2 mm. langen Penis endigend; die stacheltragende Strecke des 



1 ) Die Zahl der äusseren Platten betrüg in den erwähnten vierzehn Individupn meistens 
22—23, selten 32—35. 



144 



Rudolph Bergh. 



Samenleiters 3 mm. lang bei einem fast durchgehenden Diam. von fast 0"08 mm.; 
die Haken schienen in etwa fünfzehn Quincunx-Längsreihen gestellt, waren wie 
gewöhnlich, auch bis etwa 0"02 mm. hoch. Die Spermatotheke fast kugelförmig, 
von etwa 4 mm. Durchmesser; der vaginale Gang 7 mm. lang, unten (als Vagina) 
etwas erweitert; die längliche Spermatocyste 2 mm. lang, mit fast ebenso langem 
Gange, durch denselben vor der Mitte des uterinen Ganges befestigt. Die Schleim- 
drüse mit sehr schönen kurzen Windungen; die Eiweissdrüse bräunlichgelb. 

VII. 

Plocamopherus Leuck. 

Vgl. R. Bergh, Beitr. I, 1. c. 1880, p. 639—647, Taf. XIV, Fig. 11—24. — 
II, 1881, Taf. X, Fig. 3-5; Taf. XI, Fig. 1- 2. 

Die Plocamopheren sind in den letzten Jahren durch die Untersuchung 
der Ploc. Tüerii (s. oben) genauer bekannt geworden. Die untenstehende ana- 
tomische Durchmusterung einer anderen, bisher nicht genauer bekannten Art hat 
die früher angegebenen Verhältnisse bestätigt. Es scheint aus dieser letzteren 
neuen Untersuchung hervorzugehen, dass auf die Anzahl der grossen inneren, 
hakenförmigen Zahnplatten kein allzu grosses Gewicht gelegt werden muss, weil 
sich diese Zahl mit dem Alter steigert, indem sich der vordere Theil an den 
innersten Aussenplatten allmälig hakenförmig entwickelt. 

PL imperialis Angas. 

PI. imperialis Angas. Däscr. d'especes nouv. — de Moll. Nudibr. — de 
Port Jackson. Journ. de conchyl. 3 S. IV, 1. 1864, p. 59—60, pl. V, 
fig. 7. 

? — naevatus Abraham. Notes on some genera of Nudibr. Moll. Ann. 
mgz. n. h. 4 S. XVIII, 1876, p. 139, pl. VI, fig. 4- 4a. 

Nothaeum et latera corporis castanea (vel e brunneo aurantiaca vel rubra) 
guttis numerosis brunneis; appendices dorsales roseo-purpureae ; rhinophoria 
claro nigricanti, stylo (petiolo) roseo-purpureo ; branchia albicans; in infima 
parte laterum corporis, podario contigua series macularum (appendicum?) 
albidarum; margo podarii (et podarium?) flavescens, brunneo punctatus. 

Long. 76 mm. 
Hab. Oc. pacific. (Sidney). 

Taf. VIII. Fig. 20-21; Taf. IX. Fig. 7-11; Taf. X. Fig. 1-7. 

Die..»« :-c}iöiic Form scheint in der Farbe ziemlich variabel; die obere Seite 
ist (Angas zufolge) meistens kastanienbraun, mitunter von brauner Orangen- 
farbe hin zu hellem Ron hinabsteigend, überall mit kleinen braunen Fleckchen 
und Punkten bedeckt; die Uückenanhüngo sind rosapurpurfarbig; die Kieme 
weisnlicb; rlie JUiinophorien mit schwarzer Keule und rosafarbigem Stiele; unten 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



145 



an den Seiten, neben dem Fusse, eine Reihe von weissen Flecken (Anhängen?); 
der Fussrand gelblich, fein braunlich punktirt. 

Ob die von Abraham unter dem Namen PI naevatus erwähnte Form 
hierher gehört oder nicht, muss dahingestellt werden. 

Frauen feld hat von An gas mehrere (fünf) Individuen dieser Art (aus 
Sidney) erhalten und dem k. k. Hof-Cabinete übergeben. Zwei dieser Indi- 
viduen, das grösste und noch eines von 25 mm. Länge, wurden von mir genauer 
untersucht. 

Das kleinste dieser Individuen hatte nur eine Länge von 12 bei einer 
Höhe (ohne die Kieme) bis 5 und einer Breite bis 3 mm.; bei den drei betrugen 
dieselben Masse 20—25, 7—10 und 5—8 mm. Das grösste Individuum war fast 
4 cm. lang bei einer Höhe bis 11 und einer Breite bis 9 mm., die Höhe des 
Schwanzes etwa 11mm. (von denen fast die Hälfte auf die Flosse kam); die 
Breite des Stirnsegels fast 9, die Höhe der Rhinophorien 4 und die der Kieme 
7 mm., die der Rückenanhänge 3'5mm.; die Breite der Fusssohle 5 mm. — Die 
Farbe durchgehends weisslich, am Fussrande mit schwach gelblichem Anfluge ; 
der ganze Körper mit Ausnahme der Fusssohle mit einer ausserordentlichen 
Menge von runden und ovalen, olivenbraunen Punkten und feinen Fleckchen 
bedeckt; der Stiel und die Keule der Rhinophorien olivengrau, die letztere 
dunkler, fast schwärzlich an der Hinterseite; die Stirn-, die Rücken- und 
die Seitenanhänge fast farblos; die Kiemenblätter an der Aussenseite unten 
olivengrünlich, oben fast farblos, mit den gewöhnlichen Punkten, die Innen- 
seite mit bräunlichen Rhachis - Partien. Die Analpapille unten bräunlich, oben 
weisslich. 

Die Form Verhältnisse die gewöhnlichen. Das Stirnsegel etwas mehr 
als die Hälfte eines Kreises betragend, im Rande etwas wellenförmig gebogen, 
mit einer Franse von ziemlich zahlreichen, höckerigen und kurzästigen Fort- 
sätzen, von denen die seitlichen die grössten waren; zwischen diesen Stirnfort- 
sätzen viele kleinere Höcker und Spitzen ; die Ecken des Stirnsegels stark ohren- 
artig vorspringend. Die Ränder der Rh inophor scheiden wenig vortretend, 
fein zackig; der Stiel der (vorgestreckten) Rhinophorien kaum so hoch wie die 
Keule; diese letztere stark, mit wenigstens hundert Blättern. Der Aussen- 
mund wie gewöhnlich; die Tentakel auch so, sichelförmig, mit einer schwachen 
Furche des Randes. Der glatte Rücken durch einen wenig vorspringenden Rand 
von den Seiten des Körpers geschieden ; an diesem letzteren fanden sich hinter 
einander in fast gleich grossen Abständen die drei Anhängsel, das vorderste 
in einigem Abstände hinter dem Rhinophorium, das mittlere vor der Kiemen- 
gegend, das hintere hinter der letzteren; das vorderste war meistens ein wenig 
kleiner als das mittlere, das hinterste etwa doppelt so gross wie das letztere; 
die Anhängsel waren überall mit Höckern und Papillen versehen, die hinteren 
trugen noch oben einen kugelförmigen oder mehr länglichen Kopf, der fast so 
gross als das übrige Anhängsel war. Die Kieme aus fünf starken Blättern 
gebildet (mitunter kamen durch innigere Verschmelzung oder durch Theilung 
auch vier oder sechs Blätter vor); die hintersten Blätter waren meistens ein 

Z. B. Ges. Bd. XXXIII. Abb. 19 



146 



Rudolph Bergh. 



wenig kleiner als die anderen. Die Analpapille etwa 15 mm. hoch, kurz- 
cylindrisch, oben abgestutzt; die Nieren pore vorne und rechts an ihrem 
Grunde. Die Flosse des Schwanzes zackig, mit kleinen Anhängseln, kleiner 
als die Stirnfortsätze. An den Kürperseiten (bis auf den Schwanz hinaus) die ge- 
wöhnlichen Anhängsel in zwei undeutlich geschiedenen Längsreihen, in jeder 
meistens 5—6; sie waren viel kleiner als die Rückenanhängsel und etwas ein- 
facher, ohne Kopf, mitunter wie in eine Vertiefung zurückgezogen. Die Genital- 
papille an gewöhnlicher Stelle; an einem (mittelgrossen) Individuum war der 
Penis in einer Höhe von 3 mm. keulenförmig hervorgestülpt "(Taf. IX. Fig. lle). 
Der Fuss wie gewöhnlich, nur war die lamellirte Furche am Vorderrande viel 
schwächer als in dem Ploc. Tilesii. 

Von den Eingeweiden schimmerte nur die vordere Genitalmasse mitunter 
weisslich hindurch. Die Eingeweidehöhle sich bis dicht hinter den hintersten 
Rückenanhängseln erstreckend. Das Pseudo-Peritonäum farblos. — Unterhalb 
des Rückenrandes oder längs desselben verlaufen mehrere starke Muskelbänder, 
die sich etwa an der Mitte der ganzen Körperlänge von der Körperwand all- 
mälig lösen, weiter nach vorne verlaufen und sich (unterhalb der Gegend der 
Rhinophorien) an das Stirnsegel inseriren. Diese Mm. veli frontalis sind 
an ihrer Insertion mit den Mm. rhinophoriales und den (oberen) Mm. re- 
tractores tubi oralis verwebt, an der rechten Seite ferner mit dem Ursprünge 
des M. retractor penis. 

Das Centrainervensystem (Taf. IX. Fig. 7) fast ganz wie in dem PI. Tilesii 
(vgl. 1. c. p. 642). Die gemeinschaftliche (Fig. 7 d) ziemlich dünne Commissur 
wenigstens noch etwa ein halbes Mal so lang wie der Querdurchmesser des 
(Zentralnervensystems, an ihren beiden Enden besonders deutlich ihre Zusammen- 
setzung aus den drei zeigend; rechts am Grunde der pleuralen Commissur ein 
rundliches Ganglion. Die Ganglia optica, sowie die Ganglia olfactoria proximalia 
und distalia (Fig. 7) wie bei jener Art. Unten am Penis fand sich ein rundes 
Ganglion von etwa 3 mm. Diam. 

Die Augen (Fig. 7) wie in der anderen Art. Dicht hinter denselben 
schienen die etwas kleineren Ohrblasen mit rundlichen und länglichen Oto- 
konien sich zu finden. In den Blättern der Rhinophorien keine erhärtete 
Zellen; durch die Axe der Organe stiegen starke Retractoreu hinauf. In der 
Haut keine eigentlichen Spikel und auch nur sparsam zerstreute, meistens gelb- 
liche, schwach verkalkte Zellen. 

Die Mundröhre stark, trichterförmig, etwa 5 mm. lang; die Innenseite 
mit starken Längsfalten; ihre Retractoreu wie gewöhnlich.') — Der Schlund- 
kopf wie gewöhnlich, etwa 4 5 mm. lang bei einer Höhe von 3 und einer Breite 
von 1 mm.; die Raspelscheide hinten noch fast 1 mm. vortretend; die Retrac- 
toreu wie gewöhnlich; der dicht hinter den Bucealganglion liegende M. transv. 
post. superficialis stark, ganz gelöst. Die Lippenscheibe stark vortretend, mit 
J_- förmiger Mundspalte, von weisslicher Cuticula überzogen, die am Vorderrande 



• i |)io M;i>m- ln'/.inh<Mi Mir. Ii alle auf (Iuh grAfltt der antonuohten Individuen. 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



147 



der Mundspalte in die schmutzig braungelben Lippenplatten übergeht. Diese 
letzteren (Taf. X. Fig. 1) waren unten durch einen breiten Zwischenraum ganz 
geschieden, oben durch einen ganz schmalen (Fig. la); sie waren gestreckt drei- 
eckig, mit der geraden Grundlinie oben, mit der gerundeten Spitze unten, von 
ihrer Mitte ab, wo sie dicker waren, nach vorne und nach hinten abfallend 
(Fig. 1); sie sind sehr deutlich aus dicht zusammengedrängten, leicht gebogenen 
Stäbchen gebildet, die eine Höhe bis etwa - 16mm. erreichten (Taf. IX. Fig. 8). 
Die Zunge wie gewöhnlich; in der braungelben schillernden Raspel (Taf. X, 
Fig. 2) 15 — 16 Zahnplattenreihen; weiter nach hinten kamen deren 5—4 ent- 
wickelte und zwei noch nicht ganz entwickelte vor, die Gesammtzahl der Reihen 
somit zweiundzwanzig. Die Rhachis breit (Fig. 2 a), nicht viel schmäler als jede 
Hälfte der Raspel, mit den gewöhnlichen Querfurchen. Nur die zwei vordersten 
Reihen waren incomplet. Die innere (fast) Hälfte der Raspel war braungelb, 
die äussere horngelb. Die Anzahl der Platten in den Reihen war vorne an der 
Zunge an dem kleineren Individuum fünfzehn, an dem grösseren siebzehn, hinten 
an derselben siebzehn und neunzehn, und stieg weiter nach hinten bis neunzehn 
und einundzwanzig. An dem grössten untersuchten Individuum betrug die Länge 
der äussersten Platte hinten an der Zunge 055 mm., die der folgenden 0"08 — 
0" 1 15 — 0*13 — 014 mm.; die Länge der innersten Platten 28 mm. Die 5—7 in- 
neren Platten hell braungelb, die anderen hellgelb. An dem grössten Individuum 
zeigten die fünf innersten Platten der vorderen, die sechs der mittleren und die 
sieben der hintersten Reihen einen stark entwickelten Haken; an dem kleineren 
Individuum fanden sich in den vier hintersten Reihen sieben, dann sechs, in 
den fünf vordersten fünf hakenförmige Platten. Sonst waren die Platten auch von 
gewöhnlicher Form, der Körper mit dem gewöhnlichen, nach aussen gebogenen 
Flügel (Taf. X. Fig. 5) ; die innerste (Taf. IX. Fig. 9, 10; Taf. X. Fig. 3, 4 a) ein wenig 
hinter der zweiten (Fig. 4b) wie verschobene Platte etwas kleiner und in Form 
ein wenig abweichend (Fig. 9, 3). An den diesen (5—7) nächstfolgenden Platten 
(Fig. 2, 5) war der Haken verschwunden, der Körper schmäler und mit einem 
etwas einwärts gerichteten Kamme versehen (Fig. 2); an den übrigen war die 
Grundfläche schmäler als der schief abgeplattete Rücken (Taf. VIII. Fig. 21). 

Die Speicheldrüsen weiss, ausgestreckt an Länge etwa 1*5 cm. bei 
einer Breite bis 1—0 75 mm. messend, sich, gegen einander convergirend, nach 
hinten an der Unterseite der vorderen Genitalmasse über die vordere Strecke 
der Leber hin erstreckend; die Ausführungsgänge ziemlich kurz. 

Die Speiseröhre ganz kurz, etwa 2*5 mm. lang bei einer Weite bis 
15 mm., mit Längsfalten der Innenseite. Der grosse Magen erst an der oberen 
Seite der vorderen Genitalmasse ruhend, dann zwischen dieser und der linken 
Seite des Vorderendes der Leber und in die Vertiefung derselben hinabsteigend; 
im Ganzen etwa 11 mm. lang bei einem Durchmesser von fast 5 mm.; vor 
der Mitte der Länge des Magens fand sich bei dem grossen Individuum eine 
starke circuläre Einschnürung, bei dem kleineren eine Andeutung einer solchen. 
Die Innenseite zeigte zahlreiche feine Längsfalten, die in der Gegend der 
Einschnürung viel stärker waren und an dem grossen Individuum wie einen 

19* 



148 



Rudolph Bergh. 



besonderen Gürtel bildeten. Das Hinterende des Magens öffnet sich etwas ver- 
schmälert in die nicht weite Leberhöhle, und dicht hinter dem Pylorusende 
geht der Darm nach links (und unten) ab. Dieser letztere in der Tiefe einer 
Queispalte der Leber (s. unten) verborgen, dann unten an der linken Seite frei 
werdend und sich längs der linken Seite hinauf und ein wenig mehr nach vorne 
erstreckend, sein Knie bildend und rechts nach hinten verlaufend. Die Länge des 
Darmes betrug im Ganzen etwa 2 8 cm. bei einem Durchmesser vorne bis 1*5, 
hinten bis 07 mm.; das Verhältniss an beiden Individuen ganz dasselbe. Die 
Innenseite zeigte die gewöhnlichen Längsfalten. — Die Verdauungshöhle (sowie 
die Leberhöhle) mit sehr reichlichem, aber näher unbestimmbarem, gelblich- 
weissem animalischen Inhalte. 

Die Leber etwa 12 5 mm. lang bei einer Breite vorne bis 8 und einer 
Höhe bis 7 mm., kurz kegelförmig; das abgestutzte Vorderende an der oberen 
Hälfte mit einer breiten und tiefen Kluft, welche sich links in eine tiefe (vor 
der Mitte der Länge der Leber liegende) Furche fortsetzt, die sich um die linke 
Hälfte der Leber schlingt und sich unten dem Vordereude der Kluft nähert, 
und durch welche diese ganze Partie fast isolirt ist; die Farbe hell schmutzig- 
gelbbraun. Die Leberhöhle ziemlich weit, mit tiefen und weiten Krypten. Eine 
Gallenblase kommt nicht vor. 

Das ovale Pericardium von etwa 5 mm. längstem Durchmesser (Lauge); 
• las Herz wie gewöhnlich. Die Blutdrüsen fast kalkweisslich und sonst fast 
wie gewöhnlich; die vordere (vor dem Darmknie) breitoval, von etwa 1mm. 
Querdurchmesser; die hintere (hinter dem Darmknie) länglichoval, etwa 1*5 mm. 
lang; beide ziemlich dick, aus dichtgedrängten Läppchen bestehend. — Die 
Nierenspritze wie gewöhnlich. Der hinter dem Darme oben in der Quer- 
f u rohe verlaufende Zweig der Urinkammer stark. 

Die weissgelbliche oder mehr gelbliche Z witterdrüse durch ihre Farbe 
gegen die an der Oberfläche hell gelblichgraue Leber contrastirend, mit einem 
fast continuirlichen Lager dieselbe überziehend und nur in der Tiefe der vor- 
deren Kluft und in der von derselben ausgehenden Furche die Leber meistens 
entblösst lassend. Der Bau der gewöhnliche. In den Läppchen grosse oogene Zellen 
und Zoospermien. Der Zwitterdrüseiigang an der rechten Seite des Endes des 
Magens die hintere Eingeweideinasse verlassend. Die vordere Gonitalmasse 
von ovaler, etwas zusammengedrückter Form, etwa 9 mm. lang, sonst im Ganzen 
wie in der früher von mir untersuchten Art und sich an beiden Individuen ganz 
ähnlich verhaltend; an der rechten Seite und oben emporragend die grosse 
Schlinge des dicken Sanienstranges. Die Ampulle des Zwitterdrüsenganges 
am Hinterende der Genitalmasso und weiter nach vorne von der Prostata ge- 
deckt, viele Knickungen machend, ausgestreckt etwa 12 mm. bei einem Durch- 
messer von fast 5 mm. messend, opakgelblichweiss oder graubraun ; ihre Thoi- 
fang sehr deutlich, der männliche Zweig gleich in die weissliche Prostata 
übergehend. Diese letztere (Taf. X. Fig. lab) mit einem dünnen, continuirlichen 
Lager die Spermatotheke überziehend, unten wird die Höhle der Prostata doutlich 
und geht in einen etwa 8*5 nun. langen, oben TO mm. in» Diain. haltenden, nach 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



149 



unten verschmälerten Fortsatz über 1 ) (Taf. IX. Fig. IIa), welcher den Anfang 
des (in dieser Strecke etwa 5 mm. langen, dünnen, gelblichen) Samenleiters 
(den eigentlichen Samengang) bildet; dieser schwillt dann, indem er sich mit 
einer schlaffen Scheide umgibt, zu (Fig. 11 cd) der dreifachen Dicke (von etwa 
1 mm.) an, ist weisslich und bildet eine grosse Schlinge, indem er mit einer Länge 
von etwa 13 mm. an das Vestibulum hinabsteigt; in dieser ganzen Strecke schim- 
merte der lose liegende Samenleiter überall deutlich hindurch; nur die letzte, 
1*5 mm. lange Strecke war compact und Hess wie einen dunkleren Faden (die 
hakenbesetzte Cuticula) durchschimmern; die hakenbesetzte Strecke fast 3 mm. 
laug, sich mit einer kleinen, durchbohrten Papille (Fig. lle) oben im Vestibulum 
öffnend. Die Hakenbewaffuuug wie gewöhnlich; die Haken dichtstehend, in bis 
etwa vierzig Quincunx-Reihen stehend, gelblich, von der gewöhnlichen Form 2 ) 
oder ein wenig mehr aufrecht, bis 0*035 mm. hoch. An dem ausgestülpten 
Penis (Fig. lle) war die umkleidende Cuticula glatt, ohne Spur von Haken- 
bewaffnung. — Der weibliche Zweig der Ampulle des Zwitterdrüsenganges sich 
wie bei der vorigen Art verhaltend. 3 ) Die (Taf. X. Fig. lab) Spermatotheke 
von ovaler Kugelform, von 3 mm. grösstem Durchmesser, auch an der Unterseite 
(wo sie an der Schleim- und Eiweissdrüse ruht) von der Prostata bis auf eine Furche 
für das Durchtreten der Ausführungsgänge bekleidet (Fig. 7). Der vaginale Aus- 
führungsgang etwa 6 mm. lang bei einem fast durchgehenden Durchmesser von 
1 mm., in einem Bogen hinter und innerhalb des Samenleiters an das Vestibulum 
hinabsteigend (Fig. 7 cd); die Innenseite mit starken Längsfalten und von einer 
starken, gelblichen Cuticula überzogen. Der (Fig. lef) uterine Ausführungs- 
gang etwa so lang wie der vaginale oder ein wenig länger, sein Durchmesser 
aber nur bis etwa ein Drittel des letzteren betragend; vor seinem letzten Viertel 
ist er etwas erweitert und trägt (Fig. lg) hier die nicht kurzgestielte, birn- 
förmige, etwa 0*7 mm. lange, opakweissliche oder graubraune Sperinatocyste;die 
letzte Strecke des uterinen Ganges etwas verdünnt. Die Schleimdrüse kaum 
die Hälfte der ganzen vorderen Genitalmasse betragend, etwa 3*5 mm. lang, mit 
vielen, dichtliegenden Windungen, weisslich; nur die Windungen der Eiweiss- 
drüse dottergelb. Der Schleimdrüsengang sich vor dem Penis in das Vesti- 
bulum öffnend; die Falte wie gewöhnlich. Das Vestibulum genitale stark 
bräunlich pigmentirt, mit Längsfältchen. 

VHI. 

Lamellidoris Aid. et Hanc. 

Alder and Hanc, Monogr. part VII, 1855, p. XVII. 

R. Bergh, Malacolog. Unters. Heft XIV, 1878, p. 603—615. 



M Vgl. 1. c. II, Taf. XI, Fig. 16, 2. 

l ) Vgl. 1. c. II, Taf. X, Fig. 5. 

») Vgl. 1. c. II, Taf. X, Fig. 3d-e. 



150 



Rudolph Berga. 



L. bilamellata (L.). 

Var. liturata (Beck). 

Doris liturata Beck. Möller, Index rnoll. Groenl. 1842, p. 5. 
Lamellidoris bilamellata, var. liturata. R. Bergh, 1. c. p. 609 — 613, 
Tab. LX1V, Fig. 14-19; Tab. LXV, Fig. 6-13. 
Hab. Mare groenlandicum. 

Taf. VII. Fig. 11-17. 

Für genauere Untersuchung der Muudtheile und des Penis habe ich wieder 
zwei fast gleich grosse grönländische Individuen dieser Art durchmustert. 

Die Individuen hatten eine Länge von 21—22 bei einer Höhe bis 10—11 
und einer Breite bis 17 — 17 5 mm. Die Formverhältnisse, die RhinophorÖffnungen 
und die Kieme (mit ihren 23—24 Blättern) wie gewöhnlich. 

Das Centrainervensystem zeigte ein abgeplattet rundliches, nicht kurz- 
stieliges Gangl. genitale (etwa von der Grösse der buccalen Ganglien) in Ver- 
bindung mit dem rechten pleuralen Ganglion. Die grossen Coramissuren etwa 
so lang wie der Querdurchmesser der Fussknoten; alle drei geschieden, die vor- 
derste (pedale) die dickste, die mittlere (pleurale) ganz dünn. Die buccalen und 
gastro-ösophagalen Ganglien wie früher erwähnt, die letzteren ganz kurzstielig. 

Die Mundröhre 25 mm. lang. — Der Schlundkopf 425— 4*5 mm. 
lang bei einer Höhe und Breite von 15— 1'6 mm.; die Raspelscheide noch 
2*5— 3 mm. hervortretend; der nach links gerichtete Schlundkopf kröpf mit dem 
Stiele zusammen 4— 5 mm. hoch bei einem Durchmesser bis 2 25~2"5 mm. Die 
Lippenscheibe (Fig. 11) oval, die Papillen derselben stark, etwas zusammen- 
gedrückt, wodurch die überziehende, fast farblose Cuticula ein wie fein getäfeltes, 
etwas guillochirtes oder selbst mammelonirtes Aussehen (Fig. 13) erhält; nur 
unten ist die Cuticula viel stärker, gelb, und bildet eine harte, vorne in der 
Mittellinie ein wenig vorspringende Einfassung (Fig. 11, 12) des unteren Theiles 
der Muudspalte. An der Zunge kamen 12 — 14 Zahnplattenreihen vor, weiter 
nach hinten noch 14 — 16 entwickelte und sechs noch nicht ganz entwickelte; 
die Gesammtzahl derselben somit 32— 36. J ) Die Länge der (falschen) Rhachis- 
platten betrug 018 — 2 mm. bei einer Höhe bis 06-0 07 mm. (Fig. 14). — 
Die Speicheldrüsen (Fig. 15) sind ganz eigentümlich; die rechte (Fig. 15a) 
ist die grösste, viel grösser als die linke (Fig. 15c), 5 25— 5 5 mm. lang, etwas 
abgeplattet, oben in 2—3 in ihrer grössten Länge verbundene Lappen getheilt; 
die linke ist viel kleiner, grobknotig; zwischen diesen oder oberhalb der rechten 
findet sich noch eine supplementäre Drüse (Fig. 156), der linken ähnlich, un- 
bedentend grösser oder kleiner (zwischen der linken und der accessorischen Drüse 
liegen die bttCCalen Ganglien). 

Das Verdauüngssystem übrigens wie früher von mir beschrieben. So war 
auch die melonenförmige Nierenspritze und die Blutdrüso. 



') Dii AbSAU \aniit<j U zwoll früher Qnt«tlI10bt«il I mlividuaii von L".) IJ0 Reihen. 



Beiträge zn einer Monographie der Polycerad 



151 



Die Ampulle des Zwitterdrüsenganges auch nur 5mm. lang bei einem 
Durchmesser bis 07 mm. Die erste prostatische Strecke des Samen Stranges 
kurzer als in den früher untersuchten Individuen, kaum 25 cm. lau* bei einem 
fast durchgehenden Diam. von etwa 0-5 mm.: durch eine Verengerung in den 
muskulösen (Fig. 16a) Theil übergehend, welcher ausgestreckt beiläufig 2 5 bis 
3 5 cm. mass bei einem Durchmesser von meistens 0*4 mm. Vorne gin* der 
Samenstrang in den etwas dickeren, birnförmigen, 3 5-4 mm. langen Penis 
(*ig 166) über; durch die dünnen Wände desselben (des Präputiums) schim- 
merte in der etwa oberen Hälfte die gebogene Glans hindurch, von dem Samen- 
leiter bis an die Oeffnung an der Spitze durchstochen (Fig. 17) Die Samen- 
blasen und die Schleimdrüse wie früher von mir beschrieben 



IX. 

Goniodoris Forbes. 

ß. Bergh, Die Gattung Goniodoris Forbes, Malakozool Bl N F I 1880 
p. 115-137. Taf. IV. ' ' ' 



Gon. castanea Aid. et Hanc. 
Taf. X. Fig. 10. 

fv.l 1 t^ ge FeMen der Blut ^üse in den Goniodoriden 
vgl. U p. 117, 125, 132) zu verificiren, habe ich wieder zwei ziemlich grosse 
(1.-14 mm. lange), aus der Nähe von Triest durch Dr. Graeffe erlangte 
Individuen von dieser Art untersucht. In der That bin ich ausser Stande ge- 
wesen, Spuren von dieser Drüse nachzuweisen. 

Die Länge des Schlundkopfes dieser Individuen war 1-125 mm und 
die Raspeischeide gerade nach hinten oder nach unten noch 75 mm. vortretend • 
der Kropf so gross oder ein wenig grösser als der eigentliche Schlundkopf. Der 
last farblose, oben und unten nicht ganz geschlossene Greifring der Mund- 
spalte aus gegen zwanzig Reihen von Höckern gebildet, von denen die (2-3) 
vordersten sich in Form denen der Gon. nodosa näherten; der Unterschied in 
\der Beschaffenheit des Greifringes in den zwei Arten ist also geringer als früher 
*on mir (1 c. p. 131) angegeben. Die kastanienbraune Raspel der Zunge mit 
P-9 Zahnplattenreihen (bei den drei früher von mir untersuchten Individuen 
^ar die Anzahl 13 - 15 - 18); weiter nach hinten kamen deren 20-21 vor- die 
pesammtzahl der Reihen somit 28-30 betragend (bei den anderen 30-34-35) 
Wie Formverhaltnisse der Zahnplatten wie früher von mir angegeben. 

L , ? 6r MageD Und der Darm an den beid en Individuen von ganz derselben 
Peschaffenheit. Der erste (Fig. 106) kurz sackförmig, etwa 16 mm. lang, aus 
per Leberkluft frei hervortretend; die Innenseite mit starken Längsfalten. Am 
gründe des (Fig. 10«) Darmes vorne ein kleines Diverticulum. Eine Gallenblase 



152 Rudolph Bergh. 

konnte, wie früher von mir (1. c. p. 124, 132) angegeben, nicht nachgewiesen 
werden. 

Die Samenblasen ganz wie früher von mir angegeben. 

X, XI. 

Triopa, Drepania. 

Im Monate November 1879 hat Dr. Graef f e in der Nähe von Triest, unter 
Steinen, in einer Tiefe von etwa einem Faden, im Ganzen doch ziemlich selten, 
Individuen der Triopa clavigera gefischt. Dieselben zeigten die Orangerothen 
Flecken des Eückens meistens in einer Reihe gestellt und kaum warzenartig 
hervortretend. Diese Form ist auch von Dr. v. Marenzeller bei Muggia öfter 
(besonders im März 1875) gefischt. Den vorliegenden farbigen Abbildungen 
zufolge stimmten die Individuen mit den typischen Verhältnissen der Art. 

Die von mir Drepania Graeffei x ) benannte neue Form wurde, wie aus der 
mir von Dr. v. Marenzeller geschickten farbigen Abbildung einer „Nudi- 
branchie der Adria" ersichtlich, von demselben schon im September 1872 in der 
Bai von Muggia gefischt. 



Die Doriden scheinen ziemlich naturgemäss in zwei grosse Gruppen zu 
zerfallen, die eine Formen mit freigestellter und die andere mit zurückziehbarer 
Kieme umfassend. 

Jene, die hier zu besprechenden phanerobranchiaten Doriden, unter- 
scheiden sich von den cryptobranchiaten auffallend dadurch, dass die Kiemen- 
blätter nicht wie bei diesen in eine (meistens) gemeinschaftliche Höhle zurück- 
ziehbar sind, was mit dem Fehlen der besonderen Kiemenretractoren einhergeht. 
Die niedriger stehenden Gattungen der Gruppe zeigen noch die typische Doriden- 
Form, die höheren sind alle von mehr oder weniger ausgeprägten limaxartigen 
Formverhältnissen. Die Rhinophorien sind meistens retractil, mitunter auch 
Dicht; die Keule ist fast immer durchblättert. Die Kieme meistens von einer 
nicht grossen Anzahl von Blättern gebildet, welche meistens mehrfach, seltener 
einfach gefiedert sind. Der Fuss in den Gattungen von der mehr typischen 
flachen Doriden-Form stark und breit, sonst und also meistens mehr oder 
weniger schmal und schwächer. 

Das Centralnervensystera zeigt sich innerhalb der phanerobranchiaten 
Doriden kaum von dem der cryptobranchiaten abweichend; ebenso wenig die 



') VgL \, r. II, 1HHO, p. 086-1016. 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 153 

Augen und die Ohrblasen (mit ihren zahlreichen Otokonien). Die Haut ist mit 
Spikein in sehr verschiedenem Grade ausgesteuert, bei einzelnen Formen fehlen 
solche fast ganzlich. Die Lippenscheibe und die Backen (die Wände des Ein- 
ganges in die Mundhöhle) entweder von einfacher Cuticula überzogen oder mit 
einem Greifringe oder mit Mandibelplatten versehen. Was aber die phanero- 

IZl ff £ » ( T ^ USDahme eiD2elner Dkd "Z stehender Gattungen) 
neben dem Charakter der Kieme vorzüglich auszeichnet, ist die Eigentüm- 
lichkeit der Zungenbewaffnung mit ihren differentiirten Platten, einer 
der me h reren grossen Seitenplatten von Hakenform und einer einzelnen 
oder mehreren oder selbst vielen änsseren Platten, fast immer kleiner „nd 

der Doriden t T f ™ ia ™ d °™ Jossen Gnrppe 

der Doriden, fast ausnahmslos die Leber. Das untere Ende des Samenleiters 
mitsammt der Glans penis ist fast immer mit Eeihen von Häkchen besetzt ') 
Die phanerobranchiaten Doriden*) zerfallen wieder in zwei Gruppen, von 
denen die eine sich durch Entwicklung eines sangenden Schlundkopf kropfes von 
der anderen besonders unterscheidet. Jene, die saugenden Formen, gruppiren 
sich um die längst gekannten Goniodoriden; die anderen, die nicht saugenden 
um die schon lange bekannten Polyceren. 

«v,„ i E V St I T, der f DZ ^nngmäen Kenntniss der Ontogenie der Doriden 
ubeihaupt und besonders der zu dieser Gruppe gehörenden Thiere, ferner bei 
leb LT v DllC \ no * anf eine verhältnissmässig geringe Anzahl der jetzt 
lebenden Formen beschränkten Kenntniss ganz unmöglich, die Phylo*enie 
dieser Gruppe und ihre Stammverwandtschafts-Beziehungen zu eruiren "jeder 
Versuch ,n dieser Richtung wird im Augenblicke kaum mehr als subjectives 
Deuteln und vage oder haltlose Vermuthangen ins Blaue hinein werden. Aus 

tw^ T DOriden ' Vi6Ueicht aUS Formen > die mit «!•" Staurodoriden 

di TnnLr-; Werden „ S1C . h die erwähnte » «™i Gmppen, die Polyceraden und 
ie Goniodoriden, vielleicht abgezweigt haben. Innerhalb der Polyceraden 
r„2p e b !f nd ^ n . ^Verhältnisse überhaupt, die des Kiemenapparates 
und dei Raspelba« vielleicht erlauben, augenblicklich die Notodoriden als die 

we eb. -T^ n eChteD D ° riden näh6r TCrWandte Sta mmform anzusehen, aus 
w eher sich Formen wie die Triopellen und die Aegiren entwickelt haben 
rj^T e , rS * ausd ! esellIetzte ^ ^gen dann vielleicht mehr echte Polyceraden 
(mit den diffe rentiirten Zahnplatten) hervor; ihre höchste Entwicklung scheint 

*) Vgl. die Charakteristik der Gruppe in meiner • 

Gattungen nordischer Doriden. Archiv f. Naturgesch. XXXV, 1, 1879, p 341 
On the nudihr. gaster. moll. of the north paeific. oc. II, 1880, p. 201. 
Die Gattung Goniodoris Forbes. Malakozool. Bl. N. F I 1880 p 115 
suchte If* T V ° rIäUfi , g daMngestellt bleiben » ob räthselhafte, aber auch ungenügend unter- 
Nel E ZtrZ : a Vt erri11 Emert ° n (CataL ° f ™™ »OU. added to the Fauna of 
Fi7 ^ v 1 l P y6arS - TraQR - ° f the Connecticut Ac. V, 2, 1882, p 548 pl LVIII 

brei te Rai! hat, 17^ e " So11 ^ a » der rechten Körperseite finden. Di 

ps ^:^::^T v]aM * n - - Wahrscheiniich ^ diese — — 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 20 



154 



Rudolph Bergh. 



die Gruppe in den Plocamopheren und Kaiingen erreicht zu haben. Innerhalb 
der Gruppe der Goniodorideii scheinen die Akiodoriden die ältesten zu 
sein und die Entwicklung dann in die Idalien und Anculen zu culminiren. Das 
untenstehende, übrigens ganz anspruchslose Schema wird diese Ansichten näher 
versinnlichen. 

Plocamopher u s, Kaiinga 

\ m 

Euplocamus 

\ 

Nembrotha 

\ 

Trevelyana 

\ 

Thecacera 

\ 

Polycerella Ohdla 



\ 

Polio, Polycera, 

\ 

Crimora 

\ 

Triopha 

\ 



\ 

Triopa 

\ 

Aegires 

\ 

Triopella 

\ 



Drepania 

I 

Ancula 

I 

Idalia 

I 

Goniodoris 

I 

Lamellidoris 

I 

Addlaria 

I 

Acanthodoris 

I 

Doridunculus 

I 



Notodoris Akiodoris 




(ex. gr. Ntaurodoris) 
Darididae cryptobranchlatcie 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



155 



Subfam. I. Dorididae phanerobranchiatae non suctoriae 
s. Polyceradae. 

Die Gattung Po lyc er a wurde von Cuvier 1 ) (1817) aufgestellt, um die 
Doris quadrüineata von 0. F. Müller und (1830) verwandte Formen auf- 
zunehmen. Mehrere mit den Polyceren formverwandte Gattungen, die nach und 
nach aufgestellt worden waren, wurden dann von Alder und Hancock in ihrer 
grossen Nudibranchien-Monographie 2 ) in die Familie Polyceridae zusammen- 
gestellt. Dieselbe umfasst, Alder und Hancock zufolge, zwei Gruppen; die 
eine, mit nicht retractilen Rhinophorien, die Gattungen Goniodoris, Idalia, Ancula 
und Polycera einschliessend ; die andere, mit retractilen Rhinophorien, die Gat- 
tungen Thecacera, Triopa, Euplocamus, Plocamopherus , Aegires und Cera- 
tosoma enthaltend. Mit fast ähnlichem Inhalte kehrt die Gruppe bei den spä- 
teren Verfassern, bei Gwynn Jeffreys, 3 ) bei G. 0. Sars 4 ) u. A. zurück. 5 ) 
Indem ich meine zwei früheren „Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden" 6 ) 
lieferte, habe ich mich innerhalb des herkömmlichen Rahmens der Polyceraden 
gehalten und somit daselbst Formen behandelt (Ancula, Drepania), welche sich 
doch als dieser Gruppe nicht gehörend erwiesen. Die vergleichende Untersuchung 
aller dieser und noch anderer Formen scheint eine etwas andere Auffassung der 
ganzen Gruppe zu berechtigen, deren systematische Verhältnisse unten näher 
erörtert werden sollen. 

Polyceradae. 

Corpus plus minusve elongatum et limaciforme ; dorsum a lateribus vi.v 
discretum vel margine laterali prominenti; limbus frontalis plus minusve pro- 
minens, simplex vel appendicibus simplicibus vel compositis ornatus; dorsum 
utrinque ut plurimum appendice dorsali solitaria (branchiali) vel appendicibus 
dorsalibus lateralibus compluribus simplicibus vel compositis ornatum. Rhino- 
phoria vaginata vel non vaginata, clavo ut plurimum perfoliato. Branchia 
ut plurimum paucifoliata, foliolis ut plurimum compositis. Tentacula parva, 
lobiformia, plicaeformia vel auriformia. Podarium non latum, antice ut plu- 
rimum rotundatum. 

Bulbus pharyngeus simplex. Cavitas buccalis ut plurimum utrinque 
lamina mandibidari (ut plurimum e baculis minutis composita) armata. Radula 

») Cuvier, R. animal. II, 1817, p. 390. — ed. 2, 1830, III, p. 52. 

») Part 7, 1855, p. XVIII— XIX, p. 43—46. 

3 ) Gwynn Jeffreys, Br. Conchol. V, 1869, p. 69-81. 

*) G. 0. Sars, Moll. reg. arct. Norv. 1878, p. 310—314. 

5 ) In seiner ganz unkritischen „Revision of the anthobranchiate nudibranchiate moll. (Proc. 
zool. eoc. 1877, II, p. 228—240) bat Abraham eine Menge Doriden, die ganz verschiedenen Gruppen 
angehören, in seinen „Polyceriden" vereinigt. 

6 ) R. Berga, Beitr. zur Kenntn. d. Polyceraden. I, diese Verhandl. XXIX, 1879, p. 599—652, 
Taf. IX— XIV; II, 1. c. XXX, 1880, p. 629-668, Taf. X-XV. 

20* 



156 



Rudolph Bergh. 



rhachide fere Semper nuda; pleuris dentibus lateralibus majoribus uncinatis et 
externis simplicibus non hamatis. 

Glans penis seriebus hamulorum armata. 

Die Polyceren sind von etwas gestreckter und meistens etwas zu- 
sammengedrückter Form, nur selten (Triopella, Notodoris) etwas abgeplattet. 
Der Rücken ist mitunter (Nembrotha, Trevelyana) von den Körperseiten gar 
nicht geschieden und ohne alle Anhängsel, oder nur durch eine wenig vor- 
springende Leiste (der Körper ist dann fast „limaxartig"), von welcher sich dann 
meistens Anhangs el erheben, entweder (in der Kieniengegend) ein einzelnes ein- 
faches oder zusammengesetztes (Polycera, Polycerella, Thecacera, Ohola), oder der 
Rückenrand ist seiner ganzen Länge nach mit einigen einfachen (Triopa, Crimora, 
Triopha, Issa, Triopella) oder zusammengesetzten (Euplocamus, Plocamopherus, 
Kaiinga) Anhängseln besetzt. In den Formen, die keinen abgegrenzten Rücken 
zeigen (Nembrotha, Trevelyana), fehlt ein Stirngebräm fast oder ist wenigstens 
undeutlich entwickelt (Thecacera, Ohola); bei den anderen Gattungen kommt ein 
solches vor, meistens mit dem Rückenrande verbunden, der Rand ist entweder 
knotig (Aegires, Palio), oder mit Fühlern (Polycera), Papillen (Triopa, Issa, 
Triopha, Crimora) oder zusammengesetzten Anhängseln (Euplocamus, Plocamo- 
pherus, Kaiinga) versehen; bei den Plocamopheren ist das Gebrämganz colossal, 
segelartig, zum Schwimmorgan entwickelt. Der Rücken selbst ist eben (Poly- 
cera, Palio, Ohola, Thecacera, Nembrotha, Trevelyana) oder (bei den meisten 
Gattungen) mit Knötchen oder spitzen Höckern besetzt. Die Rhinophorien sind 
bei einigen Gattungen (Polycera, Palio, Polycerella) wegen Fehlen einer wirk- 
lichen Scheide kaum eigentlich retractil; bei den übrigen kommt eine solche 
vor, bei einigen (Aegires, Thecacera) sehr stark entwickelt; in einer sonst auch 
sehr abweichenden Gattung ( Notodoris) finden sich eigentümliche Klappen an 
den Oeffnungen vor. Die Keule der Rhinophorien ist selten einfach (Aegires, 
Notodoris, Polycerella), meistens durchblättert; die Zahl der Blätter selten 
(Plocamopherus) bedeutend, meistens 30 — 50 (jederseits), seltener (Polycera, 
Palio) viel geringer (10—20). Die Kieme nicht weit zurück am Rücken stehend, 
nur selten durch besondere, unmittelbare Schutzblätter (Aegires, Triopella) oder 
durch ein besonderes Schild (Notodoris) vertheidigt; die Anzahl der Blätter 
ist fast immer gering, meistens 3—5, nur in einer einzelnen Gruppe (Trevelyana) 
ist die Anzahl derselben ein wenig grösser (7 — 18); sie stehen am Grunde mehr 
oder weniger verbunden in einem meistens kurzen Bogen vor der Analpapille; 
nur in der Kaiinga sind sie (fast wie bei den Hexabrauchen) ganz gesondert 
um die Analpapille gestellt. Die Kiemenblätter sind fast immer bi- oder 
tri-, qoadripinnat, selten (Polycera, Polycerella) einfach gefiedert. Die Tentakel 
sind mitunter gar nicht oder fast nicht (Notodoris, Thecacera, Ohola, Aegires, 
Triopella) und nie stark entwickelt; sie sind meistens lappenartig, seltener falten- 
oder sichelförmig (Euplocamus, Plocamojthcrus, Kaiinga), oder mit einer tiefen 
Furciie versehen, dann mitunter becherförmig (Triopha). Der Fuss nie stark 
entwickelt, eher schmal; der Vorderrand fast immer gerundet oder gerade 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



157 



abgestutzt; der Schwanz (mit Ausnahme der Kaiingen) stark, vom Körper nicht 
geschieden. In einer einzelnen Gruppe (Plocamopherus) kommen in der Furche 
des Vorderrandes Lamellen vor (in der Art der Zehen der Geekotiden). 

Das Centrainervensystem bietet kaum irgend einen besonderen Cha- 
rakter dar, verhält sich wie bei den typischen Doriden. Bei einzelnen Gattungen 
(Polycera, 1 ) Palio, Euplocamus, Plocamopherus, Nembrotha) scheinen besondere 
gastro-ösophagale Ganglien nicht vorzukommen; bei den meisten sind sie in 
ganz gewöhnlicher Art entwickelt. Die kurzstieligen Augen und die Ohr- 
blasen mit ihren zahlreichen Otokonien wie bei anderen Doriden; in wenig- 
stens einer Gruppe (Aegires) kommt unter den Otokonien ein grösserer (eiu 
kleiner Otolith) vor. Die Haut ist mit Spikein in sehr verschiedenem Grade 
ausgestattet, bei einigen Gattungen (Euplocamus, Plocamopherus, Nembrotha) 
fast ohne solche; bei den meisten treten dieselben in mittelmässiger Menge, 
nur bei wenigen (Notodoris, Triopella) übermässig reichlich auf. 

Die Mundröhre, sowie der Schlundkopf von dem gewöhnlichen Baue 
der typischen Doriden (ohne Spur von Entwicklung eines Schlundkopf- 
krupfes). In den meisten Polyceraden ist die Innenseite der Backen (hinter 
der Mundspalte) jederseits mit einer dicken, starken, mehr oder weniger drei- 
eckigen Mandibelplatte belegt, die fast immer deutlich aus dicht gedrängten 
Stäbchen oder Häkchen zusammengesetzt ist ; nur selten (Nembrotha) sind die 
Platten schwach entwickelt oder (Triopa, Trevelyana, Notodoris) fehlen ganz. 
In einer einzigen Gattung (Aegires) kommt eine obere Mandibelplatte (wie durch 
Verschmelzung von den zwei seitlichen Platten der Polycera entstanden) vor; 
nebenbei findet sich dann längs des Eandes der Lippenscheibe ein schmaler 
Gürtel oder Greifring, aus Stäbchen gebildet. — Die Zunge ist, wie bei den 
echten Doriden, kräftig, ziemlich breit, mit Rückenfurche, welche aber nur selten 
(Aegires, Notodoris) tiefer ist. Die Raspel im Ganzen nicht breit, mitunter 
schmal (Polycera, Polycerella, Ohola). Die ganze Anzahl der Zahnplattenreihen 
nicht gross, kaum sechzig übersteigend (Triopa, Plocamopherus) , mitunter ziem- 
lich gering (Polycera, Issa). In der Bewaffnung fehlen meistens mediane 
Zahn platten; mitunter kommen an der Rhachis doch plattenähnliche Cuticula- 
verdickungen (falsche Zahnplatten) vor, eine Reihe (Issa) von solchen oder vier 
(Triopha); selten (Nembrotha) zeigen sich wirkliche mediane Platten. Im 
Raspelbaue zeichnet sich die Mehrzahl der Gattungen der Polyceraden durch 
eine Di ffer enzir ung der (pleuralen) Zahnplatten aus, die in eigentliche 
Sfitenzahnplatten und äussere Platten zerfallen sind. Nur ganz einzelne Gat- 
tungen (Aegires, Triopella, Notodoris) zeigen die Zahnplatten durchgehends 
von (fast) einer Art. Die eigentlichen lateralen Zahnplatten sind gross, 
hakenförmig; nur seltener (Nembrotha, Trevelyana, Crimora) kommt deren 
(jederseits) nur eine vor; meistens zwei, von denen die innere kleiner und 
mehr regelmässig als die äussere; mitunter (Triopha) auch 3—4; nur selten 



1 ) Nur in der Pol. pcUüda Bgh. habe ich solche gefunden (vgl. meine: On the nudibr. 
garter. moll. of the north pacific ocean II, 1880, p. 258, pl. XVI, Fig. 16). 



158 



Rudolph Bergh. 



(Plocamopherus) ist die Anzahl dieser Platten grösser (15—20). Die äusseren 
Platten zeigen sich nur selten aufrecht (Pölycerella) und mehr oder weniger 
pfriemenförmig (Trevelyana) ; meistens sind sie plattenartig, mehr oder weniger 
zusammengedrückt oder abgeplattet, besonders die innersten, mitunter mit An- 
deutung von Entwicklung eines Hakens. Die Anzahl dieser äusseren Platten 
im Ganzen nicht gross, mitunter (einzelne Nembrothen, Pölycerella) ganz gering 
(2 — 3) oder (Polycera, Polio, Issa) ziemlich klein (4 — 8) und im Ganzen kaum 
gegen vierzig (JEuplocamus, Trevelyana) übersteigend. Nur bei den Crimoren 
scheint das Verhältniss ganz abweichend, indem innen Platten gewöhnlicher Art 
und aussen mehr zahlreiche, gebogene, am Rande gezähnelte Häkchen vorkommen. 
— Die Speicheldrüsen (Gl. salivales) langgestreckt, dünn; nur selten (Triopa) 
sind sie kürzer. 

An der Speiseröhre kommt eine magenartige Erweiterung mitunter 
(Euplocamus, Plocamopherus) vor, meistens aber findet sich eine solche nicht 
und die geräumige Leberhöhle fungirt als Magen. Die Leber, sowie die Gallen- 
blase wie in den typischen Doriden. — Die Blutdrüse kommt überall vor, 
aber ist nicht quergetheilt. Das Nierensystem wie in den typischen Doriden. 

Die Zwitterdrüse überzieht, wie in den echten Doriden, die Leber; nur 
in einer einzigen Gattung (Trevelyana) ist sie von dieser letzteren ganz ge- 
sondert und tritt (fast wie in den Scylläen) in Form von (zwei) selbstständigen 
rundlichen Lappen auf. Der Bau der Drüse der gewöhnliche. Die Prostata ist in 
den meisten Polyceraden auf den prostatischen Theil des Samenstranges reducirt, 
nur in ganz einzelnen Gruppen (Polycera, Palio, Trevelyana) als eine besondere 
grosse Drüse entwickelt, die, in einigen Gruppen (Euplocamus, Plocamopherus) 
noch stärker geworden, die Samenblasen umfasst. Wahrscheinlich in den meisten 
Gruppen der Polyceraden 1 ) kommt eine Bewaffnung des Endes des Samen- 
leiters (der Glans penis) mit Reihen von Häkchen, seltener (theilweise Tre- 
velyana, Nembrotha) von Dornen vor. 

Ueber die Lebensart und die Lebensverhältnisse dieser Thiere ist fast 
nichts bekannt. Ihre Nahrung scheint thierisch zu sein, hauptsächlich viel- 
leicht von Hydroiden gebildet (Polycera) und von Bryozoen (Euplocamus). 

Der Laich von einigen Formen der Polyceraden ist gekannt, von Polycera 
(Alder und Hancock, Meyer und Moebius), von Aegires (Loven, Alder 
und Hancock), von Pölycerella (Verrill) und von Plocamopherus (Lowe). 
Er bildet ein auf die Kante gestelltes, eingerolltes Band. — Von der embryo- 
nalen Entwicklung sind nur Bruchstücke, und zwar ungenügend bekannt 
(Alder und Hancock, Ray Lankaster). 

Die Polyceraden kommen in allen Meoren vor, die grössten und schönsten 
Formen in don wärmeren und tropicalen. 



') In <lor SntodaitH hiihe ich keine solche nachweiHcn können. 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



159 



Synopsis generum et specierum Polyceradarum 1 ). 

1. NotodoHs Bgh. 

Vgl. R. Bergh, Neue Nacktschnecken der Südsee III., Journ. d. Mus. 
Godeffroy, Heft VIII, 1875, p. 64-67, Taf. IX, Fig. 32-45; Taf. X, 
Fig. 1—8. 

Corpus fere limaciforme (dorso a lateribus vix discreto), sat rigidum, 
limbo frontali majori; rhinophoria cavitate valvula protecta retractüia, 
clavo perfoliato; branchia septemfoliata, valvula fortiori protecta. 

Armatur a labialis nulla. Radula latiuscula; rhachide nuda; pleuris non 
paucidentatis, dentibus uniformibus, hamatis, erectis. 

Glans penis inermis(?). 

y» citrina Bgh. 

Hab. M. pacific. 

2. Triopella G. 0. Sars. 

Vgl. G. 0. Sars, Moll. reg. arct. Norv. 1878, p. 310, Tab. XXVH, Fig. 3; 
Tab. XIV, Fig. 9. 

Corpus subdepressum, sat rigidum, dorso ob limbum marginalem 
latum clypeiformi; rhinophoria retractüia clavo perfoliato, papilla majori pro- 
tecta; branchia pauciföliata, papillis clavatis defensa. 

Armatura labialis? Radula latiuscula; rhachide nuda; pleuris non pauci- 
dentatis, dentibus uniformibus, hamatis. 

Glans penis? 

Tr. incisa (M. Sars). 

Hab. M. atlant. öc. sept. 

8. Aegires Loven. 

Vgl. R. Bergh, Beitr. zur Kenntn. d. Polyceraden II, 1. c. p. 649—658, 
Taf. X, Fig. 16; Taf. XI, Fig. 13-19; Taf. XII, Fig. 1-15; Taf. XIII, 
Fig. 1—8. 

Corpus nonnihil limaciforme, röbustum, sat rigidum, supra tuberculis 
numerosis, pro magna parte seriatis; limbus frontalis brevis, tuberculatus ; 
\margo palliälis vix prominens tuberculatus: rhinophoria oblique vaginata, 
clavo simplici; tent acuta parva, lobiformia; branchia pauciföliata, folia bran- 
chialia tripinnata, quodvis lobo peculiari fortiori defensum. 



*) Es wird bei den hier anzuführenden Gattungen nur auf die letzte Arbeit über dieselbe 
Angewiesen. 



160 



Rudolph Bergh. 



Discus labialis juxta aperturam buccdlem infra indumento auyusto 
e baculis minutis formato instructus; m andibula magna super ior. Itadula 
latiuscula, rhachide nuda, pleuris non paucidentatis, dentibus uniformibus 
hamatis. 

Glans penis armata. 

1. Ae. punctilucens (d'Orb.). \ 

Hab. M. atl. { 

2. — hispidtfs Hesse. [ 

Hab. M. atl. ) 

3. — Leuchartii Ver. 

Hab. mediterr. 



4. Triopa Johnston. 

Vgl. R. Bergh, Beitr. II, 1. c. 1880, p. 638-645, Taf. XIII, Fig. 9-11; 
Taf. XIV, Fig. 1—3. 

Corpus vix depressum; limbus frontalis angustior cirrhis granulosis or- 
natus; margo dorsalis cirrhis simplicibus subclavatis instructus ; rhino- 
phoria retractilia clavo perfoliato; branchia paucifoliata foliolis bi-vel tripin- 
natis; tentacula sat brevia, obtusa, canaliculata. 

Armatur a labialis nulla. Itadula sat angusta; rhachide nuda; 
pleuris dentibus lateralibus duobus majoribus, quorum extimus multo 
major, et serie (12 — 13) dentium externorum, quorum modo intimus hämo 
rudimentario praeditus. 

Glans penis armata. 

1. Tr. clavigera (0. Fr. Müller). 

Hab. M. atl. 

2. — lucida Stimpson. 

Hab. M. Capense. 

3. — Catalinae Cooper. 

Hab. M. pacific. 

4. — Yatesi Angas. 

Hab. M. pacific. 

5. — ? gracilis Pease. 

Hab. M. pacific. 

5. issft, Bgh. 

Vgl. EL. Bergh, Beitr. II, 1. c. 1880, p. 045-641). Taf. XIII, Fig. 12-15; 
Taf. XIV, Fig. 4-12. 

Forma corporis ferc ut in Triopis; rhinophoria vaginis calycifor' 
mibus ÖbUquis retractilia, clavo perfoliato; branchia paucifoliata, foliis bi-vel 
tripinnatis; tentacula auriformia. 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



161 



Lamellae mandibulares trianguläres, fortes. Badida angustior; 
rhachis serie dentium spuriorum instructa; pleurae dentibus lateralibus 
duobus majoribus, quorum externus major, et dentibus externis sat paucis (7). 

Glans penis? 

1. X. lacera (Abildgaard). 

Hab. M. atlant. or. 

2. — ramosa Verrill et Emerton. V er rill, Not. of — marine Fauna 

— of New. Engl. Nr. 2. Amer. Journ. of sc. XXII, Oct. 1881, p. 301. 
Hab. M. atlant. occ. 

6. Triopha Bgh. 
Vgl. E. Bergh, On the nudibr. gasteropod nioll. of the North Pacific. Oc. 
(Dali, Explor. of Alaska I, art. 6) II, p. 261—266, pl. XIV, fig. 17-20 ; 
pl. XV, fig. 1-10. 

Forma corporis fere ut in Triopis sicut qiioque limbus frontalis, 
margo dorsalis appendicibus nodosis vel breve ramosis; rhinophoria 
retractilia clavo perfoliato; branchia paucifoliata fdliolis tripinnatis; tentaeula 
auriformia. 

Lamellae mandibulares trianguläres e baculis minutis compositae. 
Badula angustior; rhachis dentibus spuriis compluribus (4); pleurae 
dentibus lateralibus majoribus compluribus (3 — 4) et serie (10 — 11) 
dentium externorum. 

Glans penis armata. 

1. Tr. modesta Bgh. 

Hab. M. pacific. 

2. — Carpenteri Stearns. 

Hab. M. pacific. 

7. Crimora Alder et Hanc. 

Vgl. Alder and Hancock, Descr. of a new Gen. and some new sp. of 
Naked. Moll. Ann. mgz. n. h. 3 S., X, 1862, p. 263-264. 

Corpus limaciforme, limbo frontali cirrhis compositis, margine 
dorsali cirrhis simplicibus ornato; rhinophoria retractilia clavo perfoliato; 
branchia paucifoliata foliolis tripinnatis; tentaeula tuber culiformia. 

Armatur a labialis? Badula latiuscula; rhachis nuda; pleurae multi- 
dentatae, dente laterali singulo majori hamato, dentibus externis du- 
plicis ordinis, partim brevioribus, partim elongatis denticulatis. 

Glans penis? 

I. Cr. papillata Aid. et Hanc. 

Hab. M. atlant. (Guernsey). 

8. Thecacera Fleming. 
Vgl. Alder and Hancock, Monogr. of brit. nudibr. moll. part VI, 1854, 
fam. 1, gen. 5; part VII, 1855, p. 44, fam. 1, pl. 21a; pl. 46 supplem., 
fig. 18—19. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 21 



1(32 



Rudolph Bergh. 



Corpus lim aci forme, fere laeve, limbo frontali angusto, laevi vel 
tuberculato; rhinophoria vaginis obliquis fortiter prominentibus retrac- 
tilia, clavo perföliato; branchia paucifoiiata, foliolis tripinnatis, in quoque 
latere dorsi appendix lobiformis extrabranchialis singula vel appen- 
dices complures, tuber culiformes; tentacula vix ulla. Margo anterior podarii 
angulis productis. 

Lamellae rnandibulares fere ut in Polyceris (propriis). Radula 
non lata; rhachis nuda; pleuris non multidentatis, dentibus lateralibus majo- 
ribas duobus inaequalibus et dentibus externis compluribus. 

Glans penis? 

1. T7i. pemiigera (Mtg.). 

Hab. M. atlant. 

2. — virescens Aid. et Hanc. 

Hab. M. atlant. 

3. — capitata Aid. et Hanc. 

Hab. M. atlant. 

4. — sp. (Darwin). 1 ) 

Hab. M. pacific. (Chomos-Archipel). 

9. JPoly Cerella Verrill. 

Vgl. A. E. Verrill, Notice of recent addit. to the marine invertebr. of the 
northeastern coast of America, part II. Proc. of Un. St. Nat. Mus. III, 
1881, p. 386—388. 
— Catal. of marine Moll. Transact. of the Connecticut. Ac. V, 2, 1882, 
p. 548. 

Forma corporis fere ut in Polyceris, sed dorsum papillig er um; 
rhinophoria non retractilia, clavo simplici; branchia paucifoiiata, 
foliolis simpliciter pinnatis; tentacula vix ulla; margo anterior podarii an- 
gulis productis. 

Lamellae mandibulares fere ut in Polyceris. Radula angusta; rhachis 
nuda; pleurae tridentatae, dente laterali majori et dentibus externis (duofais) 
simplicibus, hamatis. 

Glans penis armata. 

/'. Emertoni Verrill. 

Hab. M. atlant. (occid.). 

10. ratio Gray. 

Vgl. Ii. Bergb, Beitr. zur Kenutn. d. Polyceraden I, 1. c. p. 601. 
Corpus limaciforme, fere laeve; limbo frontali tuberculato; rhinophoria 
vix omnino retractilia, clavo perföliato; branchia paucifoiiata, foliolis 

') V«l. AI der und Hancock, 1. C. part VI, IHM, Farn. l,(ien. b. — Ferner aind noch zwei 
von M o<| u i n - Taiidon (A. Prtdol, Lo mond« de la moi, 1K<J4, pl. XII, Fig. 8-4) dargestellte 
„PoljCttrtD* wahrst heinlirli Tliccaceren. 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



163 



Ii- vel tripinnatis; inquoque latere dorsi appendices extrabranchiales 
minores complures; tentacula brevia lobiformia. 

Lamellae mandibulares simplices (sine processu superiori alae- 
formi). Eadula angustiuscula; rhachis nuda; pleurae dentibus lateralibus ma- 
joribus inaequalibus duobus et dentibus externis compluribus. 
Prostata magna; Glans penis armata. 

1. J*. Lessonii d'Orb. 
P. ocellata Aid. et Hanc. 
Hab. M. atlant. et mediterr. 

2. — pudica Loven. 
Hab. M. atlant. 

3. — dubia M. Sars. 
Hab. M. atlant. 

4. — pallida Bgh. 
Hab. M. pacific. 

5. — ? CooTcii Angas. 
Hab. M. pacific. 

6. — ? capensis Quoy et Gaim. 
Hab. M. Capense. 

11. JPolycera Cuvier. 
Corpus limaciforme, fere laeve; limbo frontali digitato; rhinophoria vix 
omnino retractilia, clavo perfoliato; branchia paucifoliata, foliolis sim- 
pliciter pinnatis; in quoque latere dorsi appendix extrabranchialis 
singula digitiformis major; tentacula brevia, lobiformia. 

Lamellae mandibular es processu superiori alaeformi. i?a- 
dula angustiuscula; rhachis nuda; pleurae dentibus lateralibus majoribus 
inaequalibus duobus et dentibus externis compluribus. 
Prostata magna; glans penis armata. 
' 1. P. quadrilineata (0. Fr. Müller). 
Hab. M. atlant., mediterr. 

2. — plebeia Loven. 
Hab. M. atlant. 

3. — horrida Hesse. 
Hab. M. atlant. 

4. — doriformis (Quatref.). 
Hab. M. mediterr. 

5. — canteriata (Quatref.). 
Hab. M. mediterr. 

12. Ohola Bgh. nor. gen. 
Forma corporis fere ut in Polyceris, sed limbo frontali simplici. Branchia 
pauci (3) foliata. Appendices dorsales colosseae simplices. Rhinophoria va- 
ginata, clavo perfoliato. Tentacula vix ulla. 

21* 



164 



Rudolph Bergh. 



Lamellae mandibulares fere ut in Polyceris propriis. Radula fere ut 
in Polyceris propriis, rhachide nuda, pleuris dentibus majoribus hamatis duobus 
et dentibus externis paucis (2). 

0. pacifica Bgh. n. sp. 

Hab. Oc. pacific. 

13. Trevelyana Kelaart. 
Vgl. R. Bergh, Beitr. zur Kenntn. d. japaii. Nudibranchien I, Verhandl. 

d. k. k. zool.-bot. Gesellschaft in Wien, XXX, 1880, p. 185—190. 
Corpus limaciforme, fere laeve; rhinophoria retractilia, clavo perfoliato; 
branchia multifoliata, foliolis bi- vel tripinnatis; tentacula brevia; poda- 
rium angustius. 

Armatura labialis nulla. Radula latiuscula; rhachis nuda; pleurae 
multidentatae, dens intimus fortior et uncinatus, reliqui subulati. 

Glandula hermaphrodisiaca a hepate discreta; prostata sat 
magna; glans penis armata. 

1. Tr. ceylonica (Kelaart). 





Hab. M. indic. 


2. — 


bicolor Aid. et Hanc. 
Hab. M. indic. 


3. — 


citrina Bgh. 
Hab. M. pacific. 


r • 


alba Bgh. 
Hab. M. philippin. 


i 5 - 


picta Pease. 
Hab. M. pacific. 


6. - 


inomata Bgh. 
Hab. M. japonic. 




impudica Rüpp. et Leuck. 
Hab. M. rubr. 




concinna Abraham. 


Hab. M. rubr. 


9. - 


plebeia Bgh. 
Hab. M. pacific. 


10. - 


? maculata (Stimpson). 
Hab. M. chinense. 


IL 


? rubra (Pease). 
Hab. M. pacific. 



14. Nembrotha Bgh. 

R. Bergh, Beitr. z. Monogr. d. Polyceraden II, 1. c. p. 658—663. 

Corpus limaciforme fere laeve; rhinophoria retractilia, clavo perfoliato ; 
branchia paucif oliata, foliolis bi- vel tripinnatis; tentacula breviora, lobi- 
formia; podarium fxngtttHuS. 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



165 



Armatura labialis inconspicua et parva vel nulla. Badula sat angusta ; 
rhachis dentibus depressis, subquadratis vel arcuatis; pleurae dente 
laterali majore falciformi singulo et dentibus externis depressis compluribus. 

Glandula hermaphrodisiaca hepate connata; prostata discreta nulla; 
glans penis armata. 



1 


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o. 


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J3L LtlJlVi (/((/((( Ug 11 . 




Hab. M. paeific. 


3. 


— diaphana Bgh. 




Hab. M. philipp. 


4. 


— gracilis Bgh. 




Hab. M. philipp. 


5. 


— morosa Bgh. 




Hab. M. philipp. 


6. 


— cristata Bgh. 




Hab. M. philipp. 


7. 


— ? Edwarclsi (Angas). 




Hab. M. paeific. 



15. Euplocamus Philippi. 
R. Bergh, Beitr. z. Monogr. d. Polyceraden 1, 1. c. XXIX, 1879, p. 623—639. 

Corpus sat elongaturn, vix depressum; margo frontalis sicut margo 
dorsalis appendieibus arborescentibus ornati; rhinophoria retractilia, 
clavo perfoliato; branchia paueifoliata, foliolis bi- vel tripinnatis; tentacula 
plicaef ormia, apice auriculatim soluta. 

Lamellae buccales validae, e baculis minutis dense confertis compositae. 
Radula latiuscula; rhachis nuda; pleurae dentibus later alibus majoribus 
hamatis et cochleariformibus tvibus et serie dentium externorum. 

Prostata maxima, spermatothecam (et spermatoeystam) amplectens ; glans 
penis armata. 

1. E* crocens Phil. 

Hab. M. mediterr. 

2. — japonicus Bgh. 

Hab. M. japonic. 

3. — paeiftcus Bgh. 

Hab. M. paeific. (Challenger Expedit.). 

15. Plocamophems F. S. Leuckart. 

R. B ergh, Beitr. z. Monogr. d. Polyceraden I, 1. c. XXIX, 1879, p. 639-647. 

Forma corporis fere ut in Euplocamis; vel um frontale magnum et 
margine appendieibus frondosis ornatum; margo dorsalis appendieibus ramosis 



166 



Rudol ph B ergh. 



ut plurimum apice capitatis instructus ; rhinophoria retractilia, clavo per- 
foliato; branchia paucifoliata, foliolis tripinnatis; tentacula fere ut in Euplo- 
camis; cauda supra pinna cristaeformi instructa; podarium vix angustum, 
sulco anteriore lamellis instructum. 

Lamellae buccales ut in Euplocamis. Hadula latiuscula; rhachis nuda; 
dentes interioris partis pleurae majores, erecti, intimi cochleariform.es; dentes 
exterioris partis compressi, humiles, non hamati. 

Prostata magna, spermatothecam (et spermatocystam) amplectens; glans 
poäs armata. 

1. PL ocellatus Leuck. 

Hab. M. rubr. 

2. — mader ae (Lowe). 

Hab. M. atlant. 

3. — Tilesii Bgh. 

Hab. M. japonic. 

4. — maculatus Pease. 

Hab. M. pacific. 

5. — imperialis Angas. 

? PI. naevatus Abraham. 
Hab. M. pacific. 

6. — ceylonicus (Kelaart). 

Hab. M. indic. 

7. — levivarius Abraham. 

Hab.? 

8. — ? ramulosus (Stimpson). 

Hab. M. chinense. 

16. Kaiinga Aid. et Hanc. 

Vgl. Alder and Hancock, Notice of a collect, of nudibr. moll. made 
in India. Trans, zool. soc. V, 3, 1864, p. 134-136; pl. XXXII, 
Fig. 7-10. 

Corpus ovale, brevicaudatum, postice rotundatum; limbus frontalis 
sat angustus, digitatus, digitis papilligeris ; margo dorsalis digitis similibus 
sparsis ornatus; rhinophoria retractilia clavo perfoliato; branchia pauci- 
foliata, e foliolis omnino discretis in orbem dispositis tri- vel quadri- 
pinnatis composita; tentacula fere ut in Plocamopheris. 

Armatur a labialis et buccalis nulla. Radula latiuscula; dentes? 

1. K. ornata AM. et llanc. 
Ifab. M. Lndic. 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



167 



Subfam. II. JDorididae pJianerobranchiatae suctoriae 
s. Goniodorididae. 

Während die Polyceraden in den äusseren Formverhältnissen doch einiger- 
massen mit einander übereinstimmen und daher auch von den Verfassern syste- 
matisch so ziemlich zusammengehalten worden sind, so sind im Gegentheile die 
Gattungen dieser Gruppe in der äusseren Form von einander sehr abweichend 
und daher auch von den Verfassern theilweise weit von einander gestellt worden. 
Während die niedrigeren Formen derselben in den allgemeinen Formverhält- 
nissen mit den cryptobranchiaten Doriden übereinstimmen, stehen die höheren 
in dieser Beziehung den höheren Polyceraden viel näher, mit welchen sie deshalb 
bisher auch vereinigt worden sind. 

Goniodorididae. 

Corpus ovale plus minusve depressum, limbo paUiali fortiter prominenti; 
vel magis elongatum, interdum limaci forme, margine dorsali prominenti appen- 
dicibus simplicibus interdum ornato. JRhinophoria ut plurimum vaginata, retrac- 
tilia vel non retractilia, clavo perfoliata; branchia rarius paucifoliata , ut 
plurimum multifoliata, foliolis ut plurimum simpliciter pinnatis, rarius tripin- 
natis, saepius in formam ferri equini dispositis. Tentacula parva lobiformia; 
podarium ut plurimum latum, rarius angustum, antice rotundatum vel angulis 
prominentibus. 

Bulbus pharyngeus supra ingluvie suctöria tympaniformi 
sessili vel petiolata instructus. Discus labialis cuticula simplici obtectus 
vel annulo hamigero vel lamina buccali gemina instructus. Badula plus minusve 
angusta; rhachis nuda vel interdum dentibus spuriis instructa; pleurae dente 
laterali majori hamiformi ut plurimum singulo, interdum duobus, et dentibus 
externis ut plurimum singulis, interdum compluribus armatae. 

Glans penis seriebus hamulorum armata. 

Diese Familie der Goniodoriden zeigt in den niedriger stehenden Gat- 
tungen die gewöhnliche Körper form der cryptobranchiaten Doriden; diese 
Gattungen sind von mehr oder weniger ovaler, mehr oder weniger abgeplatteter 
| Körperform, mit gewöhnlichem, breitem, vortretendem Mantelgebräm. Die höher 
stehenden Gattungen sind mehr langgestreckt, mitunter auch von limaxartiger 
Form, der Rückenrand dann meistens etwas vortretend, mitunter (Idalia) ringsum 
mit Cirrhen versehen oder nur (Ancula) in der Kiemengegend. Der Eücken 
selbst ist meistens mit Tuberkeln oder Knötchen bedeckt, seltener (Idalia, 
Ancula, Drepania) fast eben. Die Rhinophorien sind in den niederen Gruppen 
immer retractil und die nächste Umgebung der Rhinophorlöcher mitunter (La- 
mellidoris, Adalaria) eigenthümlich differenzirt; bei den höheren Formen sind 
die Rhinophorien nicht zurückziehbar. Der Stiel der Rhinophorien ist mitunter 



168 



Rudolph Bergh. 



mit einem einzelnen (Drepania) oder doppelten (Ancula) Cirrhus versehen ; die 
Keule ist immer durchblättert, die Zahl der Blätter meistens nicht gross, bis 
30 — 40, nur selten (Idalia) bis etwa 80 steigend; in den Blättern meistens keine 
Spikel. Die Kieme selten (Doridunculus, Ancula, Drepania) aus ganz wenigen 
(3) Blättern gebildet, meistens ist die Anzahl grösser (bis etwa 20—25) und 
öfter sind sie dann hufeisenförmig gestellt; die Blätter sind meistens einfach 
gefiedert (Lamellidoris, Adalaria, Calyciäoris, Goniodoris, Idalia, Ancula, Dre- 
pania), seltener mehrfach. Die Tentakel klein, meistens lappenartig, seltener 
(Drepania) fingerförmig. Der Fuss bei den abgeplatteten Formen gross und 
breit, bei den langgestreckten schwächer und schmäler; der Vorderrand fast 
gerade abgestutzt oder gerundet, seltener (Drepania) mit ausgezogenen Ecken. 

Das Centrainervensystem kaum von dem der vorigen Gruppe ver- 
schieden; ebenso wenig die Augen und die Ohrblasen. Die Haut in den ab- 
geplatteten Formen mit Spikein reichlichst versehen, welche dagegen bei den 
schlankeren viel sparsamer auftreten. — Der Schlundkopf ist durch die 
Entwicklung eines Saugkropfes an seiner oberen Seite eigentümlich 
geformt, mitunter von ziemlich colossaler Grösse. Dieser stark muskulöse, an 
der Innenseite von einer dicken Cuticula überzogene Kr opf besteht fast immer 
aus zwei symmetrischen Hälften, die zusammen eine Kugel bilden, die mitunter 
(Lamellidoris, Adalaria, Goniodoris) stielartig vom Schlundkopfe abgeschnürt 
ist, mitunter auch sessil (Ancula, Idalia) oder noch mehr in den Schlundkopf 
aufgegangen (Akiodoris, Acanthodoris, Drepania). Die Lippenscheibe ist 
meistens von einer einfachen Cuticula überzogen; mitunter (Lamellidoris, Acan- 
thodoris) ist dieselbe unten im Munde stärker, blattartig vortretend entwickelt 
und noch dazu in einem Greifringe von Häkchen oder Papillen; mitunter (Go- 
niodoris, Idalia) kommt ein solcher Greifring allein vor, sowie die Elemente 
desselben in eine Mandibelplatte zusammenfliessen können (Idaliella, Drepania). 
Die Zunge meistens etwas schmäler als in der vorigen Gruppe. Die Raspel 
im Ganzen nicht breit, öfter ganz schmal (Drepania) ; die ganze Anzahl der 
Zahnplattenreihen nicht gross, meistens etwa 25 — 40, selten (Akiodoris) über 
60 betragend. In der Bewaffnung fehlen mediane Platten, oder (Akiodoris, 
Lamellidoris, Adalaria) es kommt eine Reihe von Verdickungen an derselben 
(falsche Zahnplatten) vor. An den Pleurae findet sich eine grosse, hakenförmige 
Seitenzahnplatte. seltener (Akiodoris) deren zwei; ausserhalb der Seiten- 
zahnplatte kommt meistens eine einzige blattartige, äussere Platte vor, sel- 
tener (Akiodoris, Adalaria, Acanthodoris, Doridunculus) deren mehrere (4—15) 
und weniger aufrecht stehende; nur selten (Calycidoris, Drepania) fehlen äussere 
Platten ganz. — Die Speicheldrüsen sind in einigen Gattungen länger, in 
anderen kürzer. 

Die Speiseröhre ist in einigen Gattungen (Goniodoris, Ancula, Ada- 
laria, Acanthodoris) mit einer (magenartigen) Erweiterung versehen. Am öftesten 
scheint die Leberhöhle als Magen zu fungiren, mitunter kommt ein solcher 
gesondert vor (Akiodoris, Acanthodoris, Idalia). Die Leber, sowie die Gallen- 
blase wie in der vorigen Familie; diese letztere scheint aber in einzelnen 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



169 



Gattungen (Goniodoris, Ancula) zu fehlen. Die Nahrung scheint thierisch zu 
sein (Würmer, Copepoden, Rhizopoden, Spongien). — Die Blutdrüse wie in 
der vorigen Familie, scheint aber in einer einzelnen Gruppe (Goniodoris) ganz 
zu fehlen. 

Die Zwitter drüse auch immer die Leber überziehend; der Bau der 
gewöhnliche. Der Samenstrang zeigt meistens eine besondere prostatische 
Abtheilung, eine besonders entwickelte Prostata kommt aber ganz selten (Idalia) 
vor. Das Ende des Samenleiters mit der Glans penis ist mit Reihen von Häkchen 
meistens besetzt, nur selten (Lamellidoris, Adalaria) fehlt eine solche Bewaff- 
nung. In einer einzelnen Gruppe (Lamellidoris) ist die Spermatocyste in eigen- 
tümlicher Weise von der Schleimdrüse eingeschlossen. 

Der Laich von mehreren Gattungen (Lamellidoris, Adalaria, Acantho- 
doris, Idalia, Ancula) ist bekannt ; er stimmt mit dem bei der vorigen Gruppe 
vorkommenden wesentlich überein. Auch hier ist von der Entwicklung der Thiere 
fast nichts bekannt. 

Diese Gruppe scheint, insoweit sie bisher bekannt ist, den nördlichen 
Meeresgegenden vorzüglich anzugehören. 

Synopsis generum et specierum Goniodorididarum. 

1. Akiodoris Bgh. 

R. Bergh, On the nudibr. gaster. moll. of the North Pac. Ocean. II 
(W. H. Dali, sc. res. of the explor. of Alaska. I, art. VI), 1880, 
p. 201-207. 

Forma corporis ut in Lamellidoridibus ; nothaeurn supra granulosum; 
aperturae rhinophoriales integrae, circumferentia papillosa;bran- 
chia e foliis tripinnatis non paucis et ad modum ferri equini dispositis for- 
mata; caput latum, veli forme; tentacula brevia, lobiformia. 

Armatur a labialis nulla. Ingluvies buccalis bulbo connata. Badula 
vix angusta; rhachis dentibus spuriis; pleurae dentibus lateralibus duobus 
majoribus, fortioribus, subhamatis, et externis non paucis minoribus depressis. 

Glans penis uncis simplicibus vel furcatis vel palmatis seriatis ar- 
mata; vagina indumento valloso peculiari instructa. 

1. Ah, lutescens Bgh. 

Hab. M. pacific. 

2. Doridunculus G. 0. Sars. 

Vgl. G. 0. Sars, Bidr. til Kundsk. om Norges arktiske Fauna. I, Moll, 
reg. arct. Norv. 1878, p. 309, Tab. XXVII, Fig. 2a-d; Tab. XIV, 
Fig. 5 a— b. 

Corpus subdepressum ; nothaeurn tuber cutis conico-acuminatis obsitum 
(et cristis subparallelis duabus longitudinalibus) ; aperturae rhino- 

Z. ß. Ges. B. XXXIII. Abk. 22 



170 



Rudolph Bergh. 



phoriales integrae; branchia paucifoliata, foliolis pinnatis (?) ; caput parvum, 
angidis tentacidaribus. 

Armatura labialis? Radula angustiuscula ; rhachis nuda; pleurae dente 
latcrali sat magno subliamato et dentibus externis paucis minoribus. 

Glans penis? 

1. D. echinulatus G. 0. Sars. 

Hab. M. atlant. septentr. (profundum). 

3. Aeanthodoris Gray. 
Vgl. R. Bergh, 1. c. (Dali, explor. of Alaska) II, p. 237—254. 
Forma corporis (mollioris) subdepressa; nothaeum sat grosse breve- 
villosum; margo aperturarum rhinophorialium lobatus; branchia 
e foliolis tripinnatis non multis et in orbem dispositis formata; caput 
laium veliforme, tentaculis brevibus lobiformibus. 

Discus labialis armatura e hamulis minutis formata et infra 
c uticu la incrassata prominenti instructus. Radula subangusta; rhachis nuda; 
pleurae dente laterali permagno hamiformi et dentibus externis paucis 
(4—8) minoribus. Ingluvies buccalis bulbo pharyngeo connata. 

Glans penis seriebus hamulorum armata; vagina longissima. 
1. Ac. pilosa (0. Fr. Müller). 

Hab. M. atlant. et pacific. 
Var. albescens Bgh. 

Hab. M. pacific. sept. 
Var. purpurea Bgh. 
Hab. M. pacific. sept. 



2. 


— subquadrata Aid. et Hanc. 




Hab. M. atlant. 


3. 


— coerulescens Bgh. 




Hab. M. pacific. 


4. 


— ornata Verrill. 




Hab. M. atlant. 


5. 


— stellata Verrill. 




Hab. M. atlant. 


6. 


— citrina Verrill. 




Hab. M. atlant. 


7. 


— ? mollicclla Abraham. 




Hab. M. pacific. 


8. 


— 9 globosa Abr. 




Hab. M. pacific. 



\. Adahiria Bgh. 
Vgl. R. Bergh, l c. (Dali, explor. of Alaska) II, p. 224—237. 
Forma corporis fere ut in Lamellidoridibus ; nothaeum papillulatum vel 
xuliyranuloHum ; aperfurac rkinophoriales integrae, tuberculis anticis 2—3 et 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



171 



calvitie postica; branchia e foliis vix multis, simpliciter pinnatis, in 
formam ferri equini ut plurimum dispositis formata; caput latum, semilunare, 
tentaculis vix ullis vel brevissimis lobiformibus. 

Discus labialis non armatus. JRadula latiuscula; rhachis den- 
tibus depressis spuriis instructa; pleurae dente laterali hamiformi majori 
et serie dentium externorum sat applanatorum praeditae. Ingluvies buccalis 
bulbo pharyngeo petiolo connata. 

Penis glande parva inermi; vagina brevis. 



1. 


Ad. proxima (Aid. et Hanc). 




Hab. M. atlant. 


2. 


— pacifica Bgh. 




Hab. M. pacific. 


3. 


— virescens Bgh. 




Hab. M. pacific. 


4. 


— albopapillosa (Dali). 




Hab. M. pacific. 


5. 


— Loveni (Aid. et Hanc). 




Hab. M. atlant. 



5. LamellidoHs Aid. et Hanc. 

Vgl. Bergh, 1. c. (Dali, explor. of Alaska) II, p. 207-224. 

Corpus vix depressum, nothaeo granulato; aperturae rhinophoriales in- 
tegrae, tub erculis anticis 2 — 3 et calvitie postica; branchia multifoliata 
foliolis simpliciter pinnatis, ut plurimum in forma ferri equini dispo- 
sitis; caput latum, semilunare, angulis tentacularibus. 

Cuticula apei'turae oralis infra asser culis duobus antice prominen- 
tibus incrassata et ante annulum papillär um angustiorem formans. Radula 
angustissima ; rhachis angusta, serie dentium spuriorum angustorum vel nuda; 
pleurae dente laterali maximo hamiformi et extemo singulo compresso lamelli- 
formi. Ingluvies buccalis breve-petiolata tympaniformis. 

Glans penis curvata, non armata; vagina brevis. 





A. Sectio prima (rhachide radulae armata). 


1. 


L. büamellata (L.). 




Hab. M. atlant. 


2. 


— vai~ians Bgh. 




Hab. M. pacific. 


3. 


— hystricina Bgh. 




Hab. M. pacific. 


4. 


— muricata (0. Fr. Müller). 




Hab. M. atlant. 


5. 


— diaphana Aid. et Hanc. 




Hab. M. atlant. 


6. 


— aspera Aid. et Hanc. 




Hab. M. atlant. 



22* 



172 



Rudolph Bergh. 



JB. Sectio secunda (rhachide radulae nuda). 



7. L. 


<tTktiv^fi, Aid pf. TTano 




TTa.h M ailanf 


Q 

o. — 


st fvtrk c/z Aid pf. TTnnp 




TTah M atlanf 
xj.au. iu. duiaiib. 


9 


i'ti cfiYt.^miciLft, Aid pt TTa.nc 




Hah M aflan*. 


10. — 


öhloYigci Aid. 6t Hanc. 




TTah M atlant 


11. - 


illiquid, Aid fit TTanr 




TTah M atlant 


12. — 


fitt€Ocifictd (M. Sars). 




TTah M atlant 


13. — 


• VvVv vlA fvlA/ \ X U v/ 1X1 L'o. I. 




TTah M at.la.nt 


14. — 


? tenella (Agassiz). 




TTah M atlant 


15. — 


? pallida (Agassiz). 




TTah M atlant 


16. — 


2 ß,infl,pwintfl ( A ^ 




Hab. M. atlant. 


17. — 


2 nTi^pn fStimn«! ^ 

• U# Co GL*- UJUU1J Uü. / . 




TTah M ntlant 

Jlclü. Iii. dLldllU. 


18. - 


? derelicta (Fischer). 




Hab. M. atlant. 


19. - 


? tüberculata (Hutton). 




Hab. M. pacific. 


20. - 


? eubalia (Fischer). 




Hab. M. atlant. 



6. Calycidoris Abraham. 

Abraham, Notes on some gen. of nudibr. moll. Ann. mgz. n. h. 4 S. 
XVIII. 1876, p. 132-134, pl. VI, fig. la-c. 

Forma corporis mollioris fere ut in Acanthodoridibus, nothaeum sat 
grosse hreve villosum; aperturae rhinophoriales simplices; branchia multi- 
foliata, foliolis simplicit er pinnatis in orbem dispositis; caput latum 
veliforme, tcntaculis brevibus lobiformibus. 

JJiscus labialis inermis. Radula angusta; rhachis nuda; pleurae 
deute latcrali solum instructae. Ingluvies buccalis breve petiolata. 

Klans penis? 

). f. ChOntheri Ahr. 
Hab.? 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



173 



7. Goniodoris Forces. 

Vgl. R. Bergh, Die Gattung Goniodoris Forbes. Malakozool. Bl. N. F. I, 
1880, p. 115-137, Taf. IV. 

Forma corporis ovato-elongata, vix depressa; nothaeum tuberculis vel 
granulis pro parte seriatis, interdum quoque carina vel carinis instructum; 
margo paUialis angustior, postice non continuus; rhinophoria non 
retract ilia; branchia e foliolis simpliciter pinnatis, in orbem dispo- 
sitis formata; Caput prominens, tentaculis sat applanatis. 

Discus labialis armatura e hamulis minutis formata vel simpliciori 
instructus. Badida angu?ta; rhachis nuda; pleurae dente laterali majori hami- 
formi et externo lamdliformi. Ingluvies buccalis tympaniformis, petiolo brevi 
bülbo pharyngeo connata. 

Glans penis armata. 

1. Gon. nodosa (Mtg.). 

Hab. M. atlant. sept. 

2. — castanea Aid. et Hanc. 

Hab. M. atlant., mediterr. 

3. — aspersa Aid. et Hanc. 

Hab. M. indic. 

4. — citrina Aid. et Hanc. 

Hab. M. indic. 

5. — modesta Aid. et Hanc. 

Hab. M. indic. 

6. — flavidula Bgh. 

Hab. M. philipp. 

7. — obscura Stimps. 

Hab. M. pacific. 

8. — Danielsseni Fr. et Hansen. 1 ) 

Hab. M. atlant. (sept.). 

8. Idalia F. S. Leuckart. 

R. Bergh, Ueber die Gattung Idalia Leuckart. Archiv f. Naturgesch. 
XLVII, 1. 1881. p. 140-181. Taf. VI— VIII. 

Forma corporis sat alta, dorso angustiore, lateribus declivibus, po- 
dario latiore et postice cauda lanceolata producto. Nothaeum sat 
applanatiim cirrhis paxicis seriatis vel omnino laeve; mar g ine palliali 



x ) Friele und Arm. Hansen (Bidr. til Kundsk. om de norske Nudibranchier. Christiania 
Vidensk. Selsk. Forh. for 1875, p. 72-73) zufolge fehlen in dieser Art die äusseren Zahnplatten, 
deshalb wahrscheinlich hat G. 0. Sars (1. c. 1S78, p. 364) sie als Type einer eigenen Gattung. 
Lophodoris, aufgestellt; er scheint aber eine Nachuntersuchung (vgl. L c Tab. XIV, Fig. 7) 
gemacht zu haben und doch äussere Platten gefunden zu haben, womit aber die Berechtigung der 
Gattung wegzufallen scheint, 



174 



Rudolph Bergh. 



prominenti, circumcirca continuo, cirrhigero. Bhinophoria intramarginalia, 
magna, non retractilia; branchia (intramarginalis) postica, e foliis sim- 
pliciter pinnatis, in orbem dispositis formata. Caput parvum, infra 
ntrimque margine prominente, in tentaculum breve desinente. Podarium latum, 
sed infirmum, postice cauda applanata continuatum. 

Discus labialis annulo angusto hamulorum seriatim dispositorum 
armatus vel utrimque lamina similis naturae. Eadula angusta; rhachis nuda; 
pleurae dente laterali majori hamiformi et externo lamelliformi. Ingluvies 
buccalis fortis, fere sessilis. 

Prostata magna; glans penis armata. 

Subgen. 1. Idalia (proprie). 

Nothaeum medium cirrhigerum. — Discus labialis annulo hami- 
gero instructus. 

1. Id. elegans Leuck. 
Hab. M. atlant., mediterr. 

2. — Leachii Aid. et Hanc. 
Hab. M. atlant. 

3. — cirrhigera (Philippi). 
Hab. M. mediterr. 

4. — tentaculata Stimps. 
Hab. M. chinense. 

Subgen. 2. Idaliella Bgh. 

Nothaeum medium non cirrhigerum. — Discus labialis utrinque 
lamella hamigera instructus. 

5. Id. aspersa Aid. et Hanc. 
Hab. M. atlant. 

6. — inilchella Aid. et Hanc. 
Hab. M. atlant. 

7. — inaequalis Forb. et Hanley. 
Hab. M. atlant. 

8. — ? quadricomis (Mtg.). 
Hab. M. atlant. 

9. Ancula Lov^n. 
Ii. liergb, Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden II, 1. c. 1880, 

p. 629—635. 

Gorpui limaciforme, laeve; limbus frontalis vix ullus; rhino- 
phoria non retractilia, basi antice cirrhis binis defensa; branchia tri- 
foliata, /'oliolis tripinnatis; appcndiccs extrabranchiales simplices 
complures; Caput parvum, tcntaculis lobiformibus sat brevibus, nonnihil 
applanatis; podarium angustum, antice rotundatum. 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



175 



Armatura labialis e hamulis discretis imbricatis seriatis for- 
mata. Radida angusta; rhachis quasi nuda; pleurae dente laterali majori 
lato (margine interno dentieulato) et externo minori tenuiori subtriangulari. 
Ingluvies buccalis sessilis. 

Glans penis armata. 

!L A. cristata (Alder). 
Hab. M. atlant. or. 
2. — sulphurea Stimpson. 
Hab. M. atlant. occ. 

10. Drepania Lafont. 

Vgl. R. Bergh, Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden II, 1880, 
L c. p. 635—638. 

Forma corporis ut in Ancula; rhinophoria non retractilia, externo 
latere basi cirrho proteeta; branehia trifoliata foliolis simpliciter pin- 
natis; utrinque appendix extr abranchialis singula; tentacula digiti- 
formia; podarium angustum, antice angulis produetis. 

Discus labialis utrinque lamina mandibular i margine mastica- 
torio denticulata armatus. Badula angustissima ; rhachis nuda; pleurae 
dente singulo elongato margine dentieulato. Ingluvies buccalis rudimentaria. 

Glans penis hamulis seriatis armata. 

L Dr. fusca Lafont. 

Hab. M. atlant. 
2. — Graeffei Bgh. 

Hab. M. adriatic. 



Rudolph Bergh. 



Erklärung der Abbildungen. 

Tafel VI. 
Idalia elegans Leuck. 

1. Commissuren des Centrainervensystems, von der Unterseite '), mit Cam. 
lue. gezeichnet (Vergr. 100); a Comm. pediaea, b Comm. subcerebralis, 
c Comm. pleuralis, d Comm. (cerebro-) pleuralis sup. ; e innerer Theil des 
pedalen, fdes pleuralen Ganglions; g N. bieeps, aus der Comm. (cerebro-) 
pleuralis entspringend, h sein Ende in der Khinophorgegend; i N. pal- 
lialis magnus und minor. 

2. Cuticulafalte der Rhachis der Raspel, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

3. Haken zweier Zahnplatten, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

4. Rechte Wand der a Speiseröhre, b der Leberhöhle, c des Hauptgallenganges, 
d des ebenen und e des faltentragenden Theiles des Magens ist weg- 
genommen. 

5. a Zwitterdrüsengang, b Ampulla desselben, c männlicher Zweig, d Pro- 
stata; e weiblicher Zweig, f sein Ende an der Eiweissdrüse ; g Sper- 
matotheke, h sein vaginaler, l sein uteriner Gang, i Vagina, k Sper- 
matoeyste. 

6. Von der Mitte des unteren Theiles des Lippenringes, a Cuticulafalten. 

7. Stück des hintersten Theiles des Lippenringes. 

Fig. 6 — 7 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

8. Aehnliches, stärker vergrössert (750 mal). 

9. Theil der Niere, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

Euplocamus croceus Phil. 
10. Gangl. penis, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100). 

Trevelyana alba Bgh., var. pallida. 

LI. Centrainervensystem, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55); 
ah cerebro-pleurale Ganglien, cc pedale Ganglien, dd proximale Riech- 
knoten, e Buccalganglien, g Gangl. genitale mit N. genitalis. 

12. Zahnplattenreihe, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350); aa erste 
Seitenzahnplatte, bb zweite, c die äussersten Platten. 



») Vgl. U. Btrfb, Uober die Gattung Idalia Leuck. 1. c. p. 1881, p. 154, 155, Taf. VI, 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



177 



Nembrotha. Kubaryana Bgh. 

Fig. 13. a Sperinatotheca, b vaginaler Ausführungsgang, c Vagina, dd uteriner 
Gang, e Spermatocysta. 

Tafel VII. 

Idalia elegans Leuck. 

Fig. 1. a Rectum, b Nierenspritze, c Nierenspritzengang, d Urinleiter? e V. he- 
patica magna? f ? 

2. Drüschen der Prostata, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

3. Hinterster Theil der bewaffneten Strecke des Samenleiters, a hinten; 
mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Chromodoris Crossei (Angas). 

4. Hinterster Theil des Eandes des Mantelgebrämes, von der Unterseite. 
„ 5. Vom hintersten Theile der Lippenplatte. 

„ 6. Vom vordersten Theile derselben. 

7. Eine der grössten Seitenzahnplatten. 
„ 8. Sechs äusserste Zahnplatten einer Reihe. 

Fig. 5 — 8 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Trevelyana alba Bgh. var. pattida. 

„ 9. Achte Zahnplatte, schief von der Seite. 

.. 10. Eine der äusseren Platten, schief von der Seite. 

Beide Figuren mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

Lamellidoris bilamellata (L.) var. liturata (Beck). 

„ 11. Lippenscheibe, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55); a oben. 

9 12. Vorspringendes unteres Ende der Cuticulaeinfassung der Mundspalte 

(s. oben), mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 
., 13. Stück des Randes des mittleren Theiles der Mundspalte (Vergr. 750). 
„ 14. Zwei der (falschen) Rhachisplatten. mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

15. a rechte, & supplementäre, c linke Speicheldrüse. (Die Figur muss gedreht 
betrachtet werden.) 

16. a unterer Theil des Samenstranges, b oberer Theil des Penis mit 
durchschimmernder Glans, c unterer Theil des Penis; mit Cam. lue. 
gezeichnet. 

17. Glans penis, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100); a Samenleiter, 
b Praeputium, c Spitze der Glans. 

Z. B. Ges. B. XXXin. Abh. 23 



178 



Rudolph Bergh. 



Tafel VIII. 

Chromodoris Crossei (Angas). 

Fig. 1. Von der Rhachispartie der Raspel; a rhachidiale Falte, bb innerste 
Seitenzalmplatte; mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

Trevelyana alba Bgh. var. pallida. 

2. Eine vollständige Zahnplattenreihe ; a rhachidiale Falte, bb erste Seiten- 
zahnplatte, c zweite, d äusserste. 

3. Zweite Seitenzahnplatte, schief von der Unterseite. 
„ 4. Dritte Seitenzahnplatte, ebenso. 

„ 5. Doppelzahnplatte. 

Fig. 2—5 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

6. Vier äusserste Seitenzahnplatten, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750) \ 
a äusserste. 

7. Der Darm; a Loculamente am Pylorus, b vorwärts gehender, c nach 
hinten gehender Theil des Darmes. 

8. b Speicheldrüse, a Ausführungsgang derselben. 

Polycerella Emertoni Verrill. 

9. Das Centrainervensystem, schräge von oben, mit Cam. lue. gezeichnet 
(Vergr. 350); a cerebro-pleurale, bb pedale Ganglien, c die drei Haupt-: 
commissuren, d distales Ganglion olfactor., e buccale Ganglien. 

10. Von dem Drüsenlager um den Aussenmund, mit Cam. lue. gezeichnet 
(Vergr. 350). 

11. Stück der Raspel, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

12. Grosse Seitenzahnplatte, von der inneren Seite. 
„ 13. Andere von der Aussenseite. 

„ 14. Andere, schief von der Unterseite. 
„ 15. Die zwei äusseren Platten. 

„ 16. Spikein der Rhinophorien, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

„ 17. Ende des Samenstranges mit dem bewaffneten Ende des Samenleiter; 

a zurückgestülpt; mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 
„ 18. a hervorgestülptes Ende des Samenleiters, b Samenstrang; mit Cam. lue 

gezeichnet (Vergr. 750). 
„ 19. Stück zweier Hakenreihen des Samenleiters. 

Fiooa/mo pherus Imperialts Angas. 

„ 20. Grosse Seitenzahnplatte, von der Seite. 

„ 21. Fünf äusserste Platten einer Reihe; a äusserste. 

Fig. 19—20 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 



Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



179 



Tafel IX. 

Polycerella Emertoni Verrill. 

Fig. 1. Kopf von oben; a Stirnrand, bb Rhinophonien mit durchschimmernden 
Riechknoten. 

9 2. Die Kieme, von hinten, mit a Analpapille. 

3. Centrainervensystem eines kleinen Individuums, von oben; aa cerebro- 
pleurale Ganglien mit den proximalen Riechknoten und den Augen; 
bb pedale GaDglien. 

„ 4. Der Schlundkopf, von der Seite, mit Lippenscheibe und hinter der- 
selben durchschimmernder Mandibel; weiter nach hinten durchschim- 
mernde Raspel; a Speiseröhre mit der linken Speicheldrüse, b linkes 
buccales Ganglion. 

Fig. 3—4 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 200). 

„ 5. Stück der Raspel, von vorne; aa Seitenzahnplatten, bb äussere Platten. 

I 6. Stück der Raspel, von der Seite; a und b wie oben. 



Plocamopherus imperialis Angas. 

7. Das Centrainervensystem, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55); 
a die cerebralen Ganglien mit den proximalen und distalen Riechknoten, 
mit den optischen Ganglien und den Augen; bb pleurale Ganglien, 
cc pedale Ganglien, d die Commissuren, ee buccale Ganglien. 

„ 8. Stück der Lippenplatte mit ihren Elementen. 

9 9. Erste Seitenzahnplatte, von hinten. 

„ 10. Aehnliche, von der Seite. 

Fig. 8—10 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

„ 11. a prostatisches Ende des Samenstranges, b Uebergangsstück an cd, den 
muskulösen Theil desselben, e Glans. 



Trevelyana alba Bgh. var. pallida. 

12. a Spermatotheke, b vaginaler Gang, c Vagina, deuteriner Gang, fSper- 
matoeyste. 

13. a ausgestülptes Ende des Samenleiters, b hinterster Theil der ein- 
gestülpten Strecke; mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55). 



Tafel X. 

Plocamophemis imperialis Angas. 

Fig. 1. Die auseinandergeschlagenen Mandibelplatten, mit Cam. lue. gezeichnet 

(Vergr. 55); aa oberes hinteres Ende, b Mundspalte. 
„ 2. Die Raspel, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 100); a breite Rhachis- 
partie, b Ausseorand der Raspel. 

23* 



Rudolph Bergh. Beiträge zu einer Monographie der Polyceraden. 



3. Erste Seitenzahnplatte, schief von der Seite. 

4. a erste, b zweite, c dritte Seitenzahnplatte, schräge von hinten. 

5. a vierte, b fünfte, e sechste, d siebente, e achte Seitenzahnplatte, schräge 
von hinten. 

6. Die zehnte Platte, vom Aussenrande der Raspel ab gerechnet, von der Seite. 

Fig. 3—6 mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 

7. ab Prostata, cd vaginaler Ausfuhrungsgang (und Vagina) der von der 
Prostata umhüllten Spermatotheke, e/uteriner Ausführungsgang, g Sper- 
mato cyste. 

Euplocamus croceus Phil. 

8. Centrainervensystem, von oben, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 55); 
ab cerebro-pleurale Ganglien, cc pedale Ganglien. 

9. Auge, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350); a N. opticus. 

Goniodoris castanea Hanc. 

10. a Hauptgallengang, b Magen, c Darm. 

Aegires Leuckarüi Ver. 

11. Eigentlicher Mund, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 200); aa Mandibel- 
platte, bb Stäbchenbewaffnung des Randes der Lippenscheibe. 

12. Stück der Bewaffnung, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 750). 

13. Unregelmässige Zahnplatten, mit Cam. lue. gezeichnet (Vergr. 350). 



181 



Dipterologische Bemerkungen. 

Von 

Josef Mik in Wien. 

(Vorgelegt in der Versammlung am 4. April 1883.) 

I. Synonymisches. 

Ich sehe mich in der Lage, vorerst einige von mir früher publicirte 
Dipteren -Arten einzuziehen und hieran Bemerkungen zu knüpfen, ferner ein 
paar Arten anderer Autoren demselben Schicksale anheimzustellen. Kequiescant! 

1. Hevcostomus papillifer Mik, Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesell- 
schaft in Wien 1880, p. 353, ist Hercostomus (Gymnopternus) exarticulatusLw.; 
Neue Beitr. V, 1857, p. 18. — Dieser Art wurden von Loew (1. c.) und von 
Schiner (Fauna austriaca I, p. 209) schwarze Schenkel zugeschrieben, während 
die Stücke, auf welche ich meine Art errichtet, durchaus gelbe Schenkel besitzen. 
Niemand wird leicht auf solche gelbschenkelige Exemplare, wenn ihm nicht etwa 
die Loew'sche Type zu Hilfe käme, die Beschreibung von Gymnopternus ex- 
articulatus Lw. anpassen oder die Art nach Schiner 's Fauna bestimmen 
können, umsoweniger, als man in den angeführten Beschreibungen die Angabe 
eines wichtigen Merkmales, nämlich des warzenförmigen Vorsprunges an der 
Unterseite der Mittelschenkel des Männchens, gänzlich vermisst. Wohl hat mich 
Freund Kowarz schon früher an die Identität beider Arten erinnert, ich konnte 
aber erst jetzt durch die Gefälligkeit Herrn v. Bergenstamm 's dazu gelangen, 
dunkelbeinige, von ihm bei Triest gesammelte Stücke zu vergleichen, an welchen 
ich mich überzeugte, dass sie in allen plastischen Merkmalen mit der von mir 
nach den hellbeinigen Exemplaren entworfenen Beschreibung übereinstimmen. 
Es gibt daher kein Zögern mehr, die angedeutete Synonymie anzunehmen, wenn- 
gleich Loew seine Art nur unvollständig beschrieben hat. — Hercostomus ex- 
articulatus hat eine weite Verbreitung: Loew's und B ergenstamm's Exem- 
plare stammen aus Triest, Kowarz sammelte die schwarzschenkelige Varietät 
(Vorderschenkel schwarz, Hinterschenkel nur obenauf so gefärbt) in den rumä- 
nischen Thälern beim „Eisernen Thor", ferner bei Herculesbad; die gelbbeinige 



182 



Josef Mik. 



Varietät fing er bei Bozen, auch besitzt er sie aus Ober - Italien ; Wachtl 
sammelte dieselbe an der Thaya bei Znaim in Mähren, Handlirsch sammelte 
sie an der Liesing bei Rodaun und Kalksburg in Niederösterreich, ich fing sie 
an der Wien bei Hütteldorf nächst Wien. — Die hellbeinige Varietät wird man 
in Schiner's Fauna I, p. 206, sub Nr. 6 einzuschalten und in der zweiten 
Alternative daselbst als kleinere Art von Hercostomus cretifer Walk, zu trennen 
haben, wie folgt: 

a) Vordertarsen des Männchens von besonderer Bildung ; Rüssel und Taster 
des Weibchens gelb: H. cretifer Walk. 

b) Vordertarsen des Männchens von gewöhnlicher Bildung; Rüssel und 
Taster des Weibchens schwarz: JE. exarticulatus Lw. 

2. Porphyrops Schineri Mik, Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellschaft 
in Wien XIII, 1863, p. 1237, ist Porphyrops (Anglearia) antennatus Carlier, 
Ann. Soc. Entom. France IV (1835), p. 659, PI. XX. C, während Porphyrops an- 
tennatus Schin., Fauna austriaca I, p. 196, 1. und Mik, Verhandl. d. k. k. zool.-bot. 
Gesellschaft XIII, p. 1238, zusammenfällt mit Rhaphium discigerum Stenn., Oefv. 
k. vet. ak. Förh. 1850—51, p. 280, et Zett. Dipt. Scand. XI, p. 4274, 5-6. — Es 
sind also die zwei Arten Porphyrops antennatus Carl, und Porphyrops disciger 
Stenh. auseinander zu halten. Mein damaliges Uebersehen kommt wohl nur 
auf Rechnung des guten Glaubens an Schiner's Fauna zu stehen, worin eben 
beide Arten vereinigt sind. 

3. Merodon Knerii Mik, Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellschaft in 
Wien XVII, 1867, p. 415, ist Merodon aberrans Egg., ibidem X, 1860, p. 664. 
— Die äusserst dürftige Beschreibung, welche Egger von der genannten Art 
gegeben, liess mich seinerzeit Zuflucht zu Schiner's Fauna nehmen, in welcher 
freilich auch wenig genügende Anhaltspunkte geboten waren. Prof. Dr. B r au er 
machte mich in neuerer Zeit aufmerksam, dass die Beschreibung meiner Art 
vollständig auf die Egger'sche Type von Merodon aberrans passe, weshalb ich 
auch nicht anstehe, die Synonymie zu acceptiren, mit dem Bewusstsein, dass 
die Beschreibung und Abbildung meiner Art erst genügenden Aufschluss zur 
Erkennung der Egger'schen Art gibt. Schon im Jahre 1873 hat Prof. Nowicki 
(Beiträge zur Kenntniss der Dipterenfauna Galiziens, p. 25) Merodon Knerii Mik 
als Synonym zu Merodon aberrans Egg. gestellt. 

4. Echinosoma pettinota Girschn. in Katter's Entomol. Nach- 
richten VII, 1881, p. 277, ist Platychira consobrina Meig. (conf. Rond. Prodrom. 
III. ]>. 79, 5; in Schiner's Fauna I, p. 451, als Nemoraea consobrina Meig. 
beschrieben). — Ich habe früher (in Katter's Entomol. Nachrichten VII, 
]>. 327) die Girschn er 'sehe Art für Trycholyga nova Rond. gehalten; die 
spater erschienene belehrende Zeichnung, welche Herr Girschn er von seiner 
Art in demselben .lahrgange der Entomol. Nachrichten gebracht hat, liess mich 
jedoch TOD meiner ursprünglichen Deutung abkommen. Selbstverständlich fällt 
das Genus Kclü notoma Girschn. 1. c. mit Platychira Rond. zusammen. 

Thryptocera Kowarzli Nowicki in Verhandl. d. naturforsch. Ver: 
eines in Brünn VI, 1868, )>• 94. ist Thryptocera (Tachina) delecta Meig.. Syst. 



Dipterologische Bemerkungen. 



183 



Beschr. IV, 1824, p. 349, 190. — Dazu kommt noch als Synonym: Eloceria 
macrocera Rob. Desv. Hist. des Dypteres, Paris 1863, I, p. 703, Nr. 713. — 
Ich habe die Type der Nowicki 'sehen Art vor Jahren gesehen; neuerlich lag 
mir ein Pärchen derselben Art vor, welches Prof. P. Gabr. Strobl auf Dolden bei 
Admont (Röthelstein) in Steiermark gesammelt hatte: endlich konnte ich, Dank 
der Gefälligkeit des Herrn Prof. Dr. Brauer, die Type von Tachina delecta 
Meig. in der Winthem'schen Sammlung einsehen, auf welche sich Meigen 1. c. 
beruft. Die Identität der hier erwähnten Stücke mit der Meigen'schen Art ist 
demnach ausser Zweifel gesetzt. Wer aber die Beschreibung, welche Meigen 
von Tachhia delecta (1. c.) gibt, mit dem Thiere selbst vergleicht, der wird auf 
manche Unrichtigkeiten in ersterer stossen: nach Meigen soll die Art eine 
schmale Stirn, kaum einige zarte Knebelborsten und rostgelbe Taster besitzen. 
In der That ist aber die Stirn in beiden Geschlechtern gut so breit als der 
dritte Theil des Kopfes; der Mundrand trägt ganz ansehnliche sogenannte Knebel- 
borsten, worunter namentlich eine jederseits besonders hervortritt; Taster konnte 
ich keine wahrnehmen, wohl aber sind die Saugflächen des Rüssels rostgelb und 
dürften von Meigen irriger Weise für Taster angesehen worden sein. Auch 
die Angabe Meigen's über die Färbung der Schienen, nämlich dass sie „braun" 
seien, kann leicht irre führen. Das „braun" ist hier als schwarzbraun zu 
nehmen, wie sich die Schienen in der That an weniger gut ausgefärbten Exem- 
plaren zeigen. 

Vergleicht man die Beschreibung, welche Nowicki 1. c. von der Art 
gegeben hat, so stimmt sie im Ganzen vollkommen mit den Exemplaren, die 
mir vorlagen, nur die Angabe „Taster schwärzlich" (1. c. p. 27) scheint auf einer 
unrichtigen Anschauung zu beruhen. Ich habe bereits oben erwähnt, dass ich 
keine Taster wahrnehmen konnte, und ich meine, dass sie äusserst rudimentär 
seien oder ganz fehlen. Was Nowicki für Taster gehalten, mag der chitinisirte 
Basaltheil des Rüssels sein, welcher in der That schwärzlich gefärbt ist. 

Was die Beschreibung der Gattung Eloceria in Robineau's posthumen 
Werke 1. c. anbelangt, so ist sie zutreffend bis auf die Angabe über die Taster, 
von welchen der Autor sagt: palpes courts, und in der Artbeschreibung p. 703: 
palpi testaeei. Die Diagnose der Gattung muss sogar als vortrefflich bezeichnet 
werden. 

Ueber Robineau-Desvoidy's posthumes Werk ist bereits durch Ger- 
stäcker in seinem Berichte in Troschel's Archiv für Naturgeschichte XXXI, 
Jahrg. 1865, II. Bd., p. 515, der Stab gebrochen worden. Er schreibt: „Das 
Werk stellt dem wissenschaftlichen Bearbeiter der Dipteren nur die Alternative, 
es entweder vollständig zu ignoriren oder die darin abgehandelten Familien 
ferner bei Seite liegen zu lassen. Sich durch die Beschreibungen von 2240 Arten 
und 370 Gattungen durchzuarbeiten, um schliesslich eine immense Zeit und Mühe 
vollkommen nutzlos verschwendet zu haben, dazu kann sich ein ernster Forscher 
wohl in der That nicht gut hergeben. a 

Aber auch schon Brülle, ein Landsmann Robineau-Desvoidy's, be- 
schwert sich über das 1830 von Letzterem erschienene ..Essai sur Jes Myodaires" . 



184 



Josef Mik. 



Wir lesen in Brülle' Expedition d. Moree III. 1832, p. 313: „Mr. Robineau- 
Desvoidy a e'tudie' les memes insects (les Muscides) et nous a dote's d'un 
immense volume sur ce sujet, dans lequel il de'crit dix-neuf cents especes. . . . 
Nous aurions donc desirC faire connaitre, d'une maniere certaine, ä quelles divi- 
sions de ce dernier auteur (Rob.-Desv.) se rapportent nos insectes; mais nous 
devons de'clarer que, la plupart du temps, nous sommes reste' dans 
le doute u 

Doch hat aber Robineau für die Kenntniss der Musciden so manche 
Aufklärung in seinen Myodaires gegeben; Beweis dessen, dass die neueren 
Autoren, wie vorzüglich Schiner, viele seiner Gattungen anerkannt haben. 

Was das posthume Werk anbelangt, so sollte von rechtswegen freilich wohl 
jeder Anfänger gewarnt werden, ein unnützes Geld dafür auszugeben. Die Fehler, 
die Unzukömmlichkeiten darin, die gänzliche Unbrauchbarkeit für die Bestimmung 
der darin abgehandelten Unzahl von Dipteren einer einzigen Gruppe sind so in 
die Augen springend, dass man den Ausruf nicht unterdrücken kann, es wäre 
besser gewesen, die Herausgabe des Werkes wäre unterblieben ! Gerstäcker hat 
an angedeuteter Stelle einige der auffallendsten Fehler, die sich in dem Werke 
finden, hervorgehoben. Derjenige, der seine Studien den Tachinarien vorzüglich 
zugewendet und Robineau 's Werk durchgemustert hat, wird zu der Ueber- 
zeugung gelangen, dass er wohl viele Anhaltspunkte zu seinen Studien daraus 
schöpfen kann, dass aber der Fehler und Inconsequenzen eine immense Zahl 
vorhanden ist. Ein kritisches Durcharbeiten des Werkes ist ein- für allemal 
ganz unmöglich. Wir erwähnen nur eine Thatsache, die eine richtige Beleuchtung 
des ganzen Werkes abzugeben im Stande sein dürfte. Robineau beschreibt 
allein aus der Pariser Gegend 236 Arten, d. h. Individuen, der Gattung Phryxe, 
die sicher mit Exorista Meig. zusammenfällt, und sagt von den Arten dieser 
seiner Gattung „un fort volume ne contiendra pas Celles qui vivent 
sur le globe." 

Nichtsdestoweniger haben wir uns bemüht, Tachina delecta Meig. aus dem 
grossen Wüste der Arten des R o b i n e a u 'sehen Werkes herauszufinden, was uns wohl 
nur in Folge der auffallenden Merkmale, welche das Thier an sich trägt, gelang. 

Die Art bildet jedenfalls den Typus einer eigenen Tachinarien- Gattung. 
Da aber Robineau's Gattungsname Eloceria grammatikalisch unrichtig ge- 
bildet ist, schlagen wir den richtigen Namen Helocera vor und lassen die Cha- 
rakteristik dieser Gattung folgen, unbekümmert darum, ob der Name bereits an 
irgend ein anderes Thier vergeben ist, oder nicht; eine Dipteren-Gattung des 
gleichen Namens ist noch nicht vorhanden. 

1 

Helocera. 

(1jXo< Nagelknopf, Buckel am Schilde; xrfpocc Horn.) 
Novum 'J'achinidarum genus. 

Er affinitatc Thryplocerarum. 

Anle.nnae aliquid supra oculorum medium insertae, fere longitudine 
faciei, urticulo primo hr/vissimo, secundo primo bilongiore, tertio secundo plus 



Dipterologische Bemerkungen. 



185 



quam trilongiore, vdlido, ex lateribus compresso, inferne et versus apicem con- 
vexo. Seta recta, subabbreviata, inconspicue triarticulata, articulo tertio usque 
ad medium incrassato, sub lente pilosulo, longitudinem articuli antennarum 
tertii aequante. Frons in mare minus lata tertia capitis transversi parte, in 
femina hanc capitis latitudinem sat aequans, vitta frontali orbitis aeque lata. 
Setae frontales simplici serie ad dimidium secundi antennarum articuli de- 
scendentes, juxta eas in superiore orbitarum parte prope oculorum marginem 
1—2 setulae parvulae, rectae, antice vergentes in mare, plures in femina; setae 
verticales validae, setulae ocellares perexiles. Oculi omnino nudi. Facies sub- 
obliqua, epistomate non porrecto. Vibrissae (setae mystacinae Zetter st.) sat 
validae, setae faciales (vibrissae Zetterst.) subnullae. Genae subter oculos 
aequaliter setosulae, dimidium diametri oculorum verticalis aequantes. Proboscis 
brevis, palpis abortivisf?). 

Und et pulvilli tarsorum in utroque sexu breves. 

Abdomen tit in Thryptocera formatum; macrochaetae parvae, duae in 
secundi segmenti apice, duae in disco pluresque Seriem in apice segmenti tertii 
formantes. 

Mae ut in genere Thryptocera, spinula costali parva, vena cubitali ad 
basim tantum spinuligera, cellula posteriore prima fere ad alae apicem exeunte, 
ibidem attenuata, vena discoidali angulatim flexa, cubito illius appendicula 
nulla, vena transversali posteriore venulae transversali ordinariae magis ap- 
proximata quam cubito venae discoidali. 

Verwandt mit den Thryptocera- Arten. 

Fühler etwas über der Augenmitte eingefügt, fast von der Länge des 
Gesichtes; erstes Glied sehr kurz, zweites Glied doppelt so lang als das erste, 
drittes Glied mehr als dreimal so lang als das zweite, von den Seiten her zu- 
sammengedrückt, unterseits und an der Spitze convex. Fühlerborste ungekniet, 
ziemlich kurz, undeutlich dreigliederig, drittes Glied bis zur Mitte verdickt, bei 
stärkerer Vergrösserung behaart erscheinend, so lange als das dritte Fühlerglied. 
Stirn beim Männchen etwas weniger breit als der dritte Theil des Querdurch- 
messers des Kopfes, beim Weibchen reichlich so breit als .dieser Theil; Stirn- 
strieme so breit als die Orbiten (Wangenscheitelplatten: Brauer). Stirn borsten 
in einfacher Reihe bis zur Mitte des dritten Fühlergliedes herabsteigend; neben 
den Stirnborsten, gegen den Augenrand zu, jederseits beim Männchen 1 — 2, beim 
Weibchen mehrere kleine, gerade, nach vorwärts gerichtete Börstchen; Scheitel- 
borsten stark, Ocellarborsten sehr klein. Augen nackt. Gesicht im Profile etwas 
zurückweichend, Mundrand nicht vorspringend. Knebelborsten ziemlich stark 
und lang, Facialborsten kaum vorhanden (d. h. an den Gesichtsleisten, ganz 
unten über den Knebelborsten, nur 1—2 kleine Börstchen). Backen halb so 
breit als der verticale Augendurchmesser, ziemlich schütter, aber gleichmässig 
mit kurzen Börstchen besetzt. Rüssel kurz, Taster obliterirt(?). 

Klauen und Haftläppchen in beiden Geschlechtern klein. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abli. 24 



186 



Jonef Mik. 



Hinterleib wie bei Thryptocera gestaltet; Macrochaeten klein, am zweiten 
Ringe zwei auf der Mitte des Hinterrandes, am dritten Ringe zwei auf dessen 
Discus, eine Reihe an dessen Hinterrande. 

Flügel wie bei der Gattung Thryptocera gebildet; Randdorn klein, die 
Cubitalader (d. i. die dritte Längsader) nur an ihrer Basis gedörnelt, die übrigen 
Längsadern nackt; erste Hinterrandzelle fast in der Flügelspitze mündend und 
daselbst verschmälert; Discoidalader winkelig zur Cubitalader vorgebogen, an der 
Beugung mit kleinem Ader- oder Faltenfortsatz versehen; hintere Querader der 
kleinen (gewöhnlichen) Querader näher gerückt als der Beugung der vierten 
Läugsader (d. i. der Discoidalader). 

Obgleich die Art, welche mich zur Aufstellung eines eigenen Gattungs- 
typiis veranlasste, zu den auffallenderen Tachinarien-Formen, schon wegen ihres 
rothgefärbten, mit einer schwarzen Dorsalbinde versehenen Hinterleibes gehört, 
wird man sie nach den vorhandenen Handbüchern doch schwer in die Gattung 
einreihen, in welcher ihr Meigen einen Platz angewiesen, nämlich in die Gattung 
Thryptocera. Die Thatsache, welche Nowicki 1. c. p. 95 angibt, dass sich näm- 
lich unsere Art in Dr. Loew's Sammlung in Mehrzahl aus verschiedenen Ländern 
befindet, und dass sogar der gewiegte Dipterologe H. Loew nicht im Stande war, 
die Art zu eruiren, bestärkt wohl meine Angabe. 

Da Schiner in seiner Fauna austriaca wohl am meisten zur Aufklärung 
der Tachinarien beigetragen, und da die meisten Dipterologen sich beim Be- 
stimmen der Dipteren nach des genannten Autors Tabellen halten, so scheint 
es mir nicht unnütz, die Gattung Helocera m. in diese Tabellen einzureihen. 
Es sei noch früher erwähnt, dass man nach Sc hiner nicht auf Thryptocera, 
sondern auf Braueria gelangt. Man wird daher in der analytischen Tabelle in 
Fauna austriaca I, p. LXXV in den Alternativen sub Nr. 69 u. s. w. folgende 
Aenderungen anbringen müssen: 

69. Fühlerborste sehr deutlich dreigliederig und gekniet, oder wenn sie nicht 
deutlich dreigliederig und gerade ist, bis zum Ende gleich dick. 
Das Gesicht an den Leisten selbst nicht gewimpert Tliryptoccra, 
— scheinbar zweigliederig 70 

7<i. Fühler deutlich unter der Augenmitte inserirt Ilalidaya. 

auf der Mitte der Augen oder über derselben stehend .... 71 

71. Gesicht im Profile zurückweichend (meist sehr stark), bis über die Mitte, 

ineist bis zu der Fühlerbasis hinauf, an den Leisten gewimpert 72 
nicht oder nur etwas zurückweichend, 1 ) an den Leisten nicht oder 
höchstens bis zur Mitte und da nur durch feine Borstenhaare 
gewimpert 73 

72. Backen weit unter die Augen herabgohend; Augen verhältnissmässig 

klein Hyperecteina* 

wenig unter die Augen herabgehend ; Augen ziemlich gross Def/eeria» 



') l>;n li'-M'-ht kann iiln-r auch aungeliAhlt 8«in. 



Dipterologische Bemerkungen. 



187 



73. Hintere Querader auf der Mitte zwischen der kleinen Querader und der 

Beugung der Discoidalader oder letzterer näher gerückt . . . 74a 

— der kleinen Querader entschieden näher gerückt als der Beugung 
der Discoidalader 74 

74. Backen schmal; Vordertarsen verlängert und zusammengedrückt . Braueria. 

— mindestens so breit als der halbe verticale Augendurchmesser; 
Vordertarsen von gewöhnlicher Bildung ...... Helocera. 

74a. Drittes Fühlerglied vielmal und immer wenigstens mehr als dreimal 

länger als das zweite Hypostena. 

— höchstens dreimal so lang als das zweite, meistens aber kürzer 75 
u. s. w. 

Die Gattung wird im Systeme Schiner's zwischen Thryptocera und 
Siphona einzureihen sein; von Thryptocera unterscheidet sie sich leicht durch 
die nicht gekniete, nur bis zur Mitte verdickte Fühlerborste und durch die (wenn 
meine Beobachtung richtig ist) verkümmerten Taster. 

Nachträglich sei noch erwähnt, dass bei der Art die oberste Mundborste 
die längste ist, dass darüber noch etwa zwei kürzere, unscheinbare Börstchen 
stehen, welche man als Facialbörstchen betrachten kann; ferner, dass das letzte 
Glied der Fühlerborste an der Basis gelbbraun, weiterhin schwarz ist, so zwar, 
dass sich die erstere Färbung nicht über die ganze Verdickung der Borste 
erstreckt. 

Als Synonym zu der vorliegenden Art ist noch mit Sicherheit Tachnia 
macüliventris Zett. zu bringen, so dass sich nach dem Gesagten also folgende 
Synonymie ergibt: 

Helocera delecta Meig. 

Tachina delecta Meig. Syst. Beschr. IV, 1824, p. 349, Nr. 190. 
Thryptocera delecta Meig. Syst. Beschr. VII, 1838, p. 243, Nr. 14. 
Tachina macüliventris Zett. Dipt. Scand. VIII, 1849, p. 3236, Nr. 63—64. 
Eloceria macrocera Rob. Desv. Hist. des Dipt. I, 1863, p. 703, Nr. 713. 
Thryptocera Kowarzii Now. Verh. naturf. Ver. Brünn VI, 1868, p. 94. 

6. Sarcophaga striata auctor. — Herr Meade hat in seiner aus- 
gezeichneten Monographie der britischen Sarcophaga -Arten in The Entom. 
Monthly Magaz., Vol. XII, 1876, p. 219, Sarcophaga striata Meig., Macq., Walk., 
Zett. und Schin. als fragliches Synonym zu Sarcophaga carnaria Linn, gesetzt. 
Ich möchte mit Zuversicht aussprechen, dass Sarcophaga striata Meig., Syst. 
Beschr. V, p. 21, welche mit Musca striata Fabr. identisch ist, nur als Varietät 
von Sarcophaga carnaria L. betrachtet werden könne, und dass man ihr somit 
die Artrechte absprechen müsse. Dazu gehört auch Sarcophaga striata Macq., 
Walk, und Zetterst. Alle Autoren bezeichnen die weisse Stirnfärbung als 

24* 



188 



Josef Mit. 



wichtigstes Unterscheidungsmerkmal der genannten Art von Sarcophaga car- 
naria L., welche eine gelbliche Stirn besitzen soll. Jeder, der Sarcophagen 
untersucht hat, weiss, wie leicht gerade die Stirnfärbung aus dem Reinweissen 
ins Gelb- bis ins Bräunlichweisse bei diesen Thieren übergeht. 

Erst Schiner erwähnt in seiner Fauna austriaca I, p. 569, andere Unter- 
schiede: so die breitere Stirn, die lichtere Bestäubung und die gelben Flügel- 
adern, welche seine Sarcophaga striata von Sarcophaga carnaria L. unter- 
scheiden sollen. Dieser Umstand lässt Bedenken aufsteigen, ob Schiner wirklich 
die Meigen'sche Art richtig interpretirt habe. 

Der Umstand, dass sich in meiner Sammlung eine Type von Schiner's 
Sarcophaga striata befindet, klärt nun alle Zweifel auf, indem es sich heraus- 
stellt, dass diese Art mit Sarcophaga melanura Meig., Syst. Beschr. V, 23, 
identisch ist. 

Daher ist zu Sarcophaga melanura Meig. als Synonym zu setzen Sarc. 
striata Schin., non Meig. 

7. DrosophUa uvarum Rond. (Bull. Comiz. Agr. Parni. 1875). Wieder 
beschrieben in Bullettino della Soc. Entom. Italiana, Florenz, VIII. Vol., 1876, 
p. 86, ist sicher DrosophUa ampelophila Lw., Berl. Entom. Zeitschr. 1862, p. 231 
(in der II. Centurie der nordamerikanischen Dipteren). 

Die Art ist ein Kosmopolit. Nach Loew's Angaben findet sie sich sehr 
häufig im südlichen Europa, ist in Mittel-Europa auch nicht fremd, kommt auch 
in Süd -Afrika und auf der Insel Cuba vor. Ich habe die zierliche Art, deren 
Mannchen sich durch eine längliche schwarze Schwiele an der Spitze des vor- 
dersten Metatarsus auszeichnet, auch in Nadelbeständen in Oberösterreich (bei 
Hammern) ziemlich häufig getroffen. Die erwähnte Schwiele löst sich bei etwaii 
stärkerer Vergrößerung in eine Reihe kammartig gestellter schwarzer, dicker 
Börstchen auf. 

Die Abbildung dieser Art, sowie deren vollständige Biologie gibt Prof. 
J. H. Comstock im „Report on Insects for the Year 1881", Washington 1882, 
Separat, p. 6—9, Plat. XV, in vortrefflicher Weise, und es ist also dieselbe auch 
in den Vereinigten Staaten Nordamerikas zu Hause. 

Nach Rondani besucht sie zur Weinlesezeit die Wohnungen, insbesondere 
Weinkeller, haufenweise, wo sich die Larve vom Safte aufgesprungener Trauben 
nährt; nach Comstock lebt die Larve ebendaselbst, aber auch an den Wein- 
trauben, welche noch am Stocke hängen. Da ich die Fliege in Oberösterreich 
ireit von aller Weincultur in Wäldern angetroffen, so ist anzunehmen, dass sie 
lue] im jährenden Safte von Heidel-, Brom- oder Himbeeren ihre ersten Stände 
verbring«*. 

Drotoph. ampelophila Lw. gehört zu jenen Arten, deren Flügelqueradern 
htark genähert und von keinem Schattenflccke umgeben sind. 

8. CampHcnem US platppUB Lw., Neue Beiträge V, 1857, p. 27, ist 
Oampticnemui (Medeterus) pusiUus Meig., Syst. Boschr. IV, 1824, p. 65, Nr. 11. 



Dipterologische Bemerkungen. 



189 



Durch Vergleich zahlreichen Materiales konnte ich mich überzeugen, dass 
diese zwei Arten bestimmt identisch sind. 

9. Campsicnemus vavicornis Lw., Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. 
XXIV, 1864, p. 391, und Beschr. europ. Dipteren II, 1871, p. 301, Nr. 163, ist 
das Weibchen von Campsicnemus (JDolichopus) picticornis Zetterst., Dipt. Scand. 
II, 1843, p. 607, Nr. 94. 

Ich habe beide Geschlechter von Campsicnemus picticornis Zett. zusammen 
gefangen und daraus ersehen, dass die Beschreibung von Camps, varicornis Lw. 9 
auf das Weibchen der Zetterstedt'schen Art zutreffend ist. Zetterstedt 
freilich erwähnt nichts von der Verdunkelung der Vorderschenkel. Ich ersehe 
aber aus meinen Exemplaren, sowie aus der Beschreibung, welche Loew ge- 
geben, dass die Farbe der Beine variire, und es ist nicht ausgeschlossen, dass 
man auch durchaus gelbschenkelige Weibchen antreffen könne. Ein kleiner 
Zweifel steigt nur in Betreff der Färbung des Gesichtes auf: Loew sagt in der 
Diagnose von seinen Stücken, dass sie ein hellockergelbes Gesicht haben; in 
der Beschreibung nennt er es blass ockergelb. Die Weibchen von Camps, picti- 
cornis Zett., welche ich besitze, haben ein mehr graulichweisses Gesicht, das 
kaum einen Stich ins Gelbliche zeigt. Nichtsdestoweniger aber möchte ich 
obige SynoDymie aufrecht erhalten. 

10. Hercostomus praeceps Lw., Beschr. europäisch. Dipter. I, 1869, 
p. 285, Nr. 168, ist identisch mit Hercostomus (BolicUopus) Hothi Zetterst., 
Dipt. Scand. XIII, 1859, Nr. 75-78. 

Die Beschreibungen stimmen vollständig. Dass Zetterstedt die Länge 
seiner Art mit */a Linie, Loew aber mit 1 Linie bezeichnet, darf nicht beirren, 
da Zetterstedt 's Maasse durchaus durch niedrigere Zahlen ausgedrückt werden 
als die Loew'schen, was von der Ungleichheit der schwedischen und deutschen 
Maasse herrührt. 

11. Trichocera versicolor Lw., Beschr. europäisch. Dipter. II, 1871, 
p. 17, Nr. 12 (im Index p. 319 durch ein Versehen Trichocera varicolor genannt), 
ist Trichocera maculipennis Meig., Syst. Beschr. I, 1818, p. 214, Nr. 5. 

Ich habe die Art in grosser Menge alljährlich im ersten Frühjahre in 
Gärten und in Hausfluren in Wien gefangen. Es finden sich darunter Exemplare, 
welche vollständig mit der Beschreibung übereinstimmen, welche Loew von 
seiner Art gibt, aber auch solche, welche mit M eigen 's Trich. maculipennis 
übereinkommen. Der Unterschied zwischen beiden Arten ist kein stichhältiger, 
da ich auch Uebergangsformen beobachtete. Nach Loew's Angabe hätte seine 
Art in der Nähe der Flügelspitze eine dem Umrisse des Flügels folgende Reihe 
schwärzlicher Flecke und wären die Hinterleibsabschnitte am Hinterrande weiss- 
gelblich gesäumt. In der Beschreibung von Trich. maculipennis Meig. finden 
sich diese Merkmale nicht erwähnt. Wie gesagt aber trifft man Exemplare, bei 
welchen die Fleckenreihen bei der Flügelspitze sehr undeutlich sind, ferner solche, 



190 



Josef Mik. 



welchen sie gänzlich fehlen, doch aber Hinterleibsbinden vorkommen, also Exem- 
plare, durch welche in der That Uebergänge hergestellt sind. Sowohl Loew 
als Meigen dürften nicht über ausreichendes Materiale verfügt haben, dass sie 
diese Uebergänge hätten constatiren können. 

Zufolge der angeführten Thatsachen hat Trichocera maculipennis Meig. 
eine sehr weite Verbreitung. Loew erhielt seine Exemplare aus Sarepta. 



II. lieber Sciara ocellaris Comst. 

Baron C. R. Osten-Sacken hat in der Stett. Entom. Zeitung 1861, 
p. 419, Nr. 14, und in Monogr. N.-Amer. Dipt. 1862, T. I, p. 199, über eine 
Gallenbildung Bericht erstattet, welche er in Nord-Amerika sehr häufig an Ahorn- 
blättem beobachtet hatte. Die Deformation besteht in pfauenaugenähnlichen 
rothen Flecken an den Blättern, besonders an jenen von Acer rubrum; auf der 
Unterseite des Blattes, der Mitte des Fleckens entsprechend, ist eine kleine Ver- 
tiefung, welche eine winzig kleine, durchsichtige Larve enthält. In einem späteren 
Stadium verschwindet die Larve; Baron Osten-Sacken erklärte dieses Ver- 
schwinden, dass sich die Larve höchst wahrscheinlich zur Verpuppung in die 
Erde begebe. Er hielt die Larve für die einer Cecidomyide und gab der Art 
im Vorhinein den Namen Cecidomyia ocellaris sibi. 

Gleichzeitig mit der Mittheilung, dass er in neuester Zeit auch in Deutsch- 
land, nämlich in der Umgebung von Heidelberg eine ähnliche, nur blässer ge- 
färbte, daher weniger auffallende Gallenbildung an nicht hoch über der Erde 
befindlichen Blättern von Acer Pseudoplatanus, und zwar stets an schattigen 
Orten alljährlich Ende Mai und Anfangs Juni gefunden habe, überschickte mir 
Baron Osten-Sacken in gewohnter Gefälligkeit eine Arbeit des Herrn J. H. 
Comstock, Professors der Entomologie an der Cornell-Universität zu Ithaca 
(Vereinigte Staaten, N. Y), welche von der Erzeugerin jener vorgenannten De- 
formation auf Blättern von amerikanischen Ahornarten handelt, und welche mich 
veranlasste, hierüber einige Worte zu veröffentlichen. 

Herr Comstock schreibt nämlich im Report on noxious Insects 
for the Year 1881 (Separat., Washington 1882, p. 10—12), dass es ihm gelungen 
>'i, di" Erzeugerin der oben erwähnten ringförmigen Flecken auf Acer rubrum 
in Nord-Amerika in allen ihren Entwicklungsstadien kennen gelernt zu haben. 
Er hält sie für eine Sciara, welcher er den Namen Sciara ocellaris Ost.-Sack. 
beilegt. Abgesehen davon, dass, wenn diese Art wirklich die Veranlasserin der 
geschilderten Gallenbildung wäre, sie den Namen Sciara ocellaris Comst. non 
Ost. -Sack, tragen miisste, ist aber aus der ziemlich erschöpfenden Beschreibung 
der Larve und noch mehr aus der vortreil lichen, wenn auch ziemlich roh repro- 
ducirten bezüglichen Abbildung, welche Comstock 1. c. Plt. XVII, Fig. 'S, 3a 
und '.'»b gegeben, mit aller Gewissheit zu entnehmen, dass hier ein Irrthum 
platzgegritten habe. 



Dipterologisclie Bemerkungen. 



191 



Es ist, wie gesagt, gar kein Zweifel übrig, dass die Larve, um die es 
sich hier handelt, in der That einer Cecidomyide angehört, und dass sich 
daher unmöglich aus ihr eine Sciara entwickeln konnte, wie selbe in der 
Arbeit beschriehen und auf der vorcitirten Tafel in Fig. 2 abgebildet ist. Auch 
die in Fig. 4 dargestellte Puppenexuvie, die aus einem mit Erdklümpchen 
besetzten Cocon hervorragt, muss der Zeichnung nach wohl jener Sciara 
angehören. 

Eine andere Frage ist die, welches von beiden Thieren, ob die Cecidomyia 
oder die Sciara den eben erwähnten Cocon angefertigt habe? 

Dass die Larve die Gallen an den Ahornblättern verlässt, hat schon Osten- 
Sacken angeführt; auch Comstock berichtet über sie, dass sie zur Verwandlung 
in die Erde gehe. Es ist nun aber sehr leicht möglich, dass die Erde, aus 
welcher Comstock seine Sciara ocellaris gezogen, eben noch andere Larven 
als jene, welche aus der Ahorngalle ausgefallen waren, nämlich jene der Sciara 
geborgen habe. Verdächtig ist auch die Bemerkung Comstock 's, dass sich 
die früher kurz ovale Larve, wenn sie die Galle verlassen hat, etwas verlängere. 
Vielleicht gehörte diese längere Larve der Sciara an. Bekanntlich gelingt die 
Zucht jener Cecidomyiden, welche zur Verpuppung in die Erde gehen und über- 
wintern, nicht immer so leicht; viele und leicht zu übersehende Factoren ver- 
eiteln sehr oft dieselbe. Uebrigens ist es gar nicht unmöglich, dass Comstock 
nach Erhalt der Sciaren die Zucht weiter nicht mehr berücksichtigte, aus der 
vielleicht nach Monaten erst die Cecidomyide der Ahornblätter zum Vorschein 
gekommen wäre. 

In diesem Falle ist es fast sicher, dass auch der in Fig. 4 abgebildete 
Cocon der Sciara angehört. Dass /Saara-Arten sich bei Gelegenheit ihrer Ver- 
puppung ein Gespinnst machen, ist bekannt, und erst kürzlich theilte mir mein 
junger Freund A. Handlirsch mit, dass er auf einem Stücke weichfaulen 
Fichtenholzes ein Häufchen hirsekorngrosser, kugelrunder Cocons, welche von 
/SWara-Larven gefertigt wurden, aufgefunden habe. 

Aber auch der Fall wäre nicht ausgeschlossen, dass die Larve von Sciara 
ocellaris als Inquiline in dem Cecidomyiden-Cocon zubringe. Auch hierzu fehlt 
es nicht an Beispielen. So berichtete mir eben wieder Handlirsch, dem wir 
schon so manche interessante Beobachtung über Dipterenbiologie verdanken, 
dass er aus Gallen von Cynips tinctoria, welche sorgfältig isolirt waren, 
eine Sciaren- Art erhalten habe. Nach Kaltenbach leben Sciara pyri Schmidb. 
und Sciara Schmidbergeri Koll. in verschrumpften jungen Birnen, worin Ceci- 
domyia nigra Meig. und pyricöla Nördl. vorkommen. Auch ist es fraglich, ob 
Sciara tilicola Lw. wirklich die ihr zugeschriebenen Lindengallen erzeuge; es ist 
nicht ausgemacht, dass sich deren Larve in jeder Galle vorfinde, oder ob sie über- 
haupt diese Galle erzeuge: Kaltenbach erwähnt, dass die Zucht dieser Sciara 
äusserst schwierig sei; Rudow zog aus diesen Gallen Diplosis ramicola sibi 
(Giebel 's Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. 1875, p. 239). Brischke zog 
aus Minen auf PJiragmites nebst den Erzeugern derselben auch eine Unzahl 



192 



Josef Mik. Dipterologische Bemerkungen. 



Sciaren, und es ist gar nicht unmöglich, dass Rudow die Sciara foliorum Rud. 
(Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. 1875) aus den gedeckelten Gallen, welche 
an Blättern von Tilia grandifolia von Iiormomyia Reaumuriana F. Lw. erzeugt 
werden, wirklich gezogen habe. 

Trotz dieser Beispiele neigen wir uns aber zu der Ansicht, dass sich 
in der Erde, in welche sich die Cecidomyia-Jj&i've von den Ahornblättern begab, 
bereits die Sciara-L&rvQii befunden haben. Herr Comstock wird vielleicht in 
Folge eines neuerlichen Zuchtversuches das rechte Licht in die Sache zu bringen 
vermögen. 



Anmerkung. Während der Drucklegung dieses Artikels erschien Brau er's 
Arbeit über die Dipteren-Larven (Bd. XLVII der Denkschriften der k. Akad. d. 
Wissensch. Wien), worin p. 46, Z. 10 von unten auf den Irrthum Comstock's 
bezüglich Sciara ocellaris Comst. hingewiesen wird. Ich sehe mich aus be- 
stimmten Rücksichten veranlasst zu erklären, dass ich unabhängig von Brau er's 
Bemerkung meinen Artikel verfasste und dass ich denselben zurückgezogen hätte, 
wenn ich eben von jener Bemerkung Brauer's rechtzeitig Kenntniss erlangt hätte. 



193 



Eevision der in der Nematoden -Sammlung des k. k. 
zoologischen Hofeabinetes befindlichen Original- 
Exemplare Diesing's und Molin's. 

Von 

Dr. Richard v. Dräsche. 

(Mit Tafel XI-XIV.) 

Fortsetzung II. 1 ) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 4. April 1883.) 

Spiruridea. 2 ) 

Spiroptera nuda Molin (Una monografia del genere Spiroptera dal 
Dr. R. Molin; Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. XXXVIII, 1859, p. 919). 

„Caput corpore continuum, haud alatum; os orbiculare minimum nudum; 
extremitas caudalis maris semel spiraliter torta, haud alata, apice obtusissimo, 
rotundato; vagina penis, penisquebrevissimi filiformi, vixad apicem arcuati " 

Kopf ohne Lippen und Papillen mit kreisförmiger Mundöffnung. Schwanz 
des einzigen zu schlecht erhalten, um die Papillen beobachten zu können. 



*) Siehe diese Verhandlungen p. 107. 

l ) Die Eintheilung der Spiruridea, welche Diesing in seiner Revision der Nematoden 
gegeben hat, ist durch den heutigen Stand der Kenntniss dieser Familie unhaltbar geworden. 
Diesing hat als hauptsächlichen Classificationsfactor die Beschaffenheit der Mundorgane gewählt. 
Diese sind aber bis auf die von Schneider und einige von v. Linstow beschriebene Arten bis 
jetzt noch meist ungenügend und sehr oberflächlich beschrieben, so dass es nicht zu wundern ist, 
wenn die ganze Eintheilung Diesing's als vollständig verfehlt bezeichnet werden muss. Es genügt 
absolut nicht, die Mundorgane stets von den Seiten zu beobachten; die meisten Details werden 
erst ersichtlich bei einer Ansicht von vorne. Hier muss herzhaft der Kopf abgeschnitten werden 
und derselbe bei starker Vergrösserung (oft ist sogar die Anwendung von Imersionssystemen noth- 
wendig) mit möglichster Vermeidung des Druckes durch ein aufliegendes Deckglas beobachtet werden. 
Sollen die Exemplare geschont werden, so ist an eine eingehende Kenntniss des Wurmes nicht zu 
denken. In einer späteren Arbeit über das System der Nematoden werde ich einen Versuch machen, 
die Spiruridea in Verbindung mit den Filaridea in natürliche Gruppen zu bringen. Hier Boll conform 
mit den vorhergegangenen Publicationen die Reihenfolge, wie sie Diesing in seiner Revision gibt, 
eingehalten werden. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 25 



194 



Richard v. Dräsche. 



Spiroptera sygmoidea (1. c. p. 920), Taf. XIII, Fig. 3. 

„ . . . . Os orbiculare, magnum nudum; corpus sygmoidee inflexum .... 
extrem itas caudalis maris bis spiraliter torta, acutissima haud alata; vagina 
penis brevis, crassa, vix recurvata, apice rotundata; penis longissimus filiformis 
arcuatus * 

Kopf ohne Lippen mit vier submedianen Papillen und kreisförmiger Mund- 
öffnung. Der Schwanz des ist pfriemenförmig, ohne Flügel und mit vier 
kleinen postanalen Papillen versehen, wovon eins, zwei und vier in einer Reihe, 
drei etwas seitliche. Präanale Papillen scheinen keine vorhanden. Der rechte 
Penis ist dick, etwas gebogen, mit sehr stumpfer Spitze, der linke spitz, mit 
Flügeln und 272 mal länger. Polymyarier. 

Die Stellung dieses Nematoden bei Spiroptera ist zweifelhaft. 

Spiroptera brevipenis Molin (1. c. p. 921), Taf. XIV, Fig. 14. 

„ . . . . Os orbiculare, maximum nudum .... extremitas caudalis maris 
bis arcte spiraliter torta, longe acute conica, apice acutissimo, aptera, utrinque 
serie 12 papillarum, quarum 3 ante aperturam genitalem ; vagina penis brevior, 
crassa, apice obtuso, recurvata; penis brevis, crassus, valde arcuatus. a 

Kopf ohne Lippen und Papillen; kein Vestibulum. Schwanz pfriemen- 
förmig, ohne Flügel, mit sechs kleinen präanalen und sechs postanalen Papillen. 
Die postanalen sind nicht ganz symmetrisch und nicht constant. Die beiden 
Spicula sind fast von gleicher Grösse, sehr kurz und säbelförmig gekrümmt. 
Polyrayarier. Diese Art gehört nicht zu Spiroptera im Sinne Schneider 's. 

Spiroptera subaequalis Molin (1. c. p. 921), Taf. XI, Fig. 5; Taf. XIII, 

Fig. 9. 

„ . . . . Os orbiculare magnum nudum .... extremitas caudalis maris 
bis arcte spiraliter torta, alis latiusculis, singula 6 costata, quarum 4 ante, 
2 post aperturam genitalem; vagina penis brevis penisque longissimus, apice 
acutissimo, tubularis, crassi, arcuati. u 

Kopf mit weiter, kreisförmiger Mundöffnung, welche in eine geräumige 
Mundkapsel führt. Dieselbe ist mit sechs meisselförmigen Zähnen bewaffnet, 
welche sternförmig angeordnet sind. Jedem Zahn entspricht an der Aussen- 
seite des Kopfes eine Papille. Die beiden Lateralpapillen unterscheiden sich von 
den vier lubmedianen durch ihre Grösse. Der Schwanz des ha^ vier grosse, 
! ianale Papillen, zwei kleinere postanale und vier nur bei starker Vergrösserung 
tfahrznnehmende Papillen an der Schwanzspitze, welche von hinten uach vorne 
an Grösse st.-tig abnehmen. Das rechte Spiculum ist kurz und dick, mit knotigem 
Ende, das linke dünn, mit Flügeln und über fünfmal länger. 

Spiroptera drctUarU Molin (L c. p. 922), Taf. XIII, Fig. 22. 
„ . . . . Os orbiculare, minimum, nudum .... extremitas caudalis maris 
hastd tpiraliter torta, apice oblusissitno, alis yarvis et exüjuis, singula papillis 5 



Revision der Original-Exemplare Diesing'a and Molin's. 



195 



claviformibus ; vagina penis monopetala, brevissima, apice acuto, vix incurva; 

penis longus linearis u 

Kopf ohne Lippen mit vier submedianen Papillen. Schwanz des m ^ 
Flügeln und sehr stumpfem Ende; fünf Papillen, davon die drei vordersten 
gross, die zwei übrigen klein. Spicula gleich, sehr kurz, stabförmig. Polymyarier. 
Diese Art gehört nicht zu Spiroptera im Sinne Schneider's. 

Spiroptera cesticillus Molin (1. c. p. 926), Taf. XII, Fig. 10 und 11. 

„Caput strictura a reliquo corpore discretum, epidermide cesticillifor- 
miter inflata; os orbiculare, nudum .... extremitas caudalis maris bis spi- 
raliter torta, apice obtuso, alis angustis; vagina penis exilis, longa arcuata; 
penis filiformis arcuatus longissimus." 

Kopf ohne Lippen und von dem übrigen Körper durch einen Einschnitt 
abgetrennt. Cuticula blasig aufgetrieben. Mundöffnung sechseckig. Zwei grosse 
laterale und vier submediane Papillen. Der Eingang in das Vestibulum wird 
durch zwei lippenartige, dorsoventrale Wülste verschlossen. Ptechtes Spiculum 
kurz und dick, linkes dünn und viermal länger. Ueber die Schwanzpapillen 
kann ich nichts berichten, da es mir nicht gelingen wollte, den Schwanz auf- 
zurollen. 

Spiroptera papulosa Molin (1. c. p. 929), Taf. XII, Fig. 20; Taf. XIII, 

Fig. 7. 

„ Caput corpore continuum, haud alatum ; os orbiculare, amplum, papil- 
losum; corpus dense plicis cutaneis circularibus transversim crenatum; ex- 
tremitas anterior subito parum attenuata, apice obtusissime roiundato; caudalis 
maris vix inflexa, magis attenuata, apice obtusissime rotundato, aptera, subtus 
seriebus 2 papillarum, singula papillis 9 quarum 7 ante aperturum genitalem ; 
vagina penis crassa, brevis, recurvata, apice obtuso, supra exciso; penis lon- 
gissimus exilis, ßiformis, arcuatus; extremitas caudalis feminae sensim atte- 
nuata, longe conica, apice obtusissime rotundato; anus prominulus, ab apice 
caudali remotus, bilabiatus labiis tumidis; apertura vulvae in anteriori corporis 
parte, prominula, ab ore haud remota. Long. mar. 00S—0'020; crassit 0'0003. 
Long. fem. 015—0 026; crassit 0' 0003 — '0005. u 

Kopf ohne Lippen mit runder Mundöffnung mit wulstigem Rande, zwei 
laterale und vier kleinere submediane Papillen. Der Hals ist mit Stachelkränzen 
geziert, deren jeder einem Cuticularringe entspricht. Die Stacheln sind sehr 
zart und nach hinten gerichtet. Der Schwanz des trägt vier kleine, weit 
nach vorne gerückte präanale (auf Taf. XIII, Fig. 7 konnten nur zwei wieder- 
gegeben werden) und zwei postanale Papillen. Das rechte Spiculum ist sehr 
kurz und breit, mit stumpfer Spitze, das linke sechsmal so lang, dünn, mit 
Flügeln. 

Spiroptera acuminata Molin (1. c. p. 930), Taf. XII, Fig. 18 und 19; 
Taf. XIV, Fig. 18. 

„Caput corpore continuum, haud alatum; os orbiculare papillis cinctum; 
corpus filiforme; extremitas anterior attenuata, apice truncato ; caudalis maris 

25* 



196 



Richard v. Drasch 



arcte spiraliter torta, anfractibus 2 — 3, magis attenuata, apice acuminato, aptera, 
subtus seriebus dudbus 14 papiUarum; quarum 10 ante, 4 post aperturam geni- 
talem; vagina penis brevis, crassa, apice truncato, subtus hamulato; penis 

longus, filiformis, extremitas caudalis feminae Long. mar. 008—0'013; 

crassit 0001-0 0002." 

Kopf ohne Lippen; Mundöffnung fast viereckig, führt in eine geräumige 
Mundkapsel. Am Rande der ersteren findet sich eine aus zehn Zähnen be- 
stehende Lamelle. Von diesen sind die sechs medianen einfach, die vier 
lateralen zweigetheilt. Der Kopf trägt zwei laterale Papillen. Von der Bauch- 
oder Rückenseite gesehen zeigt die Mundkapsel, welche in ein langes Vestibulum 
führt, drei Längsrippen. Ich schliesse daraus, dass die von vorne als Zähne 
erscheinenden Gebilde sich nach hinten in leisten förmige Erhabenheiten der 
Mundkapsel fortsetzen. Am Halse des Wurmes stehen zwei seitliche Stacheln. 
Der flügellose Schwanz ist pfriemenförmig, mit eilf kleinen, konischen, präanalen 
(in der Zeichnung Taf. XIV, Fig. 18 konnten nur sechs angegeben werden) und 
sechs postanalen, ebenso gestalteten Papillen. Der rechte Penis ist gekrümmt, 
dick, mit sehr stumpfer Spitze, der linke dreimal so lang, dünn und geflügelt. 
Diese Art gehört nicht zu Spiroptera, wenn man letztere Art nach dem Vor- 
gange A. Schneider 's durch die Gegenwart von vier präanalen Papillen kenn- 
zeichnet. Die Beschaffenheit des Muskelschlauches (Polymyarier) macht es un- 
möglich, unsere Art etwa zu Atractis, der einzigen unter den Meromyariern 
befindlichen Gattung, welche zwei ungleiche Spicula besitzt, zu zählen. Es 
müssten entweder die Grenzen für Spiroptera weiter gezogen, und damit eines 
der besten Merkmale (der vier präanalen Papillen) aufgegeben oder eine neue 
Gattung errichtet werden. 

Spiroptera excisa Molin (1. c. p. 932), Taf. XI, Fig. 10 und 11 ; Taf. XIV, 

Fig. 6. 

„Caput corpore continuum, liaud alatum; os papillosum, corpus densissime 
ac gracillime transversim striatum, rectum; extremitas anterior vix attenuata, apice 
obtusissimo ; caudalis maris bis spiraliter torta, apice obtusissimo, alis exilissimis; 
nii) ina penis brevis crassa, incurva; penis exilis, longissimus, filiformis, apice 
acutissimo breve alato; caudalis feminae subtus excisa, apice inflexo, obtusissimo; 

anus ad originem excisionis; apertura vulvae Long. mar. 0'014—0'018; 

crassit 0005. Long. fem. 0018-0025; crassit 0006." 

Kopf mit zwei seitlichen wulstigen Lippen und zwei medianen wulstigen 
Interlabialräumen. Jede Lippe ist an ihrem medianen Rande in drei duten- 
förmige, lange Zähne zerschlitzt, welche beiderseitig in einander greifen. Auf 
jedem Zahn befindet sich eine Papille. Ausserdem bemerkt man noch vier 
großse 8ubraediane Papillon. Bei einer Seitenansicht des Kopfes (Taf. XI, Fig. 11) 
erscheinen die Zähne der gegenüberliegenden Lippe als drei Knötchen. Der 
Schwanz deB r/ 1 hat zwei Paare präanaler Papillen. Das vorderste Papillenpaar 
ist ungewöhnlich gross. Ueber dem After liegt eine unpaare Papille. Hinter 



Revision der Original-Exemplare Diesing's and Molin's, 



197 



dem After sitzen zwei Papillen, davon die der Schwanzspitze am nächsten 
liegende sehr gross. Der rechte Penis ist dick, stabförmig. mit knotigem Ende, 
der linke sechsmal so lang, dünn, geflügelt. 

Spiroptera semilunains Molin (1. c. p. 936), Taf. XI, Fig. 23 ; Taf. XIII. 
Fig. 10. 

„Caput corpore continuum, haud alatum; os papillis parvis cinctum; 
corpus densissime ac gracülime transversim striatum; extremitas anterior sensim 
attenuata, apice truncato; caudalis maris semispiralis, apice acutiusculo, alis 
semilunaribus in apice caudali conjunctis, singida post aperturam genitalem 
unicostata; vagina penis longa vix arcuata; penis longissimus, filiformis apice 
cochleariformi acutissimo; extremitas caudalis feminae breve acute conica, 
recia; anus ab apice caudali remotus; apertura vulvae in posteriori corporis 
parte, ano proxima. Long, maris 006; crassit 00015. Long. fem. OOlö—0'Oll '; 
crassit 00004." 

Kopf mit zwei seitlichen rectangulären Lippen, welche an ihrem medianen 
Kande gezackt sind nnd in einander greifen. Vier Paare submedianer Papillen 
am Interlabialranm. Die Lippen enthalten eine rectanguläre Pulpa, welche drei 
kleine Lobnli abgibt, auf denen an der Oberfläche drei kleine Papillen sitzen. 
Die vier Paare submedianer Papillen, sowie der grosse laterale Lobus mit den 
drei Papillen auf den Lippen finden sich constant bei allen zweilippigen Spi- 
ropteren. (Wo ich in der Beschreibung oder Zeichnung nur einfache submediane 
Papillen angegeben habe, dürfte nur die ausserordentliche Zartheit dieser Ge- 
bilde, welche die Beobachtung sehr erschwert, daran Schuld sein.) Der Inter- 
labialranm greift mit einem medianen spitzen Zahn zwischen die beiden Lippen. 
Schwanz des cf mit breiter Bursa. Es sind drei grosse präanale Papillen und 
sechs kleinere postanale Papillen vorhanden. Papille 4, 5 und 6, davon 4 die 
längste, sind rippenförmig. Eechtes Spiculum kurz, mit dickem Ende, linkes 
zweimal so lang, geflügelt. Ausserdem ist noch ein spitzes, accessorisches Organ 
von dunkler Farbe zu beobachten. Auch diese Art müsste, wenn man Schneider 's 
Gattungscharakter festhält, aus den Spiropteren ausgeschieden werden. Die Gegen- 
wart eines accessorischen Organes ist vollends hier eine ganz unerwartete Er- 
scheinung. 

Spiroptera crassicauda Molin (1. c. p. 937), Taf. XIII, Fig. 16. 

„Caput corpore continuum, haud alatum; os magnum, papillis minimis 
.... extremitas caudalis maris bis arcte spiraliter torta, alis conspicuis, 
costatis apice obtuso; vagina penis longa ; penisque longissimus, filiformes, valde 
arcuati u 

Kopf zweilippig, nach Art von Spiroptera semümiaris. Die feineren 
Details sind jedoch der Kleinheit des Kopfes halber nicht zu erkennen. Schwanz 
mit vier präanalen Papillen, welche in zwei Paaren angeordnet sind, und zwei 
postanale Papillen. Rechter Penis kurz, gekrümmt, mit knotiger Spitze, linker 
Penis dünn, fünfmal so lang, geflügelt. 



198 



Richard v. Drasch 



Spiroptera bullosa Molin (1. c. p. 937), Taf. XI, Fig. 24; Taf. XIV, 
Fig. 7 und 8. 

„Caput corpore continuum, haud alatum; os orbiculare, amplum, papillis 
minimis exornatum; corpus äensissime et gracillime transversim striatum; ex- 
tremitas anterior sensim attenuata apice truncato; caudalis maris bulla maxima 
ante aperturam genitalem cutanea inflata; alis amplis costatis, usque ad apicem 
caudalem obtusum extensis; vagina penis brevior, valde arcuata, penisque brevis, 
ftliformis crassi; extremitas caudalis feminae crassa, apice obtusissimo ; anus 
ad apicem caudalem; apertura vulvae in posteriori corporis parte. Long. mar. 
O-OO?— 0-009; crassit 0'0002. Long. fem. 0'008; crassit 0-0003." 

Kopf mit zwei lateralen, nach der Medianebene zu etwas verbreiterten 
Lippen. Vier Paare submedianer Papillen am Interlabialraum, der einen medianen 
Zahn besitzt. Lippen mit breitem Lobus und drei Papillen. In der Medianlinie 
des Kopfes bemerkt man eine spindelförmige Figur, welche der Oeffnung des 
Vestibulum angehört. Der Schwanz des ist äusserst schwer entrollbar; er 
ist von einer breiten Bursa umgeben, deren rechter Flügel bedeutend breiter als 
der linke ist. Es sind zehn Papillen vorhanden; 1 — 5 sind sehr klein und an 
der Schwanzspitze, 6 ist rippenförmig, 7, 8 und 9 stehen auf dreitheiligen Lappen, 
welche sich beiderseits des Afters befinden und die Verlängerung einer von der 
Gegend der rippenförmigen Papille 10 kommenden Hautfalte bilden, welche fast 
bis zur Schwanzspitze zu verfolgen ist. Zwischen der kleinen Papille 5 und 
der Papille 7 wird diese Rinne beiderseits von 11 rectangulären Cuticular- 
schuppen begleitet. Die Papille 10 ist rippenförmig und von 8 durch einen 
grossen Zwischenraum entfernt. Die Spicula konnte ich leider nicht genau beob- 
achten, sie scheinen aber nach Molin's Angabe ungleich zu sein. Die Be- 
schaffenheit des männlichen Schwanzendes ist im höchsten Grade abnorm zu 
nennen; in Schneidert Gattung Filaria passt sie jedenfalls nicht. Die Be- 
schaffenheit der Mundwerkzeuge stimmt übrigens mit der echter Spiropteren 
überein. 

Spiroptera penihamata Molin (1. c. p. 938), Taf. XIII, Fig. 6. 

„Caput corpore continuum, haud alatum; os papillosum .... vagina 
penis longa crassior, arcuata, antrorsum attenuata, apice obtusiusculo, penis 
longissimus, fdiformis, arcuatus, apice acutissime hamuliformis u 

Kopf mit zwei lateralen Lippen wie Sp. bullosa oder semüunaris. Nähere 
Details der Kleinheit halber nicht zu constatiren. Schwanz mit vier präanalen 
Papillen in zwei Paaren und zwei postanalen Papillen. Rechter Penis dick, 
kurz, linker Penis länger und mit Flügeln, die Spitze in Form eines Angelhakens 
wie bei Filaria hamata v. Linstow. 

Spiroptera lanceolata Molin (1. c. p. 940), Taf. XIV, Fig. 9. 

„Caput corpore continuum, haud alatum; os papillosum .... extrcmita» 
caudalis maris rix inflexa, subito attenuata, alis haud longis sed latis, scmi- 
lunaribus, usque ad apicem caudalis extensis, singula papillis fungiforrnibus: 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Moliu\ 



199 



quarum sexta longissima; vagina penis longa cylindrica, crassior; penis lon- 

gissimus, filiformis, apice inflexo, acutissimo lanceolato, alis semilunaribus " 

Der Kopf ist vollkommen gleich dem von Sp. semilunaris, auch der 
Schwanz und die Anordnung und Zahl der Papillen ist mit letzterer Art, wie 
ein Vergleich der Fig. 9 und 10, Taf. XIV leicht zeigt, identisch. Das acces- 
sorische Organ vermisse ich indess. Beide Nematoden stammen aus zwei mit ein- 
ander nahe verwandten Vögeln, Trogon collaris und Crotophaga major; ich zweifle 
also nicht, dass Sp. lanceölata und semilunaris ein und dieselbe Species sind. 

Spiroptera Singular is Molin (1. c. p. 941), Taf. XI, Fig. 12, 13, 14. 

„Caput corpore continuum, haud alatum, os orbiculare, papillosum " 

Kopf mit zwei lateralen, rechteckigen Lippen. Die Lippen reichen nicht 
bis zur Medianebene. Vier submediane Papillenpaare. Lippe mit rechteckigem 
Lobus und drei Papillen. Kein cf 1 vorhanden. 

Spiroptera quadridentata Molin (1. c. p. 941). 

„Caput corpore continuum haud alatum; os papillis 4 minimis denti- 
formibus .... extremitas caudalis maris bis spiraliter torta, alis simplissimis lon- 
gitudinaliter striatis; vagina penis longa, crassior arcuata; penis longissimus 
crassus " 

Kopf mit zwei seitlichen Lippen wie die vorige Art. Kein cT vorhanden. 

Spiroptera conocepfiala Molin (1. c. p. 943), Taf. XII, Fig. 12 und 13. 

„Caput discretum conico truncatum, totum verrucosum; os papillosum ; 
corpus filiforme, densissime ac gracillime transversim striatum; extremitas an- 
terior sensim attenuata; caudalis maris .... feminae sensim attenuata, parum 
inflexa, conica apice obtuso; anus apici caudali proximus; apertura vulvae in 
posteriori corporis parte vix prominula. Long. fem. - 02; crassit O'OOOl." 

Der Kopf von ausserordentlicher Kleinheit und seine nähere Beschaffenheit 
nur mit sehr starken Vergrösserungen und auch dann nicht ganz klar zu er- 
kennen. Es sind zwei kleine Lippen von ovaler Form vorhanden. Im Umkreise 
derselben ist der Vordertheil durch Einschnitte in zwölf Wülste zerlegt, von 
denen die vier breitesten an den Medianseiten liegen. Die submedianen Wülste 
reichen weiter nach hinten, sind durch zwei Querfurchen getheilt und werden 
an den Seiten durch zwei feine Lamellen mit einander verbunden. Es waren 
nur zwei 9 vorhanden, in Folge dessen auch über die Beschaffenheit des männ- 
lichen Schwanzendes nichts zu sagen ist. 

Spiroptera terdentata Molin (]. c. p. 944), Taf. XI, Fig. 25; Taf. XIII, 
Fig. 24. 

„Caput corpore continuum, haud alatum; os orbiculare, amplum dentibus 
parvus tribus, pyramidalibus in triangulum dispositis, apicibus divergentibus 
armatum .... extremitas caudalis maris bis arcte spiraliter torta alis utrinque 
latis, longitudinaliter striatis; vagina penis longa valde arcuata crassa; 
penis . . . .* 

Kopf mit zwei grossen Lippen, welche vorne meisselförmig gestaltet sind. 
Die vier grossen submedianen Papillen mit konischen Stacheln versehen. Lippen 



200 



Richard v. Drasch 



mit grossem, viereckigen Lobus und drei kleinen Lobuli mit Papillen. Schwanz i 
mit vier grossen präanalen und fünf kleineren postanalen Papillen, davon drei I 
sehr kleine in der Nähe der Schwanzspitze. Die beiden Spicula von ungleicher | 

Grösse. 

Spiroptera chrisoptera Molin (1. c. p. 945). 

Ist identisch mit Sp. mediospiralis Molin, welche Art weiter unten be- I 
schrieben wird. 

Spiroptera anilateralis (1. c. p. 945), Taf. XI, Fig. 9; Taf. XIII, Fig. 12. I 
„Caput corpore continuum, haud alatum; os nudum; corpus gracillime I 
transversim striatum, spirale, ala unica lineari, latiuscula, unilaterali; extre- I 
mitas anterior sensim attenuata, apice obtuso; posterior increscens; caudalis $ 
maris semispiralis, apice umbonato, alis latiusculis, septemcostalis ; vagina penis 1 
brevis, crassior, incurva, apice obtusa; penis longissimus filiformis, apice acu- I 
tissimo " 

Kopf mit zwei lateralen, ambossähnlichen Lippen. Der Medianrand der- 
selben gekerbt. Jede Lippe mit grossem Lobus und drei Papillen. Vier grosse 
submediane Papillen. Interlabialraum mit medianem Zahn. Schwanz mit vier i 
präanalen rippenförmigen und sechs postanalen Papillen. 1—4 stehen an 
der Schwanzspitze, 5 und 6 sind rippenförmig. Rechter Penis stumpf und dick, 
linker 2V'2mal so lang, dünn und geflügelt. 

Spiroptera tercostata Molin (1. c. p. 947), Taf. XIII, Fig. 21. 

„Caput corpore continuum, haud alatum; os nudum, orbiculare, parvum; i 
corpus densissime transversim striatum, alis linearibus utrinque, retrorsum 
magis attenuatum .... caudalis maris semispiralis, alis latiusculis, tercostatis, 
apicem caudalem, amplectentibus ; vagina penis . . . . ; penis . . . 

Mund ohne Lippen und Papillen. Ich konnte keine Halsflügel beobachten.) 
Schwanz des mit breiten Flügeln und sehr stumpf. Acht Papillen. Papille 1 
an der Schwanzspitze, kegelförmig, 2 — 5 sehr klein, 6, 7 und 8 gross. Es wollte 
mir leider, wie Mol in, nicht gelingen, die Lage des Afters und die Spicula zu! 
beobachten. Polymyarier. Die Stellung dieses Nematoden bei Spiroptera ist 
zweifelhaft. 

Spiroptera sjHralis Molin (1. c. p. 947), Taf. XIV, Fig. 23. 

„ . . . . Os orbiculare, parvum, nudum .... extremitas caudalis maris 
longe acute conica, anfractibus angustioribus, apice obtuso, utrinque alis linear 
ribus, singula papillis tribus; vagina penis brevissima, linearis, apice incurva, 
penis longissimus, filiformis. u 

Kopf ohne Lippen und Papillen, kein Vestibulum. Der Schwanz des ein- 
zigen von mir untersuchten cT zeigt fünf kleine präanale, unsymmetrische Pa- 
pillen und vier postanale Papillen. Anzahl und Stellung der Papillen stimmt 
mit v. Linstow's Zeichnung (Württemb. naturw. Jahreshefte 1879, Taf. V, 
Fig. 10, ji.:i2G) überein. An meinem Exemplare sind jedoch fünf und nicht viei 
präanale Papillen. 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin'f 



201 



Spiroptera helicina Molin (1. c. p. 948), Taf. XIII, Fig. 23. 

„ . . . . Caput corpore continuum, os orbiculare minimum, nudum . . . • 
extremitas caudalis maris, apice obtusissimo, alis linearibus, exiguis, brevibus 
sed latioribus singula papillis 5 ad aperturam genitalem; vagina penis bre- 
vissima exilissima, vix areuata; penis . . . 

Mund ohne Lippen mit kreisförmiger Mundöffnung und vier submedianen 
Papillen. Schwanz des cT sehr stumpf, geflügelt, mit achtzehn Papillen, wovon 
vier präanal. Die postanalen Papillen sind nicht constant, ja ich habe selbst 
Exemplare mit nur drei präanalen Papillen gefunden. Beide Spicula fast gleich 
lang, sehr kurz, etwas gebogen. 

Spiroptera pistillaris Molin (1. c. p. 955), Taf. XIII, Fig. 17. 

Ist identisch mit der weiter oben beschriebenen Spiroptera circularis. 

Spiroptera brachy Stoma Molin (1. c. p. 955), Taf. XI, Fig. 1, 2, 3, 4; 
Taf. XIII, Fig. 10 und 11. 

„Caput discretum, incrassatum haud alatum; os orbiculare, amplum 
nudum, corpus densissime transversim striatum, utrinque alis tribus linearibus 
striatis, quorum media latiuscula .... extremitas caudalis maris bis spiraliter 
torta, apice obtuso, alis angustis, singula papillis 3 ante aperturam genitalem; 
vagina penis brevis vix incurva, supra sulcata; penis ßliformis, exilissimus, 
longissimus " 

Diese Species ist aufzulassen, da sie mit Kudolfi's Spiroptera lepto- 
cephala, welche später ausführlich von Schneider (Monographie d. Nematoden 
p. 100, Taf. V, Fig. 6 und 7) beschrieben wurde, identisch ist. Die vier sub- 
medianen Doppelpapillen, sowie die zwei lateralen Lobi kommen auch hier wieder 
vor. Die beiden dorsoventralen Zähne sind an den Ecken in zwei lange Zipfel 
ausgezogen, die kleineren Lateralzähne sind an der Spitze gabelig getheilt. Die 
Form dieser Zähne wird erst deutlicher ersichtlich, wenn man sie einzeln aus 
der Mundkapsel herauspräparirt. Am Halse liegen zwei Papillen und dicht hinter 
denselben beginnen zwei laterale Flügel, die jedoch nicht, wie Molin angibt, 
dreitheilig sind. Der Schwanz des den Schneider nicht untersuchte, hat 
vier grosse, rippenförmige präanale Papillen. Die vorderste ist von den übrigen 
durch einen grossen Zwischenraum getrennt. Knapp hinter dem After finden 
sich zwei Papillen. An der Schwanzspitze bemerkt man ein längliches, doppelt 
contourirtes Grübchen, das jederseits von vier sehr kleinen Papillen begleitet 
wird. Die Lage dieses Grübchens entspricht der der Spinndrüsen frei lebender 
Nematoden; indess dürfte dies Organ doch nur als Saugnapf betrachtet werden 
können. Der rechte Penis ist dick, kurz, etwas gebogen, mit knotigem Ende, 
der linke fast zehnmal so lang, dünn und geflügelt. 

Spiroptera brevisubulata Molin (1. c. p. 959). 

„Caput corpore continuum, alis quatuor linearibus, antice rotandatis, 
cruciatim oppositis; os magnum, papillosum .... extremitas caudalis maris bis 
arcte spiraliter torta, subito breve, subulata, apice acuto, aptera, utrinque papillis 
conicis parvis; vagina penis .... penis . . . 

Z. B. Ges. E. XXXIII. Abh. 26 



202 Richard v. Dräsche. 

Mund ohne Lippen mit sechseckiger Oeffnung. Zwei laterale und vier 
submediane Papillen. Von den vier Flügeln am Kopfe, welche Molin beschreibt, 
konnte ich nichts beobachten. Ich finde blos die Cuticula des Wurmes an den 
Seiten zwischen Kopf und zwei lateralen, nach rückwärts gerichteten Stacheln 
blasenförmig abgehoben. Der Schwanz des hat vier präanale und acht(?) 
postanale Papillen. Das rechte Spiculum ist kurz und dick, das linke zweimal 
so lang und dünn. 

Spiroptera unialata Molin (1. c. p. 960), Taf. XI, Fig. 8 ; Taf. XIII, Fig. 2. 

„Caput corpore continuum, haud dlatum, os papillosum; corpus plicis 
transversalibus dense transversim crenatum, dla lineari imica, unilaterali, trans- 
versim striata .... caudalis maris semel spiraliter torta, apice mucronato, 
alis latis; vagina penis crassior, longe arcuata; penis filiformis, longissimus 
incurvus " 

Es ist kein Zweifel, dass diese Art mit Sp. unilateralis identisch ist. Ein 
Blick auf die Fig. 8 und 9, Taf. XI genügt, um sich von der Gleichheit der 
Mundorgane zu überzeugen. Ebenso ist die Stellung und Zahl der Schwanz- 
papillen in beiden Arten dieselbe. Die unpaare Papille über dem After, welche 
bei Sp. unilateralis vorkommt, vermisse ich jedoch hier. 

Spiroptera serpentulus Diesing (1. c. p. 53), Taf. XIII, Fig. 18 und 19. 

„ . . . . Os orbiculare, papillis exiguis .... extremitas caudalis maris 
scwisjnralis, obtusa, alis brevibus, latiusculis, semilunaribus, singula tricostata; 
vagina penis .... penis . . . ." 

Kopf ohne Lippen mit kreisförmiger Mundöffnung und vier Paaren sub- 
medianer, flacher Papillen, kein Vestibulum. Schwanz mit breiten Flügeln, mit 
vier präanalen Papillen und vier bis sechs variablen, sehr kleinen postanalen 
Papillen. In der Gegend der hintersten präanalen Papillen findet sich auf der 
Bursa eine ovale Zeichnung. Oft tritt über dem After noch eine ganz kleine, 
unpaare Papille auf. Die beiden Spicula sind sehr selten sichtbar; sie sind sehr 
kurz und scheinen gleich zu sein. Der Sp. helicina, circularis, serpentulus, 
pistillaris, tercostata und der später zu beschreibenden posthelica sind ein merk- 
würdig stumpfes, wie abgehacktes männliches Schwanzende mit breiten Flügeln 
und zwei sehr kurze, fast gleiche Spicula gemeinsam. Alle zeichnen sich durch 
den Mangel von Lippen und durch die Abwesenheit eines Vestibulums aus. Es 
sind bald zwei, bald vier, bald gar keine präanalen Papillen vorhanden. Die 
postanalen Papillen schwanken bei ein und derselben Art, sowohl ihrer Form 
als ihrer Zahl und Lage nach. Ich würde es für zweckentsprechend halten, 
wenn man die eben aufgezählten Arten unter einem neuen Gattungsnamen von 
Spiroptera trennen würde. 

Spiroptera quadripapUlosa Molin (l. c. p. 964). 

9 Caput corpore continuum, haud alatum, os papillis 4 cruciatim oppo- 
silis, Njjhacricis .... extremitas caudalis maris . . . 

Kopf ohne Uppen mit kreisförmiger Mundöffnung, vier submediane Pa- 
pillen, kein Vestibulum; kein vorhanden. 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin's. 



203 



Spiroptera verrucosa Molin (1. c. p. 964), Taf. 11, Fig. 18, 19 und 20; 
Taf. XIII, Fig. 1. 

„Caput a reliquo corpore discretum, basi coronula verrucarum cincta; 
os papillis magnis 6 . . . . extremitas caudalis maris semel vel bis spirdliter 
torta, apice obtusa, dlis coyispicuis, singula papillis 5, quarum 4 ante, 1 post 
aperturam genitalem; vagina penis longa, arcuata, crassior, apice obtuso ; penis 
lo ngissimus, filiformes u 

Kopf vom Körper deutlich abgesetzt, mit sechs Lippen oder eigentlich 
mit zwei grossen lateralen Lippen, deren jede durch zwei tiefe Einbuchtungen 
in drei blattförmige Lippen zerschlitzt ist. Die sechs Lippen stossen in einer 
geraden dorsoventralen Linie zusammen. Jede der sechs Lippen ist mit einer 
Pulpa mit Papille (?) versehen. Die zwei mittleren oder lateralen Lippentheile 
enthalten noch einen birnförmigen Lobus. Die vier submedianen Papillen sind 
gross und kegelförmig. Jede der beiden grossen Laterallippen wird von einer dicken 
Cuticularschichte umgeben, welche nach hinten den Kopf durch eine quere Falte 
vom übrigen Körper abscheidet. Der Schwanz des cT trägt vier grosse präanale 
und zwei postanale Papillen. Ueber dem After befindet sich eine halbkreis- 
förmige Hautverdickung. Der rechte Penis ist dick, gekrümmt und stumpf, der 
linke spitz, geflügelt und fünfmal länger. 

Spiroptera quadrialata Molin (1. c. p. 965). 

„Caput corpore continuum, haud alatum, os papillosum; corpus alis 
quatuor latis, cruciatim oppositis .... caudalis maris . . . 

Kopf ohne Lippen, mit dreieckiger MundöfFnung, ohne Vestibulum, kein 
cT vorhanden. 

Spiroptera anacanthura Molin (1. c. p. 966), Taf. XIV, Fig. 15 und 16. 

„Caput corpore continuum, alis quatuor oppositis, antice latioribus, 
transversim striatis, marginibus continuis; os orbiculare, magnum circulo du- 
plici 4 papillarum secundarum, anticis majoribus .... extremitas caudalis 
maris semel spirdliter torta, subito longe subulata, apice acuto haud mucronata, 
haud alata, post aperturam genitalem utrinque papillis 5, quarum 3 ad aper- 
turam genitalem; vagina penis monopetdla, crassa brems, recurvata, apice 
obtusissimo supra inciso; penis longus filiformis, apice acutissimo a 

Kopf mit sechs sehr kleinen Hautläppchen um die kreisförmige Mund- 
örfnung (ähnlich wie Oxyuris obesa), vier submediane Papillen, sehr kurzes 
Vestibulum. Der Kopf hat nicht vier Flügeln, wie Molin behauptet, sondern 
zwei voluminöse seitliche, bogenförmig begrenzte Ausbreitungen der Cuticula. 
Der Schwanz ist ungeflügelt und zeigt zwei(?) präanale und eine sehr variable 
Zahl von unsymmetrisch angeordneten postanalen Papillen. Der rechte Penis 
ist dick, kurz, seine Spitzen nachenförmig (Taf. XIV, Fig. 16). Der linke Penis 
ist dünn, geflügelt und fünfmal so lang. Polymyarier. 

Spiroptera mediospiralis Molin (1. c. p. 968), Taf. XII, Fig. 16. 

„Caput tuber culis quatuor cruciatim oppositis, singulus apice aculeatus, 
a corpore discretum, epidermide inflata; os orbiculare, magnum nudum .... 

26* 



204 



Richard v. Drasch 



extremitas caudalis maris ter arcte spiraliter torta; apice obtusissimo, alis 
conspicuis, singula 4 costata; vagina penis .... penis tubulosus, longus 
crassus a 

Kopf mit Mundkapsel, ohne Lippen. Eingang zur Mundhöhle viereckig, 
an den Ecken vier halbkreisförmige Hautläppchen. Etwas weiter nach hinten, 
innerhalb der Mundkapsel, liegen zwei laterale Hautläppchen, ähnlich wie die 
vorigen, und zwei grössere dorsoventrale, meisselförmig gestaltete Zähne. Am 
Kopfe bemerkt man ferner noch zwei laterale Lobi und vier submediane Papillen. 
Am Halse sitzen zwei laterale Papillen und hinter denselben beginnen beiderseits 
drei Seitenflügel, ganz wie sie bei Sp. sexalata weiter unten beschrieben werden. 
Der Schwanz zeigt vier deutliche präanale Papillen; die postanalen zu zählen 
war mir unmöglich, da es mir nicht recht gelingen wollte, das stark ein- 
gewickelte Ende zu entrollen. 

Ueber die Identität von Sp. chrisoptera Molin mit Sp. mediospiralis 
Molin kann kein Zweifel sein. Mundorgane und Schwanz sind völlig gleich; 
auch stammen beide Arten aus Tapirus americanus. 

Spiroptera umbellifera Molin (1. c. p. 968), Taf. XII, Fig. 8 und 9. 

»Caput discetum, aculeis quatuor cruciatim opxoositis, limbo cutaneo 
umbelliformi conjunctis, haud alatum; os papillosum; extremitas caudalis maris 
bis spiraliter torta, alis conspicuis, apicem caudalem obtusum amplectentibus, 
singula papillis 3 post aperturam genitalem ; vagina penis crassior, haud longa 
antice uncinata; penis longus filiformis " 

Kopf mit zwei kleinen lateralen, ovalen Lippen und vier stachelförmigen 
submedianen Papillen. Hinter denselben trifft man vier halbkreisförmige, nach 
hinten gerichtete dünne Läppchen. Je zwei hängen an den Seiten zusammen. 
Noch weiter hinten scheinen sich in gleicher Lage vier kleinere Anhänge zu 
befinden, deren Vorhandensein ich indess nicht mit Bestimmtheit behaupten 
kann. Kein cf mehr vorhanden. 

Spiroptera vulvoinflata Molin (1. c. p. 968), Taf. XII, Fig. 14 und 15; 
Taf. XIV, Fig. 11. 

„Caput discretum, coronula spinulorum brevium, Uorizontalium armatum; 
os papillosum .... extremitas caudalis maris attenuata, apice obtusiusculo , alis 
amplissimis apicem amplectentibus; vagina penis longiuscula, incurva exilisj 
apice obtuso; penis . . . 

Kopf mit sechs kleinen Lippen, deren jede mit einer Papille versehen ist. 
Hinter diesen zwei laterale, vogelschwanzähnlich geformte, nach aussen gerichtete 
dünne Anhänge mit kleinem Lobus. Weiter rückwärts zwei dorsoventrale, bogen- 
förmige, nacli aussen gerichtete zarte Anhänge. Noch weiter nach hinten vien 
Bubmediane, rectanguläre, nach aussen gerichtete und an den Seiten nach unteü 
umgeschlagene Läppchen. Schliesslich folgt noch ein Kranz von zahlreichen! 
nach hinten gerichteten, verschieden grossen Anhängen. Zwischen den dorso- 
ventralen und submedianen Flügeln treten vier grosse, lange, keulenförmige 
Papillen hervor, welche schief nach aussen und vorne sich richten. 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin's. 



205 



Der Schwanz des cT ist mit einer breiten Bursa versehen, deren linker 
Flügel breiter als der rechte ist. Es sind zwölf grosse, rippenförmige Papillen 
vorhanden. Die Abstände der Papillen 1 — 11 sind einander gleich, die Entfernung 
von 11 zu 12 ist doppelt so gross. Zehn Papillen sind präanal, zwei postanal. 
Rechter Penis kurz und stumpf, linker achtmal so lang und spitz mit Flügeln. 

Diese Species gehört nicht zu Spiroptera. Ich möchte sie am liebsten 
wegen der Anordnung ihrer Papillen zu Ancyracantlws Schneider (Monographie 
p. 103) non Diesing stellen. 

Spiroptera coronata Molin (1. c. p. 970), Taf. XII, Fig. 3 und 4. 

„Caput discretum, coronula aculeorum retrorsum versorum armatum; os 
minimum, papillis 2 minimis dentiformibus .... caudalis maris bis arcte spi- 
raliter torta, alis latiusculis costatis; vagina penis brevis crassior, vix incurva; 
penis longus, ftliformis arcuatus." 

Kopf mit ovaler Mundöffnung. Zwei zarte, laterale Lippen, jede aus drei 
Theilen bestehend, von denen die seitlichen kleine Papillen tragen. An den 
Lateralseiten jederseits zwei nach hinten gerichtete Anhänge, deren jeder in 
drei fingerförmige Lappen zerschlitzt ist. Vier submediane Papillen. Schwanz 
des cf 1 unvollständig erhalten. Die Stellung dieses Nematoden im Systeme ist 
leider durch die mangelhafte Kenntniss der Schwanzpapillen unsicher. Sollten 
hier vier präanale Papillen und ungleiche Spicula vorhanden sein, so gehört 
diese Art zu Histiocephalus, mit der die Mundorgane übereinstimmen. 

Spiroptera imbricata Molin (1. c. p. 972), Taf. XI, Fig. 27 ; Taf. XIII, 
Fig. 15. 

„Caput corpore continuum,haud alatum; os papillis duabus conspicuis 
extremita santerior attenuata, apice obtuserotundato, dense transversim annulata, 
seriebus 4 longitudindlibus aculeorum imbricatorum retrorsum versorum cruciatim 
oppositis; extremitas caudalis maris bis spiraliter torta, apice acuto, alis latis 
et longis, gracile costatis; vagina penis brevis, penisque longus exilis, arcuati a 

Kopf mit zwei grossen ovalen, seitlichen Lippen mit je zwei Zähnchen an 
der Medianseite und zwei lateralen Lobi. Interlabialraum wulstig, mit doppeltem 
Contour. Die vier Stachelreihen liegen auf den submedianen Linien. Schwanz 
mit vier rippenförmigen präanalen und fünf rippenförmigen postanalen Papillen. 
Rechter Penis breit und stumpf, linker sechsmal so lang, spitz und geflügelt. 

Spiroptera Vulturis Molin (1. c. p. 976), Taf. XI, Fig. 26. 

Kopf mit sechs — zwei lateralen und vier submedianen — kleinen Lippen. 
In jede derselben erstreckt sich ein grosser, fingerförmiger Lobus. Die sechs- 
eckige Mundöffnung führt in eine Mundkapsel. Kein cT vorhanden. 

Spiroptera inflata Molin (1. c. p. 976). 

* „Caput corpore continuum, epidermide inflata ; corpus densüsime trans- 
versim striatum, retrorsum attenuatum; os dentibus duobus u 

Diese Species ist eine echte Physaloptera, durch die Art ihrer Lippen 
und den eingestülpten Halstheil erkennbar. Mit Phys. acuticauda, die ebenfalls 



206 



Kichard v. Drasch 



in Fdlco unicinctus vorkommt, ist sie nicht identisch, da ihr die drei kleinen 
Zähnchen hinter dem Hauptzahn der Lippe abgehen. Kein vorhanden. 

Spiroptera vulvaria Molin (1. c. p. 978). 

„Caput corpore continuum, haud dlatum; os biläbiatum, labiis conicis 
magnis " 

Die Lippen gleichen vollkommen denen der Dispharagus-Arten. Es war 
nur ein Q vorhanden. 

Spiroptera Anabatis Molin (1. c. p. 979). 

Diese Speeres ist identisch mit der weiter unten angeführten Spiroptera 
erecta Molin. Beide stammen aus nahe mit einander verwandten Wirthen: 
Anabates scandens und Thamnophilus guttatus. 

Spiroptera Turdi Molin (1. c. p. 979), Taf. XII, Fig. 21 und 22. 

„Caput corpore continuum; os papillosum .... extremitas caudalis 
maris . . . .* 

Kopf ohne Lippen, von einem ringförmigen, fünfeckigen Wulste umgehen. 
Mundöffnung rund. Zwei grössere laterale und vier kleinere submediane Papillen 
hinter dem Wulste. Der Kopf hat Aehnlichkeit mit der Zeichnung, welche 
v. Linst ow von der Larve seiner Filaria Turdi aus Turdus iliacus (Troschel's 
Archiv 1877, I, Taf. XII, Fig. 3, p. 173—174) gibt. Die zwei Hervorragungen 
am Kopfe, die v. Li n stow erwähnt und auch zeichnet, dürften unserem Ring- 
wulste entsprechen, v. L instow spricht allerdings in einer späteren Abhandlung 
(Helminthologische Untersuchungen, Württemb. naturw. Jahreshefte 1879, p. 327) 
von einer in Turdus merula gefundenen Filaria Turdi mit drei Lippen. Dies 
kann indess leicht eine Täuschung sein, wie sie bei blosser Betrachtung des 
Kopfes von der Seite wohl vorkommen kann. Ist ja doch die Zeichnung, welche 
v. L in stow (1. c. Taf. V, Fig. 0) von der „dreilippigen" Filaria ascaroides aus 
Cercopithecus mona gibt, mit unserer Figur 22, Taf. XII im höchsten Grade 
ähnlich. 

Spiroptera anolabiata Molin (1. c. p. 981), Taf. XII, Fig. 23. 
„ . . . . Os orbiculare, magnum, papillosum .... extremitas caudalis 
maris . . . .* 

Kopf mit Mundkapsel und sechs kleinen Lippen mit Lobi, ganz ähnlich 
wie Spiroptera Vulturis. Die Lobi sind hier kürzer. Die Cuticularringe haben 
einen nach hinten gerichteten schneidenden Rand. Kein cf vorhanden. 

Spiroptera Phasiani picti Molin (1. c. p. 981), Taf. XI, Fig. 29. 

„Os papillosum." 

Bei sehr starker Vergrößerung sieht man, dass der Mund von drei Lippen 
gebildet wird. Kein cj vorhanden. 

Spiroptera Ardeae Molin (1. c. p. 981), Taf. XI, Fig. 28. 

„ . . . . 0$ nudum .... extremitas caudalis maris . . . 

Kopf fast viereckig, mit ebensolcher MundöfTnung. An den submedianen 
Ecken derselben vier Papillen. Weiter nach hinten vier grosse submediane 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin'ß, 



207 



Papillen mit kegelförmiger Pulpa und zwei flache laterale Papillen. Kein <J' 
vorbanden. 

Spiroptera tenuicauda Molin (1. c. p. 983), Taf. XII, Fig. 17. 

„Caput corpore continuwm, haud dlatum, os orbiculare nudum . . . . 
extremitas cauddlis maris w 

Kopf mit zwei deutlichen Flügeln, ohne Lippen, mit sechseckiger Mund- 
öffnung, zwei laterale und vier submediane konische Papillen. Kein Vestibulum. 
Der Oesophagus endet hinten in einen Bulbus mit Zahnapparat. Kein c? vor- 
handen. Diese Art dürfte kaum zu Spiroptera gehören. Ein Bulbus mit Zähnen 
wurde noch nie in dieser Gattung beobachtet. 

Spiroptera pulchella Molin (1. c. p. 985). 
„ . . . . Os nudum, minimum .... extremitas caudalis maris . . . 
Kopf mit zwei Lippen mit Aussenzahn. Jede Lippe trägt zwei Papillen. 
Kein vorhanden. 

Histiocephalus laticaudatus Diesing (Una monografia del genere 
Histiocephalus estesa del Dr. Eaffaele Mol in. Sitzungsber. d. k. Akad. d. 
Wissensch. XXXIX, 1860, p. 511), Taf. XII, Fig. 1 und 2; Taf. XIV, Fig. 5. 

„Caput corpore continuum, coronula laciniorum apice bicuspidatorum 
cinctum; os quadrilabiatum, labiis cruciatim oppositis, papillaeformibus, conicis, 
conspicuis; corpus leve, utrinaue, retrorsum magis attenuatum, collo coronula 
bulbülorum magnorum cincto; extremitas caudalis maris longitudinaliter spi- 
raliter torta, apice obtusiuscido, alata alis semiovalibus, singida transversim 
undidato-striata,postice papillis 6 clavatis inflexis; vagina penis dipetala, auribus 
fdiformibus, spiraliter tortis, longissimis, apice acutissimis aequalibus . . . ." 

Kopf mit kreisförmiger Mundöffnung und vier kleinen, halbkreisförmig 
begrenzten Lippen. Von den Lippen haben die zwei lateralen einen finger- 
förmigen Lobus und zwei sehr kleine Papillen, vier grosse, submediane Papillen 
mit kegelförmiger Pulpa. Hinter den Lippen befinden sich zwei laterale, mem- 
branöse Anhänge, deren jeder in zehn bis eilf Läppchen zerschlitzt ist. Jeder 
Lappen ist an seinem Ende krebsscherenartig zerspalten. Eine der Scheren 
ist meist noch weiter zerschlitzt. Der Halstheil wird von einem blasig auf- 
getriebenen Mantel umgeben, der in zahlreiche Längsfalten gelegt ist. Das 
Männchen hat eine sehr breite Bursa, vier rippenförmige präanale und zwei 
rippenförmige postanale Papillen. Beide Spicula sind spitz und dünn, doch ist 
das linke zweimal länger. 

Histiocephalus laciniatus Molin (1. c. p. 513), Taf. XII, Fig. 32. 

„Caput discretum, fimbriis exilibus, sed longis retrorsum versis cinctum ; 
os papillosum; extremitas caudalis maris spiraliter torta, alis longissimis, 
aequalibus, singida 24 costata; vagina penis .... penis * 

Kopf mit zwei seitlichen dreieckigen Lippen nach Art der Dispharagus- 
Arten. Jede Lippe trägt einen starken Aussenzahn und zwei kegelförmige, sub- 
mediane Papillen. An den Seiten jeder Lippe finden sich zwei lange, dünne, 



208 



Richard v. Dräsche. 



schmale Anhänge, die mit einer ungeteilten Spitze enden. Der Verdauungs- 
tractus ist ähnlich dem der Dispharagus-Arten. cT war leider keines mehr vor- 
handen. Wenn Molin 's Angabe von vierundzwanzig Papillen sich bestätigen 
sollte, so wäre ich geneigt, diese Species zu Ancyracanthus Schneider (non 
Diesing) zu stellen, mit welcher Art auch die Mundorgane übereinstimmen 
würden. 

Histiocephalus subülatus Molin (1. c. p. 513), Taf. XII, Fig. 5, 6, 7; 
Taf. XIV, Fig. 12. 

„ Caput discretuni, indusio venträli quadricostato, costis e margine indusii 
prominentibus ; os bildbiatum, labiis maximis, dorsali minori; corpus retrorsum 
sensim attenuatum; extremitas caudalis maris subulata, apice acutissimo, geni- 
culato, papüla suctoria maxima ante aperturam genitalem; vaginapenis dipetala 
cruribus longis, crassis, arcuatis, papillis minimis dense obsessis, ex eminentia 
protractilibus " 

Da nur ein cT mit abgebrochener Schwanzspitze vorhanden ist, so konnte 
die Untersuchung dieses Wurmes, der Schonung halber, nicht so ausgeführt 
werden, wie es wünschenswerth gewesen wäre. Immerhin Hess sich leicht con- 
statiren, dass die vorliegende Art weder zu Histiocephalus, noch überhaupt zur 
Familie der Spiruridea gehört. Der Kopf hat drei Lippen nach Art der Asca- 
riden. Die beiden Bauchlippen überragen die Rückenlippe. Die Rückenlippe 
hat einen fast geraden vorderen, etwas in der Mitte gezähnten Rand. An ihren 
Seiten bemerkt man zwei Papillen, welche auf fingerförmigen Lobuli aufsitzen. 
Die beiden grossen Bauchlippen tragen ebenfalls Papillen. Alle drei Lippen 
sind von einem dicken Cuticularmantel umgeben, der nach hinten in acht lange 
Lappen endigt. Vier dieser Lappen gehören der breiten Rückenlippe und je 
zwei den beiden Bauchlippen an. Der Schwanz des (j 71 hat einen sehr mus- 
kulösen Saugnapf mit hornigem Rand, eine vorstülpbare Kloake und zwei fast 
gleiche, stabförmige Spicula mit stumpfer Spitze. Von Papillen konnte ich zwei 
fast präanale, wovon die eine knapp am vorderen Ende des Saugnapfes, und 
eine postanale beobachten. Ich vermuthe jedoch, dass in Wirklichkeit mehr 
Papillen vorhanden sind, da ich, wie schon oben gesagt, nur ein ziemlich schlecht 
erhaltenes Exemplar mit abgebrochener Schwanzspitze zur Verfügung hatte. Ich 
stelle diese Art mit ziemlicher Sicherheit zu Aspidocephalus Diesing (Sechzehn 
Gattungen von Kiemenwürmern. Denkschr. d. k. Akad. d. Wissensch., IX. Bd., 
1855, p. 10, Taf. V, Fig. 1—7). Die Gattung zeichnet sich durch drei Lippen 
mit membranösen Anhängen, durch einen Saugnapf und eine vorstülpbare Kloake 
aus. Die einzige von Diesing beschriebene Art ist Asp. scolcciformis, welche 
drei zweiteilige Anhänge besitzen soll. Die Zeichnungon, welcho vom männ- 
lichen Schwänzende gegeben werden, stimmen sehr mit unserem Wurme überein. 
Leider habe ich die Original-Exemplare von Aspidocephalus scolcciformis ver- 
geblich irn hiesigen Museum gesucht. Sowohl lotzterc Art, als Asp. subülatus 
Ifolin stammen aus Didelphis-Arten. 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin's. 



209 



Dispharagus rectovaginatus Molin 1 ) (Una monagrafia del genere 
Dispharagus dal Dr. Eaffaele Mol in. Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. 
XXXIX, 1860, p. 484), Taf. XII, Fig. 21; Taf. XIV, Fig. 19. 

„ . . . . Os bilabiatum, labiis papillaeformibus conspicuis .... extremitas 
caudalis maris ter arcte spirdliter torta, apice obtuso, alis utrinque conspicuis, 
singula costata costis crassis, brevibus et longis invicem alternantibus, margine 
in funiculum incrassato; vagina penis brevis, conica, recta; penis? . . . 

Zwei dreieckige Seitenlippen mit zahnartiger Spitze, auf jeder Lippe zwei 
Papillen. Cuticularschleifen sehr gewellt, weit nach hinten gehend. Laterale 
Äeste derselben nicht mit einander verbunden. Schwanz mit vier präanalen und 
vier postanalen Papillen. Rechter Penis mit stumpfer Spitze, linker fast zweimal 
so lang, geflügelt. 

Dispharagus longevaginatus Molin (1. c. p. 486), Taf. XIII, Fig. 28 ; 
Taf. XIV, Fig. 25. 

„ Os büabiatum, labiis papillaeformibus, exiguis .... extremitas caudalis 
maris semel spiraliter torta, apice acutiusculo, subtus excavata, alis longis, 
Jatiusculis, singula margine incrassato et ante aperturam genitalem 3 costata; 
vagina penis praelonga, crassior, apice obtusiusculo geniculata; penis longissimus 
filiformis, apice acutissimo u 

Zwei dreieckige Seitenlippen mit zwei Papillen, Cuticularschleifen nicht 
gewellt, weit nach hinten gehend. Schwanz mit vier präanalen und fünf 
postanalen, sehr kleinen Papillen. Rechter Penis kurz und dick, linker sechs- 
bis achtmal so lang, dünn, geflügelt. 

Dispharagus longeomatus Mol in (1. c. p. 489). 

Lippen und Halsschleifen wie die vorige Art, kein vorhanden. 

Dispharagus laticeps Dujardin (1. c. p. 489), Taf. XIV, Fig. 2 und 21. 

An dieser von Schneider (Monographie p. 93, Taf. VI, Fig. 3) schon 
beschriebenen Species bemerkte ich in den Halskrausen eine grosse Anzahl von 
äusserst zarten Papillen. Wenn, was ich für sehr wahrscheinlich halte, die- 
selben Nervenendigungen entsprächen, so wären die Cuticularleisten der Dis- 
pharagus-Arten als eine Art Tastorgan zu betrachten. 

Dispharagus crasissimus Molin (1. c. p. 492). 
Lippen wie bei den Vorhergehenden. Cuticularschlingen gewellt. Kein cf 
vorhanden. 

Dispharagus rectus Molin (1. c. p. 494), Taf. XIV, Fig. 22. 
Lippen wie bei den Vorhergehenden. Cuticularschlingen nicht gewellt, 
vier rippenförmige präanale und sechs postanale Papillen am Schwänze. Papille 1 



J ) Die Gattung Dispharagus iet durch die constante Eildung seiner Lippen sowohl, als durch 
die schleifenförmigen Cuticularfalten am Halse so gut von allen anderen Gattungen unterschieden, 
das8 ich es für unzweckmässig halte, sie, wie Schneider es thut, mit Filaria zu vereinigen. 
Wenn man die Gattung Filaria Schneider zum Range einer Familie erbebt, so reiht sich das durch 
vier präanale Papillen ausgezeichnete Genus Dispharagus sehr gut in dieselbe ein. 
Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 27 



210 



Richard v. Drasch 



nahe an der Schwanzspitze. Rechter Penis kurz, gebogen, stumpf, linker Penis 
viermal so lang, spitz, geflügelt. 

Dispharagus calcaratus Molin (1. c. p. 496), Taf. XII, Fig. 29 und 30; 
Taf. XIV, Fig. 24. 

„ . . . . Os bilabiatum, läbiis papillaeformibus, conspicuis .... extremitas 
caudalis maris? . . . . feminaeconica, apice appendicihorizontali,calcariformi u 

Die Figuren 29 und 30 zeigen die Form der Lippen, Fig. 24 den Sporn 
des Weibchens. Kein vorhanden. 

Dispharagus magnilabiatus Molin (1. c. p. 497); Taf. XIII, Fig. 5. 

„ . . . . Os bilabiatum, labiis papillaeformibus, magnis, antrorsum divari- 
catis .... extremitas caudalis maris bis laxe spiraliter torta, alis amplis et longis 
costatis apicem caudalem obtusum ampleetentibus ; vagina penis crassior, recur- 
vata, longa, apice obtuso; penis crassus, longissimus, utrinque alis linearibus, 
valde arcuatus, apice dilatato u 

Lippen wie die Vorhergehenden. Cuticularschlingen nicht gewellt; Schwanz 
mit vier rippenförmigen präanalen und sieben postanalen Papillen. Papille 1 
sehr klein und fast an der Schwanzspitze. 

Dispharagus echinatus Molin (1. c. p. 499), Taf. XIV, Fig. 13. 

Die schlecht erhaltenen Exemplare zeigten mir vier postanale Papillen 
(präanale?) und einen sehr breiten rechten Penis. Im Uebrigen ist der Be- 
schreibung Molin 's nichts hinzuzufügen. 

Dispharagus mamillaris Molin (1. c. p. 499), Taf. XII, Fig. 27. 

„ . . . . Os bilabiatum, labiis papillaeformibus magnis; extremitas anterior 
sensim attenuata, apice mamillari, plicis exilibus utrinque in funiculos 2 rectos 
inflatis; caudalis maris? <( 

Lippen wie die vorherstehenden Arten; die vier submedianen Cuticular- 
doppelleisten unterscheiden sich einzig von denen der übrigen Dispharagus-Arten 
dadurch, dass sie sich nach hinten allmälig verlieren und sich nicht zu je 
zweien mit einander verbinden. Molin gibt diese Art zu den Species inqui- 
rendae. Ich möchte diese Art indess als einen ganz richtigen Dispharagus 
betrachten, keines vorhanden. 

Cheüospimra posthelica Molin 1 ) (Monografia del genere Spiroptera 
p. 92G), Taf. XII, Fig. 26; Taf. XIII, Fig. 20. 

„Os magnum bilabiatum, labiis maximis, rotundatis, singullum papillis 
fktdbus ... extremitas caudalis maris semispiralis, apice obtuso, aptera, circa 
(iperturam genitalem coronula 8 papillarum conspicuarum ; vagina penis longa, 
crassa antice attenuata, ineurva; penis ipsi aequalis, antice magis ineurvus u 

') Unter <lcr Gattung ('lu i/nspirura begreift D i oh i n ß in seiner Revit*ion alle jene Spiroptoren, 
welche zwei Kippen Wnitzen. Ein frroHBer Theil der früher boNchriohenon Arton würde loml 
Mtrbtff4hAfM \ einige von Di 01 i Hg hinzugezählte Arten müsson aungOKchiedon worden. 



Revision der Original-Exemplare Diesing's und Molin's. 



211 



Kopf ohne Lippen mit grosser, direct in den Oesophagus führenden Mund- 
öffnung. Vier Paare submedianer Papillen. Schwanz des cT mit schmalen 
Flügeln, sehr stumpf. Eine unpaare präanale und drei postanale Papillen. Die 
beiden Spicula kurz und beide gleich lang. Diese Art gehört nicht zur Familie 
der Filarien und ist zur Gruppe der Sp. helicina, wie schon früher erwähnt, 
zu stellen. 

Cheilospirura erecta Molin (1. c. p. 927). 

Zu Molin 's Beschreibung kann ich nichts hinzufügen. Es stand mir 
leider kein mehr zur Disposition. Diese Art ist, wie schon früher erwähnt, 
identisch mit Spiroptera Anabatis Molin. 

Cheilospirura uncinipenis Molin (1. c. p. 928), Taf. XI, Fig. 6, 15 
und 16; Taf. XIII, Fig. 14. 

„ Os bilabiatum, labiis maximis rotundatis .... extremitas caudalis maris 
semel vel bis spiraliter torta, crassa, apice obtuso, alis latissimis apicem cauddlem 
amplectentibus, longissimis, longitudinaliter striatis; vagina penis longa, crassa, 
recta, apice valde uncinato, utrinque alata, alis linearibus ; penis longior, rectus, 
crassior, styloideus, apice acutissimo " 

Kopf mit zwei Seitenlippen von keilförmiger Gestalt. Der der Median- 
linie zugewendete Band der Lippe ist viermal länger als die Basis der Lippe. 
Dieser Eand zerfällt in einen kleinen rechteckigen, mittleren Lappen und zwei 
grosse, geschweifte Seitenflügel; er ist auf der Innenseite mit zarten, sägeartigen 
Zähnchen versehen. In jeder Lippe bemerkt man einen grossen, fast viereckigen 
Mittellobus und drei kleinere, kürzere, nach vorne gerichtete Lobuli. Die zwei 
seitlichen erstrecken sich flügel artig in die Seitentheile der grossen Lippe. Alle 
Lobi zusammengenommen erinnern stark an einen Vogel mit ausgespreizten 
Flügelu. Die Interlabialräume, die von oben gesehen grösstentheils durch die 
Lippenflügel verdeckt sind, tragen einen medianen abgerundeten Mittelzahn und 
vier sehr grosse, submediane Papillen, welche, wie eine Seitenansicht des Kopfes 
zeigt, auf einem grossen, von dem unpaaren Lobus stammenden keulenförmigeu 
Lobus aufsitzen. Der Schwanz trägt eine grosse, breite Bursa und hat vier 
präanale und zwei postanale Papillen, alle gleich gross und rippenförmig. Der 
linke Penis ist etwa viermal länger als der rechte. Eine bedeutende haken- 
förmige Krümmung des rechten Penis, von der Molin spricht, konnte ich nicht 
bemerken. 

Cheilospirura hamulosa Diesing (Mol in 1. c. p. 959), Taf. XII, 
Fig. 24 und 31; Taf. XIV, Fig. 19 und 20. 

„ . . . . Os bilabiatum labiis magnis, mammilaribus ; corpus alis octo lon- 
gitudinalibus, linearibus, serratis, cruciatim oppositis, densissime ac gracillime 
transversim striatum ; extremitas caudalis maris bis spiraliter torta, apice breve 
et obtuse mucronato, alis conspieuis, transversim striatis margine duplici; vagina 
penis brevis, crassissima, vix ineurva, apice subtus exciso; penis longissimus, 
filiformis, gracilis u 

27* 



212 



Richard v. Dräsche. 



Kopf mit zwei grossen seitlichen Lippen in der Form eines gleichseitigen 
Dreieckes. Jede Lippe trägt seitlich zwei Papillen, welche auf konischen Lobuli 
aufsitzen, und einen mittleren fingerförmigen Lobus. Ausser der ungewöhnlichen 
Grösse weichen die Lippen fast in nichts von denen der Dispharagus-Arten ab. 
Die vier submedianen Doppelreihen von merkwürdig gekrümmten Cuticular- 
schuppen beginnen an der Basis der Lippen und erstrecken sich nach hinten 
fast bis zum Schwanzende. Der kleine Eaum zwischen den zwei Theilen einer 
Doppelreihe ist frei von Cuticularringen (Taf. XIV, Fig. 20). Bei einem Quer- 
schnitte durch den Wurm bemerkt man, dass beide Theile einer Schuppen- 
doppelreihe gleich gestaltet sind (Taf. XII, Fig. 24). 

Der Schwanz des besitzt sehr breite, doppelt contourirte Flügeln. Von 
präanalen Papillen konnte ich leider der schlechten Exemplare halber nichts 
mehr beobachten. Postanale Papillen sind vier vorhanden. 1 und 2 sind klein, 
fast an der Spitze, 3 und 4 sind sehr gross und in weitem Abstände von ein- 
ander. Höchst eigenthümlich ist die Form des rechten Penis, die lebhaft an die 
eines Hackmessers erinnert, aber an den von mir untersuchten Exemplaren eben- 
falls nicht ganz erhalten war. Der linke Penis ist sehr dünn und sechsmal so 
lang als der rechte. 

Cheilospirura longestriata Molin (1. c. p. 958), Taf. XI, Fig. 30 
und 31; Taf. XIII, Fig. 13; Taf. XIV, Fig. 26. 

.. Os bilabiatum, labiis maximis rotundatis, nudum .... extremitas caudalis 
maris semispiralis , subtus excavata fovea ampla, alis latis, longitudinaliter 
striatis, papillis fungiformibus exornatis cincta; vagina penis longa, crassior, 
tubularis, apice düatato; penis longissimus, filiformis." 

Kopf mit zwei keilförmigen Seitenlippen, deren medianer Kand an der 
der Mundhöhle zugewandten Seite drei Kerben zeigt, denen an der Aussenseite 
drei spitze Zähne entsprechen. Jede Lippe besitzt einen grossen, unpaaren Lobus 
und drei Papillen. Interlabialräume mit vier submedianen Papillenpaaren und 
einem spitzen Medianzahn. Schwanz mit breiten Flügeln, vier rippenförmigen, 
präanalen Papillen, einer Papille knapp über dem After und zwei postanalen 
Papillen. An der äussersten Schwanzspitze finden sich vier nur bei sehr starker 
Vergrösserung sichtbare Papillen, eine Erscheinung, welche bei den Spiropteren 
sehr oft vorkommt und vielleicht immer, wie bei Sp. brachy Stoma, als Haftorgan 
zu deuten ist. Die Art, welche in Picus grammicus vorkommt, besitzt zwar 
ganz dieselben Mundorgane wie die Würmer aus Picus campcstris und Jumana, 
ist aber nicht spiral gerollt und etwas dicker. Auch zeigt sie eine unpaare 
Papille über dem After und die rechte zweite präanale Papille fehlt constant, 
dafür ist eine unpaare Papille unterhalb des Afters vorhanden. 

Cheilospirura cephaZoptera (l. o. p. 956), Taf. XIV, Fig. 17; Taf. XI, 
Fig. 22. 

„Caput strictura a rcliquo corpore discrctum, alatum alis duabus late- 
ralibus, anticc dilatatis, rotundatis; os magnum bilabiatum, labiis magnis, ro- 
tundatis .... extremitas caudalis maris spiralüer torla, apice acutissimo, aplera, 



Revision der OrigiDal-Exemplare Diesing's und Molin's. 



213 



utrinque serie papülorum 9, quarum 3 ante aperturam genitalem; vagina penis 
brevis crassa, navicularis, apice obtuso, incurva; penis longus, exilis, filiformis, 
armatus u 

Kopf mit Seitenflügeln ohne Lippen, vier submedianen und zwei lateralen 
Papillen, sechseckiger Mundöffnung, welche von einem häutigen Saume umgeben 
ist. Schwanz pfriemenförmig; rechter Penis ganz wie der von Sp. anacantliura 
(Taf. XIV, Fig. 16), linker Penis fünfmal so lang, spitz und geflügelt. Sieben 
präanale kleine Papillen und sechs nicht ganz constante und nicht symmetrische 
postanale Papillen. Polymyarier. Diese Art gehört nicht zu den Spiruridea. 
Sp. spiralis, acuminata, brevipenis, sygmoidea (?), anacanthura und cepha- 
loptera unterscheiden sich von den typischen Spiropteren durch den Mangel 
einer Bursa, durch ein pfriemenförmiges, oxyurisähnliches Schwanzende, durch den 
Mangel an rippenförmigen Papillen. Die Zahl der präanalen Papillen ist nie 
vier (bei Sp. spiralis gibt zwar v. Linstow vier an, ich fand jedoch fünf) und 
meist mehr. Die postanalen Papillen sind wenig constant und oft unsymmetrisch. 
Allen diesen Arten fehlen Lippen. Es ist nicht zu leugnen, dass das männliche 
Schwanzende mit manchen Meromyariern (Nematoxys) eine gewisse Aehnlichkeit 
zeigt. Diese Aehnlichkeit ist jedoch nur oberflächlich, denn die angeführten 
Arten sind alle Polymyarier mit ungleichen' Spicula. So stellt sich auch hier 
das Bedürfniss heraus, den Gattungsbegriff Filaria Schneider zu erweitern oder 
einzelne Gruppen gänzlich abzutrennen. 

Cheirospirura capillaris Molin (Trenta specie di Nematoidi deter- 
minate dal Dr. Eaffaele Molin. Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch. XL, 1860, 
p. 349), Taf. XII, Fig. 37. 

„ . . . . Os bilabiatum, labiis conicis minimis, acideis 4 validis cruciatim 
oppositis retrorsum versis armatum, extremitas caudalis maris? . . . 

Kopf mit zwei seitlichen Lippen mit spitzem Zahn. Jederseits der Lippen 
zwei lanzettförmige Anhänge; kein vorhanden. Der Kopf dieser Species hat 
grosse Aehnlichkeit mit Ancyracanthus longicornis Hempr. u. Ehrbg. (Schneider, 
Monografie p. 104—105, Taf. VI, Fig. 10 a und 105). So lange nichts Näheres 
über die Schwanzpapillen bekannt ist, bleibt die Stellung unserer Art im Systeme 
zweifelhaft. 

PJiysocephalus sexalatus Molin (Una monografia dal genere Spi- 
roptera p. 957), Taf. XII, Fig. 25; Taf. XIV, Fig. 3 und 4. 

„Caput epidermide inflata, tuberculis duobus cutaneis lateralibus a cor- 
pore discretum; os magnum, bilabiatum, labium singulum margine trilobo. Corpus 
subcylindricum, rectum, densissime transversim annidatum; intertia anteriori 
parte utrinque alis tribus linearibus, transversim striatis, media latiuscida .... 
extremitas caudalis maris bis spiraliter torta, alis exiquis apicem amplectentibus ; 
vagina penis brevis, exilis, incurvata, apice acutissimo ; penis longus, filiformis " 



*) Die von Die sing in seiner Revision (p. 686) aufgestellte Gattung Physocephalus muss 
aufgelassen werden. Sie ist auf ganz untergeordnete Merkmale, wie z. B. das Vorhandensein von 
sechs Seitenmemhranen gegründet. 



214 



Richard v. Drasch 



Kopf mit zwei sehr kleinen, dreieckigen Seitenlippen. Hinter den zwei 
lateralen Halspapillen jederseits drei Flügel, von denen der mittlere der breiteste 
ist. Die beiden seitlichen Flügel verbinden sich vor dem mittleren und hinter 
der Halspapille. Bei einem Querschnitte durch den Wurm sieht man, dass die 
die Flügel bildende Cuticula nach innen einen ansehnlichen Zapfen sendet 
(Taf. XIV, Fig. 4). Vestibulum sehr lang und quergeringelt. Schwanz mit vier 
präanalen rippenförmigen Papillen und einer Papille knapp über dem After. 
An der äussersten Schwanzspitze findet man wieder drei sehr kleine Papillen. 
Schneider beschreibt aus Tapirus americanus eine Filaria nitidulans (Mono- 
graphie p. 97—98, Taf. V, Fig. 10 und 11), deren männliches Schwanzende sehr 
der eben beschriebenen Art, welche aus Dicotyles albirostris und Sus scropha 
fera stammt, ähnlich ist, und welche ebenfalls sechs Seitenflügeln besitzt. 



Gelegentlich der Untersuchung der hier erwähnten Nematoden fand ich 
eine bisher noch unbekannte Art, deren Beschreibung hier folgen soll. 

Spiroptera quadrilabiata n. sp. (Taf. XI, Fig. 7 und 17 ; Taf. XIII, 
Fig. 8). Es wurden zwei cf 1 und ein 9 gefunden, und zwar ein in einem 
Fläschchen mit Sp. strongylina R. und Sp. Cesticillus Molin aus Dicotyles 
labiatus, ein Q zusammen mit Sp. acuminata Molin aus Brycon falcatus und 
ein mit Sp. semilunaris Molin aus Trogon collaris. Es ist im hohen Grade 
überraschend, dass ein Wurm drei so verschiedene Wirthe (Säugethier, Vogel 
und Fisch) haben sollte, und neige ich mich der Ansicht zu, dass zwei der 
Würmer durch Zufall in unrechte Gläser kamen, 7 — 8 mm. lang, 9 10 mm - 
lang. Kopf vom übrigen Körper durch eine tiefe Querfalte deutlich abgesetzt. 
Vier grosse deutliche Lippen umgeben die kreisförmige Mundöffnung, welche in 
ein Vestibulum führt. Die zwei medianen Lippen sind fast dreimal breiter als 
die zwei lateralen. Von den lateralen besitzt jede einen grossen, von vorne fast 
kreisförmig erscheinenden Lobus und zwei Papillen. Die medianen Lippen tragen 
an ihren Seiten ebenfalls zwei Papillen. Die einander zugekehrten Papillen 
der lateralen und medianen Lippen sitzen auf zwei zapfenförmigen Pulpafort- 
sätzen, die von gemeinschaftlicher Basis entspringen. Der Schwanz des cT ist 
spiralig eingerollt, mit nicht zu breiten Flügeln. Er trägt vier rippenförraige 
präanale und zwei postanale Papillen, von welch 1 letzteren eine knapp hinter 
dem After, die andere nahe an der Schwanzspitze liegt. Die beiden Spicula 
nind gleich geformt, mit spitzem Ende und geflügelt, doch ist das linke fast 
zweimal länger. 

Eine andere Spiroptera, von der ich jedoch zweifelhaft bin, ob sie noch 
unbekannt ist, fand sich mit Sp. excisa Molin und Disph. longeornatus Molin 
aus Ciconia Maguari. Es waren fünf 9» von denen drei in der Häutung be- 
griffen. Die Geschlechtsorgane mangelten allen. Länge 10 mm., Breite 8 mm. 
DSl noch in der Larvenhaut befindlichen Exemplare zeigten vier submediane 



Revision der Original-Exemplare Diesiug'ß nud Molin's. 



215 



Papillen am Kopf, eine dorsoveutrale Mundspalte und beiderseits derselben drei 
stumpfe Bohrstacheln (Taf. XII, Fig. 35 und 36). Die schon gehäuteten Thiere 
hatten einen Kopf mit zwei lateralen Lippen, von denen jede an der Medianseite 
in drei Theile zerschlitzt war und einen Mittellobus mit drei Papillen trug. 
Die Interlabialräume waren mit Medianzähnen und vier submedianen Papillen 
versehen. Es wäre möglich, dass hier Jugendzustände von Sp. excisa Molin 
oder von Sp. longesubulata Molin (ich kenne diese Art nicht aus eigener An- 
schauung), welch' letztere Art ebenfalls in Ciconia Maguari vorkommt, vorliegen. 

(Fortsetzung folgt.) 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel XI. 

Fig. 1. Spiroptera brachystoma Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 



„ 2. „ „ Vordertheil, der Länge nach halbirt und von 

der Seite gesehen (Vergr. 120). 

„ 3. „ „ Lateralzahn (Vergr. 470). 

„ 4. „ „ Medianzahn (Vergr. 470). 

„5. „ subaequalis Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 

„6. „ uncinipenis Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 

»7. „ quadrilabiata n. sp., Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

»8. „ unialata Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 

»9. „ unilateralis Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

„ 10. „ excisa Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 

„11. „ „ Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 

r 12. „ singularis Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

„13. „ „ Kopf, Lateralansicht (Vergr. 280). 

»14. „ „ Kopf, Medianansicht (Vergr. 280). 

i 15. „ uncinipenis Molin, Kopf, Lateralansicht (Vergr. 280). 

» 16- „ „ Kopf, Medianansicht (Vergr. 120). 

» 17. „ quadrilabiata n. sp., Kopf, Lateralansicht (Vergr. 470). 

18. „ verrucosa Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 

„19. „ „ Kopf, Medianansicht (Vergr. 280). 

»20. „ „ Kopf, Lateralansicht (Vergr. 280). 



„ 21. Disphctragus rectovaginatus Molin,Vordertheil, Lateralansicht (Vergr. 120). 



216 



Richard v. Dräsche. 



Fig. 22. Spiroptera cephäloptera Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

„ 23. „ semilunaris Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

„ 24. „ bullosa Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

„ 25. „ terdeniata Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

.. 26. „ Vulturis Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

„ 27. „ imbricata Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

„ 28. „ Ardeae Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 

„ 29. „ Phasiani picti Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

„ 30. „ longestriata Molin, Kopf, Medianansicht (Vergr. 470). 

„31. „ „ Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 



Tafel XII. 

Fig. 1. Histiocephdlus laticaudatus Diesing, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 



„ 2. „ „ Kopf, Medianansicht (Vergr. 280). 

„ 3. Spiroptera coronata Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 
„4. „ „ Kopf, Lateralansicht (Vergr. 470). 

„ 5. Histiocephalus subulatus Molin, Kopf, Dorsalansicht (Vergr. 280). 
„ 6. „ „ Kopf, Lateralansicht (Vergr. 280). 

„ 7. „ , ; Kopf, Ventralansicht (Vergr. 280). 

„ 8. Spiroptera umbellifera Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 
„ 9. „ „ Kopf, Medianansicht (Vergr. 470). 

„ 10. „ Cesticillus Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 

.. 11. „ „ Kopf, Lateralansicht (Vergr. 280). 

„ 12. „ conocephala Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

„ 13. „ „ Kopf, Lateralansicht (Vergr. 280). 

,. 14. „ vulvoinflata Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

„ 15. „ „ Kopf, Lateralansicht (Vergr. 470). 

„ 16. „ mediospiralis Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 

„ 17. „ tenuicauda Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 

„ 18. „ acuminata Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 470). 

„ 19. „ „ Vordertheil, Medianansicht (Vergr. 280). 

„ 20. „ papillosa Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 
„21. „ Turdi Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 1000). 

, 22. „ „ Kopf, Lateralansicht (Verg. 1000). 

„ 23. „ anolabiata Molin, Kopf, Lateralansicht (Vergr. 280). 

„ 21. „ hamulosa Diesing, Querschnitt durch den Vordertheil 

(Vergr. 280). 

„ 25. „ sexalata Molin, Vordertheil, Medianansicht (Vergr. 120). 

„ 26. „ posthelica Molin, Kopf, Vorderansicht (Vergr. 280). 

v 27. JJisj'haragm mamillaris Molin, Querschnitt durch den Vordertheil 

(Vergr. 280). 

„ 28. „ longcvaginatus Molin, Kopf, Lateralansicht (Vergr. 280). 

„ 29. „ calcaralus Mol in, Kopf, Latcralansicht (Vergr. 280). 



Revision der Origiual-Exemplare Diesing's und Moliu's. 



217 



Fig. 30. Dispharagus cdlcaratus Molin, Kopf, Medianari sieht (Vergr. 280). 

„ 31. Spiroptera hamulosa Diesing, Kopf, Lateralansicht (Vergr. 280). 

„ 32. Histiocephalus laciniatus Molin, Kopf, Lateralansicht (Vergr. 280). 

„ 33. Spiroptera aus Ciconia Maguari, Kopf, Lateralansicht (Vergr. 120). 

„ 34. „ „ „ „ Kopf, Vorderansicht (Vergr. 120). 

„ 35. „ Larve aus Ciconia Maguari, Kopf, Lateralansicht (Vergr. 120). 

„ 36. „ » » » » Kopf, Vorderansicht (Vergr. 120) 

Tafel XIII. 

Fig. 1. Spiroptera verrucosa Molin, cT, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 2. „ unidlata Molin, cT, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 3. „ sygmoidea Molin, tf, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 4. Dispharagus rectovaginatus Molin, tf, Schwanz (Vergr. 120). 

5. „ magnildbiatus Molin, ^T, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 6. Spiroptera peniliamata Molin, cT» Schwanz (Vergr. 120). 

,. 7. „ papillosa Molin, cT, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 8. „ quadrilabiata n. sp., c? 1 , Schwanz (Vergr. 120). 

„ 9. „ subaequalis Molin, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 10. „ braehystoma Molin, tf, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 11. „ „ cT» Haftorgan an der Schwanzspitze (Vergr. 280). 

,,12. „ unilaterdlis Molin, cf, Schwanz (Vergr. 120). 

, ; 13. „ longestriata Molin, c? , Schwanz (Vergr. 60). 

„ 14. „ uncinipenis Molin, cT> Schwanz (Vergr. 30). 

„ 15. „ imbricata Molin, cf , Schwanz (Vergr. 280). 

„ 16. „ crassicauda Molin, tf, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 17. „ pistillaris Molin, cf, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 18 u. 19. „ serpentulus Diesing, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 20. „ posthelica Molin, cf, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 21. „ tercostata Molin, tf, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 22. „ circularis Molin, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 23. „ helicina Molin, cf, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 24. „ tridentata Molin, Schwanz (Vergr. 60). 



Tafel XIV. 

Fig. 1. Spiroptera penihamata Molin, cf , Schwanz (Vergr. 120). 
„2. „ latieeps Dujardin, tf, Schwanz (Vergr. 120). 
„3. „ sexalata Molin, cf > Schwanz (Vergr. 60). 
„4. „ „ Querschnitt durch eine Seitenmembran (Vergr. 280). 

„ 5. Histiocephalus laticaudatus Diesing, cT, Schwanz (Vergr. 120). 

„ 6. Spiroptera excisa Molin, cT» Schwanz (Vergr. 120). 
„ 7. „ bullosa Molin, cf , Schwanz (Vergr. 30). 
„8. „ „ <?, Schwanz (Vergr. 120). 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abb.. 28 



218 Eichard. v. Dräsche. Revision der Original-Exemplare Diesing'6 nnd Molin'B. 



Fig. 9. Spiroptera lanceolata Molin, cT, Schwanz (Vergr. 120). 
„ 10. „ semilunaris Molin, cf, Schwanz (Vergr. 120). 
„ Ii. „ vülvoinflata Molin, tf, Schwanz (Vergr. 120). 
„ 12. Histiocephalus subulatus Molin, cf, Schwanz (Vergr. 60). 
„ 13. Spiroptera echinatus Molin, cf 1 , Schwanz (Vergr. 120). 
„ 14. „ brevipenis Molin, cT, Schwanz (Vergr. 60). 

„15. „ anacanthura Molin, , Schwanz (Vergr. 60). 
„ 16. „ „ Rechtes Spiculum (Vergr. 280). 

„ 17. „ cephäloptera Molin, , Schwanz (Vergr. 120). 
„ 18. „ acuminata Molin, Schwanz (Vergr. 120). 
„19. „ hamulosa Diesing, cT, Schwanz (Vergr. 120). 
„20. „ „ Stück einer Krause (Vergr. 280). 

„ 21. Dispharagus laticeps Dujardin, Vordertheil, Lateralansicht (Vergr. 120). 
„ 22. „ rectus Molin, cT» Schwanz (Vergr. 60). 

„ 23. Spiroptera spiralis Molin, cf, Schwanz (Vergr. 120). 
„ 24. Dispharagus calcaratus Molin, Schwanzspitze des 9 (Vergr. 280). 
„ 25. „ longevaginatus Molin, cT» Schwanz (Vergr. 120). 

„ 26. Spiroptera longestriata Molin aus Picus grammicus, tf, Schwanz 

(Vergr. 60). 



219 



Neuer Beitrag zur Orthopteren -Fauna Tirols mit 
Besehreibung zweier neuer Pezotettix-Arten. 

Von 

Dr. Hermann Krauss in Tübingen. 
(Mit zwei Holzschnitten.) 

(Vorgelegt in der Jahres -Versammlung am 4. April 1883.) 

Der unermüdlichen Thätigkeit mehrerer Tiroler Forscher haben wir es 
zu danken, dass unsere Kenntniss der Orthopterenfauna dieses Landes, ins- 
besondere in der allerneuesten Zeit, wieder um ein Bedeutendes gefördert worden 
ist. Es sind hier vor Allem drei für die Artverbreitung sehr wichtige Publi- 
cationen zu verzeichnen, welche von dieser Thätigkeit beredtes Zeugniss ablegen : 

C. Heller und K. W. v. Dalla Torre, Ueber die Verbreitung der Thier- 
welt im Tiroler Hochgebirge. IL Sitzungsber. d. k. Akad. d. Wissensch., 
Wien, LXXXVI, 1882. Orthoptera p. 8—13. 

K. W. v. Dalla Torre, Beiträge zur Arthropodenfauna Tirols. Ber. d. 
naturw.-med. Ver. Innsbruck XII, 1882. Orthoptera p. 34—41. 

R. Cobelli, Gli Ortotteri genuini del Trentino. Notizie preliminari. 
Rovereto 1883. 

Nichtsdestoweniger bleibt aber der ferneren Forschung sicherlich noch 
ein weites Feld übrig, wofür der Umstand den besten Beweis liefert, dass noch 
immer ganz neue Arten in Tirol aufgefunden werden. 

Die Entdeckung zweier neuer alpiner Pezotettix-Arten, deren Kenntniss 
ich den Herren Prof. C. Heller in Innsbruck und Dr. R. Cobelli in Roveredo 
zu verdanken habe, ist denn auch die Hauptveranlassung zu dieser meiner Arbeit, 

28* 



220 



Dr. Hermann Krause. 



die neben der Beschreibung der neuen Species noch einige nicht unwichtige 
Bemerkungen zu anderen Arten, theils mit Bezug auf die oben citirten Arbeiten, 
theils anschliessend an meine frühere Publication, 1 ) enthält. 

Acridiodea. 

Bmjodema (Oedipoda) tuberculata Fab. 

Nach Leydig 2 ) beruht das von mir 3 ) mitgetheilte Vorkommen dieser 
Art in der Umgebung von Meran, das auch in Brunn er 's „Prodromus" 4 ) über- 
ging, auf einem Irrthum, den die unrichtige Angabe des Fundortes in der 
hiesigen Universitätssammlung veranlasste. Der richtige Fundort ist der Plansee 
bei Reute in Nord-Tirol. Von derselben Localität, sowie auch von Reute selbst, 
erhielt ich neuerdings gleichfalls Exemplare, so dass also ihr Vorkommen in 
Nord -Tirol zweifellos ist. Grab er 5 ) beobachtete die Art in den bairischen 
Alpen auf dem mit Kalkgerölle und zum Theile mit Zwergkiefern bedeckten 
Bette der Riss und Isar (3000 — 4000') im September. Ein weiterer nordalpiner 
Fundort ist Hindelang im bairischen Allgäu (E. Hof mann). 

JPezotettix Salamandra Fisch. 

Nachdem der bisher unter diesem Namen aufgeführte Vezotettix vom 
Monte Baldo von mir als eine neue, von Fischer's P. Salamandra verschiedene 
Art (P. baldensis) erkannt worden ist, so ist diese in wärmeren Gegenden 
Krains, Istriens und Süd-Croatiens hauptsächlich auf Gebüsch vorkommende Art 
aus der Liste der Orthopteren Tirols zu streichen. 

Pczotettiac baldensis n. sp. (Fig. 1). 

Olivaems, pilis raris öbsitus. Antennae caput et pronotum longitudine 
subaequantes vcl his breviores (Q). Costa frontalis obtusa, punctata, 

circa OCeüum subdepressa, haud sulcata, clypeum versus a latere visa intu- 

') H. K riiiiKB, I'.oitrap zur Orthopterenfauna Tirol«. Vcrhandl. d. k. k. zool.-bot. GesellKcbaft 
in Wien, XXIII, 1H7:(, p. 17 — 21, Taf. 1. 

'/ V. Leydig, Uober Verbreitung der Tliioro im KhöngebirKe etc. Verbandl. d. nafc. Ver. 
preuHH. Rheinl. u. W«8tf., 4. F., H. Hd. 1881. Sep.-Abdr. p. 130, Anra. 81. 

»i 1. 0. p. ML 

*) C. Krnnner v. W., 1'rodromuK d. europ. Orthopteren. Leipzig 1882, p. Ifi8. 
*) SitzunjfBber. d. k. Akad. d. WiiMMCll., Wien, LXVJ, 1*72, p. 211. 



Neuer Reitrag zur Orthopterenfauna Tirols. 



221 




mescens. Pronotum in cT cylindricum, subruguloso-punctatum, in Q postice 
subdilatatam, punctatum, margine postico truncato, sulcis transversis sub- 
obsoletis, sulco tertio in tertia parte postica sito, linea media postice distincta, 
lobis deflexis vitta nigra longitudinali ornatis, margine inferiore olivaceo, in- 
terdum purpureo-maculato. Elytra et dlae nullae. Conus prosternalis brevis, 
obtusus. Pectus latum, lobis metasternalibus in utroque sexu distantibus. Pedes 
rufescentes, femora anteriora incrassata cum tibiis purpureo-ferruginea, femora 
postica sordide purpurea vel ölivaceo-rufescentia, sulco inferiore lu- 
tescente, lobis genicularibus supra late nigro-marginatis, tibiae posticae 
rufescentes. Segmentum abdominale primum utrinque tympano oblongo, 
purpureo, nigro-circumdato instructum. Segmenta sequentia dorsalia, 
necnon meso- et metanotum in latere nigro-vittata, 3. ad 7. punctis Flg - 11 
binis, nigris picta, segmenta dorsalia margine postico rufescente vel nigre- 
scente, segmentum ultimum atro-bidentatum, dentibus basi contiguis, sub- 
parallelis; segmenta ventralia cum pectore flavo-viridia. Lamina supraanalis 
utrinque late atra, elongata, trisulcata, sulcis lateralibus incurvis, postice 
acuminata, bituberculata; lamina supraanalis Q elongata, acuminata. Cerci 
subcompressi, apicem versus nigri, leviter incurvi, apice oblique truncati. Lamina 
subgenitalis lata, obtusa, nigro-marginata. Valvulae ovipositoris sinuatae, 
elongatae. 

<? $ 

Long, corporis .... l^O—lfrOmm. 190—22'0mm. 
„ pronoti .... 32— 4'0 „ 4'2— 4'5 „ 

„ femor. pmst. . . 7'5— 9 „ WO— 110 „ 

Pezotettix Salamandra Grab er, Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellschaft XVII, 

1867, p. 271. 

— — — Zeitschr. d. Ferdinandeum, Innsbruck, 1867, p. 273. 

— — Heller und Dalla Torre, 1. c. p. 9 und 13. 

— — Dalla Torre, 1. c. p. 38. 

Steht dem P. Salamandra Fisch, nahe, unterscheidet sich jedoch von 
ihm leicht durch die geringere Grösse, die rothgefärbten Beine, die beinahe 
ungefurchte Stirne, die einander berührenden, parallel verlaufenden Zähnchen 
des letzten Hinterleibssegmentes des , die zugespitzte Supraanalplatte und ganz 
besonders durch die breite und stumpfe Subgenitalplatte des cf . 

Von dem gleichfalls nahestehenden P. pedemontanus Brunn, ist die neue 
Art, abgesehen von der Färbung, durch das Vorhandensein des Tympanum und 
die längeren Cerci unschwer zu unterscheiden. 



222 



Dr. Hermann Krausa. 



Ihre Kenntniss verdanke ich der freundlichen Mittheilung des Herrn 
Prof. Dr. C. Heller in Innsbruck. 

Vorkommen: Monte Baldo, auf den Alpweiden ober S. Giacomo (5000'), 
im August (Graber, Dalla Torre). 




Pezotettix Cobellii n. sp. (Fig. 2). 

? Prasinus. Siccus olivaceo-fuscescens. Antennae capite et pronoto unitis 
breviores. Costa frontalis punctis raris obsita, sulcata, marginibus subpardllelis. 
Pronotum in cylindricum, in Q postice dilatatum, tantum pone sulcum 
tertium punctulatum, margine postico truncato, sulcis transversis anticis vix 
perspicuis, sulco tertio in tertia parte postica sito, linea media postice parum 
distincta, lobis deflexis in vitta fusca, nitida, longitudinali, distincta, in Q 
obsolescente omatis. Elytra et alae nullae. Conus prosternalis in sub- 
acuminatus, in 9 obtusus. Pectus latum, lobis metasternalibus in 
utroque sexu distantibus. Femora anteriora parum incrassata, postica 
gracilia, sulcis superioribus inferioribusque luteo-ferrugineis, tibiae 
posticae lutescentes. Abdomen in antice utrinque fusco-maculatum, 
in Q unicolor, olivaceo-fuscescens vel obscure ferrugineum, venire 
Flg " 2 ' viridi-flavo, segmento primo tympano nullo, segmento ultimo in 
nigro-bidentato, denticulis basi subcontiguis, dein leviter diver gentibus. Lamina 
supraanalis nigro-marginata, postice parum producta, trisulcata, sulco me- 
diano basi tantum bene expresso, postice utrinque carinula brevi recta instructa; 
lamina supraanalis 9 oasi sulcata. Cerci subcompressi, margine superiore 
et apice nigricantes, apice subdilatata, margine superiore rotundata. Lamina 
snh genitalis haud compressa, marginibus rotundatis subincrassatis, postice 
valde acuminata. Valvulae ovipositoris sinuatae. 

e q 

Long, corporis .... 15 0—15bmm. 180— 20 mm. 
„ pronoti . . . . 3'2 „ 3 5— 4 „ 

„ femor. post. . . S'O - 6".5 ,. 100 „ 

Pezotettix Salamandra Cobelli, i. c. p. 15. 

Wie die vorige Art vom Habitus des P. Salamandra Fisch., jedoch un- 
schwer von ihm zu unterscheiden durch den Mangel des Tympanum, die breitere 
HruHt. 10 wie die anders gebildeten Cerci <j" 



Neuer Beitrag zur Orthopterenfauna Tirols. 



223 



Von P. baldensis mihi, mit der sie vielleicht da und dort im Hoch- 
gebirge zusammenlebt, unterscheidet sie sich leicht durch das fehlende Tym- 
panum, die gefurchte Stirne, die Färbung, sowie ganz besonders durch die 
zugespitzte Lamina subgenitalis <j\ 

P. pedemontanus Brunn, und die neue Art haben den Mangel des Tym- 
panum mit einander gemein. Der Unterschied zwischen beiden liegt in der 
Färbung, vor Allem aber in den verschieden gebildeten männlichen Cerci, sowie 
in der Form der Lamina subgenitalis <j\ 

Von meinem verehrten Collegen, Herrn Dr. Ruggero Cobelli in Roveredo, 
dem eifrigen Erforscher des Trentino, entdeckt und mir freundlichst mitgetheilt. 

Vorkommen: Gebirge um Roveredo: Cima Posta, Monte Pasubio 
(6000—7000'), im August und September, am Abhänge des letzteren Berges etwas 
niedriger noch im October (Cobelli i. 1.). 

Locustodea. 

Barbitistes obtusus Targ. 

Von mir Anfangs September beim Bade Ratzes in Süd-Tirol auf Ge- 
büsch, namentlich auf Wachholder, zahlreich aufgefunden und als Odontura 
serricauda Fab. erwähnt. 1 ) Brunner 2 ) führt nur Süd- Tirol im Allgemeinen 
als Fundort an, seine Tiroler Exemplare stammen indessen gleichfalls vom 
obigen Fundorte. (Siehe auch Brunner, Monographie der Phaneropteriden, 
1878, p. 54.) 

Platycleis grisea Fah. 

Hierher stelle ich vorläufig eine 9 Platycleis von Windisch— Matrei — 
Kalserthörl, die ich seinerzeit als PI. stricto, Zell, an n. sp.? bezeichnete, eine 
Bestimmung, die in die Publicationen He Her 's 3 ) und Dalla Torr e 's 4 ) über- 
gegangen ist. Die erneuerte Untersuchung des schlecht erhaltenen Exemplares 
i (dasselbe scheint bald nach der letzten Häutung noch in weichem Zustande in 
Spiritus geworfen worden, zu sein und ist sodann beim Trocknen geschrumpft) 
ergab nun mit Bestimmtheit, dass dasselbe in die Platycleis grisea- Gruppe 

') 1. c. p. 18. 
*) 1. c. p. 269. 
3 ; 1. c. p. 12. 
4 ) 1. c. p. 36. 



224 



Dr. Hermann Kraus b. Neuer Beitrag zur Orthopterenfauna Tirols. 



gehört. Nach der Form der Legescheide, die verlängert und schwach gebogen 
ist, würde sie am besten zu PI. affinis Fieb. passen, doch lässt sich damit der 
alpine Fundort nicht vereinigen. Einstweilen möge sie daher bei PI. grisea Fab., 
dem einzigen bisher bekannten Repräsentanten dieser Gruppe in den Alpen, 
untergebracht sein, bis besser erhaltene Exemplare von derselben Localität die 
sichere Bestimmung ermöglichen. 



225 



Neue Pflanzen Oesterreichs. 

Von 

Dr. Günther Beck. 

(Fortsetzung. ') 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Mai 1883.) 

6. Euphrasia nivalis n. sp. 

Caule humili, simplice rarius pauce et breviter ramoso, crispato-piloso ; 
foliis mediis ovato-ellipticis, in apice öbtusis, in margine 1 — 2 dentatis; bracteis 
majoribus, late ovatis, acute dentatis, glabris. Floribus parvis, supra dense 
subcapituliformiter spicatis bracteisque involucratis ; dentibus calycinis ovato- 
triangularibus, acutis; labio superiore purpurascente galeato lobis rotundatis 
vel subacutis, inferiore albo plus minus violascente, macula aurantiaco basi 
notato; Capsula ovata. 

Habitat catervatim ad nives et in locis calcareis arenosis saxosisque 
regionis dlpinae superioris 1800 — 2050 m. s. m. Legi in Austriae inferioris 
montibus Schneeberg (Ochsenboden 1800 m., Schauer-, Kaiserstein 2050 m.), 
Baxalpe (Heukuppe c. 1900 m.) et in monte Schneealpe Stiriae superioris 
(Arneisbühelalpe) ; certissime etiam in locis aequalibus alpium calcareorum in- 
veniatur. Floret Augusto, Septembro. O 

Wurzel spindelig mit feinen, fädlichen Fasern. Stengel aufrecht oder 
am Grunde aufsteigend, einfach oder im unteren Theile wenig ästig, von an- 
liegenden, krausen Haaren, besonders an den Kanten ziemlich dicht bedeckt, 
2—6 cm. hoch, mit 2—3 Blattpaaren. Unterste Stengelblätter verkehrt 
eiförmig, ganzrandig, sehr klein, die folgenden eiförmig-elliptisch, mit 1—2 
stumpflichen Eandzähnen und einem viel breiteren, abgerundeten Endzahne. 
Deckblätter der oben dichten, kopfigen, unten gelockerten Aehre breit eiförmig, 
in einen kurzen Stiel keilförmig verschmälert, mehrzähnig, mit etwas nach rück- 
wärts gekrümmten, spitzen Zähnen, kahl, oberseits glänzend mit vertieft-rinnigen 
Nerven, etwas fleischig; sie hüllen die Blüthe vollkommen ein und sind grösser, 
namentlich breiter als die Stengelblätter, meist doppelt so lang (bis 10 mm.) als 
breit (bis 7 mm.). Blüthen einzeln in den Deckblattwinkeln (5— 8mm.), kurz 
gestielt. Kelche glockig, bis zur Mitte zweilippig, vierzähnig. Zähne eiförmig 
lanzettlich, am Eande schärflich, gewöhnlich gleichmässig grün gefärbt, so lang 
als die Kapsel. 



J ) Siehe diese Verhandl. 1882, p. 179. 
Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 



29 



226 



Günther Beck. 



Blumenkronen behaart, sanft nach vorwärts gekrümmt, aus röhrigem 
Grunde gegen den Schlund beträchtlich erweitert, zweilippig; Oberlippe helm- 
artig, mit aufgeschlagenen, meist spitzlichen, seltener gerundeten, ganzrandigen, 
noch seltener etwas ausgerandeten Zipfeln; die Unterlippe wagrecht abstehend, 
mit längerem Mittellappen, der gleich, und zwei Seitenlappen, die ungleich 
ausgerandet sind. Die Unterlippe ist weiss oder mehr minder violett überlaufen; 
jeder Zipfel besitzt 2 — 3 dunkelviolette Längsadern, der Mittelzipfel am Grunde 
eine grosse, orangegelbe Makel; die Oberlippe hingegen ist sammt den Zipfeln 
dunkel oder röthlichviolett. Das vordere Paar der gelblichbraunen Antheren spitzt 
sich kurz, das hintere hingegen länger zu. Der Same hat häutige Längsflügeln. 



Um die Unterschiede dieser Art gegen E. salisburgensis Funk klarzu- 
legen, muss ich vorerst erwähnen, dass man von Euphrasia salisburgensis trotz 
vieler Uebergänge zwei Varietäten gut unterscheiden kann, und zwar: 

a. vera, Gaule elongato saepe filiforme, ramosissimo (ad 20 cm. et ultra 
dito); ramis erectis, principali paulum brevioribus; foliis bracteisque lineari- 
lanceolatis, paucidentatis ; floribus remotissimis (cfr. Reich, fil. icon. XX, t. 109, 
fig. IL — E. montana Fries v. curia novit, ed. 2, p. 198 [1828]). 

ß. alpicola. Gaule humili saepe crassiore, simplice vel pauciramoso 
(ut plurimum 10 cm. dito) bracteis latioribus subovatis, spica densiore et breviore. 

(Die Varietät oder Form a ist besonders auf den Kalkbergen in Nieder- 
österreich, wo ich deren Vorkommen eingehender kennen lernen konnte, sehr 
verbreitet und steigt bis etwa 1500 m. an. Von dieser Höhe ab findet man nur 
mehr die Varietät ß, die ich am Wiener Schneeberge bis etwa 1700 m., auf 
der Westseite des Gipfelkammes auch bis 1800 m. Meereshöhe verfolgen konnte. 
Auf der Raxalpe fand ich sie noch bei 1700 m. in der Siebenbrunnwiese, auf 
der Spitze der Voralpe bei 1600 m.) 

Indem mir nun die Hervorhebung der Unterschiede zwischen E. salis- 
burgensis a mit der ihr zukommenden höchst charakteristischen Tracht und der 
E. nivalis erspart bleiben kann, will ich blos die morphologischen Merkmale 
der letzteren gegenüber der Varietät ß erläutern, da man bis jetzt beide nicht 
auseinander zu halten suchte und sie namentlich bezüglich ihrer Abstammung 
in den Kreis inniger Verwandtschaft gehören. 

E. nivalis unterscheidet sich von E. salisburgensis ß. alpicola durch 
den niederen, gedrungenen Wuchs, durch den meist einfachen Stengel, weiters 
durch die viel breiteren, dichtgedrängten Deckblätter mit nicht in eine lange, 
fast borstliche Spitze ausgezogenen, sondern spitzen Zähnen, und nebst der meist 
dunkleren Färbung der Corolle mit spitzlichen Zipfeln der Oberlippe auch noch 
durch die Gestaltung der Kelche und der Kapsel. E. salisburgensis hat nämlich 
bis über die Mitte zweilippige Kelche mit schmal lanzettlichen, an der Spitze 
borstlichen, meist sammt dem Mittelnerve am Rande schwarz gefärbten Zähnen, 
die während der Fruchtreifo häutige Stellen zwischen sich einschliessen. Die 
Kapsel ist länglich, fast dreimal länger als breit (5"5 : 2 mm.), oben stark 



Neue Pflanzen Oesterreichs. 



227 



ausgerandet, schwarzfleckig. Ganz anders bei E. nivalis. Die Zähne des gleich 
grüneD, nicht so tief gespaltenen Kelches sind eiförmig lanzettlich, meist ganz 
grün (es finden sich nur in selteneren Fällen einige schwarze Flecke), während 
die grössere Kapsel mehr eiförmig und nur doppelt so lang als breit (6*5 : 3'5 mm.) 
zu nennen ist. Nach diesen bei umfangreichem Materiale erprobten Merkmalen 
mag es wohl berechtigt sein, E. nivalis von E. salisburgensis abtrennen zu 
dürfen. — Noch sei hinzugefügt, dass sich E. nivalis von der westalpinen 
Euphrasia minima Jacq. durch die viel breiteren, entfernt zähnigen, kahlen 
Deckblätter, längliche, nicht rundliche Blattform, spitzliche, nicht ausgeschweift 
stumpf liche Zipfel der Oberlippe, breite Kapsel und andersgefärbte Blumenkronen 
gut unterscheiden lasse. 

Es dürfte vielleicht von allgemeinerem Interesse sein, hier einige Bemer- 
kungen über die Verbreitung der Euphrasien in den niederösterreichischen Kalk- 
alpen anzuschliessen, um darlegen zu können, welch' wichtiges Hilfsmittel der 
systematischen Botanik nicht nur in der Feststellung der Verbreitung der Arten 
in horizontaler Richtung, sondern auch in der Erforschung ihrer Regionen ge- 
boten wird. Ausser der E. nivalis findet sich auf den höchsten Kuppen unserer 
Kalkalpen ober der Krummholzgrenze nur noch eine sehr charakteristische Art 
vor, die wir wegen der grossen Corollen zu der Gruppe der Euphrasia offtci- 
nalis L. p. p. (E. Bostkoviana Hayne) stellen müssen. Es ist ein Pflänzchen 
von kaum 1 — 3 cm. Länge mit wenigen, grossen Blüthen und stellt uns die 
hochalpine Form der Euphrasia picta Wimmer (E. montana Jord., Euphrasia 
versicolor Haläczy und Braun, Nachtr. zur Flora Niederösterr. p. 113 non Kerner) 
dar. So wie wir aber von den strauchlosen Alpengipfeln in die Krummholzregion 
eintreten, verwandelt sich diese durch verkürzte Vegetationszeit klein bleibende 
und wenig blüthige Pflanze in die kräftigere und reichblüthige Form (ganz ähnlich 
wie man es an der Euphrasia pulchella zur E. versicolor Kern, oder an Gentiana 
obtusifolia Willd. beobachten kann, welche gleich dieser Euphrasia eine herbst- 
blühende Pflanze darstellt), zugleich aber begegnen wir der Euph. stricta Host, 
in ihrer alpinen Form, die sich betreffs der Ausmasse auf gleiche Stufe mit der 
Varietät ß. alpicola der E. salisburgensis stellt und der letztgenannten. Wenn wir 
somit die Reihe der vorkommenden Euphrasien zusammenstellen, so erhalten wir: 
1. E. nivalis, 1800— 2050 m. An vegetationsarmen Stellen; steigt nicht bis zu 

den Gipfeln, wegen ihres Vorkommens an den Schneefeldern, die 

stets etwas tiefer als die Gipfel liegen. 
2a. E. picta Wimm. f. humilis, 1600—2075 m. Besonders in Alpenwiesen bis auf 

die Gipfel. 

3a. E. salisburgensis Funk. f. alpicola, 1500 — 1800 m. An vegetationsarmen 
Stellen, mit ihr auch die Form Euphr. cuprea Jord. 

2b. E. picta Wimm., 1200—1600 m. Besonders in Alpenwiesen, geht in E. offi- 
cinalis L.(erw.) an ihrer unteren Grenze über; findet sich auch in 
den Alpenthälern herabgeschwemmt vor, wie z. B. im Höllenthale 
(c. 500 m.). 

29* 



228 



Günther Beck. Neue Pflanzen Oesterreichs. 



3&. Euph. salisburgensis Funk, vera, Bergregion bis 1500 m. Nebst E. picta die 
häufigste von allen und in ungeheurer Menge, namentlich an stei- 
nigen, sandigen Stellen, in der Krummholzregion meist heerdenweise 
gemengt mit E. picta. 

4. Euph. stricto, Host. (E. officinalis Hayne, E. montana Fries nov. p. 198), 

Ebene bis 1300 m. Die in der Bergregion sehr verbreitete Pflanze 
wird bei Erhöhung des Bodens immer spärlicher. Als auf höchsten 
Standorten beobachtete ich sie auf der Nordseite des Kuhschnee- 
berges, am Lackaboden, im Kaltwassergraben, am Semmering. 

5. Euph. officinalis L. (erw.) (E. Bostkoviana Hayne, E. pratensis Fries), Ebene 

bis 1200 m. Verhält sich wie E. stricta, liebt aber mehr feuchte, 
humöse Stellen und ist ober 1000 m. der seltenste Augentrost. Im 
Schneeberggebiete sah ich sie nur am Lackaboden. 



Nachtrag zu Melampyrum angustissimum. 

Indem ich im Vorjahre bei der genauen Durchforschung des Schneeberg- 
gebietes Gelegenheit hatte, das Melampyrum angustissimum nicht nur an den 
bereits angegebenen, sondern auch an neuen Standorten (im Atlitzgraben, in der 
Thalhofriese, im Krummbachgraben und in der Miesleiten bis zu einer Seehöhe 
von 1000 m.) zu beobachten, bin ich in der Lage, einige ergänzende Bemerkungen 
nachzutragen. 

Melampyrum angustissimum Beck (diese Verhandl. 1882, p. 11) ist kein 
Bastard, sondern eine heerdenweise oft in grosser Menge auftretende Art, welche 
nur im Vergleiche zu der Anzahl der Blüthen nicht reichlich fructificirt. Das 
Merkmal der schmalen, lang zugespitzten Deckblätter ist für die unteren, vier bis 
zehn ersten Blüthenpaare sehr charakteristisch. Neigt jedoch die Pflanze zur 
Fruchtreife, so findet man am Gipfel der Blüthenähre allerdings auch Deckblätter, 
die jenen des M. Bihariense Kerner vom Semmering 1 ) in der kürzeren Zuspitzung 
und daher relativen Breite ähneln. Insoferne aber die oberen Deckblätter der 
Blüthenähre bei allen Melampyrum-Arten Formänderungen gegenüber den un- 
teren besitzen, die namentlich bei der Fruchtreife mit besonderer Auffälligkeit 
hervortreten, darf auf diese letzteren nicht der Schwerpunkt der Unterscheidung 
gelegt werden. 

Die reifen Kapseln des M. angustissimum sind gegen den Grund ver- 
schmälert, oben schief und mehr minder lang gerundet zugespitzt, kürzer oder 
fast so lang als die Kolchzähue, weitmaschig aderig. Die etwas bauchige Röhre 
des Fruchtkelches, welche länger als der bis 4 mm. lange Blüthenstiel, erscheint 
zwischen den grünen, weisslich und krausbehaarten Zahnnerven des Kelches 
durchsichtig häutig. 

•) Ui«He ««inerzeit mir von Diroctor v. Körner als M. Bihariense bezeichnete und unter 
<li<' % in Namen in meiner tabellarischen Uebeniicht der Molampyren (1. o. p. 188) eingeführte Pflanze 
wii<] nach <l<-n neueren Untermic lumpen v. Kerner'o als mit M. Biharienae nicht übereinstimmend 
MgMfhtn und alH M. gftmdiflorum bezeichnet (biehe Schcdac II, p. 1 14, Nr. Gi2<>). 



229 



Zur Pilzflora Niederösterreichs. 

Ton 

Dr. Günther Beck. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Mai 1883.) 

IL 

In der festen Ueberzeugung, dass bei der Vernachlässigung, welche die 
Kenntniss der heimischen Pilze in Niederösterreich erfuhr, jede auch noch so 
kleine mykologische Mittheilung erwünscht sein müsse, erlaube ich mir hiermit 
einen zweiten Beitrag zur Pilzflora Niederösterreichs zu übergeben, welcher meine 
Funde und Beobachtungen an den Brand- und Rostpilzen vielseitig ergänzt, sich 
in weiterer Hinsicht aber auch auf die anderen Basidiomyceten, Askomyceten 
und Myxomyceten erstreckt. 

Soweit die von Dr. Winter herausgegebene Rabenhorst'sche Krypto- 
gamenflora reicht, wurde sie für Terminologie und Artenanordnung benützt; die 
für Niederösterreich neu aufgefundenen Arten (30), sowie neue Nährpflanzen (35) 
bereits bekannter Pilze wurden wie in meinem ersten Beitrage (diese Verhand- 
lungen, XXX, p. 9 [1880]) mit einem Sternchen versehen; die bei den Uredineen 
verwendeten lateinischen Ziffern I, II, III, beziehen sich, wie in Winter 's Pilz- 
flora, auf die Aecidien, Stylo- und Teleutosporen-Formen derselben. 

Ustilagineae. 

Üstüago Ornithogali (Schm. et Kz.). Auf den Blättern von: 

Gagea arvensis Schult., in der Wiener Gegend allgemein verbreitet 

im Frühjahre. 
Gagea pusilla Schult., in Gärten von Währing. 
Gagea stenopetala Rchb., ebendaselbst in Gesellschaft mit Uromyces 

(April). 

üstüago segetum (Bull.). In den Blüthen von: 
Avena sativa L., im Prater, Juli. 

Hordeum distichum L., bei St. Pölten, häufig (im Juni). 
Triticum vulgare L., ebendaselbst. 



230 



Günther Beck. 



Ustilago Caricis (Pers.). In den Blüthen von: 

* Carex glauca Scop., in Wäldern des Gösing bei Ternitz, am Anninger 

(Juni), am Schneeberge in der Nähe des Baumgartnerhauses, circa 

1500 m. (August). 
Carex alba Scop., an Waldrändern auf der Spitze des Gösing bei Ternitz. 
Carex Michelii Host., am Leopoldsberge (Mai). 
Carex püosa Scop., im Walde am Hundheimerberge bei Hainburg (Mai). 

* Carex sempervirens Vill., am Grafensteige auf der Heuplacke des 

Schneeberges, circa 1600 m. (August). 

**Ustilago cingens Beck (Oest. bot. Zeit. 1881, Nr. 10, p. 313). Auf den Blättern 
und Stengeln von: 
Linaria genistifolia Müll., am Leopoldsberge (Juli). 
Ustilago violacea Tulasne. In den Staubbeuteln von: 

Silene inflata Sm., häufig in Wiesen des Parkes bei Stixenstein (Juni), 
bei Unter-Kirchbach (1. Putterlik). 
Ustilago Betonicae Beck. In den Antheren von: 

Betonica Älopeeurus L., in einem Graben ober dem Baumgartner- 
hause am Schneeberge, circa 1700 m., reichlich (August). 
Ustilago utricülosa (Nees). In den Blüthen von: 

Polygonum lapathifolium L., massenhaft auf Brachäckern und wüsten 
Stellen zwischen Neuwaldegg und Salmannsdorf (August). 

* Ustilago Cardui Fisch, v. Waldh. (Winter, Pilze p. 101). In den Köpfchen von: 
** Carduus deflo?-atus L. Am Schneeberge oberhalb des Baumgartner- 
hauses, circa 1550 m., sehr spärlich (August). 

Ustilago Tragopogi pratensis (Pers.). In den Köpfchen von: 

Scorzonera humilis L., in Wiesen unter der Hochramalpe und in der 
Paunzen bei Purkersdorf; in AViesen bei Laab (Mai), bei Neuwaldegg 
(noch im October). 

Schizonella melanogramma (D. C). In den Blättern von: 

**Carex montana L., am Gaisberge bei Petersdorf (Mai). 

Urocystis occulta (Wallr.). In den Blättern von: 

Seeale cereale L., in Kornfeldern auf der Türkenschanze, nicht häufig (Juli). 

Urocystis Filipendulae (Tulasne). Auf: 

' ' Sjdraca UlmariaL.,a,m Dürrenstein bei Lunz, 1. Gangibauer (August). 

Höchst interessant war das Vorkommen dieser Art mit Triphrag- 
mium Ulmariae (Schum.) auf ein und demselben Blatte. Der Brand- 
pilz hatte eine mächtige Anschwellung der Blattspindel zwischen dem 
ersten und zweiten Blattpaare, sowie die der Blattrippe eines der 
Blätter des zweiten Paares verursacht, während der Rostpilz in einem 
dicken Lager an der Blattspindel zwischen dem Endblättchen und dem 
zweiten Blattpaare zu finden war. 



Zur Pilzflora Niederösterreichs. 



231 



Uredineae. 

Uromyces Ficariae (Schuin). 

I. Auf den Blättern von: 

Banunculus ftcaria L., ^ im Laabthale beim rothen Stadl (Mai). 

II. Auf der Spitze des Hermannskogels. 
Uromyces scutellatus (Schrank). 

Spermog.: Auf den Blättern von: 

Euphorbia verrucosa, in Wiesen bei Laab und in der Paunzen bei 
Purkersdorf (Mai). 

Spermog. I, II auf den Blättern von: 

Euphorbia Cyparissias L., am Kalbingberge bei St. Pölten (Juni). 

Es hat mehr Wahrscheinlichkeit für sich, dass das in Gesellschaft 
der Teleutosporen, wenn auch an anderen Pflanzenstengeln gefundene 
Aecidium hierzu gehört und nicht zu U. Pisi. Die Aecidien standen 
auch dichter, hatten einen wenig umgeschlagenen, ganzen Rand und 
waren kleiner als jene des U. Pisi. 

III. Auf Euphorbia Esula L., bei Kaltenleutgeben (Mai), 1. Becke. 
Uromyces Genistae tinctoriae (Pers.). 

IL Auf den Blättern von **Anthyllis alpestris W. K. beim Baumgartner. 
Uromyces Primulae integrifoliae (D. C). 
III. Auf den Blättern von: 

Primula minima L., am Ochsenboden und Kaisersteine des Schnee- 
berges, 1800 — 2000 m. (August). Die Sporen fand ich bei dieser 
Art Mos 22—26 Mikromill. lang, während sie Winter (Pilze p. 151) 
28—40 Mikromill. lang beschreibt. 
Uromyces Scrophulariae (D. C). 
L Auf den Blättern von: 

Verbascum phlomoides L., in der Haide bei Neusiedl am See. 
Uromyces Cacaliae (D. C). 

III. Auf den Blättern von Adenostyles dlpina Bl. et Fing. 

Auf der Raxalpe unterhalb des Gaisloches (Juli); am Schneeberge 
scheint diese Art ziemlich häufig vorzukommen. Zur Ergänzung der 
von Heufler (Oest. bot. Zeit. 1870, p. 66) führe ich noch folgende 
Standorte dieses auffälligen Rostpilzes an: zwischen Krummholz im 
Schneidergraben, circa 1600 m. (September), im unteren Krummbach- 
und Miesleitengraben (Juni). 
* Uromyces Aconiti Lycoctoni (D. C). 
I. Auf den Blättern von: 

Aconitum Lycoctonum L., auf der Raxalpe unterhalb des Gaisloches 
im Krummholze (Juli). 



*> Nach Winter, Pilze p. 162, gehört dieses Aecidium zu U. Poae (Rahenh.). 



232 



Günther Beck. 



Uromyces Phaseoli (Pers.). 

*II, III. Auf den Blättern und Stengeln, selbst auf den Hülsen von: 
Phaseollis vulgaris L., in Feldern am Bisamberge (September). 
Uromyces Trifolii (Alb. et Schw.). 
II. Auf den Blättern von: 

^Trifolium hybridum L., in nassen Wiesen des Gablitzthales (August). 
II, HI. Auf: 

Trifolium montanum L., am Gaisberge bei Petersdorf (Juli). 
Trifolium pratense L., in der Wiener Gegend allgemein verbreitet, 

besonders in Kleefeldern (September, August). 
Trifolium repensL., imPrater, auf den neuen Anschüttungen (September). 
Uromyces Oröbi (Pers.). Auf den Blättern von: 

Vicia Cracca L., II, III, in Feldern bei St. Pölten (Juni). 
Uromyces Pisi (Pers.). 

I. Auf Euphorbia Cyparissias L., am Gaisberge bei Petersdorf (Mai). 
Uromyces Geranii (D. C.). 

*L Auf Geranium pratense L.(?), in Wiesen bei Stettelsdorf. 

Geranium pyrenaicum L., an Dämmen bei Laxenburg, II (Juni). 
*Geranium phaeum L., im botanischen Garten, III (Herbst). 
Puccinia Valantiae (Pers.). Auf: 

Galium Cruciatum (L.), im Krottenbachthale bei Döbling, III (August). 
Puccinia Circaeae Pers. Auf: 

Circaea Lutetiana L., in lichten Wäldern des Troppberges, III (August). 
Puccinia Arenariae (Schum.). Auf: 

Moehringia trinervia L., auf der Nordseite des Schneeberges, circa 

1500 m. hoch, III (September). 
* Stellaria Holostea L., im botanischen Garten, III (October). 
* Puccinia Asteris Duby. Auf den Blättern von: 

Centaurea montana L., Zwischen Krummholz im Gflötz der Raxalpe, 
circa 1800 m., III (August). 
Puccinia Galanthi Unger. 

Ich entdeckte diese seit Unger 's Zeiten verschollene Puccinia 
neuerdings in meinem Garten zu Währing auf Galanthus nivalis L. 
und übersendete deren Beschreibung an Winter, der sie in seiner 
Pilzflora p. 172 reproducirte. 
Puccinia Aegopodii (Schura.). Auf: 

Acgopodium Podagraria L., im Laabthale nächst dem rothen Stadl, 
III (Mai); in den Klosterneuburger Auen sehr häufig, III (Juni). 
*Puccinia Morthicri Körn. Auf: 

Geranium silvaticum L., im Saugrabon des Schneeberges, circa 1500 m. 
hoch, III (August). Die Länge der Sporen fand ich durchwegs geringer, 
als Winter (Pilzflora p. 175) angibt, nämlich 3G— 40 Mikromill. 
ohne Stiel. 



Zur Pilzflora Niederösterreichs. 



233 



Puccinia Phragmitis (Schurn.). Auf: 

Phragmitis communis L., und zwar auf den lebenden Blättern massen- 
haft in der Nähe des Lagerhauses im Prater, während Puccinia 
Magnusiana Körn, später an den dürren Blättern erscheint. 

Puccinia Veratri Niesl. Auf: 

Veratrum album L., in Wiesen oberhalb des Baumgartnerhauses am 
Schneeberge, circa 1600 m. hoch, III (August). 

Puccinia Pölygoni Alb. et Schw. Auf den Stengeln und Blättern von: 

Pölygonum Convolvulus L., in Holzschlägen am Bisamberge, III (Sep- 
tember). 

*Polygonum lapathifolium L., am Neusiedlersee bei Goysz, III (August). 
Puccinia Vincae (D. C). 

Höhnel entdeckte diesen Rostpilz am Bisamberge auf Vinca her- 
bacea W. K. im Mai, am reichlichsten fructificirt er aber im Spätherbste, 
und zwar als II und III. 

Puccinia suaveolens (Pers.). Auf: 

Cirsium arvense L., in Feldern bei St. Pölten sehr häufig, II.; in 
Holzschlägen am Gösing, II (Juni). 

Puccinia bullata (Pers). Auf: 

Peacedanum Cervaria L., am Südhange des Bisamberges häufig, III 
(September); am Eichkogel, II. III (August); im Pötzleinsdorfer 
Parke, III (September). 

Puccinia Falcariae (Pers.). Auf: 

Fdlcaria Bivini Host., im Marchfelde bei Breitensee, I (Mai). 
Puccinia fusca (Reih.). Auf: 

Anemone ranuncuhides L., am Hermannskogel, I (Mai). 

Anemone nemorosa L., an Waldrändern des Gablitzthales, III (Mai). 

Puccinia Porri Sow. Auf: 

Allium sp., im Laabthale beim rothen Stadl, I (Mai). 

Puccinia Thesii (Desv.). Auf: 

Thesium linophyllum L., in Wiesen bei Laab, I (Mai) ; am Lusthaus- 
berge bei Vöslau, I (Juni). 

Puccinia Soldanellae (D. C). Auf: 

Soldanella alpina L., am Plateau der Raxalpe nicht selten, I (August); 
auf einigen vom Göller stammenden Exemplaren im botanischen 
Garten; am Schneeberge, I, an einzelnen Stellen des Ochsenbodens 
bis auf dem Gipfel in grosser Menge (August). 

*Soldanella pusilla Baumg., ebendaselbst, aber seltener. 

Z. B. Gee. B. XXXIII. Abb. 30 



234 



Günther Beck. 



Puccinia öbtusa Schrot. Auf: 

Salvia verticillata, an steinigen Abhängen bei Neustift am Walde, 
II, III (October). 

Puccinia Menthae Pers. Auf: 

^Mentha aquatica L., am Bisamberge, II, III, nicht selten (September). 
*Mentlm arvensis L., am Walle bei Parndorf, II (August). 

Puccinia flosculosorum (Alb. et Schw.). Auf: 

Cirsium canum M. B., am Schaf berge bei Dornbach, II (September); 

in nassen Wiesen bei der Hochrahmalpe nächst Purkersdorf, I (Mai). 
Cirsium lanceölatum L., am Dreimarkstein, III (October). 
* Cirsium pannonicum Gaud., am Schaf berge bei Dornbach, II (Juli). 
Carduus crispus L., am Bisamberge in Holzschlägen häufig, II, III, 

auch Mesosporen (September). 
^Carduus defloratus L., zwischen Krummholz am Schneeberge nächst 

dem Baumgartner, circa 1550 m., II, III (August). 
Hieracium boreale Fr., im Walde am Troppberge, II, III (August). 
Hieracium murorum L.(?), am Schneeberge im Saugraben, circa 

1500 m., II, III (August). 
Serratula heterophylla Desf., auf den Wiesen zwischen Münchendorf 

und Laxenburg, wo Prof. Kornhuber diesen Pilz in III auffand, 

massenhaft, II, III (Juni). 
Crepis blattarioides Vill., zwischen Krummholz am Emmysteige ober 

dem Baumgartnerhause am Schneeberge, circa 1600 m. hoch, II, 

III (August). 

Puccinia Centaureae Mart. Auf: 

Centaurea Scabiosa L., in Wiesen am Freiberge bei Kritzendorf, I 
(Mai); am Gaisberge bei Petersdorf, II (Juni); auf der Türken- 
schanze, III (October). 
* Centaurea rhenana Boreau (C. paniculata Jacq.), an überwinterten 
Stengeln auf der Türkenschanze (März). 

Puccinia Prenanthis (Pers.). Auf: 

Lactuca muralis L., im Krummbachgraben des Schneeberges, I (Mai). 
Puccinia Tragopoyi (Pers). Auf: 

Tragojiogon orientalis L., in Wiesen bei Laab, bei der Hochrahmalpe 
nächst Purkersdorf, am Bisamberge, I (Mai). 

Puccinia Tanaceti D. C. Auf: 

*Tanacetum corymbosum L., am Schneeborge auf dem Sattel zwischen 
Mißleiten und Krummbachgraben, JI (Juni); am Alpeleck, circa 
L850m. hoch, III (August). 



Zur Pilzflora Niederosterreichs. 



235 



Puccinia Gdlii (Pers.). Auf: 

Galium verum L., in den Donauauen, im Prater nicht selten, III. 
Galium Mollugo L., am Dreimarkstein bei Neustift am Walde, III 
(October). 

Galium süvaticum L., in Holzschlägen nächst dem Holländerdörfel 

bei Neuwaldegg häufig, II, III (August). 
*Asperula Neüreichii Beck, auf der ßaxalpe in der Preinerschütt, 

circa 1650 m. hoch, III (Juli). 

Puccinia Pimpinellae (Strauss.). Auf: 

*PimpineUa alpina Wulf., auf der Raxalpe in der Preinerschütt, circa 

1700 m., I (Juli); im Saugraben des Schneeberges, II, III (August). 
Pimpinella magna L., am Schneeberge, zwischen Krummholz am 

Emmysteige nicht selten, III, circa 1600 m. (August); am Eichkogel, 

II (Mai). 

Auf Siler trilöbum Crantz fand ich voriges Jahr Teleutosporen, 
die dicht mit flachen Warzen bedeckt waren, während die Stylosporen 
von ziemlich dicker, aussen feinstacheliger Membran umhüllt wurden. 

Puccinia Adoxae D. C. 

Das Aecidium dieses Eostpilzes übertrug ich in reichlicher Ent- 
wicklung auf mehrere Mutterpflanzen in meinem Garten, fand aber 
im Laufe des Sommers an diesen keine weiteren Entwicklungsstadien. 
Das Aecidium befällt nicht nur alle vegetativen Theile der Adoxa, 
sondern auch Kelchblätter und selbst Staubfäden, um daselbst oft 
merkwürdige Deformationen zu verursachen. 

Puccinia Epilobii tetragoni (D. C). Auf: 

Epilobium hirsutum L., bei der Schafbergrestauration nächst Dorn- 
bach, II, III (October). 
Puccinia Süenes Schrot. (?) Auf: 

Silene inflata Sm., am Bahndamme bei St. Pölten, I (Juni); am 
Schneeberge zwischen Miesleiten und Krummbachgraben, I (Juli). 
Puccinia Violae (Schum.). Auf: 

* Viola ambigua W. K., am Bisamberge, I (Mai). 
Viola hirta L., am Gaisberge, I, im Mai sehr häufig; bei dem Hasch- 
hofe nächst Kierling, I (Mai). 
Viola silvestris Lam., in Thalschluchten beim weissen Hofe nächst 
Kierling, I (Mai); im Walde am Troppberge, II (August). 
Puccinia graminis Pers. Auf: 

-Bromus sterilis L., bei Atzenbrugg, leg. Hanaus ek, III (August). 
■Elymus europaeus L., um Wien, HI, leg. Koväts exsicc. Nr. 699. 
Calamagrostis Epigeios Roth, am Dreimarksteine bei Neustift am 

Walde, III (October). 
*Poa nemoralis L., am Bisamberge, III (September). 

30* 



236 



Günther Beck. 



Puccinia Bubigo-vera (D. C). Auf: 

Nonnea palla L., am Wagram bei Stettelsdorf, I (April). 
Symphytum tuberosum L., in der Thalhofriese am Schneeberge (Sommer). 
Symphytum officinale L., um St. Pölten häufig (Juni). 

Puccinia coronata Corda. Auf: 

Bhamnus cathartica L., bei Münchendorf, I (Juni). 

Avena sativa L., bei dem Lagerhause im Prater, III (September). 

*Hordeum vulgare L., im Krottenbach thale, III (November). 

Puccinia Poarum Niels. 

I. Auf Tussilago Farfara L., im grossen und Meinen Höllenthale bei 
Reichenau häufig, im Krummbachgraben in der Krummholzregion, 
1200 m. hoch, am Bisamberge. 

* Triphragmium Ulmariae (Schum.). Auf: 

Spiraea Ulmaria L., am Dürrenstein bei Lunz, 1. Gangibauer 
(August), II, III, in ein und demselben Lager, das die Blattrippe 
mächtig anschwellte, zugleich mit Urocystis Filipendulae (Tulasne). 

'^Phragmiäium Bosae alpinae D. C. Auf: 

Mosa alpina L., I— III, am Schneeberge bis 1600 m. häufig; am Alpeleck, 
Emmysteige, im Saugraben, am Kuhschneeberge (Juli bis September). 

Phragmiäium Fragariae (D. C). Auf: 

Poterium Sanguisorba L., am Bahndamme bei St. Pölten, II (Juni). 

Phragmiäium subcorticium (Schrank). Auf: 

Posa sp., am Haglersberge bei Goysz, II, III (August); auf verschiedenen 
cultivirten Rosen bei Atzenbrugg, II, III, leg. Hanausek (Juli). 

Phragmiäium violaceum (Schultz). Auf: 

*Rubus bifrons Vest., am Dreimarksteine, I (Sommer). 

Phragmiäium Rubi Idaei (Pers.), in Gärten der unteren Stadt Klosterneuburg, 
I (Juni). 

Melampsora Salicis capreae (Pers.). Auf: 

Salix purpurea L., am Nordabhange des Kuhschneeberges, etwa 1200 m. 
hoch, II (September). 

* Salix amygdalina L., bei der Militärschiessstätte im Prater, II, so- 

wohl auf den Blättern als an den Früchten (September). 

* Salix retusaL., am Ochsenboden des Schneeberges nicht selten, II, 

III (Juli, August). 
*Salix incana L., in den Donauauen bei Stadlau, II (September). 

Melampsora Helioscopiae (Pers.). Auf: 

Euphorbia dulcis L., am Dreimarksteine, im Höllenthale zwischen dem 
Kaiserbrunn und dem grossen Höllenthale, II, III (Sommer). 



Zur Pilzflora Niederösterreichs. 



237 



Coleosporium Euphrasiae (Schum.). Auf : 

**Euphrasia stricto, Host., am Hameau und in Waldwiesen bei Neu- 

waldegg, II (October). 
Bhinanthus major L. und Bh. Alectorolophus L. in Feldern bei 
St. Pölten, II (Juni). 
Coleosporium Campanulae (Pers.). Auf: 

Campanula Trachelium L., am Bisamberge (August). 
Campanula Rapunculoides L., am Bisamberge, II, III (September). 
*Phyteuma orbiculare L., am Gaisberge gegen Petersdorf, II, III (Juli). 
Coleosporium Sonchi arvensis (Pers.). Auf: 

Tussilago Farfara L., bei Neusiedl am See, II (August); bei Neu- 

waldegg häufig (August). 
Petasites niveus L., am Schlangenwege der Raxalpe und in der Preiner- 
schütt, II (Juli). 

Adenostyles albifrons Rchb., in der Bocksgrube und überhaupt in der 
Krummholzregion des Schneeberges nicht selten, II, III (August). 

Adenostyles dlpina B. et F., auf der Raxalpe wie am Schneeberge überall 
häufig. 

Senecio nemorensis L., in der Bocksgrube und auf der Nordseite des 
Schneeberges, II, III (August). 
Chrysomyxa Abietis (Wallr.). Auf: 

Pinus Abies L., am Freiberge bei Kritzendorf (Mai). 
Chrysomyxa Rhododendri (D. C). 

I. Auf: Pinus Abies L., massenhaft in der obersten Waldregion des Schnee- 
berges, ebenso am Kuhschneeberge, ganze Bäume gelb färbend 
(September). 
Uredo Symphyti (D. C). Auf: 

Symphytum officinale L., bei Giesshübl (1. Dr. C. Richter). 
Symphytum tuberosum L., am Bisamberge, im Laabthale beim rothen 
Stadl, in Waldschluchten bei Kierling (Mai). 
Aecidium Orchidearum Desm. auf Ophrys aranifera Huds. (Zur Pilzflora 
Nied.-Oesterr., Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellschaft 1880, p. 28) 
ist richtiger Caeoma Orchidis (Alb. et Schw.). 
Aecidium elatinum Alb. et Schw. Auf: 

Pinus Picea L., bei Rekawinkel (Juni). 
Aecidium Banunculacearum D. C. Auf: 

*Banunculus auricomus L., in Wiesen bei Laab (Mai). 
Aecidium Clematidis D. C. Auf: 

Clematis recta L., zwischen Klosterneuburg und Kritzendorf (Juni). 
**Clematis integrifolia L., bei Engelhartsstetten im Marchfelde (Mai). 
Aecidium penicillatum (Müll.) Auf: 

Pyrus Malus L., in Gärten von Währing (Herbst). 



238 



Günther Beck. 



Tremellinei. 

*Dacrymyces fragiformis (Pers.), auf feuchten Brettern in Gärten und auf 
Schindeldächern von Währing (Spätherbst und Frühjahr). 

Bacrymyces deliquescens (Bulliard), sehr häufig, auf Planken und alten Brettern 
in Gärten von Währing, je nach den Feuchtigkeitsverhältnissen im 
Spätherbste und Frühjahre, an der Thiergartenplanke im Prater, 
an Bretterzäunen bei Neuwaldegg, wahrscheinlich allgemein ver- 
breitet. 

Auricularia sanibucina Mari, auf einem Laubholzstumpfe im Krottenbachthale 
bei Döbling, auf Hollunderstämmen in Gärten von Währing, häufig 
im Prater, bei Neuwaldegg, im botanischen Garten (Herbst). 

Auricularia mesentherica (Dicks.), auf faulenden Buchenstämmen am Leopolds- 
berge, auf Laubholzstämmen im Prater, im botanischen Garten, 
im Halterthale, am Sauberge und Hermannskogel, wahrscheinlich 
überall verbreitet (Herbst). 

* Exidia plicata Klotzsch., auf der Schnittfläche eines alten Eichenstrunkes bei 
Neuwaldegg (April). 

Hymenomycetes. 

Ciavaria pistülaris L., in schattigen Laubwäldern der Umgegend von Dornbach 
und Neuwaldegg, insbesondere am Heuberge massenhaft (October). 

Ciavaria cinerea Bulliard, im Buchenwalde am Schaf berge bei Neuwaldegg zer- 
streut (October). 

*Clavaria inaequalis Müll., in trockenen Wiesen am Heuberge bei Dörnbach 
(October). 

Ciavaria cristata (Holmsk.), auf blosser Erde, häufig in Laubwäldern am Heu- 
und Schaf berge bei Neuwaldegg (October), daselbst auch die *var. 
trichopus Pers. und eine fast einfache Form. 

Exobasidium Vaccinii Koron., auf den Stengeln, Blatt- und Blüthenstielen von: 
Rhododendron hirsutam L. häufig, und auf 
*li1iod. ferriigincum L., seltener am Nordabhange des Schneeberges, 
besonders zwischen der breiten Ries und dem Schneidorgraben 

(September). 

*Cratercllu8 2'UHÜliis Fries, auf Erde in Laubwäldern am Heuberge bei Dornbach. 
Cratercllus comucopioidcs (L.), sehr häufig in allen Laubwäldern um Dornbach 

und Neuwaldegg (September, October). 
* Corticium anthochroum (Pers.)V, am Dreimarksteine (März). 



Zur Pilzflora Niederösterreichs. 



239 



*CorUeium quercinum (Pcrs.), auf Eichenstrünken bei Neuwaldegg (April). 

Stereum hirsutum Willd., am Heuberge bei Dornbach und bei Neuwaldegg auf 
Laubholzstrünken sehr verbreitet ; auf Buchenstämmen am Kahlen- 
berge, im Krottenbachthale bei Döbling, überhaupt in der Wiener 
Umgegend häufig. 

Stereum purpureum Pers., am Heuberge bei Dornbach auf dürren Stengeln 
(October). Auf Laubholzstrünken im Krottenbachthale bei Döbling, 
auf Schwarzpappelstöcken im Prater. 

Hydnum repandum L., in den Wäldern um Dornbach und Neuwaldegg sehr 
häufig (October). 

Hydnum coralloides Scop., auf Fasshölzern in Kellern von Währing (Herbst). 

Daedalea unicolor (Bull.), am Leopoldsberge (September), auf Laubholzstrünken 
bei Neuwaldegg. 

*Daedalea cinerea Fr., auf Laubholzstrünken im Prater nächst dem Lusthause. 

Daedalea quercina L., an Pfählen am Troppberge. Eine forma pileo hirsuto 
auf modernden Buchenstämmen am Leopoldsberge (September). 

Daedalea Poetschii Schulzer, an Bretterplanken nächst der Sternwarte auf der 
Türkenschanze. 

Trameies suaveölens L., im Krottenbachthale bei Döbling, im Prater. 

Polyporus versicolor (L.), auf der Türkenschanze, bei Döbling, am Heuberge 
bei Dornbach, wahrscheinlich überall, nicht selten (October); die 
var. fuscatus in Holzschlägen am Lackaboden (August). 

Polyporus zonatus (Nees), auf Laubholzstrünken im Prater. 

Polyporus hirsutus (Schrad.), auf dürren Aesten von Pinus Mughus bei dem 
Gaisloche auf der Kaxalpe, circa 1200 m. ; auf einem Thuyastumpfe 
im botanischen Garten. 

Polyporus Ribis (Schum.), auf Eibes rubrum und B. Grossularia, sehr schädlich 
auftretend in Gärten von Währing; auch bei Klosterneuburg (Herbst). 

Polyporus igniarius (L.), auf Prunusstämmen in Gärten von Wien und Währing; 
auf Weiden im Krottenbachthale bei Döbling gegen Neustift. 

^Polyporus Evonymi Kalchbr., im botanischen Garten (März). 

Polyporus adustus (Willd.), auf Buchenstämmen am Leopoldsberge (September). 

*Cantharellus cinereus Fr., in Buchenwäldern bei Neuwaldegg, nicht häufig (Oc- 
tober); auf Erde am Schaf berge (September). 

*Marasmius (Collybia) globularis Fz., im Walde bei Dornbach auf Laub, nicht 
selten (October). 

Russida aurora Krombh., am Schafberge bei Neuwaldegg (October). 



240 



Günther Beck. 



*Russtila virescens (Schaeff.)., im Walde bei Neuwaldegg (October). 
^Lactarius pallidus (Pers.), am Schaf berge bei Neuwaldegg. 
Lactarius piperatus (Scop.), am Heuberge im October häufig. 
Lactarius vellereus Fr., am Heuberge im October häufig. 
Lactarius deliciosus (L.), bei Neuwaldegg, nicht häufig. 

Lactarius torminosus (Schaeff.), in trockenen Föhrenwäldern bei Neuwaldegg 

und am Hameau (Herbst). 
*Hygropliorus melizeus Fr., im Walde am Heu- und Schaf berge im Herbste mit 
Hygrophorus eburneus (Bull). 

* Hygrophorus cossus Fr. (?), in Buchenwäldern am Schaf berge (October). 
Gomphidius viscidus Fr., bei Neuwaldegg und am Schaf berge (October). 
Coprinus ephemerus (Bull.), erzog ich in Währing auf Hundemist. 

Coprinus deliquescens (Bull.), sehr häufig in Gärten von Währing auf unter Erde 
faulenden Obstbaumhölzern (Herbst). In Gärten Wiens häufig, bei 
Dornbach (October). 

Agaricus (Psalliota) campestris (L.), *var. umbrina Fr., in Gärten von Währing 
auf Gartenerde (Herbst). 

* Agaricus (Pholiota) radicosus (Bull.), im Walde am Heuberge bei Dornbach, 
in grösserer Gesellschaft (October). 

Agaricus (Mycena) corticola Pers., zwischen Moos auf Bäumen der Nordseite 
des Leopoldsberges, nicht selten (September). 

Agaricus (Collybia) velutipes Curt., auf Laubholz im botanischen Garten, am 
Krottenbache bei Döbling; in Gärten von Währing sammt seiner 
Varietät A. nigripes Bull. ; auf Buchenstrünken am Leopoldsberge, 
wohl überall im Herbste und selbst im milden Winter. 

Agaricus (Collybia) radicatus Reih., in Laubwäldern und mit Vorliebe auf Wald- 
wiesen und Blossen um Dornbach, bei Neuwaldegg, am Schaf- und 
Leopoldsberge etc. (Spätherbst). 

Agaricus (Collybia) dryophilus (Bull.), in grosser Gesellschaft, in dürrem 
Buchenlaube bei Neuwaldegg und am Heuberge bei Dörnbach 
(Herbst). 

'Agaricus (Collybia) cricctorum (Bull.), am Leopoldsbergo zwischen Moos am 
Boden (September). 

Agaricus (Lcptonia) chalybaeus Pers., in einor Form mit am Grunde behaartem 
Stiele und nicht flockigem Hute, in schattigen Buchenwäldern ami 
Eenberge bei Dornbach (October). 

Agaricus (Ainanita) muscarius L., in Wäldern bei Neuwaldegg ziemlich häufig 
(October). 



Zur Pilzflora Niederösterreichs. 



241 



Perisporiaceae. 

Sphaerotheca Castagnei Lev. Auf: 

*Senecio nemorensis L., im Walde am Leopoldsberge (September). 
* Sphaerotheca Epilobii Link. Auf beiden Seiten der Blätter, am Stengel und 
Fruchtknoten von: 

Epilobium sp., beim Baumgartner am Schneeberge (August), circa 1400 m. 
Uncinula adunea (Wallr.). Auf: 

Salix purpurea L., im Prater massenhaft (September). 
Uncinula Aceris (D. C). Auf: 

Acer campestris bei Neuwaldegg häufig (October). 
Erysiphe lamprocarpa Wallr. (?) Stylosp. Auf: 

Lamium purpureum L., im botanischen Garten und bei Währing 
(Juni). 

Erysiphe horridula (Wallr.). Stylosp. Auf: 

*Anchusa ofßcinalis L., auf der Türkenschanze (Juli). 
Erysiphe communis (Wallr.). Stylosp. Auf: 

*Inula salicina L., am Bisamberge (August). 

Discomyeetes. 

Peziza (Cochlearia) cochleata Bull., in Gärten von Währing auf Beeten, in 
denen Hobelspähne eingegraben wurden (August). 

Peziza (Cochlearia) stercorea Pers., auf Hundemist in Währing erzogen. 

*Peziza (Sarcoscyphe) radiculata Sowerby, auf Wiesen bei Neuwaldegg und 
Dornbach im Frühjahre, nicht selten. 

Morchella esculenta Pers., var. vulgaris, auf grasigen Plätzen der Türkenschanze, 
einzeln, im Frühjahre. 

Myxomyoetes. 

Arcyria punicea Pers., an modernden Pappel Strünken im Prater, nächst der 
Weltausstellung (März); in der Brigittenau. 1 ) 

Trichia chrysosperma D. C, auf Moderholz im botanischen Garten, im Prater 
häufig; auch bei Gutenstein wurde sie gefunden. 1 ) 

Trichia rubiformis Pers., *var. aurantiaca mihi hypothallo commmii auran- 
tiaco, sporis verruculosis, auf moderndem Hollunderholz bei Neu- 
waldegg (April). 



*) Im Herbare des k. k. botanischen Hofcabinetes, in welchem die Bestimmungen durch 
Dr. J. T. Rostafinsky revidirt wurden. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 31 



242 



Günther Beck. Zur Pilzflora Niederösterreichs. 



*Trichia scäbra Rostaf., bei Gutenstein. 1 ) 

*Hemitrichia clavata (Pers.) Rostaf., in der Brigittenau. J ) 

*Hemitrichia faseiculata Rostaf., bei Schönbrunn, im Prater, bei Hütteldorf. 1 ) 

Didymium farinaceum Pers., in Wäldern bei Sparbach. 1 ) 

*Didymium squamiäosum A. et S., auf halbfaulen Blättern bei Schönbrunn. *) 

*Lycogdla miniata Pers., bei Gutenstein. ! ) 

Lycogala epidendron (Bux.), auf Moderholz im botanischen Garten (Herbst). 
Fuligo (Aethdlium) septicum (L.) Fr., bei Gmünd. 1 ) 

*) Im Herbare des k. k. botanischen flofcabinetes, in welchem die Bestimmungen durch 
Dr. J. T. Rostafinsky revidirt wurden. 



(Fortsetzung folgt.) 



243 



Beiträge zur Biologie der Dipteren. 

Von 

Adam Handlirsch in Wien. 
(Mit 4 Holzschnitten.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 2. Mai 1883.) 

I. Chlorisops (Actina) tibialis Meig. — Da bisher über die Meta- 
morphose der Stratiomyiden -Abtheilung Beridinae nichts bekannt wurde als 
die von Walker (Dipt. Brit. I, p. 12) mitgetheilte Thatsache, dass die Puppe 
von Berts chalybeata Forst, „has been found in moss", sehe ich mich veran- 
lasst, eine detaillirtere Beschreibung der Larve von Ch. tibialis Meig. zu geben. 

Die erwachsene Larve ist 8'5 mm. lang und in der Mitte 3 mm. breit, 
von plattgedrückter, vorne und hinten verschmälerter Körperform. Sie ist nach 
dem Typus der Sargin enlarven gebaut und ziemlich hartschalig. — Die Kiefer- 
kapsel ist schmal, ein Drittel so breit und ebenso lang als der darauffolgende 
Ring, kegelig, nach vorne allmälig verengt und daneben mit kleinen Fühler- 
wärzchen. Kiefer eingezogen. Hinter der Mitte jederseits ein schwach gewölbtes, 
nicht sehr grosses, ovales Auge. Kieferkapsel gelbbraun, mit zwei dunklen 
Längslinien. — Auf die Kieferkapsel folgen eilf deutlich abgesetzte, flache Seg- 
mente. — Erstes Segment (Prothorax) und letztes etwas länger und schmäler 
als die anderen. Jenes (Segment 1) vorne etwas flach gerundet, dieses (letztes 
Segment) hinten abgerundet. Alle Segmente sind am Seitenrande etwas rund- 
lich erweitert und tragen daselbst zwei bis drei kurze Börstchen, ebenso eine 
Reihe derartiger Börstchen an der Bauchseite. — Letztes Segment an der 
Bauchseite mit einer nach hinten concaven, bogigen Querfurche. — Farbe 
braun, mit dunklen Flecken, die undeutliche Längsstriemen zusammensetzen. 
— Stigmenanlage peripneustisch, und zwar je ein grosses, braunes Stigma 
am Seitenrande des Prothorax und je ein sehr kleines Stigma am Seitenrande 
des ersten bis sechsten Hinterleibssegmentes, genau neben und vor der hin- 
teren Seitenborste; ausserdem am letzten Ringe am Hinterrande eine quere 
Stigmenspalte, die von schmalen Lippen begrenzt wird, welche vom übrigen 
Segmentrande nicht abgehoben sind und in dessen Verlauf keine merkliche 
Wulstung erzeugen. 

81* 



244 



Adam Handlirsch. 



Von den Larven von Pachygaster Meig., Stratiomyia Geoffr., Odontomyia 
Meig., Nemotelus Geoffr., Oxycera Meig. und Chrysomyia Macqu. unterscheidet 
sich obige Larve durch die grösseren sogenannten Augenwölbungen, von Stra- 
tiomyia, Odontomyia, Oxycera und Nemotelus überdies auch durch das Fehlen 
des Respirations - Haarkranzes am letzten Segmente. Von Sargus Fabr. trennt 




Fig. 3. Fig. 4. Dr. Brauer fec. 

Fig. L Larva pupigera von Chlorisops tibialis im durchfallenden Lichte. N der vom ersten bis 
vorletzten Ringe durchscheinende Nymphenbalg, a—f die Tracheenverbiudungen de6 Nymphen- und 
Larvenbalge6, »/,. — Fig. 2. Kopfende der Larva pupigera mit der T-förmigeu Spalte (X). St Stigmen 
am Protborax. a Augen. — Fig. 3. Zehntes und eilftes Segment der Larve von Chlorisops. Die 
Stigmenspalte verläuft um den hinteren Pol und ist nur von hinten her sichtbar. — Fig. 4. Eilftes 
Körpersegraent der Larve von Subula varia. St die am Ende segmentartig abgesetzten breiten Lippen 

der queren Stigmenspalte. 

sie der Mangel eines seitlich stark vortretenden Augenhügels, auf dem die 
halbkugelige Cornea sitzt, und die dadurch nach hinten nicht sehr plötzlich 
verbreiterte Kieferkapsel. Von Subula Meg., mit der sie die sitzende Cornea 
und die schmälere Kieferkapsel gemein hat, unterscheidet sich die Larve von 
Chlorisops Rond. durch den Bau der hinteren Atlimungsspalte und die Forin 
des letzten Ringes. Bei Subula zeigen die Larven am letzten Ringe hinten 
eine gerade Querfurche, die jederseits in eine oft borstige Ecke ausläuft, und 



Beiträge znr Biologie der Dipteren. 



245 



nach hinten von dieser Furche, segmentartig abgeschnürt, die breiten Lippen 
der queren Stigmenspalte. 

Die Nymphe bleibt bei Chlorisops stets in der unmerklich veränderten 
Larvenhaut und erhebt sich beim Auskriechen der Imago nicht über die Spalte, 
wie bei Subula. Die Larvenhaut berstet beim Auskriechen der Imago quer 
hinter dem Prothorax und der Länge nach in der Mitte des zweiten und dritten 
Brustringes. 

Bei Subula ist es noch nicht ganz sichergestellt, ob die Larve ebenfalls 
peripneustisch sei, da die Stigmen am Körper durch den schuppenartigen Bau 
der Cuticula nicht leicht erkannt werden. — Auch bei Chlorisops ist die Cuticula 
der Larve panzerartig, sechseckig gefeldert, und zwar auch auf den sogenannten 
Augen, doch ist diese Panzerung sehr fein. 

Die Vergleiche mit den verschiedenen anderen Notacanthenlarven 
verdankeich der Einsicht in Herrn Prof. Dr. Brau er 's eben im Drucke befind- 
liche Arbeit. 

Die Larve von Chlorisops tibidlis Meig. fand ich Mitte August in mo- 
deriger Walderde mit sehr vielen vermodernden Pflanzentheilen bei Mödli hg 
in Niederösterreich. — Die Imagines entwickelten sich von Mitte August biß 
in die ersten Tage des September; ich fing die auch, als sie nach Art ge- 
wisser Empiden unter Baumkronen schwärmten. 

II. Calliphora quadrimaculata Swed. — Da wohl wenige Ento- 
mologen in rein geographische Werke Einsicht nehmen dürften, sehe ich mich 
veranlasst, folgende Notizen über zwei Dipteren von unseren Antipoden zu ver- 
öffentlichen. — Bei der zufälligen Leetüre eines Berichtes, den Monsieur F. E. 
Eaynal, einer der Schiffbrüchigen des „Crafton", nach einem zwanzigmonat- 
lichen Aufenthalte auf den Aucklandsinseln veröffentlichte (E. Eaynal, Les 
naufrage's, ou vingt mois sur un reeif des iles Auckland. Paris, Hachette), stiess 
ich auf eine Stelle, wo derselbe über eine grosse, blaue Fliege spricht. — Der 
Inhalt dieser Zeilen, vervollständigt durch briefliche Mittheilungen Monsieur 
Eaynal's, für die ich ihm hier öffentlich meinen besten Dank ausspreche, 
enthält Folgendes: „Es gibt auf den Aucklandsinseln eine grosse Menge 
grosser, blauer Fliegen, die zu jeder Jahreszeit die Luft erfüllen. Ihre Fprt- 
pflanzung fällt selbst in den Winter, und es scheint, dass sie ihre Eier gerade 
bei starkem Eegen und kaltem Nebel ablegen. Nicht im Geringsten wählerisch, 
genügt ihnen selbst der kleinste vegetabilische Abfallsstoff zur Brutstätte; 
ein Stück faules Holz, das Mark eines verwesenden Farrnkrautes , ein ge- 
knickter Halm, ein verwitterndes Blatt genügt ihnen zur Absetzung ihrer 
Brut. Ganz besonders aber lieben sie die Lagerplätze der Seelöwen. Diese 
Fliegen wurden den unfreiwilligen Bewohnern der Insel zu einer grossen 
Plage, denn die grosse Masse derselben bedeckte bald jedes Plätzchen ihrer 
Behausung. — Ihre Lebensmittel konnten die Schiffbrüchigen nur durch Auf- 
hängen an langen Stangen erretten, da die Fliegen niemals sehr hoch flogen." 
— Monsieur Eaynal vergleicht in seinem Briefe die obige Art mit unserer 



246 



Adam Handlirßch. Beiträge zur Biologie der Dipteren 



gewöhnlichen blauen, brummenden Fliege, die so häufig die Plage der 
Köchinnen sei. 

Unschwer lässt sich daher in obigem Thiere Calliphora quadrimaculata 
Swederus = dasyophthalma Macq. Mik (nach Osten-Sacke n, Wien, entomolog. 
Zeit. 1881, I) erkennen, die auch Hermann Krone, ein Mitglied der deutschen 
Venusexpedition in den Jahren 1874—75, in sechs 9 von den Aucklandsinseln 
mitbrachte (cf. Mik, Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Gesellschaft, Wien, 1881, 
p. 203). — Auch Krone beklagt sich in einem populären Aufsatze über „die 
grossen, blauen Bremsen im Hause, die zu Millionen vorhanden seien". 

III. Ceratopogon (?) sp. — Auch dieses Insect lebt auf den Aucklands- 
inseln. Raynal berichtet darüber, dass es, in unzähligen Schwärmen von der 
Hitze ausgebrütet, mit seinen Stichen Menschen und Thiere verfolge. Der 
Stich desselben sei sehr schmerzhaft, und nach dem Entfernen des sehr hart- 
näckigen schwarzen Blutsaugers schwelle die verletzte Körperstelle an. Ins- 
besondere seien die Seelöwen den unaufhörlichen Angriffen dieses Insectes aus- 
gesetzt und müssten sich häufig durch die Flucht ins Wasser vor demselben 
retten. — Es wäre nicht unmöglich, dass dieses Insect mit dem von Prof. Mik 
(1. c. p. 201) beschriebenen Simulium vexans Mik identisch sei, wofür auch 
Krone's Bezeichnung „unsere Peiniger auf der Insel, die Sand- 
fliege", spräche; doch scheint dem die Angabe Ray na Ts entgegen zu stehen, 
dass dieses Insect seine Eier in ungeheurer Menge auf den am Strande ver- 
modernden Tang ablege, und die briefliche Mittheilung desselben, dass das 
Thier an den Beinen mit freiem Auge sichtbare Haken besitze, mit denen 
es sich an der Haut des Gequälten festzuhalten scheine. Unsere Simulien 
machen bekanntlich ihre Metamorphose in klarem Gebirgswasser durch und 
besitzen auch keine besonders auffälligen Klauen an den Beinen. Ich halte 
die letztere Notiz insbesondere deshalb nicht für uninteressant, da sie das 
Vorkommen einer Ceratopogon-Art auf den Aucklandsinseln wahrscheinlich 
macht, während bisher von dort noch kein Ceratopogon bekannt gemacht 
worden ist. 

Dass die behaartflügeligen Ceratopogon - Arten ihre Metamorphose in 
faulenden Vegetabilien durchmachen, haben bereits Winnertz (Beitrag zur 
Kenntniss der Gattung Cei'atoporjon Meigen) und Gercke (Verhandlungen des 
Vereines für naturwissenschaftliche Unterhaltung in Hamburg, VI. Bd., 1880) u. a. 
constatirt. 

Schliesslich erfülle ich noch die angenehme Pflicht, Herrn Prof. Dr. Brauer 
für die gefällige Anfertigung der Zeichnung meinen wärmsten Dank auszudrücken. 



247 



Ueber 

hypertelische Nachahmungen bei den Orthopteren. 

Von 

C. Brunner v. WattenwyL 

Mit Tafel XV. 

(Vorgelegt in der Jahres -Versammlung am 4. April 1883.) 

In der Jahressitzung, welche ich die Ehre hatte vor zehn Jahren durch 
eine Pestrede zu eröffnen, bezeichnete ich gewisse Erscheinungen in der or- 
ganischen Natur als Hypertelie, worunter eine Ueberschwenglichkeit, ein weit 
über die Notwendigkeit hinausgehender Kraftaufwand zu verstehen ist. 1 ) 

Diese Erscheinungen können durch die Anpassungstheorie nur theilwei3e 
erklärt werden. Sie machen vielmehr den Eindruck, als ob ausser der Sorge 
für die Erhaltung der Species noch ein anderes Element aufträte, welches ganz 
unabhängig von der Zweckmässigkeit lediglich als Ausdruck einer 
zügellosen Phantasie auftritt. In dem citirten Aufsatze habe ich bereits 
auf dieses Spiel der Natur in Betreff der Färbung aufmerksam gemacht, und das 
Studium der Detailvorkommnisse in der Färbung fördert stets neue Beispiele für 
die hypertelischen Bestrebungen zu Tage. 

Heute lege ich Ihnen zwei Beispiele aus dem Bereiche der Orthopteren 
vor, in welchen die Nachahmung anderer Formen auf eine Weise ausgebildet 
ist, welche durch die dabei auftretende Minutiosität weit über das Nothwendige 
hinausgeht. 

Das erste Beispiel ist eine ungeflügelte Laubheuschreckengattung, welche 
in die Zunft der Phaneropteriden gehört und die Form einer Ameise zeigt 
(Fig. 1). 



') Verhandl. der k. k. zool.-bot. Gebellschaft XXIII, p. 133. 



248 



C. Brunner v. Wattenwyl. 



Die Vorderhüften (coxae) tragen keinen Dorn, der Scheitel ist stark ab- 
gestutzt und der ganze Habitus des Insects deutet auf die Gruppe der Lepto- 
derae. ') Die beiden mir vorliegenden Exemplare befinden sich wahrscheinlich 
im Larvenstadium, indem die Geschlechtsorgane, namentlich die Legescheide 
des Weibchens, wenig ausgebildet ist, wenn nicht vielleicht gerade diese Ver- 
kümmerung ebenfalls zu den Nachahmungsbestrebungen gehört, indem die Nach- 
bildung der Ameise keine Legescheide verträgt. 

Der breite Kopf des dunkelbraunen, beinahe schwarzen Insects hat ziem- 
lich die richtige Form des Ameisenkopfes. Allerdings sind die gebrochenen 
Fühler des letzteren nicht vorhanden, allein die Fühler unseres Insects, welche 
sonst in jener Orthopteren- Zunft, wozu dasselbe gehört, sehr lang sind, erscheinen 
abgekürzt und an der Basis etwas verdickt, so dass die gebrochene Form so gut 
als möglich nachgeahmt erscheint. 

Das Protonotum lässt in seiner buckeligen Form nichts zu wünschen 
und auch die Hinterschenkeln haben ihre normale Stärke zu Gunsten der 
Ameisenform nach Thunlichkeit eingebüsst. 

Aber der wichtigste Charakter der Ameise ist der an der Basis faden- 
förmig verjüngte Hinterleib. Der Verdauungsapparat der Locustode verträgt 
eine solche Verschmälerung absolut nicht. Es erübrigte deshalb zur Nachahmung 
der Ameisenform kein anderes Mittel als dasjenige, dessen wir uns in der 
Decorationsmalerei ebenfalls bedienen, um bedenkliche Formen dem Auge zu 
verhüllen: nämlich das Verdecken derselben durch Farbe. An der Basis des 
Hinterleibes ist zu beiden Seiten ein rein weisser Flecken vorhanden, welcher 
vollkommen scharf die Contouren des Ameisenleibes nachahmt und dadurch das 
Bild der letzteren darstellt. 

Dieses Insect, welches 9 mm. lang ist, wurde von der Antinori 'sehen 
Expedition ins Innere Afrikas aus Ambucarra im Sudan gebracht und mir von 
Herrn Aug. de Bormans in Brüssel mitgetheilt. Ich nenne dasselbe, ent- 
sprechend seiner Erscheinung, Myrmccophana' 1 ) fallax m. 

Ein zweites Beispiel von Nachahmung, welches namentlich durch die 
Uebertreibung der Einzelnheiten auffällt, wähle ich aus der Locustodeen-Zunft 
der Pseudophylliden. 

Onus Pterochroza Serv., welches im nördlichen Theile Süd- Amerikas 
durch zahlreiche Species vertreten ist, zeichnet sich durch die Nachahmung des 

') Ii r 11 n im- r v. \Vatt«nwy), Monotfr. d. IMiuneropt. p. 18, 142. 
jtupUl^ formica, ^a(vo|j.ou — vidoor. 



Ueber hypertelische Nachahmungen bei den Orthopteren. 



249 



dürren Blattes aus. Es ist dies eine Mimikry, welche bei den Insecten nnd 
speciell bei den Heuschrecken in allen Abtheilungen und in mehr oder weniger 
gelungener Weise vorkommt. Die vollzähligste Sammlung der verschiedensten 
coloristischen Studien des dürren Blattes findet sich in dem genannten Genus. 

Zuerst haben wir das ganz braune Blatt in der Pt. colorata Serv. (Fig. 3), 
dann finden wir eine Species (Pt. deflorata m.) (Fig. 2), bei welcher das Blatt 
zum grössten Theile grün und nur zwischen den Rippen etwas vergilbt ist, an 
der äussersten Spitze aber ganz abgedorrt erscheint, wie dieses im Herbstlaube 
häufig zu sehen ist. 

Eine dritte Form {Pt. arrosa m.) (Fig. 4) zeigt ein grünes Blatt, dessen 
Spitze zu beiden Seiten der Hauptrippe in ungleicher Ausdehnung vom Chloro- 
phyll befreit ist, wie es durch Insectenfrass vorkommt. 

Betrachtet man diese Oberflügel genauer, so findet man die Nachahmung 
des verdorbenen Blattes noch weiter gehend. Auf der Fläche des Blattes ist 
die Thätigkeit einer kleinen Minirraupe täuschend nachgeahmt und ganz con- 
stant bei mehreren Species sind zwei ungleich grosse Flecken, in welchen der 
FarbstofT vollständig fehlt und die somit glashell erscheinen, gerade so wie der 
Insectenfrass auf Blättern sich kundgibt (Fig. 3, 4, 5 a). Besonders deutlich 
tritt diese Erosion auf bei dem ganz grünen Oberflügel der Pt. infecta m. aus 
der Provinz Maranhao in Brasilien (Fig. 5). 

Es ist zu bemerken, dass alle diese Zeichnungen vollkommen symmetrisch 
auf beiden Oberflügeln des Individuums erscheinen und bei jeder Species ganz 
constant sind. 

In meiner Sammlung besitze ich beiläufig fünfzehn hieher gehörende 
Species aus Panama, Columbien, Venezuela, Peru, Ecuador, Cayenne und der 
Gegend von Bahia, in welchen alle Phasen des grünen und dürren Blattes vor- 
handen sind. 



Z. B. Ges. B. XXXm. Abh. 



32 



250 C. Brunner y. Wattenwyl. Ueber hypertel. Nachahmungen b. d. Orthopteren. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel XV. 

Fig. la, b. Myrmecophana fallax Br. n. sp. c Hinterleib des cT, von 

unten, d Hinterleib des Q, von unten. 
Fig. 2. Linker Oberflügel von Pterochroza deflorata Br. 
r 3. „ „ „ „ colorata Serv. 

„ 4. „ „ „ arrosa Br. 

» 5. » v v n infecta Br. 

Die mit a bezeichneten Flecken sind glashelle Stellen. 



251 



Fünf neue österreichische Dipteren. 

Beschrieben von 

Josef Mik in Wien. 
(Mit 4 Holzschnitten.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am G. Juni 1883.) 

1. Docosia morionella n. sp. Q. 

Tota atra, etiam halterum clava, subnitida, nigropilosa, pilis imprimis 
in antica parte dorsi thoracis et in coxis luteo vel albido micantibus. Alis 
hyalinis, vix einer ascentibus, vena mediastinali ad apicem attenuata in venam 
longitudinalem primam excurrente. Long. corp. 3 mm., long. alar. 2 5 mm. 

Patria: Austria superior. 

Von den bisher bekannten zwei Docosia -Arten leicht an der durchaus 
schwarzen Färbung zu unterscheiden. Im Habitus gleicht sie mehr der Docosia 
sciarina Meig. Die Fühler haben sitzende, walzliche, dicht behaarte Geissei- 
glieder, das letzte Glied ist länger als die übrigen; das zweite Basalglied trägt 
an seiner Oberecke eine längere, gerade abstehende Borste. Beim Männchen 
haben sie die Länge des Hinterleibes, das Analsegment desselben abgerechnet, 
beim Weibchen sind sie etwas kürzer als der Hinterleib. Stirn matt, mit 
anliegenden schwarzen Haaren, Gesicht mit weisslich schimmernden Härchen 
besetzt. Thoraxrücken und Schildchen ziemlich glänzend, ersterer mit 
kürzeren, namentlich an seinem vorderen Theile bräunlichgelb schimmernden 
und an den Seiten mit längeren schwarzen Haaren; Schildchenhaare schwarz. 
Brustseiten in Folge eines schwachen, kaum graulich schimmernden Duftes matt. 
I Hinterrücken am stärksten glänzend. Hinterleib etwas weniger glänzend als 
i der Thorax in Folge eines ähnlichen Duftes, wie er an den Brustseiten vor- 
j kommt; die Behaarung desselben in gewisser Richtung fahl schimmernd. 
jHypopygium klein, von einer rundlichen Lamelle, welche starke, schwarze 
Wimperhaare trägt, von oben her bedeckt; die Zange klein, aus einem oberen 
schüppchenartigen und aus einem unteren klauenähnlichen Gliede gebildet, 
welche bei geschlossener Zange schwer wahrzunehmen sind. Der Hinterleib des 
Weibchens breiter, von oben her flachgedrückt, hinten ziemlich lang behaart. 

Z. B. Ges. B. XXXIIT. Abh. 33 



252 



Josef Mik. 



Legerölire kurz und dick. Beine schwarz, in gewisser Richtung dunkel pech- 
braun erscheinend. Hüften mit weisslich schimmernder Behaarung, auch an 
den Schenkeln haben die feinen, anliegenden, äusserst kurzen Härchen einen 
weisslichen Schimmer. Vorderhüften bei durchfallendem Lichte an der Unter- 
seite schmal gelbbräunlich, die Hinterhüften glänzen stärker als die übrigen. 
Sporen der Schienen schwärzlich, an der Basis schmutzigbraun schimmernd. 
Schwinger schwarz, nur der Stiel gegen die Basis zu etwas fahl bräunlich. 
Flügel fast wasserklar, kaum etwas graulich gefärbt; die Randader weit über 
die Mündung der Cubitalader gehend, wie gewöhnlich sammt dieser und der 
ersten Längsader, sowie die kleine Querader, dick und schwarzbraun; die Hilfs- 
ader (Mediastinalader) bleich, gegen die Spitze zu dünner werdend und in die 
erste Längsader in Form eines abgerundeten Häkchens mündend. Das sich als 
Querader darstellende Basalstück der Cubitalader über der Gabelbasis der Dis- 
coidalader stehend und bleich wie die übrigen Adern. 

Ich traf ein Pärchen dieser kenntlichen Art am Fenster meiner Wohnung 
in Hammern am 4. September, Handlirsch fing ein Weibchen Anfangs Mai 
in Freistadt in Oberösterreich, gleichfalls am Fenster. 



2. Hydromyza Tiefii n. sp. cf 1 . 

Angusta, nigrofusca, subnitida, fuscogriseo pöllinosa, palpis albidis, an- 
tennis laete fulvis, articulo tertio puberulo, vix marginem oculorum inferiorem 
superante; fronte lata, setosa, rufa, postice fuscogrisea, ejus lateribus, malis. 
genisque albescentibus, sericeo micantibus ; vibrissis pluribus. Pedibus obscure 
testaceis, femoribus non incrassatis, tibiis anticis inferne breviter subspinuloso 
ciliatis; coxis anticis pallidis, albido pollinosis. Scutello quadrisetoso. Seta 
sternopleurali unica. Alis pallide luteo brunnescentibus, certo situ albidis, in 
margine anteriori latius plus minusve infuscatis, venis transversis parum fitsco- 
limbatis. Long. corp. 6 — 6 8 mm., long. alar. 5 — 5'5 mm. 

Patria: Salisburgia, Carinthia. 

Fühler ziemlich lang, doch nicht den Mundrand erreichend, hell roth- 
gelb, zweites Glied an der Oberkante etwas gebräunt, an der Spitze mit schwarzen 
Börstchen; drittes Glied an der Vorderkante sanft ausgeschnitten, an der Spitze 
ab^. rundet, überall mit dichter, abstehender, weisslicher, ziemlich auffallender 
Pubescenz. Borste schwarzbraun, das erste Glied kaum wahrnehmbar, zweites 
kurz, drittes nur an der Basis verdickt, die fast zwiebeiförmige Verdickung kaum 
länger als das zweite Glied, der übrige dünne Theil selbst unter stärkerer Lupen- 
vergrösserung nur an der Basis wenig pubescent erscheinend. Gesicht und 
Backen gelblichweiss, wachsartig, ersteres matt, letztere wie die Wangen mit 
einem weissen, fast silberartigen Schimmer, etwa so breit als der halbe Quer- 
durchmesser der Augen. Knebelborsten mehrere, schwarz, bald schwächer, 
bald stärker, ira ersteren Falle fällt dann jederseits eine durch ihre besondere 



Fünf neue österreichische Dipteren. 



253 



Stärke mehr auf. Taster flach, stark löffeiförmig erweitert, gelblichweiss, 
mit reinweissem Schimmer und mit nicht auffallender weisslicher Behaarung. 
Rüssel rostbraun. Hinterkopf oben gelblichgrau, unten röthlichweiss ; 
Backenbart weisslich, äusserst fein, jedoch lang und ziemlich dicht und 
zottig. Stirn sehr breit, breiter als der Augenquerdurchmesser, die Strieme 
sehr breit, vorn rostroth, hinten schwarzbraun und dreieckig eingeschnitten; 
Seitenränder der Stirn vorn fast silberweiss schimmernd, hinten wie der 
Scheitel gelblichgrau bestäubt. Untere Stirnborsten jederseits zwei und so 
vertheilt, dass man die Stirn bis nahe gegen die Fühler hin beborstet nennen 
kann. Sie tritt im Profile nur wenig vor, während das Gesicht nur ganz wenig 
Zurückweicht. 

Thorax schwarzbraun, glänzend, mit braungrauer Bestäubung ziemlich 
dicht bedeckt; in gewisser Richtung erscheinen die Spuren von zwei entfernt- 
stehenden, schmalen, dunkleren Striemen. Zwei Dorsocentralborsten vor, drei 
hinter der Quernaht, von diesen letzteren sind die zwei ersten schwächer und 
kürzer. Brustseiten dichter bestäubt, matt, etwas grünlichgrau. Eine Pro- 
thoracalborste. Mesopleuren mit zwei Borsten, die eine in der hinteren Ober- 
ecke, nahe der Flügelwurzel, die andere in der unteren Vorderecke über der 
Vorderhüfte, auf der selben Höhe mit der Prothoracalborste. Eine Sterno- 
pleuralborste. 

Hinterleib sehr lang und dünn, cylindrisch, dunkler als der Rücken- 
schild, glänzend, wenig bestäubt, am meisten noch der erste und siebente Ring. 
In gewisser Richtung erscheinen an den einzelnen Ringen schmale, grauweiss 
schimmernde Hinterrandsäume. Hypopygium sehr wenig angeschwollen, von 
Farbe des siebenten Ringes, unterseits rostbraun. Die zwei an der Bauchseite 
des fünften Ringes hervorragenden Lamellen dreieckig, spitz, zahnartig, hornig, 
schwarz oder dunkel rothbraun, stark glänzend. Die abstehende Behaarung des 
Hinterleibes ist schwarz, ziemlich schütter, nur an der Basis und gegen das 
Ende des Hinterleibes mehr auffallend. 

Vorderhüften gelblichweiss, mit weissem Schimmer und weisslicher 
zarter Behaarung, untermischt mit einigen schwärzlichen Haaren. Mittel- und 
Hinterhüften grau, schwarz behaart, letztere an der Innenseite roströthlich. 
Beine schmutzig gelbbraun, Schenkel an der Oberseite zuweilen etwas ver- 
dunkelt, nicht angeschwollen, die Vorderschenkel etwas dicker als die übrigen; 
sie tragen an der Unterseite, wie auch die Mittelschenkel, dichte, weissliche, 
fast senkrecht abstehende Härchen, zwischen welchen einzelne, sehr feine, längere 
und dunklere Borstenhaare hervorstehen. Die Vorder schienen haben an der 
Oberseite, etwas vor der Mitte, eine längere, abstehende Borste, die Dornborste 
unterseits an der Spitze ist ziemlich kurz, darüber steht eine längere Borste, 
überdies stellt sich die Unterseite fast wie gedörnelt dar, indem sie mit mehreren 
Reihen schwarzer, kurzer und dicker schiefabstehender Börstchen besetzt ist. An 
den Mittelschienen steht nahe der Mitte oberseits ebenfalls eine schwarze 
Borste, überdies in ihrer Nähe noch eine zweite mehr rückseits. Alle Schienen 
haben oberseits eine deutliche Praeapicalborste. 

33* 



254 



Josef Mit. 



Schüppchen und Schwinger weisslich rostbraun, erstere mit weiss- 
lichen, zarten, fast flockigen Wimpern. Flügel blassgelblichbraun tingirt, 
gegen einen dunklen Grund besehen weisslich erscheinend. Längs des ganzen 
Vorderrandes bis zur Mündung der zweiten Längsader ein schwarzbrauner Wisch 
welcher, je nachdem das Thier ausgefärbt, mehr oder weniger auffallend ist; 
diese Bräunung reicht etwas hinter die zweite Längsader hinab und lässt nur 
ein kleines keilförmiges Fleckchen an der Wurzel dieser Ader frei. Alle Adern 
sind von einem braunen Schatten begleitet, sie sind schwarzbraun, nur erscheinen 
die fünfte Längsader und das letzte Segment der dritten Längsader auf seiner 
Mitte, gegen einen dunklen Grund besehen, gelblichweiss. Die Stellung der 
hinteren Querader variirt: bald ist dieselbe um ihre Länge, bald um ein etwas 
grösseres Stück von der kleinen Querader entfernt. Letztere jenseits der Mün- 
dung der ersten Längsader gelegen. 

Ich fing die Art bei Gastein im Salzburgischen am 25. Juli 1879 an nassen 
Felswänden in der Nähe des sogenannten Schleierfalles. Später erhielt ich sie 
von Prof. W. Tief, dem ich sie auch widme, aus der Umgebung von Villach 
in Kärnten. 

Anmerkung. Die Art, welche durch ihre rothgelben Fühler bei den 
übrigen Färbungsverhältnissen auffällt, habe ich vorläufig zur Gattung Hydro- 
myza Fall, (sensu Schiner) untergebracht. Diese Gattung ist freilich eine völlig 
künstliche und enthält die heterogensten Arten; sie ist vorzüglich auf die flachen, 
löffeiförmig erweiterten Taster gegründet. Man wird nach der analytischen Tabelle 
in Sc hin er 's Fauna mit unserer Art unzweifelhaft auf die Gattung Hydro- 
myza gelangen: sie trägt das Merkmal der erweiterten Taster in vorzüglicher 
Weise, und dies ist der Grund, dass ich ihr die Stellung in dem genannten Genus 
angewiesen. Wenn es auch solche Formen von Clidogastra (CleigastraMcq.) gibt, 
welche ziemlich stark erweiterte Taster besitzen und welche so den Uebergang 
zu Hydromyza in Schiner 's Auffassung bilden, d. h. die mindestens ein 
Schwanken hervorrufen, für welche von beiden Gattungen man sich entscheiden 
sollte : so möchte ich doch das Genus Hydromyza aufrecht erhalten, und zwar 
mit der typischen Art Hydromyza livens Fall. ; es müsste selbstverständlich 
diese Gattung aber erst gehörig charakterisirt werden, und keine der übrigen 
Arten, welche Schiner in seiner Fauna zu dieser Gattung stellt, könnte kaum 
ihres Verbleibens darin haben. Hingegen alle Arten in einen Topf zu werfen, 
den man Cordylura nennen möchte, wie esMeigen, Zetterstedt und auch 
Loew gethan haben, geht nicht recht an. Bis die Arten besser bekannt sein 
werden, bis man mehr plastische Merkmale, insbesondere die Beborstung des 
Kopfes und des Thorax zur systematischen Gruppirung dieser zahlreichen Arten wird 
benützt haben, dann werden sie sich nicht schwer in natürliche Gattungen vereinigen 
lassen. Rondani hat in seinem Prodromus den ersten Anlauf dazu genommen, 
doch nicht mit so viel Glück, als dass wir ihn zum Ziele führend nennen 
könnten. Seine Genera sind eben noch künstliche. So ist mit Hydromyza 
Schin. die Gattung Spaziphora Rond. (ein übrigens falsch gebildeter Name, der 
richtig Spathiophora heissen müsste) identisch; Rondani kennt aber nur 



Fünf neue österreichische Dipteren. 



255 



Cordylnra hydromyzina Fall., die sicher nicht in dieselbe Gattung mit Musca 
(Hydromyza) livens F. gestellt werden kann. Hätte er diese Art gekannt, so 
würde er nicht allein auf die erweiterten Taster hin seine Gattung Spaziphora 
gegründet haben. — Hydromyza Tiefii m., welche auch nicht bei Hydromyza 
verbleiben können wird, wenn man als Gattungstypus Musca livens F. annimmt, 
unterscheidet sich von dieser Art unter Anderem durch die Beborstung der Stirn; 
von Hydromyza (Cordylura) fraterna Meig. durch die Taster, welche nicht wie 
bei dieser Art eine lange, gekrümmte Borste tragen; von Hydromyza (Cor- 
dylura) Kunzei Zett. durch die im männlichen Geschlechte nicht verdickten 
Hinterschenkel; von Hydromyza (Cordylura) albitarsis Zett. endlich durch die 
nicht weissen Tarsen. — Von den Clidogastra- Arten, welche Zetterstedt in 
seinen Dipt. Scand. Tom. V. unter Cordylura aufführt, hätte man nach der 
synoptischen Disposition p. 1992 die Arten Nr. 20 — 23 zu vergleichen, welche 
sich aber alle von Hydromyza Tiefii m. durch anders gefärbte Fühler allein 
schon unterscheiden. — "Wollte man nach Schiner unsere Art bei Cleigastra 
aufsuchen, da einige Arten seiner Gattung auch etwas erweiterte Taster besitzen, 
so gelangte man in Fauna austr. II, p. 11 auf Cleigastra Friesii Zett., welche 
jedoch braune Fühler und eine schmale Stirnstrieme aufweist; die nächststehenden 
beiden Arten Cl. flavipes Fall, und brevifrons Zett. haben schwarze Fühler. 



3. Onesia polita n. sp. 

Facie nigra, albescenticinereo micante: antennis, vitta frontali, palpis 
pedibusque nigris. Thorace cum scutello obscure chalybeis, leviter cinereo pol- 
linosis. Abdomine obscure aeneoviridi, nitido. Alis obscure cinerascentibus, 
ad marginem anteriorem infuscatis, ad basin antice nigrofuscis, cellula prima 
posteriore occlusa et breviter petiolata. Halteribus obscure testaceis, squamulis 
albido brunnescentibus. Long. corp. et alar. 5 mm. 

Patria: Austria inferior. 

Kopf schwarz, mit Ausnahme der schwarzen Stirnstrieme und des ebenso 
gefärbten Scheiteldreieckes mit heller, bläulichgrauer Bestäubung, die Wangen- 
scheitelplatten überdies mit weisslichem Schimmer. Stirnstrieme dreieckig, 
nach hinten zu stark verschmälert, fast linienförmig, überall matt. Backen 
beinahe so breit als der verticale Augendurchmesser, mit schwarzer Behaarung. 
Fühler schwarz, drittes Glied mit weisslichgrauer Bestäubung. Taster schwarz- 
braun, Rüssel schwarz, Saugflächen schwarzbraun. 

Thorax und Schildchen schwarz, mit stahlblauem, letzteres mehr mit 
stahlgrünem Schimmer, mit sehr schütterer, die Schulterbeulen mit dichterer 
weisslichgrauer Bestäubung. Ganz vorn am Thoraxrücken bei von vorn ein- 
fallendem Lichte und seitlicher Betrachtung des Thieres die Spuren von vier 
kurzen Längsstriemen, deren äussere sich als kleine keilförmige Fleckchen neben 
den Schulterbeulen zeigen. Vier Reihen von Dorsocentralborsten; in den äusseren 
Reihen stehen je sechs Borsten, drei vor, drei hinter der Quernaht. Vor dem 



256 



Josef Mik. 



Schildcben keine abgeflachte Stelle. Schildchen am Eande mit sechs Ma- 
crochäten, davon die zwei mittelsten sich kreuzend; auf der Scheibe hinter der 
Mitte zwei längere, aufgerichtete Borsten. 

Hinterleib stark glänzend, ohne Spur einer Bestäubung, metallisch 
schwarzgrün, am vierten Ringe mit schwachen, kupferröthlichen Reflexen; auf 
den ersten zwei Ringen die kurze, schwarze Behaarung sehr dicht, auf den 
übrigen Ringen schütterer; am zweiten Ringe am Rande vier schwache Mittel - 
macrochäten, davor eine oder die andere am Discus stehend, an den Seiten dieses 
Ringes je drei; am dritten Ringe ein Kranz von Macrochäten am Rande, davor 
einzelne am Discus; der vierte Ring überall mit solchen Borsten besetzt. Fünfter 
Ring sehr kurz, wie das knotig hervortretende Hypopygium glänzend schwarz; 
dieses klein, dicht schwarz behaart, mit zwei nach vorne gerichteten schwarzen 
Hornhaken, welche in der Ruhe zwischen zwei kleinen, zahnartig vorspringenden, 
schwarzen Lamellen am vierten Bauchringe eingeschlagen und nicht sichtbar sind. 

Beine schwarz, mit schwarzer, schütterer Beborstung, welche namentlich 
auf der Unterseite der Schenkel auffällt. Pulvillen ziemlich gross, bleich, 
bräunlichgrau. 

Schwinger schmutzig bräunlichgelb, bald heller, bald dunkler; Schüpp- 
chen bräunlichweiss. Flügel rauchgraulich, am Vorderrande intensiver gefärbt, 
an der Wurzel schwarzbraun. Costalstachel vorhanden; Adern schwarzbraun. 
Die erste Hinterrandzelle etwas vor der Costa geschlossen und kurz gestielt, 
der Stiel schief nach vorwärts gerichtet, etwas vor der Flügelspitze mündend. 
Spitzenquerader stumpfwinkelig abbeugend, gerade; hintere Querader deutlich 
geschwungen, etwas näher der Abbeugung der Spitzenquerader als der kleinen 
Querader gestellt; diese mit dem hinteren Ende schief gegen die Flügel- 
spitze gerichtet, ihr vorderes (oberes) Ende etwas diesseits der Mündung der 
ersten Längsader gelegen. 

Die Art hat Herr L. Prochaska, Schlossgärtner in Hainburg in Nieder- 
österreich, daselbst im Monate Mai gesammelt. Ich verdanke sie der Gefällig- 
keit des k. k. Custos Herrn Alois Rogenhof er. Ein Exemplar befindet sich 
in der Sammlung des kaiserl. Hofmuseums zu Wien. 

Anmerkung. Onesia polita m. ist durch die geschlossene und gestielte 
Brote Ilinterrandzelle ausgezeichnet. Sie erinnert in ihrem Habitus und in der 
Färbung fast an eine Polidea, nur ist sie etwas lebhafter grün am Hinterleibe. 
Man kennt bis jetzt nur eine europäische Onesia mit geschlossener erster Hinter- 
randzelle, und zwar Onesia clausa Macq. Suit. ä Buff. II, 234. 4. Eine zweite Art, für 
welche wegen dieses Merkmales von Robineau-Desvoidy eine eigene Gattung ge- 
bildet wurde, ist Jlellardia vernalis R. Desv. Hist. natur. desDipt. II, p. 548, Nr. 1802 
(1803). Es ist aber gar nicht sicher, ob das Merkmal der geschlossenen und gestielten 
ersten Hinterrandzelle ein constantes und daher angeth an sei, dass man daraufhin 
eine eigene Gattung errichten könnte: es ist bisher zu wenig Materiale zur Unter- 
suchung vorgelegen. Die erste genannte Art stammt aus Bordeaux und hat gelb- 
liche Taster und grauHchimmernde Reflexe am Hinterleib, liellardia vernalis 



Fünf neue österreichische Dipteren. 



257 



scheint mir mit der Macqu art'schen Art identisch zu sein, so viel man aus 
den mangelhaften Beschreibungen schliessen kann. Onesia polita m. unter- 
scheidet sich von beiden durch die schwarzen Taster; von allen europäischen 
Onesia -Arten aber, selbst wenn das Geschlossensein der ersten Hinterrandzelle 
nicht constant wäre, durch die Färbung des Hinterleibes, welche ganz und gar 
keine Spur eines weisslichen Duftes zeigt. 

4. Leshia tricolor n. sp. Q. 

Capite nigro, albescenticaesio-pollinoso, subargenteo-micante ; frontis vitta 
nigra, holosericea; palpis fulvis, antennis nigris, articulis basdlibus vel totis, 
vel pro parte, interäum etiam articulo tertio ad basim fulvis. Thorace cum 
scutello nigro, nitido, caesiomicantibus ; abdomine subcylindrico , parum de- 
presso, nigro, nitido, lateribus primi ac secundi segmenti late luteis, pellucidis; 
in segmento tertio fascia transversa latissima, caesiomicante. Pedibus nigris, 
femoribus caesiomicantibus, tibiis subtestaceis. Alis latis, luteocinerascentibus, 
in margine antico saturatius lutescentibus, venis luteis, vena cubitali usque 
ad venam transversam parvam spinulosa, Squamis albis, halteribus albidoluteis. 
Long. corp. 8 — 9 mm., long. alar. 6'2 — 7'2mm. 

Patria: Austria inferior. 

Kopf schwarz, mit dichter, hell bläulichgrauer Bestäubung und fast silber- 
I weissem Schimmer. Fühler etwas über der Mitte der Augenhöhe inserirt, ein 
| wenig vom Untergesichte abstehend (in Fig. 1 sind sie etwas abgehoben, um 

die Gesichtsbeborstung besser hervortreten zu lassen), die Basalglieder zum Theile 

oder ganz röthlichgelb, 

das dritte Glied etwas 
jj mehr als dreimal so 

lang als das zweite, 

ziemlich schmal, an 

der Spitze gerundet, 
i ganz schwarz oder an / 

der Basis, namentlich 

innen , röthlichgelb. 

Borste schwarzbraun, 
I nirgends auffallend 

verdickt, ein wenig pu- 

bescent, das erste Glied 

undeutlich, das zweite kurz. Taster rothgelb, Rüssel schwarz, Saugflächen roth- 

Igelb. Stirn den dritten Theil der Kopf breite einnehmend, Strieme sammtschwarz, 

'manchmal schwarzbraun. Ocellarborsten fehlen; Stirnborsten jederseits 
Min zwei Reihen (Fig. 2), die äussere Reihe {cils optiques Rob. Desv.) aus drei 
f : Borsten bestehend, von der inneren Reihe, den eigentlichen Stirnborsten, treten 

j drei auf die Wangen über die Basis des zweiten Fühlergliedes über. Die oberste 




Fig. 2. 



258 



Josef Mik. 



Knebelborste sehr lang, darüber stehen etwa drei kleine Börstchen an den 
Gesichtsleisten. Postocularcilien schwarz, Hinterkopf mit nicht sehr langen, 
aber ziemlich dicht stehenden bleichen Haaren besetzt. 

Thorax schwarz, glänzend, mit bläulichweissem Schimmer, der besonders 
an den Schulterbeulen bis zur Quernaht, dann ganz vorn auf der Mitte des 
Mesothoraxrückens, und zwar hier in Form von den Anfängen dreier Striemen 
auftritt. In anderer Auffassung zeigen sich daselbst vier schwarze Striemen, von 
welchen die zwei mittleren linienförmig und nach hinten zu etwas divergirend, die 
zwei seitlichen, knapp an den Schulterschwielen befindlichen aber breiter sind. Vier 
Reihen von Dorsocentralborsten, ganz wie beiLesJcia aureaFall., die äusseren 
Reihen aus je sechs, drei vor, drei hinter der Naht, die inneren aus je zwei etwas 
schwächeren, vor der Quernaht befindlichen Borsten bestehend. Brustseiten mit 
dichtem weisslichen Schimmer Übergossen. Schildchen wie der Thoraxrücken 
gefärbt, am Rande mit vier sehr langen, sich nicht kreuzenden Borsten. 

Hinterleib länglich, walzenförmig, nur wenig depress, mit fast gleich 
langen Segmenten, glänzend, schwarz, die Seiten des ersten und zweiten Ringes 
bleich honiggelb, durchscheinend, so dass vom Schwarzen eine Längsstrieme am 
Rücken dieser Segmente übrig bleibt, die sich an der Basis des Hinterleibes 
etwas, am Hinterrande des zweiten Segmentes aber zu einer breiten Querbinde 
erweitert, die auf den Bauch übertritt, aber auf der Mitte desselben die gelbe 
Grundfarbe wieder freilässt. Bei minder ausgefärbten Exemplaren ist die dunkle 
Färbung mehr schwarzbraun, bei reiferen Stücken findet sich auch am Hinter- 
rande des ersten Segmentes jederseits ein schwärzliches Querfleckchen. Am 
Vorderrande des dritten Ringes steht eine breite, mehr als die Hälfte des Ringes 
einnehmende, bläulichweiss schimmernde Querbinde, welche auch die Bauchseite 
umfasst. Vierter Ring gerade abgestutzt. Macrochäten sehr lang, nur wenig 
gebogen, nur randständig, und zwar am ersten und zweiten Ringe je zwei auf 
der Mitte und je eine an der Seite; am dritten Ringe ein Kranz von acht 
Borsten, welche vom Hinterrande des Ringes ziemlich weit abstehen ; am vierten 
Ringe die gewöhnlichen Börstchen etwas länger, vor dem Hinterrande nur eine 
Reihe von Macrochäten. 

Hüften schwarz, weiss bestäubt, die vorderen mit langen, schwarzen 
Borsten; Schenkel schwarz, glänzend, mit weisslichem Dufte, mit rauher 

Behaarung und zerstreuten Borsten; 



Schienen mindestens auf der Mitte 
lehmgelblich, sonst schwärzlich; Tar- 
sen schwarzbraun; Pulvillen sehr klein. 
Bei unreifen Stücken sind Hüften und 
Schenkel dunkel pechbraun. 

Schwinger weisslichgelb ; Schüpp! 
eben weiss, das untere sehr gross. 
Flügel sehr breit, an der Spitze breit gerundet; gelblichgrau, längs des Vorder- 
rande« britanlichgelb wie die Adern. Kein Randdorn vorhanden. Cubitalader 
bis zur kleinen Querader mit Dornbörstclien. Kleine Querader weit diesseitl 




Flg. 3. 



Fünf neue österreichische Dipteren. 



259 



der Mündung der ersten Längsader stehend. Hintere Querader geschwungen. 
Erste Hinterrandzelle an der Spitze verengt, nahe der Flügelspitze mündend. 
Spitzen querader vor der Mitte deutlich eingebogen, bogig abbeugend, und zwar 
unter einem etwas grösseren als rechten Winkel (Fig. 3). 

Ich verdanke auch diese prächtige Art dem Herrn Custos Roge nhof er. 
Herr Prochaska fing sie in einer Au im Juni bei Hainburg an der Donau in 
Niederösterreich. Ein Exemplar befindet sich in der Sammlung des kaiserl. 
Museums, ein zweites in jener des Herrn v. Bergenstamm in Wien. Letzteres 
Exemplar ist von unbekannter Provenienz. 

Anmerkung. Die Art zeichnet sich durch ihren schlanken Körperbau 
und durch die breiten Flügel aus; diese Merkmale verleihen ihr einen 
Dexinenähnlichen Habitus: sie hat das Aussehen einer Mintho, erinnert aber 
auch an Thelaira. Ich wollte sie zuerst in die Gattung Viviania Eond. einreihen. 
Jedenfalls gehört sie in die Verwandtschaft der Gruppe Myobia. Rondani 
unterscheidet im Prodr. Dipt. ital. IV, p. 48, drei Gattungen: Myobia R. Desv., 
Viviania Rond. und Pyrrosia Rad., welche hier in Betracht zu kommen 
haben. Zur ersteren Gattung stellt er Tachina vetusta Meig., die Schiner 
bei Tachina untergebracht hat; die Arten dieser Gattung haben ausser den 
Randmacrochäten auch Discalborsten; sie ist verschieden von der S ch iner'schen 
Gattung Myobia. Für die Gattung Viviania stellt Rondani als Type Tachina 
(Fabricia) pacta Meig. auf und unterscheidet sie von Pyrrosia, wohin er 
Leslcia R. Desv. und Myobia Schin. bringt, dadurch, dass Viviania die Fühler 
über der Augenmitte, Pyrrosia aber auf der Augenmitte eingelenkt hat. Nach 
diesem Merkmale allerdings würde Leslcia tricolor m. als eine Viviania be- 
trachtet werden müssen; allein dasselbe scheint mir gerade in dieser Tachi- 
nariengruppe von geringem Belange zu sein; auch ist die Charakteristik von 
Viviania so unzulänglich von Rondani bekannt gemacht worden, dass ich 
mich nicht traue, Leslcia tricolor m. mit Tachina pacta Meig. in eine Gattung 
zu stellen, um so mehr, als die Beborstung des vierten Hinterleibsringes nicht 
mit der Angabe Rondani 's übereinstimmt. Nach Schin er 's Fauna wird 
man in der Tabelle ganz leicht auf Leslcia kommen. Wenn auch unser 
! Thier etwas vom Habitus einer Leskia abweicht — das, was Schin er von 
dem Flügelschnitt dieser Gattung sagt, dass sie nämlich schmale Flügel habe, 
ist nicht wahr — so hat mich insbesondere die Beborstung des Kopfes und 
namentlich des Thoraxrückens dazu bewogen, es zu Leslcia zu stellen. Freilich 
sind einzelne Merkmale anders, die kann man aber als Artmerkmale auf- 
fassen; so z. B. fehlen bei L. tricolor die Ocellarborsten, während Leslcia 
aurea dieselben besitzt; am dritten Abdominalsegmente stehen bei dieser 
zehn Borsten, während L. tricolor deren acht daselbst hat. Myobia (sensu 
iSchin.) hat auf dem Thoraxrücken in den äusseren Reihen fünf Dorsocentral- 
jborsten, zwei vor, zwei hinter der Quernaht, in den inneren Reihen je eine 
solche Borste. Vorläufig glaube ich den richtigen Platz für unsere Art gewählt 
!zu haben. 

Z. B. Ges Bd. XXXIIT. Abh. 34 



260 



Josef Mik. 



5. Fabricia magnifica n. sp. Q. 

Similis Echinomyiae grossae Lin., capite laete ochraceo, subaureo, 
palpis, antennis cum vitta frontali ferrugineis, thorace pedibusque nigris, Mo 
leviter grisescenti-pöllinoso, humeris melleis, scutello rufescenti; abdomine ex- 
cepta basi nigra castaneo, macrochaetis in dorso segmenti secundi pluribus, in 
segmenti tertii margine posteriori sältem viginti. Alis dilute nig?'ofuscanis, 
ad basim laete ferrugineo flavescentibus, ad venam transversam parvam nigro- 
fuscis, squamulis albidis ferrugineo tinctis. Long. corp. 17 mm., latitudo ab- 
domi7iis 9 mm. 

Patria: Carinthia. 

9- Vom Ansehen der Echinomyia grossa L., der Kopf ist aber im Ver- 
hältniss breiter als bei der genannten Art. 

Kopf lebhaft ockergelb, fast goldgelb, mit seidenartigem Schimmer, der 
am Clypeus etwas ins Weissliche übergeht. Fühler rostgelb, drittes Glied fast 
rostroth, wenig kürzer und nicht breiter als das zweite, länglich, auf der Mitte 
etwas eingezogen, an der Spitze gerundet, Borste deutlich dreigliederig, roth- 
braun, zweites Glied etwas länger als das erste, dunkler braun (Fig. 4). Stirn 
breiter als der Querdurchmesser der Augen; Stirnstrieme rost- 
braun matt, oben ins Schwarzbraune, überall in gewisser Richtung 
mit weisslichem, seidenartigen Schimmer; Lunula rostbraun, 
glänzend; Macrochäten schwarz, an jeder Orbita in zwei Reihen, 
die äussere Reihe bilden zwei nach vorne gebogene Borsten (cils 
optiques R. Desv.); ausserdem stehen daselbst kleine, schwarze 
Börstchen. Hinterkopf mit dichter, kurzgeschorener, oben rost- 
gelber, unten rostbrauner Behaarung; Postocularcilien schwarz. 
Knebelborsten schwarz, den untersten Theil der Backen 
säumend, die oberste längste steht am Clypeus selbst, darüber einige kurze, 
schwarze Börstchen. Backen so breit als der verticale Durchmesser der Augen, 
wie die Wangen mit feinen, gelblichen Börstchen dicht besetzt. Taster ver- 
dickt, rostbraun, mit schwarzen Börstchen besetzt, an der äussersten Spitze mit 
bleichem Schimmer. Rüssel schwarz, Saugflächen dunkel rostbraun. 

Thorax schwarz, am Rücken mit sehr schütterer, gelbgraulicher Bestäubung, 
welche, in gewisser Richtung besehen, vorn zwei schwarze, nach hinten diver- 
girende Längslinien von der Grundfarbe freilässt; es zeigen sich aber auch noch 
zwei äussere breitere, an der Quernaht unterbrochene, vorn und hinten ab- 
gekürzte Längsstriemen. 1 ) Schulterbeulen honiggelb, welche Farbe sich am 
Seitenrande des Thoraxrückens bis zu den Schwielen vor dem Schildchen fort- 
setzt; letztere Schwielen rostgelb; Schildchen rothbraun, auf der Mitte wurzel- 
wärts mehr schwarzbraun, wie der Thorax bestäubt. Brustseiten schwarz, 




') Um diene Striemen zu bemerken, halte man das Thior bei linkf» einfallendem Lichte 
r.o, dag« oh mit dem Kopf«; xtark nacb abwärt« genoigt ist. 



Fünf neue österreichische Dipteren. 



261 



mit rostbraunen Nähten, und namentlich zwischen den Hüften mit gelblich- 
grauem Schimmer. 

Hinterleib sehr breit, rundlich, glänzend, hell kastanienbraun, von der 
Basis her verdunkelt, die Verdunkelung unregelmässig bis auf den dritten Eing 
übertretend, erster Ring schwarz. In den Vorderecken des vierten Ringes stehen 
kleine, weisse Schimmerflecken. Am Bauche nimmt die Verdunkelung die ersten 
drei Ringe mit Ausnahme ihrer Hinterränder ein. Macrochäten schwarz, am 
ersten Ringe nur an den Seiten je eine am Hinterrande, am zweiten auf der 
Mitte am Rande etwa sechs bis acht, in zwei Partien gestellte, an den Seiten 
je eine; am dritten Ringe der ganze Rand mit etwa zwanzig Borsten gesäumt. 
Der vierte Ring ist auf seiner hinteren Hälfte wie gewöhnlich dicht mit Ma- 
crochäten besetzt. 

Beine schwarz, Vorderschenkel an der Unter- und Hinterseite mit 
schwachem, graulichweissen Schimmer. Schienen unter der dichten, schwarzen 
Bekleidung dunkel pechbraun. Vordertarsen nicht erweitert. Pulvillen kurz, 
aber breit, weisslich, an der Basis rostgelb. 

Schwinger und Schüppchen rostgelb, letztere mit weisslichem Schim- 
mer und intensiver gefärbtem Rande. Flügel gross und breit, ohne Rand- 
dorn, ziemlich intensiv schwarzbräunlich tingirt, durchsichtig, an der Basis 
lebhaft und auffallend rostgelb; die Grenze dieser Färbung gegen die Flügel- 
spitze zu erstreckt sich bis zur Mündung der ersten Längsader, bis zur kleinen 
Querader und bis zur Spitze der hinteren Basal- und Analzelle. Die Alula ist 
weisslich, am Rande rostbraun. Die Adern sind auf der gelbgefärbten Flügel- 
partie gleichfalls gelb, am übrigen Theile schwarzbraun. Ueber der kleinen 
Querader steht ein intensiv schwarzbrauner Schattenfleck, welcher sich als ein 
die zweite Längsader zu beiden Seiten begleitender Schattenstrich bis zur Mün- 
dung dieser Längsader fortsetzt. Uebrigens sind die dunkel gefärbten Theile 
der übrigen Adern gleichfalls von einem dunkelbraunen Schatten begleitet, 
welcher namentlich an den Längsadern auffällt. Hält man den Flügel so gegen 
einen dunklen Grund, dass die Spitze gegen das einfallende Licht zu stehen 
kommt, so bemerkt man eine schmale, weissliche Säumung um die Flügel- 
spitze herum. 

Anmerkung 1. Dieses auffallende Thier, und wohl unsere schönste 
Tachinarie, verdanke ich der Gefälligkeit meines verehrten Collegen, des Herrn 
Prof. W. Tief in Villach, dem fleissigen Erforscher der Dipterenfauna Kärntens. 
Entdeckt hat die Art Herr Finanz wach- Obercommissär Rotky im Hochsommer 
auf Land skr on bei Villach, wo sie sich mit Echinomyia grossa auf Blüthen 
herumtrieb. 

Anmerkung 2. Die Gattung Fabricia R. Desv. (non Meig.) hat als 
wichtigsten Charakter die gegen die Spitze zu deutlich erweiterten Taster. Wenn 
dieselben im männlichen Geschlechte auch etwas schmäler sind, so können sie 
doch nicht als „filiformes in mare" bezeichnet werden, wie es Rondani im 
Prodr. Dipter. Ital. III, p. 58, gesagt haben will. Zu diesem Merkmale gesellt 

34* 



262 



Josef Mik. Fünf neue österreichische Dipteren. 



sich auch der Maugel von Mittelinacrochäten am ersten Hinterleibsabschnitte, 
obgleich auch die Echinomyien aus der Gruppe von Echinomyia tesselata F. 
(Gattung PeJeteria R. Desv.) dieses Merkmal besitzen. Die Männchen der bisher 
bekannten Arten von Fdbricia haben auf den Orbiten jederseits nur eine Reihe 
von Macrochäten. Ich zweifle nicht, dass auch Fdbricia magnifica m. hierin 
übereinstimmen wird. In der Körperform und in der Beborstung des zweiten 
und dritten Hinterleibsringes kommt die Art mit Echinomyia grossa überein; 
Fdbricia ferox Panz. hat am Rande des zweiten Ringes nur zwei Dorsal- 
macrochäten, der Rand des dritten Ringes besitzt höchstens vierzehn Borsten. 
Die intensiv rostgelb gefärbte Flügelwurzel erinnert an Echinomyia Marklini 
Zett. Man wäre versucht, Fdbricia magnifica m. für eine Bastardform zu halten, 
wobei Echinomyia grossa, Marklini und Fdbricia ferox als Stammeltern 
partieipiren könnten, da ja die Copulation der Geschlechter verschiedener Arten von 
Zetterstedt beobachtet wurde. Allein die ganz einzig dastehende Fühlerbildung 
unserer prächtigen Art schliesst diese Annahme aus: das dritte Fühlerglied ist 
bei allen Echinomyien und bei Fdbricia viel kürzer und breiter als das zweite. 
Ausser Fdbricia ferox ist nur noch Fdbricia atripdlpis Rob. Desv., Hist. natur. 
des Dipteres I, 1863, p. 627, Nr. 637, bekannt gemacht: sie hat schwarze Taster 
und den Habitus von Fabricia ferox Panz. 



263 



Neue Coleopteren aus Griechenland. 

gesammelt von E. v. Oertzen. 

Bescilrie'ben von 

Ludwig Miller in Wien. 



(Vorgelegt in der Versammlung am 6. Juni 1883.) 

1. Sphodrus Krueperi (v. Oertzen i. 1.) m. : Oblongus, piceus, elytris 
cyanescentibus, prothorace basin versus angustato, angulis posticis rectis; supra 
lateribus et basi ruguloso-punctato ; coleopteris oblongo-ovaUbus, profundius 
striatis, unguiculis serratis. 

Long. 14 — 17 mm. 

Dunkel pechbraun, die Palpen und das Wurzelglied der Fühler heller. 
Der Kopf zwischen den Fühlern mit zwei tiefen Längsfurchen, am Innenrande 
der Augen mit einem borstentragenden Punkt und ober diesem, hinter den 
Augen, mit einem zweiten. Das Halsschild ist pechschwarz, manchmal röthlich, 
flach gewölbt, von gleicher Länge und Breite, gegen die Wurzel verschmälert, 
der Seitenrand der ganzen Länge nach ziemlich stark aufgebogen, die Vertiefung 
daneben gleichmässig bis zur Spitze, die Vorderecken spitzig vorstehend, die 
Hinterwinkel rechte, das Mittelfeld mit mehr oder weniger deutlichen Quer- 
runzeln, die Mittellängslinie ziemlich tief, am Seitenrande und an der Basis 

' punktirt gerunzelt, beiderseits vor den Hinterwinkeln mit einem Längseindruck. 
Die Flügeldecken sind dunkelblau, länglich, mit der grössten Breite unter der 
Mitte, ziemlich tief gestreift, in den Streifen undeutlich punktirt, der fünfte 

; und sechste Streif, oft auch der dritte und vierte, vereinigen sich unten. Die 
Beine sind pechbraun, die Tarsen heller, die Klauen gesägt. Unter den am 

i Parnass gesammelten Stücken zeichnet sich eines durch eine eigenthümliche 
Missbildung aus. Das Halsschild ist röthlich, an den Seiten schmal gerandet, 
stärker gerundet, gegen die Basis mehr verschmälert, die Hinterecken vollständig 
abgerundet. Diese Art ist dem Spli. oblongus Dej. am ähnlichsten, das Hals- 
schild ist gegen die Basis zu mehr verengt, die Vorderecken sind spitziger, 



264 



Ludwig Miller. 



stärker vortretend, der Seitenrand, besonders nahe den Vorderecken, stärker 
und breiter aufgebogen. 

Unter grossen Steinen und in Felsklüften im Parnass, oberhalb der 
Waldregion. 

2. Anophthalmus Oertzeni m. : Ferrugineus, subconvexus, prothorace 
cordato, angulis posticis acutiusculis, coleopteris basi et humeris rotundatis, 
laeviter striatis. 

Long. 4 mm. 

Dem Anophth. Krueperi Schaum am nächsten verwandt, viel kleiner, 
die Flügeldecken fein gestreift. Rostrothgelblich. Der Kopf ist hinten wenig 
verengt, mit zwei tiefen, hinten divergirenden, nicht begrenzten Längsfurchen. 
Die Fühler von mehr als halber Körperlänge. Das Halsschild ist nur wenig 
länger als breit, nach hinten verengt, mit schwach gerundeten Seiten, die 
Hinterwinkel spitz, seitwärts vortretend; oben schwach gewölbt, mit einer ziem- 
lich tiefen Mittellängslinie, der vordere Quereindruck sehr seicht, der hintere 
tiefer. Die Flügeldecken sind an der Basis mit den Schultern breit abgerundet, 
an den Seiten sanft gerundet, schwach gewölbt, der Suturalstreif ziemlich tief, 
punktirt, die zwei folgenden fein, undeutlich punktirt, die äusseren Streifen fast 
verschwindend, der fünfte ist hinten vertieft, mit dem Nahtstreifen verbunden, 
am dritten Streifen stehen drei grössere, eingestochene Punkte. Der Seitenrand 
ist der ganzen Länge nach gleichmässig und ziemlich stark aufgebogen. 

Ein Exemplar am Rande eines Schneefeldes im Parnass, hochalpin. 

3. Bembidion parnassium m. : Viridi-aeneum, antennarum basi päl- 
pisque rufis, pedibus testaceis, palporum articulo penultimo nigro-piceo, capite 
laevigato, prothorace breviusculo, cordato, elytris tenuiter punctato-striatis, striis 
extus et pone medium obsoletis, ante apicem macula majori rubro-testacea. 

Long. 5 mm. 

Metallisch grün. Die Taster sind röthlich, mit schwarzem vorletzten 
Gliede. Die Fühler schwarzbraun, das erste und zweite Glied und die Wurzel 
der zwei folgenden roth. Der Kopf unpunktirt. Das Halsschild ist mässig 
gewölbt, breiter als lang, vorne stark gerundet, hinten eingezogen, mit recht- 
winkeligen Hinterecken, auf der Basis, besonders in den beiderseitigen tiefen 
Gruben punktirt. Die Flügeldecken sind doppelt so breit als das Halsschild, 
flach gewölbt, an den Seiten schwach gerundet, fein punktirt gestreift, die Streifen 
verschwinden bald hinter der Mitte und werden auch nach aussen sehr schwach, 
vor der Spitze mit einer grossen, gelbrothen Makel, welche weder die Naht, noch 
den Seitenrand erreicht. Die Beine mit den Hüften ganz gelb. 

Diese Art gehört in die Verwandtschaft des Bemb. nitidulum Marsh. ; 
von diesem unterscheidet es sich durch die viel feiner punktirt gestreiften Flügel- 
decken und die ganz hellgelben Beine; von brunnicorne Dej. und Milleri Duv. 
durch breitere Gestalt und das schwarze vorletzte Palpenglied, von allen durch 



Neue Coleopteren aus Griechenland. 



265 



die gelbrothe Makel der Flügeldecken. Von Bemb. modestum F. nnd seinen Ver- 
wandten weicht es durch den unpunktirten Kopf n. s. w. ab. 
Arachova im Parnass. 

4. Aphodius flavipennis m.: Oblongus, laeviter convexus, niger, sub- 
nitidus, elytris flavo-brunneis, prothorace confertissime punctato, elytris laeviter 
crenato-striatis, interstitiis subtilissime coriaceis, obsolete punctulatis. 

Long. 6 — 7 mm. 

Dem Aph. obscurus F. zunächst verwandt, ganz von derselben Grösse 
und Gestalt, die Flügeldecken sind jedoch gelbbraun, fettglänzend, die Zwischen- 
räume noch viel schwächer, äusserst fein lederartig gerunzelt, mit erloschener, 
oft wenig deutlicher und weitläufiger Punktirung. 

Parnass bei Arachova. 

5. Mycetochares flavicomis m.: Nigra, nitidula, pilosa, ore, antennis, 
palpis pedibusque flavis; prothorace brevi, vage punctato, elytris punctato- 
striatis; coxis anticis processu prosternali angusto disjunctis; sexubus valde 
diversis. 

Long. 5— 6 mm. 

linearis, depressiusculus, nigro-pilosus. 9 brevis, tumidula, fulvo-pilosa. 

Schwarz, glänzend, mit aufrecht stehender Behaarung bedeckt; Mund, 
Fühler, Palpen und Beine hellgelb. Der Kopf ist weitläufig, ober und neben 
den Augen dichter punktirt. Das Halsschild bedeutend breiter als lang, zerstreut 
punktirt, an den Seiten gerundet, die Hinterecken wenig grösser als rechte. 
Die Flügeldecken sind punktirt gestreift, die Punktstreifen werden nach aussen 
und gegen die Spitze zu undeutlich. Die Unterseite ist glänzend, schwach be- 
haart, fein und ziemlich weitläufig punktirt, die Vorderhüften durch einen 
schmalen Fortsatz der Vorderbrust getrennt und darin der Mycet. linearis Illg 
verwandt, durch die ganz gelben Fühler und Beine, durch die Gestalt des 9 
u. s. w. bestimmt unterschieden. 

Sehr verschieden gestaltet sind bei dieser Art die Geschlechter. 

cf ist schmal, länglich, wie Myc. linearis Illg., das Halsschild an den 
Seiten schwach gerundet, die Flügeldecken flach gedrückt, dicht punktirt, etwas 
gerunzelt, mit feinen Punktstreifen; die Behaarung in der Eegel schwarz; 

9 breit, kurz gewölbt; Halsschild ober der Mitte gerundet erweitert; 
Flügeldecken weitläufig punktirt, die Punkte in den Streifen stärker. Die Be- 
haarung gelblich, manchmal jedoch durch eingemengte schwarze Haare dunkel. 

In Gesellschaft von Ameisen unter Steinen. Auf einem Hochplateau ober- 
halb Arachova im Parnass. 

6. Phyllobius {Pseudomyllocerus Desbr.) albidus m. : Niger, an- 
tennis, tibiis tarsisque ferrugineis, capite antice, prothoracis lateribus elytrisque 
fasciis tribus albo-squamosis ; prothorace longitudine parum latiore; elytris 
dblongis, subconvexis, basi prothorace multo latioribus, humeris rectangulis, 
striatis, brevissime dense pilosis; femoribus omnibus muticis. 

Long. 3— 4 mm. 



260 



Ludwig Miller. Neue Coleopteren aus Griechenland. 



Dieses Thier ist dem Phyllöbius sinuatus F. sehr nahe verwandt und 
unterscheidet sich in folgenden Punkten: Die Grundfarbe ist schwarz, auch die 
Schenkel sind stets schwarz, die Beschuppung ist weiss, die Mittelbinde gerade, 
quer. Bei Ph. sinuatus F. ist die Grundfarbe sammt den Schenkeln rothbraun, 
die Beschuppung viel schwächer, grau oder grünlich, weniger gegen die Grund- 
farbe abstechend, die Mittelbinde immer schief nach abwärts gerichtet. 

Die Beschuppung der Flügeldecken ist sehr veränderlich, manchmal sind 
dieselben auch längs der Sutur breit weiss beschuppt, so dass von der Grund- 
farbe nur ein schwarzer Querfleck unter den Schultern, ein nach abwärts ge- 
richteter, bis zur Naht reichender unter der Mitte, und ein länglicher vor der 
Spitze frei bleibt. 

Parnass, oberhalb Arachova. 



267 



Beiträge 

zur 

Schmetterlings-Fauna des Kaffernlandes. 

Von 

H. B. Moschler 

(Kron-Förstchen bei Bautzen). 
(Mit Tafel XVI.) 

(Vorgelegt in der Versammlung am 6. Juni 1883.) 

Die nachfolgend aufgeführten Arten erhielt ich in drei Sendungen in 
den Jahren 1874, 1876 und 1880 durch zwei Freunde, die Herren Baur und 
Hartmann, welche damals auf der Missionsstation Baziya im Kaffernlande 
angestellt waren. 

Allerdings hatte ich mit der Bearbeitung meines Materials warten wollen, 
bis mein zuletzt an jenem Orte wohnender Freund Hartmann bei einem Be- 
suche, welchen er in Europa machen wollte, eine Anzahl seitdem von ihm 
gesammelter weiterer Arten mitbringen würde. 

Leider ist aber die Sache ganz anders gekommen, als wir dachten, denn 
bei dem letzten im Jahre 1880 ausgebrochenen Kaffernkriege wurde jene Mis- 
sionsstation von den aufständigen Kaffern gänzlich zerstört, die Wohngebäude 
des Missionärs und die Wohnungen der christlichen Kaffern wurden verbrannt 
und alles Eigenthum der Bewohner auf das Vandalischste verwüstet, letztere 
aber mussten froh sein, das nackte Leben retten und flüchten zu können. 

So sind alle übrigen gesammelten Sachen verloren gegangen, und ich habe, 
da keine Aussicht ist, von dort wieder Sendungen zu erhalten (mein Freund hat 
Afrika verlassen), auch keine Veranlassung, die Bearbeitung des gesammelten 
Materials weiter hinauszuschieben. 

Ueber die Gegend, in welcher die abgehandelten Arten gefangen wurden, 
hat mir mein Freund Folgendes mitgetheilt: 

Baziya liegt in einer Höhe von circa 2800' über dem Meere, ziemlich in 
der Mitte zwischen dem 31. und 32. Grad nördlicher Breite, mehrere Tagereisen 
von der Küste entfernt. 

Der in Trimen's Rhopalocera Africae australis oft erwähnte Bashee 
River fliesst etwa eine halbe Meile westlich, östlich etwa ebenso weit entfernt 
der Um-ta-ta. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 35 



268 



H. B. Mftschler. 



Das Land in südlicher Richtung bis zur Küste ist stark wellenförmig und 
hügelig und mit Gras bedeckt. Im Norden, ungefähr eine halbe Meile entfernt, 
erhebt sich ein dicht bewaldetes, schroffe Felsenabhänge und tiefe Schluchten 
führendes Gebirge bis zu einer Höhe von 4000—5000' über dem Meere. Dasselbe 
schiebt nach Süden verschiedene Ausläufer vor, z. B. den Baziya-, Umyoto- und 
Ngulaudodoberg. In der angegebenen Höhe beginnt ziemlich kahles, nur mit 
Gras bewachsenes Tafelland, welches sich nördlich nach dem Innern des Kaifern- 
landes bis zu dem 7000—10.000' aufsteigenden Drakengebirge erstreckt. 

Sämmtliche von meinen Freunden gesammelte Arten wurden im Garten 
der Missionsstation gefangen, da die durch Berufsgeschäfte sehr beschränkte 
Zeit weitere Excursionen in das, nebenbei erwähnt, schwer zugängliche Gebirge 
nicht gestattete. 

Wie bei meiner Arbeit über die Schmetterlinge von Surinam habe ich 
mir Mühe gegeben, Synonyme nach Möglichkeit zu vermeiden, und alle als neu 
aufgeführten Arten haben die Herren Godmann in London, Rogenhofer in 
Wien und Snellen in Rotterdam zur Begutachtung theils in Originalen, theils 
in Abbildungen in Händen gehabt, ebenso habe ich dieselben mit der reichen 
Sammlung meines Freundes Staudinger verglichen. 

Von lepidopterologischen Werken wurden ausser Cr am er und S t oll, 
Boisduval, Kirby's Katalog, Hübner's Beiträge, und Herr ich-Schäffer's 
Exoten noch die Arbeiten von Wallengreen, Snellen und Aurivillius 
benützt. Das mir nicht zugängliche Novarawerk von Felder wurde durch 
meinen Freund Rogenhofer mit den in Frage kommenden Arten verglichen. 
Die angegebenen Maasse bezeichnen die Länge und Breite eines Vorder- 
flügels. So hoffe ich das mir Mögliche, Synonyme zu vermeiden, gethan zu 
haben und sage den oben genannten Herren für die mir gewährte Hilfe meinen 
besten Dank. 



Rhopalocera. 

Fapilio. — 1. P. Merope Cr. Pap. Exot. pl. 151 F. A. B., pl. 378 F. D. E. rf. 
— Trimen, Trans, ent. soc. 1881, Taf. IX, p. 109. — Cramer's Bilder sind 
gut und stellen beide den vor. Einer der interessantesten Schmetterlinge, 
dessen Q in sehr verschiedenen Formen vorkommt. In Madagaskar gleicht, wie 
ich in Dr. Staudinger's Sammlung sah, das Q vollkommen dem cT , während 
es in den übrigen Theilen Afrikas ein ganz verschiedenes, meist danaideuartiges 
Ansehen hat, doch kommen auch Exemplare vor, welche den Habitus einer Acraea 
haben. Aus dein Kaffernlande erhielt icli die gewöhnliche Form des Q theils 
mit weissen, theils mit rostgelblichen Flecken, der gleicht in der Grundfarbe 
Cramer's Fig. A. B., t. 151 (fälschlich .Java und Amboina als Vaterland), die 
westaf'rikanisehen Exemplare des führen theilweise ein trüberes Gelb, wie 
solches Cramer's Bilder t. .*J78 D. E. von Sierra Leona zeigen, doch besitze 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna des Kaffernlandes. 



269 



ich auch den Süd- Afrikanern gleichende Exemplare von Aburi. Mehrere Stücke 
in beiden Geschlechtern. 

2. P. Nireus L. Cr. t. 187 A. B., t. 378 F. G. — Cramer's Bilder sind 
beide nach $ gefertigt; das znerst citirte stellt nicht, wie IV, p. 175 fälschlich 
gesagt wird, ein Q vor. Beide Geschlechter mehrfach erhalten; alle Exemplare 
zeigen die grüne Mittelbinde schmal, während ich von West-Afrika welche mit 
mindestens viermal so breiter, mehr bläulichgrüner Binde besitze. 

3. P. Demoleus L. — Sehr gemein, in vielen, von den West- Afrikanern 
nicht abweichenden Exemplaren erhalten. 

4. P. Menestheus Dr. — Nur ein sich durch Grösse und lebhafte Färbung 
auszeichnendes Q . 

5. P. Euphranor Trim. Trans, ent. soc. 1868, p. 70, Taf. 5, Fig. 1. 2. — 
Nur ein Q dieser, wie es scheint, sehr seltenen Art erhalten. 

JPieHs. — 6. P. Cliarina Boisd. Spec. Gen. I, p. 525. — Einige cf 1 . 

7. P Severina Cr. t. 338 G. H. (9 gut). — Mehrere Exemplare, wenig 
variirend. 

8. P. Gidica Godt., Trim. Rhop. Afr. austr. p. 34, Nr. 20. — Selten, nur 
drei Paare erhalten, scheint noch nicht abgebildet zu sein. 

9. P. Mesentina Cr. — Gemein. 

10. P. Zochdlia Bdv., Trim. 1. c. 37, Nr. 22. — Von dieser schönen und 
seltenen, ebenfalls noch nicht abgebildeten Art erhielt ich nur zwei Paare; die 
Htfl. ») bald weiss, bald hell goldgelb. 

11. P. Bellica L. — Nebst 3Iesentina die gemeinste Pieride. 

12. P. Eriphia Gd., Bdv., Trim. Rhop. Afr. austr. p. 40, Nr. 25. Trito- 
genia Klug. Symb. pbys. Taf. 8, Fig. 17, 18. — Diese eigenthümliche. in ihrer 
Zeichnung (wie Boisduval sagt) der Obs. einige Aehnlichkeit mit Mela- 
nargia Galathea L. zeigende Art erhielt ich in drei cf. Trimen sagt nicht, ob 
das 9 i n der Grundfarbe vom cf 1 abweicht, Boisduval. welcher Eriphia von 
Tritogenia Klug trennt, erwähnt bei letzterer, dass der Grund des weiss 
oder weissgelb, bei dem Q weisser (plus blanches) sei, bei Eriphia bezeichnet 
er die Grundfarbe als weiss. Stücke mit weisser Grundfarbe erhielt ich weder 
aus dem Kaffernlande, noch aus West-Afrika, bei sämmtlichen cT ^ dieselbe 
ein weisslich es Lehmgelb; mein einziges Q aus West-Afrika hat licht schwefel- 
gelben Grund; 2 ) ob dies auch bei den südafrikanischen Q Regel, oder ob mein 9 
eine Varietät ist, kann ich nicht entscheiden. 

Tachyris Wallace, Vieris, Bdv., Trim. — Obgleich ich mehrere der hier 
besprochenen Arten nicht von Baziya erhielt, werden dieselben doch, um ihre 
Synonymie klar zu stellen, mit abgehandelt; sie theilen sich nach dem Geäder 
der Vorderflügel in zwei Gruppen, nämlich: 



] ) Ydfl. = Vorderflügel, Htfl. = Hinterflügel, Obs. = Oberseite, Uts. 
*) Auch ein Q aus Kordofan im Wiener Museum. Kogenhofer. 



= Unterseite, E. = Rippe. 

35* 



270 



H. B. Möschler. 



L Vorderflügel mit 11 Rippen, indem Rippe 8 aus 7 entspringt und 
mit dieser die Flügelspitze einschliesst. ! ) 

13. T. Bhodope Fb. Syst. Ent. p. 473, Nr. 130 (1775) Q. 

cf (?). Poppea Bdv. Spee. Gen. p. 511, Nr. 107 (1836). 

(?). Sylvia Fb. Syst. Ent. p. 470, Nr. 115 (1775). 
cT (?). Sylvia Bdv. 1. c. I, p. 551, Nr. 164 (1836). 
Q. Euäoxia Cr. t. 213, Fig. C (1782). 

Q. Poppea Trim. Rhop. Afr. austr. II, p. 321, Nr. 215 (1866). 

Die Verwirrung, welche in der Synonymie dieser und der verwandten 
Arten herrscht, ist gross und gibt von derselben auch noch Kirby's fleissig 
zusammengestellter Katalog Zeugniss; es dürfte mir gelungen sein, dieselbe zu 
beseitigen. 

Diagnose und Beschreibung von Bhodope lauten bei Fabricius: „Bho- 
dope dlis rotundatis, integerrimis , extimo nigris: alis flavis posticis albis. 
Habitat in Sierra Leon Africae. Mus. Banks. 

Antennae nigrae. Corpus cinereum. Älae anticae flavae, margine ex- 
teriori et posticae flavo striato nigris, subtus flavae, maeulis Septem apicis 
nigris. Posticae concolores, albae, punctis octo marginalibus nigris." 

Die puncta octo der HM. weisen mit aller Bestimmtheit auf die Art hin, 
welche Boisduval 1. c. als 9 von Eudoxia Cr. und Trimen als 9 von 
Poppea Cr. beschreiben. 

Unter den Weibern von Bhodope Fb. finden sich, wie ein Stück von der 
Goldküste in Dr. Staudinger's Sammlung zeigt, auch solche, bei welchen die 
dunkle Saumbinde der Vdfl. auf der Obs. nach innen nicht geschlossen ist, so 
dass diese Binde in längliche, streifenartige Flecken aufgelöst erscheint. Ein 
solches Exemplar dürfte Fabricius zu seiner Beschreibung vorgelegen haben. 

Cr am er 's Bild von Eudoxia stellt ein gewöhnliches 9 vor, welches die 
Saumbinde der Vdü. zusammenhängend gelb gefleckt führt; dass Bhodope ge- 
meint ist, darüber lassen die acht Saumflecken der Htfl., deren vorletzter Fleck 
in Zelle lc steht, keinen Zweifel. 

Dass Boisduval vielleicht den dieser Art als Poppea beschrieben 
hat, darauf deuten die Worte: „le sommet d'un gris, jaunätre ou verdatre", 
welche sich auf die Uts. der Vdfl. beziehen, denn Bhodope zeigt Spitze und 
Saum derselben allerdings dicht gelb oder grünlich bestäubt, während dies bei 
dem der echten Poppea Cr. nur selten und dann nur schwach der Fall ist. 

Dass Boisduval Bhodope 9 ^ Eudoxia Cr. 9 beschreibt, darüber 
lässt seine Beschreibung keinen Zweifel zu; sie lautet wörtlich: „Femelle diffe"- 
rent du male en ce que ses ailes supe'rieures sont d'un fauve plus pale, avec 

>) In diese Gruppe gehören noch von den mir in Natur bekannten Tachyris-Arten folgende: 
Saba Fl)., Cardcna Ifew., Nc.risaa Ood., Lartiia Feld., Lyncida Cr., Ada Cr., Paulina Gr., Kga Hdv., 
Sf.ro Fl»., Ncilina Luc, Kuba Fb., Albiua Bdv., PoUrma llow., Zarindc Hdv., J'andiom Hb., Sabina 
Feld. Dagegen gebort l'anda (Jod. in die zwcito (Jruppe. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauua des Kaffer nlandes. 



271 



la base surpoudree de uoirätre, la cote bordee par une rangee de traits ou taches 
de la couleur du fond; le reste comme dans le male." 

Als cT von JEudoxia Cr. beschreibt Boisduval eine westafrikanische 
Art, welche gewöhnlich ihrer ockergelben, am Saume schwarzgestreiften Vdfl. 
wegen für Eudoxia Cr. $ gilt. Da die Exemplare, welche ich vergleichen kann, 
nur zehn Vorderflügelrippen besitzen, indem R. 8 fehlt, auch die Saumpunkte 
der Vdfl. unten genau wie bei Poppea Cr. und Agathina Cr. stehen, die Htfl. 
auch nur sechs Saumflecken führen, von denen alle auf den R. stehen, so kann 
diese Art unmöglich als zu Eudoxia Cr. (Bhodope Fb.) gehören; zum Ueber- 
flusse sind auch alle (10—12) Exemplare der fraglichen Art, welche ich unter- 
suchen konnte, nicht cf, sondern $. 

Ich sandte von dieser Art eine colorirte Abbildung an Herrn Charles 
Oberthür in Rennes, welcher die Sammlung Boisduval 's besitzt, und bat 
ihn um Auskunft darüber, ob sie als Eudoxia Cr. in der Sammlung stecken 
und ob nur 9 oder auch vorhanden seien. Herr Oberthür war so freundlich, 
mir mitzutheilen, dass genau mit meiner Abbildung übereinstimmende Exem- 
plare, und zwar ebenfalls nur 9 als Eudoxia Cr. ^ vorhanden seien, so dass 
kein Zweifel darüber besteht, Boisduval habe diese Art verkannt und sich 
auch in dem Geschlechte der ihm vorgelegenen Exemplare geirrt. 

Das fragliche Thier ist, wie ich später näher ausführen werde, sicher 
nur eine Varietät oder Aberration des 9 von Poppea Cr., welche aber bei 
ihrer Constanz einen eigenen Namen führen muss. Die folgende Beschreibung 
des 9 von Poppea Cr. bei Trimen wird ebenfalls darthun, dass es sich bei 
derselben um Bhodope Fb. handelt. Trimen sagt: „9 more or less suffused 
universally with pale creamy-ochreous, into which basal orange gradually fades, 
the nervules beyond middle conspicous as white rays. Forewing : marginal spots 
larger, more elongate, especially those forming apical markings. Hindwing: spots 
larger. Underside: Similar to that of but the ground often more or less 
yellowisch; spots very black and conspicous, but not large." 

Dass Trimen den echten cT von Poppea Cr. vor sich hatte, geht aus 
den Worten in der Anmerkung: „The delicate structur of the wings, and the 
orange basal suffusion on upperside readly distinguish this species from Aga- 
thina" hervor. cT un( i 9 von Poppea Cr. haben allerdings zartere Flügel wie 
Agathina und auch wie Bhodope tf, das 9 letzterer gleicht in dieser Beziehung 
ebenfalls Poppea. Die Uebereinstimmung des weissen cf und des gelben 9 von 
Bhodope Fb. im Geäder der Vdfl. lassen über die Zusammengehörigkeit beider 
keinen Zweifel. 

Was nun Sylvia Fb. anbelangt, welche von den meisten Autoren auf- 
geführt und theilweise für identisch mit dem von Bhodope Fb., theilweise 
für Poppea Cr. erklärt wird, so ist aus der Beschreibung bei F ab ricius nicht 
mit Sicherheit zu entnehmen, welche dieser Arten unter Sylvia zu verstehen ist. 

Die Beschreibung, nach welcher Boisduval Spec. Gen. Lep. I, p. 551, 
Nr. 64, diese ihm in Natur unbekannte Art charakterisirt, lautet : „ Sylvia P. D. C. 



272 



H. B. Mos chl er. 



alis rotundatis integerrimis albis, anticis apice fuscis, subtus macula baseo fulva. 
Habitat in Sierra Leon Africae. Mus. Banks. Parvus. Mae anticae apice 
nigrae; subtus albae, macula magna fulva. Posticae concölores, punctis quinque 
marginalibus fuscis." 

Nach dieser Beschreibung hätte Sylvia nur auf der Vorderfiügelunterseite 
orange Wurzelfärbung, und solche Exemplare finden sich allerdings sowohl bei 
Rhodope Fb., als auch bei Poppea Cr.; es könnte unter Sylvia Fb. aber auch 
eine Abänderung von Saba Fb. verstanden sein. Der Ausdruck „parvus" spricht 
eben auch für diese drei Arten, da unter denselben zuweilen recht kleine Exem- 
plare vorkommen; auf solche von normaler Grösse kann „parvus" weder bei der 
einen, noch der anderen dieser Arten angewendet werden. 

Es wird wohl stets zweifelhaft bleiben, welche Art Fabricius unter 
Sylvia verstanden hat, denn auch die punctis quinque der Htfl. deuten auf 
Saba oder eine Varietät von Rhodope oder Poppea. 

Aus diesem Grunde dürfte es am gerathensten sein, Sylvia Fb. künftig 
ganz unberücksichtigt zu lassen. 

Es möge nun hier noch die Beschreibung von Rhodope Fb. folgen, welche 
nach Exemplaren (7 cf, 5 9) aus Staudinger's und meiner Sammlung ent- 
worfen ist. 

Flügel breiter und kürzer wie bei Poppea Cr., beim cT mit schwächer 
gerundeter Spitze und geraderem Saume, die schwarzen Saumpunkte der Vdfl. 
unten nur bis an die Flügelspitze reichend, auf den Htfl. gewöhnlich acht Saum- 
punkte, von denen der vorletzte nicht auf der Rippe, sondern in Zelle 1 c steht. 
Spitze und ein Theil des Saumes der Vdfl. unten beim c? grünlichgelb, beim 9 
ockergelb bestäubt. 

cT weiss, Vdfl. oben mit einer zusammenhängenden, gegen den Innen- 
winkel verschmälerten und schwach gezackten, schwarzbraunen Saumbinde, welche 
meist bis auf R. 2 reicht, am Innenwinkel zuweilen ein kleines braunes Saum- 
fleckchen. In der Saumbinde stehen meist in den Zellen undeutlich begrenzte, 
durch weisse Bestäubung angedeutete, mehr oder weniger deutliche Längsflecken. 
Vorderrand schmal schwarzbraun, Flügelwurzel orange, saumwärts in Citronengelb 
übergehend gefärbt. Htfl. ohne orange Wurzelfärbung, mit acht gerundeten oder 
sthimpfdreieckigen schwarzbraunen Saumflecken. 

Unten ist die orange Wurzelfärbung höher, Saumbinde mehr oder weniger 
diclit gelbgrün bestäubt, die 7—8 Saumflecken werden gegen die Spitze kleiner. 
Htfl. mit orange gefärbter Wurzel des Vorderrandes und zuweilen auch der 
Wurzel der Mittelzelle. Sauraflecken wie oben. 

9- Vdfl. hell ockergelb, Wurzel und Vorderrnnd schwarz bestäubt, vor 
dem Saume eine zusammenhängende, bis an den Innenrand reichende, gegen 
denselben verschmälerte schwarzbraune Binde, in welcher in den Zellen saum- 
wärts zugespitze, ockergelbe, mehr oder weniger schwärzlich bestäubte Längs- 
flecken stehen. Selten ist die Flügelwurzel orango angehaucht, die Rippen sind 
hinter der Flügelmitte weisslich gefärbt. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fanna des Kaffernlandes. 



273 



Htfl. weiss, sehr licht ocker- oder schwefelgelb angehaucht, die Saum- 
flecken sehr gross, gegen den Innenwinkel zuweilen aneinanderstossend. Unten 
die Wurzel der Vdfl. und zuweilen auch die Mittelzelle der Htfl. matt orange 
gefärbt, die undeutlich dunkel durchscheinende Saumbinde der Vdfl. ockergelb 
bestäubt, Saumflecken der Htfl. kleiner wie oben, zwischen ihnen der Saum 
zuweilen schmal hell schwefelgelb. 

Unter den mir vorliegenden Stücken befinden sich folgende Abweichungen 
von der gewöhnlichen Form: 

a) <j\ Die Wurzel der Htfl. beiderseits statt orange citronengelb. 

b) cT. Kleiner, die Wurzel der Vdfl. oben ohne Orangefärbung, die Saum- 
binde schmäler, schärfer gezackt, nur bis auf R. 3 reichend, auf R. 2 nur ein 
sehr kleines dunkles Fleckchen, in Zelle 6 tritt die weisse Grundfarbe fleckartig 
in die Binde. Htfl. nur mit fünf, zum grössten Theile sehr kleinen Saumflecken 
auf R. 2 — 4, 6 und 7. 

c) 9- Die braune Saumbinde der Vdfl. ist in lange, sich nur an ihrer 
Basis am Saume berührende, nach innen spitz zulaufende Längsflecken aus- 
gezogen. 

Die Grössenverhältnisse von zehn verglichenen Exemplaren sind: 

Vorderflügel Hinterflügel 
Länge Breite Länge Breite 

25— 30 mm. 16— 19 mm. 20— 25 mm. 16— 24 mm. 

27-2 mm. 17 6 mm. 22*2 mm. 19'4 mm. im Mittel. 

Von diesen Stücken ist ein in meiner Sammlung, von dem verstor- 
benen Buchholz bei Victoria in Guinea gefangen, ein zweites erhielt ich von 
Aburi, ein im Mus. Staudg. stammt aus der Sommer'schen Sammlung und 
trägt von So mm er 's Hand die Bezeichnung „Guinea, Westermann". Zwei cT 
im Mus. Staudg., unter ihnen var. b), sind mit „Natal" bezeichnet, der vierte 
im Mus. Staudg. ist von Angola, er gehört zu var. a). Von den vier Q im 
Mus. Staudg. ist eines mit „Natal", eines mit „Monrovia Rev. u , eines mit „Afrika, 
Goldküste" bezeichnet, letzteres gehört zu var. c), das vierte ist von So mm er 's 
Hand „Guinea, Westermann" bezeichnet. Mein 9> ebenfalls aus Mus. Staudg. 
stammend, aus „Natal", gehört zur gewöhnlichen Form. 

Von Baziya erhielt ich JRhodope Fb. nicht; nach einigen Exemplaren im 
Mus. Staudg. kommt sie in Natal vor, leider aber geben die Etiquetten keine 
Auskunft, von wem sie herstammen, und die Vaterlandsangabe ist daher nur 
mit Vorsicht aufzunehmen, da Staudinger Exemplare verschiedener grösserer 
Sammlungen theilweise mit seiner Sammlung vereinigte. 

Trimen sagt zwar bei seiner Poppea Cr., als deren Q er Rhodope Fb. 
ansieht, „King Williams Town — Coli. W. d'Urban, Bashee River, Kaffraria 
(J. W. Bowker) Coli. S. A. Mus.", ob sich dies aber auf den (Poppea Cr.) 
oder auf das 9 [Rhodope Fb.) bezieht, ist nicht zu ersehen. 



274 



H. B. Möschler. 



14. T. Thysa Hopff. Monatsber. d. Akad. Berlin 1855, p. 639, Nr. 1. — 

Peters, Reise Zool. V, p. 349, t. 21. 
Agathina var. A. tf. Trim. 1. c. I, p. 29. Kirby, Kat. p. 464. 

Diese Art, welche Trimen fälschlich zu Agathina Cr. als Varietät zieht, 
unterscheidet sich von derselben deutlich durch eine zweite innere Reihe 
schwarzbrauner Fleckchen, welche wenigstens auf der Uts. der Htfl. deutlich 
vorhanden ist. 

Gehört, da sie ebenfalls wie Rhodope Fb. R. 8 der Vdfl. besitzt, in 
dieselbe Gruppe und bestimmt nicht zu Agathina Cr. Ein einzelnes 9 von 
Baziya. 

II. Vorderflügel nur mit 10 Rippen, 8 fehlt, 7 entspringt aus 6 und 
zieht in die Flügelspitze. 

15. % Poppea Cr. t. 110, f. C. Q (1779). <j\ Trim.Rhop.Afr.austr.il, 

p. 321, Nr. 215 (1866). 
Q. Boisd. Spec. Gen. I, p. 511, Nr. 107 (1836). 

(?) Sylvia Fabr. Syst. Ent. p. 470, Nr. 115 (1775). Boisd. L c. p. 564, 
Var. Phileris Boisd. Faune de Madag. pl. 2, f. 3—5, p. 17 (1833). 

Boisd. 1. c. p. 502. 

Trim. 1. c. I, p. 27, Nr. 13 (1862). 
(?) Var. (?abber.) 9. Spica Möschl. 

cT- Eudoxia Boisd. 1. c p. 510, Nr. 105. 

Flügel schmäler und gestreckter wie bei Rhodope Fb. Vdfl. gerundeter, 
Saum schräger. Q von zarterer Structur. 

Weiss, Vdfl. mit mehr oder weniger intensiver orange- oder citronen- 
gelber Obs., zuweilen fehlender Wurzelfärbung und weiter oder kürzer am Saume 
hinziehender schwarzbrauner Binde, die zuweilen in einzelne Längsflecken auf- 
gelöst ist. Htfl. an der Wurzel orangegelb, schwefelgelb oder weiss gefärbt, mit 
sechs stumpfdreieckigen oder runden, schwarzbraunen Saumflecken auf R. 2—6. 

Unten scheint die Saumbinde der Vdfl. kaum durch, selbe ist nur aus- 
nahmsweise in der Flügelspitze gelblich bestäubt. Am Saume stehen sieben 
rundliche, schwarzbraune Flecken, welche bis an den Vorderrand reichen und 
von denen der erste am Ende von R. 10, der zweite von R. 6 in der Flügel- 
spitze steht. 

Htfl. mit orange- oder citronengelber Färbung an der Wurzel des Vorder- 
randes und zuweilen auch der Mittelzelle. Saumflecken gerundeter wie oben. 
Variirt in der Färbung der Flügelwurzel und der Gestalt der Saumbinde ziemlich 
stark; Ich finde unter den mir vorliegenden Exemplaren folgende Abänderungen: 

u) Vordcrflügplwurzel orange, Hinterfliigolwurzel oben citronengelb, unten 
orange, Saumbinde zusammenhängend, bis auf R. 2 reichend. Saumflecken der 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna des Kaffernlandes. 



275 



Htfl. mittelgross bis gross. Ein c? von Guinea (Mus. Staudg.), ein von der 
Goldküste (Aburi) in meiner Sammlung. 

b) Ebenso, aber die Saumflecken der Htfl. nur punktförmig. Ein Q von 
West -Afrika in meiner Sammlung. 

c) Vorderflügelwurzel breiter, brennend orange, Hinterflügelwurzel oben 
orange, saumwärts citronengelb begrenzt, unten nur am Vorderrande orange, in 
der Mittelzelle kaum gelblich angehaucht. Saumbinde schmal, nur bis in Zelle 4 
reichend, auf E. 2 — 4 je ein brauner, dreieckiger Fleck. Saumflecken der Htfl. 
klein. Zwei <j* von Baziya in meiner Sammlung. 

dj Wurzel aller Flügel oben matt, unten höher orange, die Saumbinde 
der Vdfl. in Längsflecken aufgelöst, nur in der Spitze zusammenhängend. Saum- 
flecken der Htfl. oben sehr gross, rund, unten kleiner. Ein Q aus der Som- 
mer 'sehen Sammlung im Mus. Staudg. mit der Etiquette von Sommer 's Hand: 
„Rex CVHI. donatus 1840." Drei Q in meiner Sammlung von Aburi; bei zweien 
fliessen die Saumflecken auf R. 5 und 6 der Htfl. oben zusammen, bei dem einen 
hängt auch noch der Saumfleck 'auf R. 7 an dem auf R. 6, und auf dem Vdfl. 
bilden die Saumflecken bis auf R. 2 eine fast zusammenhängende, nur von 
schmalen, weissen Längsflecken getrennte Binde, die Saumflecken der Vdfl. reichen 
bis auf R. 1. 

e) Flügelwurzeln oben nur ganz schwach goldgelb angehaucht, unten 
orange, Saumbinde des breit, bis auf R. 2, des 9 schmäler, nur bis in Zelle 3 
reichend, in den Zellen mit länglich fleckartiger gelblicher Bestäubung, auf R. 2 
und 3 ein dreieckiger Saumfleck, ein solcher Punkt auf R. 1, dicht am Innenwinkel. 

Htfl. mit mittelgrossen, runden Saumflecken, unten die Spitze der Vdfl. 
dünn hellgrünlichgelb bestäubt, beim mit etwas röthlichgelber Einmischung. 
Mus. Staudg. (j 71 aus Sommer's Sammlung ohne patria, Q von Gabon. Zwei cT 
von Aburi in meiner Sammlung. 

f) Wie e), aber die Vorderflügelwurzel noch schwächer goldgelb angehaucht, 
Hinterflügelwurzel weiss, unten die Wurzeln heller orange, Spitze der Vdfl. nicht 
gelbgrün bestäubt. Ein cf von Angola im Mus. Staudg. 

g) Var. (ab.) nubila Mschl. Flügelwurzeln oben ohne gelbe, statt 
dessen mit schwärzlicher Bestäubung. Vorderrand der Vdfl. stark schwärzlich 
bestäubt, Saumbinde schmal, nur bis in Zelle 5 reichend, auf R. 3 — 5 steht je 
ein dreieckiger Saumfleck, jene der Htfl. dreieckig, mittelgross. Unten die Flügel- 
wurzeln citronengelb bestäubt, die Spitze der Vdfl. nicht grüngelb bestäubt. 
Zwei cT von Cameron. und Gabon im Mus. Staudg. 

Die Grössenverhältnisse der verglichenen Exemplare sind: 

Vorderflügel Hinterflügel 
Länge Breite Länge Breite 

22— 32 mm. 15— 20 mm. 21— 26 mm. 15— 20 mm. 

27*4 mm. 16 9 mm. 23'3 mm. 17 6 mm. im Mittel. 

Z B. Ges. B. XXXIII. Abb.. 36 



276 H. B. Moschler. 

Var. Phileris Boisd. Faun. Madag. p. 17, t. 2, f. 3—5. 

Es unterliegt für mich keinem Zweifel, dass Phileris Bdv. nicht von 1 
Poppea Cr. specifisch verschieden ist. 

Allerdings kann ich nur zwei Exemplare aus Staudinger 's Sammlung ] 
und die Bilder in Boisduval's Faune de Madagascar vergleichen, aber selbst! 
dieses geringe Material lässt weder einen standhaften Unterschied von Poppea Cr., 
noch Uebereinstimmung unter sich selbst erkennen. 

Das eine der beiden mir vorliegenden Exemplare von Phileris stammt 
aus Sommer 's Sammlung und trägt von dessen Hand die Etiquette „Mada- 
gascar, Boisduval"; es ist also jedenfalls von Boisduval selbst an Sommer 
gesendet worden. Dass Beide in Verkehr miteinander standen, geht aus den 
Icones hervor. 

Das Exemplar ist ein und stimmt so genau mit dem Bilde des von 
Phileris in der Faune de Madagascar überein, dass man es für das Original 
halten könnte. 

Es zeigt die Wurzel der Vdfl. oben seh* bleich, unten ziemlich lebhaft 
orange gefärbt, oben schwärzlich bestäubt. Die Wurzel der Htfl. ist oben nur 
(die einzige Abweichung von jenen Bildern) schwärzlich bestäubt, ohne orange 
Färbung, die Vorderflügelspitze in geringer Ausdehnung bis an E. 6 schwarz- 
braun, auf R. 3 und 4 und auf den Hinterflügelrippen von lb bis 6 stehen} 
rundlich dreieckige, schwarzbraune Saumflecken, von welchen die der Vdfl. und 
die auf R. lb und 5 der Htfl. kleiner als die übrigen sind. 

Unten zeigt auch nur die Wurzel des Vorderrandes der Htfl. derjenigen! 
der Vdfl. gleiche orange Färbung, die dunkle Färbung der Vorderflügelspitze 
scheint nur ganz verloschen durch und ist nicht grünlich oder gelblich bestäubt, 
die Flecken aller Flügel wie oben. 

Das zweite Exemplar aus Madagascar von Staudinger 's Hand ist ein 
schönes, frisches Q, welches sich durch reinweisse Grundfarbe auszeichnet. Es! 
hält 34 mm. Vorderflügellänge und 20 mm. Vorderflügelbreite und ist also grösser 
wie alle mir vorliegenden Exemplare von Poppea, aber immer noch etwas kleiner 
als einige meiner Agathina 9- 

Von dem Bilde in der Faune de Madagascar weicht es sehr bedeutend 
ab. Von dem oben beschriebenen $ unterscheidet es sich durch reineres Weiss, 
viel schwächere Färbung der Vorderflügelwurzel, welcher auch die schwärzliche 
Bestäubung fehlt, durch dunkler schwarzgefärbte Wurzelhälfte des Vorderrandes, 
durch an demselben weiter wurzelwärts, am Saume dagegen nicht ganz bis an 
EL 6 reichende schwarze Färbung der Flügelspitze, welche durch einen Fleck auf 
Ii. C ersetzt wird, und durch grössere und auf den Htfl. gerundetere Saumflecken. i 

Die Hinterflügelwurzel zeigt ebenfalls keine Spur von Orange und nur: 
äusserst ichwache schwärzliche Bestäubung. Unten die orange Färbung der 
Vorderflügelwurzel weniger ausgedehnt, auf den Htfl. ebenfalls nur auf die Wurzel 
des Vorderrandes beschränkt, die Vorderflügelspitzc ist fast ohne durchscheinend« 

dunkle Färbung der Obs. Senmfieoken sind kleiner wie oben. 



Beiträge zur Schmetterlings- Fauna des Kaffernlandes. 



277 



Die Abbildung des Q in der Faune de Madagascar zeigt die Flügel 
gelblich angehaucht, die Spitze der Vdfl. ist breiter, bis an E. 3 schwarzbraun 
gefärbt und in ihr stehen drei längliche, lichtgelb bestäubte Flecken der Grund- 
farbe. Saumflecken dreieckig, Saum schmal gelblich angeflogen; das Bild gleicht 
ziemlich dem unter Poppea var. d) beschriebenen 9 von Gabon. 

Unten soll nach der Beschreibung das 9 keine Saumflecken führen, doch 
dürfte es sich in diesem Falle wohl nur um eine zufällige Abänderung handeln. 

Trimen beschreibt Phileris nur nach Boisduval und nennt als Fundorte 
ausser Madagascar noch Moselekatze's Country (Boisd. App. Voy. de Deleg.); er 
schildert in einer Anmerkung eine sonderbare Abänderung von Madagaskar. 

In dem von Kirby herausgegebenen Kataloge der im Brit. Mus. befind- 
lichen Sammlung Hewitson's wird Phileris als var. von Agathina Cr. be- 
zeichnet. 

Von Baziya erhielt ich nur die unter var. b) beschriebenen Exemplare 
von Poppea Cr., aber keine Phileris. 

Dass Boisduval 's Beschreibung des von Poppea möglicherweise, 
diejenige des Q bei Trimen sicher zu Bhodope Fb. gehört, ist bereits oben 
ausführlich erörtert. 

Var. (?ab.) Spica Möschl. 

cf Eudoxia Bdv. 1. c. p. 510, Nr. 105. 

Ob diese Art wirklich von Poppea Cr. verschieden, ist mir so lange, als 
ich keinen echten gesehen habe, zweifelhaft, da ausser der anderen Färbung 
der Vdfl. kein standhafter Unterschied von manchem 9 von Poppea Cr., z. B. 
von dem unter var. c) beschriebenen zu finden ist. 

Boisduval glaubt zwar beide Geschlechter beschrieben zu haben, wie 
ich aber bei Bhodope ausführlich erörtert habe, ist sein 9 von Eudoxia das- 
jenige von Bhodope Fbr., und als von Eudoxia beschreibt er ein 9 der 
hier besprochenen Varietät, wie aus seiner Beschreibung hervorgeht: 

„Ailes sup. d'un fauve claire de part et d'autre, avec le limbe post. divise 
en dessus par une rangee de traits noirs longitudineux, et en dessous par une 
serie de sept points arrondi de la meme couleur. Ailes inf. d'un blanc pur de 
part et d'autre, avec une serie marginale de gros points noirs, arrondis; le 
dessous de ces dernieres ailes ne differe, que parce que la cöte et une partie de 
la base sont d'un fauve orange." 

Die Vdfl. dieser Form sind beiderseits mit Ausnahme des weissen Innen- 
randes rothgelb (matt orange), die schwarzen Saumflecken gross, mehr oder 
weniger streifartig ausgedehnt. Htfl. weiss, an der Wurzel beiderseits matt 
orange, Saumflecken gross, gerundet. In der Grösse variirt diese Form ähnlich 
! wie die Stammart; scheint nur West -Afrika anzugehören, meine Exemplare erhielt 
! ich von der Goldküste (Aburi) und Guinea (Victoria), das Boisduval ebenfalls 
als Vaterland angibt; von West -Afrika stammen auch die Exemplare in Stau- 
ding er 's Sammlung. 

Uebrigens herrscht, wie ich aus dem reichhaltigen Materiale in S tau din- 
ge r's Sammlung ersehe, auch über die hier nicht besprochenen afrikanischen 

36* 



278 H. B. Möschler. 

Tachyris-Arten durchaus noch keine volle Klarheit, und es werden wahrscheinlich j 
noch einige bisher als verschieden angesehene Arten zusammengezogen werden I 
müssen. 

16. T. Agathina Cr. t. 237 D. E. (1782). 

Boisd. Spec. Gen. p. 511, Nr. 106. 
Trim. 1. c. I, p. 28, Nr. 15 (1862). 
Die bekannteste afrikanische Art, um Baziya nicht selten. Das Q variirt 1 
in der Färbung von weiss bis lebhaft ockergelb. 

Dass Thysa Hopff. sichere, schon durch das verschiedene Geäder von I 
Agathina getrennte Art ist, habe ich bereits oben erörtert. 

19. T. Trimenia Butl. Cist. Ent. p. 13 (1869). 

Agathina var. B und var. C. Trim. 1. c. p. 29. 

Auch diese Art möchte ich für verschieden von Agathina Cr. halten, alle S 
Stücke, welche ich sah, unterscheiden sich durch geringere Grösse, wenigstens Ii 
beim Q gerundetere Flügel, derbere Structur derselben und durch beiderseits, 1 
beim schwefel-, beim 9 ockergelb gefärbte Htfl. 

Trimen sagt zwar bei seiner var. B, dass dieselbe weiblich sei, ich sah 1 
aber immer nur den mit schwefelgelben Htfl. 

Bei Baziya selten. Auch das Vorkommen mit Agathina an gleichen Orten ) 
spricht für die Artrechte von Trimenia. 

In diese Gruppe gehören von mir in Natur bekannten Arten noch:! 
Chloris Fb., Nathalia Feld., Panda God. 

Teracolns Swns. (Callusone Dbl.). 

18. T. Omphdloides Butl. {Achine Bdv. nec Cr.). 
Var. Corda mihi. 

Vielleicht eigene Art, doch besitze ich nur Ein Stück und wage es daher 
vorläufig nicht von Omphaloides zu trennen. Kleiner, Spitze der Vdfl. gerundeter, 
Saum derselben bauchiger, der Spitzenfleck der Vdfl. saumwärts weniger tief 
gezackt, lichter rothgelb, ohne allen Schiller, wurzelwärts fast gerade abge- 
schnitten und von einem breiten schwarzen Bande begrenzt. Innenrand von 
der Wurzel bis zu der Flügelmitte schwärzlich bestäubt. Der schwarze Mittel- 
punkt fehlt. 

Hintprflügelvorderrand bis drei Viertel seiner Länge mit breitem, schwarzen i 
L&ngMtreif; Saum auf den Rippen mit kleinen, schwarzen, länglich dreieckigen) 
Fleckflifn. 

Unten ist der Spitzenfleck weissgelb, nur nach innen verloschen rothgelb, 
der schwarz« Iririfnrandsstreif reicht übr»r die Flügelmitte und verbreitert sich 
an leinem Ende bis an B. 2, wie dies auch bei Omphaloides der Fall ist. 

Htfl. am Vonlerrande im WurzcldriMtheilo fein goldgelb gefärbt. Mittel- 
punkt aller Flügel fehlend. 28, 15 mm. Ein rf. 



Beiträge zur Schmetterlings -Fauna des Kaffernlandes. 



279 



Eronia Hb. — 19. Argia Fabr. Syst. Eut. p. 470. 

Von dieser Art, welche Trimen als südafrikanisch nicht aufführt, erhielt 
ich nur einen der sich nicht wesentlich von einem westafrikanischen Exem- 
plare meiner Sammlung unterscheidet, beide führen den dunklen Fleck auf der 
üts. der Htfl. deutlich. 

Catopsilia Hb. — 20. Florella Fb. Syst. Eni, Trim. 1. c. p. 68. 

Zwei nach Flügelschnitt und Hinterleib sichere 9 unterscheiden sich von 
einer Anzahl c? nur durch ganz schmalen, bräunlich gefärbten Saum der Vdfl. 
und weichen also ziemlich von der Beschreibung des Q bei Boisduval und 
Trimen ab, das eine ist kleiner, das andere grösser als meine ; in Mehrzahl. 

21. C. Bhadia Bdv. Trim. 1. c. p. 69. Wenige Exemplare. 

Colias Fb. — 22. Elecira L., Trim. 1. c. p. 71. (Raupe und Puppe.) 
Hyale Cram. 351 E— H. Trim. 1. c. p. 74, Nr. 48. 

Diese in Süd -Afrika gemeine Art kommt Edusa L. nahe, scheint mir 
aber doch von derselben verschieden, und nach Trimen 's Beschreibung weicht 
auch die Raupe von derjenigen von Edusa ab. Frische schillern ähnlich 
wie Myrmidone. Die grünliche Varietät des 9 beschreibt Trimen irrthümlich 
als Hyale L. Es finden sich Stücke, welche höchstens ein Drittel der normalen 
Grösse erreichen. 

Eurema H. V. p. 96. (Terias Swns., Bdv., Trim.). 

Ueber die Selbstständigkeit mancher der zahlreichen Arten dieser Gattung 
herrschen Zweifel, und es dürften sich später mehrere als Synonyme oder Varie- 
täten herausstellen, welches auch bei einigen Süd -Afrikanern der Fall ist. Nach- 
stehend will ich versuchen, die Synonyme der hier abzuhandelnden Arten ins 
Klare zu bringen. 

Trimen führt vier Arten auf, nämlich: Bahel Fb., Pulchella Bdv., Des- 
jardinsii Bdv. und Brigitta Cr., von welchen Kirby in seinem Kataloge Pul- 
chella Bdv. als Varietät zu Brigitta Cr. stellt. In dem Anhange p. 333 sagt 
Trimen, dass er Baliel und Brigitta 9 i n copula gefangen erhalten habe 
und deshalb wahrscheinlich sei, dass Hop ff er Recht habe, wenn er beide Arten 
vereinige. Zoe Hopff. erklärt Trimen für Varietät des 9 v on Baliel. Ob Des- 
jardinsii Bdv. eigene Art oder var. von Hecabe L. ist, lässt Trimen unent- 
schieden. 

Boisduval beschreibt in den Spec. Gen. Bahel Fb., Pulchella Bdv., 
Brigitta Cr., Senegalensis Bdv., und in der Faune de Madagascar werden Pul- 
chella Bdv., Desjardinsii Bdv. abgebildet und beschrieben und ausserdem wird 
noch floricola Bdv. beschrieben. Hüb n er Zuträge, bildet Pulchella Bdv. und 
Senegalensis Hb. ab. Kirby führt folgende Arten auf: Brigitta Cr. mit var. 
Pulchella Bdv., var. Zoe Hopff., var. Caffra Feld., Desjardinsii Bdv., Sene- 
galensis Hb. Ztg. und Bahel Fb. 

Unter vielen Exemplaren aus dem Kaffernlande erhielt ich bisher nur 
zwei sicher verschiedene Arten, nämlich: 



280 



H. B. Möschler. 



23. E. Brigitta Cr. t. 331 B. C, zu welcher ich mit voller Sicherheit 
Rakel Fb., Pulchella Bdv. und Zoe Hpff. ziehe, und welcher Art Cr am er 's 
Name gebührt. Abgesehen von den nicht stichhältigen Unterscheidungsmerk- 
malen, welche die verschiedenen Beschreibungen der Autoren geben, lässt Tri- 
men's Bemerkung, dass er beide Arten in copula erhalten habe, kaum einen 
Zweifel an deren Zusammengehörigkeit übrig. 

Was Pulchella Bdv. anbelangt, so zeigt die Abbildung in der Faune de 
Madagascar pl. 2, f. 7 den braunen Saum, besonders auf den Htfl., auffallend 
breit; in dieser Beziehung variiren aber die hierher gehörenden Arten bedeutend, 
und ich besitze ein Stück von Brigitta Cr. cf , welches den Saum ebenfalls sehr 
breit hat, auf der Uts. aber nicht im Geringsten von Brigitta Cr. abweicht. 

Mit Brigitta Cr. vergleicht Boisduval seine Pulchella leider nicht, 
sondern mit Drona Horsf. von Indien; diese Art (mir in Natur unbekannt) 
gehört nach Kirby ebenfalls als Varietät zu Brigitta Cr. 

Hübner bildet, Zuträge f. 815. 816, eine Art als Pulchella Bdv. ab, 
welche genau mit der Form des Q von Brigitta Cr. übereinstimmt, die Hop ff er 
in Peter's Eeise als Zoe von Mozambique abbildet und welche ich zugleich mit 
der gewöhnlichen Brigitta cT und 9 oft aus dem Kaifernlande erhielt. Hübner 
erklärt zwar das ihm vorgelegene Exemplar für einen cT» es nmss aber nach 
Flügelschnitt und Färbung sicher ein Q gewesen sein, stammte vom Cap und 
wurde ihm durch weiland Sommer in Altona mitgetheilt (jetzt wohl in Coli. 
Stauding.). 

In der kurzen Beschreibung nennt Hübner die Grundfarbe der Flügel 
grünlichgelb und auch diese Bezeichnung passt genau auf Brigitta var. Zoe 
Hpff.; citirt wird Boisduval, Faune de Madagascar. 1 ) 

Die Synonymie würde sich also folgendermassen stellen: 

Brigitta Cr. t. 331 B. C. (1782). 

Boisd. Spec. Gen. I, p. 676, Nr. 35 (1836). 
Trimen, Ehop. Afr. austr. I, p. 80, Nr. 52 (1862). 
Kirby, Cat. p. 447, Nr. 79, Suppl. p. 790. 

Rahd Fbr. Mant. Ins. II, p. 22, Nr. 235 (1787). 
Boisd. 1. c. I, p. G73, Nr. 34 (1836). 

Trim. Rhop. Afr. austr. I, p. 76, Nr. 49 (1862) ; 1. c. Addit. p. 333. 
Kirby, Cat. p. 449, Nr. 104. 

Var. Pulchella Boisd., Faune de Madagascar pl. 2, f. 7, p. 20 (1833). 

Trim. Rhop. Afr. austr. I, p. 77, Nr. 50 (1862). 
Kirby, Cat. p. 447, Nr. 79 v. c. 



') In dem Vorberichto zum V. Hundert der Zuträge (1. Jänner 1837) sagt Geyor: „Um 
jedoch mit der noueron entomologischim Literatur gleichen Schritt zu halten und bereits von 
■Äderen Schriftstellern beKrhriobeno Arten nicht mit neuen Namen zu liefern, vereinigte ich mich 
mit Beinen verehrten Freunde, Herrn Dr. Boisduval in Paris, zur gemeinschaftlichen Benennung 
Aenelhen, um hierdurch jeder Verwirrung, die durch einseitige Namengebuug entstehon könnte, 
Torzubeuffen." 



Beiträge zur Schmetterlings -Fauna des Kaffernlandes. 



281 



Var. 9 Zoe Hopff., Berl. Akad. 1855, p. 640, Nr. 5. Peter 's Reise, 
Zool. V, p. 369, t. 23, f. 10. 11 (1862). 
Kirby, Cat. p. 448, Nr. 79, var. d). 
Pulchella Hübn., Zuträge, f. 815. 1816 (1837). 

24. E. Disjardinsii Bdv., Faune de Madagascar p. 22. 

Hiezu ziehe ich Senegalensis Hb., Zuträge, f. 969. 970. Ich besitze sieben 
Exemplare (vier <j\ drei Q), welche von Baziya und Natal, ein von der Gold- 
küste (Aburi) stammen und mir von Hopffer und Herrich- Schäff er, sowie 
vom Wiener Museum so bestimmt wurden. 

Wenn ich beide Arten vereinige, so bestimmen mich dazu die Bilder 
Boisduval's und in Hübn er 's Zuträgen. 

Ein cT von Baziya stimmt vollkommen mit Fig. 6 auf pl. 2 in erst- 
genanntem Werke überein, ein zweites $ von ebendaher ist etwas grösser, der 
braune Saum aller Flügel etwas breiter, die Uts. beider zeigt keine Ver- 
schiedenheit. 

Der dritte cT y o n Natal, mir von Hopffer als Senegalensis bestimmt, 
ist noch grösser, der braune Flügelsaum, besonders auf den HtfL, noch breiter 
wie bei dem zweiten, die Uts. gleicht jener der beiden Exemplare vollkommen. 
Der von Aburi übertrifft die übrigen etwas an Grösse und die dunkle Saum- 
binde aller Flügel ist bedeutend breiter. Das kleinste Stück misst 31'10 mm., 
das mittlere 36*12 mm., das grösste 38'5, 125 mm. Bei dem kleinsten reicht 
der braune Saum der Htfl. nur bis auf R. 2, bei den beiden anderen wie bei 
Boisduval's Figur bis zum Afterwinkel. Die Grundfarbe der Obs. ist bei 
allen vier ein lebhaftes Gummiguttgelb ; die Uts. lichter gelb, der dunkle Saum 
der Vdfl. scheint schwach durch, auf der Querrippe steht ein feines, braunes 
Ringfleckchen, hinter der Flügelmitte von Zelle 4 bis 6 reichend, ein kurzer, 
rothbrauner, gezackter Schrägstreif, welcher dem cT von Aburi fehlt. Htfl. haben 
im Wurzelfelde einige bräunliche Punkte, von denen zwei Vor einander in der 
Mittelzelle stehen; auf der Querrippe zwei bräunliche Ringfleckchen, gegen den 
Vorderrand in Zelle 7 und am Innenrande zeigen sich Anfänge einer rothbraunen 
Binde; hinter der Flügelmitte ein stark gezackter, in Zelle 3 unterbrochener und 
weit saumwärts tretender Querstreif. Saumpunkte aller Flügel schwarz. 

Wenn Boisduval in seiner sehr dürftigen Beschreibung der Uts. von 
Desjardinsii sagt: „En dessous la tache centrale est pupillee de jaune, non 
gärninee sur les ailes inferieures", so hatte er jedenfalls ein in dieser Hinsicht 
von der gewöhnlichen Form abweichendes Exemplar vor sich, wie sich ja solche 
bei den Arten dieser Gattung oft finden; auch das einemeiner 9 der gewöhn- 
lichen Form zeigt den Mittelfleck der Htfl. einfach. Was nun Hübner 's Sene- 
galensis anbelangt, so kann ich in derselben nur ein Exemplar des c? erkennen, 
welchem das braune Saumband der Htfl. fehlt und bei dem statt dessen auf den 
Rippen nur schwarze Punkte stehen. Dass Desjardensii in dieser Hinsicht variirt 
und der bald breitere, bald schmälere braune Saum der Htfl. auch ganz fehlen 
kann, zeigen mir zwei von meinen drei 9» De i welchen keine Spur desselben 



282 



H. B. Möschler. 



sichtbar ist, sondern sich nur feine Saumpunkte zeigen. Hübner 's Bild stellt 
einen cf vor, bei welchem der braune Saum der Vdfl. auf R. 4 stark abgesetzt 
ist, die Uts. zeigt die hintere Wellenlinie der Htfl. nicht zu rostbraunen Flecken 
erweitert. Meine drei 9 von Desjardinsii weichen theilweise unter sich, noch 
mehr aber von den $ aD - 

Die Grundfarbe ist ein schönes, zuweilen im Discus gummigutt ange- 
flogenes Hellgelb, das bis zum lichten Schwefelgelb herabsinkt, der Vorderrand 
der Vdfl., welcher beim ziemlich breit braun gefärbt ist, ist hier ausser- 
ordentlich fein braun, bei einem der 9 zeigt sich die Wurzel der Flügel, sowie 
auf den Vdfl. auch der Theil unterhalb des Vorderrandes fein schwärzlich be- 
stäubt, bei einem zweiten tritt diese Bestäubung nur schwach an der Wurzel 
des Vorderrandes der Vdfl. auf, bei dem dritten fehlt sie gänzlich. Die braune 
Saumbinde ändert ausserordentlich ab, bei einem Stücke ist sie auf den Vdfl. 
so breit wie bei einem cT von Natal und zieht bis zum Innenwinkel; auf den 
Htfl. ebenfalls mittelbreit, stark gezackt und bis an R. 2 reichend, bei einem 
zweiten Stücke ist sie am Vorderrande beim Beginne ebenso breit wie bei jenem, 
deutlich abgesetzt, am Saume selbst etwas verschmälert und reicht nur bis auf 
R. 2, am Innenwinkel dann noch ein braunes Fleckchen. 

Das dritte, am lebhaftesten gelb gefärbte Stück zeigt die braune Färbung 
längs des Vorderrandes schmal verlaufend, auch am Saume ist dieselbe schmäler 
wie bei den beiden anderen Exemplaren, stärker gezackt, auch nur bis auf R. 2 
reichend, und am Innenrande steht ein braunes Fleckchen. Diese beiden letzteren 9 
zeigen auf den Htfl. nur feine Saumpunkte. 

Unten ist die Zeichnung dieselbe wie beim cf 1 , doch sind die rothbraunen 
Zeichnungen, besonders der Querstreif hinter der Flügelmitte, viel stärker und 
auf der hellen Grundfarbe hervortretender. Im Ausmasse halten meine 9 40*12 mm., 
3812 mm. und 3511mm.; alle erhielt ich von Baziya. 

Senegalensis Boisd. Spec. Gen. p. 672 gehört nicht hierher, sondern als 
var. zu Hecdbe L. und scheint mir mit var. floricola Bdv. viele Aehnlichkeit 
zu haben. Die Synonymie dieser Art würde sich demnach so stellen: 

J)esjardinsii Boisduval, Faune de Madagascar p. 22, pl. 2, f. 6 (1833) <j? . 
Boisd. Spec. Gen. p. 671 (1836) 
Trim. Rhop. Afr. austr. I, p. 78, Nr. 51 (1862). 
Kirby, Cat. p. 448, Nr. 91. 

Senegalensis Hübn., Zuträge, f. 969. 970, p. 41 (cT). 
Kirby, Cat. p. Nr. 94, 

Danais Fb. — 25. 1). Chrysippus L. Cr. 118 B. C. Trimen p. 89. 

Behl gemein, in vielen Exemplaren erhalten, alle zeigen die gewöhnliche j 
Färbung, während ich von West-Afrika (Goldküste, Aburi) stets nur die var.j 
AlcippUS Fb. mit fast ganz weissen Htfl. erhielt. 

Anularis Hb. — 26. A. Echcria StolL 29, 2, 2b. Trim. p. 86. 
Stell bildet die Form ab, welche die Flecken der Vdfl. gelb hat, Trimen 
befchreibt «Imim- Flecken theill als gelb, tlieils als weiss; die wenigen Stücke, 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna des Kaffernlaudes. 



283 



die ich erhielt, haben alle Flecken der Vdfl. rein weiss, während Exemplare 
meiner Sammlung von West -Afrika sämmtliche Flecken hell ockergelb zeigen. 

Acraea Fb. — 27. A. Eorta L. Cr., Trim. p. 93. Drury in, t. 28 (gut). 
— Gemein. 

28. A. Neobule Guer., Reiche in Ferr. Gal. Voyage p. 466, t. 33, f. 3, 4. 
Da Doubleday von seiner Neobule weder Beschreibung noch ein Bild 

der Uts. gibt, halte ich mich an die genauere von Reiche 1. c. 

Alle Stücke dieser Art, welche ich vergleichen kann (augenblicklich 
9 d\ 3 Q ), unterscheiden sich von Mahela Bdv. dadurch, dass die Wurzel der 
Htn. auf der Uts. schmäler oder breiter schwarz gefärbt ist und in dieser Fär- 
bung einige weisse Flecken stehen, während bei Mahela (wenigstens bei meinen 
Stücken) die Wurzel wie der ganze übrige Flügel hell ockergelb gefärbt ist und 
weisse Flecken fehlen; hiermit stimmt auch die Beschreibung von Reiche 
übeiein und halte ich diese Form für verschieden von Mahela Bdv., die wohl 
irrig mit Neobule zusammengeworfen wird. 

29. A. Caecilia Fb. Spec. Ins. II, p. 34. Hypatia Dr., Trim. 1. c. p. 97. 
Ein 2, von meinen westafrikanischen Stücken nicht unterschieden. 

30. A. JRahira Boisd., Trim. 1. c. p. 103. 

Die Obs. meiner Stücke zeigt die Htn. nicht heller und dunkler rothgelb 
und braungelb gemischt, wie im Bilde von Boisduval; vielleicht ist diese 
Färbung auf ein Versehen des Malers zurückzufuhren, denn in der Beschreibung 
heisst es nur „fauve clair". Auch die Uts. der Htfl. und der Saum der Vdfl. 
sind zu hochgelb colorirt. Ein $. 

31. A. Serena Fb., Trim. 1. c. p. 107, Guer. in Voyage en Abyssinie VI. 
p. 368 (1849). 

Cr am er hielt diese Art für das Q seiner t. 268 A. B. abgebildeten 
Eponina. Das Bild ist roh, die Uts. kenntlich, auf der Obs. ist der Vorder- 
randsfleck zu einer in den Saum ziehenden Binde verlängert, wie ich dies noch 
nicht sah. Mehrfach erhalten. 

32. A. Esebria Hew., Protea Trim. L c. p. 110, Nr. 70; II, pl. 3, f. 2 
(var. B). 

Eine in der Färbung ausserordentlich variirende Art, indem die Binden 
bald weiss, bald schwefelgelb, bald theils schwefel-, theils lebhaft ockergelb 
gefärbt sind. Mehrere Exemplare. 

Atella. — 33. A. Phalanta Dr., Trim. 1. c. p. 115. 

Zwei cT unterscheiden sich nicht von westafrikanischen Stücken (Aburi), 
weichen aber von ostindischen Stücken durch bedeutendere Grösse und lebhafter 
rothgelbe Grundfarbe ab. Nach Kirby's Cat. ist diese Form var. Eurytis Dbl. 

Hypanartia. — 34. H. Hipponiene Hb. — Mehrere Stücke. 

By rameis. — 35. P. Cardui L. Trim. p. 119. — Häufig, vom hiesigen 
Falter nicht verschieden. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 37 



284 



H. B. Möschl 



Junonia. — 36. J. Clelia Cr., Trim. 1. c. p. 128, Nr. 76; II, pl. 3, f. 7. 

Ein erhalten. Trimen sagt 1. c. p. 329 bei Orithyia L.: „Jam strongly 
inclined to think that J. Clelia is an african subspecies of Orithyia L. Ä Un- 
möglich wäre dies allerdings nicht. 

37. J. Oenone L., Cr. t. 35 A— C. Trim. p. 125. 

Cr am er bildet die Asien eigentümliche Form, Hierta Fb. ab, erwähnt 
aber auch das Cap als Vaterland. 

Freds» — 38. P. Octavia Cr., Trim. 1. c. p. 130. — In mehreren Exemplaren. 

39. P. Amestris Dr. Trim. p. 132. — Bei Baziya, sehr hänfig. 

40. P. Archesia Cr. Trim. p. 133. — In Cr am er 's Bild sind die Htfl. 
am Afterwinkel abgerundet. In vielen Exemplaren. 

41. P. Pelasgis Godt. Trim. p. 135. — Nur wenige Stücke. 

42. P. Cloanthe Cr. 338 A. B., Trim. 1. c. p. 137, Nr. 83. — Afterwinkel 
der Htfl. zu wenig verlängert. Mehrere Exemplare. 

Hypolymnas. — 43. H. Missipus L., cT Bölina Dr., Trim. p. 153. 

Gemein. Die Varietät Inaria Cr., welche die Vdfl. ohne schwarze Spitze 
und weisse Fleckenbinde hat, einzeln unter der Stammart. 

Cymothoe. — 44. C. Alcimeda Godt., Trim. p. 159. — Ein cT. 

Nymphalis. — 45. N. Xiphares Cr., Trim. p. 167. — Ein 9- 

Palla. — 46. P. Varanes Cr. t. 114 A. B. Trim. p. 181. — Einzeln. 

Lethe. — 47. L. Dendrophilus Trimen Ehop. Afr. austr. II, p. 191, 
t. 3, f. 8. — Zwei cf dieser schönen Art. 

Leptoneura. — 48. L. Clytus L. Cr. t. 86 C. D. — Mehrere Exemplare. 

Erebia. — 49. E. Sabacus Trim. Tr. Ent. Soc. III, vol. II, p. 176 (1864). 

— Mehrere Exemplare. 

50. E. Cassius Godt. Trim. 1. c. I, p. 202. — Einige Stücke. 
Eurytela, — 51. E. Hiarbas Dr. Trim. II, p. 212. — Mehrfach erhalten. 
Hypanis Boisd. Faune de Madagascar p. 55 (1833). — Byblia H. V. 
p. 28 (1816). 

52. H. llithyia Dr. Trim. II, p. 214, und var. Polinice Cr. — Häufig. 
Myrina. — 53. M. Silenus Fb., Alcides Cr. (schlecht). Trim. II, p. 219. 

— In Mehrzahl. 

Ilypolycaena. — 54. H. Philippus Fabr., Ampi. Erylus Trim. (nec 
Godt.) II, p. 228. - Ein . 

Lycaena. — 55. L. Emolus Godt. Trim. II, p. 234, pl. 4, f. 8, 9. — 
Mehrere »Stücke. 

56. L. Amarah Guer. Trim. II, p. 235. — Selten. 

57. Jj. Jiaelica L. Trim. II, p. 236. — Gemein, vom europäischen Falter 
nicht abweichend. 

58. L. Telicanus Hb. Trim. II, p. 238. — Nicht selten und den Euro- 
päern gleichend. 

59. Jyivfjeus Cr. Trim. II, p. 239. — Einige Exemplare. 

60. L. Caltcc Hopff., Trim. II, p. 244. — Zwei tf\ 



Reiträge zur Schinetterling6-Fauna des Kaffeinlandes. 



285 



61. L. Jesous Guer. Trim. II, p. 250. — Zwei tf. 

62. L. benigna n. sp. Taf. XVI, Fig. 1. 

Nahe mit Jesous Guer. verwandt, doch durch folgende Merkmale unter- 
schieden: Auf der Obs. herrscht die braune Grundfarbe vor, nur an der Wurzel, 
unterhalb der Subdorsale, und auf den Htfl. in den Zellen 1—5 zeigt sich, nur 
als Fleckchen, blaue Bestäubung, während bei Jesous Q die licht veilblaue 
Färbung den grössten Theil der Flügel einnimmt. Fransen der Vdfl. bräunlich, 
sparsam weiss gemischt, bei Jesous die Wurzelhälfte bräunlich, weiss gemischt 
die Spitzenhälfte weiss, auf den Eippen braun gescheckt. 

Uts. aller Flügel trüb weiss, bei Jesous auf den Vdfl. licht bräunlichgelb, 
auf den Htfl., wenigstens bis zur Flügelmitte, graulichgelb angehaucht. 

Vorderrand der Vdfl., mit Ausnahme eines Fleckes an der Wurzel braun - 
grau, welche Färbung sich vor und hinter der Fleckenreihe streifartig bis auf 
E. 4 zieht. Der schwarze Längsstreif aus der Wurzel länger wie bei Jesous, 
der Punkt in und der Mondfleck am Schlüsse der Mittelzelle schwarz, bei Jesous 
rostbraun. Die Eeihe runder Flecken hinter der Mitte, welche bei Jesous in 
gleicher Eichtung verläuft, ist hier in Zelle 4 saumwärts gebogen, der nächst- 
folgende Fleck in Zelle 3 steht wieder mehr wurzelwärts, die Flecken sind 
schwarz, bei Jesous rostbraun, der Fleck in Zelle 2 steht dem Saume etwas 
näher wie bei Jesous, und der kleinere, Jesous eigenthümliche Fleck in Zelle 16 
fehlt. Der Streif vor dem Saume ist schwärzlich, bei Jesous rostbraun, die 
Punkte vor dem Saume sind gleichmässig schwarz, während bei Jesous derjenige 
in Zelle 3 und der Doppelpunkt in Zelle lb rostbräunlich ist. 

Auf den Htfl. sind der schwarze Längsfleck aus der Wurzel, die beiden 
Flecken nahe der Wurzel des Innenrandes, die vier Flecken, welche die erste 
Eeihe bilden, wie bei Jesous, der die Mittelzelle schliessende Querstrich ist 
schwarz, bei Jesous braun, die folgende Fleckenreihe besteht aus sieben schwarzen 
Flecken, zwei grösseren, von denen einer am Vorderrande, der andere, etwas 
längliche und grösste, in Zelle 4 steht, und fünf kleineren, etwas matter ge- 
färbten in Zelle lb, 2, 3, 5 und 6. Bei Jesous steht nur am Vorderrande ein 
schwarzer Fleck, von welchem ein durch zusammengeflossene Flecken gebildeter 
rostbräunlicher Querstreif bis an E. 1 zieht, hinter demselben steht noch ein 
solcher von E. 3—6 reichender Querstreif. Die Punkte vor dem Saume sind 
schwarz, derjenige in Zelle 3 ist kleiner und matter, doch nicht wie bei Jesous 
rostbräunlich. Diejenigen auf E. 1 und in Zelle 2 sind fein blausilbern auf- 
geblickt. 13-9 mm. Ein Q. 

63. L. Moriqua Wallengr. Trim. p. 251. — tf, Q. 

64. L. Cissus Godt., Hb. Zuträge, f. 811, 812. Trim. II, p. 252. — Ein 

65. L. Trochilus Freyer. Trim. II, p. 256. — Einzeln, von den Europäern 
nicht abweichend. 

66. L. Lysimon Hb., Knysna Trim. p. 255. — Einige Exemplare. 

67. L. Mdhällokoaena Wallengr. Trim. II, p. 257. — Ein cT, zwei Q. 
Polyommatus. — 68. P. Orus Cr. (ganz schlecht). Trim. II, p. 259. 

— Einige tf. 

37* 



286 H. B Möschler. 

Axiocerces. — 69. A. Pievits Cr. (schlecht), Trim. II, p. 274. 

In Mehrzahl, die orange Färhung des Mittelfeldes der Vdfl. und die gleich- 
farbige Binde vor dem Saume der Htfl. variiren in ihrer Ausdehnung sehr, bei 
manchen Männern fehlt erstere ganz und letztere ist auf einen Fleck beschränkt. 

Hesperidae Leach. 

Pyrgus. - 70. P. Vindex Cr. Trim. II, p. 287. — Viele Exemplare. 

71. P. Diomus Hopff. Trim. p. 288 als (?) var. von Vindex. 

Obgleich ich nur Einen Mann dieser Art mit einer grösseren Anzahl von 
Vindex Cr. vergleichen kann, bin ich doch nicht im Zweifel, dass Diomus von 
Vindex specifisch verschieden ist, denn die Zeichnungsanlage der Uts. der Htfl. 
ist bei Beiden ganz verschieden. 

Nimmt man mit Trimen, entgegengesetzt von Hopff er, die Olivenfarbe 
als Grund, die weissliche Färbung als Zeichnung au, so führt Diomus drei 
weissgrünliche Querbinden, deren erste das Wurzelfeld bildet und an ihrem Ende 
mit dem äusseren Rande, wenn man sie sich verlängert denkt, etwa in die 
Mitte des Innenrandes treffen würde, die zweite in dem Discus aus der Mitte 
des Vorderrandes gerade in den Afterwinkel, die dritte als schmaler Streif dicht 
hinter dem hinteren olivengrünen Streif die Grundfarbe vom Ende des Vorder- 
randes in den Saum zieht. 

Vindex dagegen zeigt die Flügelwurzel olivenbraun, die hinter dieser 
Färbung befindliche weisse Querbinde, welche nicht wie bei Diomus eine gleich- 
mässige Binde bildet, besteht aus zwei grösseren in Zelle 7 und am Vorderrande 
stehenden zwei kleineren Flecken in der Mittelzelle und in Zelle lc, welche nur 
durch die Rippen von einander getrennt sind. Die Richtung dieser Fleckenbinde 
ist aber eine wesentlich andere wie bei Diomus, denn der äussere Rand des 
letzten Fleckes trifft nicht in die Mitte, sondern höchstens an das Ende des 
ersten Dritttheiles des Innenrandes, und während die Binde bei Diomus nach 
aussen eine gerade Linie bildet und vom ersten Dritttheile des Vorderrandes zu 
der Mitte des Innenrandes zieht, zeigt sie bei Vindex den Hinterrand stark ein- 
gebogen und tritt am Vorderrande bis fast zu dessen Mitte, dagegen am Innen- 
rande nur bis zum ersten Dritttheile, geht also in entgegengesetzter Richtung 
wie bei Diomus. Noch auffälliger wird dies Verhältniss bei der zweiten Binde, 
welche bei Diomus von der Mitte des Vorderrandes direct in den Innenwinkel 
zieht; diese, bei Vindex in Zelle C vollständig unterbrochen, beginnt mit einem 
kleineren abgesonderten Fleck dicht am Ende des Vorderrandes und endet, ver- 
längert gedacht, wenig hinter der Mitte des Innenrandes, verläuft also auch in 
vollkommen entgegengesetzter Richtung wie bei Diomus, ausserdem ist sie nicht 
wie bei dieser Art ununterbrochen und mit gleichem, geradem Hinterrande, 
sondern, wie erwähnt, in Zelle 6 unterbrochen, stark saumwiirts gebogen und 
gegen ihr Ende auffallend verschmälert. 

Was nun den letzten schmalen Querstreif anbelangt, so erreicht derselbe 
nicht, wii« b*»i Diomus, die Flügelspitze, da das Olivenbraun der Grundfarbe in 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna des KaffVrnlandes 



287 



Z^lle 6 bis an den Saum reicht, bildet auch nicht einen zusammenhängenden 
Streif, sondern an ihrer Stelle findet sich eine Reihe einzelner weisser Fleckchen, 
von denen jenes auf R. 5 bedeutend grösser wie die übrigen ist. Die angegebenen 
Unterschiede dürften genügen, um Diomus seine Artrechte zu sichern, denn 
wollte man auch mitTrimen annehmen, dass es Schmetterlinge derselben Art 
gibt, bei welchen „the confluence of stripes often produces a very distinct- 
looking form", so ist doch gewiss nicht anzunehmen, dass zwei Arten, bei welchen 
der Verlauf der Binden ein gerade entgegengesetzter ist, identisch sind. 

Trimen kennt auch keine Uebergänge zwischen Vindex und Diomus, 
sondern sagt nur, er habe letztere Art oft mit Vindex zusammen gefangen; 
diese Thatsache scheint mir aber mehr gegen als für die Vereinigung Beider 
zu sprechen. 

Pamphila. — 72. P. Hottentotta Latrll., — Letterstedti (recte Zetter- 
stedti). Wallgr., Trim. II, p. 300. — In Mehrzahl, das zeigt zuweilen ocker- 
gelbe Grundfarbe der Obs. 

73. P. Mohopaani Wallengr. Trim. II, p. 304. 

Einige Exemplare sehr nahe mit H. borbonica Boisd. verwandt, doch 
fehlen dieser die Glasflecken der Mittelzelle der Vdfl. und diejenigen der Htfl. 
Achlyodes. — 74. A. Bjaelaelae Wallengr. Trim. II, p. 311. — Wenige $ . 
Ismene. — 75. I. Eeithloa Wallengr. Trim. II, p. 317. — Ein Q. 
76. I. Forestan Cr. (recte Florestan). Florestan Trim. II. p. 318. — Zwei 9 • 

Heterocera. 

Sphingidae Boisd. 

Sphinx» — 77. Sph. Convölvuli L., Boisd. spec. gen. Sphingid. 1874, p. 94. 
— Sehr häufig; viel kleiner und matter wie die europäischen gezeichnet. 

Deilephila. — 78. D. Livomica Esp., aut. Lineata Oh., Boisd. 1. c. 
p. 172. — Einige Exemplare, ebenfalls kleiner und matter gefärbt wie die 
Europäer. 

Chaerocampa. — 79. Ch. Celerio L. — Gemein, alle Exemplare sind 
im Gegensatze zu den beiden vorigen Arten grösser und lebhafter wie die euro- 
päischen gefärbt. 

80. — Ch. Schenkt Möschl. Stett. Ent. Zeitg. XXXIII, p. 339 (1872). — 
Viele Exemplare. 

81. Ch. Epicles Boisd. 1. c. p. 244. Gordius Cr. t. 267 A. — Ein tf. 

Da Cramer schon t. 247 B. eine Sphinx Gordius von Nord -Amerika 
abbildete, änderte Boisduval den Namen. 

82. Ch. capensis L. Boisd. 1. c. 234. — tf, $ . 



288 



H. B. Mos chl er. 



Basiothia Wik. — 83. B. Idricus Drur., Boisd. Sphingid. p. 282. — 
Mehrere Exemplare. 

Mit demselben Kechte wie Deüephila kann auch Basiothia als eigene 
Gattung von Chaerocampa abgetrennt werden. 

Aspledon. — 84. A. Brisaeus Boisd. 1. c. p. 306. — Zwei Exemplare. 

Macroglossa. — 85. M. Hylas L. Boisd. 1. c. p. 376. Picus Cr. t. 148 B. 
Schlechtes Bild mit unrichtiger Färbung des Hinterleibes. Gemein. 

Syntomidae. 

Automolis Hüb. V, p. 170, Zagaris Walk. List. IV, p. 1096, 1855 (zu den 
Notodontidae gestellt !). 

86. A. Metern Cr. 347 B., Walk. 1. c. p. 1096. — Mehrere <?. 

Lithosidae. 

Lithosia. — 87. L. Colon Möschl. Stett. Ent. Zeitg. XXXIII, p. 353 (1872). 
— Ein Stück. 

Ob das Vaterland meines 1. c. beschriebenen Exemplars wirklich, wie dort 
angegeben, Silhet ist, ist mir zweifelhaft geworden, doch wäre es immerhin 
möglich, da ja Indien und Süd -Afrika manche Art gemeinsam besitzen. 

Arctiidae. 

Utetheisa Hb. (Deiopeia Steph.). — 88. U. pulchella L., pulchra aut. 
(Lotrix Cr. t. 109 E. ?) — Gemein, alle Exemplare sind kleiner und blasser wie 
die europäischen. 

Aloa Hb. Leucoloa Butler, Cist. ent. II, p. 44, 1875. — 89. A. undistriga 
Felder Reise d. Freg. Novara, t. C, f. 21 (1868). — Ein 9. 

? Spilosoma eugraphica Walk., List. XXXI, p. 292, 1864. 
Enydra Walk., Trans, ent. soc. London, 3. ser., I, 1862, p. 77, List 
sup. XXXI, p. 260. Isochroa Felder Reise d. Novara, t. C, f. 26, 1868. 

90. E. Phedonia Cr. t. 347 C, Walk., List. VII, p. 1685. 

E. cinctigutta Walk. 1. c. 

E. ehurneiguttata Feld. 1. c. ; Erklär, d. Taf. p. 6. 
Sccusia? Phedonia Walk. 1. c. p. 559. 
Einige Exemplare. 

THowyehopus IL Sch. Synops. in Schmett. v. Europa VI, p. 94 (1855). 
(?) Menetries in Sch renk 's Reisen II, p. 52, false Hüb. 

91. T). Amasis Cr. t. 206 B. Walk. List. p. 612 (Arctia?). A. delineataWlb- 
III, p. 70(1. 

/>. HntiUe n. ip.3 Walk. L c. Ol, p. 701, rar. y. 



Beiträge zuv Schmetterlings-Fauna des Kaffernlaudep. 



289 



Es ist mir (auch Staudinger theilt diese Ansicht) nach Vergleichung von 
zwölf Exemplaren dieser Art in Stauding er 's und meiner Sammlung kaum 
zweifelhaft, dass unter Amasis Cr. zwei verschiedene, nahe mit einander ver- 
wandte Arten begriffen werden, und will ich deren Unterschiede angeben; ich 
nenne die zweite Art similis; sollte sich dieselbe später vielleicht als Varietät 
von Amasis herausstellen, so kann der von mir gegebene Name immerhin bei- 
behalten werden. 

Amasis hat durchschnittlich etwas kürzere Vdfl. wie similis; bei fünf mir 
vorliegenden Exemplaren (3 c/ 1 , 2 Q) messen dieselben 23, 9—32, 13 mm. in der 
Länge und Breite, durchschnittlich also 28 und 1T1 mm. Similis, von welchem 
ich sieben Stücke (4 $ und 3 9 ) vergleichen kann, variirt in den Vorderflügel- 
rnassen von 28, 11—36, 15 mm., hält also durchschnittlich 30 9 und 12*1 mm. 

Amasis hat die Vdfl. oben stets bis zur Mitte röthlich angehaucht und 
rührt diese Färbung von der stark zinnoberroth gefärbten Innenhälfte der Uts. 
her; similis hat oben rein weisse, unten ockergelbe, höchstens im Wurzelfelde 
theilweise wenig roth angeflogene Vdfl. 

Amasis zeigt oben nur schwarze Zeichnung, similis führt dagegen zwei 
mehr oder weniger deutliche, hell ockergelbe, geschwungene und gezackte feine 
Querstreifen, welche Amasis stets fehlen. 

Amasis hat vor dem Saume der Htfl., wenigstens in den mir vorliegenden 
Stücken und in Cramer's Bild, einige kleinere oder grössere schwarze Fleckchen, 
welche similis fehlen. 

Amasis führt auf der Mitte des rothen Hinterleibes stets schmale, breit- 
gezogene schwarze Flecken, welche zuweilen gelb gerandet erscheinen und oft 
fast ganz über die Breite des Leibes reichen; similis dagegen hat diese Flecken 
nie, sondern nur kleine, zuweilen fein gelbgesäumte schwarze Punkte, welche 
manchen Exemplaren theilweise fehlen. Cramer's Figur ist in Bezug auf den 
Hinterleib verfehlt; derselbe ist schwarz, die einzelnen Ringe roth gerandet. 
Amasis hat die Schulterdecken bräunlich, similis dagegen licht ockergelb gesäumt. 

In der übrigen Zeichnung variiren beide Arten (in den mir vorliegenden 
Exemplaren), indem die Vdfl. bei Beiden bald mehr, bald weniger schwarze 
Fleckchen zeigen, die Grundfarbe der Htfl. heller oder dunkler ockergelb ist und 
auf deren Uts. bald nur ein, bald zwei schwarze Vorderrandsflecken stehen. 

Da beide Arten im Cap- und Kaffernlande vorkommen und in den oben 
angegebenen Merkmalen constant verschieden zu sein scheinen, so dürften die- 
selben so lange, als nicht Uebergänge bekannt sind, als zwei verschiedene Arten 
anzusehen sein. 

Cramer gibt fälschlich Surinam als Vaterland seiner Amasis an, und 
dies hat mich verleitet, sie in meine Beiträge zur Schmetterlings-Fauna Surinams, 
II, diese Verhandl. p. 669 (1877) aufzunehmen; ich hatte mein damals einziges 
Exemplar aus zweiter Hand mit anderen surinamischen Arten erhalten. 

Amerila Walk. List. III, p. 725. — 93. A. Bauri n. sp. Taf. XVI, Fig. 2. 

Fühler an der Wurzel zinnoberroth, mit feinem schwarzen Punkt auf dem 
verdickten Wurzelgliede, übrigens schwarz. Palpen am Rücken und in den Seiten 



290 H. B. Möschler. 

hell carminroth, an der Schneide gelb, das Wurzelglied an der Aussegelte mit 
schwarzem Fleck, Mittel- und Endglied mit schwarzer Endhälfte. 

Kopf, Thorax, Wurzel des Hinterleibes, Bauch ockergelb. In der Mitte 
der Stirn und des Scheitels ein schwarzer Punkt. Halskragen mit je einem 
solchen Punkte an den Vorderecken. Am Vorderrande des Thorax sechs solche 
Punkte nebeneinanderstehend, von denen auf jeder Schulterecke einer steht; die 
äussersten ganz am Rande des Thorax und sind von oben nicht sichtbar. Vor 
dem Hinterrande des Thorax, in dessen Mitte, vier solcher ins Quadrat gestellter 
Punkte. Der Hinterleib mit Ausnahme der Wurzel licht carminroth, in den 
Seiten eine Reihe schwarzer, länglicher Fleckchen. 

Vorderschenkel innen roth, aussen gelb, an der Wurzel mit einem schwarzen 
Punkte. Mittel- und Hinterschenkel innen gelb, aussen roth. Alle Schienen 
innen roth, aussen gelb, Tarsen ganz roth. 

Vdfl. blass ockergelb, an der Wurzel zwei schwarze Punkte hintereinander; 
hinter der Flügelmitte eine breite, beiderseits ungleich bogenförmig begrenzte, 
durch die Rippen in vier Flecken getrennte glashelle Querbinde, welche fein 
rostbraun gesäumt ist, in Zelle 2 und dem äusseren Theile der Mittelzelle ist 
die gelbe Bestäubung sehr dünn und lässt halb glashelle Stellen durchscheinen. 
Htfl. noch heller gefärbt, längs des Vorderrandes und Saumes bis R. 2 matt 
durchscheinend. Fransen wie die Grundfarbe. Uts. der Obs. gleich. 64, 13 mm. 

Ein ganz reines 9 dieser schönen Art erhielt ich vor einigen Jahren 
durch Herrn Baur, welcher früher als Missionär in Baziya war, und benenne 
dieselbe ihm zu Ehren. 

In der Zeichnung zeigt diese Art viel Aehnlichkeit mit Aganais vitripennis 
Blanch., Dict. univ. d'hist. nat. p. d'Orbigny, Atlas Ins. pl. 13, f. 3, p. 19, 1849 (Rghf.) 

Hypsa Hb. Verz. p. 172 (1816). Aganais Bdv., Faune de Madagascar 
p. 96, Petalia Walk., Gruppe 10. List. II, p. 457. 

94. H. Aphidas Hopff. in Peter's Reise n. Mozambique p. 432, t. 28, f. 8. 
— Zwei Exemplare. 

Eusemia. — 95. E. Euphemia Cr. 345 A. Walk. 1. c. I, p. 50. Noctua 
Geryon Fab., Ent. Syst. III, pars. 2, p. 28 (1794). — Ein cT- 

Noctuidae. 

THaphona Hb. Verz. 188. Ovios Walk. List. III, p. 754. 
96, 1). Sylviana Stoll, t. 40, f. 4, p. 174 (1791). 

Ii. clegans Fb., Ent. Syst. III, pars. 1, p. 443 (1793). 
Hopffer in Peter's Reise p. 131, t. 28, f. 6, 7. 
Ohelonia evidens Boisd. in Iconographie du Guerin p. 513, t. 88, f. 1. 
Zwei Exemplare. Guende führt die Art in seinen Noctuiden nicht auf, 
hält sie wahrscheinlich für einen Spinner; der Ursprung von R. 5 der Vdfl. stellt 
dieselbe aber entschieden zu den Noctuiden. Möglicherweise gehört zu dieser 
Art Eumelia Cr, t. 847, f. 9. Allerdings ist dies Bild zweifelhaft, vielleicht ist 
doch die vorliegende Alt damit gemeint. 



Beiträge zur Schmetterliugs-Fauna des Kaffernlandes. 



291 



Leucania. — 97. L. intemata n. sp. Taf. XVI, Fig. 3. 

Fühler, Palpen, Kopf, Thorax, Hinterleib und Beine weisslich strohgelb, 
Halskragen und Thorax mit braunen Schuppen sparsam bestreut. 

Grund der Vdfl. fast weiss, mehr oder weniger dicht mit licht roströth- 
licher Bestäubung bedeckt, welche in den Zellen feine Längsstreifen bildet und 
zuweilen dieselben ganz ausfüllt, die in den Saum ziehenden Rippen rostbraun 
bestäubt. Am Ende der Mittelzelle, dicht über der inneren Mittelrippe, steht 
ein länglich keilförmiger, kurzer, weisslicher Streif. Hinter der Flügelmitte zieht 
eine Bogenreihe schwarzer, in den Zellen stehender und gegen den Vorderrand 
dicht zusammengestellter Punkte; eine solche Punktreihe auch dicht vor dem 
Saume, auf den Rippen; Fransen licht roströthlich , mit feinen, dunklen 
Schüppchen bestreut. Htfl. weiss, gegen den Saum und auf den Rippen fein 
hell roströthlich bestäubt. Saumlinie grau, Fransen weiss. Uts. lichter wie 
oben, Punktreihe der Vdfl. nur als undeutlicher Querstreif angedeutet, Rippen 
nicht dunkler bestäubt. Alle Flügel mit schwarzen Saumpunkten, Vorderrand 
bräunlich bestäubt. 29—31, 6 mm. tf, 9- 

98. L, melianoides n. sp. Taf. XVI, Fig. 4. 

Fühler und Palpen licht ockergelb, letztere mit eingemengten bräunlichen 
Schüppchen; Kopf etwas dunkler ockergelb, Halskragen strohgelb, mit ein- 
gemengten weissgrauen Schuppen und zwei braunen Querstreifen gegen den 
Vorderrand und in der Mitte. Thorax strohgelb, mit einem Stich ins Ocker- 
gelbliche. Beine schmutzig strohgelb. 

Grund der Vdfl. röthlich ockergelb, aus der Flügelwurzel zieht bis an den 
Saum, vor demselben nach oben hakenförmig gebogen und breiter werdend, ein 
dunkelbrauner Längsstreif, der durch die hintere Hälfte der Subdorsalrippe längs 
durchschnitten wird und über welchem am Ende der Mittelzelle ein tiefschwarzer 
Punkt steht. Ober- und unterhalb dieses Streifes, von der Flügelmitte bis zum 
Saume, ist der Grund streifartig strohgelb gefärbt, gegen die Flügelspitze, von 
den strohgelben Rippen durchschnitten, graulichgelb, gegen den Innenwinkel 
bräunlich. Saumpunkte tiefschwarz. Fransen hell strohgelb, Spitze und zwei 
Theilungslinien graulich. 

Htfl. glänzend weissgelb, Fransen rein weiss. 

Unten die Vdfl. hell strohgelb, Vorderrand graubräunlich, Längsstreif, 
sowie undeutliche Streifen zwischen den Rippen im Saumfelde verloschen bräun- 
lich, Saumpunkte und Fransen wie oben. 

Htfl. weiss, mit schwach gelblichem Anflug, Vorderrand breit lehmgelb 
bestäubt. Saumpunkte bräunlich, ganz verloschen, Fransen reinweiss. 17, 7*5 mm. 
Ein cf . 

Möglicherweise gehört diese Art nicht zu Leucania, wenigstens gleicht der 
schmale Thorax und der sehr schlanke Hinterleib mehr Meliana flammea Curt., 
doch zeigen die Flügel denselben Schnitt wie bei Leucania. Die Fühler des 
einzigen mir vorliegenden cT sind borstenförmig und an jeder Seite eines jeden 
Gliedes mit einer stärkeren Borste besetzt, übrigens sehr kurz und gleichmässig 
bewimpert; die Palpen zeigen keinen Unterschied von jenen der Arten von 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 38 



292 



fl. B. Mööchler. 



3Ieliana, sie überragen die Stirn nicht. Mit einer der mir bekannten europäischen, 
nordamerikanischen oder sonstigen exotischen Arten von Leucania weiss ich diese 
Art nicht zu vergleichen. 

99. L. Baziyae n. sp. Taf. XVI, Fig. 5. 

Fühler bräunlich, Innenseite der Wurzel weisslich bestäubt. Palpen hell 
lehmgelb, aussen bräunlich. Kopf und Halskragen lehmgelb, letzterer entweder 
in der Mitte mit einem braunen Querstreifen, oder am Vorderrande und vor dem 
Hinterrande mit einem solchen Streifen. Leib strohgelb. Thorax und Beine 
lehmgelb. 

Vdfl. hell lehmgelb mit olivengelbem Anflug, die Subdorsale in ihrer 
ganzen Länge weiss, R. 3 und 4 in ihrer ganzen Länge weisslich. Am Ende 
der Mittelzelle ein feiner, schwarzer Punkt. Der Eaum in und hinter der Mittel- 
zelle röthlichgelb angeflogen; in den Zellen im Saumfelde feine dunklere Längs- 
streifen; Saumpunkte sehr fein, schwarz; Fransen in der Wurzelhälfte dem 
Flügel gleich gefärbt, in der Endhälfte röthlich strohgelb. Htfl. weiss, vor dem 
Saume schmäler oder breiter bräunlich bestäubt, Rippen bräunlich. Saumlinie 
bräunlich, Fransen weiss, zuweilen gelblich angehaucht. 

Unten die Vdfl. licht strohgelb, im Discus schwärzlichbraun, Vorderrand 
und das Saumfeld dünn und fein schwärzlich bestäubt, Saumpunkte fein, 
schwarz, Fransen in der Wurzelhälfte lehm-, in der Endhälfte röthlich lehmgelb. 

Htfl. weiss, längs des Vorderrandes und zuweilen auch längs des Saumes 
lehmgelb bestäubt, mit feinen, schwärzlichen Punkten bestreut. Saumpunkte 
fein, schwarz, zuweilen gegen den Afterwinkel fehlend, Fransen gelblichweiss. 
Eine Reihe schwarzer Punkte hinter der Mitte der Vdfl. auf der Obs. wie einige 
verwandte Arten, z. B. aspersa Snell. von Java, zeigt diese Art nicht, höchstens 
steht ein feiner, schwarzer Punkt auf R. 2. 14, 6—15, 7 mm. Viele Exemplare 
in beiden Geschlechtern. 

Caradvina» — 100. C. exiyua Hb. In Mehrzahl, sämmtliche Exem- 
plare mit sehr dunkelbrauner Grundfarbe der Vdfl. 
101. C. singula n. sp. Taf. XVI, Fig. 6. 

Fühler bräunlich. Palpen licht strohgelb, aussen dunkelbraun gemischt. 
Kopf, Halskrageu, Beine und Thorax gelblichgrau. Leib etwas dunkler, Vdfl. 
gelblichgrau, an der Wurzel ein abgebrochener, schwärzlicher Querstreif, vor- 
derer Querstreif braun, gegen den Vorderrand eine Spitze saumwärts sendend, 
dann breit nach innen, unterhalb der Subdorsale breit nach aussen tretend, auf 
Ii. 1 eine Spitze nach innen bildend und dann wenig schräg in den Innenrand 
ziehend. 

Mittelschatten am Vorderrande einen Flock bildend, in einigen Bogen 
durcli den Flügel ziehend, hinterer Querstreif geschwungen, doppelt, wie der 
Mittelschatten braun, Wellenlinie ziemlich gerade, nur unterhalb der Flügel- 
spitze schwach abgesetzt, gelblich, nach innen dunkler bräunlieh angelegt. Von 
den Makeln ist nur die Nierenmakel verdunkelt, undeutlich sichtbar, am saum- 
wärts gekehrten Rande ein gelbes Fleckchen. 



Beiträge 7,ur Schmetterlings-Fauna des Kaffernlandes. 



293 



Saumlinie gelblich, in ihr braune Querstrichelchen ; Fransen dunkler wie 
der Grund, mit undeutlicher lichter Theilungslinie. 

Htfl. weiss, an der Spitze schwach bräunlichgrau bestäubt; Saumlinie 
verloschen bräunlich; Fransen weiss, Spitze und Theilungslinie verloschen 
bräunlich. Uts. der Vdfl. am Vorderrande weisslich lehmgelb, ebenso am Saume, 
im Discns dunkel braungrau, hinterer Querstreif und die Begrenzung der Wellen- 
linie am Vorderrande als abgebrochener bräunlicher Streif sichtbar. Saumlinie, 
Fransen und Htfl. wie oben, letztere auch mit bräunlich bestäubtem Vorder- 
rande. 12-6 mm. Ein cf. 

Mit quadripunctata Fb. {cuhicidaris S. V.) und supercüiata Wallengr. 
1. c. p. 59 verwandt, von letzterer unterscheidet sie sich aber schon durch den 
einfachen vorderen Querstreif der Vdfl., denn bei supercüiata heisst es: „lineis 
ordinariis duplicatis". 

102. C. orhata n. sp. Taf. XVI, Fig. 7. 

Fühler graugelb, Wurzel- und Mittelglied bis über dessen Mitte dunkel- 
braun, die Spitze und das Eudglied licht röthlichgrau. Stirn licht röthlicbgrau, 
Scheitel, Halskragen und Thorax graugelb mit eingemengten braunen Schuppen. 

Hinterleib gelbgrau, ebenso die Beine. 

Vdfl. glänzend schmutzig licht gelbgrau, dünn, mit am Vorderrande dichter 
stehenden, bräunlichen Punkten bestreut. Die drei Querstreifen fein, nur der 
hintere doppelt, nicht gezackt, verloschen braun. Der erste an der Wurzel durch 
den ganzen Flügel ziehend, der zweite einen breiten Bogen vom Vorderrande 
bis in Zelle 1 b, dann einen zweiten spitzeren Bogen in Zelle la bildend. Der 
hintere Querstreif gleichmässig vom Vorderrande bis in Zelle lb bogenförmig 
ziehend, einen zweiten kleinen Bogen auf R. 1 bildend; Mittelschatten äusserst 
schwach. Ringmakel als tiefschwarzer Punkt, Nierenmakel ganz verloschen, 
unbestimmt, durch ein gelbliches Fleckchen angedeutet; Saumlinie bräunlichgelb, 
Fransen graugelb, dunkler als der Flügelgrund. 

Htfl. halb durchsichtig, weiss, mit gelblichem Glanz, Fransen an der 
Wurzel ebenso, an den Spitzen weiss. 

Unten Vdfl. schmutzig weissgelb, längs des Vorderrandes und Saumes 
licht lehmgelb bestäubt und mit schwarzen Punkten bestreut. Nierenmakel 
durch einen schwärzlichen, kurzen Querstrich angedeutet, der hintere Querstreif 
einfach, au* bräunlichen Querstricheln gebildet. Vorderrand und Spitze der 
weissen Htfl. lehmgelb lieh und braun bestäubt; Saumlinie aller Flügel bräunlich. 
Fransen der Vdfl. an der Wurzel gelblich, an den Spitzen graugelb, der Htfl. 
j gelblichweiss. 13, 6 mm. Ein . 

103. Mamestra Bulgeri Feld, et Roghf. Reise d. Novara, Taf. CX, Fig. 18, cT- 
In Leder er 's Abtheilung Ec gehörend. Noct. Europa's p. 90. 

Fühler bewimpert, Palpen, Kopf und Halskragen dunkel umbrabraun, 
letzterer mit schwarzer Mittellinie, und der Hinterrand fein braungelb gerandet. 
Thorax dunkel umbrabraun, Brust und Beine graubraun, Hinterleib weisslich 
graugelb, die letzten Segmente und der Afterbüschel des $ dunkler gelbgrau. 

38* 



294 



H. B. Moschler. 



Tarsen gelb geringelt, Sporne gelblich, brann geringelt. Zeichnung ähnlich 

M. saponariae. 

Wurzelfeld der Vdfl. matt schwarz, ebenso ein am Vorderrande breites, 
sich bedeutend gegen den Innenwinkel verschmälerndes Querband hinter dem 
hinteren Querstreif. 

Mittelfeld und Saumfeld gelbbraun, heller und dunkler gemischt. Die 
beiden Querstreifen innen licht gelbbraun, beiderseits schwarz gerandet. Der 
vordere Querstreif schwach gebogen, gewellt, aussen tiefer schwarz gerandet, der 
hintere Querstreif geschwungen, durch Hakenfleckchen begrenzt, innen dunkler 
gerandet. Mittelschatten schwärzlichbraun, sehr schmal und ziemlich schwach. 

Wellenlinie weisslich lehmgelb, unregelmässig, auf R. 3 und 4 am weitesten 
gegen den Saum reichend, gezackt. Makeln gross, gelbbraun ausgefüllt, licht 
lehmgelb umzogen. Unterhalb der Kingmakel, an dem vorderen Querstreifen, 
ein nach aussen abgerundeter, schwarzbrauner Fleck. Am Vorderrande im Mittel- 
felde schwarzbraune Fleckchen, im Saumfelde weissgelbe Punkte. Hauptrippen 
sind im Mittelfelde weisslich lehmgelb gefärbt. 

Saumpunkte fein, schwarz. Saumlinie röthlichgelb, Fransen graubraun 
mit zwei weisslichen Theilungslinien. 

Htfl. des glänzend weiss, am Vorderrande schwach graubraun bestäubt, 
vereinzelte solche Bestäubung findet sich auch auf den Rippen; beim 9 ist 
der Saum fast bis zur Flügelmitte graubraun gefärbt. Saumlinie graubraun, 
Fransen weiss. 

Unten die Vdfl. licht graubraun, am Vorderrande bis zum hinteren Quer- 
streifen breit weisslichgelb bestäubt, zuweilen auch im Discus weisslich gemischt. 

Htfl. beim $ am Vorderrande und der Spitze breit graubraun und gelblich 
bestäubt, Mittelpunkt und ein oft nur aus einzelnen, auf den Rippen stehenden 
Punkten gebildeter Querstreif hinter der Mitte braun, beim 9 wi© oben. 17 — 18, 
7— 8 mm. Mehrere Exemplare, meist Männer. 

Spodoptera. — 104. Sp. capicola H. Sch. Ausseur. Schm., Taf. XXVII, 
Fig. 131 (1854). — Mehrere j erhalten. 

Agrotis. — 105. A. albifrons Hb. Ztg. 859, 860. Guen. spec. gen. V, p. 276. 

Mehrere Exemplare, die auf den Vdfl. als Grundfarbe ein theilweise sehr 
schwach fleischfarben angehauchtes Weiss führen. 

106. A. spiculifera Guen. 1. c. V, p. 266. (?) Ferina Feld., Reise d. Novara, 
Taf. CX, Fig. 12. — In Mehrzahl, meist Männer, sehr nahe auch A. spinifera Hb. 

107. A. (?) lutescens Blauend, cit. ? 

Sn eilen, welchen ich diese Art mittheilte, schreibt mir: „Habe ein Stück 
derselben Art aus Süd -Amerika (Argentina), welches mir als Lutescens Blanchd. 
bestimmt wurde." Einige Männer. 

108. A. segettm 8. V. — Viele Exemplare, die in der helleren oder dunk- 
leren Färbung ebenso variiren wie die Europäer. 

Dlanthaeda Bdv. — L09. />. aubmoesta n, sn. Taf. XVI, Fig. 8. 
Fühler schmutzig graubraun. Palpen gelblich oder graugelb mit ein- 
gemengten dunkelbraunen Haaren. Kopf, Halskragen und Thorax beim ' 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna des Kaffernlandes. 



295 



gelbgrau, beim 9 graubraun, dunkelbraun gemischt, Halskragen in der Mitte mit 
schwarzem Bogenstreif. Hinterleib beim cT graugelb, beim Q graubraun, unten 
lichter; Beine bräunlichgrau, Sporne und Tarsen gelblich geringelt. 

cf Vdfl. schmutzig gelbgrau mit graubrauner Einmischung. An der Wurzel 
ein feiner, abgebrochener Querstreifen. Vorderer Querstreif doppelt, drei Bogen 
bildend, nach aussen schwärzlich gesäumt; der hintere Querstreif undeutlich 
doppelt, geschwungen, schwarzbraun, die Wellenlinie undeutlich gelblich, nach 
innen zuweilen durch einige schwarzbraune Längsfleckchen bezeichnet. Mittel- 
schatten sehr undeutlich. 

Ringmakel gross, weisslich, fein schwarz umzogen, zuweilen braun gekernt. 
Nierenmakel am unteren Ende weiss, übrigens gelblichweiss ausgefüllt, mit grau- 
braunem Kern, schwarz umzogen. Zapfenmakel gross, breit, schwarz, graubraun 
gemischt. Längs des Vorderrandes braune Fleckchen, im Saumfelde drei gelb- 
liche Punkte; Saumlinie aus schwarzbraunen Fleckchen gebildet, Fransen gelb- 
grau mit braungrauer Theilungslinie. 

Htfl. an der Wurzel gelblich oder weisslich, von der Mitte bis zum Saume 
oder an diesem breit bindenartig, schmutzig graubraun; Saumlinie bräunlich, 
Wurzel der Fransen gelblich. Spitzen weiss, Theilungslinie graubraun. 9 Vdfl. 
heller oder lichter dunklerbraun, ohne lichte Einmischung; Zeichnung und Htfl. 
wie beim 

Uts. beider Geschlechter von der Wurzel bis zur Flügelmitte schmutzig- 
weiss oder gelblich, bräunlich bestäubt, Saumfeld schmutzig bräunlichgrau, hinter 
der Mitte zieht durch alle Flügel ein bräunlichgrauer Bogenstreif, Xierenmakel 
und ein Mittelfleck der Htfl. bräunlich, erstere zuweilen ganz verloschen. Vdfl. 
ohne die Saumflecken der Obs. Saumlinie aller Flügel bräunlich, Fransen wie 
oben. 12—13, 6 mm. 

cT, Q, auch einen von Port Natal und ein 9 vom Cap. 

CloantJia, — 110. C. composita Guen. 1. c. VI, p. 114. — cT, 9- 

Cucullia. — 111. C. minuta n. sp. Taf. XVI, Fig. 9. 

Fühler oben dunkelbraun, unten weisslichgrau. Palpen bläulich weissgrau, 
aussen dunkelbraun gemischt; Kopf hellgrau und schwärzlichbraun gemischt; 
i Halskragen am Vorderrande gelbgrau, nach hinten von einem schwarzen Quer- 
! streifen begrenzt, übrigens bläulich weissgrau, bräunlich gemischt, mit zwei 
! einander genäherten graubraunen Querstreifen, Hinterrand graubraun. Thorax 
bläulich weissgrau, in der Mitte mit breitem, dunkelbraunen Längsstreif, welcher 
sich verschmälert auf den ersten Segmenten des Hinterleibes fortsetzt. 

Hinterleib graugelb; Beine gelblich, aschgrau behaart. 

Vdfl. bläulich weissgrau, mit feinen, braunen Schüppchen bestreut, am 
Vorderrande schwärzlichbraun, theilweise fleckartig bestäubt, im Saumfeld mit 
; feinen, unterbrochenen bräunlichen Längsstrichen; statt der Makeln zwei un- 
deutliche, roströthliche Flecken; vor dem Innenwinkel ein durch die lichte Grund- 
farbe unterbrochener schwarzer, zuweilen bis zum Saume reichender Längsstreif ; 
Saumfleckchen flach, schwarz, Saumlinie gelblich, Fransen aschgrau mit zwei 
gewellten, weissgrauen Theilungslinien und Spitzen. 



296 



H. P>. Möschler. 



Htfl. bis hinter die Mitte schwach beschuppt, weiss, Rippen gelbbräunlich, 
Saumbinde braungrau; Saumlinie dunkler braun, Fransen weiss mit ganz ver- 
loschener gelbgrauer Theilungslinie. 

Unterseite der Vdfl. aschgrau, am Innenrande und der Wurzel weisslich, 
Vorderrand bis gegen die Mitte weissgrau bestäubt, mit drei weissen Punkten 
im Saumfelde; Saumbinde der Htfl. schmäler und heller; Fransen und Saumlinie 
wie oben. 15, 6 mm. 

Zwei <j\ Diese und die folgende Art sind die kleinsten mir bekannten 
Arten dieser Gattung und noch ansehnlich kleiner als scopariae Dfm.; beide 
nähern sich in Färbung und Zeichnung Bracunculi Hb. 

112. C. pusilla n. sp. Taf. XVI, Fig. 10. 

Der vorigen ähnlich, aber die Fühler rostgelb, nur an der Wurzel weiss- 
grau bestäubt, Palpen aussen stärker braun gemischt, Stirn mit zwei schwarz- 
braunen Querbinden, Scheitel gelblichgrau, schwarzbraun gemischt, ebenso der 
Vorderrand des Halskragens, dessen hinterer dunkler Querstreif breiter, aber 
lichter, mehr ins Gelbliche ziehend, ebenso der Hinterrand. Thorax stark gelb- 
grau gemischt, der Mittelstreif dunkler. Hinterleib und Beine wie bei Minuta. 

Vdfl. haben ebenfalls ein bläuliches Weissgrau als Grund, welches aber 
nur in der Flügelmitte in Zelle 15 und streifartig hinter der Mitte deutlich 
auftritt; Vorderrand ist von der Mitte bis gegen die Spitze schwarzbraun an- 
gelegt und gelblich punktirt. 

Mittelzelle rostgelb und gelblich ausgefüllt, Makeln deutlicher, aus der 
Wurzel zieht ein feiner, kurzer, schwarzer Längsstreif, am Innenwinkel licht 
unterbrochen, aber nicht wie bei Minuta gerade, sondern sein Wurzeltheil ist 
schräg nach oben gestellt; Innenrand zum grössten Theile schmal schwarzbraun 
angelegt, vor dem Saume zeigt sich, mit Ausnahme von Zelle 3 und des oberen 
Theiles von Zelle 2, graubraune, zackenförmige Bestäubung. Saumflecken spitzer, 
schwarz, Saumlinie gelblich; Fransen licht graubraun, Spitzen und zwei feine, 
ziemlich undeutliche Theilungslinien weissgrau, an der Wurzel stehen in den 
Zellen breite, dunkelbraune Flecken. 

Htfl. wie bei der vorigen Art, aber die Wurzelhälfte der Fransen graugelb. 

Unten die Vdfl. mehr gelbgrau gefärbt, die Wurzelflecken der Fransen 
kaum dunkler. 14, 6 mm. Von C. Africana Aurivill. (Lepid. Damarensia Nr. 40) 
unterscheidet sich pusilla schon durch die viel geringere Grosse, denn Africana 
hält 38, pusilla nur 30 mm. Flügelspannung. Ein cf. 

Il( liofh is. — 113. H. armiger (armigera) Tr. 1. c. p. 230. Guen. 1. c. VI, 
]). 181. Boisd.. Faune de Madagascar p. 98. — Von dieser weit verbreiteten Art 
erhielt ich mehrere Exemplare. 

Auffallenderweise erwähnt Guende das Vorkommen in Süd- Afrika nicht, , 
führt dagegen 11. scuiuligera Guen. vom Cap auf, welche er mit pcltigera ver- 1 
gleicht, die Ich nach Glien des kurzer Beschreibung nur für armigera halten 
mochte, welche ich auch vom Cap erhielt. 

J'/usia. — IM. P. awifera Hb. p. 463. Guen. VJ, p. 335. — Mehrere 
Exemplare dieser weitverbreiteten Art. 



Beiträge zur Schmetterliiigs-Fauna des Katt'erulandes. 



297 



115. P. Umbirena Guen. VI, p. 350. Wallengr. 1. c. II, p. 61. 

Ein cT- Mein Exemplar zeigt den von Guenee erwähnten röthlichen 
Fleck am Saume der Vdfl. in Zelle 3 und 4 sehr deutlich, das Silberzeichen 
dagegen hat nicht die von Guenee angegebene Gestalt eines ?, sondern wie 
die bei PI. pulchrina, ist auch nicht „d'un or pale", sondern silbern gefärbt. 

116. F. nielanocephala n. sp. Taf. XVI, Fig. 11. 

Der Vorigen ähnlich, aber mit abgestumpftem Innenwinkel der Vdfl., Grund 
des Kopfes und Halskragens schwärzlich, Thorax graubraun gemischt, Hinterleib 
graugelb mit dunkelbraunen Rückenschöpfen und dunkelgrauer, sehr starker Be- 
haarung am Ende. Palpen aussen schwarzbraun, jedes Glied an seinem Ende 
mit einem weissgelben Punkte, bei Limbirena sind die Palpen aussen braun, 
die Schneide des Mittel- und Endgliedes gelblich, letzteres ohne hellen Punkt 
an der Spitze. 

Vdfl. gleichmässig dunkelbraun, im Mittelfelde zwischen innerer Mittel- 
rippe und Innenrand golden bestäubt, ebenso die beiden Querstreifen, von denen 
der hintere am Innenrand'e in einen matten Doppelstrich endet. Das Silber- 
zeichen dem meines Exemplars von Limbirena sehr ähnlich, nur der Haken 
gerader aufwärts gerichtet. Die Wellenlinie nur durch feine Silberpunkte an- 
gedeutet, Randpunkte silbern, auf R. 4 ein grösserer, rundlicher Silberfleck; 
Fransen dunkelbraun. 

Htfl. schmutzig graugelb, Fransen weisslich mit dunkler Theilungslinie. 

Unterseite graubraun mit einem verloschenen dunkleren Querstreifen 
; hinter der Mitte aller Flügel, Vdfl. wie oben, mit vier weissen Fleckchen am 
Vorderrande gegen die Spitze. 31'7 mm. Ein tf. 

117. P. exquisita Feld, et Roghf. Reise d. Novara Taf. CX, Fig. 30. 
Von dieser schönen, durch gelbe Htfl. und grosse weisse Makel der Vdfl. 

ausgezeichneten Art erhielt ich nur wenige Exemplare. 

Acontia. — 118. A. triphaenoides Wallengr. 1. c. p. 67. — In Mehrzahl 
erhalten. 

119. A. dignata n. sp. Taf. XVI, Fig. 12. Aus der Verwandtschaft von 
Madanda Feld, et Rghf. Reise d. Novara, Taf. CVIÜ, Fig. 28. 

Fühler graubraun, Palpen weisslich, mit eingemengter bräunlicher Be- 
schuppung. Kopf nach vorne weisslichgrau, nach hinten röthlich graubraun, 
Halskragen und Thorax röthlichbraun, Q, oder Kopf, Halskragen und Thorax 
schmutzig mausgrau, tf, Leib schmutziggrau, Segmente fein gelblich gerandet, 
Bauch, Brust und Beine gelblich, letztere mit sparsamen braunen Schuppen 
bestreut, Tarsen oben braun, weisslich gefleckt. 

Vdfl. von der Wurzel bis in die Mitte heller oder dunkler veilbraun, die 
Wurzel etwas lichter ockerfarben, zuweilen graugelb, veilbraun gemischt, am 
Aussenrande zwei concave Bogen bildend, von einem schmalen schwarzen Streifen 
begrenzt. Die äussere Flügelhälfte entweder licht schmutzig graugelb mit zwei 
verloschenen, bräunlichen Querstreifen, <j", oder mit weisslicher, von einem ocker- 
gelben Querstreifen durchzogener weisslicher Binde, dann ockergelb, von der weissen 



298 H. B. Möschler. 

Binde durch einen aus schwärzlicher Bestäubung gebildeten Streifen getrennt. 
Statt der Wellenlinie ein rostbrauner, nach aussen fein weiss angelegter Querstreif, 
welcher zuweilen schwach gewellt ist. Nierenmakel undeutlich, graulich, aussen 
von drei schwarzen Fleckchen begrenzt; Saumlinie dunkelbraun, Fransen veil- 
grau mit drei dunkler braunen Theilungslinien, deren erstere wellenförmig ist, 
an der Wurzel ockergelbe Einmischung, an der Flügelspitze die Spitzen der 
Fransen weisslich, ein weissliches Fleckchen am Vorderrande zwischen Wellen- 
und Saumlinie. 

Htfl. hoch goldgelb, vor dem Saume eine schmale, gegen den Afterwinkel 
verloschene braune Querbinde, Saumlinie schwarzbraun, Fransen schmutzig 
dunkelgrau, gegen die Flügelspitze mit weisslichen Spitzen. 

Unterseite aller Flügel lichter goldgelb, Vdfl. im Discus mit zuweilen 
zu einem Längsfleck verdichteter schwärzlicher Bestäubung und einem feinen 
schwarzen Querstrich. Vor dem Saume am Vorderrande ein kurzes, abgebrochenes 
schwarzes Querband, hinter demselben, am Saume, dicht unter der Spitze, ein 
schwarzer Fleck. Htfl. mit abgebrochenem schwarzen Querband vor dem Saume 
und schwarzem Fleck an der Spitze. Saumlinie aller Flügel schwarz, Fransen 
wie oben, doch ohne Theilungslinien. 10, 5—5 5 mm. Ein cT, ein Q. 

Maurilia iiov. gen. 

Die Stellung dieser Gattung ist mir einigermassen zweifelhaft, doch glaube 
ich, dass dieselbe bis auf Weiteres hier untergebracht werden kann; ich gebe die 
Charakteristik nach zwei männlichen Exemplaren. Fühler länger als drei Viertel 
des Vorderrandes, borstenförmig, unbewimpert. Palpen schräg aufgerichtet, über 
die Stirn vorstehend, anliegend beschuppt, Endglied spateiförmig, länger als das 
Mittelglied; Zunge spiral, Augen nackt. Kopf kurz und dicht behaart. Thorax 
gewölbt, gerundet, dicht behaart, wie der Halskragen, nach hinten mit glatten 
Schuppen dicht belegt. Schildchen (abgeschuppt) gross, blasig, bis in das erste 
Segment reichend; Hinterleib schlank, spitz zulaufend, den Afterwinkel etwas 
überragend, beim cT in einen zusammengestrichenen Haarbusch endigend, fein 
und anliegend behaart. Beim Q anliegend beschuppt, Mittelschienen mit End-, 
Hinterschienen auch mit Endsporen von sehr ungleicher Länge. 

Flügel breit, mit abgestumpfter Spitze, glattem, auf den Vdfl. geraden, 
auf den Htfl. auf R. 3 schwach stumpfwinkelig gebrochenem Saume. R. 5 kaum 
schwächer. 

120. M. Lubina n. sp. Taf. XVI, Fig. 13. 

Fühler, Palpen, mit Ausnahme des weissen Wurzelgliedes, Halskragen, 
Kopf und Thorax licht ziegelroth, Hinterleib oben schmutzig strohgelb, unten 
wie die Brust weiss. 

Vdfl. licht ziegelroth, vor der Mitte mit drei, hinter derselben mit zwei 
schwärzlichen gewellten Qnerstreifen und einem aus solchen Fleckchen gebil- 
deten Streifen an Stelle der Wellenlinie. Statt der Nierenmakel ein schwärz- 
liches, dunkles Liingsfleckchen. Fransen rötblich, veilgrau gemischt. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna des Kaffernlandes. 



299 



Htfl. dünn bestäubt, licht röthlichgelb, in der Mitte irisirend; Saumlinie 
bräunlich, Fransen röthlichgelb, an den Spitzen weisslich. 

Unterseite gelblich, röthlich angeflogen, gegen Vorderrand und Saum 
röthlich und weiss bestäubt, ohne Zeichnung. Fransen röthlich. 14, 7—8 mm. 
Zwei cT- 

Oraesia. — 121. 0. rectistria Guen. 1. c. p. 363. — Mehrere Exem- 
plare, aber nur Weiber. 

122. O. Hartmanni n. sp. Tal XVI, Fig. 14. 

Fühler mit braungrauem Schaft und beim cT braungelben Kammzähnen, 
mit reinweissem Punkte am Wurzelgliede ; Palpen aussen rostbraun und grau 
gemischt, innen ockergelb. 

Stirn und Scheitel veilgrau, jederseits ein breiter, hochzinnoberrother 
Längsstreif, der sich am Vorderrande des vorne dunkelbraunen, hinten veilgrau 
gefärbten Halskragens quer fortsetzt. 

Thorax braun, theilweise veilgrau gemischt; Leib oben braungrau, unten 
gelblich, rothbraun gemischt. Brust gelblich, in der Mitte zinnoberroth. Beine 
gelblich, veilgrau und zinnoberroth gemischt, Tarsen veilgrau. 

Vdfl. des $ veilgraubraun im Wurzelfelde, mit drei geschwungenen, 
braunen Querstreifen, einem goldbronze glänzenden Mittelschatten und einem 
doppelten, aus der Flügelspitze zum Innenrande ziehenden dunkelbraunen Schräg- 
streifen. Saumfeld, sowie ein von demselben nach innen ziehender Längswisch 
goldbronze glänzend, gegen die Ecke auf R. 4 veilgrau gemischt. Vor der Flügel- 
spitze zwei dicht übereinanderstehende längliche Silberfleckchen. Nierenmakel 
gross, breit, fein dunkelbraun umzogen, hinter derselben zwei nach aussen ge- 
stellte, bronze angeflogene, braune Schrägstreifen, deren innerer in eine feine, 
bis auf R. 3 ziehende Linie verlängert, der äussere abgebrochen ist. 

Saumlinie dunkelbraun, von R. 1— 3 unterbrochen, statt dessen färbt sich 
der Saum in diesem Theile veilgrau. Fransen, mit Ausnahme der goldbronze 
gefärbten Zelle la, braun, fein veilgrau bestäubt. 

Am Vorderrande im Wurzelfelde zuweilen rothgelbe Bestäubung. 

Das 9 nat den Grund der Vdfl. zuweilen fleischröthlich gemischt, Saum- 
feld nur an der Innenhälfte und in einem Streifen vor dem Saume, oberhalb 
der Ecke auf R. 4, goldbronze, der Mittelschatten als ovaler, goldbronze farbiger, 
dunkel umzogener Fleck, bis dicht an die Nierenmakel reichend. Ausser den 
Silberflecken unter der Flügelspitze noch ein kurzer, silberner Längsfleck vor dem 
Wurzelfelde auf R. 2 und ein solcher Querstreif vor dem Saume in Zelle 5. Htfl. 
beider Geschlechter braungrau, im Wurzelfelde lichter, weisslichgelb gemischt. 
Fransen an der Wurzel bräunlichgelb, an den Spitzen weissgelb. 

Unterseite der Vdfl. dunkel graubraun, Vorderrand lehmgelb, rosenroth 
bestäubt, Innenrand weissgelb, zuweilen auch ein Theil des Saumes hell lehmgelb. 

Htfl. mit lehmgelbem, braun getüpfeltem Vorderrand, Wurzelfeld und Innen- 
rand weisslichgelb, Saum breit dunkelbraun, bindenartig. Fransen der Vdfl. 
braun, Saumlinie gelb, der Htfl. wie oben. 22, 11mm. Mehrere g und Q. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abu. 39 



300 



H. B. Möschler. 



Diese prächtige Species benenne ich zu Ehren meines Freundes Herrn 
Missionärs Hartmann, dessen Güte ich die meisten der hier aufgeführten Arten 
verdanke, und der bei seinem Interesse für die Lepidopterologie und seinem 
regen Samnieieifer sicher uoch manches Neue gesammelt haben würde, wäre 
er nicht durch die eingangs erwähnten traurigen Ereignisse genöthigt worden, 
Afrika zu verlassen. 

CosmopJiUa. — 123. C. auragoides Guen. I. c. VI, p. 397. — Ein cT 
erhalten. 

Anomis. — 124. A. JLnperca n. sp. Taf. XVI, Fig. 15. 

Fühler, Palpen, Kopf und Thorax ockergelb, Leib graugelb, Bauch und 
Brust hellgelb, ebenso die aussen bräunlich beschuppten Beine. 

Vdfl. hell ockergelb, dicht bräunlich bestäubt; innerer Querstreif fein, 
stark gebogen, der äussere ebenfalls fein, hinter der Nierenmakel zwei Bogen 
bildend, dann im stumpfen Winkel nach innen die Nierenmakel berührend, 
zurückgebogen und in den Innenrand ziehend; Wellenlinie lichter gelb, nach 
innen breit, bräunlich angelegt. Ringmakel klein, als weisser, bräunlich um- 
zogener Punkt sichtbar. Nierenmakel gross, bräunlich ausgefüllt, veilbraun 
umzogen, am Aussenrande mit veilgrauen Stäubchen, Saumlinie fein, gewellt, 
röthlichgelb, Fransen rostgelb, an den Spitzen weisslich gescheckt. Htfl. dunkel- 
braun, Saumlinie ockergelb, Fransen graugelb, gegen die Spitzen weisslich. 

Unten die Vdfl. im Discus rostbraun, an den Rändern licht ockergelb, 
Vorderrand und Saum bräunlich bestäubt. Der hintere Querstreif am Vorder- 
rande als kurzer, abgebrochener, dunkelbrauner Streif sichtbar, hinter demselben 
ein dreieckiger, dunkelbrauner, weiss bestäubter Fleck. Htfl. mit feinem, ge- 
schwungenen, braunen Querstreif hinter der Mitte, der sich bis in die Mitte 
des Innenrandes zieht, Vorderrand bis zur Mitte des Flügels und Saum bis gegen 
den Afterwinkel rothbraun bestäubt. Fransen und Saumlinie wie oben. 19, 9 mm. 
Ein 9. 

Gonitis. — 125. G. editrix Guen. 1. c. VI, p. 404. 

Mehrere Stücke dieser auch in Central -Amerika vorkommenden Art 
stimmen bis auf ein 9 vollständig in Zeichnung und Färbung überein. Dieses 
Exemplar hat den Raum zwischen hinterem Querstreif und Wellenlinie binden- 
artig schwarz gefärbt. 

Pandesma. — 120. P. sennaarensis Feld, et Roghf. Reise d. Novara, 
Taf. CXI, Fig. 20'. — Ein von Baziya, mehrere aus dem Caplande. 

127. V. tempica n. sp. Taf. XVI, Fig. IG. 

Nabe verwandt mit P. Quenavudi Guen. 1. c. Taf. XV, Fig. 3. 

Ftlhlei graugelb, Palpen mausgrau, an der Schneide und Innenseite gelb- 
lich. Kopf and Hinterleib gelbgrau, Halskragen und Thorax hellgrau, kaum 
ins Qdlbliche siebend. Beine gelbgrau mit mausgrauer Behaarung. 

Villi, licht rothlichgrau, mit ncliwarzen Pünktchen sparsam bestreut, ohne 
die einander kreuzenden Querlinien, welche Quenavudi hat. 



Beitrage zur Schinetterlings-Fauna des Kaffernlandes. 



301 



Ringruakel als schwarzer Punkt, Nierenmakel ziemlich klein, braun um- 
zogen und mit solchem Kern. Vor dem Saume ein zwei starke Bogen saum- 
wärts bildendes, schwarzes, ins Dunkelveilgrau ziehendes Querband, saumwärts 
von einem weissen Streifen begrenzt. Hinter demselben theilweise röthliche 
Bestäubung. Fransen mausgrau. 

Htfl. weissgelb, mit breiter, dunkelbrauner, den Afterwinkel nicht er- 
reichender Saumbinde. 

Unten weissgelb, alle Flügel mit dunkelbrauner Saumbinde. 25, 12 mm. 
Ein . 

Alamis Guen. 1. c. VIT, p 3, 1852; Snellen, Tijdsch. v. Entora. XXIII, 
p. 80, 1879. 

Guene'e's Diagnose ist eine sehr vage, und sein Bild von Älbicincta, 
pl. 15, f. 3, sieht einer Homoptera viel ähnlicher wie den übrigen mir theils 
in Natur, theils in Abbildung vorliegenden Arten dieser Gattung. Es sind dies 
A. subcinerea Snell. (1. c. p. 82, pl. 7, f. 3, 3 a), die ich in einem durch den 
Autor selbst erhielt, A. umbrina Guen. und A. brunnescens Snell., beide 1. c. 
p. 81, pl. 7, f. 2, 2 a, und p. 83, pl. 7, f. 4 beschrieben und gut abgebildet, alle 
von Java. Ausserdem liegt mir noch die Beschreibung von A. albungula Saal- 
müller (Jahresber. d. Senckenberg. naturf. Ges. 1879/80) durch die Güte des 
Autors vor. 

Auf dieses Material gestützt, kann ich diese Art wenigstens für eine 
sichere Alamis. im Sinne Snellen's (ob Guenee's? ist mir fraglich) genommen, 
erklären. 

128. A. caffraria n, sp. 

Etwas grösser als A. brunnescens Snell. Grundfarbe fast des ganzen 
Thieres variirt bei meinen beiden Exemplaren etwas, bei dem einen ist sie ein 
helles Lehmgelb, bei dem andern mehr ein lichtes, schmutziges, bräunliches 
Graugelb; Aussenseite der Palpen, sowie die Behaarung der Brust und der Beine 
bei beiden Stücken dunkel braungrau; die Behaarung der männlichen Hinter- 
beine ist wenig kürzer und dichter wie bei A. subcinerea Snell. und bedeckt 
die Beine bis fast an das Ende der Tarsen. Zeichnung der Vdfl. dunkelbraun, 
besteht aus zwei Punkten dicht an der Flügelwurzel am Vorderrande und der 
Subdorsale, dann folgt dicht vor dem inneren Querstreifen ein aus theilweise 
zusammenhängenden Fleckchen gebildeter, fast gerader Querstreif, der gegen 
den Vorderraud an den inneren Querstreif stösst, dieser ist doppelt und bildet 
nach aussen mehrere kleine Bögen. 

Bingraakel klein und rund, Nierenmakel eirund und ziemlich gross, beide 
in der Mitte bei dem einen Stücke theilwejse mit lehmgelben Stäubchen bedeckt. 
Der hintere Querstreif ist doppelt, er besteht aus mit der hohlen Seite nach 
aussen gerichteten Mondfleckchen, welche durch die hellen Rippen von einander 
getrennt werden; bei dem einen Exemplare zeigt sich in Zelle \b zwischen ihm 
und der Wellenlinie ein runder dunkelbrauner Fleck, welcher dem zweiten Stücke 
fehlt. Da dieses Exemplar zugleich durch seine dunkle Grundfarbe und theil- 
weise verloschene Zeichnung Abweichungen von dem anderen Stücke zeigt, so 

39* 



302 



H. B. Moschler. 



ist es nicht unmöglich, dass es einer verschiedenen Art angehört; es ist aber 
etwas geflogen, und so scheint es mir räthlicher, so lang nicht mehr Material 
zum Vergleichen vorliegt, nur eine Art anzunehmen. 

Die Wellenlinie wird beiderseits von einem dunkelbraunen, besonders gegen 
den Vorderrand ziemlich breiten und sich bis in die Flügelspitze ziehenden, 
unregelmässig geschwungenen und saumwärts stumpf geeckten Bande begrenzt; , 
wurzelwärts bildet dieses Band ziemlich flache, theilweise lehmgelb gefärbte 
Bögen, saumwärts tritt es in Zelle 3 in einer ziemlich scharfen Spitze am 
weitesten gegen den Saum vor und berührt am Innenrande den Innenwinkel. 
Ueber ihm und dem hinteren Querstreifen stehen am Saume vier weissgelbe 
Punkte; Saumlinie, sowie die vor ihr stehenden feinen Punkte dunkelbraun; 
Fransen an der Wurzelhälfte braungrau, an den Spitzen grau. Ueber die lichten 
Partien des Flügels sind sparsame braune Pünktchen verstreut. 

Die Htfl. haben in der Mitte einen schwach geschwungenen dunkelbraunen 
Querstreif, der hintere Querstreif und die dunkle, die Saumlinie begrenzende 
Binde sind analog dieser Zeichnung auf den Vdfl., ebenso die Saumpunkte, die 
Saumlinie und die Fransen ; die schwarzen Punkte stehen, besonders im Wurzel- 
felde, dichter und erscheinen gröber. 

Unten die Grundfarbe etwas lichter, doch im Discus der Vdfl., mit Aus- 
nahme eines schmalen Streifens am Vorderrande, verdunkelt, von der Zeichnung 
ist auf den Vdfl. nur die Ringmakel als kleiner dunkler Fleck, ein undeutlicher 
Schattenstreif hinter derselben, der hintere Querstreif und die Binde der Wellen- 
linie, auf den Htfl. dagegen die sämmtliche Zeichnung der Obs. und ausserdem 
noch ein kleiner dunkler Mittelpunkt sichtbar. Saumlinie, Saumpunkte und 
Fransen wie oben, die lichten Partien ebenfalls mit schwarzen Pünktchen dünn 
bestreut. 22, 12—23, 13 mm. Zwei cf, von denen das helle aus dem Caplande, 
das dunkle von Baziya stammt. 

JEpistona nov. gen. 

Fühler borstenförmig, unbewimpert, zwei Drittel so lang wie der Vorder- 
raud. Palpen anliegend beschuppt, aufsteigend, dem Kopfe nicht anliegend, 
dünn, seitlich zusammengedrückt, Mittelglied länger als das Endglied, linear, 
an der Spitze abgestumpft, etwas geneigt, vor der Stirn vorstehend. 

Zunge gerollt, Augen nackt. Kopf anliegend behaart, ebenso der Hals- 
k ragen und der schwach gewölbte Thorax. Hinterleib anliegend behaart, gegen 
das Ende wenig verdünnt, den Afterwinkel nur wenig überragend. 

Schenkel und Schienen dünn behaart, Mittelschienen mit End-Hinterschienen 
auch mit Mittclspornen. 

Vdll. m.issig breit, mit stumpfer Spitze, schwach bauchigem, schwach 
gewelltem Saum. Iltll. müssig breit, mit abgerundeter Spitze und abgeschrägtem 
binenwinkeL \[. ■> gleich stark. Die Stellung dieser Gattung im Systeme dürfte 
bei Acdia Hb. sein. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna des Kaffernlandes. 



303 



129. E. Limula n. sp. Taf. XVI, Fig. 17. 

Fühler bräunlichgelb. Palpen gelblich und braun gemischt. Kopf, Thorax, 
Halskragen, Brust und Beine gelblichbraun, Hinterleib gvaugelb, Tarsen gelblich 
geneckt. 

Vdfl. röthlich gelbbraun mit eingemengtem Grau, oder röthlich graugelb 
mit eingemengten braunen Schüppchen. Der vordere Querstreif gewellt, dunkel- 
braun, der hintere gleichmässig gebogen, scharf gezackt, dunkelbraun, in der 
Mitte des Mittelfeldes, vom Vorderrande bis auf die Subdorsale reichend, ein 
grosser, unregelmässiger, saumwärts und am unteren Ende in eine stumpfe 
Spitze vortretender leberbrauner Fleck, in dem die saumwärts gelb gefärbte 
Nierenmakel steht; beiderseits wird dieser Fleck von einem schwarzen, gezackten 
Streifen begrenzt, und aus seinem unteren Ende zieht ein undeutlicher, gezackter 
Mittelschatten zum Innenrande. Wellenlinie ganz verloschen, hinter ihr am 
Vorderrande ein zuweilen verloschener, saumwärts gezackter, leberbrauner Fleck. 

Saumpunkte klein, verloschen schwärzlich. Fransen gelblichbraun, mit 
zwei dunkleren Theilungslinien. Htfl. graubraun, gegen den Saum dunkler, 
Saumlinie braun, Fransen an der Wurzel bräunlich, an den Spitzen graulichgelb. 

Unterseite des Vdfl. schmutzig bräunlichgrau, vor dem Saume schmal 
weisslich graugelb. Htfl. weisslich graugelb, mit brauner Bestäubung. Hinter 
der Flügelmitte ziehen zwei verloschene bräunliche Querstreifen durch alle 
Flügel. Saumpunkte, Saumlinie und Fransen wie oben. 23—24, 12—14 mm. 9 • 

Var. a). Vdfl. zimmtbraun, das Wurzelfeld und die Wurzelhälfte des 
Mittelfeldes weissgrau bestäubt. Innerhalb des hinteren Querstreifens und ausser- 
halb desselben am Vorderrande ebensolche Bestäubung, der Mittelfleck am Vorder- 
rande nicht dunkler wie d6r Grund, unterhalb des Fleckes am Vorderrande im 
Saumfelde stehen zwei schwarze Schrägfleckchen übereinander. 

Saum veilgrau bestäubt, alles Uebrige wie bei der Stammart. 

Leucanitis. — 130. L. stolida Fb. Ent. Syst. p. 599. — Ein Q. 

Hypocala. — 131. H. äeflorata Fb., Guen. 1. c. VII, p. 76. — Mehrere 
Exemplare. 

Alura noY. gen. 

Fühler des c? borstenförmig, dicht und kurz bewimpert, vier Fünftel so 
lang als der Vorderrand. Palpen anliegend beschuppt, aufsteigend, am Kopfe 
anliegend, Mittelglied lang, bis an die Stirn reichend, Endglied nach vorne 
geneigt, sehr kurz, keulenförmig, abgestumpft. Zunge spiral. Augen nackt; 
Behaarung des Kopfes dicht, kurz, nach vorne gestrichen, an den Seiten des 
Hinterrandes etwas aufgerichtet. 

Halskragen und der gewölbte Thorax dicht anliegend behaart; Hinterleib 
schlank, den Afterwinkel um ein Drittel überragend, anliegend behaart, in einen 
mittellangen Haarbusch endigend. 

Vorder- und Mittelschenkel und Schienen dicht, anliegend, Hinterschenkel 
und Schienen schwächer behaart. Mittelschienen mit End-Hinterschienen auch 
mit Mittelspornen. 



304 



H. B. Möschler. 



Vdfl. gestreckt, ziemlich schmal, Spitze stumpf, Saum schräg, massig 
gebogen, stumpf gezähnt. Htfl. massig breit, Spitze gerundet, Saum gewellt. 
R. 5 gleich stark. 

Diese Gattung unterscheidet sich von der vorigen schon genügend durch 
die ganz verschieden gebildeten Palpen. 

132. A. Caupona n. sp. Taf. XVI, Fig. 18. — Sehr nahe Phoberia 
catocala Feld, et Eoghf. Reise d. Novara Taf. CXVI, Fig. 2. 

Fühler gelbgrau; Palpen lehmgelb, aussen braungrau beschuppt; Kopf 
hellgrau, olivenbraun gemischt; Halskragen hellgrau, rostbraun gerandet, mit 
zwei braunen, wellenförmigen Querstreifen durch die Mitte und mit ein- 
gemengten braungelben Schuppen. Thorax hellgrau, gelblich gemischt, Schulter- 
decken an der Wurzel breit rostbraun gerandet, gegen die Spitzen mit schwarz- 
braunen Pünktchen. Hinterleib goldgelb, Bauch lehmgelb, letzter Ring und die 
Behaarung der Spitze gelbgrau; Brust hellgelb, Beine hellgrau, mit eingemengter 
rostrother Behaarung. Tarsen licht graubraun, weissgelb gefleckt. 

Vdfl. hellgrau, dunkler grau und gelbgrau gemischt, der Vorderrand von 
der Wurzel bis hinter die Flügelmitte weissgrau angelegt, an ihm, dicht an der 
Fliigelwurzel, ein schwarzbraunes Häkchen, an Stelle des vorderen Querstreifes 
zwei schwarzbraune Hakenflecke, in der Mitte ein solches Fleckchen, der hintere 
Querstreif schwarzbraun, schräg gegen den Saum ziehend, und in Zelle 4 und 5 
zwei rostbraun und schwarzbraun gemischte lange Zacken bildend, von da an 
nicht mehr sichtbar. Saurafeld dunkler grau, mit rostbrauner, streifenartiger 
Einmischung, die Rippen schwärzlich bestäubt. R. 6 gegen den Saum ganz 
schwarz; vor dem Sauine schwärzlichbraune Längsstricheln, Saumlinie weissgrau, 
Fransen graubraun mit weissgrauer Theilungslinie. 

Htfl. goldgelb, am Vorderrande weisslich, vor dem Saume eine breite, 
unterhalb der Flügelspitze nacli innen ziehende und einen weissgelben Fleck 
einschliessende schwarzbraune Binde, welche, von R. 2 bis gegen den After- 
winkel verschmälert, diesen nicht erreicht; Fransen weiss, aufR. 2 — 6 schwarz- 
braun gescheckt. Makeln fehlend. 

Unten das Wurzelfeld der Vdfl. und die Htfl. weisslich goldgelb, Vdfl. 
mit gerader, am Vorderrande breiterer, schwarzbrauner Querbinde, auf welche 
ein weissliches, saumwärts geschwungenes Band folgt, von einer schwarzbraunen 
gezogenen Binde begrenzt, von da bis zum Saume gelbgrau, schwärzlich bestäubt, 
hie Binde der Htfl. lichter, gegen den Vorderrand verloschen, den Saum nur 
auf R. 2 berührend, hinter derselben der Grund fein schwärzlich bestäubt. 

Saumlinie aller Flügel braun, Fransen der Vdfl. an der Wurzel weisslich, 
die Spitzeahälfte graubraun, auf den Rippen dunkler geflockt, Hinterflügelfransen 
wie oben. 26, 12 mm. Ein (f. 

CyUgramma* — 13:}. c. Latona Cr. 18 B,, Guen. 1. c. VIT, p. 188. — , 
In Mehrzahl erhalten. 

SpMfigomorphcu — 134. Sph. Sipyla Guen. 1. c. VII, p. 222. — Iii 

Mehrzahl. 



Beiträge zur Schmetterlings-Fauna des Kaffernlandes. 



305 



Ophisma Guen. — 135. Oph. Statina n. sp. Tai XVI, Fig. 19. 

Etwas grösser und breitflügeliger als Oph. ablunuris Guen., mit etwas 
mehr vorgezogener Vorderflügelspitze und stärker geschwungenem Saume. 

Fühler gelbbraun, Palpen innen und an der Schneide und Spitze ocker- 
gelblich, aussen bräunlich, gelblich gemischt. 

Kopf, Halskragen, Thorax, Hinterleib, Brust und Beine, sowie alle Flügel 
gelblichbraun mit einem Stich ins Graue; Flügel mit feinen schwarzen Pünktchen 
bestreut, die sich auf den Htfl. hinter der Mitte gegen den Innenrand häufen 
und vergrössern. Vdfl. an der Stelle der Ringmakel mit einem unbestimmten 
bräunlichen Fleck, statt der Wellenlinie ein bräunlicher, zwei spitze Bogen nach 
aussen bildender Querstreif, an dem sauinwärts, nahe dem Vorderrande, ein 
weissliches Fleckchen steht. 

Htfl. vor der Mitte mit einem den Vorderrand nicht berührenden schmalen 
braunen Querstreifen, gegen die Flügelspitze graubraune Färbung; Fransen 
kaum heller wie der Grund. 

Unten die Vdfl. bis vor dem lehmgelb angelegten Saume graubraun, 
Htfl. lehmgelb, hinter der Mitte mit unbestimmtem graubraunen Querbande, 
durch alle Flügel drei schwärzliche Wellenlinien und ein gelblicher Zackenstreif 
ziehend; vor dem Saume feine schwarze Punkte. Vdfl. schwach, Htfl. dicht mit 
schwarzen Pünktchen bestreut. Fransen ockergelblich mit rostgelber Theilungs- 
linie, Saumlinie graugelb. 22, 13 mm. Ein Q. 

136. Oph. demta n. sp. Taf. XVI, Fig. 20. 

Grösser wie die vorige, Spitze der Vdfl. weniger vorgezogen, Saum 
schwächer bauchig; zunächst gravata Guen. 

Fühler lehmgelb. Palpen, Kopf, Halskragen, Thorax, Brust und Beine 
bräunlichgelb. Leib graugelb. 

Vdfl. röthlich graugelb, hinter der Flügelmitte bis gegen den Saum roth- 
braun gemischt. Der vordere Querstreif sauinwärts gebogen, ungezähnt, braun, 
nach aussen rosenröthlich angelegt, ebenso der hintere, unterhalb des Vorder- 
randes stumpf geschwungene, ziemlich gerade in den Innenrand ziehende Quer- 
streif; durch das Mittelfeld ein stark geschwungener, rostbrauner, schmaler 
Mittelschatten, statt der Nierenmakel zwei feine schwarze Punkte. Wellenlinie 
sehr undeutlich rosenröthlich; Saum weissgrau angeflogen, Punkte sehr fein, 
schwärzlich. Htfl. bräunlichgelb, mit breiter, schwärzlicher, gegen den After- 
winkel graugelb bestäubter Saumbinde, wurzelwärts von einem feinen gelb- 
lichen, undeutlichen Streifen begrenzt. Saumlinie gelblich, alle Fransen hell 
lehmgelb, mit zwei graubraunen Theilungslinien. 

Unterseite der Vdfl. bis hinter die Mitte lehmgelb, hinterer Querstreif 
schwärzlich, gewellt, zwei schwärzliche Fleckchen an Stelle der Nierenmakel. 
Hinter dem Querstreifen eine schwarzbraune, braungrau gemischte, den Innen- 
rand nicht erreichende Querbinde, saumwärts von der gelblichen Wellenlinie 
begrenzt, Saum weissgrau angelegt. 



306 



H. B. Möschler. 



Htfl. bis hinter die Mitte hell lehmgelb, dann bräunlich, über die ganze 
Fläche weissgrau bestäubt, durch die Mitte zieht ein bräunlicher, stark ge- 
schwungener Bogenstreif, hinter demselben zwei gewellte braune Querstreifen, 
die saumwärts gelblich angelegt sind; Saumpunkte fein, schwarz. Saumlinie 
und Fransen wie oben. 25, 14 — 15 mm. Zwei 9- 

137. Oph. Boris H. Ztg., f. 973, 974. — Zwei Q. 

138. Oph. exuleata n. sp. Taf. XVI, Fig. 21. 

Fübler fehlen; Palpen, Kopf und Thorax olivenbraun, Hinterleib, Brust 
und Beine graubraun, Bauch dunkler. 

Vdfl. mit scharf vorgezogener Spitze und stumpf gewelltem Saume, der 
Grund ein in Olivenbraun ziehendes mattes Rostbraun; die beiden gezackten 
Querstreifen und der Mittelschatten schwarz, aber nur sehr verloschen, letzterer 
theilt sich gegen den Vorderrand; Nierenmakel als undeutlich begrenzter oliven- 
gelber, nach oben und unten durch einen schwarzen Punkt begrenzter Fleck; 
Saum dunkel-, fast schwarzbraun. Htfl. schmutzig graubraun, am Vorderrande 
und der Spitze weisslich gelbgrau, am Saume, von E. 6 an, schmal dunkel- 
braun , mit feinen schwarzen Saumpunkten ; Saumlinie aller Flügel gelblich, 
Vorderflügelfransen dunkelbraun, der Htfl. gelblich mit zwei braungrauen 
Theilungslinien. 

Unterseite schmutzig graubraun, Vdfl. mit braunem Bogenstreif hinter 
der Mitte, Htfl. mit zwei solchen Streifen, deren äusserer gewellt ist; vor dem 
Vorderflügelsaume ein gezackter weissgrauer Streif; alle Saumpunkte fein schwarz; 
Linie und Fransen wie oben. 31, 16 mm. Ein ■ 

Pseudophia. — 139. Ps. Tirrhaea Cr. 172 E., Guen. 1. c. VII, p. 229 
(Ophiodes). Vesta Esp. t. 141, f. 1. 

Meine Exemplare unterscheiden sich von den südeuropäischen höchstens 
durch etwas bedeutendere Grösse. 

Achaea. — 140. A. Chamaeleon Guen. 1. c. VII, p. 249. 

Die Abänderungen dieser Art sind zahllos, fast kein Stück gleicht dem 
andern in Zeichnung und Färbung der Vdfl., unter 43 Exemplaren meiner Samm- 
lung besitze ich nicht zwei vollständig übereinstimmende. Häufig. 

Serrodcs Guen. 1. c. VII, p. 251. — 141. S. Inara Cr. 239. E. Guen. 
1. c. VII, p. 253. - Häufig. 

Nach Guen de und Cramer kommt diese Art auch auf Coromandel vor. 
]> hoher in Korana Feld. Nov. II, 2, t. 110, f. 2, möchte ich für identisch mit 
Inara Cr. halten. 

Qrammode*. — M2. Gr. Algira L., Guen. 1. c. VII, p. 270 (Ophiusa). 
Ein 9, welches sich durch etwas abweichende Form der dunklen Mittei- 
lende der Vdfl. von meinen Europäern unterscheidet. 

L43. Gr. Euclidioidea Guen. L c. VII, p. 27c;. — V/m tf, 
Ml. Gr. Ammonia Cr., Guen. 1. C. VII, p. 278. 

Mit Guen de möchte ich diese Art für verschieden von bifasciata Putagn. | 
(Gromärica Bofsi) hallen. Zwei 9- 



l 



Beiträge zur Schrnetterlings-Fauna des Kaffernlandes. 



307 



Deltoidae. 

Zanclognatha* — 145. Z. caffraria n. sp. Taf. XVI, Fig. 22. 

Noch etwas schmalflügeliger wie Z. bidentälis Hein., dieser auch in der 
Färbung nahestehend, doch kleiner. 

Röthlich graugelb; Vdfl. mit ganz verloschenen bräunlichen Querstreifen 
und Nierenmakel, Wellenlinie weissgelb, gerade; Htfl. weisslich gelbgrau mit 
verloschen weisslichem, die Wellenlinie der Vdfl. fortsetzendem Streif vor dem 
Saume. 

Saumlinie innen bräunlich, aussen weissgelb. Fransen von der Färbung 
der Flügel. Uts. lichter, Htfl. nur am Vorderrande breit gelbgrau bestäubt, 
übrigens weiss, mit verloschen bräunlichem Mittelstrich, auf den Vdfl. nur die 
Wellenlinie undeutlich. Saumlinie und Fransen wie oben. 11—12, 5— 6 mm. 
Mehrere Exemplare. 

Geometrae. 

Boarmia. — 146. B. matumaria n. sp. Taf. XVI, Fig. 23. 

Grösse wie secundaria S. V. Vdfl. gestreckt, mit geschwungenem, gegen 
den Innenwinkel schwach eingezogenem Saum. 

Fühler ledergelb mit schwarzen Schüppchen auf der Obs. des Schaftes. 
Palpen ledergelb mit eingemengten schwarzbraunen Schuppen. 

Kopf, Halskragen, Thorax, Hinterleib und Beine ledergelb mit rostbrauner 
und schwärzlicher Einmischung. Flügel bräunlichgelb, spärlich mit braunen 
Stäubchen bestreut, die vorderen mit zwei schwarzbraunen Querstreifen. Der 
vordere schwach gezähnt, stark gebogen, der hintere vom Vorderrande schräg 
saumwärts bis in Zelle 3 ziehend, dann in stumpf abgerundetem Winkel in 
einem starken Bogen nach innen den Innenrand berührend, in seinem letzten 
Theile aussen fein lehmgelb gerandet, hinter demselben eine rothbraune Binde. 
Wellenlinie undeutlich hell lehmgelb. Am Saume schwärzliche, in Zelle 3 unter- 
brochene fleckartige Bestäubung. 

Htfl. mit braunem Mittelpunkte und hinterem, stark geschwungenem, auf 
R. 1 ö gezacktem, den Vorderrand nicht erreichendem, schwarzbraunen, saumwärts 
licht lehmgelb gerandetem hinteren Querstreif. Wellenlinie sehr undeutlich. Saum- 
linie aller Flügel schwarzbraun, Fransen an der Wurzel lichtgelb, an den Spitzen 
fein braun gestrichelt. 

Unterseite lichter lehmgelb, grösstentheils durch braune Bestäubung 
verdunkelt, bis auf den vom Innenrande nur bis an den Mittelpunkt reichenden 
Querstreif der Htfl. ohne Zeichnung. Saumlinie kaum dunkler. 16, 9 mm. Ein 9 • 

Semiothisa Hb. V. (Macaria). — 147. 8. angolaria Snell. Tydsch. 
v. Ent. XV, 1872, p. 81, Taf. VI, Fig. 12, 13. — Ein Q. 

Sterrha Hb. — 148. St. sacraria L. Guen. 1. c. II, p. 175. — Mehrere 
Exemplare. 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abu. 40 



308 



H. B. Möscbler. 



Pyralidina. 

Hellula Guen. — 149. H. undalis Fb., Guen. 1. c. p. 416, Hb. Fig. 93. 
— Ein cT- 

Jßotys Tr, — 150. B. polygonälis Hb. var. meridionalis Cat. Stdg. — 
Ein cT, etwas kleiner wie meine spanischen Exemplare und mit sehr lichten, 
ziemlich einfarbig röthlichbraunen Vdfl. 

151. B.? venustalis Cr. IV, Taf. CCCLXXI, Fig. 22. - Ein J 1 . 

Eurycreon Led. — 152. JE. leucostictdlis Zell. Verhandl. d. k. k. zool.-bot. 
Ges. XXII, p. 518, Anm. 2 (Spüodes). — Zwei tf. 

Pachyarches. — 153. P. psittacalis Hb. Ztg. Fig. 523, 524. Led. Pyral. 
p. 398. — Zwei <j" dieser auch in Ostindien fliegenden Art erhalten. 

Margarodes. — 154. M. unionalis Hb., Guen. 1. c. p. 305. - Zwei J 1 , 

ein 9- 

Zinckenia Zell. — 155. Z. recurvalis Fb., Led. 1. c. p. 436. — Ein <j\ 

Tineina. 
Agisana nov. gen. 

Aus der Verwandtschaft von Nemopliora. 

Fühler fadenförmig, mindestens von dreifacher Länge der Vdfl., das stark 
verdickte Wurzelglied anliegend beschuppt. Zunge schwach, gerollt. 

Palpen zwar deutlich, aber kurz, Nebenpalpen deutlich. Kopf dicht be- 
haart. Nebenaugen fehlen. 

Thorax gewölbt, anliegend behaart und beschuppt. Hinterleib anliegend 
behaart. Vordertarsen viel länger als die Schienen, diese anliegend behaart. 
Hinterschienen über doppelt so lang als die Schenkel. Mittelschienen mit End- 
Hinterschienen im letzten Dritttheile auch mit Mittelspomen. 

Vdfl. dreimal so lang als breit, nach hinten schwach erweitert. Vorder- 
rand vor der Flügelmitte etwas gebogen, Spitze gleichmässig gerundet, Saum 
schräg; Htfl. mit ziemlich geradem Vorderrande, Saum flach gebogen. 

Mittelzelle der Vdfl. getheilt, Anhangzelle deutlich, aus ihr entspringen 
R. 7—10. Alle Kippen gesondert. 

Iltll. mit langer, hinten doppelt getheilter Mittelzelle, R. 5 und 6 ent- 
springen ungestielt nahe beisammen. 

156. A. caffrarlella o. sp. Tai'. XVI, Fig. 24. 

Fühler weiss, Wurzelglied unten graulichbraun behaart. Stirn rostgelblich, 
Palpen, Scheitel und Thorax weiss, Hinterleib glänzend graugelb, Aftorbusch 
wei-ssgelb. Heine gelbgrau, Tarsen gelblich. Vdfl. weiss mit drei aus Flecken 
und Stricheln gebildeten goldbraunen Schrägbinden, deren mittelste nach aussen 
geschwungen, in dem weissen Grunde und Saume vereinzelte goldbraune Fleckchen. 
Fransen wcihH, an den Spitzen gelblich. 



Beiträge zur Schmetterlinge-Fauna des Kaffernlandes. 



309 



Htfl. graubraun, Fransen au der Wurzel licht graubraun, an den Spitzen 
weisslich. 

Unterseite graubraun, mit dunkel durchscheinender Zeichnung der 
Vorderflügeloberseite. Fransen an der Wurzel gelbgrau, an den Spitzen weisslich. 
9-5, 3 mm. Ein . 

Nach Zeller's brieflicher Mittheilung gehört diese Gattung in die Nähe 
von Ceromitia Zell. Caffr. 92, und ist von derselben durch die deutlichen Palpen 
verschieden. 

JPsecadia. — 157. JPs. ociiligera h. sp. Taf. XVI, Fig. 25. 

Fühler grau. Palpen weissgrau, das Mittelglied an der Wurzel und Spitze, 
das Endglied vor der Spitze schwarz. 

Kopf, Halskragen und Thorax grau, in der Mitte des Scheitels ein 
schwarzer Punkt, am Vorderrande des Halskragens drei, an der Basis der 
Schulterdecken je ein schwarzer Punkt. Leib goldgelb, die beiden vorletzten 
Rückensegmente fein schwarz gefleckt, Bauch mit zwei Reihen schwarzer Flecken. 
Brust grau, an den Seiten gelb, unterhalb der Hüften mit grossem schwarzen 
Fleck. Hüften graugelb mit schwarzem Fleck. Schenkel und Schienen der 
Vorder- und Mittelbeine grau, der Hinterbeine goldgelb, ungefleckt. Tarsen der 
Vorder- und Mittelbeine grau, der Hinterbeine goldgelb, schwarz gefleckt. 

Vdfl. grau, an der Wurzel zwei schwarze Punkte, vor und in der Mitte 
je zwei schräg gestellte schwarze, weissgrau umzogene Punkte, hinter der Mitte 
drei solche in einer Bogenlinie stehende Punkte. Drei kleinere solche Punkte 
stehen ebenfalls in einer Bogenlinie vor der Spitze. Auf der Saumlinie bis 
gegen den Innenwinkel schwarze Fleckchen. Fransen etwas lichter röthlichgrau. 

Htfl. goldgelb, Fransen etwas lichter, Spitze einschliesslich der Fransen 
schwarz. 

Unten die Vdfl. grau, gelb schimmernd, Innenrand licht goldgelb, ohne 
Punkte. Htfl. wie oben, wenig heller. 13, 3*5 mm. Ein tf. 

Von Psecadia weicht diese Art im Geäder insofern ab, als auf den Htfl. 
R. 5 und 6 dicht neben einander, bei jener Gattung dagegen ziemlich weit von 
einander getrennt entspringen. 

Der Verlauf der Vorderflügelrippen ist derselbe wie bei Psecadia und 
trenne ich diese Art vorläufig nicht von dieser Gattung. 



40* 



310 H. B. MÖ schier. Beiträge zur Schmetterlings-Fauna des Kaffernlandes. 



Register der neuen und ausführlicher beschriebeneu Arten 

und Varietäten. 



Seite 

Acraea Neohide B 283 

Alamis caffraria n. sp 301 

Dionychopus similis n. sp. . . . 289 
Eurema Brigitta Cr 280 

— Desjardinsii B 281 

— Mahd Fb 280 

— senegalensis H 282 

Mamestra Bulgeri F. et R. ... 293 



Seite I 

Pieris JEJriphia G 269 I 

Pyrgus Diomus Hpff. 286 I 

Tachyris Phileris B 276 I 

— Poppea var. n. nubila m. 275 I 

— — var. n. Spica m. . . 277 

— Khodope Fb 270 I 

— Trimenia Butl 278 

Terac. omphaloides v. n. Corda m. 278 ] 



Erklärung der Abbildungen. 



Tafel 

Fig. Seite 

1. Lycaena benigna 285 

2. Amerila Bauri — 

3. Leucania internata 291 

4. — melianoides — 

5. — Baziyae 292 

6. Caradrina singida — 

7. — orbata 293 

8. Dianthoeeia sübmoesta .... 294 

9. Cucullia minuta 295 

10. — pusilla 296 

11. Plusia melanocephala .... 297 

12. Acontia dignala — 

1;;. MaurUia*) Lubina 298 



XVI. 



Fig. Seite 

14. Oraesia Hartmanni 299 

15. Anomis Luperca 300 

16. Pandesma tempica — 

17. Epistona Limula 303 

18. Alura Caupona 304 

19. Ophisma Statina 305 

20. — demta — 

21. — cxideata 306 

22. Zanclognatha caffraria .... 307 

23. Boarmia maturnaria — 

24. Agisand caß'rariella .... 308 

25. Psecadia oculigera 309 



•) Die neuen Gattungen sind fett gedruckt. 



311 



Die Zusamnienziehung der zwei Arten von Petromyzon 
(P. Pianeri und P. fluviatüis) in Eine. 



Die nähere Betrachtung der im Flusse Prut zeitweilig vorkommenden 
Neunaugen, die bisnun als Petromyzon Pianeri bestimmt sind, sowie die Ver- 
gleichung derselben mit der echten P. fluviatüis, die ich mir zuerst in sechs 
Exemplaren (marinirt) aus Breslau verschaffte, und ein Spiritusexemplar, das 
ich vom Händler Schaufuss aus Dresden bezog, bewogen mich zur vorliegenden 
Arbeit. 

Es ergab sich, dass sowohl die von verschiedenen Systematikern hervor- 
gehobenen Unterschiede beider obgenannten Arten mit den in Wirklichkeit 
sich findenden wenig zusammenstimmen, und wenn solche hie und da vorhanden 
sind, ist ihre Natur so schwankend, dass man dieselben im Vergleiche zur 
| grossen auffallenden Aehnlichkeit als sehr geringe ausser Acht lassen kann. 
Wenn wir, um nicht weitläufig zu sein, eine der genaueren Beschreibungen beider 
Arten, welche Heckel und Kner 1 ) und C. Siebold 2 ) gegeben haben, zusammen- 
stellen, so ergibt sich, dass der Unterschied beider Species hauptsächlich in der 
Grösse, in Stellung beider Rückenflossen, in Grösse der Augen und besonders 
in der Bezahnung des Mundes liegt. 

Wie schwankend und wenig bedeutend die Grösse bei den Thieren ist, 
zeigt sich schon aus der Beschreibung obiger Autoren, indem sie ausdrücklich 
bei P\ Pianeri erwähnen, dass diese Art im Ganzen der vorigen, P. fluviatüis 



J ) Die Süsswasserfische der österreichischen Monarchie etc. von J. H e c k e 1 und Dr. R.Kner. 
Leipzig 1S58, p. 377—384. 

*) Die Süsswasserfische von Mittel-Europa von C. Th. E. v. Siehold, Leipzig 1863, p. 375. 



Von 



Prof. Leopold Wajgel 




in Kolomea. 



(Mit Taf. XVII und 3 Holzschnitten.) 



(Vorgelegt in der Versammlung am 3. October 1883.) 



312 



Leopold Wajgel. 



ähnlich sei, unterscheidet sich aber, davon abgesehen, dass sie viel kleiner bleibt, 
auf das Bestimmteste von ihr. 

Leunis gibt für die in der Beuster bei Hildesheim vorkommenden Exem- 
plare von P. Pianeri 7 — 10 Zoll Länge an; Heckel und Kner kennen solche 
von 7—9 Zoll Länge, und Siebold gibt an, dass P. Pianeri in der Grösse 
ausserordentlich variirt; er sah Individuen von 4 1 /2 Zoll bis zu 10 und selbst 
bis 13 Zoll Länge. *) 

Nach meinen Messungen von siebzehn ausgebildeten Exemplaren, welche 
alle vom Flusse Prut stammen, ergab sich eine mittlere Länge von 15*07 cm. 
(Das grösste Exemplar betrug 19 cm., das kleinste aber 14'3 cm.) Die Länge 
dagegen von P. fluviatilis wird von Leunis auf 1 — 1 V2 Fuss augegeben. 
Siebold schreibt ihm zu eine Länge von 12—15 Zoll, selten bis 18 Zoll. 
Heckel und Kner geben sie auf 1 — IV2 Fuss an. Meine Exemplare hatten 



*) Untersuchte Exemplare von P. Pianeri hatten folgende Länge: 

a) 14'3 cm. Mnch. Die Oberkieferzähne durch einen Bogen noch nicht verbunden, Unterkiefer- 
zähne kaum als weissliche Zahnplatten angedeutet. 

b) 14-9 cm. Mnch. Kieferplatten deutlicher, Mundpapillen in Entwicklung. 

c) 15 cm. Wbch. Papillen obgleich klein, aber sichtbar, Kieferzähne deutlicher. Munddurch- 
messcr 7 mm. 

d) 15 cm. Mnch. Kieferzähne klein, aber entwickelt, Zunge sichtbar, Papillen noch schwach 
entwickelt. 

e) 15*1 cm. Mnch. Kieferzähne entwickelt und schon gelblich gefärbt, Nasenloch schon 
ruudlich. Munddurchmesser 7 mm. Beide Rückenflossen zusammenhängend mittelst eines schmalen 
Flossenstreifens. Afterflosse breit. Die Entfernung der Kiemenlöcher zwischen 1 und 2 beträgt 
3*5 mm., zwischen 2 und 3, wie auch zwischen 6 und 7, 2-5 mni., zwischen 3 und 4 und zwischen 
4 und 5 aber 3 mm. 

f) 15-2 cm. Wbch. Ausser gelblichen Kieferzähnen sind die seitlichen Wärzchen sichtbar. 
Munddurchmesser 8 mm. Beide Rückenflossen getrennt. 

rj) 15-7 cm. Mnch. 

h) 15*8 cm. Mnch. Rückenflossen G mm. breit. 

i) 16"1 cm. Mnch. Munddurchmesser !) mm. 

k) 16-4 cm. Mnch. Rückenflossen deutlich getrennt, Afterflosse breit, Papillen, sowie Kiefer- 
zähne deutlich entwickelt. Munddurchmesser 8 mm. 

1) 16*5 cm. Mnch. Munddurchmesser, sowie die Entfernung der Nasenöffnung vom Munde 
8 mm. Auch die ober- und unterhalb der Kiefer in einem Bogen befindlichen Wärzchen sichtbar. 

m) lfi'öcm. Mnch. Papillen kaum angedeutet, Kieferzähne etwas gelblich, Munddurch- 
messer 8 mm. 

ii) 16'8cm. Much. Beide Rückenflossen durch einen schmalen Streifen verbunden. 
i,) 16*9 cm. Mnch. 

p) 17-2 cm. Mnch. Munddurchmesser 9 mm., Papillen schwach entwickelt. Beiderseits der 
Kieferzähne die seitlichen Wärzchen entwickelt, clor oberhalb des Kiefers befindliche Bogen vott. 
Wärzchen nur zum Thoilo entwickelt. 

rj 17*1 cm. Mnch. Die Entfernung der Nauenöffnung vom Mundsaumo, sowie der Mund- 
durchmesser beträft !»mrn. 

*) 19cm. Mnch. Maisumfang in der Kiemeugegend 3 7 mm. Die Entfernung der Nasen- 
Öffnung vom Muudrai.de beträgt Lein. Die vom 1. hin 7. Kienienlocho 2 5cm. Heide Rückenflossen 
durch einen schmalen Streifen verbunden, Kieferzähne, Wärzchen, Papillen, sowie Korben an der 
Zunge gut entwickelt und wie in Figur 3. 



Die ZusammenziehuDg der zwei Arten von Pefromyzon in Eine. 



313 



eiiie mittlere Länge von 2574 cm. (Das grösste Exemplar hatte 20" 1, das kleinste 
21 6 cm. Länge.) Wir sehen nun daraus, dass die Länge von P. fluviatilis 
zwischen 21 — 35 cm. schwankt, und dass das grösste Exemplar von P. Pianeri 
mit den kleinsten und mittleren Exemplaren von P. fluviatilis oft überein- 
stimmen kann. ') 

Wenn man nun noch bedenkt, dass dieselben Wasserthiere, welche sich 
im Meere aufhalten, allemal grösser sind als die in den Flüssen, und dass 
dieselben Fische, die in grösseren Flüssen oder nahe an den Mündungen sich 
aufhalten, grösser sind als dieselben Arten in Bächen und deren Zuflüssen, wo 
geringere oder spärlichere Nahrung und andere ungünstige Verhältnisse vor- 
handen sind, indem die Pricken besser in schlammigen und Torfgewässern als 
in Bächen mit kieseligem Grunde gedeihen, ist es einleuchtend, dass der Längen- 
unterschied hier keine grosse Kolle spielt und als ein unterscheidendes Merkmal 
in dem Falle nicht gelten kann. Was die Rückenflossen anbelangt, so geben 
He ekel und Kner an: „Bei P. fluviatilis sind die beiden Rückenflossen von 
einander getrennt. Die erste beginnt in oder hinter halber Totallänge, ist kurz, 
da ihre Basis nur ein Siebentel der Gesammtlänge beträgt, abgerundet und 
etwas niederer als die zweite, welche bald hinter ihr anfängt und kurz nach 
ihrem Beginne sogleich die grösste Höhe, nämlich die halbe Körperhöhe erreicht, 
oder sie sogar übertrifft, gegen den Schwanz aber niederer wird und mit der 
Caudal- und Afterflosse verschmilzt." Bei P. Pianeri aber «beginnt in oder 
etwas vor halber Totallänge die erste Rückenflosse, erhebt sich in ihrer Mitte 
nur wenig und geht in die zweite höhere entweder fast unmittelbar über, oder 
ist ebenfalls wie bei P. fluviatilis von ihr durch einen mehr minder langen 
Zwischenraum getrennt". Wie schwankender Natur dieser Unterschied sei, ergibt 
sich schon aus obiger Beschreibung, und wenn ich noch aus meiner Beob- 
achtung hinzufüge, dass, während bei jungen Larven von 10—11 cm. Länge 
(von P. Pianeri) die beiden Rückenflossen, sowie auch Schwanz- und Afterflosse 
unmittelbar in einander übergehen und einen schmalen Flossenstreif darstellen, 
bei älteren von 11—16 cm. Länge zuerst die zweite Rückenflosse deutlicher 
hervortritt und die erste kaum angedeutet ist, zeigt sich bei Larven von 17*5 cm. 
Länge die Trennung der Rückenflossen schon deutlicher, und bei ausgebildeten 
Individuen ergab sich, dass je älter und grösser das Individuum war, auch die 
Trennung beider Flossen umsomehr hervortrat, und zwar stärker bei Weibchen 
als bei Männchen. Auch die Afterflosse scheint bei Weibchen breiter zu sein 
als bei Männchen. 

Es ist also nichts Auffallendes, wenn bei P. fluviatilis diese Trennung 
der dorsalen Flossen deutlich angezeigt ist, denn darin liegt eben der Beweis, 
dass P. fluviatilis ein ausgewachsenes Individuum von P. Pianeri sei und dass 



') Die sechs von Breslau bezogenen Exemplare hatten folgende Längen: a) 29-1 cm., Mnch. : 
&J27 - 5cm M Mnch.; c) 26 cm., Mnch.; d) 20 cm., Wbch.; e) 24*5 cm., Mnch.; fj 24cra., Mnch. Das 
Exemplar von Dresden 21Gcm., Wbch. 



314 



Leopold Wajgel. 



der von Systematikern hervorgehobene Unterschied in der Rückenflosse ') gerade 
für Einerleiheit beider Arten spricht. In Bezug der Kiemenlöcher wissen wir, 
dass dieselben bei Larven in einer Längsfurche eingesenkt sind und fast senk- 
rechte Spalten bilden. Diese Längsfurche fand ich bei Larven von 7'6 cm. Länge 
lern, gross. Bei Larven von 107cm. und ir4cm. Länge betrug die Furche 
1*5 cm., bei 12*9 cm. diese Längsfurche 1'7 cm. Bei grösseren Exemplaren von 
18*6 cm. war die Furche 2*3 cm. lang. Auch ist hier zu bemerken, dass die 
Furche etwas bogenförmig gekrümmt und bei grösseren Larven der Kiementheil 
hinter dem Kopfe viel dicker erscheint als der übrige Körpertheil, während 
bei kleinen, jungen Exemplaren der Kiementheil von dem Kopfe und dem 
übrigen Körper keinen merklichen Unterschied zeigte. In Bezug der Kiemen- 
spalten lässt sich bemerken, dass, während dieselben an kleinen Larven als runde 
Nadelstiche erscheinen, diese später zu senkrechten Spalten werden. Bei Larven 
von 13 cm. ist die Entfernung der Spalten von einander nahezu gleich und 
beträgt bei ausgewachsenen Larven durchschnittlich 3 mm., wenn auch die Ent- 
fernung zwischen 1 und 2 und zwischen 6 und 7 etwas grösser sei als zwischen 
den übrigen. 

Die Nasenöffnung, welche bei kleineren Larven in Form eines sphärischen 
und bei grösseren in der eines ebenen Dreieckes erscheint, ist bei ausgebil- 
deten Individuen rundlich, ganz wie bei P. fluviatilis. He ekel und Kner 
sagen, „dass das einfache Nasenloch bei P. Pianeri sich ganz so wie bei 
P. fluviatilis verhält". 

Auch die Augen beider Arten sprechen dafür, dass P. fluviatilis ein blos 
ausgewachsenes Individuum von P. Pianeri sei. Bei P. fluviatilis sagen He ekel 
und Kner: „Der Durchmesser des Auges schwankt je nach dem Alter und der 
Grösse von V«— Vh der Kopflänge u. s. w. w 

Aus Obigem ersehen wir nun, dass der von Systematikern aufgestellte 
Unterschied zwischen dorsalen Flossen, Kiemenspalten, Nasenöffnung und 
Augen beider Arten kein stichhältiges Merkmal sein kann. Auch die blau- 
grüne Färbung des Rückens und der Silberglanz des Bauches ist, wie Siebold 
sagt, bei den kleinen Neunaugen ganz von derselben Beschaffenheit wie bei 
P. fluviatilis. 

Was endlich den Unterschied in der Bezahnung des Mundes beider Arten 
anbelangt, worin man das Hauptunterscheidungsmerkmal finden wollte, so geben 
meine vielfachen Untersuchungen in dieser Hinsicht etwas abweichende Resultate 
von den bisherigen Beschreibungen, namentlich der von Heckel und Kner, 
sowie Siebold. Ich fand an ausgebildeten Exemplaren von P. Pianeri, dass 
hinter einem dichten Kranze kurzer, in Reihe stehender Papillen, die an die 
Mundpapillen der Froschlarven, welche eben ihre Hornzähne verloren hatten, 



') Hie hold lieht in der TtückenfloHBO einen dor HauptuntcrHchiodo der boiden Neunaugen, 

indem er bei ]'. fiwfiatüis nagt: „Die zweito KückonfloBBO int von der ersten durch einen weiten 

Zwinrhenraum getrennt, während hei V. Plane.ri dio zweito ItückonfloHbO unmittelbar hintor der 
ernten beginnt." 



Die Zusammenziehung der zwei Arten von Petromyzon in Eine. 



315 



ganz erinnern, mehrere, theilweise 2—3 Reihen einfacher, kleiner Wärzchen 
vorkommen, von denen die der ersten Reihe grösser sind und regelmässig den 
Rand der sangenden Lippen umkreisen. Gerade so ist es auch der Fall bei P. flu- 
viatüis, nur dass bei diesen die Wärzchen in spitze Zähnchen umgebildet sind. 
Die Zahl dieser Wärzchen im Schlünde nimmt gegen den unteren Theil des- 
selben ab. Weiter tiefer in der Mundhöhle, dem Ober- und Zwischenkiefer 
entsprechend, liegt eine bogenförmige, gewöhnlich gelbliche, seltener braune 
Zahnplatte, welche jederseits in einen höckerigen Zahn sich verlängert. Dieser 
gegenüber, dem Unterkiefer entsprechend, befindet sich ein halbmondförmiger 
Bogen mit meist sieben stumpfen und fast gleichen länglichen Höckern (wie 
Fig. 4 zeigt), die später bei älteren Individuen in Zahnspitzen sich ausbilden. 
Bei einigen noch jungen Individuen sind die beiden äussersten Zähne doppelt 
(wie Fig. 5 zeigt), und dann beträgt die Zahl der Zahnspitzen 9. Die beiden 
Kieferplatten beschreiben Heckel und Kner richtig, nur die Zahl der Zahn- 
spitzen bei P. Pianeri ist zu hoch (12) angegeben, und eben in der Zahl der- 



Fig. 4. Fig. 5. 




Gehobene UnterMeferplatte von einem Unterkiefer, hohl, von P. fluviatilis, die 

jungen Petromyzon Pianeri. äusseren Zähnchen doppelt. 



selben glaubte man ein richtiges Unterscheidungsmerkmal gefunden zu haben 
und was auch bisnun wirklich galt. 

Ganz dasselbe Verhältniss fand ich bei P. fluviatilis, nur sind die Kiefer- 
platten mehr tiefgelb oder auch hornbraun, während sie bei kaum ausgebildeten 
Exemplaren von P. Pianeri einen weisslichen, schmalen Randstreifen darstellen, 
der bei älteren immer breiter, stärker und gelblich wird, und bei einem von 
19 cm. Länge auch braun waren, was eben nur für unsere Behauptung spricht, 
dass P. fluviatilis blos ein älteres und ausgewachsenes Individuum von P. Pianeri 
sei. Hier muss noch erwähnt werden, was Heckel und Kner richtig angeben 
und was meine Zeichnung (Fig. 4 und 5) deutlich vorstellt, dass alle Zähne der 
Kieferplatten, sowie die Platten selbst, innen hohl sind, und dass sie blos in 
einem sie umgrenzenden Hautwalle festsitzen und deshalb leicht vom Wulste 
abfallen. 

Beiderseits der medianen Kieferplatten befinden sich drei ovale Zahn- 
platten, von denen die mittlere die grösste ist, und mit 2—3, während die 
beiden äussersten kleiner und gewöhnlich mit Einem spitzen Wärzchen aus- 
gestattet sind. Es trifft sich, dass das unterste Plättchen blos mit einem 
Wärzchen, während das mittlere und oberste mit zwei Wärzchen, auch dass 

Z. B. Ges. B. XXXIII. Abh. 41 



316 



Leopold Wajgel. 



das mittlere mit drei Wärzchen besetzt ist. Dasselbe ist auch bei P. fluviatilis 
der Fall, nur dass hier diese Höcker in spitze Zähnchen ausgebildet sind (siehe 
Fig. 1 und 2). 

Ferner sind noch die im Halbkreise stehenden kleineren Höckerspitzen zu 
erwähnen, die ober- und unterhalb der Kieferplatten sich befinden und von 
denen die ersteren viel grösser, während die mittleren sehr klein und erst mit 
bewaffnetem Auge sichtbar sind (siehe Fig. 3). Die Zahl der unterhalb sich 
befindenden schwankt zwischen 12—15 und die der oberhalb des Oberkiefers 
beträgt 6 — 7. Alle diese Höckerspitzen, auch bei P. fluviatilis vorhanden, sind 
gelblich, fallen leicht ab und unterscheiden sich vom Mundepithel durch ihre 
Färbung umsomehr, je grösser sie sind, was natürlich mit dem Alter des Thieres 
zusammenhängt. Ueber diese in einem Bogen festsitzenden und cha- 
rakteristischen Wärzchen fand ich nirgends eine Erwähnung. Tiefer 
hinter der Unterkieferzahnplatte befindet sich auf einem Wulste ein ebenfalls 
zahntragender Bogen, welcher gerade in der Mitte vor der Zunge einen grossen 
und beiderseits je sechs kleine Zähne trägt (also im Ganzen dreizehn). Die Zahl 
Fig 6 dieser Zähnchen fand ich nirgends angegeben, obgleich 

dieselbe stabil sei. 
jk Die Form dieser Zähne, und besonders des initt- 

M/^A/kß llAAJ^f leren, erinnert an den Haifischzahn (siehe Fig. 6). Dieser 
" Lä^^ilBli^ Zahnbogen ist bei alteren Individuen gelblich, bei jün- 
geren aber sehr zart, weisslich, und deshalb von der 
Zahnbogen mit 13 Haifibch- dahinterliegenden Zunge erst mit einer Loupe zu unter- 
zahneu von p. lianen. sclieideu. Was noch die Zunge anbelangt, so kann 
man mittelst einer Loupe deutlich auf ihrem Yorderrande eine Rinne und beider- 
seits derselben sechs gelbliche Längskerben erkennen. Bei jüngeren Exemplaren 
sind die Kerben kaum angedeutet und noch nicht gelblich, deshalb sind sie von 
der Zunge schwer zu unterscheiden. Diese Längskerben fand ich nirgends 
erwähnt. 

Da bei P. fluviatilis alle die Theile vorkommen, sowohl die ober- und 
unterhalb der Kieferplatten im Halbkreise stehenden Höckerzähne, welche jedoch 
an meinen Exemplaren, da sie im marinirten Zustande, an vielen Stellen ab- 
gefallen sind (wie Fig. 1 und 2 zeigt), jedoch die Narben das Vorhandensein 
derselben noch deutlich beweisen, als auch der Bogen mit haifischähnlichen 
Zahnehen und der gekerbte Vorderrand der Zunge, so wird unsere Behauptung, 
duss /'. fluviatilis und P. Pianeri eine und dieselbe Species sei, umsomehr 
bestärkt und mithin muss das bisnun als das wichtigste geltende Unterscheidungs- 
merkmal in der Bezahnuug des Mundes beider Arten, wie wir sehen, ganz fallen. 

Die Gleichartigkeit und Einheit beider obgenannten Species ergibt sich 
noch mehr aus anatomischen und mikroskopischen Untersuchungen, die bisnun 
gemacht wurden. 



Di« in der Haut der Neunaugen gefundenen eigentümlichen Grübcheu, 
lOgenanilte Epithelgröbcheu, sowie die Anordnung derselben sind in beiden 



Die Zusaroroenziehung der zwei Arten von Petromyzon in Eine. 



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Arten gleich. ') Auch die kolbenför